von Johnny
#1533076
Wolfsgesicht hat geschrieben: Sa 1. Jun 2019, 21:04 Die FDP....die fliegt ja gerade völlig unterm Radar. Wenn die es jetzt nicht schafft zu profitieren, wann dann?
Man kann ja in vielen europäischen Ländern beobachten, wie die großen Parteien kleiner werden. Meist hat sich da neben einer rechten, populistischen Partei noch eine liberale Partei in den Vordergrund geschoben. In Frankreich war das En Marche, in Großbritannien waren die Lib-Dems auch sehr stark in der Europawahl und in vielen Ländern reagieren liberale Politiker.

Aus irgendeinem Grund haben sich in Deutschland aber die Grünen statt der FDP in dieser Rolle behaupten können. Ich weiß nicht, ob das immer noch mit dem flüchtenden Lindner aus den Oktober 2017 zu tun hat. Strategisch war das damals wohl nicht unbedingt ideal, da die FDP damals ja durchaus gut dastand. Vielleicht wirkt Lindner auch nicht sympathisch genug? Schwierig zu sagen. Aber ich weiß nicht, ob man jetzt noch aus der Wahrnehmung der Wähler herausbekommt, dass die Grünen der Gegenpol zu Nationalismus sind statt der FDP.
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von vicaddict
#1533078
Die Grünen profitieren aus meiner Sicht besonders durch vier Punkte.
1. Sie besetzen das Thema Klima seit Jahrzehnten.
2. Sie besetzen wie keine andere Partei seit Jahren das Thema Gleichberechtigung. In Zeiten von #metoo ein klarer Pluspunkt.
3. Sie sind die Partei, die seit jeher für eine offene Willkommenskultur wirbt. Das ist der komplette Gegenentwurf zur AfD.
4. Sie machen derzeit einfach nichts falsch und fallen nicht negativ auf.

Und die Union schießt natürlich ausgerechnet heute auch noch den Vogel ab und lehnt eine CO2 Steuer ab und setzt stattdessen lieber auf Flugtaxis. Kannst du dir nicht ausdenken, diesen Käse.

Da braucht sich doch keiner wundern, dass keiner diese beiden weltfremden Parteien mehr wählt.

Ich lege mich einfach mal fest, dass es in den nächsten Tagen oder Wochen knallt und wir im Herbst Bundestagswahlen haben. Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, dass es die SPD jetzt nicht zerreißt. Zumal die CDU dann im Herbst auch richtig absacken würde, wenn sie mit der AfD sprechen muss. Daran wird in Sachsen kein Weg vorbei führen und das wird sie im Bund Stimmen kosten. Also wird es besser sein, man wählt parallel, anstatt danach.

In Sachen Regierungsbildung wird das aber auch richtig abenteuerlich. Grün-schwarz funktioniert zumindest in BaWü, aber weitere Koalitionen sind auch kaum möglich. Sonst bleibt doch nur eine Minderheitsregierung. Dass aber ausgerechnet die CDU plötzlich den Juniorpartner gibt, wo man sich doch auf Jahre hinaus als Kanzler-Partei wähnte, wäre schon großartig.
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von Neo
#1533079
Zur FDP: Liegt wohl an der Interpretation/Ausrichtung von liberal. Und in Deutschland dann nochmal im Speziellen am (alten) Image und den damit verbundenen Klischees, die halt auch manchmal bedient werden.
Fernab davon ist Lindner sehr beliebt. Er steht im Ranking immer ganz gut, er hat mit die meisten Follower auf Insta (da sowieso) und Twitter/Facebook (nicht gekauft) und im YT-Kommentarbereich der heute-show wird er ziemlich abgefeiert, wenn auch oft mit der Ergänzung, dass man die FDP allgemein nicht mag. Finde den auch ziemlich lustig und ich mag halt kauzige Menschen. Die letzten Monate waren aber sehr uninspiriert. Ihm ist die Flockigkeit abhanden gekommen, selbst die WELT ist mit dem nicht mehr grün. Und das liegt nicht an der Chefredakteurin.

Zu Grün: Bespielen eben das eine Extrem und haben die absoluten Lösungen. Treten sympathisch auf und streiten nicht mehr untereinander, zumindest nicht öffentlich. Haben den ganzen Klimaflow.

edit:Das hat alles nichts mit der aktuellen Diskussion zu tun, aber ich will nicht unerwähnt lassen, dass ich Mike Mohring total toll finde :heart_eyes:
von Johnny
#1533083
Klar, die Klimageschichte spielt natürlich eine große Rolle. Trotzdem begann der Aufstieg der Grünen ja schon fast vor einem Jahr. Damals kam man aus dem heißen Sommer, aber das Klimathema war da ja medial weit noch nicht so omnipräsent wie im Moment mit Greta und Fridays for Future und Rezo. Und damals stand man in den Umfragen - wenn mir mal die aktuelle Forsa außen vor lassen - bei allen Instituten noch besser da und war auch sehr nah an die Union gerückt, die ja dann mit dem AKK-Einstiegsbonus sich wieder etwas entfernen konnten.

Es gab schon irgendwo einen Wunsch in der Bevölkerung weg von den Groko-Parteien und weg von der AfD und mit einer anderen Positionierung in manchen Fragen und einem anderen Auftreten hätte meiner Meinung nach auch die FDP in diese Lücke stoßen können - wie es ihre Parteikollegen aus der ALDE-Fraktion in anderen Ländern hinbekommen haben. Die hatten aus dem gut geführten Bundestagswahlkampf 2017 eigentlich auch die bessere Ausgangsposition mit einem Ergebnis über 10%. Die Grünen sind ja eigentlich nur in Deutschland ein derartiges Phänomen, während die Liberalen europaweit gesehen eigentlich mit die Gewinner der Wahl waren.

Zu Neuwahlen: Ich verstehe da ehrlich gesagt die große Panik der SPD gar nicht. Es ist ja nicht so, als hätte man jetzt die unmögliche Aufgabe, ein Riesen-Ergebnis zu verteidigen. Die 20% aus 2017 sind doch gar nicht sooo viel mehr als die 16% die man jetzt trotz aller Personalwechsel, Skandale, Blamagen etc bei der Europawahl geholt hat.

Klar, so ein Ergebnis von 12% wie in der Umfrage gestern wäre eine Katastrophe, aber sonst hatten die Institute durch die Bank die SPD irgendwo bei 17-18%. Wenn man sich jetzt vorstellt, dass zumindest ein kleiner Teil der Wähler der SPD ein Aufkündigen der Groko anrechnen würden und man vielleicht mal ausnahmsweise einen guten Wahlkampf führt und einen sympathischen Kandidaten aufstellt (zugegebenermaßen wüsste ich da auch keinen, ich mag ja die Giffey, aber die hat ja jetzt ihre Plagiatsaffäre an der Backe) könnte man doch vielleicht dennoch ein Ergebnis erzielen, das im Vergleich zu Schulz nicht total abstinken würde. Und dann könnte man endlich diese elende Koalition hinter sich lassen und sich in der "Opposition erneuern". Ich habe Zweifel, ob das was bringt, aber in der SPD scheint das ja irgendwie ein Wunsch zu sein.
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von Neo
#1533085
In anderen Ländern wird das Klimathema aber eben auch von anderen Parteien bespielt, weshalb die Grünen dort wesentlich schwächer sind. Und bei uns hast du halt SchwarzGrün verliebte Journalisten und die Liebe wuchs mit einem Robert Habeck, der ja wirklich gute Sachen sagt und auch nett/fair daherkommt, in neue Sphären. Und an Anna-Lena würde ich jetzt auch nichts finden, was mich stört. Diese "Rumgeschreie"-Kritik ist eben auch sowas, was man immer bei Frauen hört. Kann das ja auch nachvollziehen, weil es eben mehr anstrengt, trotzdem blöd.
In anderen Ländern sind liberale Parteien auch schlicht etablierter. In den Niederlanden gibts da bspw. gleich drei, die gut dahstehen. Bei Macron ist es ein spezieller Fall, denn eigentlich neigen die Franzosen so gar nicht zum Liberalismus und der ist dort ja auch wirklich Elitär geprägt. En Mache war aber die Alternative zu Le Pen, neu, hipp und vor allem pro europäisch-progressiv.
Und die FDP hatte doch vor 6 Jahren wirklich alles verloren. Man unterschätzt komplett, was da an Strukturen wegbricht und eben auch alten Gesichtern - was gut war -, aber der Aufwand war da schon enorm und der wurde halt auch hauptsächlich von einer Person betrieben.
Aber ja. Natürlich gäbe es eigentlich aktuell auch keine bessere Zeit für einen vernünftigen Liberalismus. Die schaffens halt nicht die überzeugendsten Argumente/Lösungen für essentielle Probleme zu liefern und fokussieren sich eben darauf, die Grünen in die Tonne zu kloppen. Schlicht dumm. (Oder in sofern klug, weil man links eh nichts holen kann, aber trotzdem muss man eben einfach besser sein und nicht nur mit Radikalität - wie Grün - überzeugen).


Und mir wird jetzt aktuell erst klar, dass Nahles komplett raus ist. Ich kann mit ihr als Person ja auch nicht viel anfangen, aber wer ist/war denn bitte mehr Ur-SPD als sie? Schade, um ne gute, glaubwürdige Ex-Ministerin. -_-
Wirklich wahsinnig bitter alles, aber halt auch alternativlos.
von Familie Tschiep
#1533088
Bei einem Elefantenrennen zwischen Habeck und AKK kann die SPD noch mehr unter die Räder kommen, sonst leidet die Grünen unter diesem Elefantenrennen.

Ich bin gespannt, was für eine Regierung uns erwarten wird. Bei 7 % wird die SPD in keine Koalition gehen.
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von Wolfsgesicht
#1533091
Neo hat geschrieben: So 2. Jun 2019, 15:34 edit:Das hat alles nichts mit der aktuellen Diskussion zu tun, aber ich will nicht unerwähnt lassen, dass ich Mike Mohring total toll finde :heart_eyes:
Inwiefern toll? Zum pimpern toll oder als Politiker toll? :grin:

Ja in anderen Ländern wird das Klimathema halt wie von Neo gesagt auch von anderen Parteien bespielt. Dazu bespielen es die Grünen Parteien dort nicht so konsequent wie hier. Die deutschen Grünen treten ja schon teilweise in einer Liga mit Greenpeace auf, während sie anderswo einfach nur etwas grüner sind als die anderen. Letzteres ist eigentlich schlauer, weil eine Partei die wirklich nur auf die Umwelt eingeht würde ich normalerweise nicht wählen, wäre hier nicht klar dass sie eh in eine Koalition müssen. Das relativiert es dann ein bisschen.

Und dabei hab ich Nahles langsam doch halbwegs gemocht...
Lasst es den verdammten Kühnert machen. Der ist ja wohl der Einzige der das Ding wirklich erneuern kann. Ein Gabriel oder Lauterbach oder Scholz würden das wohl kaum so schaffen wie Kühnert.
Weitere Optionen sind ja Stephan Weil, Manuela Schwesig oder Heiko Maas. Ehrlich gesagt hat die SPD da sympathischere Kanzlerkandidaten als die CDU, die wollen nur alle nicht.
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von Kaffeesachse
#1533093
Die Grünen waren halt auch so ein bisschen das Opfer vom Davonrennen des Lindners. Das war ein guter Start für den Höhenflug. Und ich bin tatsächlich auch etwas enttäuscht, dass da von der FDP nicht mehr viel kam. Zudem ist ja der "neue Lindner-Wind" auch nie im Osten angekommen, hier sind größtenteils immer noch die alten Hanseln mit den alten Klischees (u.a. Autofahrerpartei) am Werke.

Ach, es ist irgendwie alles vertrackt - aber auch spannend.
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von vicaddict
#1533095
Welcher Lindner-Wind soll das auch sein, der da ankommen sollte? Das ist doch eher ein laues Lüftchen. Außer dem Frontmann hat die Partei doch absolut nichts zu bieten, was man nicht kennen würde und was vom Wähler zuletzt immer abgestraft wurde.

Im Grunde speist sich deren Umfrageergebnis doch auch nur aus den wirtschaftsnahen Wählern, die ihr Kreuz eben nicht mehr bei der Union machen. Aber aus eigener Kraft haben die halt nichts anzubieten. Da nützt es auch nichts, wenn man im nächsten Wahlkampf wieder auf Digitalisierung als Worthülse setzt. Man hat ja nicht einmal neue Gesichter neben Lindner aufgebaut, oder wer fällt einem da ein? Da ist maximal die Generalsekretärin, aber das war es auch schon.
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von Neo
#1533097
Ach, wie das von dir immer kleingeredet wird. Damals zeichnete sich ein Trudeau-Kurs ab. Für jedermann wählbar. Dem ist aktuell halt nicht mehr so.
Und im letzten, wie auch diesem Jahr, waren ja auch immer mal wieder andere Leute in den Talkshows. Merkt man sich aber nicht. Aus wirklich guten Gründen. Und Beer (die Europafrau, ehem. Generalsekretärin - muss man wohl dazuschreiben) hat mit ihrer Nähe zu Orban auch keinem einen Gefallen getan.

Wolfsgesicht hat geschrieben: So 2. Jun 2019, 17:50
Neo hat geschrieben: So 2. Jun 2019, 15:34 edit:Das hat alles nichts mit der aktuellen Diskussion zu tun, aber ich will nicht unerwähnt lassen, dass ich Mike Mohring total toll finde :heart_eyes:
Inwiefern toll? Zum pimpern toll oder als Politiker toll? :grin:
Er hat in der letzten Woche (und wohl auch davor) viele kluge Dinge gesagt. Und er ist bei der CDU. :-O
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von Kaffeesachse
#1533101
Ich finde den auch nicht schlecht (besser als unseren kleinen Michael), er hat aber erstens sicher noch etwas mit sich und zweitens mit Thüringen genug zu tun. Wenn die AfD in einem ostdeutschen Bundesland mal knapp nicht stärkste KRaft ist, fällt das ja gern unter den Tisch, aber in Thüringen waren es zur Europawahle eben auch so um die 22 Prozent. Ich denke, nicht,, dass er da in nächster Zeit bundespolitische Ambitionen hat.
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von vicaddict
#1533116
Olaf Scholz war gestern bei Anne Will zu Gast. Jetzt kann man auf diese Auftritte zwar nicht so viel geben, aber er hat schon recht deutlich durchblicken lassen, dass die SPD wohl die Koalitionsfrage an einem Klimaschutzgesetz festmachen möchte. Kann man zwar berechnend nennen, aber der hat sich da schon sehr deutlich geäußert und auf mehrfache Nachfrage versprochen, dass es dieses Gesetz gäbe, wissend, dass er gar nicht für die Union sprechen könne.

Da hat die SPD doch ihr Ausstiegsszenario gefunden.
von thunder49
#1533131
Man, wie sich bei der SPD alle um den Parteivorsitz reißen ;) ;) . Eine Absage nach der Nächsten, ich glaube die Aussage von Franz Müntefering das der Parteivorsitz der SPD neben Papst das schönste Amt ist das es gibt trifft nicht mehr wirklich zu. Die Einzige von der ich bis jetzt gehört habe das sie freiwillig kandidiert ist Simone Lange. Sogar Katharina Barley ist im Gespräch, aber nur weil sie noch nicht abgesagt hat :') :') Am Ende wird es wohl so sein das man Zahnstocher ziehen muß, und derjenige der dann den Kürzesten zieht muß es machen :grin: :grin:
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von Wolfsgesicht
#1533149
Die Lange ist mir ja null bekannt...

Barley ist mir auch in den Sinn gekommen. Sie ist jetzt recht bekannt und tritt allgemein sehr sympathisch auf. Allerdings ist sie ja jetzt im Europaparlament und irgendwo könnte es ein falsches Signal sein, wenn man seine Spitzenkandidatin nach der Wahl wieder abkommandiert. Sie wird ja wohl kaum in Brüssel bleiben können wenn sie Parteivorsitzende werden soll.
von thunder49
#1533151
Wolfsgesicht hat geschrieben:Die Lange ist mir ja null bekannt...
Ist doch die Oberbürgermeisterin aus Flensburg die damals gegen Nahles kandidiert hat
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von Wolfsgesicht
#1533152
Aaaach die Oberbürgermeisterin von Flensburg...ja jeeeeeetzt weiß ich wer es ist :')

Gut durch die Nahles könnte man sie kennen....hat mich damals aber vermutlich wenig interessiert wer gegen Nahles antritt.

Wiki sagt sie ist sehr links und gegen die GroKo...schwierig in einer GroKo zu arbeiten wenn man sie gar nicht will.
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von Neo
#1533153
Naja, ich kenne die aktuelle Einstellung der Basis nicht, aber wahrscheinlich wird der nächste Vorsitzende ohnehin nur gewinnen, wenn er aus der GroKo austreten will. Es sind ja jetzt alle wieder auf dem Trip und ich kanns nachvollziehen. Dennoch, wenn man sieht, was die SPD alles von ihren Punkten schon durchgesetzt hat und was jetzt Heil, Spahn und Giffey für die Zukunft der Pflege vorhaben, dann kann man da zumindest keine schlechte Bilanz ziehen. Die werden nicht mehr so bald die Möglichkeit haben, so viele Dinge umsetzen zu können.

Von Lange war damals so gut wie niemand überzeugt. Viele Protestwähler und trotz des linken Kurses war selbst Kühnert auf der Seite von Nahles. Ob nun aus taktischen Gründen, oder nicht. Kann mir bei ihm gut vorstellen, dass er mit Klingbeil rumklüngelt und sich dort etwas abzeichnen wird.

Wenn Barley zuückkommen würde , dann wäre das eine Art Schulz-Move. Sie hat so oft erwähnt, dass sie definitiv nach Brüssel/Strasbourg geht und ihr Bundestagsmandat abgibt, dass es eigentlich kein zurück mehr gibt.
von Familie Tschiep
#1533191
Ich fürchte, das Schicksal der SPD könnte an einer Doktorarbeit liegen, ich halte Giffey für eine große SPD-Hoffnung.
Die Barley betreibt zu viel Ämterhopping, das halte ich für gefährlich.
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von vicaddict
#1533199
Barley ist definitiv raus. Das kann sie nicht bringen, nachdem sie erst das Amt gewechselt hat. Alle anderen lehnen ja mehr oder minder deshalb ab, weil sie keine Doppelbelastung Ministeramt und Parteivorsitz wollen. Das klappte bei Merkel zwar auch super und jedem anderen vorher auch, aber das muss ja in ein paar Wochen nicht auch noch so sein. Man kann die GroKo auch beenden, dann hat man Zeit für den Parteivorsitz.

Die Forsa-Umfrage wurde inzwischen auch durch INSA bestätigt. Grüne und CDU gleichauf, SPD im Niemandsland.

Du hörst ja auch nur CDU-Leute, die in jede Kamera posaunen, dass man die Koalition nicht beenden könne. Die haben mehr zu verlieren als die SPD. Für die Sozen kann es doch kaum schlimmer kommen. Bleiben die weiter dabei, holen die irgendwann im Bund auch nur noch einstellige Werte. Die haben ja auch noch ihre so genannte Sollbruchstelle, von der wohl auch noch gar nicht so klar sein soll, wie genau das ablaufen soll. Aber da gerade GroKo Befürworterin Nahles abgesägt wurde und Scholz auch keine berauschenden Werte einfährt, hat sich das mit der GroKo spätestens dann erledigt. Denen fehlt doch im Grunde nur ein Thema, welches sie als Grund fürs Scheitern verkaufen können. Entweder wird es die Grundrente oder das Klimagesetz.

In der CDU hingegen regt sich ja Widerstand gegen AKK. Angeblich soll Merkel ja von ihr abrücken und sie nicht mehr als Kanzlertauglich ansehen. Fragt sich nur, wer dann? Merz sicher nicht. Generell erklärt sich der Absturz in den Umfragen ja auch nur durch den Rechtsruck unter AKK. Also müsste jemand, der die Grünen übertrumpft jemand sein, der auch diese Themen vertritt. Wer sollte das sein? Da drängt sich niemand auf.

Spätestens im Herbst explodiert der Laden eh. Jetzt retten sich erst mal alle in die Sommerpause und sortieren sich neu und gibt es auf die eine oder andere Art Neuwahlen.
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von Neo
#1533202
Naja, immerhin lässt Merkel AKK die ganzen Sommerinterviews machen. Nicht, dass sie sonst immer sonderlich Bock drauf hätte, aber da erhofft man sich wahrscheinlich doch noch etwas mehr bei den Wahlen im Osten, als mit Feindbild Merkel.
Es hat sich jetzt zumindest gezeigt, dass sie kanzleruntauglich ist. Sowas, wie in den letzten Wochen, wäre Merkel nie passiert.
Spahn, Laschet und Merz werden wohl die drei Kandidaten sein, zwischen denen es sich entscheiden wird.

Und bei den Grünen ist es natürlich interessant, weil ich glaube, dass es für die echt auch eine Art worst case Szenario wäre, wenn sie auf einmal den Kanzler stellen müssten. Weder Robert noch Anna-Lena hätten doch ernsthaft Bock darauf. Und ich will eh erstmal dran glauben, dass die "Vernünftigen" zur CDU zurückkehren.
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von Kaffeesachse
#1533207
Neo hat geschrieben: Do 6. Jun 2019, 19:33 Und bei den Grünen ist es natürlich interessant, weil ich glaube, dass es für die echt auch eine Art worst case Szenario wäre, wenn sie auf einmal den Kanzler stellen müssten. Weder Robert noch Anna-Lena hätten doch ernsthaft Bock darauf. Und ich will eh erstmal dran glauben, dass die "Vernünftigen" zur CDU zurückkehren.
Könnte auch schnell gehen, wenn sich manche klarmachen, dass sie im Zweifel am Ende doch noch die Linkspartei eingepackt bekommen, siehe Bremen.
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von Fernsehfohlen
#1533208
vicaddict hat geschrieben: Do 6. Jun 2019, 17:02 Die Forsa-Umfrage wurde inzwischen auch durch INSA bestätigt. Grüne und CDU gleichauf, SPD im Niemandsland.
Und vor allem durch die Forschungsgruppe Wahlen sowie Infratest Dimap, auf deren Erhebungen ich persönlich doch noch etwas mehr gebe als auf INSA (siehe hier: http://www.wahlrecht.de/umfragen/index.htm ).

Und wenn die SPD jetzt im Bund schon nur noch bei 12-13% liegt, wie soll es da erst in Sachsen und Thüringen ausschauen (dazu finde ich leider spontan keine aktuelle seriöse Umfrage)? Ich würde mir anstelle der Partei mittlerweile tatsächlich weniger Sorgen um die 9 oder 10 vorm Komma machen, als vor der aus meiner Sicht durchaus nicht mehr sooo unrealistisch erscheinenden Gefahr, dass der Parlamentseinzug eng werden könnte. Aber mehr Konzept als "lieber jetzt als gleich raus aus der toxischen GroKo" fällt mir auch nicht ein. Bin mir mehr als sicher, dass die GroKo die SPD massivst kannibalisiert und das weiter tun wird, auch wenn noch so viele Grundrenten und Mindestlöhne durchkommen, aber was die Perspektive danach anbelangt, bin ich auch ratlos.

Neo hat geschrieben:Und bei den Grünen ist es natürlich interessant, weil ich glaube, dass es für die echt auch eine Art worst case Szenario wäre, wenn sie auf einmal den Kanzler stellen müssten. Weder Robert noch Anna-Lena hätten doch ernsthaft Bock darauf. Und ich will eh erstmal dran glauben, dass die "Vernünftigen" zur CDU zurückkehren.
Was genau veranlasst dich zur Behauptung? Also würde jetzt auch nicht mit Gewissheit das Gegenteil behaupten, aber grad bei Habeck kann ich mir schon vorstellen, dass der auf das Kanzleramt durchaus Bock hat.


Fohlen
von thunder49
#1533209
Fernsehfohlen hat geschrieben:Was genau veranlasst dich zur Behauptung? Also würde jetzt auch nicht mit Gewissheit das Gegenteil behaupten, aber grad bei Habeck kann ich mir schon vorstellen, dass der auf das Kanzleramt durchaus Bock hat.
Sehe ich genauso, wenn ich gerade die Illner im ZDF schaue, da ist schon wieder die Baerbock von den Grünen, sie scheint derzeit keinen Polittalk auszulassen. Ich habe das Gefühl das es da bei den Grünen schon die klare Absprache gibt das sich Habeck medial schon jetzt ein bißchen zurückhält um nachher nicht als zu verbrannt zu gelten oder in solchen Talks was falsches zu sagen was man ihm nachher vorhalten könnte.

Hab übrigens heute ne Umfrage gesehen das bei einer Direktwahl bzgl. der Kanzlerfrage 44% Habeck wählen würden, und nur 19% AKK.

Dieser Amthor von der CDU ist auch bei der Illner, das ist auch so ein Jüngling der einem die Welt erklären will, aber von nix ne Ahnung hat, dazu noch aalglatt, den kann ich echt nicht ab
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