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BeitragFr 2. Nov 2018, 13:22 
Chefredakteur/in
 
 
Da geht es schon los mit dem Streit

https://www.zeit.de/politik/deutschland ... ngspolitik

"Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat die jüngsten Äußerungen des Bundesgesundheitsministers Jens Spahn indirekt kritisiert. "Ich halte es jedenfalls für einen Fehler, auch aktuell wieder den Eindruck zu erwecken, die Migration sei das größte aller Probleme. Diese Analyse ist sachlich und politisch falsch und schadet", sagte Laschet der Süddeutschen Zeitung.
Spahn hatte zum Start seiner Kandidatur für den CDU-Parteivorsitz in einem Beitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung geschrieben, die Migration sei "der weiße Elefant im Raum". Nach wie vor gebe es "eine jährliche ungeordnete, überwiegend männliche Zuwanderung in einer Größenordnung von Städten wie Kassel oder Rostock". Diese müsse begrenzt werden. "Entgegen manchen Beschwichtigungen ist noch nicht alles wieder im Lot." "

https://www.stuttgarter-zeitung.de/inha ... 5b0e2.html

"von der Leyen: 'Euro-Krise gelöst, Migrationskrise gelöst.'"

Die große gesellschaftliche Spaltung, die ja im Kern um die Frage geht "alles (weitestgehend) gut in Sachen Migration - oder nicht" geht mitten durch die Union...


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BeitragFr 2. Nov 2018, 13:58 
Inventar
 
 
Wolfsgesicht hat geschrieben:
Ob man sich mit einem wie Merz, der bedingt durch seine vorherige arbeiten sicherlich dreck am stecken hat, nicht mal ins eigene Fleisch schneidet...


Er kann auch der nützliche Idiot sein, der diesen Konzernen ein seriöses Gesicht gibt.
Seine Auftragsgeber haben garantiert Dreck am Stecken. Es wirft ein schlechtes Licht, wenn er durch sie viel Geld verdient hat.


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BeitragFr 2. Nov 2018, 16:33 
Chefredakteur/in
 
 
Laschet stellt sich auch an, soll er doch einfach selber für den Parteivorsitz kandidieren. Ist schon lustig das Ganze zu beobachten, eigentlich wollten ja alle zur Sacharbeit zurückkehren und jetzt werden mindestens wieder bis zum Parteitag der Union Personaldebatten im Vordergrund stehen, und wenn Merz oder Spahn gewählt werden auch darüber hinaus. Interessant heute zu hören das Merz mit Wolfgang Schäuble wohl einen großen Fürsprecher hat der ihn sogar dazu ermuntert haben soll für den Parteivorsitz zu kandidieren:
http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 36426.html

Merz Kandidatur also alles andere als eine spontane Aktion. Könnte mir durchaus vorstellen das Schäuble wenn Merz zum Vorsitzenden gewählt wird eine Art Übergangskanzler bis 2021 geben wird, weil Merkel dann sicher nicht Kanzlerin bleiben wird.


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BeitragFr 2. Nov 2018, 16:46 
Chefposter/in
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Bin mal gespannt, inwiefern das Thema sein wird. Die ganzen Cum-Ex/Cum-Cum Enthüllungen sind doch der Coup schlechthin. Das ist jetzt zwei Wochen her, aber irgendwie geht das ganz schön unter - vor allem wenn man sieht was für eine Zugkraft die Investigationsmedien eigentlich haben, aber bei den Panama Papers war es in der Breite ja auch fast egal.
Finanzwirtschaft scheint den meisten ohnehin zu komplex oder mühsam zu sein. Das sind dann in der Regel alles neoliberale Verbrecher, keinen überrascht irgendwas und gut ist.

Und Spontankandidaturen gibts nicht. Jens Spahn hat gestern mit dem Wahlkampf schon begonnen und ein Video on gestellt, das stark an das der FDP im Wahlkampf erinnert. Das hat man nicht mal so eben schnell zusammengeschnibbelt - Spahn btw ein Schäuble Zögling.
Lindner, der gut mit Merz ist, hat gestern mehr oder weniger auch schon durchscheinen lassen, dass das mit Merz schon früher durchsickerte und das wohl auch zu Merkel. Und das Schäuble zu den Jealous-Boys, die unter Merkel immer das Nachsehen hatten, gehört und besser mit den sehr Konservativen kann und da auch noch immer gerne mit Merz abhing, ist auch schon lange kein Geheinmis. Die hat ihn ja selbst das Amt auf die Bundespräsidentschaft verbaut.

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BeitragSa 3. Nov 2018, 00:31 
Administrator
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Neo hat geschrieben:
Bin mal gespannt, inwiefern das Thema sein wird. Die ganzen Cum-Ex/Cum-Cum Enthüllungen sind doch der Coup schlechthin. Das ist jetzt zwei Wochen her, aber irgendwie geht das ganz schön unter - vor allem wenn man sieht was für eine Zugkraft die Investigationsmedien eigentlich haben, aber bei den Panama Papers war es in der Breite ja auch fast egal.
Finanzwirtschaft scheint den meisten ohnehin zu komplex oder mühsam zu sein. Das sind dann in der Regel alles neoliberale Verbrecher, keinen überrascht irgendwas und gut ist.

Ja nun ... die erkennt man ja auch auf der Straße nicht. Das ist mit so ein paar andershäutigen Flüchtlingen doch viel einfacher. Da kann man wenigstens sehen, wer uns die Wurst vom Brot nimmt!111!!!


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BeitragMo 5. Nov 2018, 07:22 
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Kaffeesachse hat geschrieben:
Neo hat geschrieben:
Bin mal gespannt, inwiefern das Thema sein wird. Die ganzen Cum-Ex/Cum-Cum Enthüllungen sind doch der Coup schlechthin. Das ist jetzt zwei Wochen her, aber irgendwie geht das ganz schön unter - vor allem wenn man sieht was für eine Zugkraft die Investigationsmedien eigentlich haben, aber bei den Panama Papers war es in der Breite ja auch fast egal.
Finanzwirtschaft scheint den meisten ohnehin zu komplex oder mühsam zu sein. Das sind dann in der Regel alles neoliberale Verbrecher, keinen überrascht irgendwas und gut ist.

Ja nun ... die erkennt man ja auch auf der Straße nicht. Das ist mit so ein paar andershäutigen Flüchtlingen doch viel einfacher. Da kann man wenigstens sehen, wer uns die Wurst vom Brot nimmt!111!!!

Vergiss nicht die Frauen! Die Frauen nehmen sie uns auch!

Aber trotzdem interessant, wenn man jetzt den Vergleich mit Football Leaks hat und das betrifft, im Gegensatz etwa zum NSA-Skandal und den ganzen Cum-Ex/Cum-Cum Enthüllungen, einen wesentlich geringeren Teil der Bevölkerung, ist aber so viel empörender. Nicht, dass ich das nicht nachvollziehen könnte und das jetzt sonderlich überrascht, aber man muss sich das echt mal vor Augen halten, wie verzerrt das alles ist.

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BeitragMo 5. Nov 2018, 15:23 
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Maaßen ist jetzt doch von Seehofer entlassen worden bzw. in den vorzeitigen Ruhestand.

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Blanche, Formstabil ist ein Markenname und kein Spitzname!


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BeitragFr 9. Nov 2018, 07:49 
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In Hessen hat die CDU zunächst erstmal sämtliche Koalitionsgespräche vertagt. Und zwar deswegen weil in mehreren Wahllokalen Stimmzettel aufgetaucht sind die nicht ausgezählt wurden. Man munkelt das es über 2000 sind, und diese könnten das Stimmenverhältnis insbesondere zwischen Grünen und SPD zugunsten der SPD ändern und eine Ampelkoalition doch möglich machen weil die FDP ja dann keinen Grünen, sondern einen SPD Mann zum Ministerpräsidenten wählen könnte. Das offizielle Endergebnis wird erst am 16. November bekannt gegeben.


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BeitragFr 9. Nov 2018, 10:48 
Inventar
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Mal wieder Jens Spahn mit einem grandiosen Vorschlag

Bald kommt wieder das eiserne Kreuz für Mütter aufs Tablett.

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BeitragFr 9. Nov 2018, 11:44 
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Und wenn ich dir jetzt sage dass ich die Grundidee sogar ganz gut finde?

Mal abgesehen davon dass das Rentensystem an sich ein schlechter Scherz ist.
Wäre aber nicht sehr fair praktikabel, weil es für mich einen Unterschied geben muss zwischen Leuten die als paar freiwillig keins wollen und zwischen dauersingles und Paaren die keins bekommen können. Und das umzusetzen und zu prüfen (nicht jedes Paar heiratet) würde keine faire Behandlung zulassen.

Aber grundsätzlich kann ich dem Gedanken was abgewinnen.
Wer zu zweit beide Gehälter komplett für sich hat und darauf setzt, dass andere Kinder bekommen und ausbilden die dann für die eigene Rente arbeiten (können), sollte den Eltern etwas finanziell dazutun oder mehr ins System einzahlen, da man das kollektive Rentensystem mit dieser privaten Entscheidung schwächt.
Schließlich muss ich für jeden der sich entscheidet kinderlos zu bleiben später mehr einzahlen. Das ist dann ein gewisser Ausgleich.
Ich erfülle meinen Generationenvertrag indem ich auch denen etwas von der Rente abgebe, und die erfüllen auch einen gewissen Generationenvertrag indem sie diesen Beitrag für mich senken.
Denn schließlich steigt für mich der Beitrag mit jedem Kind weniger und das ist der nächsten Generation gegenüber schon etwas unfair, wenn die sich ihr Geld sparen (ein Kind kostet ja ca. 80.000 - 100.000€ bis zum 18.) und sich ein schöneres Leben machen und ich dafür am Ende noch mehr Blechen soll...

Was aber trotzdem nichts am Rentensystem und der fairen unumsetzbarkeit dieser Idee ändert.
Müsste halt nur für Paare gelten die wirklich sagen sie haben keine Lust auf Kinder.
Da man unverheiratete Paare schlecht dauerhaft nachweisen kann ist es nicht machbar.

Witzig ist aber dass spahn so betont er sage das obwohl er keine Kinder hat. Als wäre er damit so selbstlos und ein Held...
Das wäre wohl so, würde man Pension und Rente zusammenführen und er dann damit auf seine sehr guten Pensionsansprüche verzichten würde.
Aber daran hat man als Politiker eher kein Interesse...

Diese ganzen 2% Erhöhungen helfen ja auch eher denen die eh schon eine hohe Rente bekommen und weniger denen mit einer 600€ Rente. Man feiert sich dann auch als würde man was für die Armen Rentner machen, das könnte man aber eher von sich behaupten mit einer Mindestrente. Diese 2% Erhöhungen gibts doch nur, damit alle Wähler ähhhh Rentner etwas davon haben und sich an der Wahlurne in eine Richtung verleiten lassen...
Mit einer Mindestrente wäre der zu findende Wählerkreis deutlich kleiner als mit „2% mehr für alle“.

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BeitragFr 9. Nov 2018, 12:04 
Inventar
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Er stellt es aber so dar als bekämen Menschen deshalb keine Kinder, weil es eine finanzielle Belastung sei bzw. weil sie damit dem Staat eins auswischen wollten.

Zudem sollte er mal lieber darüber nachdenken, wie man es den Menschen schmackhafter machen könnte, Kinder zu bekommen.

Daran krankt doch das System und nicht daran, dass die kinderlose Menschen keine Kinder in eine Kinderfeindliche Republik und eine überbevölkerte Welt setzen wollen.

Aber von jemanden, der den Pflegenotstand damit kommentiert, die dort arbeitenden Menschen sollten einfach ein paar Stunden mehr arbeiten, kann man nichts anderes erwarten.

Spahn ist ein Zyniker und Menschenfeind. Er lebt fernab jeder Wirklichkeit.

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BeitragFr 9. Nov 2018, 18:44 
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Also, wenn ich eines aus den letzten Spahn-Debatten gelernt habe, dann das, dass ich mir nur noch die Originalbeiträge ansehe. Es bleibt vergleichsweise kalt und eben neo-konservativ, aber nun doch wirklich bedachter und differenzierter, wie es bspw. Leute vom SPIEGEL dann immer gelesen haben wollen.
Und man kann den ja wirklich für vieles kritisieren und auch Bammel haben, dass der Kanzler wird*, aber ich finde ihn im Amt nicht fehlbesetzt. In Kombi mit Heil und Giffey würde ich fast schon von Begeisterung sprechen. Zugegebenermaßen bei dieser Regierung auch nicht schwer. :lol:

*btw. interessanter Aspekt, den ich so nicht bedacht hatte: Spahn werden allein wegen seiner Homosexualität keine großen Chancen eingeräumt. Ich weiß, dass in dem Laden einige gegen die Ehe für alle waren, wirkt auf mich aber trotzdem irre.

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BeitragSo 11. Nov 2018, 21:46 
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Mal was ganz Neues: Seehofer will wohl von seinen Ämtern zurücktreten. Irgendwann.

Nennt mich naiv, aber nach X-Episoden glaube ich einfach mal dran. :lol:

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BeitragSo 11. Nov 2018, 23:49 
Chefredakteur/in
 
 
Neo hat geschrieben:
Mal was ganz Neues: Seehofer will wohl von seinen Ämtern zurücktreten. Irgendwann.

Nennt mich naiv, aber nach X-Episoden glaube ich einfach mal dran. :lol:


Ich glaube fast den trägt man nur im Sarg aus seinem Amt.

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BeitragMi 14. Nov 2018, 10:52 
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Jetzt spinnen die Grünen aber völlig: https://m.tagesspiegel.de/politik/arbei ... 31518.html ' ' Dazu kann ich nur sagen, willkommen im Sozialismus. Jeder kann also arbeiten wenn er Lust hat, und wenn nicht, dann kann er sich auf die faule Haut legen ohne sich Sorgen zu machen denn er bekommt ja eine Grundsicherung und muß keine Sanktionen fürchten denn Arbeit ist ja nur freiwillig. Wie man das alles finanzieren will ohne neue Schulden zu machen erschließt sich mir genauso wenig, aber das den Politikern von heute egal ist wie es den zukünftigen Generationen geht ist ja bekannt. Hartz 4 ist sicher reformbedürftig und mit solchen Ideen schaffen sich die Grünen auch neue Wählergruppen, aber Realopolitik ist sicher was anderes. Wer zudem vergessen hat wo die Grünen in ihrer Programmatik stehen wird hier mal wieder dran erinnert das die Grünen eigentlich sogar noch linker sind als die Linke.


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BeitragMi 14. Nov 2018, 11:54 
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Nun ja, dann könnte man ja gleich so mutig sein und aufs bedingungslose Grundeinkommen gehen. Kommt sowieso früher oder später. Und die Deutschen sollten mal aufhören, sich und andere ständig nur über die Arbeit zu definieren. Furchtbare Krankheit. ^^


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BeitragMi 14. Nov 2018, 12:49 
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Klar definiert sich der Mensch nicht nur über Arbeit, aber sie ist schon ein wichtiger Baustein auch für das soziale Gleichgewicht. Ich halte das mit dem bedingungslosen Grundeinkommen für großen Blödsinn. Gerade Menschen im niedrigen Lohnsektor, und davon gibt es viele werden sich die Frage stellen, warum soll ich überhaupt noch arbeiten gehen?? Ich kann ja auch den ganzen Tag in der Hängematte liegen und bekomme trotzdem mein Geld. Die Einwanderung wird auch wieder zunehmen. Die Hartzgesetze sind reformbedürftig, aber ein Grundeinkommen und freiwilliges Arbeiten sind nicht die Lösung. Vor allem wer zahlt das alles ohne neue Schulden zu machen??


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BeitragMi 14. Nov 2018, 13:56 
Inventar
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Da steht doch, dass Bedürftigkeit geprüft werden soll, also wo ist das Problem? Da steht auch nirgendwo, dass man man den Leuten Luxuseinkommen zusichert und keiner mehr arbeiten muss.

Was du betreibst, erinnert an Westerwelles Aufschrei beim Thema Mindestlohn. Wie wir sehen ist Deutschland noch nicht in einem schwarzen Loch versunken. Womit wir beim Thema wären.

Wenn Millionen Menschen nicht von ihrer Arbeit leben können und zum Amt müssen, stimmt so einiges nicht. Da kann man den Leuten dann in der Tat auch gleich eine solche Leistung zukommen lassen. Zumal du außer Acht lässt, dass so Milliarden freiwerden, die sonst dafür aufgewendet werden, Antragsteller zu sanktionieren und der wegfallende Druck sich positiv auf die Gesundheit der Menschen auswirkt. Gerade Deutschland ist durch seine Existenzangst schürende Arbeitsmarktpolitik Vorreiter in Europa was psychische und Stress bedingte Erkrankungen angeht. Das wiederum sind Kosten, die das Gesundheitssystem tragen muss.

Die Grünen gehen hier einen völlig richtigen Weg. Wenn die Wirtschaft keine anständigen Löhne zahlt, andere Arbeitsmodelle als die 40h Woche nur in bestimmten Branchen möglich ist und befristete Arbeitsverträge weiterhin von der Wirtschaft zum Lohndumping missbraucht werden, dann ist das die einzig richtige Antwort.

Inwieweit sich das real umsetzen lassen wird und mit wem, ist eine andere Frage. Die Grünen positionieren sich damit aber direkt mal als neue sozialdemokratische Partei und stellen Union und FDP vor die Problematik, dass ohne die Grünen in einer neuen Regierung wohl nichts gehen wird. Gut so, dass sie ne erste Linie in den Sand ziehen.

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BeitragMi 14. Nov 2018, 15:25 
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Die Frage geht doch auch gar nicht mehr um politische Vorstellungen wie Arbeit aussehen soll, sondern ganz einfach um die Frage: Was machen wir, wenn Maschinen alle Arbeiten erledigen? Das ist keine ferne Zukunft mehr. Das ist DIE Frage, die auf uns mit Tempo zukommt.

Was vicaddict sagt ist ja alles richtig, dass Arbeit sich für viele Leute nicht lohnt, ein riesen Stressfaktor ist und ein viel zu großer Anteil der Identität und Wert der Leute ist, aber wie gesagt egal wie man das sieht der Großteil der Jobs ist so oder so schon bald Vergangenheit, von daher ist die persönliche Sicht darauf mittlerweile ziemlich egal.
Da gehts auch nicht nur um Handarbeiten, die Roboter erledigen können, sondern auch Chirurgen, die nun wirklich hochqualifizierte Fachkräfte sind, werden ersetzt.
Büroarbeiten kann man mit scripten ersetzen usw. Das wird ansich erstmal fast jeden betreffen.
Zumal ja auch das Problem ist, dass die Reichen dadurch noch reicher werden könnten. Deshalb schlagen Leute wie Bill Gates ja auch Steuern auf Roboter und ihre Arbeiten vor.

Wieso es da immernoch keine große Debatte gibt wie denn die Gesellschaft ohne Arbeit als
Lebensmittelpunkt und Karriereerfolg als Menschenwert aussieht erschließt sich mir nicht.
Geld ist mehr als genug vorhanden, es ist halt nur ungerecht verteilt.

Dass das Leuten Angst macht kann ich vollkommen verstehen, das wird eine der größten Änderungen in der Menschheitsgeschichte. Wir alle wissen wie sehr die neolithische Revolution und dann die industrielle Revolution unser Leben verändert hat. Generell bietet es aber auch unglaubliche Freiheit an. Bisher war Lohnarbeit oder Selbstanbau/Jagen Pfllicht. Wir könnten bald in einer Welt leben in der man sich das Leben deutlich freier gestalten kann ohne, dass der Job oder die Suche danach sich negativ auswirkt.

Die Debatte um ein BGE ist also so oder so überfällig.


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BeitragDo 15. Nov 2018, 21:46 
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Ich finde Habecks Vorstoß insofern spannend, dass er für mich relativ visionär und auf dem ersten Blick etwas weltfremd klingt und ich solch aneckende Impulse angesichts der cremigen grünen Erfolgswelle derzeit nicht unbedingt erwartet habe.

Unsere Gesellschaft ist derzeit ziemlich stark darauf ausgerichtet, die Relevanz der Arbeit zu betonen. Viele Menschen definieren sich darüber, für Andere ist sie eine reine Pflicht, um sich selbst und die eigene Familie zu ernähren, manche betonen sie als Anker für soziale Kontakte oder bezeichnen ihre Arbeit als Dienst an der Gesellschaft.
Und Hartz IV ist zu einem nicht geringen Teil darauf ausgerichtet, denjenigen Teil der Bevölkerung, für den Arbeit keine besonders hohe subjektive Relevanz besitzt, unter Druck zu setzen und eine Art "Zwangsmotivation" zu kreieren, dass sich Menschen eher unter Wert verkaufen und auch schlecht bezahlte, primitive Arbeit annehmen, da sie Sanktionen, die soziale Exklusion und (relative) Armut fürchten.

Und wenn für mich Digitalisierung, Technisierung etc. einen positiven Aspekt neben den vielen zu bedenkenden potenziellen Bedrohungen hat, dann sicherlich den zu erhoffenden Wegfall dieser primitiven Arbeitsplätze, denen kaum jemand gerne nachgeht, die viele Menschen krank machen und die man schon jetzt fast nur deshalb überhaupt besetzt bekommt, weil viele Menschen schlechte Arbeit gar keiner Arbeit vorziehen. Mir fehlt da die grundsätzliche Arbeitsromantik, um es traurig zu finden, wenn diese Arbeit künftig von irgendwelchen Maschinen übernommen werden sollte.
Was Anderes ist das bei höherwertigen Berufen bspw. in der Medizin, in der Bildung oder sonst wo, die wegzufallen drohen. Aber Paketsklave oder Putze... da dürfte sich die Zahl der passionierten Arbeitskräfte in Grenzen halten.

Das Ding ist dann eben, was man mit dem nicht unwesentlichen Teil der Bevölkerung macht, der dann "nutzlos" wird - und ich glaube, darüber machen wir uns noch zu wenige Gedanken. Klar, Fortbildungen zur Qualifikation für höherwertige Berufe sind naheliegend und prinzipiell auch zu begrüßen, aber da bin ich momentan noch etwas skeptisch, was die Umsetzbarkeit in der Breite anbetrifft. Ich denke, man sollte sich zumindest mal für die Möglichkeit öffnen, dass in künftigen Jahrzehnten eine ganze Reihe von Menschen auf dem Arbeitsmarkt schlichtweg nicht mehr gebraucht werden - und dass man weniger arbeitszentrierte Gesellschaftsvisionen entwirft. Und da sind Grundeinkommen, Garantiesicherungen etc. schon Dinge, die man zumindest mal durchdiskutieren und -denken sollte, wobei auf der anderen Seite auch Visionen her müssen, was an die Stelle der klassischen bezahlten Arbeit treten sollte. Ein komplettes Abhängen des Lebens in der eigenen Bude ist ein eher trister Lebensentwurf, eine Entbindung vom klassischen "Arbeitszwang" des Menschen zugunsten einer freieren Entfaltung seiner realen Lebensbedürfnisse ohne Furcht vor monetärer Armut hingegen halte ich für einen Gewinn.

Klar, kann man jetzt alles als spinnertes Gesabbel abtun, aber ich finde es schon interessant, sich solchen aktuell noch recht weit entfernt scheinenden Zukunftsüberlegungen zu widmen. Glaube allerdings nicht, dass sich damit aktuell schon viele Wählerstimmen generieren lassen... und genau deshalb find ichs mutig, damit vorzupreschen.


Fohlen

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BeitragDo 15. Nov 2018, 23:17 
Vorstandsvorsitzende/r
 
 
Fortschritt ist toll, Innovationen sind sehr nützlich, das Problem ist nur wenn die Sprünge irgendwann zu groß sind, dann stellt sich die Frage danach, welche Stellung der Mensch in der Zukunft dann haben wird.

Ich bin eigentlich immer technologiefreundlich und interessiert gewesen, das ist auch heute noch so, aber irgendwie gewinnen immer mehr auch Zweifel und Skepsis an Stärke.

Das hat schon heute was mit einer sehr konzentrierten Macht bei sehr wenigen Unternehmen zu tun, generell der Bereich Daten und Umgang mit Daten und natürlich seit längerem auch die Fragestellung nach dem Arbeitsmarkt der Zukunft.

Heute kann man ja nur spekulieren und präventiv mehrere Szenarien durchspielen. Es gab immer wieder große Revolutionen und Evolutionen auf dem Arbeitsmarkt und in der Tat sind hierbei immer Berufsbilder und Arbeitsplätze verschwunden und es entstanden aber neue Arbeitsplätze und Tätigkeitsfelder bzw. Berufe.

Ob sich das in der Zukunft erneut so entwickeln wird, aus heutiger Sicht nicht wirklich gut abzuschätzen. Ich gehe aufgrund der technischen Bedingungen und der Dimensionen aber davon aus, dass der Umbruch sehr stark sein wird, und tendenziell mehr Arbeitsplätze verschwinden werden als das neue entstehen.

Zumal es dort parallelen zu anderen Bereichen schon heute gibt, nicht jeder ist geeignet für alle Tätigkeiten, gibt es noch einige Bereiche wo Zugangshürden gering ausfallen, das heißt immer potenziell eine große Masse beschäftigt werden könnte, so gibt es andere Bereiche, wo große Barrieren bestehen, entweder aufgrund sozialer oder psychischer Aspekte bsp. besondere Belastung oder aufgrund fachlicher Anforderungen.

Programmieren kann man ein bisschen mit dem Fachgebiet Mathematik vergleichen, jetzt nicht weil diese Disziplin innerhalb der Programmierung bzw. der Informatik sehr relevant ist sondern weil relativ vielen Personen hier der Zugang doch sehr schwert fällt.

Hast du in einer Klasse noch relativ viele die in Deutsch, Sozialkunde, Erdkunde oder einer Fremdsprache gut sind und Freude daran haben, so ist das bei Mathematik in jedem Jahrgang in jeder Klasse in jeder Schulform nur eine kleine Gruppe.

Jetzt übertragen wir das mal auf einen angenommenen Arbeitsmarkt der Zukunft. Der ist ja dann sehr IT geprägt. Und ich glaube nicht, dass man ein Volk aus Programmierern und IT Experten bilden kann. Das ist eine absolute Utopie.

Davon mal abgesehen wenn die IT Systeme irgendwann sehr intelligent sein sollten dann lassen sich auch dort noch Prozesse der Entwicklung automatisieren. Das heißt selbst wenn du über einen langen Zeitraum hinweg sehr viele IT Fachleute, Software Entwickler und Informatiker brauchst, auch dieser Bedarf wird irgendwann bedingt durch den Fortschritt auch wieder begrenzt.

Also die Fragestellungen bezüglich des Arbeitsmarktes sind, wie viele Leute kann man fachlich wirklich für die IT qualifizieren und wie viele für Tätigkeiten in diesem Bereich begeistern.

Aber es stellt sich auch die Frage langfristig, wie sich der Arbeitsmarkt entwickeln wird, und wie viel Bedarf an Arbeitskraft dann überhaupt noch erforderlich sein wird.

Theoretisch ist ja auch ein Modell möglich, dass der Mensch irgenwann mal von der Arbeit völlig emanzipiert sein wird. Weil die Menschen kaum oder gar nicht mehr Arbeiten müssen.

Und hier ist dann das Problem, dass dann im Grunde gar nichts mehr passt. Denn unsere heutige Zivilisation unsere Gesellschaft basiert ja auf einem ganz anderen Fundament und die ganzen Sozialsysteme bauen darauf auf.

Das System heute wird gespeist durch Einnahmen die Arbeitnehmer generieren und dann in Form von Steuern und Sozialbeiträgen abführen. Wenn es diese Arbeit aber nicht mehr gibt, dann gibt es auch diese Einnahmequellen bzw. Finanzierungsquellen nicht mehr.

Das was Habeck aktuell fordert hat mit einem bedingungslosen Grundeinkommen gar nicht mal so viel zu tun, der will einfach gewisse als ungerecht empfundene Elemente der heutigen Sozialleistungen abschaffen und die Sozialleistungen etwas umstrukturieren bzw. zusammenfassen. Das kann man machen, ist sicherlich auch nicht generell destruktiv, langfristig aber auch nur ein Zwischenkonzept.

So sehr ich es persönlich ablehne, so etwas wie ein faktisches Grundeinkommen wird man ja irgendwie einführen müssen, wenn die Arbeit nicht mehr das tragende Zentrum darstellt.

Und mit der Frage dieses Arbeitsmarktes der Zukunft, stellt sich sogar irgendwann die Frage des Kapitalismus erneut, weil auch dieser findet sich ja dann in einem komplett anderen Umfeld und müsste entsprechend in vielen Belangen komplett anders als gegenwärtig funktionieren oder aber er wird verdrängt.

Aus heutiger Sicht aber alles nur mögliche Szenarien.


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BeitragFr 16. Nov 2018, 02:50 
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Ich weiß, man kümmert sich nicht mehr, weil es sich nicht lohnt oder so, aber wollt ihr die Thematik nicht umsiedeln? Bunga hatte dazu sogar mal einen extra Thread erstellt :arrow: viewtopic.php?f=14&t=16793

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BeitragFr 16. Nov 2018, 13:19 
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Heute ist die noch-Kanzlerin in meiner Hood. Demo ist schon angekündigt. Mal sehen, ob es wie gestern ne Bombendrohung gibt. Zum Glück bin ich schon daheim.

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BeitragFr 16. Nov 2018, 17:04 
Chefredakteur/in
 
 
Ganz ehrlich, wen interessiert es?? Ob in China ein Reissack umkippt oder unsere Kanzlerin auf Abruf sich jetzt doch mal entschließt (wie viele Wochen oder Monate ist das eigentlich schon her??) Chemnitz zu besuchen. Ihre größte Stärke nämlich die Emphatie und das Mitfühlen mit den Menschen hat sie verloren, und deswegen endet ihre Amtszeit ja auch spätestens 2021 (Wenn Merz Parteivorsitzender wird wahrscheinlich eher).


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BeitragFr 23. Nov 2018, 11:34 
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Meine Herrn, die Weidel. :roll: Redet in der Generalaussprache die Hälfte nur über sich und ihren Parteispendenskandal (mit dem Geld hat sie den Wahlkampf finanziert und sich u.a. ein paar Twitter Follower gekauft...ohne Worte) und was für Scharlatane die anderen angeblich alle sind/waren, um dann zu sagen, dass man doch endlich mal Politik machen solle. Und Angela einfach nur trocken: Das schöne an diesen freien Debatten ist, dass jeder über das spricht, was er für das Land für wichtig hält. Einfach lässig abperlen lassen oder: Rasiert, wie man im Hip-Hop so schön zu sagen pflegt. :lol:

Eigentlich ist sie nicht tragbar, aber nachdem sie schon als Steuerflüchtling und Schwarzarbeitnehmerin (von Migranten wohlgemerkt) enttarnt wurde, kommts wohl auf die paar Tranchen, die ihr aus der Schweiz zugeschustert wurden, auch nicht weiter an. Und was Besseres käme eh nicht nach. Aber vielleicht jemand, der einen nicht ganz so aggressiv machen würde :?

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