von Kerouac
#1519054
Neo hat geschrieben:Nachdem ich mir am Mittwoch fast die ganze Veranstaltung gegeben habe:
Meine Herren, hat das mit der Merkel Wahl genervt. Diese ganzen Stimmen von wegen der Verlust sei so groß und die Regierung damit instabil und sowieso ist alles blöd....man darf echt nicht zu lange vorm Flimmerkasten hängen.
Nicht, dass meine Freude momentan riesig wäre, aber gerade bei den SPD Ministern bin ich doch angetan. Im Gegensatz zu den Leuten der Union finde ich die meisten gleich sympathisch. Gerade auf Giffey bin ich wirklich gespannt.

Joa, und Jens Spahn und Horst Seehofer haben natürlich gleich mal undifferenziert deppenhaft was rausgehauen. Ein Traum. :lol:
Ob die SPD von Spahn und Seehofer profitiert, wage ich mal zu bezweifeln. :lol:

Giffey ist in der Tat eine interessante Personalie, aber sie gehört aber eben auch dem rechten SPD-Flügel an. Die wurde ja schon von der Berliner Jusos-Vorsitzenden angegriffen, bloß weil sie als Berliner Oberbürgermeisterin die Probleme nicht kleingeredet hat. :roll:
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von Neo
#1519056
Kerouac hat geschrieben:Ob die SPD von Spahn und Seehofer profitiert, wage ich mal zu bezweifeln. :lol:
Schrieb ja auch niemand. Weshalb sollten sie auch?
von Säqirjënn
#1519110
Neo hat geschrieben:Joa, und Jens Spahn und Horst Seehofer haben natürlich gleich mal undifferenziert deppenhaft was rausgehauen. Ein Traum. :lol:
Es ist schon ein netter Service, dass die Regierung neben den normalen Ministern auch immer heute-show-Minister beruft ^^
von thunder49
#1519147
Säqirjënn hat geschrieben:
Neo hat geschrieben:Joa, und Jens Spahn und Horst Seehofer haben natürlich gleich mal undifferenziert deppenhaft was rausgehauen. Ein Traum. :lol:
Es ist schon ein netter Service, dass die Regierung neben den normalen Ministern auch immer heute-show-Minister beruft ^^

Naja das was Spahn gesagt hat ist sicher anzuprankern, aber was hat Seehofer schon schlimmes von sich gegeben? Er hat lediglich gesagt das Deutschland eher christlich-jüdisch geprägt ist als islamisch, und das kann man ja auch geschichtlich gesehen kaum bezweifeln.
von Kerouac
#1519152
thunder49 hat geschrieben:
Säqirjënn hat geschrieben:
Neo hat geschrieben:Joa, und Jens Spahn und Horst Seehofer haben natürlich gleich mal undifferenziert deppenhaft was rausgehauen. Ein Traum. :lol:
Es ist schon ein netter Service, dass die Regierung neben den normalen Ministern auch immer heute-show-Minister beruft ^^

Naja das was Spahn gesagt hat ist sicher anzuprankern, aber was hat Seehofer schon schlimmes von sich gegeben? Er hat lediglich gesagt das Deutschland eher christlich-jüdisch geprägt ist als islamisch, und das kann man ja auch geschichtlich gesehen kaum bezweifeln.
Ich verstehe diese Diskussion überhaupt nicht. Natürlich gehört der Islam zu Deutschland.

Aber die Argumentation, die Teile von SPD, Grüne und Linke vertreten, finde ich schon etwas unlogisch. Das sind ja meist diejenigen, die sagen, dass man nicht so etwas wie Religion brauche, dass das Christentum kein wichtiger Teil Deutschlands sein sollte. Das steht ja auch in linker Tradition, Religionen zu kritisieren. Was ich bei dieser Argumentation nicht verstehe ist, dass wenn das Christentum nicht zu Deutschland gehört, warum ist dann so wichtig ist, dass der Islam zu gehört? Und da treffen wir auch den Kern der Sache. Die politische Linke hat, wenn es um den Islam geht, ihre religionskritische Tradition verlassen, was ich für einen fatalen Fehler halte, weil man dadurch liberale Muslime im Stich lässt.

Ich finde da diesen Beitrag sehr spannend und zutreffen, auch wenn der Titel etwas überspitzt ist: http://www.ipg-journal.de/schwerpunkt-d ... smus-2176/
von Säqirjënn
#1519157
Kerouac hat geschrieben:
thunder49 hat geschrieben:
Säqirjënn hat geschrieben:
Neo hat geschrieben:Joa, und Jens Spahn und Horst Seehofer haben natürlich gleich mal undifferenziert deppenhaft was rausgehauen. Ein Traum. :lol:
Es ist schon ein netter Service, dass die Regierung neben den normalen Ministern auch immer heute-show-Minister beruft ^^

Naja das was Spahn gesagt hat ist sicher anzuprankern, aber was hat Seehofer schon schlimmes von sich gegeben? Er hat lediglich gesagt das Deutschland eher christlich-jüdisch geprägt ist als islamisch, und das kann man ja auch geschichtlich gesehen kaum bezweifeln.
Ich verstehe diese Diskussion überhaupt nicht. Natürlich gehört der Islam zu Deutschland.

Aber die Argumentation, die Teile von SPD, Grüne und Linke vertreten, finde ich schon etwas unlogisch. Das sind ja meist diejenigen, die sagen, dass man nicht so etwas wie Religion brauche, dass das Christentum kein wichtiger Teil Deutschlands sein sollte. Das steht ja auch in linker Tradition, Religionen zu kritisieren. Was ich bei dieser Argumentation nicht verstehe ist, dass wenn das Christentum nicht zu Deutschland gehört, warum ist dann so wichtig ist, dass der Islam zu gehört? Und da treffen wir auch den Kern der Sache. Die politische Linke hat, wenn es um den Islam geht, ihre religionskritische Tradition verlassen, was ich für einen fatalen Fehler halte, weil man dadurch liberale Muslime im Stich lässt.

Ich finde da diesen Beitrag sehr spannend und zutreffen, auch wenn der Titel etwas überspitzt ist: http://www.ipg-journal.de/schwerpunkt-d ... smus-2176/
Wenn man sagt, dass jemand oder etwas nicht zu Deutschland gehört, geht es i.d.R. nicht um Kritik, sondern um Distanzierung und Ausgrenzung. Man vermittelt den Betroffenen, auch denen mit deutscher Staatsbürgerschaft, dass man sie als Problem sieht und nicht möchte, dass sie sich als welche von uns ausgeben.
Stell dir vor ein Verkehrsminister würde sagen "Bahnfahren gehört nicht zu Deutschland"; als Bahnfahrer hättest du dann doch das Gefühl, dass dieser Politiker dir absprechen will, dass das was du tust (bahnfahren) legitim ist.
von TorianKel77
#1519159
Na und, trotzdem werde ich weiter Bahn fahren und es wird mir auch keiner in diesem Land verbieten. Problematisch wird es erst, wenn ich andere zwingen möchte auch Bahn zu fahren oder anderen verbiete lieber Auto oder was auch immer zu nehmen. Um mal bei dieser skurrilen Analogie zu bleiben...
von Kerouac
#1519160
Säqirjënn hat geschrieben: Wenn man sagt, dass jemand oder etwas nicht zu Deutschland gehört, geht es i.d.R. nicht um Kritik, sondern um Distanzierung und Ausgrenzung. Man vermittelt den Betroffenen, auch denen mit deutscher Staatsbürgerschaft, dass man sie als Problem sieht und nicht möchte, dass sie sich als welche von uns ausgeben.
Stell dir vor ein Verkehrsminister würde sagen "Bahnfahren gehört nicht zu Deutschland"; als Bahnfahrer hättest du dann doch das Gefühl, dass dieser Politiker dir absprechen will, dass das was du tust (bahnfahren) legitim ist.
Aber wenn das Christentum nicht zu Deutschland gehört, warum ist es dann so wichtig, dass der Islam zu Deutschland gehört?
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von Neo
#1519161
Es ist doch echt egal, welcher Religion jemand frönt. Das GG zerfickt sie alle! Oder um es gesitteter zu sagen: Wen interessiert der Glaube? Unser Regelwerk ist das Grundgesetz und daran hat sich jeder zu halten. Der ganze Religionsbumms hat nichts in der Politik verloren. Das ist ein rein privates Vergnügen und mit dem soll man so wenig Leute wie möglich belästigen. (P.s: Die Feiertage nehme ich aber herzlich gerne mit.) ^^

Säqirjënn hat geschrieben:
Neo hat geschrieben:Joa, und Jens Spahn und Horst Seehofer haben natürlich gleich mal undifferenziert deppenhaft was rausgehauen. Ein Traum. :lol:
Es ist schon ein netter Service, dass die Regierung neben den normalen Ministern auch immer heute-show-Minister beruft ^^
Da will man sich gar nicht ausmalen, wie überfordert die heute show mit Jamaika gewesen wäre. FDP und Grüne und dann noch die Union. Ein Traum (wäre es gewesen) :o
von Säqirjënn
#1519163
Kerouac hat geschrieben:
Säqirjënn hat geschrieben: Wenn man sagt, dass jemand oder etwas nicht zu Deutschland gehört, geht es i.d.R. nicht um Kritik, sondern um Distanzierung und Ausgrenzung. Man vermittelt den Betroffenen, auch denen mit deutscher Staatsbürgerschaft, dass man sie als Problem sieht und nicht möchte, dass sie sich als welche von uns ausgeben.
Stell dir vor ein Verkehrsminister würde sagen "Bahnfahren gehört nicht zu Deutschland"; als Bahnfahrer hättest du dann doch das Gefühl, dass dieser Politiker dir absprechen will, dass das was du tust (bahnfahren) legitim ist.
Aber wenn das Christentum nicht zu Deutschland gehört, warum ist es dann so wichtig, dass der Islam zu Deutschland gehört?
Wer sagt denn, dass das Christentum nicht zu Deutschland gehöre? Man kann doch dies und jenes aus diesen und jenen Gründen kritisieren (und da das Christentum aus historischen Gründen sehr viel stärker von staatlichen Zuwendungen profitiert und einen stärkeren Einfluss auf Politik und Gesellschaft hat als der Islam hat das Christentum auch mehr Angriffsfläche in dieser Hinsicht) ohne gleich sagen zu müssen, dass die gesamte Religion nicht zu Deutschland gehört.

Nehmen wir das Bahnbeispiel von oben. Eigentlich ist es deine Privatsache, ob du mit dem Auto oder der Bahn fährst. Und es gibt sicherlich auch viele Dinge für die man die Bahn kritisieren kann. Aber wenn der zuständige Minister sagen würde, Bahnfahren gehöre nicht zu Deutschland, würde er es zu einem Politikum machen und es abwerten. Die Bahnfahrer hätten keine Möglichkeit mehr, mit sachlichen Gegenargumenten dem etwas entgegenzusetzen. Die die weiterhin bahnfahren wollen würden sich dann vlt. fragen: Bedeutet das jetzt, dass ich auch nicht mehr zu Deutschland gehöre? Bin ich unerwünscht? Sollte ich besser nur noch im Geheimen die Bahn nutzen?
von TB-303
#1519166
Wenden wir es doch mal auf eine andere Religionsgemeinschaft an:
Zeugen Jehovas

"Zeugen Jehovas gehören zu Deutschland!" - was würde man dazu sagen?

Es gibt hier praktizierende Zeugen Jehovas, also gehören sie faktisch zu Deutschland.
Sicherlich sind sehr viele Zeugen Jehovas sehr freundlich, völlig unauffällig, fleißíg, ehrlich uswusw.

Aber sollte man ihre Ideologie umarmen und sie gleichberechtigt in den Kreis der "Staatsreligionen" des Landes aufnehmen? Den Präsident sagen lassen "Die Zeugen Jehovas gehören zu Deutschland"?
Ihnen Fördermittel geben, sie an Schulen unterrichten lassen, sie aus Prinzip gegen Kritik verteidigen, weil sie ja eine Minderheit sind?
Fordern, dass es mehr Vertreter von ihnen in der Politik gibt? Vielleicht gar Quoten für sie fordern?

Meines Erachtens auf gar keinen Fall, weil ihre Ideologie antidemokratisch ist und nicht in unsere Gesellschaft passt.
von Säqirjënn
#1519167
TB-303 hat geschrieben:Wenden wir es doch mal auf eine andere Religionsgemeinschaft an:
Zeugen Jehovas

"Zeugen Jehovas gehören zu Deutschland!" - was würde man dazu sagen?

Es gibt hier praktizierende Zeugen Jehovas, also gehören sie faktisch zu Deutschland.
Sicherlich sind sehr viele Zeugen Jehovas sehr freundlich, völlig unauffällig, fleißíg, ehrlich uswusw.

Aber sollte man ihre Ideologie umarmen und sie gleichberechtigt in den Kreis der "Staatsreligionen" des Landes aufnehmen? Den Präsident sagen lassen "Die Zeugen Jehovas gehören zu Deutschland"?
Ihnen Fördermittel geben, sie an Schulen unterrichten lassen, sie aus Prinzip gegen Kritik verteidigen, weil sie ja eine Minderheit sind?
Fordern, dass es mehr Vertreter von ihnen in der Politik gibt? Vielleicht gar Quoten für sie fordern?

Meines Erachtens auf gar keinen Fall, weil ihre Ideologie antidemokratisch ist und nicht in unsere Gesellschaft passt.
Was du da ansprichst ist übrigens gar nicht so theoretisch wie du vielleicht denkst, denn die Zeugen Jehovas sind in Deutschland den anderen Kirchen gleichgestellt:
NRW verleiht „Zeugen Jehovas“ den Rechtsstatus einer Kirche

Als letztes Bundesland hat NRW der Religionsgemeinschaft die Rechte einer „Körperschaft des öffentlichen Rechts“ verliehen: Die umstrittene Gemeinschaft dürfte nun Religionsunterricht in öffentlichen Schulen abhalten, Kirchensteuer erheben und beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk mitsprechen – wenn sie wollte.
http://www.wz.de/home/politik/nrw/nrw-v ... -1.2369708

Davon abgesehen schließen streng genommen auch Aussagen wie "Das Christentum gehört zu Deutschland" die Zeugen Jehovas mit ein.

Grundsätzlich stellt sich schon die Frage, wie man begründen will, dass eine Religion, die in Deutschland den Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts hat, nicht zu Deutschland gehöre. Der Zugehörigkeitsbegriff ist in solchen Fällen meines Erachtens einfach fehl am Platz. (Ausnahme wäre eine wissenschaftliche Debatte, bei der normative Wertungen und Emotionen außen vor bleiben)
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von vicaddict
#1519173
Die "linke" Kritik am Christentum richtet sich IMHO auch weniger gegen den religiösen Aspekt, sondern eher den politischen. Es ist ja bis heute so, dass die beiden großen christlichen Kirchen mit Steuergeldern subventioniert werden und gegen die Trennung von Kirche und Staat verstoßen wird. Auch nimmt keine andere Religionsgemeinschaft diese Deutungshoheit in gesellschaftlichen Fragen in Anspruch.

Katholiken und Protestanten machen eben in Form von Kardinal Meissner und co oft auch Politik und bekommen dafür eine Plattform.

Das ist zu kritisieren. Leider will es sich keine Partei mit ihnen verscherzen. Auch das sagt viel über den Unterschied zu den anderen Religionen.
von Waterboy
#1519255
Die CSU ist voll im wahlkampfmodus und übersieht dabei das der gute Horst neuerdings für ganz Deutschland ein Minister ist und nicht nur für Bayern.

Und schoßhündchen Alexander Dobrindt sieht sich heute dazu gemäßigt seinem Herren bei zu springen und macht gleich einmal einen auf AFD (" Die mehrheit der Deutschen sieht das auch so ").

Meine Fresse mein Hass für diese grottige bayrische alpenpartei erwacht gerade wieder aufs neue...


Das einzig lustige die Berlin er DAS blamiert sich ( dank Schützenhilfe von extra3 ) mit einer Twitter Umfrage :D

https://www.welt.de/regionales/berlin/a ... hland.html
von Säqirjënn
#1519273
Meine Fresse mein Hass für diese grottige bayrische alpenpartei erwacht gerade wieder aufs neue...
Warum eigentlich Alpenpartei? Es liegt doch nur ein kleiner Teil Bayerns in den Alpen.
von TorianKel77
#1519282
Waterboy hat geschrieben:Die CSU ist voll im wahlkampfmodus und übersieht dabei das der gute Horst neuerdings für ganz Deutschland ein Minister ist und nicht nur für Bayern.

Und schoßhündchen Alexander Dobrindt sieht sich heute dazu gemäßigt seinem Herren bei zu springen und macht gleich einmal einen auf AFD (" Die mehrheit der Deutschen sieht das auch so ").
Naja, ne repräsentative Umfrage, die Welt.de gestern veröffentlicht hatte, gab ja ne Zustimmung von 3/4 der Leute zu Seehofers Statement an. Also ist die Aussage jetzt nicht ohne Grundlage.

Weil viele so laut aufschreien und dabei mitunter verkürzen oder verfälschen, entstehen aber womöglich andere Eindrücke.
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von vicaddict
#1519287
Passend dazu hat die AfD sich doch auf Twitter deftig blamiert.

Da startet man eine Umfrage, ob der Islam zu Deutschland gehöre und bei 85% Pro Stimmen, löscht man diese einfach. Dumm nur, dass die User schneller waren. Ein Meme ist geboren :D
von Roman
#1531271
Noch brodelt es nur leicht, aber ich denke uns wird ein politisch heißer Herbst erwarten.

Die drei Landtagswahlen haben das Zeug, je nachdem wie es läuft alles zu verändern.

Gerade die Union sehe ich in einer schwierigen Position. Wenn die Ergebnisse für die Union besonders ungünstig ausfallen, landet sie hinter der Linke in Thüringen und vor der AfD. Reicht es mit Union und AfD alleine, könnte sie den Ministerpräsidenten stellen. Sind rot rot grün gemeinsam zu schwach könnte es eine Linke und CDU Regierung unter einem Linken Ministerpräsidenten geben. Die FDP hat schon klar gemacht dass sie keine Zusammenarbeit mit den Linken eingeht.

Das wird dann nämlich ganz großes Kino im Herbst und die SPD wäre in diesem Falle fein raus und könnte das genüsslich beobachten. Eine Rote Socken Kampagne braucht die CDU jedenfalls dann nicht mehr zu fahren.

Ich nehme auch mal stark an, dass die Koalitionsverhandlungen von Sachsen und Brandenburg faktisch nicht existieren bis die Wahl in Thüringen rum ist, schließlich will man sich dort nicht die Wahl versauen wenn vorher raus kommt dass man mit Linke oder Afd in Sachsen koalieren möchte.

Und im Herbst wird die SPD mit Sicherheit aus der großen Koalition austreten und dann mal schauen ob sich AKK ein Jamaika zusammen zimmern kann oder ob es zu Neuwahlen kommt.

Wenn die SPD sich richtig positioniert, das ganze klug anstellt und nen guten KandidatIn aufweisen kann, dann kann sie 20 plus x erreichen wenn dann noch die Grünen um die 17 % und die Linke um die 10 % erreicht, könnte es unter Umständen sogar für Rot Rot Grün reichen. Die Chancen, dass diese Koalition klappt ist nun mit dem Ausstieg von Wagenknecht deutlich gestiegen.

Es wird spannend, selten waren Landtagswahlen so spannend und werden riesige Folgen für Berlin haben.

Die Europawahlen haben zwar auch eine gewisse Sprengkraft denke aber, wenn es für Weber als Kommisonaprädident nicht reicht wird die CSU nur wieder etwas bockig werden aber das kennen wir ja schon.
von thunder49
#1531279
@ Roman: Das ist mir alles ein bißchen zuviel Kaffeesatzleserei. Klar, fakt ist die 3 Landtagswahlen im Osten werden unglaublich eng werden, und Regierungsbildungen ohne Beteiligung von Linken und Afd werden fast unmöglich sein. Aber das durch die Wahlen die Groko platzen wird glaube ich eher nicht. Und zwar aus dem Grund das man die Leidensfähigkeit und vor allem den Selbsterhaltungstrieb in der GroKo nicht unterschätzen sollte. Neuwahlen will dort niemand, und ob sich die Union kurzfristig auf einen weiteren Jamaikaflirt einlassen wird, da habe ich doch große Zweifel.

Und die Chancen das die SPD auf absehbare Zeit wieder den Kanzler stellen kann, und das auch noch mit einer linken Mehrheit stehen in meinen Augen bei weniger als 1%. Die SPD hat sich doch schon weiter links positioniert und was nützt es ihr?? Gar nichts. Das von dir angesprochene Personal sehe ich auch nicht, wer soll es denn machen, Nahles, Scholz, oder vielleicht Kühnert?? Da sehe ich eher die Grünen auf der Überholspur und dauerhaft vor der SPD. Als Juniorpartner unter einem Kanzler Habeck, das ist so makaber das derzeit klingt, für die Zukunft bei Wahlen wohl die einzig mögliche Alternative für die SPD um die Union aus dem Kanzleramt zu hieven
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von vicaddict
#1531282
"...wenn es die SPD schlau anstellt."

Finde den Fehler :D

Die SPD hat sich gerade bei Artikel 13/17 mal wieder von ihrer besten Seite gezeigt. Umfaller vor dem Herrn. Im Koalitionsvertrag wird es ausgeschlossen, man stimmt aber zu, nur um nach den öffentlichen Protesten einzulenken und als wäre das nicht genug, verkündet Barley, trotzdem dafür stimmen zu wollen. Die Partei ist absolut fertig. Das Thema bewegt zwar nicht die Massen, aber gerade bei den Jüngeren hat man sich wie die CDU damit unwählbar gemacht.

Davon abgesehen sehe ich auch keinen Kandidaten, der die Leute einfängt. Scholz ist bieder und Nahles ist eben Nahles. Die Partei wird auch weiterhin unter 20% bleiben. Je nachdem welche Umfrage du nimmst, lag die Partei vor kurzem auch schon mal bei 15% im Bund. Von 20+X zu träumen ist da doch absurd. Die drohen im Osten in die Einstelligkeit zu rutschen, das ist kein Momentum, mit dem man im Bund den Kanzler stellen kann.

Warum sollte man sie denn auch wählen? Man wählt damit doch die CDU. Das hat man jetzt oft genug erlebt und die Bürger ziehen daraus ihre Konsequenzen und die sehen so aus, dass man zu den Grünen geht. Die sind es, die inzwischen die zweite Kraft in Deutschland sind und ich wüsste auch nicht, warum die laut deiner Rechnung nur bei 17% landen sollten. Die stehen derzeit überall zw. 18 und 20 und werden in den nächsten Monaten nur profitieren, wenn sie selbst keinen Mist bauen. Die haben keinerlei Druck. Egal, welches Szenario du herleitest, sind es immer andere Parteien, die in etwaigen Verhandlungen deutlich mehr liefern müssen.

Wobei ich dir Recht gebe, ist die Tatsache, dass ohne Wagenknecht die Linke auch im Bund attraktiver wird. Aber die stehen wie immer solide bei 8 oder 9% und wenn sie gewinnen sollten, dann geht das zu Lasten der SPD. Ein Null-Summen-Spiel also.

Was die Landtagswahlen angeht, stellt sich die Situation ja schon seit Monaten so dar. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass man eine Regierungsbildung in Sachsen bis nach Thüringen verzögert. Das sind zwei komplette Monate.

Gerade mit Blick auf diese verzwickte Situation würde ich nicht ausschließen, dass es im Bund vor diesen Wahlen kracht. Eben um genau zu verhindern, dass es zu diesen Konstellationen kommt.

Eventuell kracht es aber auch direkt nach Sachsen und die Koalition in Berlin zerbricht am Umgang der CDU mit der AfD in Sachsen. Dann könnte man unter Umständen Thüringen etwas verschieben und direkt Bundestagswahlen abhalten.

Dass Merkel Ende des Jahres noch Kanzlerin ist, darf man aber wohl bezweifeln. Aber wenn sie abtritt und AKK übernimmt, warum sollten die Grünen sie wählen? Die werden es auf Neuwahlen ankommen lassen, einfach weil sie sich verdoppeln können.

Für Rot-Rot-Grün sehe ich im Bund auch keine Mehrheit. Selbst wenn die drei Parteien auf ~45% kommen, ist das zu wenig. Man hat eben mit der FDP eine Partei im Bundestag, die sich jeder Diskussion verweigert. Wenn du mit denen 8-10% Stimmen hast, die nur mit der CDU regieren wollen und mit der AfD weitere ~12% Undemokraten dazu kommen, reicht es doch im Grunde für kein Bündnis. Oder glaubt jemand daran, dass CDU, AfD und FDP eine linke Regierung dulden, die fast schon einer Minderheitsregierung gleich kommt?

Und warum sollten die Grünen das überhaupt machen? Nur um eventuell den Kanzler stellen zu können? Da sehe ich sie eher in der Rolle, mit AKK zu koalieren und dieser dafür verdammt viel abzuverlangen. Das ist für die die deutlich angenehmere Variante und wenn am Ende gar noch die FDP mit ins Boot muss, hat man den Sündenbock. Oder gar die SPD als dritten Partner. Ich würde, je nachdem wie die Wahlen ausgehen und wie die CDU sich positioniert, nicht einmal ausschließen, dass die Grünen am Ende bei 25+X% landen und die CDU in die Juniorrolle drängen. Die kratzen ja auch seit Wochen nur noch von unten an den 30%.
von Kaffeesachse
#1531284
vicaddict hat geschrieben:"
Eventuell kracht es aber auch direkt nach Sachsen und die Koalition in Berlin zerbricht am Umgang der CDU mit der AfD in Sachsen.
Dazu müsste man dann aber direkt Kretschmer absägen oder er macht sich total unglaubwürdig, er hat sich dazu ja mehrfach eindeutig geäußert. Ersteres traue ich den Deppen hier aber durchaus auch zu. Dann bekäme Sachsen eben, was es verdient. Man setze sich hier mal in der "Mitte der Gesellschaft" an einen sonntäglichen Kaffeetisch, schlimmer noch in die Nähe eines Stammtisches. Welch hirnrissigen Stuss die Leute sich so einreden (lassen), manchmal unfassbar ...

Auswirkungen auf Berlin seh ich aber noch kaum. Wenn die Ergebnisse so kommen, wie momentan in den Umfragen, ist's doch keine Überraschung. Wenn die CDU in Sachsen stärkste Kraft wird, kann sie froh sein, und warum die SPD aufmucken sollte, die glücklich sein kann, wenn sie überhaupt zweistellig wird, erschließt sich mir auch nicht ganz.
von TorianKel77
#1531285
Als wenn irgendwas die Regierung aus den Latschen hauen würde.. Die sitzen sich doch lieber weiter alles platt, als irgendwelche Risiken einzugehen. Das Kalkül besteht einfach aus der Hoffnung, dass die Leute wieder zu "Vernunft" kommen und sie wieder ausreichend wählen, damit wieder ne GroKo klappt.
Benutzeravatar
von Neo
#1531287
Groko ist halt Merkel-Style. Glaube wirklich nicht, dass darauf noch irgendwer Lust hat und es dann auch nochmals dazu kommen wird. Wenn dann eher Schwarz/Grün oder Jamaika, wie auch immer das dann aussehen mag. ^^

Ach, und das mit den Grünen ist für mich auch nur so eine Blase, die vor den nächsten (regulären) BuTa-Wahlen wieder platzt, wobei die natürlich das Glück haben seitens einiger Journalisten hochgeschrieben zu werden und die SPD für sich noch immer keinen Weg aus dem Schlamassel gefunden hat. Für mich ist einfach nur schlecht vorstellbar, dass viele, wenns hart auf hart kommt, wirklich diese Partei wählen. Andererseits ists eben aktuell links auch nicht sooo attraktiv und rechts ehrlich gesagt auch nicht. Finde ich schon tricky. Tue mich allein schon mit der Europwahl schwer. :?
vicaddict hat geschrieben:Man hat eben mit der FDP eine Partei im Bundestag, die sich jeder Diskussion verweigert. Wenn du mit denen 8-10% Stimmen hast, die nur mit der CDU regieren wollen und mit der AfD weitere ~12% Undemokraten dazu kommen, reicht es doch im Grunde für kein Bündnis. Oder glaubt jemand daran, dass CDU, AfD und FDP eine linke Regierung dulden, die fast schon einer Minderheitsregierung gleich kommt?
Wieso verweigert sich denn die FDP? Man bemüht sich doch bei den Sozis und den Grünen um Annäherung und bei der Linken kann man nun wirklich nicht kristisieren, dass beide Parteien nichts für sich übrig haben. Mehr Gegenpol geht doch wirklich nicht.
Dazu kommt eben noch, dass die Grünen wieder deutlich links-ideologischer und weniger liberal auftreten und die SPD auch wieder ihr linkes Profil schärfen will. Aktuell ist ja der Bundesparteitag der FDP und die bekennen sich nun auch wieder mehr zum Neoliberalismus - gibt im sozialen Bereich schließlich auch nichts zu holen. Interessant finde ich ja Linda Teuteberg. Die wirkt so sanft und nicht so wie zuvor Nicola Beer schosshündchenhaft mit einer Tendenz zu Orban. Kommt vielleicht ein bisschen spät für die Wahlen im Osten, könnte der Partei in Sachen Sympathie aber gut tun.

Für die Demoskopie-Fans unter uns: Landtagswahlen 2019 (ohne Bremen)

Brandenburg (01.09.2019) - Infratest dimap (09.04.19)
20 % (Union)
22 % (SPD)
12 % (GRÜNE)
5 % (FDP)
16 % (LINKE)
19 % (AFD)

Sachsen 01.09.2019 - INSA (26.04.19)
28 % (Union)
10 % (SPD)
9 % (GRÜNE)
6 % (FDP)
16 % (LINKE)
26 % (AfD)

Thüringen 27.10.2019 - INSA (25.04.19)
27 % (Union)
10 % (SPD)
7 % (GRÜNE)
6 % (FDP)
25 % (LINKE)
19 % (AfD)


Brandenburg sieht mir sehr stark nach R2G aus. Rest kann man diskutieren, aber wenn man die Parteien ernst nimmt und Linkspartei/AfD ausgeschlossen werden müssen, weil entweder die Parteien links vom Spektrum (und die FDP) sich definitiv gegen eine Koalition mit der AfD aussprechen und die Union (und die FDP) nicht mit der Linken wollen, bleiben aktuell nur folgende Optionen:
Sachsen :arrow: Schwarz/Rot/Grün und eventuell noch Gelb, aber weshalb?
Thüringen :arrow: Schwarz/Rot/Gelb/Grün :arrow: wurde kategorisch ausgeschlossen, aber (Könnte mir da noch eher eine Koalition mit der Linkspartei vorstellen. Die AfD ist da ja nicht nur die AfD, sondern auch noch die Höcke-AfD).

Oder halt der Versuch einer Minderheitsregierung. Tjo.
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