- Mi 25. Feb 2015, 08:54
#1416072
Bezogen auf die reale Welt und den Alltag kann ich das mit der negativen Stimmung so nicht bestätigen. Aber im Netz legen die Leute schon sehr gerne jegliche Form von Anstand und Sitte ab und geben sich der absoluten Gehässigkeit und Meckerei hin. Es finden sich insbesondere im Umfeld der sozialen und interaktiven Medien überwiegend zwei prägende Sachverhalte entweder sinnlose Hype und Nervtrends, die keinen Sinn haben sich aber kurzzeitig massenhaft verbreiten bis diese dann ohne nachhaltige positive Effekt wieder verschwinden und von neuen Hypes und Trends abgelöst werden. Weitere Phänomene sind das permanente Haten und Meckern, dass wirklich unerträgliche Ausmaße angenommen hat. Grundsätzlich besteht immer ein erhebliches Missverhältnis zwischen positiven oder normalen sowie negativen Kommentaren, hierzu zählen unter anderem Hate bzw. Mecker oder Spamkommentare.
Generell ist es so, dass aktive Nutzer dieser medien mit eher unterentwickelter sozialer Kompetenz die anderen Nutzer in die Inaktivität drängen, weil denen die Freude an einer aktiven Beteilligung durch Haten und Spammen vergeht. Dies führt wiederum zu einer steten Überrepräsentanz von negativ geprägten Kommentaren und somit wird ein Meinungsbild in der Regel auch völlig verzerrt. Generell sollte man auf die meist so stark fokussierten Likes, Klicks und Friends nicht so viel geben.
Ich bin ein großer Fan des freien Meinungsaustausches, daher sollten auch Menschen mit erheblichen sozialen und anderen Schwächen einen Raum erhalten, aber irgendwie muss das insgesamt ausgewogener werden, und es wäre sehr erfreulich wenn sich gewisse Formen von Benehmen und Empathie auch in der schnellebigen und interaktiven Welt der Internetkommunikation etablieren könnte. Vielleicht ist da die technische Entwicklung zu schnell und die Menschen konnten in vielen Belangen ihre Verhaltensweisen hier noch nicht harmonisieren.
Wie bereits geschrieben, muss die Demokratie und somit eine möglichst unbeschränkte Zugänglichkeit auch im Netz gelten, aber hier sollte die Kommunikation verantwortungsvoll und etwas wohldosierter genutzt werden. Denn egal welches Kommunikationsmedium man sich anschaut, der Anteil an wirklich völlig belanglosen Inhalten ist enorm, dieser ganze Spam begünstigt die bereits bestehende konstante Informations bzw. Reizüberflutung der Nutzer, was die Einordnung zusätzlich erschwert aber auch bezogen auf Wirtschafts und Umweltaspekte ist dieser massive Spamanteil relevant. Denn viel Datenvolumen belastet die Infrastrukturen und verursacht direkte und indirekte Kosten. Es werden mehr Ressourcen bereitgestellt, die wiederum Energie benötigen usw.
Persönlich besuche ich gelegentlich auch mal Facebookseiten und wenn man dort dann doch mal unkonzentriert ist und ausversehen Kommentare liest, dann offenbart sich einem sehr schnell ein sehr erschreckendes Bild. Es ist bis auf wenige Ausnahmen egal, auf wen oder was sich eine solche Seite bezieht und welche primäre Klientel dort eigentlich angesprochen werden soll, die Kommentare zeichnen doch meist ein wirklich trauriges Bild.
Neben der zunehmenden Verrohung der Umgangsformen bzw. der Kommunikation und der kaum noch gegebenen Einordnung und Selektion, letztere wird mit der Zeit aber wieder zunehmen, denn dann ist man diese schnelle neuartige Kommunikation gewöhnt. Den nachwachsenden Generationen wird das schon automatisch unterbewusst leichter fallen. besteht noch das Problem einer naiven und wenig kritischen Nutzung von interaktiven und medialen Selbstdarstellungsmöglichkeiten.