#1507812
Gibt es eine Ausführung zu deiner These? Inwiefern? :)
#1507813
Man muss sich nur mal die Zahlen anschauen, die meisten Neustarts wie "Jetzt oder nie" oder "Keep it in the family" oder "Pure Genius" starteten mies, viele Serien auf Pro Sieben bekamen einen anderen Sendeplatz, weil die Quoten nicht gut war. This is us bleibt auf seinen Sendeplatz, obwohl die Zuschauerschaft nicht sonderlich groß ist.
#1507816
Also meine 2 cents:

Rein subjektiv betrachtet, hat sich für das Fernsehen und dessen Umfeld in den letzten 10 Jahren einfach wahnsinnig viel geändert.
Das Fernsehen ist nicht mehr das unangefochtene Nr. 1 Medium und demnach auch nicht mehr der überpräsente Alleinunterhalter einer ganzen Gesellschaft.

Serien als Zugpferde ziehen wohl immer seltener, auf Grund der Tatsache, dass sowohl die Konkurrenz untereinander (wie viele Fernsehsender gibt es mittlerweile in Deutschland? 100? :D), durch Streaming-Anbieter und nicht zu vergessen durch Streaming/Downloads, enorm gewachsen ist.
Die Hypes sind ja noch da (siehe Game of Thrones oder The Walking Dead), aber sie werden eben nicht mehr durchs Fernsehen getragen, sondern größtenteils im Internet zelebriert.

Man verknüpft das Fernsehen also immer weniger mit Serienabenden und Filme und gewöhnt sich auch einfach öfter an die Abstinenz.

Das alleine würde ich aber nicht als größtes Problem ansehen. Ich glaube das größte Problem für das Fernsehen ist die Kurzlebigkeit der heutigen Zeit. Das macht sich gerade beim zweiten Standbein im Fernsehen bemerkbar. Den "Gesichtern". Eine Entertainerkarriere, die über Jahrzehnte geht, kann ich mir heute eigentlich gar nicht mehr vorstellen. Vor einigen Jahren waren Joko und Klaas noch der ganz heiße Scheiß und heute sind sie mit der wöchentlichen Show schon weg. Während wir mit Raab über 20 Jahre ausgekommen sind, braucht es heute keine 5 Jahre mehr, um bei der Gruppe der "die sind von gestern" zu gehören.

Im Internet kommen ja fast wöchentlich neue Trends und neue Gesichter hoch und damit kann das Fernsehen, zumindest bei den nachkommenden Zuschauern, wohl einfach nicht mithalten.
#1507823
Familie Tschiep hat geschrieben:Warum schaffen es die privaten Sender nicht mehr den Nerv des Publikums zu treffen?
Dabei kann man mal diskutieren, ob der Marktanteilkult so gut für das Programm ist.
Wie willst du denn den Nerv messen, wenn nicht durch Marktanteile?
#1507824
Familie Tschiep hat geschrieben:Warum schaffen es die privaten Sender nicht mehr den Nerv des Publikums zu treffen?
Dabei kann man mal diskutieren, ob der Marktanteilkult so gut für das Programm ist.
Wie willst du denn den Nerv messen, wenn nicht durch Marktanteile?
#1507838
Säqirjënn hat geschrieben:
Familie Tschiep hat geschrieben:Warum schaffen es die privaten Sender nicht mehr den Nerv des Publikums zu treffen?
Dabei kann man mal diskutieren, ob der Marktanteilkult so gut für das Programm ist.
Wie willst du denn den Nerv messen, wenn nicht durch Marktanteile?
Durch die Einschaltzahlen.
Derzeit ist es ja so, dass Sender ihre Markanteile heben, in dem sie ein Programm dauernd senden. Es mag zwar kurzfristig richtig sein, aber langfristig führt es zur Programmverödung.

Außerdem sorgt es dafür, dass manche Programme eine weitere Staffel erhalten, weil die Sendung etwas über den Schnitt lagen. Ich denke da an The Taste, die ich längst eingestellt hätte, weil sie ja in der Publikumsgunst absinkt.
Sicherlich sind die Einschaltzahlen nicht immer brauchbar, weil die Deutschen sehr langsam ein Programm entdecken, das sieht man Club der roten Bänder oder die Höhle der Löwen, die in weiteren Staffeln an Zuschauerschaft gewonnen haben, da kann der Marktanteil schon eine Messlatte sein, um ein Progamm nicht zu früh aus dem Programm zu werfen, aber wenn sie es nicht entdecken, muss man sich auch davon trennen.
#1507848
Nein, nicht unbedingt. Zuschauerzahlen können bedeuten, dass 5 Millionen eine Sendung einschalten. Sicherlich hat man damit auch ein hohen Marktanteil.

Kult um die Marktanteile bedeutet, dass man den Erfolg einer Sendung ausmacht, ob sie über den durchschnittlichen Markanteil eines Senders liegt, egal ob es nun über 0.5 Prozentpunkte liegen oder über 20 Prozentpunkte. In manchen Fällen kann es ein hilfreiches Instrument sein. Ich habe an Beispielen gezeigt, wozu die Ausrichtung auf den Senderdurchschnitt führen kann.
#1507853
Aber man könnte ja auch einen Kompromiss finden - wenn z.B. auf Sat.1 eine Serie läuft die 1% unter dem Senderschnitt liegt, weshalb schiebt man sie dann nicht einfach zu Pro7 oder Kabel 1? Dann bräuchte man sich keine Sorgen um den Sat1-Marktanteil machen (bzw. könnte den Sendeplatz für ein anders Format nutzen) und die Zuschauer könnten es trotzdem weiterschauen.
#1507855
Das funktioniert in der Regel nicht. Was z.B. bei ProSieben unterdurchschnittlich lief, das blieb oft auch bei kabel eins oder sixx unterm Schnitt.
#1508100
Ich für mich habe festggestellt, das ich RTL und RTLII und Pro 7 immer weniger Sehe, da diese Sender fast nur noch Schrott senden....fast nur noch Shows oder in Dauerschleife Sitcoms....kaum noch Filme oder geile US - Serien....


Ich Sehe, wenn überhaupt, dann fast nur noch ARD, ZDF und ZDF_neo....dazu auch oft die III.!

Zumindest haben ARD und ZDF immer noch sehr gute deutsche Filme und Serien!

Und, neue US - Serien Sehe ich fast nur noch auf Sky oder Amazon und Netflix....
#1508104
Zumal, warum sollte ich als Zuschauer denn bei Pro7 z.B. das "Risiko" eingehen, eine Serie anzufangen, zu mögen, und dann macht sie entweder den Abgesetzt - Flug oder verschwindet auf 00:00 Uhr? Das ist so unfassbar unattraktiv, da lässt man es lieber und wartet auf die Netflix - Ausstrahlung...
#1508136
Rodon hat geschrieben:Das funktioniert in der Regel nicht. Was z.B. bei ProSieben unterdurchschnittlich lief, das blieb oft auch bei kabel eins oder sixx unterm Schnitt.
Wie kommt das denn? Haben sie auf Pro7 nicht darauf hingewiesen, dass sie Serie fortan bei kabeleins/sixx läuft? Oder läuft zu K1/sixx-Zeit dann auf Pro7 ein attraktiveres Format?
#1508155
Säqirjënn hat geschrieben:
Rodon hat geschrieben:Das funktioniert in der Regel nicht. Was z.B. bei ProSieben unterdurchschnittlich lief, das blieb oft auch bei kabel eins oder sixx unterm Schnitt.
Wie kommt das denn? Haben sie auf Pro7 nicht darauf hingewiesen, dass sie Serie fortan bei kabeleins/sixx läuft? Oder läuft zu K1/sixx-Zeit dann auf Pro7 ein attraktiveres Format?
Vielleicht haben nicht alle alteingesessenen Pro7 Zuschauer sixx überhaupt auf dem "Schirm". Pro 7 lag bei mir auf der 7, sixx hatte ich nie fest programmiert. Der automatische Sendersuchlauf hatte das dann vermutlich irgendwo zwischen QVC und HS24 einsortiert.
#1508202
Tja, keine Ahnung.

Also ich noch TV geschaut und mir entsprechend Zeit dafür genommen habe, waren mir die festen Programmplätze meiner Serien irgendwie wichtig.
Dienstags kam Alias, Mittwochs Monk, Donnerstags Lost, das gab der Woche eine gewisse Struktur und man freute sich schon auf jeden einzelnen Tag.

Manches nahm ich auch auf, da ständig auf der Hut zu sein und Sende- und Programmplätze nachzufassen bzw. zu verpassen, war auch nicht so toll.
#1508208
Vittel hat geschrieben:
Säqirjënn hat geschrieben:
Rodon hat geschrieben:Das funktioniert in der Regel nicht. Was z.B. bei ProSieben unterdurchschnittlich lief, das blieb oft auch bei kabel eins oder sixx unterm Schnitt.
Wie kommt das denn? Haben sie auf Pro7 nicht darauf hingewiesen, dass sie Serie fortan bei kabeleins/sixx läuft? Oder läuft zu K1/sixx-Zeit dann auf Pro7 ein attraktiveres Format?
Vielleicht haben nicht alle alteingesessenen Pro7 Zuschauer sixx überhaupt auf dem "Schirm". Pro 7 lag bei mir auf der 7, sixx hatte ich nie fest programmiert. Der automatische Sendersuchlauf hatte das dann vermutlich irgendwo zwischen QVC und HS24 einsortiert.
Ist bei mir auch heute noch so....Sixx liegt irgendwie in der hintersten Ecke meiner Fernbedienung auf Platz nirgendwo....
#1508752
mMn ist das Problem die Quotenmessung. Durch die haben die Anstalten einen falschen Blick auf den realen markt, bzw. muss ihn falsch bedienen.
Real kenne ich kaum noch jemand der die alt eingesessenen Sender guckt, einfach weil das Programm nicht passt. Mag sein das die Quoten Boxen was anderes sagen, aber ich denke das war einfach eine Spirale die sich immer weiter in die falsche Richtung drehte.
#1508761
Bleibt er das? Oder bleiben die Boxen dran? Vlt sind viele Boxen auch einfach nur an, weil die Leute einfach denken das es eine Pflicht wäre irgendwas laufen zu lassen. vlt irre ich mich auch, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass wirklich die Quoten noch die Realität wiederspiegeln.
#1508776
flom hat geschrieben:Bleibt er das? Oder bleiben die Boxen dran? Vlt sind viele Boxen auch einfach nur an, weil die Leute einfach denken das es eine Pflicht wäre irgendwas laufen zu lassen. vlt irre ich mich auch, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass wirklich die Quoten noch die Realität wiederspiegeln.
Und du denkst, wenn die Box 24/7 meldet, dass jemand RTL schaue fiele das niemandem auf? Es wird im Alltag immer mal den Fall geben, dass ein Teilnehmer vergisst sich abzumelden (z.B. wenn jemand vor dem TV-Gerät einschläft) - ich geh davon aus, dass es da einen Automatismus gibt, der dann merkt dass da was nicht stimmen kann.

Du musst auch bedenken, dass die Leute in deinem Umfeld, möglicher Weise in deinem Umfeld sind, weil sie dir in irgendwelchen Merkmalen ähnlich sind. Du solltest sie von daher nicht als Querschnitt der Bevölkerung sehen.
#1508788
EPFAN hat geschrieben:Hat irgendein Sender jemals mal die Quotenmessung in Frage gestellt? Da muss es doch im Jahr 2017 bessere Methoden geben. Zumindest den Privaten kann das doch nicht egal sein, wenn eine Sendung "real" mehr Marktanteile hätte=höhere Werbeeinahmen..
Die Quotenmessung dürfte schon ungefähr der Realität entsprechen. Es gibt natürlich statistische Abweichungen; Nachkommastellen von Marktanteilen einzelner Sendungen dürften nicht wirklich seriös sein, aber man hat sich darauf verständigt die Quoten einfach als Währung anzuerkennen die man so nimmt wie sie kommen, wahrscheinlich um es für die Werbekunden nicht unnötig kompliziert zu machen.
In wie fern es methodische Verzerrungen durch dieses System geben könnte kann ich nicht abschätzen.

Es gab, wenn ich mich recht entsinne, auch mal (in der Schweiz?) die Idee die Quoten mit einer Uhr zu messen, die mithört und das dann mit einer Senderdatenbank/stream abgleicht und so den Sender ermittelt. Allerdings frage ich mich schon, wie diese Uhr unterscheiden will, ob man einen Spielfilm gerade im TV (evtl. mit Timeshift verzögert) oder über z.B. Netflix ansieht. Außerdem könnte ich mir vorstellen, dass es viele Leute abschreckend fänden eine Uhr mit sich rumzuschleppen die ständig mithört - das dürfte es erschweren eine Zufallsstichprobe zu bekommen.