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von vicaddict
#1541236
Biden gewinnt South Carolina nun doch sehr deutlich. Das wird ihm zum einen etwas Momentum für den Dienstag geben, wichtiger aber: Steyer ist ausgestiegen. Das dürfte richtig interessant werden. Man sollte meinen, dass dies das Feld der Moderates ausdünnt und somit Biden oder Bloomberg stärkt. Zumindest bei Biden dürfte das auch der Fall sein, denn ca 40% von Steyers Wählern gaben bisher an, Biden als Nummer 2 anzusehen. Weitere 30% wiederum sehen Bernie Sanders als Alternative. Während Biden also seinen Status als Haupt"gegner" von Sanders damit zementieren dürfte, dürfte es aber wiederum Bernie ebenfalls helfen.

Jetzt darf man gespannt sein, wer nach dem Dienstag aussteigen wird. Da Biden noch ein oder zwei Südstaaten gewinnen dürfte, Bernie wiederum die wichtigen Texas und Kalifornien, vor allem aber auch Warrens Heimatstaat, dürfte sich alles nur auf diese beiden zuspitzen. Gerade Warren, ohne Geld, ohne Sieg und zu 99% auch mit dem Verlust des eigenen Staates, dürfte keinerlei Legitimation mehr haben, im Rennen zu bleiben. Selbst bei einer brokered Convention ist klar, dass sie niemals der Konsens-Kandidat sein würde. Klobuchar wird zwar ihren Staat gewinnen, ansonsten aber gnadenlos baden gehen. Buttigieg wird untergehen, wird aber wohl bis zum Ende durchhalten. Tulsi Gabbard wird wohl ebenfalls aussteigen.

Spannend wird es bei Bloomberg. Bleibt er im Rennen, hilft er damit nur Sanders und schadet Biden.

Mein Tipp: Alle bis auf Biden, Bloomberg und Buttigieg steigen aus. Warren wird sich dann hinter Sanders stellen, vielleicht auch nicht sofort, aber in den letzten 10 Tagen hat sie deutlich versucht, die Beziehung zu Sanders wiederherzustellen. Sie wird hier klar auf einen Kabinettsposten spekulieren.
von thunder49
#1541240
vicaddict hat geschrieben:Spannend wird es bei Bloomberg. Bleibt er im Rennen, hilft er damit nur Sanders und schadet Biden.
Hat Bloomberg denn überhaupt eine realistische Chance zu gewinnen?? Mein Gefühl sagt mir er hätte bei den Präsidentschaftswahlen gegen Trump bessere Chancen zu gewinnen als wie jetzt bei den demokratischen Vorwahlen gegen Sanders und Co.

Bei Sanders hingegen ist es genau andersherum
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von vicaddict
#1541244
Der einzige Kandidat, der laut Umfragen ein direktes Head-to-Head gegen Trump gewinnen würde, ist IMHO Sanders, eventuell auch Biden. Bloomberg hätte mit Abstand die schlechtesten Chancen. Generell ist Sanders auch deshalb der einzige Kandidat, der Trump schlagen kann, da er genau die gleichen Wähler anspricht. Nominiert man einen der anderen Kandidaten, werden unfassbar viele Wähler zu hause bleiben bzw wird das nach dem bisherigen Verlauf der Vorwahlen auch zum Bruch innerhalb der Demokraten führen. Viele Eliten und Republikaner sehen Sanders zwar als den einfachsten Gegner, weil sie glauben, dass die rote Socken-Kampagne ziehen wird, aber das tut sie nicht. Das tut sie jetzt im Vorwahlkampf schon nicht. Ausgerechnet Tucker Carlson ist der einzige Medienschaffende, der sieht, dass Sanders genau den gleichen Support hat wie Trump.

Eine realistische Chance hätte Bloomberg nur dann gehabt, wenn alle anderen Kandidaten auf der "rechten" Seite sich gegenseitig die Stimmen genommen hätten. Dann hätte er den Punkt machen können, dass er der Konsens-Kandidat der Mitte sei. Nachdem Biden aber so deutlich gewonnen hat und Sanders auf der anderen Seite ähnlich stark ist, sehe ich kein Szenario für Bloomberg. Sein Support ist sehr soft, wie der Ami sagt, wie auch bei Steyer. Da Bloomberg auch erst am Dienstag das erste Mal auf einem Wahlzettel steht, wird man sehen, wohin die Reise geht.

Mal ein kurzer Überblick über die Staaten, die am Dienstag wählen und wie es dort gerade aussieht. Ich erwähne meist nur die Kandidaten, die über 15% kommen, da das die "5% Hürde" der Amis ist, um Delegierte zu bekommen. Es sind Mittelwerte aus verschiedenen Polls, in den unteren Staaten sind die Polls teilweise 3 Wochen alt, generell gibt es meist auch bis zu 5% Abweichungen.

Kalifornien: Sanders 35+, Warren 17. Kommt sie unter 15%, bekommt Sanders alle Delegierten.
Texas: Sanders 28+, Biden 20, Bloomberg <20, Warren 13
North Carolina: Biden ~25, Sanders 22 (wobei es hier weit auseinander geht 19-27), Bloomberg 17
Virginia: Sanders 25, Bloomberg 19, Biden 18
Massachusetts: Sanders ~25, Warren ~20
Colorado: Sanders 30, Warren 17
Utah: Sanders ~27, Bloomberg <15, Warren <15
Minnesota: Klobuchar 28, Sanders 22
Oklahoma: Biden ~20, Bloomberg 20, Sanders <15
Maine: Sanders 25, Buttigieg 16, Bloomberg 14, Biden 12
Vermont: Sanders 51, Buttigieg 13
Arkansas: Bloomberg 20, Biden 19, Sanders 16, Buttigieg 16

Die einzige Konstante ist Bernie Sanders. Alle anderen nehmen sich überall gegenseitig die Prozente weg und drücken sich so unter die 15%, so dass den Siegern mehr Delegierte zukommen als das prozentual gerechtfertigt wäre. Ein Vorteil für Bernie. Aber selbst wenn alle bis auf einen Kandidaten aussteigen, heißt das ja nicht, dass die Wähler nicht auch bei Bernie Sanders landen könnten. Rechnet man noch das Momentum mit ein, gehe ich fest davon aus, dass es lediglich Sanders und Biden sein werden, die hier am Dienstag profitieren. Alle anderen werden wohl fast durch die Bank weg unter 15% landen, auch Bloomberg.

Es fällt jetzt auch auf, dass der von Tschiep so gefeierte Buttigieg nirgendwo auch nur ansatzweise etwas holen kann. Welch Überraschung *hust* Sanders und Biden hingegen punkten unfassbar stark bei Latinos bzw Schwarzen. Auch mobilisiert Sanders die Jungen wie kaum ein anderer. Fällt Warren am Ende in Kalifornien wirklich unter 15% und Sanders bekommt alle Delegierten, hat er die halbe Miete bereits eingefahren.
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von little_big_man
#1541252
Würde Warren wirklich auf einen Posten oder sogar das Vizepräsidium unter Sanders spekulieren, müsste sie doch eigentlich jetzt aussteigen vor dem Super-Tuesday, wenn ich mir obige Zahlen so anschaue. Denn selbst hat sie ja sowieso keine Chance mehr, also warum Sanders noch die wichtigen Delegierten "klauen"?

Oder wie ist da die Regel am Parteitag? Kann ein ausgeschiedener Kandidat "seine" bereits gewonnenen Delegierten einem anderen "abtreten" oder verfallen die im wichtigen ersten Wahlgang einfach? Denn was man so liest, muss Sanders ja zwingend im ersten Wahlgang gewinnen, da die Demokraten mit ihren bescheuerten "Superdelegierten" schon planen, alles andere als demokratisch vorzugehen (und damit Trump den Sieg zu schenken nur um Sanders zu verhindern).
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von vicaddict
#1541254
Jetzt noch abzutreten bringt halt nichts, da die nächsten Wahlen schon am Dienstag sind. So schnell bekommst du ja nicht einmal mehr die Wahlzettel geändert. Deshalb wundert es mich, dass Steyer schon vorher aufgegeben hat. Dessen Kampagne war ja wie die von Bloomberg gar nicht auf die ersten beiden oder in Bloombergs Falle sogar die ersten vier Wahlen ausgelegt. Die sind dort teilweise nicht einmal angetreten und haben alles auf den Super Tuesday gesetzt. Wie man dann nach South Carolina abdanken kann, ist mir unklar, auch wenn Steyer damit natürlich die richtige Wahl getroffen hat und den Weg frei macht.

Warren hält sich im Moment einfach noch alle Optionen offen bzw sucht nach einer Möglichkeit wie sie aus der Nummer raus kommt. In einer Townhall-Rede vor ein paar Tagen wurde sie von einem Zuschauer gefragt, wann sie aussteigen würde und sie wich da aus. Es würde mich überraschen, wie sie am Ende der Woche noch im Rennen wäre.

Was die Delegierten angeht, so kommt es drauf an. Wenn sie aussteigt und einen anderen Kandidaten endorsed, sind die Delegierten nicht daran gebunden, auch so zu wählen, aber es ist die gängige Praxis. Endorsed sie niemanden, sind die Delegierten in ihrer Entscheidung frei. Das alles gilt aber nur, wenn sie ihre Kampagne wirklich für beendet erklärt. Es gibt auch Kandidaten, die ihre Kampagne nur als "suspended" deklarieren und offiziell weiter im Rennen sind, um mit weiteren Spenden angehäufte Schulden abzuzahlen. In dem Falle behält sie ihre Delegierten, obwohl sie nur noch auf dem Papier im Rennen ist.

Aktuell steht es nach Delegierten:

58 Sanders
51 Biden
26 Buttigieg
8 Warren
7 Klobuchar
0 Gabbard & Bloomberg

1991 Delegierte benötigt man für die Mehrheit, über 400 gibt es allein in Kalifornien, über 200 weitere in Texas zu holen. Setzt man die jeweiligen Umfragen an, fallen die statistisch wahrscheinlichen Ergebnisse für die einzelnen Kandidaten wohl so aus:

1645 Sanders
1352 Biden
563 Bloomberg
198 Warren
158 Buttigieg
62 Klobuchar

Selbst wenn Warren Sanders endorsed, dürfte das nicht reichen. Auf der anderen Seite wäre es aber auch absurd und den Leuten nicht zu erklären, dass man den Frontrunner, den, der die meisten Stimmen bekommen und die meisten Staaten gewonnen hat, nicht nominiert. Im Moment rechnet sich die Elite die Situation ja schön, indem man sagt, dass alle anderen addiert auf mehr Anteile kommen als Sanders. In der Realität würden ja aber auch sehr viele Wähler dieser Kandidaten bei Sanders landen und nicht automatisch bei Biden oder Bloomberg, nur weil sich die Elite das so wünscht. Nur weil noch so viele Kandidaten im Rennen sind, hat man doch diese Zersplitterung und keine echte Chance auf eine Mehrheit. Um so beachtlicher ist es ja, dass Sanders die Mehrheit aller Staaten gewinnen wird und als einziger Kandidat konstant gute Werte hat.

Von daher wird es noch lustig.
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von little_big_man
#1541255
Wenn du aber sagst, dass ein Endorsement reicht, um die Delegierten zu "transferieren", dann hätte bei deinen Zahlen oben Biden dann allerdings eine Mehrheit, wenn er von Bloomberg und Pete endorsed würde.

Ich bin ja ganz klar für Bernie, weil er für mich der einzig glaubwürdige Politiker in diesem Rennen ist, aber ich bin mir sicher, dass die "Demokraten" ihr Demokratieverständnis so hindrehen werden, dass am Ende Biden oder Trump2 gegen Trump antreten und verlieren werden.
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von little_big_man
#1541259
Buttigieg ist jetzt tatsächlich noch vor dem Super-Tuesday ausgestiegen....hoffentlich zieht Warren auch noch nach statt Bernie die Stimmen wegzunehmen, die er braucht.
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von vicaddict
#1541260
Es überrascht mich jetzt doch, dass Buttigieg auch noch aussteigt. Das sollte in erster Linie Biden helfen, allerdings war es in den Polls bisher immer so, dass Buttigieg und Warren sich die Stimmen gegenseitig abgenommen haben. Ging es bei ihm hoch, ging es bei ihr runter und umgekehrt. Deshalb macht man es sich ja zu einfach, wenn man die Kandidaten nur nach deren Ausrichtung addiert. Die Wähler gehen schon nach Gesicht.

Das interessante ist ja, dass du in einigen Staaten wohl deine Briefwahl ungültig erklären kannst und erneut abstimmen kannst. Ob das so kurzfristig noch klappt, steht auf einem anderen Blatt. In dem Falle behält Buttigieg die Stimmen.

Es wird also ein Dreikampf zwischen Sanders, Biden und Bloomberg werden. Ich bin gespannt.

Btw gestern abend noch einen interessanten Poll gesehen. Es wurde in Texas und Kalifornien gefragt, wie die Leute zum Sozialismus bzw Kapitalismus stehen. In beiden Staaten ~36% pro Kapitalsmus und ~56% Pro Sozialismus. Sehr viel damit hat sicherlich mit Sanders zu tun, aber Murica drohen da wilde Zeiten.
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von Neo
#1541318
Ich tippe stark auf Sanders oder Biden - Sanders knapp vorn. Bloomberg ist zu farblos (wofür steht er, außer Sanders und Trump verhindern zu wollen?), unsympathisch, da so selbstsicher und kurzfristig einzusteigen, weil man sichs leisten kann und der wurde zuvor auch ganz schön von Warren nassgemacht.

ein edit zu früher Stunde: Joa, lief dann doch ganz gut für Biden. Und Bloomberg hatte wohl gehofft, nachdem Biden schon angeschossen war, dessen Sympathisanten abzufischen. Ist jetzt die Frage, ob der Super-Tuesday nur ein Testballon war oder er noch 1-2 Monate mitnimmt und schaut, wie sich was fügt. Er könnte zwar nochmal ein paar hundert Mille verpulvern, aber what is it for? Schätze trotzdem, dass er noch ein bisschen weiterspielen wird.
Sanders ist einigen leider wohl noch immer zu risky. Hoffe trotzdem auf ihn und vor allem jetzt erstmal auf Warren, die sich doch bitte hinter ihn stellen mag. -_-
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von Fernsehfohlen
#1541322
Ich habe gerade ein wenig ein Deja Vu und das Gefühl, dass die Demokraten in dieselbe Falle tappen wie 2016 und wieder glauben, mit einem moderaten Establishment-Kandidaten der keifenden Fratze auf der anderen Seite begegnen zu können. Klar, Biden ist nicht Clinton, aber er ist deutlich mehr Clinton, als es Sanders, Warren oder sogar der eitle Bloomberg gewesen wären. Und so richtig verstehe ich es nicht, warum man glaubt, dass es mit Biden klappen soll. Da würde ich echt lieber das Risiko Sanders eingehen, als zum zweiten Mal mit derselben Idee baden zu gehen, so rein taktisch gesehen. ^^

Wobei ich ehrlich sagen muss: Den ganz großen Bernie-Spirit von vor vier Jahren spüre ich grad auch nicht mehr, generell wirken die Primaries bislang sehr... alt und wenig dynamisch. Aber vielleicht ist das auch nur mein Eindruck aus der Ferne und in den USA geht es gerade voll ab.


Fohlen
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von vicaddict
#1541323
ich glaube, es geht bei den Demokraten ja weniger darum, mit einer anderen Idee das weiße Haus zu erobern als viel mehr darum, dass Bernie das ganze System umkrempeln will. Die Elite der Demokraten unterscheidet sich doch in keinster Weise von der der Republikaner. Die haben darauf keinen Bock, geht es doch um die eigenen Fleischtöpfe. Es sagt ja sehr viel, wenn schon Obama plötzlich eingreift und Buttigieg und Klobuchar dazu bewegt, sich hinter Biden zu stellen, um nur ja Bernie Sanders zu verhindern.

Die Ergebnisse sehen tatsächlich ganz gut für Biden aus, auf dem Papier. Er hat einige Staaten gewonnen, mehr als man erwartet hat, aber das war auch nicht unerwartet, wenn sich plötzlich zwei Kandidaten verabschieden und sich hinter ihn stellen. Nur so hat er Minnesota und Maine gewonnen. Einen Unterschied machen diese Staaten aber ja auch nicht. So wie ich das grob überfliege, teilen sich Biden und Sanders die Delegierten meist fein brüderlich. Auch in Texas scheint es auf ein 50/50 rauszulaufen. Kalifornien macht aber den Unterschied und hier sieht es wohl danach aus als könne Bernie die meisten aller Delegierten abgreifen. Und das sind fast 25% aller, die er insgesamt braucht.

Eines ist klar. Der Wahlkampf geht weiter. Keiner von beiden hat eine Mehrheit und wird wohl auch keine bekommen. Das wird ein dreckiger Parteitag. Schon deshalb, weil die ersten Sanders-Wähler ankündigen, nicht für Biden stimmen zu wollen. Das ist eine Machtposition, die man zurecht hat, die einen aber auch in eine militante Ecke stellt.

Warren wird sicherlich diese Woche noch abtreten. Das war ja mal wieder gar nichts. Sie ist im Grunde nur noch dabei, um Bernie zu verhindern. Bloomberg hatte ja auch angekündigt, bis zum Ende dabei bleiben zu wollen. Ob er das tut? Spätestens nach heute Nacht wird ihn kaum noch einer wählen, da er schlichtweg keinen Path forward hat.
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von vicaddict
#1541343
Jepp. Biden hat verdammt viel Boden gut gemacht. Das war so nicht zu erwarten. Das dürfte jetzt ein echter Zweikampf werden und er ist schon jetzt schmutzig. Sanders hat bereits Ads geschalten, die Biden und seine eher fragwürdigen Entscheidungen der letzten Jahre anprangern, Biden hatte schon am Super Tuesday ordentlich gegen Sanders geschossen.

Trump lacht sich kaputt.

Die Demokraten werden sich entscheiden müssen. Wollen sie das weiße Haus, müssen sie Sanders wählen. Wollen sie den Senat, müssen sie Biden wählen.

So oder so wird das aber brutal. Insbesondere, wenn man sich für Biden entscheidet. Das werden die Bernie-Bros nicht einfach so hinnehmen.
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von Neo
#1541347
Joa, ein Teil wird dann vermutlich gar nicht zur Wahl gehen, wobei man nach vier Jahren Trump eigentlich schon das geringere Übel wählen sollte und es ist halt auch wirklich nicht Clinton. Der große Biden-Zuspruch wunderte mich schon. Selbst als Buttigieg und Klobuchar aus dem Rennen waren, dachte ich, dass sich das für Bernie etwas klarer abzeichnet bzw. er zumindest etwas vorne liegt.

Die Ukraine-Affäre ist zwar nicht mehr so präsent, wird dann aber wieder von Trump rausgeholt und durch alle erdenklichen Rohre gejagt. Bei Trump hat man zwar viele Angriffspunkte, aber das bockt ja nun wirklich niemanden, also muss man doch logischerweise eine Alternative, oder das andere Extrem, wie es manche sagen, entgegenstellen, um überhaupt eine Chance zu haben. Kann da schon verstehen, dass manche vor dem Kampfbegriff des Sozialismus Angst haben (auch wenn wir in Europa das natürlich belächeln) und eher zu einem moderaten Biden tendiert. Warnen schließlich auch alle großen Demokraten davor und Bloomberg fands ja auch so grausig und trat deshalb an und nicht primär um Trump zu verhindern.
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von vicaddict
#1541349
Das Ding bei Biden ist ja auch, dass der teilweise ein unverständliches Zeug redet. Diese inkohärenten Sätze wirft man Trump oft vor, aber Biden ist doch nicht besser. Lass den mal 3 min reden, dann weiß der manchmal nicht, was er eigentlich sagen wollte.

Und Bernie hat eine PK in Vermont angekündigt. Da kann es eigentlich nur darum gehen, dass Warren ihn endorsed (und er sie insgeheim schon zum VP macht). Sie hatte ja bereits angekündigt, ihre Kampagne überdenken zu wollen. Nachdem Bloomberg raus ist, bleibt ihr gar nichts anderes übrig, denn für sie gibt es keinen Patch forward und so stark wie Biden im Moment ist, und so schwach wie sie bisher war, gibt es keine Chance, dass sie im Juli als Konsens-Kandidat gewählt werden könnte.

Es würde mich auch nicht überraschen, wenn Tulsi Gabbard ihn unterstützt. Sie ist gegen die Eliten wie sonst nur Bernie, ein Pazifist wie sonst nur Bernie und auch für sie gibt es keinen Grund, noch im Rennen zu bleiben. Wenn selbst Bloomberg sich verdrückt und hinter Biden stellt, muss eigentlich jeder andere abdanken und sich entscheiden, auf welcher Seite er steht.

Und ganz ehrlich? Tulsi Gabbard ist für mich im ganzen Wahlkampf die Person gewesen, bei der ich schade fand, dass sie nicht mehr Anklang fand. Mit der gewinnst du nämlich auch jede Menge Moderates und auch Republikaner.
von Familie Tschiep
#1541360
Heute wieder ein Kurssprung an der Börse. Ich glaube, die Händler unterschätzen noch die Zahl der Coronakranken an der Westküste, nur weil noch nicht so viel getestet wurde. Das Problem wird ähnlich gravierend wie in Italien sein. Es muss wohl noch ein paar Tote geben, damit manche aufwachen. 11 sind schon viel. Wenn man annimmt, dass die Sterblichkeitsrate bei 0,2 bis 0,5 Prozent liegt, kann man sich ausrechnen, wie sehr das Virus da schon gestreut hat. Das wird die Wahl mehr entscheiden als der Kandidat der Demokraten.
von thunder49
#1541379
Nach übereinstimmenden Medienberichten hat sich auch Elizabeth Warren nun aus dem Vorwahlkampf zurückgezogen. Eine große Überraschung ist das aber nicht wirklich
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von vicaddict
#1541388
Sie hat bisher niemanden endorsed. Sie sitzt es also aus und wird sich am Ende auf die Seite desjenigen schlagen, der die meisten Stimmen hat.

Damit sind es noch Bernie, Sloppy Joe und Tulsi Gabbard. Wer hätte gedacht, dass Tulsi so lang im Rennen bleiben wird? :D
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von Neo
#1541419
vicaddict hat geschrieben: Do 5. Mär 2020, 18:56Wer hätte gedacht, dass Tulsi so lang im Rennen bleiben wird? :D
Ich hatte sie vorher nicht mal auf dem Zettel. Schade, dass man sie nicht richtig aufgebaut hat. So müssten sich die Demokraten zumindest nicht die ganze Zeit vorwerfen lassen, dass sie nur alte weiße Männer - alle älter als Trump - im Rennen haben.
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von vicaddict
#1541485
Es könnte doch noch richtig spannend werden. Selbst MSNBC, der Haus- und Hofsender von Biden, greift jetzt auf, dass er kaum noch ganze Sätze sprechen kann. Eine Insiderin hat berichtet, wonach das seit Monaten in seiner eigenen Kampagne, aber auch bei führenden Stimmen der Demokraten Thema sei. Man stelle sich ernsthaft die Frage, ob er überhaupt noch in der Lage sei, das Amt auszuführen. Selbst die Debattenregeln hat man ja jetzt zu seinen Gunsten geändert. Statt zu stehen, sitzt man jetzt und statt Fragen der Moderatoren gibt es vorgefertigte Fragen aus dem Publikum.

Das wird immer absurder.
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von Wolfsgesicht
#1541486
Früher hatten Präsidenten Hunde, mittlerweile wohl eher Rollatoren.
von Familie Tschiep
#1541541
Der Dow stürzt um fast 2000 Punkte. Wenn die Coronakrise in den USA auch in der Statistik ansteigt, dann stürzt er noch mal so stark. Trump hat die Wahl fast schon verloren. Ich glaube, das wird ein Wahldebakel für die Republikaner und sie werden sich noch in den Hintern beißen, dass sie das Impeachment so abgewürgt haben, so kann Trump weiter dilettieren.
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von vicaddict
#1541543
Aktuell ist Trump so beliebt wie nie und ob eine solche Krise, mit anschließendem Wirtschaftstief ihm angerechnet wird, muss man sehen. An ein Debakel glaube ich da in keinster Weise. Im Gegenteil. Trump kann doch alles auf die Einwanderer schieben, die 3,5 Jahre toller Wirtschaft kaputt gemacht haben.

Muss er zudem gegen Biden antreten, muss Biden die Wähler auch erst einmal überzeugen, dass er es besser kann. Im Moment steht der jedenfalls ordentlich unter Druck. Jesse Jackson endorsed Bernie und neben der Kritik an seinen geistigen Fähigkeiten, holt man jetzt auch all die schmutzigen Dinge ans Licht, die er in seiner Karriere so verbockt hat. Das beginnt mit seinem Schattenkabinett, das nur aus McKinsey-Fanboys besteht, dem Kürzen von Sozialleistungen, er ist gegen den Green Deal und es gibt sogar frühere Statements, in denen er die Schwarzen auffordert, Jesse Jackson zu ignorieren.

All das kommt zwar reichlich spät, aber es ist nicht gut für Sleepy Joe.
von Familie Tschiep
#1541644
Wenn die amerikanischen Grannys sterben, werden manche schon aufwachen. Und Trump und die Coronakrise ist ein einziges Desaster, ich erwarte ein zweites Italien mit 330 Millionen Einwohner.