Stimmen die Briten am 23. Juni für den EU-Austritt?

Ja
6
38%
Nein
10
63%
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von Fernsehfohlen
#1475996
In erster Linie sieht man ein weiteres Mal, dass sich die Mehrheit der Bevölkerung zunehmend von der etablierten Politik zu entfremden scheint. In Deutschland gibt es ja kaum relevante Entscheidungen fernab der Parteienwahlen (die zunehmend auch als realiter irrelevantes Kreuzchensetzen für die weitgehend selben Inhalte mit verschiedenfarbiger Hülle empfunden wurde), aber auch hier sind extremere Denk- und Handlungsweisen stark im Kommen. Und das ist ja durchaus eine neuere Entwicklung...

Dass es komplexe Thematiken gibt, die nicht unbedingt jeder beurteilen kann - ja, da ist fraglos was dran.


Fohlen
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von baumarktpflanze
#1475997
Fernsehfohlen hat geschrieben:In erster Linie sieht man ein weiteres Mal, dass sich die Mehrheit der Bevölkerung zunehmend von der etablierten Politik zu entfremden scheint. In Deutschland gibt es ja kaum relevante Entscheidungen fernab der Parteienwahlen (die zunehmend auch als realiter irrelevantes Kreuzchensetzen für die weitgehend selben Inhalte mit verschiedenfarbiger Hülle empfunden wurde), aber auch hier sind extremere Denk- und Handlungsweisen stark im Kommen. Und das ist ja durchaus eine neuere Entwicklung... Dass es komplexe Thematiken gibt, die nicht unbedingt jeder beurteilen kann - ja, da ist fraglos was dran.
Nur hilft gegen diese Entwicklung und gegen den zunehmend erfolgreichen Populismus nunmal kein Volksentscheid. Das ständige Vorgaukeln, dass man eine schnelle Lösung brauche, eine einfache Lösung, dass man sofort reagieren müsse, dass das jetzt alles dringend und schnell erledigt werden muss, ist einer der Nährböden für Populismus, der gerade auf schnelle und einfache Lösungen setzt und negiert, dass die Lösungen meistens weder einfach noch schnell zu machen sind. Das kennt jeder aus seinem eigenen Leben, aber in der Politik soll das anders sein?

Wir kapitulieren gerade ein Stück weit vor der von uns selbst geschaffenen Komplexität und der von uns selbst geforderten Schnelligkeit. Wir werden immer lauter und wir werden immer deutlicher, aber wir werden dadurch weder besser noch sind Probleme tatsächlich am Ende des Tages gelöst.
von logan99
#1476005
Serienfreak hat geschrieben:1) Jetzt sollte auch der Letzte kapiert haben, dass direkte Volksentscheide das Schlimmste sind was es für die Menschheit gibt. Sage ich schon seit Jahren. Die Menschen sind schlicht zu dumm für sowas. Lassen sich von Emotionen leiten und sind völlig unfähig vernünftige Entscheidungen zu treffen. Bitte in Deutschland niemals sowas einführen! Ich hoffe das hat nun echt der letzte Naive begriffen.
Stimmt, vor allem an der Schweiz sieht man ja, wie dumm die dort alle sind und ihr Land seit Jahrzehnten gegen die Wand fahren. Hoffe wirklich, dass alle Naivlinge durch deinen fachlich fundierten Aufruf, dass nun auch wirklich mal verstanden haben :lol:
Serienfreak hat geschrieben: 2) Das Voting ist ein weiteres Beispiel dafür, dass es den Menschen einfach zu gut geht. Ähnliches erleben wir in Amerika mit Trump. Und nein, das sind keine Ängste, sondern es ist maßlose Arroganz. Es geht einem ja sooooo schlecht, alles geht angeblich vor die Hunde, Ausländer sind sowieso alles Schuld und niemand weiß mehr zu schätzen wie gut es einem eigentlich geht.
Daher gönne ich den Briten jetzt auch, dass sie sich richtig in die Krise befördern. Und das wird passieren. Wir in Europa/Deutschland werden das hinbekommen, aber in Großbritannien werden sich noch einige wundern demnächst. Huch, es geht uns ja nun ohne EU doch nicht besser. Huch die Wirtschaft geht bergab. Huch die Arbeitslosenzahlen steigen. Ich gönne es ihnen von Herzen! Vielleicht lernen sie dann mal zu schätzen wie gut es ihnen vorher ging, scheinbar müssen die meisten Menschen für diese Erkenntnis erst auf die Fresse fallen.
Du gönnst den Amerikanern den Trump, du gönnst den Briten eine Krise - welch großer Gönner du aber auch bist :D

Versuch erst einmal geistig zu erfassen, dass es sehr unsinnig ist über ein komplettes Land her zuziehen und ihnen praktisch den wirtschaftlichen KO wünscht, wenn knapp die Hälfte der Wahlberechtigten (und vornehmlich die junge Generation) für einen Verbleib gestimmt hat.
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von vicaddict
#1476006
Nennt mich optimistisch, aber Cameron und das Parlament haben jetzt noch einige Monate Zeit. Zeit, in denen der Bevölkerung durchaus klar werden dürfte, was sie da fabriziert haben. Dann können Labour und Tories gemeinsam beschließen, sich nicht an die Empfehlung zu halten und abtreten. Thema beendet. Alles bleibt wie es ist.

Davon abgesehen sollte es aber nach der Wahl in Österreich ein Fingerzeig in Richtung Merkel (und Juncker) sein, dass sie mit ihrer Politik völlig am Volk vorbei regieren.
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von bmwtop12
#1476008
vicaddict hat geschrieben:Nennt mich optimistisch, aber Cameron und das Parlament haben jetzt noch einige Monate Zeit. Zeit, in denen der Bevölkerung durchaus klar werden dürfte, was sie da fabriziert haben. Dann können Labour und Tories gemeinsam beschließen, sich nicht an die Empfehlung zu halten und abtreten. Thema beendet. Alles bleibt wie es ist.

Davon abgesehen sollte es aber nach der Wahl in Österreich ein Fingerzeig in Richtung Merkel (und Juncker) sein, dass sie mit ihrer Politik völlig am Volk vorbei regieren.
Ich halte es für komplett ausgeschlossen, hier wieder die Zahnpasta in die Tube zurück zu drücken. Dui kannst nicht ein Referendum ankündigen, abhalten, die Leute sägen dich ab, und dann nur "Ey Leute, wir sitzen das jetzt aus, sit back and relax" sagen. Völlig undenkbar, gerade bei einem traditionell so EU-unwilligen Völkchen wie den Briten. Beitritt erst in den Siebzigern, immer was zu meckern, Rabatte waren selbstverständlich etc. Wirklich Bock auf die Veranstaltung hatten die eh niemals. So ist nun also der Wille der Mehrheit zu respektieren, und sie sind raus.

Generell teile ich die Meinung, dass Volksentscheide/Referenden kein geeignetes Instrument in einer Demokratie sind. Aus den genannten Gründen: Die Leute sind schlicht zu blöd, die Themen zu durchblicken. Dann haben radikale Parteien gute Chancen, da sie ihre (eher wenigen) Anhänger sehr gut mobilisieren können. Die träge Masse der Bevölkerung hingegen ist schlecht zu bewegen und tendiert dann eher zu radikaleren, vermeintlich einfacheren Thesen.

Was das ganze jetzt allerdings mit der AfD zu tun haben soll, erschleißt sich mir nicht.

In diesem Sinne also: Bye bye britain, go and f*** yourself now. Und scheiß auf Freunde bleiben 8)
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von Tanja Timanfaya
#1476009
Da wäre ja schon ein Ausweg: Cameron lässt das Ding mit seinem Nachfolger derart an die Wand laufen, dass es zu Neuwahlen kommen muss. Alle konservativen Parteien treten mit Verbleib in der EU in den Wahlkampf. Problem gelöst.
Klingt zumindest in der Theorie nach nem guten Plan.

England stünde sonst auch recht allein da, denn
Nordirland will keine Zollgrenze zu Irland, kann sich die auch gar nicht leisten und überlegt jetzt schon an einem vereinten Irland,
Schottland will ein zweites Referendum zur Unabhängigkeit und hat durch die große Mehrheit pro Verbleib in der EU gute Aussichten, bald eine eigene Nation zu sein,
Gibraltar hatte die meisten EU-BEFÜRWORTER und liebäugelt mit Spanien als kleinerem Übel als der Abgang aus der EU wäre.
Nur wo Wales steht weiß ich nicht.

Ich würde gerne drauf wetten, dass es nicht zum Brexit kommt, aber die Buchmacher sind ja auch nicht mehr verlässlich... ;-)
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von AlphaOrange
#1476011
Tanja Timanfaya hat geschrieben:England stünde sonst auch recht allein da, denn
Nordirland will keine Zollgrenze zu Irland, kann sich die auch gar nicht leisten und überlegt jetzt schon an einem vereinten Irland,
Schottland will ein zweites Referendum zur Unabhängigkeit und hat durch die große Mehrheit pro Verbleib in der EU gute Aussichten, bald eine eigene Nation zu sein,
Gibraltar hatte die meisten EU-BEFÜRWORTER und liebäugelt mit Spanien als kleinerem Übel als der Abgang aus der EU wäre.
Nur wo Wales steht weiß ich nicht.
Wiedervereinigung Irland ist noch deutlich undenkbarer als ein nordirischer EU-Ausstieg, das wird nicht passieren. Wales hat den gleichen Schlamassel wie England - das Volk hat für Ausstieg gestimmt. Bleiben Schottland und Gibraltar.
Wenn Schottland einen neuen Anlauf zur Unabhängigkeit nimmt wird das Stand jetzt gelingen. Ich weiß allerdings nicht, wie es da mit dem Zeitplan aussieht. Erst mit UK raus aus der EU, dann abspalten, dann wieder rein in die EU hört sich mir nach einem monumentalen Unterfangen an. Mit monumentalen Kosten.
Gibraltar muss man abwarten wie sich das entwickelt. Dass sich das reibungslos an Spanien anschließen kann finde ich schwer vorstellbar. Als Exklave des UK, total isoliert am Arsch der (britischen) Welt und mit einem 95%-Votum gegen den Brexit kann das aber auch nicht existieren. Das wird noch heiter werden.
von Extaler
#1476014
AlphaOrange hat geschrieben: Danke. Das pointiert das von mir beschriebene Dilemma sogar nochmal mit der "years to live"-Spalte. Spricht für sich.
Genau deshalb postete ich es ja ;)

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von bmwtop12
#1476015
Tanja Timanfaya hat geschrieben:Nur wo Wales steht weiß ich nicht.
Gerade Wales hat sich deutlich mehr kontra-EU ausgesprochen, als das wohl erwartet wurde.
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von Tanja Timanfaya
#1476016
Ich halte die irische Wiedervereinigung für wahrscheinlicher als den Abgang aus der EU mit England, weil Nordirland durch eine Zollgrenze zu Irland etc massive Nachteile bevorstünden.

Danke für die Erklärungen zu Wales!

Ich bleibe aber sowieso primär bei der Theorie, dass es keinen Brexit geben wird.
von TB-303
#1476021
Ich kann die Briten nur beglückwünschen.
Erstens weil sie eine wirklich demokratische Entscheidung treffen durften.
Zweitens weil sie der EU trotz aller Panikmache den fälligen Tritt in den Hintern gegeben haben.

Die Grundidee der EU war gut - Zusammenarbeit, Freundschaft, Entscheidungen zum gegenseitigen wirtschaftlichen Vorteil. Daraus geworden ist jedoch ein aufgeblähter, kafkaesker Mechanismus bei dem zwischen Wahlen und Entscheidungen keinerlei erkennbarer Zusammenhang mehr steht. Die EU als Land könnte wegen massiver Demokratiedefizite ihr selbst nicht beitreten.
Ob man links, rechts, mitte, grün, gaga oder nicht wählt - Entscheidungen werden von nicht gewählten Technokraten im Hinterzimmer getroffen und das schwache Parlament, dessen Mitglieder vor allem irgendwelche ausrangierten Politiker kurz vor Karriereende sind, ist ein reiner Abnickeverein wie die DDR-Volkskammer.

Es wäre Zeit für einen kompletten Neustart in der europäischen Zusammenarbeit.

Auch glaube ich nicht, dass GB das langfristig wirtschaftlich großen Schaden zufügt. ALLE Nicht-EU-Länder Westeuropas kommen sehr gut ohne die Union zurecht (Schweiz, Norwegen, Island, Andorra, Liechtenstein usw... - auch Grönland scheint seinen EU-Ausstieg '82 nicht zu bereuen). Und manchmal ist die eigene Entscheidungsgewalt halt auch wichtiger als reines wirtschaftliches Kalkül...

Und im übrigen denke ich, dass es Angela Merkel persönlich ist, die den Brexit zu verantworten hat. Ihre Politik der nicht geschützten EU-Außengrenzen und komplett unregulierten Zuwanderung hat das Fass zum Überlaufen gebracht bei den Briten.
Zuletzt geändert von TB-303 am Fr 24. Jun 2016, 14:30, insgesamt 1-mal geändert.
von Kaffeesachse
#1476024
War ja klar, dass irgendwann jemand mit dem alles begründenden "Merkel ist schuld" um die Ecke kommt. :lol:
Wenn ich z.B. Schweiz und Norwegen lese - die haben alle wunderschöne Sonderregelungen mit der EU und gehören quasi "lose" mit dazu. Diese Sonderregeln würde ich GB aber nun gerade nicht mehr zugestehen. "Out is out", wie Juncker so schön sagte.
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von bmwtop12
#1476025
TB-303 hat geschrieben:Und im übrigen denke ich, dass es Angela Merkel persönlich ist, die den Brexit zu verantworten hat. Ihre Politik der nicht geschützten EU-Außengrenzen und komplett unregulierten Zuwanderung hat das Fass zum Überlaufen gebracht bei den Briten.
Bei allem übrigen kann ich dir nicht zustimmen, aber in diesem einen Punkt hast du aber mal sowas von recht... Auch wenn ich dafür wieder gesperrt werden sollte: Vielen Briten ist das EU-interne inkompetente Gezerre um die Flüchtlinge wohl dermaßen auf die Nerven gegangen, dass sie darauf keinen Bock mehr hatten. Dieses Motiv wiederum kann ich gut verstehen. Und das haben wir eben zu einem Großteil unserer geschätzten Bundeskanzlerin zu verdanken. Der Zusammenhang liegt hier auf der Hand.
von TB-303
#1476026
Kaffeesachse hat geschrieben:War ja klar, dass irgendwann jemand mit dem alles begründenden "Merkel ist schuld" um die Ecke kommt. :lol:
Das ist sicher nicht "alles begründend". Ich glaube aber, dass ohne Merkel Remain knapp doch noch gewonnen hätte. Damit wären die genannten anderen Probleme sicher nicht vom Tisch, aber die letzte Eskalationsstufe wäre vorerst ausgeblieben.

Es ist ja auch nicht so, als hätte GB nicht seit Jahren gewarnt. Die Konservativen haben ihre eigene EU-skeptische Fraktion gegründet, UKIP bekam immer mehr stimmen. Es wäre an der EU gewesen Reformen durchzuführen. Es geschah aber nichts und vor allem Deutschland und deutsche Technokraten bekamen sogar immer noch mehr Allmachtsfantasien.
von Kaffeesachse
#1476027
... weil die Briten vor allem die Zuwanderer aus den neueren EU-Staaten "stören", Polen zum Beispiel. Aber na ja ...

Ja, und dann zeigen wir es denen da oben, diesem bösen Estabishment, das uns ständig anlügt, halt mal so richtig. Und dann kurz nach der Entscheidung das ...
http://www.sueddeutsche.de/politik/ukip ... -1.3049615
Hach ja, Hauptsache, erst mal hinterhergelatscht.
von Extaler
#1476028
Danke Merkel hatten wir doch schon mit Thanks Obama beerdigt oder? Scheinbar nicht.

Unser Lieblingsnachbar Gauland hat übrigens auch Merkel die Schuld in die Schuhe geschoben.

Andere Länder, insbesondere winzig kleine (und welche, die massive Bodenschätze haben) sind kaum vergleichbar mit der Wirtschaft in UK.
von TB-303
#1476031
Naja, Camerons Partei hat sich von der CDU-dominierten Christdemokraten-Fraktion im EU-Parlament losgelöst.
Und EU-Bürokratieabbau-Stoiber zB hat auch vor Monaten schon in Talk-Shows gesagt, dass Merkels Politik von EU-Partnern nicht mehr verstanden wird und dass sie die Einheit der Union gefährdet...
Vielleicht ist an "Danke Merkel" ja doch was dran. Selbst wenn Gauland, George Bush, Putin und Ted Cruz der gleichen Meinung wären.
Zuletzt geändert von TB-303 am Fr 24. Jun 2016, 23:59, insgesamt 1-mal geändert.
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von Fernsehfohlen
#1476049
Was Merkel angeht, ist es ja eigentlich ihr trauriges Vermächtnis, dass sie im Moment der ärgsten Flüchtlingskrise einmal nicht die Eiseskälte und Haltungslosigkeit an den Tag gelegt hat, die sonst so typisch für sie ist. Dadurch ist sie nun natürlich ein leichtes Opfer, denn...

- Sie steht wie keine Andere für die bedingungslose Willkommenkultur, auch wenn sie und ihre Regierung sie realpolitisch längst nicht mehr wirklich verfolgen.
- Sie steht für die Millionenzahl an Flüchtlingen innerhalb eines halben Jahres. Eine horrende Zahl für jeden, der Politik und Gesellschaft nicht nur mit dem Herzen, sondern auch mit dem Hirn denkt. Und eine Zahl, die sich wunderbar zu Schreckensszenarien missbrauchen lässt.
- Sie steht für den Kontrollverlust an staatlicher Souveränität, denn was sie und ihre Regierung zwischenzeitlich an unserer südlichen Grenze hat abgehen lassen, verbreitet Angst. Gerade in Zeiten, wo die Skepsis und der offene Hass gegen Migranten gerade aus muslimischen Kulturkreisen stark zunimmt.

Und dann kommt eben noch hinzu, dass Merkel nun wirklich nicht damit aufgefallen ist, mit besonderem Eifer Sozialpolitik betrieben und ein Herz für Benachteiligte und Arme gezeigt zu haben. Damit lässt sich das "die Merkel will uns überfremden"-Konzept wunderbar mit "die Merkel kümmert sich doch eh nen Scheißdreck um unsere Armen, aber wenn der Moslem klingelt, steckt sie ihm alles in den Poppes"-Konzept kombinieren.

Damit tut man dieser Frau sicherlich Unrecht, aber ich verstehe es dennoch bis heute nicht, wieso sie dies alles nicht hat kommen sehen und munter ins offene Messer gelaufen ist. Das will mir einfach nicht in den Schädel gehen, wie eine sonst so pragmatische Frau so naiv hat handeln können.

Insofern gehe ich mit, wenn gesagt wird, dass auch sie eine gewisse Mitschuld an der gedeihenden Panik trägt, denn sie hat im entscheidenden Moment eben nicht umsichtig gehandelt, sich von ihren Gefühlen leiten lassen oder von einer Überzeugung, die ich derzeit für nicht vermittelbar halte. Sie hätte früher erkennen müssen, dass sie missbraucht wird - von vielen anderen Regierungen, die sich schön auf die faule Haut gelegt und das Flüchtlingsproblem nach Deutschland geschoben haben und von diversen Rechtspopulisten, denen sie sich geradezu bereitwillig selbst zum Fraß vorgeworfen hat.

Das ist meine Meinung. Und ich kann Angie hier menschlich wirklich verstehen, aber Gott... da haben wir schon so eine Teflonpfanne als Kanzlerin und dann sowas mit Herz und Empathie und diesem ganzen linksgrünversifften Hippie-Kram. Es ärgert mich immer noch, wie sie sich da verhalten hat und es musste einfach mal wieder raus. :lol:


Fohlen
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von vicaddict
#1476053
Einfach mal anklicken, sacken lassen, lachen und dann heulen. Und dann sprechen wir noch mal drüber, ob die das wirklich durchziehen, denn das ist ja kein Einzelfall.

Unfassbar dämlich
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von LittleQ
#1476058
Bin jetzt mal gespannt, wie es mit der EU weiter geht und was Merkels Erklärung am Dienstag für einen Inhalt hat.
Man hört ja überall, dass es so nicht weiter gehen kann. Es ist allerdings noch kein Tag vergangen und schon macht es für mich den Eindruck, als ob Plan B ist, dass man gar keinen Plan B hat. :lol:
Gerade wenn ich jetzt wieder sehe, wie die Regierungskoalition sich gegenseitig widerspricht und aus allen Euroebenen einzelne Aussagen kommen, die sich nicht unbedingt sehr koordiniert anhören.
Ich bin schon nach den ersten 12 Stunden absolut skeptisch, ob sich da wirklich was bewegendes tun wird.

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von Fernsehfohlen
#1476059
vicaddict hat geschrieben:Einfach mal anklicken, sacken lassen, lachen und dann heulen. Und dann sprechen wir noch mal drüber, ob die das wirklich durchziehen, denn das ist ja kein Einzelfall.

Unfassbar dämlich
Mich hätte interessiert, warum das Mädel denn für "Leave" votiert hat, das kommt in dem Video leider nicht so recht durch. Ist es diese generelle "dem Establishment zeigen wirs mal"-Attitüde?
von Jan_Itor
#1476117
Extaler hat geschrieben:google trends nach dem der brexit offizell war:
Bild

https://twitter.com/GoogleTrends/status ... 8820937728
Das ist doch ein Paradebeispiel für den verzweifelten und konzertierten Versuch der Mainstream-Medien die Interpretationshoheit zu behalten. Es ist unglaublich welche Argumentationsmodelle aus dem Hut gezaubert werden. Und all die "Experten", die zu dem Thema befragt werden liefern undifferenzierte, fast deckungsgleiche Erklärungsmodelle, die einen riesigen Erklärungsbedarf haben. Aber die Moderatoren fragen natürlich nicht nach, weil sie genau das zu hören bekommen, was dem Zuschauer eingetrichtert werden soll. Die Verdummungsmaschinerie, um die Wahl als Unfall nach dem Motto "rückständige, futurophobe Greise wussten nicht was sie tun" zu verkaufen, läuft auf vollen Touren.

Den Google-Trend habe ich an mehreren Stellen so präsentiert bekommen, dass die rückständigen 52% Gesellschaftsverlierer einfach mal so gegen den Verbleib gestimmt hätten, und jetzt erschrocken überprüfen würden, für was sie eigentlich gestimmt haben. Nirgendwo gab es auch nur eine Stimme, dass es vielleicht auch die Brexit-Gegner sein könnten, die sich der medial propagierten modernen Weltbürgerbewegung nach Wohlgefühl angeschlossen haben könnten, und jetzt zum ersten mal gezwungen sind ein paar weitergehende Informationen nachzulesen.
Mein persönlicher Erklärungsansatz ist, dass selbst gut informierte Leute einfache Frageformen als Einstieg verwendet haben, um von dort aus detailliertere Recherchen vorzunehmen.

Der mediale Grundton in den nächsten Wochen wird alles andere als differenziert sein.
von Kaffeesachse
#1476120
Ach Gottchen, das mit dem Google-Trend kann man ja auch mit einem Augenzwinkern sehen. Aber nee, man muss gleich aus allem wieder was stricken. Das wiederum finde ich lächerlich. :lol:
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