Das Erste, ZDF, die Dritten

Rundfunkgebühren: Abschaffen?

Ja!
60
53%
Nein, dann würden außenstehende Anstalten leiden.
43
38%
Ist mir egal.
7
6%
Ich habe mich mit dem Skandal nicht befasst.
4
4%
#1528350
Ich frage mich auch wieso es immer teurer wird.
Technik wird immer billiger, Digitalisierung müsste ihr übriges tun. Aber wahrscheinlich hat man von diesem Wort bei der ARD noch nie was gehört...
Man müsste auch das ganze Konstrukt mal modernisieren. 85 Nachrichtensendungen (reine Objektove Nachrichten!) braucht kein Mensch. Diese ganzen lokalen Nachrichten (beim WDR: Lokalzeit) sind zwar der Auftrag der ARD, trotzdem wird der technische Aufwand dafür zu hoch sein. Ein Setup, wie es ein normaler youtuber zusammenschraubt, reicht bei der Reichweite ehrlich gesagt aus. Man braucht auch nicht für jeden scheiß ein eigenes Studio.

Bei Kritik der privaten an den öffis bin ich immer seeeeehr vorsichtig. Eigentlich ist wohl kein Sender und keine Zeitung pro öffentlich rechtlichen, weil sie eine Konkurrenz sind, die man nicht durch normale Marktwirtschaft „besiegt“. Daher ist die Einstellung schon oft sehr anti und alles gegen die öffis wird breit thematisiert.
Da die Einstellung offen „anti“ ist, genieße ich solche Beiträge wie bei heise (oder hier Focus) immer mit Bedacht.
Beispielsweise rechnet man bei der ARD (vom ZDF verliert man kein Wort, warum?) immer brutto, mit allen Abgaben, bei prosiebensat1 nicht. Dazu rechnet man das auf die FESTEN Mitarbeiter. Nun sind bei der ARD auch sehr viele (nicht unerheblich viele) freie Mitarbeiter dabei. Ich weiß jetzt nicht, inwiefern das unter Personalkosten fällt. Vielleicht fällt das auch in eine andere Kategorie. Die Rechnung ist schon sehr einfach, was der Focus da veranstaltet.
Dazu ist ja klar: Ein Tarifvertrag kostet nahezu immer mehr, als das was die privaten da zahlen.
Außerdem ist es schwierig Mitarbeiter der ARD mit denen von prosiebensat1 zu vergleichen. Der Fokus liegt bei der ARD klar auf den Nachrichten und Korrespondenten und sehr vielen (Radio)Moderatoren, live Sendungen etc., während man bei ProSieben fast nur lizenzware versendet. Da ist es fast logisch, dass der Anteil der Gehälter bei der ard die 50% Marke übersteigt, bei ProSieben aber nur die 16% Marke (netto?) erreicht.
So in den Raum geworfen klingt es natürlich erschreckend, näher betrachtet klingt es aber wohl weniger schlimm.

Was aber nichts an 2 Punkten ändert:
1. Die verdienen tatsächlich zu viel. Ob es so viel ist wie der Focus kolportiert - who knows? Aber der Tarifvertrag ist schon alles andere als unterbezahlt. Da müsste man - im Sinne der Akzeptanz - über eine Senkung sprechen.

2. Bestehende, veraltete Strukturen mit immer mehr Geld zu füttern, statt die Strukturen anzupassen, um eine Senkung oder höhere Produktivität zu erreichen, ist das wohl dümmste was man machen kann, wenn man eh schon in der Kritik steht.

Es ist aber auch klar, dass selbst ein Beitrag von nur 10€/Monat Kritik hervorrufen würde. Der Deutsche ist knauserig, da gehts dann ums Prinzip. Erst wenn es nichts mehr kostet, ist es ok. 17,50€ ist aber durchaus happig. Etwas zu happig.

Ich finde man macht es sich mit dem Ruf nach mehr Geld einfach zu einfach und will jede Anstrengung für Veränderung verhindern.
#1528400
Wolfsgesicht hat geschrieben:Ich frage mich auch wieso es immer teurer wird.
Weil man es sich leisten kann im Wissen, dass der Beitragszahler für die Kosten immer aufkommen wird.
Deshalb sind staatlich geführte Unternehmen ja auch zu vermeiden, weil diese ineffizient arbeiten, wenn am Ende immer das Geld vom Steuerzahler steht.
Die Öffis funktionieren genauso wie jedes öffentliche System, welches vom Beitrags-, oder Steuerzahler finanziert wird.
Man bekommt ein großzügig auskalkuliertes Budget, welches, selbst wenn es nicht ausgeschöpft, verbraten wird, damit die Zahlungen im nächsten Zeitraum nicht geringer werden.
So hält man die Ausgaben quazi bei 0. Werden dann andere Güter teurer, also vom Bleistift, bis hin zu den Energiekosten, wird im Laufe der Zeit immer mehr Knete gebraucht.
Ein privatwirtschaftliches Unternehmen würde an der Stelle natürlich anfangen zu sparen. Man legt Sender zusammen, schaut, dass man sich Ü-Wagen an Berichten teilt, stellt Infrastruktur und bisherige Gegebenheiten so gut wie es geht auf den Kopf und entlässt womöglich teure Mitarbeiter...

Und umso höher man bei den Öffis kommt, desto unwahrscheinlich wird, dass man eben entlassen wird. Schließlich kennt jeder jeden und so lange alle von den neuen Gebühreneine Gehaltserhöhung bekommen, wird sich natürlich auch intern niemand beschweren...

Da man den Menschen dann von Kind auf an einredet, die freie Presse würde bedingungslos von den Öffis abhängen, haben die natürlich ihren Teil getan, damit es von außen möglichst wenig Einflüsse gibt, die solch ein System in Frage stellen, denn jeder der das tut, ist natürlich automatisch gegen die freie Presse...
#1528627
Na, also kritisieren kann man das schon. Ich finde auch, dass man die Gebühren durchaus senken sollte, bin aber trotzdem ganz klar für einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Die Bedeutung von aufgearbeiteten, konsumierbaren, unabhängigen Informationen wird (von welcher Seite auch immer) gnadenlos unterschätzt. Und die Kritik geht da auch nicht selten sehr stark in den verschwörungstheoretischen Bereich.
Was die Ineffizienz auf der einen Seite und das ausbeuten von Pratikanten/Volontäre auf der anderen betrifft, kann ich das widerum wirklich gut nachvollziehen. Und es ist natrürlich auch immer wieder enttäuschend, wenn man mitbekommt, dass kreative Köpfe eingeschränkt werden, man sich kaum etwas traut und mit der Kohle einfach auf Nummer sicher geht.

Für die Dokus, einzelne Magazine oder Talkshows zahle ich aber gerne.
#1529334
Burpie hat geschrieben:Mal wieder was zum Thema Staatsfunk :)
-> https://www.nzz.ch/feuilleton/framing-b ... ld.1459569
Na, was hast du dir denn da wieder für einen kruden Artikel ausgesucht? Alleine der Einstieg mit dem Tatort ist komplett irreführend.
Ich finde dieses "moralischen Framing" auch total Banane. Das ist ansich nichts anderes als mit dem "Gute KiTa-Gesetz" oder der "Respekt-Rente" in der Politik.

Habe bei SPON einen ganz guten Beitrag dazu gelesen (zwar von Fleischhauer, aber auch der hat ab und an ein paar gute Argumente. Dürfte dir im Gesamten eigentlich zusagen @Burpie). Kleiner Auszug:
[...] Framen tun immer die anderen

Hätte ich die ARD zu beraten, wie sie an Sympathie gewinnt, wäre das erste, was ich empfehlen würde, darüber nachzudenken, wie man über das Programm dafür sorgt, dass die Leute sich nicht in Scharen bei Sky oder Netflix anmelden. Geld ist genug da, daran liegt es nicht. Acht Milliarden Euro stehen ARD und ZDF im Jahr an Rundfunkgebühren zur Verfügung, dazu kommen die Werbeeinnahmen. Wir können mit Stolz sagen, dass wir uns das teuerste Rundfunksystem der Welt leisten, wie proaktiv und selbstbestimmt man die Finanzierung als Gebührenzahler auch sehen mag. [...]
http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 53172.html
#1529339
Ist ja das beste Beispiel, warum die eben so ein schlechtes Image haben. Anstatt zu sparen und den Beitrag stabil zu halten oder möglicherweise sogar zu senken, was sicherlich positiv aufgenommen werden würde, wird für solchen manipulativen Käse Geld und Ressourcen verschleudert.

Ist aber halt bei Verwaltungsapparaten so, dass die einfach blind werden, was Ausgaben angeht, da meist keine Konsequenzen drohen. Im Gegenteil wird man mitunter noch von oben angehalten, die Kohle fleissig zu verpulvern.
#1529349
Abartig, einfach nur abartig. Ich verstehe nicht, wie die ARD sich dermaßen demontieren kann. Das sind doch fast Methoden von totalitären Regimen oder ganz miese Tricks von Kaffeefahrten-Anbietern.

Die ARD wird letztendlich das gleiche Problem haben wie andere Großkonzerne in anderen Branchen. Man kann mit solchen Supertanker nicht einfach mal den Kurs ändern. Quelle, Neckermann, Kodak... Deren Führungsriege oder deren Kinder hatten doch auch schon im Netz bestellt und digital fotografiert, während im eigenen Unternehmen noch die neue 5-Jahres-Papierkatalog- bzw. Analogkamera-Strategie beklatscht wurde.
Die ARD hat allerdings den Vorteil, dass die Umsätze nicht einbrechen, zumindest vorerst.

Natürlich hat Fleischhauer recht, das Programm zu ändern und Sympatie zu erlangen wäre deutlich besser. Der ARD Apparat ist aber optimiert auf die Produktion des aktuellen Programms, seit ihrer Gründung. Drehbuchautoren, Schauspieler und Crew von "Sturm der Liebe" können nicht mal eben auf Produktionen wie "Haus des Geldes" umswitchen (Beispielhaft).

Gutes Programm zu produzieren muss dabei nicht mal teuer sein. Arte kostet den ÖRR gerade mal 60 Mio. € pro Jahr. Warum wird z.B. gerade in Zeiten eines sehr wackeligen Europas nicht mal über weitere Kooperationssender nachgedacht? 60 Mio. € für eine Kooperation mit der BBC sollten doch drin sein, um auch nach dem Brexit eine gewisse Verbundenheit zu erhalten.
Das wäre mal eine Sympathiemaßnahme :)
#1529366
Vittel hat geschrieben: Gutes Programm zu produzieren muss dabei nicht mal teuer sein. Arte kostet den ÖRR gerade mal 60 Mio. € pro Jahr. Warum wird z.B. gerade in Zeiten eines sehr wackeligen Europas nicht mal über weitere Kooperationssender nachgedacht? 60 Mio. € für eine Kooperation mit der BBC sollten doch drin sein, um auch nach dem Brexit eine gewisse Verbundenheit zu erhalten.
Das wäre mal eine Sympathiemaßnahme :)
Dafür müsste man 1. Teilen und 2. Kooperieren können. An beidem hat man kein Interesse, besser die eigenen Pfründe solange als möglich schützen ...
#1529387
Vittel hat geschrieben:Natürlich hat Fleischhauer recht, das Programm zu ändern und Sympatie zu erlangen wäre deutlich besser. Der ARD Apparat ist aber optimiert auf die Produktion des aktuellen Programms, seit ihrer Gründung. Drehbuchautoren, Schauspieler und Crew von "Sturm der Liebe" können nicht mal eben auf Produktionen wie "Haus des Geldes" umswitchen (Beispielhaft).
Also, an Drehbuchautoren, Schauspielern und einer geeigneten Crew wird es nicht mangeln. Und für Sturm der Liebe kann ja im Programm auch noch Platz sein. Das Problem ist doch nicht der Apparat ansich, sondern diejenigen, die diesen steuern. Anstatt in der Gunst jener zu steigen, die das Konzept der Öffis auch weiterhin finanzieren sollen, geht man weiterhin nach breiter Masse (gefällige, eher anspruchlose Produktionen für jedermann) oder der aktuell quotenbringenden Gruppe (also alles 49 aufwärts). Gut, linear ist das vielleicht noch verständlich, aber zu einem jüngeren Image verhilft das nicht.
Vittel hat geschrieben:Gutes Programm zu produzieren muss dabei nicht mal teuer sein. Arte kostet den ÖRR gerade mal 60 Mio. € pro Jahr. Warum wird z.B. gerade in Zeiten eines sehr wackeligen Europas nicht mal über weitere Kooperationssender nachgedacht? 60 Mio. € für eine Kooperation mit der BBC sollten doch drin sein, um auch nach dem Brexit eine gewisse Verbundenheit zu erhalten.
Das wäre mal eine Sympathiemaßnahme :)
Den Vorschlag sollte man direkt mal einreichen.
#1530693
Es nervt schon ziemlich. Ein öffentlicher Rundfunk ist wichtig aber meiner Meinung nach, sollte er den nur aus Nachrichten, Reportagen, Dokumentationen und Talkshows bestehen. Das kann zur politischen Bildung führen. Aber Tatort? Soko? Kai Pflaume Shows? Wieso soll sowas zur Demokratischer Bildung beitragen? Andere Länder sind da schon viel weiter. In Dänemark gab es eine Reform, in Frankreich und in Norwegen und in Deutschland? Dieses Land ist ja immer hinten dran. Große Reform wohl erst 2035
#1530694
Schwierig.
Gibt ja Sender mit vielen Reportagen (ZDFinfo, arte, ARDalpha, Phoenix, die Dritten), aber die Quoten dieser Sender sind im Vergleich zu denen mit Unterhaltung (ARD, ZDF) deutlich niedriger. Deutlich.
Diese großen Dinger wie Panama Papers kommen zwar in der ARD gut an, aber sowas gibts ja nicht oft.

Zumal die Unterhaltungssparte nicht sehr teuer ist. Quizshows kosten fast nichts, der Tatort liegt bei 15 Cent im Monat Das komplette Unterhaltungsprogramm (Film, Shows, Sport) der ARD liegt bei 2,70€. Mit dem ZDF sind es also 4€.

4€ klingt teuer, nur ohne die würde der Beitrag immer noch bei 13,50€ liegen. Würde den Beitrag auch nicht flächendeckend akzeptierter machen. Dafür müsste man die 10€ erreichen.

Dazu würde man die Produktionen wohl ersetzen, heißt die ersparten 4€ würden reinvestiert.
Quotentechnisch müsste man sich dann mehr rechtfertigen als jetzt. Weder die 4€ Ersparnis noch die Ersetzung der Sendeplätze durch Reportagen werden da Wunder wirken.

Unterhaltung ist auch Auslegung. Ist „Die Anstalt“ nicht auch Unterhaltung? Biene Maja, auch Unterhaltung? Klar, „Die Anstalt“ läuft unter Politik/Gesellschaft, aber es zeigt auch dass man wenn man will auch Sachen aus der Unterhaltung in die Bildungsschiene schieben kann. Ne Quizshow ist ja auch beides.

Es gehört auch Unterhaltung dazu. Beispielsweise tragen sportliche großevents ja durchaus zur Gemeinschaft bei. „Wetten dass...?“ damals ja irgendwie auch. Auch die olympischen Spiele oder Leichtathletik Weltmeisterschaften gehören irgendwo ins öffentlich rechtliche.
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