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von Neo
#1546220
Andelko hat geschrieben: Mo 8. Jun 2020, 20:21
Neo hat geschrieben: Mo 8. Jun 2020, 20:02 Ist Gretchen Whitmer denn nun abgeschrieben? Die hat sich eigentlich auch empfohlen.

Tja, und mit den Protesten bricht wieder das auf, was sich schon die letzten Jahre abzeichnete, aber einfach so als nicht ernstzunehmende Trendbewegungen abgetan wurde. Jetzt natürlich umso besser, aber mit Biden blöd. Hätte man das mal im Februar/März gehabt. Und nun sitzt Biden in seinem Keller und dreht Däumchen. Hätte Obama sich mal nicht so auf ihn eingeschossen.
Gretchen Whitmer wäre auch eine exzellente Wahl. Die Frage ist nur ob die Afroamerikaner sie als gute Wahl sehen. Andererseits mit Whitmer als VP Pick dürfte Michigan wieder an die Demokraten zurück gehen.
In der aktuellen Situation muss man sicher nicht um die 13/14% Afroamerikaner buhlen, zumal BLM ja auch eine Sammelbewegung aus diversen unterdrückten Gruppen ist. Eine allzu große Wahl haben die ja nicht und so wäre es wenigstens schön, wenn man eine Person weiblichen Geschlechts hätte, die Trump Paroli bieten kann.
Da fällt mir aber gerade noch ein, dass jemand wie Muriel Bowser jetzt auch so ein Schnellschuss wäre. Taktischer könnte man zumindest kaum agieren.
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von vicaddict
#1546232
Andelko hat geschrieben: Mo 8. Jun 2020, 19:04 Sehe ich etwas anders was die Demokraten angeht. Biden wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine Afroamerikanerin zum VP machen. 
Wird er. Da kommt er nicht drum herum, obwohl er sich zuletzt ja eher anders orientiert hatte. Dumm nur, dass Stacy Abrams keinerlei Erfahrung hat und Kamala Harris selbst eine problematische Vergangenheit als Staatsanwältin. Der neueste Name, der auf der Liste auftaucht, ist Val Demings, ehemals Polizeichefin in Orlando. Sicher nicht uninteressant.
Ob und was Biden wenn er gewinnen würde macht hängt auch davon ab wer die Mehrheit im Senat hat. Obama hatte in 6 seiner 8 Jahre eine republikanische Fundamental - Opposition gegen sich die alles geblockt hat. Sie haben sogar ein einfaches hearing für Obamas Supreme Court Pick verweigert. 
Die Dems werden eine blue Wave erleben. In sämtlichen Senatswahlen liegen die Demokraten vorn, selbst in Montana. Da muss schon viel passieren, dass die Demokraten nicht sämtliche Institutionen besetzen. Aber selbst dann wird sich nicht viel ändern, denn Biden hat bereits mehr als deutlich gemacht, dass er an keinerlei Veränderungen interessiert ist. Es geht zurück zu den Obama-Jahren. Man wird das zurückdrehen, was Trump erlassen hat, aber progressive Politik wird es unter ihm nicht geben. Mehrheit hin, oder her.
Klar ist das Biden im Falle eines Sieges nur ein Übergangspräsident wäre. Ich sehe mit Yang, Castro, Buttigieg, Harris und Abrams genug junge Menschen die die Demokraten in Zukunft prägen können. 
Bis auf Yang sind das alles die selben Corporate Wallstreet Democrats wie Biden, Clinton, Pelosi oder Obama und bei Yang muss man erst einmal abwarten. Auch wenn er Quereinsteiger ist, heißt das nicht automatisch, dass er progressiver wäre. Der hat ein Thema, das ihn populär gemacht hat, mehr war da bisher nicht. Keiner von denen vertritt den linken Flügel der Partei. Mit denen wird sich in der Partei und an der Politik nichts ändern. Man wird weiterhin auf die studierte obere Mittelschicht abzielen und Minorities wie die Working Class als gegeben ansehen.

Man muss sich doch nur Bidens vermeintliches Kabinett ansehen. Der hat nicht eine (!) Person aus Sanders Wahlkampf für einen Posten vorgesehen, oder anderweitig involviert. Man grenzt diesen Teil der Wählerschaft komplett aus und das wäre bei den anderen Kandidaten in der Zukunft nicht anders. Die Demokraten ignorieren diesen Teil der Basis, weil man für diese nicht Politik machen möchte, sich aber gleichzeitig sagt: "wen sollen sie sonst wählen?" Gerade bei der Working Class haben die Republikaner zuletzt gezeigt, dass sie eine Anlaufstelle sein können.
Wenn Trump verliert wird es erstmal bei den Republikanern spannend.
Das auf jeden Fall. Gerade wenn so viele Senatoren ihren Sitz verlieren, wird mehr oder weniger die gesamte Parteiführung bzw sämtliche prominenten Figuren verschwinden. Da werden es dann wohl Leute wie Matt Gaetz oder Nicki Haley sein, die führende Rollen einnehmen, aber auch Chris Christie traue ich ein Comeback zu. Jon Huntsman bewirbt sich um das Amt des Gouverneurs in Utah und könnte dies als Plattform nutzen, um später erneut fürs weiße Haus zu kandidieren.
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von vicaddict
#1546956
Kommt drauf an, was bis dahin noch alles passiert. Da Biden aber schlicht und ergreifend abtaucht und Trump sich selbst zerlegt, wird es schwer für Trump. Der punktet ja aktuell nicht einmal mit den Entscheidungen des Supreme Court. Biden nimmt ihm vor allem bei den Alten wichtige Stimmen ab.