teddyholidays hat geschrieben:Ein wirklich interessanter Artikel.
Eher ein ziemlich mieser Kommentar, weil er sich selbst widerspricht und unzählige Chancen nutzt, den Sender eins draufzuhauen, während die eigentlichen Probleme fast vollständig außen vor bleiben.
Da wird ein einer Stelle erwähnt, dass das Informationsbudget kleiner ist als das für die Unterhaltung. An anderer Stelle wird vorgerechnet, dass ein Dokumentarfilm mit doppelter Laufzeit genauso teuer ist, wie eine Folge einer billigen Nachmittags-Telenovela. Warum wird das nicht zusammengebracht? Unterhaltung ist nunmal teurer.
Auch versteift man sich mehrfach auf Paragraf 11 ohne darauf einzugehen, ob die konkrete Reihenfolge (mit Unterhaltung an vierter Stelle) überhaupt relevant ist. Man unterstellt es einfach.
Es ist von neuen (!) Digitalkanälen die Rede, die aber allesamt seit über 10 Jahren senden.
Man behauptet, dass 7,6 Mrd Euro (zweifelsohne verdammt viel Geld) fast genauso viel wie 9,3 Mrd sind. Dabei sind 9,3 Mrd stolze 18% mehr als 7,6 Mrd.
Man nennt es Staatsfernsehen, obwohl es - wenn überhaupt - ein Länderfernsehen ist, weil die Länder die Hoheit haben und nicht der Bund.
Die Liste geht immer so weiter.
Wieso fragt man nicht, warum z.B. die Sender alle in Konkurrenz stehen müssen? Setzt man konkret an Verbesserungen und nicht an Einsparungen an, könnte man inhaltsgesteuert verbessern und gleichzeitig sparen. Aber das würde den Privaten nicht passen und da hat das neoliberale Handelsblatt natürlich einen Interessenkonflikt.
Um mal ein (unrealistisches) Beispiel zu bringen: Man erwähnt richtigerweise das fehlende Kinderprogramm. Ein wichtiger Punkt. Aber das Fehlen ist nachvollziehbar, weil das Erste und Zweite Konkurrenten sind. Kämen die aus einem Haus, könnte einer ein Telenovela-Tierdoku-Programm machen, während der andere was für Kinder tut. Folge: Mehr Vielfalt. Aber durch die Vielfaltssteuerung kommt man wieder den Privaten ins Gehege. Die können das nämlich nicht wollen. Die sind derzeit zufrieden, weil sie ohne jede Verantwortung einfach Geld verdienen können. Wer ist nun wichtiger? Der private Investor oder der interessierte Zuschauer?
Unterm Strich heizt man auf, ein Beitrag nur sehr notwendigen Diskussion ist das aber nicht.