US-Fernsehen (inklusive Season- und Pilot-Reviews), britisches Fernsehen etc.
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von Burpie
#1563044
Umbrella Academy S1-3
Nach der recht positiven Bewertung der 3.Staffel habe ich mir die ganze Serie angeschaut.
Und bin grundsätzlich enttäuscht.
Schon nach S1 war ich verwundert, dass es weiterging, denn es gab schon besserer Serien, die nach kurzer Zeit abgesetzt wurden.
Die Prämisse "Familie verhindert den Untergang der Welt/des Universums" wurde insgesamt bis auf Nanostärke ausgewalzt, ohne wirklich an Tiefe zu gewinnen. Der "Weltuntergang" ist ein genauso diffuser Begriff wie die "Weltherrschaft". Großes Wort - Null Relevanz für irgendwen oder irgendwas.
Das Pacing der Serie hat mich stellenweise wütend gemacht, denn die Geschichte geht immer einen Schritt vor und in der nächsten Szene zwei Schritte zurück. Dazu wird, besonders in S1 und S3 pausenlos die Seelenqual der Figuren wiedergekäut. Dauernd sieht man Fehler ein, dauernd will/muss man sich entschuldigen, irgendwas ist immer.
Nach Folge 1 S3 habe ich mich echt schwergetan weiterzuschauen, denn die Apokalypse als Dreh- und Angelpunkt war damit völlig ausgelutscht. Danach kamen offensichtliche Logiklöcher: Die Helden haben kein Geld für ein Hotelzimmer, aber für zwei Flüge, sowie neue Haarschnitte? Das Hotel schwebt allein im Universum, plötzlich tauchen Reggie und Klaus auf? Warum sind die Sparrows so besessen davon, Harlan unbedingt töten zu müssen? usw.usf.
Schlimm fand ich das Happy End, welches für Allison gar keinen Sinn ergab. Und mich eigentlich auch nicht mehr interessiert hat, denn davor wurde pausenlos an Zeiten und Dimensionen bis zur Unkenntlichkeit herumgeschraubt.
Jeder Staffel hätte problemlos die gleiche Geschichte in acht, anstatt in zehn Folgen erzählen können und die Hochzeitsfolge war die Ägerlichste und Lahmste von allen. Und zeigte nochmals deutlich, was insgesamt schieflief: Der Untergang des Universums steht bevor, man lehnt sich zurück und macht erst mal eine Party. Am nächsten Morgen wird gestritten und man "trifft sich in einer Stunde wieder", um irgendeine Entscheidung zu treffen, die sowieso irrelevant ist, da dem Zuschauer schon klar ist, wohin die Reise gehen wird.
Insgesamt ist die Serie nie wirklich spannend oder gar mitreißend, maximal ist sie nette, aber überlange Unterhaltung.
4/10
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von AlphaOrange
#1563047
Burpie hat geschrieben: So 31. Jul 2022, 15:38Insgesamt ist die Serie nie wirklich spannend oder gar mitreißend, maximal ist sie nette, aber überlange Unterhaltung.
Das ist genau das Problem, weshalb ich immer noch nicht die letzten S2-Folgen gesehen habe.
Ich denke mir immer "eigentlich ist das schon alles ziemlich cool gemacht" .. aber entwickle überhaupt keine Motivation, weiterzuschauen. Bzw. die Serie gibt mir keine. Finde die maßlos überbewertet.
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von redlock
#1563052
Spy City -- Staffel 1 (ZDF)

6 Folgen, Laufzeit jeweils knapp 45 Minuten, vom ZDF in drei Teile zu jeweils knapp 90 Minuten Laufzeit zusammen gepappt.

Vier Sektoren Stadt Berlin im Frühjahr & Sommer 1961. Mehr Spione pro km² geht wohl nicht. CIA, MI6, SDECE, KGB, Stasi, Berliner Kripo und auch noch Alt Nazis. Alle spielen mit. Unser Held (gespielt von Dominic Cooper) ist MI6 Agent der im Jahr zuvor in Berlin überfallen wurde und einen MI6 Kollegen getötet hat (Selbstverteidigung). Nun will er herausfinden warum der Überfall war und kehrt nach Berlin zurück. Als Rückkehrgrund dient der Plan einen ostdeutschen Raketenwissenschaftler aus der SBZ (aka DDR) herausschmuggeln.
Mir hat dieser Agententhriller gut gefallen. Sicher, unser Held trug Klamotten die wahrscheinlich ein wenig zu teuer für einen MI6 Agenten im Jahr 1961 waren, und seine französische Kollegin war ebenfalls sehr elegant gekleidet. Aber, das hier ist keine Doku, obwohl echte Aufnahmen aus dem Berlin der frühen 1960ziger eingebaut sind.
Alles in allem war es spannend und unterhaltsam. Für Leute, die Agentgeschichten aus der Zeit des Kalten Krieges mögen, empfehlenswert. Die Geschichte ist übrigens in sich abgeschlossen.

---->7,5/10


The Terminal List -- Staffel 1 (Amazon)

8 Folgen; Laufzeit zwischen 51 und 65 Minuten, meist am oberen Ende der Spanne

Ich hatte die Serie eigentlich recht weit unten auf meiner Seh- bzw. Nachholliste. Dann hatte ich jedoch gelesen, dass die Serie im blauen Amerika (also Dem country) gar nicht gut ankam, im roten (Rep country) jedoch um so mehr. Meine Neugier war geweckt.
Nach den ersten beiden Folgen dachte ich, das wäre Amazons Version der Paramount+ Serie ''Seal Team.'' Die beiden Folgen waren okay, mehr aber auch nicht. Ab Folge 103 geht allerdings so richtig die Post ab. Da wird die Serie zu einer Mischung aus ''Rambo'' und ''Ein Mann sieht rot (OT: Death Wish).'' (Ergo, nix für die Dems - lol). Es war spannend, packend und sehr brutal (eine Ep war definitiv FSK18). Natürlich, bei einer solchen Serie nicht ungewöhnlich, gab's auch Sachen, die sehr unwahrscheinlich waren. Ich sag nur das Attentat, aber vor allem die Flucht in Nordkalifornien.
Mir hat es dennoch wirklich gut gefallen. Wer Action sucht, wird hier fündig. Die Staffel ist in sich abgeschlossen. Eine S2 mit unserem Helden in der Hauptrolle wäre möglich, allerdings nach den Enthüllungen in S1, wäre es etwas weit hergeholt.

Für S1: 7,5/10
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von AlphaOrange
#1563064
The Boys S3

Startet erstmal wieder als selbstbesoffenes Splatter-Fest, findet aber schnell Tritt und ist meiner Meinung nach deutlich besser als Staffel 2. Die Welt ist wieder konsistenter, die Entwicklungen glaubhafter und man schafft es, Homelander endlich wirklich total bedrohlich und instabil wirken zu lassen, ihm gleichzeitig aber auch Schwächen zuzulassen. Butcher ist zwar weiterhin der egozentrische Total-Arsch, der es schwer macht, sich mit ihm zu identifizieren, aber dieses Mal nimmt die Serie das als zentralen Handlungsbogen auf. Das Finale bringt endlich mal ein paar Konsequenzen und Veränderungen mit sich, auch wenn die Serie leider darunter leidet, ihren zentralen Konflikt nicht auflösen zu dürfen (Butcher vs. Homelander) und darin in letzter Instanz zahnlos bleibt.
Ein paar Worte zum im Vorfeld heiß diskutierten Herogasm: auch wenn man da eine Viertelstunde lang den Bildschirm mit nackten Brüsten und allerhand angedeuteten Sexpraktiken überschwemmte fand ich das erschreckend harmlos für das Tamtam, was darum gemacht wurde. Da gab's ja vor zehn Jahren in diversen edgy Kabelserien deutlich explizitere Szenen. Geht wohl heutzutage einfach nicht mehr.

8.5 / 10
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von LittleQ
#1563071
Riverdale - Season 6

Hachja. Das Ende naht und man kann nicht sagen unverdient. War schon sehr strange. :D

5/10
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von redlock
#1563072
In from the Cold -- Staffel 1 (Netflix)

8 Folgen: Laufzeit zw. 41 und 55 Minuten (meistens im oberen Bereich der Skala)

Ich denke, hier hat Netflix Subventionen aus Spanien und möglicherweise einem anderen Land, das als Russland durchgeht, abgegriffen.

Die Handlung der Staffel spielt auf zwei Zeitebenen. In der ''Jetzt Zeit'' in Madrid, Spanien und die Zweite in der Mitte der 1990ziger in Moskau. Hauptfiguren in der ''Jetzt Zeit'' sind ein CIA Agent, eine Mutti aus New Jersey und ihre 17 jährige eiskunstlaufende Tochter. Im Moskau der 1990ziger erfahren wir, wie eine Teenagerin zur FSB Agentin ausgebildet wird.
Die Serie ist hauptsächlich ein Agententhriller, allerdings mit einer (Betonung auf ''einer'') gewaltigen Portion sci-fi.
In Madrid sprechen die Figuren vor allem Englisch und nur ein wenig Spanisch. In Moskau vor allem Russisch. Untertitel müssen also her.
Das war alles in allem eine sehr solide und unterhaltsame Angelegenheit mit netten Drehungen. Natürlich ist genrebedingt nicht alles logisch. Aber geschenkt. Der Haupthandlungsbogen ist in sich abgeschlossen. Aber, die Staffel endet mit einem fetten Cliffhanger, den ich überhaupt nicht hab kommen sehen.
Keine Ahnung ob es eine zweite Staffel geben wird.

Für S1: 7/10


The Orville: New Horizons (Staffel 3) (Hulu)

10 Folgen; Laufzeit sehr unterschiedlich, zw. 60 und 87 Minuten

Die Serie bleibt, auch, oder gerade, in Staffel 3, die ''Star Trek-ischste'' Serie der letzten Jahrzehnte. (Und ja, Offiziere in rot bzw. orange-roten Hemden leben auch hier extrem gefährlich). Sicher, nicht jede Folge ist ein Volltreffer. Aber z.B. ist die Folge 305 (''Tales of two Topas'' aka ''die Trans Folge'') einfach sehr stark, egal wie man zu dem Thema steht. Da hätte so viel schief gehen können. Ist es aber nicht. Bei dem Thema ist es allerdings nicht verwunderlich, dass die Folge nicht die allerbesten Wertungen der Staffel hat.
Jedenfalls, mir hat die Staffel sehr gut gefallen. Es fühlte sich sehr nach TNG an. Hach, Nostalgie.
Die verschieden Figuren bekamen ihren Raum für uns zum weiteren Kennenlernen und für sie zur Entwicklung.
Die production values waren hoch. Die Staffel muss verdammt teuer gewesen sein.
Das Staffelfinale (in dem auch mal die Gesellschaftsordung der ''Union'' angesprochen wurde) funktioniert sehr gut als Serienfinale. Dennoch hoffe ich, dass es gelingt eine vierte Staffel zu produzieren.

Für S3: 8/10
von Medienjunkie
#1563108
The Orville Staffel 3

Eine sehr starke Staffel einer ohnehin schon tollen Serie. Viele klassische Trek-eske Sci-Fi-Parabeln, die meist mehr über unsere Welt erzählen als über das hier entworfene Serienuniversum. Wenn TNG heute noch laufen würde, würde es im besten Fall so aussehen. Keine richtig schlechte Episode - mindestens fünf waren überragend, eine oder zwei etwas schwächer und die anderen drei immer noch sehr gut. Wie hier sensible Themen wie Suizid und Transgender umgesetzt wurden, finde ich meisterhaft. Insgesamt natürlich sehr Kaylon- bzw. Isaac-zentriert, was aber eben auch die interessanteste Figur ist. Der übergreifende Arc um den Krieg wird überraschend aufgelöst. Ich hoffe, dass es noch weitergeht, denn diese Staffel war für mich locker die beste SF-Staffel seit dem Ende von BSG (vielleicht mit Ausnahme einiger The Expanse-Staffeln, die aber ganz anders angelegt waren).

9/10 fliegenden Untertassen
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von Burpie
#1563112
Dark S1-3 (Netflix)
Der Beweis, dass, mit der richtigen Investition und Vertrauen in Autor und Regisseur, Deutschland auch auf dem internationalen Seriensektor ganz weit vorn mitspielen kann.
Für mich ist "Dark" die komplexeste und bestgemachte Mystery-Serie ever. Dadurch, dass die Handlung auf sechs Zeitebenen spielt und jede Figur mind. zwei, die meisten drei verschiedene Erscheinungsformen hat, ist das keine Serie zum Nebenbeischauen. Schauspielerisch gut bis sehr gut, ebenso die Effekte und die Atmosphäre. Mindbending!
10/10
Zuletzt geändert von Burpie am So 21. Aug 2022, 13:09, insgesamt 1-mal geändert.
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von redlock
#1563156
Cardinal -- Staffel 3 (CTV, Kanada)

6 Folgen; Laufzeit jeweils ca. 43 Minuten

Für die Ermittler John Cardinal und Lise Delorme geht es in die dritte Runde. Diesmal geht es um eine kleine Weltuntergangssekte, die mordend in der Region ist und um den Selbstmord von Cardinal's Frau.
Diesmal sind die zwei Fälle nur ''solide.'' Der Fall um den Selbstmord ist dazu noch ziemlich deprimierend. War nicht mein Ding. Darum für S3 nur 6/10


Never Have I Ever -- Staffel 3 (Netflix)

10 Folgen; Laufzeiten zw. 25 und 30 Minuten

Man merkt der Serie (weiterhin politisch korrekt bis zum Anschlag) an, dass ihr langsam die Luft ausgeht. Sicher, es war weiterhin unterhaltsam und kurzweilig. Allerdings fangen Dinge an sich zu wiederholen und der Elan lässt merklich nach. Das ''Neue'' ist weg, man ist in einer Routine. Gute Entscheidung, dass die vierte, die letzte Staffel sein soll.

Für S3: 7/10


Strike Back -- Staffel 7 (Cinemaxx)

10 Folgen; Laufzeiten zw. 47 und 50 Minuten

Section 20 ist diesmal vor allem in Süd-Ost Asien unterwegs. Das aktuelle Team ist einfach nicht so gut wie die ursprüngliche Mannschaft um Stonebridge und Scott. Muss man einfach feststellen. Wen es zum intimen Kontakt zwischen Männlein und Weiblein kommt, ist man wesentlich dezenter als in den frühen Staffeln (fällt einfach auf). Die Damen sind allerdings weiterhin sehr hübsch und es wird aus vollen Rohren geballert. Es knallt und explodiert vom Feinsten. Die Actionszenen sind wirklich gut umgesetzt. Es bleibt jedoch festzuhalten, dass die bösen Buben meistens nur vorbei schießen während unsere Helden und Heldinnen ausgesprochen treffsicher sind.
Die Staffel ist in sich abgeschlossen.
Die Staffel wurde 2018 gedreht und 2019 ausgestrahlt. Es gibt gegen Ende der Staffel eine sehr interessante Unterhaltung zwischen zwei Briten, die die heutige Situation zwischen dem Westen und Russland beschreibt. Zufälle gibt’s.
Unterm Strich war S7 ''nur'' eine solide Staffel: 6/10
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von AlphaOrange
#1563159
Manifest S2
Hatte nach den guten Ansätzen von S1 und der Tatsache, dass Netflix die Serie weiterproduziert, ein bisschen die Erwartung, dass sich das jetzt eine starke Genreserie mit markantem Ton wird. Das Gegenteil ist der Fall. Manifest S2 ist der Prototyp weichgespülter Network-Mystery - und eigentlich hätte ich genau das bei "Netflix produziert die Serie weiter" ja ahnen müssen.
Irgendwie hat die Staffel so gar keine Linie und wirkt völlig undurchdacht. Der neu eingeführte Big Bad verschwindet nach dem ersten Staffeldrittel unspektakulär wieder - genauso wie Vance, der ebenso kurz zuvor erst zurückgeholt wurde. Der ganze Government Conspiracy Plot der ersten Staffel ist raus. Dafür gibt es ein Sektenthema, bei dem man es nie schafft, den Konflikt sauber herauszustellen, und das dann auch wieder flach fällt zugunsten von absoluten Klischeebösewichten, die erst fürs Staffelfinale frisch herbeigezaubert werden. Dazwischen: sehr viel Familiendrama statt Mythologie.
Immerhin hat man sich entschieden, Danny aus der Serie zu nehmen und auch das Dreieck Jared-Mikaela-Zeke aufzulösen - nichts davon hatte in S1 funktioniert.
Leider rangiert die Serie auf der Lost-Leftovers-Skala ganz stark auf der Lost-Seite, sprich: sie basiert auf einer unlösbaren Prämisse, tut aber permanent so, als sei die Auflösung super-wichtig für die Serie. Gerade dass man auf der einen Seite Fantasy-Hokuspokus präsentiert, auf der anderen mit Saanvi eine Figur permanent daran arbeiten lässt, ein medizinisches Serum dagegen zu erforschen, tut oft ziemlich weh.
Es bleibt unterhaltsame Network-Durschnittsware ohne tieferen Anspruch.
5.5 / 10
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von Theologe
#1563166
Star Trek: Picard: S2
Die Serie war von mir heiß ersehnt und auch wenn S1 alles andere als großartig war und ich die wohl auch etwas zu euphorisch bewertet habe, hatte ich große Hoffnung für S2. Die wurden leider enttäuscht. Die erste Folge ist sehr schläfrig, dann gibt es eine Episode in einer alternativen Zeitlinie, die durchaus spannend ist und dann geht es per Zeitreise auf die Erde nahe unserer heutigen Zeit.
Von Star Trek bleibt ab diesem Zeitpunkt dann leider nicht viel, weil es eben alles auf der Erde der Gegenwart spielt. Nach anfänglich holprigem Start wird das dann zwar später durchaus unterhaltsam, aber solche „Zeitreise“ Plots funktionieren für einen Film oder eine Folge, nicht für eine ganze Staffel Star Trek.
5,5/10

For All Mankind: S2
Die Serie spielt zwar in der Vergangenheit, aber wenigstens viel im Weltall. Die alternative Zeitlinie wird konsequent fortgesetzt und die Unterschiede, die sich durch Russlands Mondlandung ergeben haben, werden größer. Die Spannung in einigen Episoden ist kaum auszuhalten und auch die Entwicklung der Figuren wird konsequent fortgesetzt. Die Serie ist ein absolutes Highlight und es ist sehr schade, dass sie durch die Ausstrahlung auf Apple TV, keine so große Aufmerksamkeit bekommt.
8,5/10

Stranger Things 4
Wie immer eines der Highlights des Jahres. Mir war zwar die Handlung zu sehr gesplittet auf zu viele Schauplätze, aber für sich gesehen, waren alle Handlungsstränge sehr unterhaltsam.
Das Finale hat zwar das eine oder andere Logikloch, ist aber dennoch furios. Musik, Setdesign, Spannungsaufbau… da passt einfach fast alles.
8,5/10

Man Vs. Bee
Nicht so richtig eine Serie, mehr ein Film, der à la Quibi aufgeteilt wurde. Rowan Atkinson macht was er immer macht, spielt seine Standardrolle, das ist nicht sonderlich kreativ, aber ganz nett anzuschauen. Insgesamt hätte ich mir aber mehr Chaos gewünscht.
6/10

The Terminal List
Diese Actionserie mit Chris Pratt als Navy Seal auf Rachefeldzug lässt nichts anbrennen und spielt anfangs sehr gut mit den Erwartungen des Zuschauers. Gibt es eine Verschwörung, ist das alles Wahnsinn im Kopf von Pratts Charakter oder ein wenig von beidem?
Egal, die Action feuert aus allen Rohren und das macht durchweg Spaß. Ich weiß nicht, wie es in der Buchvorlage war, aber der Schlusstwist war ein so unglaubliches Klischee, dass ich nicht erwartet hätte, das es bedient wird. Das war für mich das einzig enttäuschende an der Staffel.
8/10

A Very British Scandal
Inhaltlich nicht verwandt mit A Very English Scandal und auch deutlich schlechter. Der Skandal ist nicht wirklich skandalös. Claire Foy und Paul Bettany sind tolle Schauspieler, aber irgendwie gibt die Geschichte einfach nicht viel her. Ich hab mich hier mehr gelangweilt.
5/10

Keep Sweet: Pray and Obey Doku [Netflix]
Eine Doku über fundamentalistische Mormonen, die sich langsam entfaltet, aber deutlich auf den Missbrauch von Kindern, in erster Linie Mädchen, in diesem System aufmerksam macht. Dieses System wurde über Jahrzehnte gepflegt, nahm aber unter der Führung eines neuen „Propheten“ immer größere Ausmaße an, die man kaum glauben kann.
Als Fan der Serie Big Love waren mir einige Aspekte dieser Sekte bekannt, aber da war es eben als Dramaserie anders aufgebaut und gerade beim Thema Missbrauch doch relatib zurückhaltend.
8/10

See: S2
Wie schon in der ersten Staffel, sind die Blinden etwas zu fähig, aber die Serie setzt das einfach fantastisch in Szene. Ich liebe die Kampfchoreographien und besonders Jason Momoas Bewegungen. Die Actionszenen sind die Highlights der Serie, aber auch die Figuren bekommen Raum zur Entfaltung. Die neuen Charaktere fügen sich gut ein und erweitern die Welt von See.
Ich freue mich schon auf die 3. Staffel.
8,5/10

We Own This City
David Simon macht David Simon Sachen und das wie immer gut. Offenbar hat er auch immer noch etwas über die Polizei von Baltimore zu erzählen. Hier geht es um einen realen Korruptionsskandal innerhalb einer Elitetruppe der Baltimore Polizei.
Es ist nicht ganz auf dem Niveau von The Wire und doch irgendwie ein Bruder im Geiste. Ich habe meine Quarantäne auf jeden Fall genutzt, um die Serie in kürzester Zeit zu bingen.
8/10

The Sinner: S4
Die 3. Staffel fand ich schon deutlich schwächer und eine wirkliche Verbesserung blieb leider aus. Bill Pullman spielt das wirklich super, aber der Fall ist nichtmal so richtig einer. Ambrose ist im Urlaub und beobachtet einen Selbstmord, ist sich aber nicht so richtig sicher, ob es einer war und ermittelt dann die Hintergründe.
Es geht irgendwann gar nicht mal mehr um den Fall, sondern eher um die Obession von Ambrose, der nicht aufhören kann, bis er alle Antworten hat, ganz egal wie sehr er sich oder andere damit verletzt.
6/10

Escape At Dannemora
Diese True Crime Serie beleuchtet die Hintergründe über einen Gefängnisausbruch. Mit Benicio Del Toro, Paul Dano und Patricia Arquette wartet die Serie mit 3 Hochkarätern auf. Die Serie startet mit einem Verhör, nach dem Ausbruch und zeigt, dann wie es dazu kam. Im Mittelpunkt stehen dabei die Beziehungen der 3 Protagonisten untereinander, der eigentliche Ausbruch ist zu vernachlässigen.
7,5/10

The Boys: S3
Es ist vielleicht nicht die beste Serie, die im Moment läuft, aber es ist die Serie die mir am meisten Spaß macht. Blood und Gore verkommen zwar ein wenig zum Selbstzweck, aber das trägt auch zum Unterhaltungswert bei. Ich liebe die Figuren, auch wenn die eigentlich alle furchtbar sind.
Das einzige was mir an der Serie nicht gefällt
10/10
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von little_big_man
#1563170
Theologe hat geschrieben: Mo 22. Aug 2022, 23:03We Own This City
David Simon macht David Simon Sachen und das wie immer gut. Offenbar hat er auch immer noch etwas über die Polizei von Baltimore zu erzählen. Hier geht es um einen realen Korruptionsskandal innerhalb einer Elitetruppe der Baltimore Polizei.
Es ist nicht ganz auf dem Niveau von The Wire und doch irgendwie ein Bruder im Geiste. Ich habe meine Quarantäne auf jeden Fall genutzt, um die Serie in kürzester Zeit zu bingen.
8/10
Ich schaue die Serie auch gerade, wobei mir die letzte Episode noch fehlt. Man wird definitiv an The Wire erinnert und die Serie hat auch alles, was noch bisher jede David Simon Serie zu einem Must-View für mich gemacht hat........ABER dieser wilde Zeitebenensalat der die Serie veranstaltet ist für mich wirklich eine ganz schreckliche Entscheidung gewesen, denn ich bin während dem Schauen eigentlich permanent nur damit beschäftigt, die einzelnen Szenen irgendwie zeitlich einzuordnen und die Handlung in meinem Kopf in eine sinnvolle Reihenfolge zu bringen. Ich meine es macht sicherlich Sinn die Szenen von Jenkins' Anfängen bei der Polizei als Rückblicke zu zeigen, aber dass man die gesamte Haupthandlung aus ca. 2014-2017 so wild zerhackstückelt hat wertet die Serie für mich leider doch deutlich ab. Das hat sicher auch damit zu tun, dass ich anfänglich verpasst habe, dass die zwischen Szenen eingeblendeten Workreports die Datumsangaben der folgenden Szenen enthalten, aber auch mit dieser Info wurde es nicht viel besser...

Und ja, ich habe bevor ich mit der Serie begonnen habe die Kritik an den Zeitebenen gelesen gehabt und mir gedacht: "Ach, stellt euch nicht so an!" Ich liebe eigentlich verschachtelte Serien mit mehreren Zeitebenen und Rückblicken wie z.B. zuletzt bei mir S1 von Dark, aber hier bei We Own This City ist es einfach nicht sinnvoll eingesetzt und wertet die Serie für mich klar ab.
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von Theologe
#1563171
little_big_man hat geschrieben: Di 23. Aug 2022, 18:03
Theologe hat geschrieben: Mo 22. Aug 2022, 23:03We Own This City
David Simon macht David Simon Sachen und das wie immer gut. Offenbar hat er auch immer noch etwas über die Polizei von Baltimore zu erzählen. Hier geht es um einen realen Korruptionsskandal innerhalb einer Elitetruppe der Baltimore Polizei.
Es ist nicht ganz auf dem Niveau von The Wire und doch irgendwie ein Bruder im Geiste. Ich habe meine Quarantäne auf jeden Fall genutzt, um die Serie in kürzester Zeit zu bingen.
8/10
Ich schaue die Serie auch gerade, wobei mir die letzte Episode noch fehlt. Man wird definitiv an The Wire erinnert und die Serie hat auch alles, was noch bisher jede David Simon Serie zu einem Must-View für mich gemacht hat........ABER dieser wilde Zeitebenensalat der die Serie veranstaltet ist für mich wirklich eine ganz schreckliche Entscheidung gewesen
Ja, das nervig, das hatte ich schon ganz verdrängt. Die Serie wäre sicherlich noch besser gewesen, wenn man das geradliniger erzählt hätte. Gut gefallen hat mir die Serie dennoch.
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von redlock
#1563174
Only Murders in the Building -- Staffel 2 (Hulu)

10 Folgen; Laufzeiten zw. 30 und 36 Minuten (Staffelfinale 38 Min.)

Weiter geht es mit unseren drei Podcastern. Ohne groß zu spoilern kann ich hier schon sagen, dass sie recht schnell nicht mehr zu den Hauptverdächtigen des Mordes an Bunny zählen. Unsere Helden machen sich dann auf die Suche nach dem wahren Täter.
Mich überrascht immer noch, wie gut Gomez (spielt Mabel) mit den alten Haudegen Short und Martin harmoniert. Das Mabel jetzt plötzlich bi ist -- geschenkt. Hollywood ist halt ein Zentrum der Wokeness in den USA. Da muss eine Serie eben bestimmte Quoten (und ich meine nicht Einschaltquoten) erfüllen.
Wie dem auch sei, in dieser Staffel gibt es wieder ein paar nette Gaststars (u.a. Shirley McLaine mit ihren 88 Jahren!). Aber auch einige der wichtigen Figuren aus S1 tauchen wieder (kurz) auf.
Der Krimifall spielt eigentlich nur zu Beginn und am Ende der Staffel die Hauptrolle. In der Mitte nimmt sich die Serie Zeit weiter und tiefer auf die Figuren einzugehen. Die Figuren bekommen immer mehr ''Inhalt'' oder ''Kontext.'' Gilt vor allem auch für einige der Nebenfiguren. Die Macher sind sich sehr bewußt, was und wie sie die Geschichte(n) erzählen. In einer der Folgen gegen Ende der Staffel geben die Fans des (fiktiven) Podcast in der Serie so gar einen hübschen Kommentar dazu ab.
Alles in allem ist die Staffel sehr unterhaltsam, vergnüglich und kurzweilig. Diese Dramedy (ja, eigentlich ist es eine Dramedy) ist herrvorragend zum Bingen geeignet.
Wie in S1 wird der Mordfall aufgeklärt. Dann gibt es jedoch noch einen Epilog (''One Year Later'') und die dritte Staffel wird auf den Weg gebracht. Ich freue mich schon jetzt darauf.

Für S2: 7,5/10
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von Burpie
#1563177
redlock hat geschrieben: Mi 24. Aug 2022, 13:26 Only Murders in the Building -- Staffel 2 (Hulu)

10 Folgen; Laufzeiten zw. 30 und 36 Minuten (Staffelfinale 38 Min.)

Weiter geht es mit unseren drei Podcastern. Ohne groß zu spoilern kann ich hier schon sagen, dass sie recht schnell nicht mehr zu den Hauptverdächtigen des Mordes an Bunny zählen. Unsere Helden machen sich dann auf die Suche nach dem wahren Täter.
Mich überrascht immer noch, wie gut Gomez (spielt Mabel) mit den alten Haudegen Short und Martin harmoniert. Das Mabel jetzt plötzlich bi ist -- geschenkt. Hollywood ist halt ein Zentrum der Wokeness in den USA. Da muss eine Serie eben bestimmte Quoten (und ich meine nicht Einschaltquoten) erfüllen.
Wie dem auch sei, in dieser Staffel gibt es wieder ein paar nette Gaststars (u.a. Shirley McLaine mit ihren 88 Jahren!). Aber auch einige der wichtigen Figuren aus S1 tauchen wieder (kurz) auf.
Der Krimifall spielt eigentlich nur zu Beginn und am Ende der Staffel die Hauptrolle. In der Mitte nimmt sich die Serie Zeit weiter und tiefer auf die Figuren einzugehen. Die Figuren bekommen immer mehr ''Inhalt'' oder ''Kontext.'' Gilt vor allem auch für einige der Nebenfiguren. Die Macher sind sich sehr bewußt, was und wie sie die Geschichte(n) erzählen. In einer der Folgen gegen Ende der Staffel geben die Fans des (fiktiven) Podcast in der Serie so gar einen hübschen Kommentar dazu ab.
Alles in allem ist die Staffel sehr unterhaltsam, vergnüglich und kurzweilig. Diese Dramedy (ja, eigentlich ist es eine Dramedy) ist herrvorragend zum Bingen geeignet.
Wie in S1 wird der Mordfall aufgeklärt. Dann gibt es jedoch noch einen Epilog (''One Year Later'') und die dritte Staffel wird auf den Weg gebracht. Ich freue mich schon jetzt darauf.

Für S2: 7,5/10
Wobei mir immer noch nicht klar ist, wie Mabel ihren Lebensunterhalt verdient.
Toll war auch Michael Rappaport - "Sie Kniehodenbaumler!"
9/10

PS.: Wirklich hinterfragen möchte ich eine meiner Lieblingsserien nicht, aber es gab schon Ungereimtheiten. Z.B. Mabel attackiert und verletzt jemanden vor laufenden Handykameras - und es hat keinerlei Folgen ...
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von Theologe
#1563182
For All Mankind: S3
Die Staffel setzt nochmal einen drauf, das hätte ich so nicht erwartet. Sicherlich ist das ganze hier und da etwas soapy, aber die Serie ist sich nicht zu schade, Figuren zu opfern, wenn es notwendig ist. Das sorgt für Spannung und eben echte Gefahr für die Figuren.
9/10

Better Call Saul: S6
Als die Serie damals angekündigt wurde, war ich leicht skeptisch, weil ich dachte, dass Saul nur in kleinen Dosen funktioniert, aber die Sorge zeigte sich schnell als unbegründet. Es ist schon beeindruckend, dass ein Spin Off einer der besten Serien aller Zeiten, selbst eine der besten Serien wird. Bob Odenkirk ist durchweg fantastisch und auch wenn man hier und da ein wenig zu viel Fanservice betreibt, ist das eine fantastische Abschlussstaffel für eine fantasische Serie.
Jetzt bin ich ein wenig traurig, dass die Serie zu Ende ist, aber sie hat ein gutes Ende bekommen.
Leider hat nicht jede Figur in der Serie einen Abschluss bekommen können, weil die eines in Breaking Bad hatten, aber bezogen auf BCS fehlte das natürlich ein wenig. Da muss man sich die entsprechenden Szenen aus BB ins Gedächtnis rufen.
Als nächstes brauchen wir ein Spin Off mit den Kettlemans. >:)
10/10
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von Wolfsgesicht
#1563198
- Achtung -
Fällt aus der Reihe, da von vor 2015. Aber ich hol jetzt nicht den alten Thread hoch.

Borgen - Staffel 1
Hat mir wahnsinnig gut gefallen. Das Schauspiel ist groß, gerade Pilou Asbæk und Birgitte Hjort Sørensen stechen hervor. Die beiden geben zusammen ein großartiges Double.
Die einzelnen Storys sind toll erzählt und auch kleine Details sind mir positiv in Erinnerung geblieben. Sie sind häufig sehr intelligent verwoben gewesen und so liefen auch gerne zwei Teile komplett gegensätzlich. Hängen geblieben ist mir hier eine Ode an den Schutz aller Kinderleben, egal aus welchem Land sie kommen - und parallel wurde eine Abtreibung gezeigt. Fand ich brillant und solche Gegensätze finden sich immer wieder.
Die Charaktere bekommen sehr viel Tiefgang und ich konnte sehr schnell mit dem Hauptcast etwas anfangen. Seltener gesehene Charaktere wie den alten Premierminister bekommen allerdings kaum Tiefe, so bleibt eigentlich jeder außerhalb der 8 Personen im engsten Kreis relativ blass.
Die erzählten Geschichten gefielen mir allesamt und ich war fasziniert davon wie man jede Folge eine neue Geschichte erzählen konnte und man es jedes Mal schaffte mich binnen Minuten anzufixen. Es war durchweg spannend.
Mein erster Kritikpunkt war der fehlende übergeordnete Plot. Ein Underwood bei House of Cards hatte 2 Staffeln lang das Ziel Präsident zu werden, wobei man ihn begleitete. Hier hingegen ist überhaupt nicht klar was das eigentliche Ziel der Geschichte ist. Ich bin mir noch unschlüssig ob ich lieber ein Ziel hätte oder ob es mir so passt, aber aktuell hat es die Serie geschafft mich auch ohne einen Cliffhanger dazu zu bringen weiter zu schauen. Das ist mal intelligentes Storytelling.

9/10
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von redlock
#1563211
Kleo -- Staffel 1 (Netflix, Deutschland)

8 Folgen; Laufzeit sehr unterschiedlich, zw. 45 und 55 Minuten

Deutsche Netflix Serien und redlock -- eine schwierige Beziehung, die wohl nie mehr besser wird. (Nach dem ich nun ''Kleo'' gesehen habe, ist ''Biohackers'' Staffel 2 wieder nach hinten auf meiner Nachholliste gerutscht).
Kleo ist eine Auftragskillerin der Stasi. Die Figur ist definitiv von ''Killing Eve's'' Villanelle inspiriert. Nach einem erfolgreichen (!) Einsatz in West Berlin im Jahr 1987 landet Kleo plötzlich wegen Verrats in einem DDR Knast. Nach dem Fall der Mauer wird sie entlassen und versucht heraus zu finden, warum sie dort war. Sie ist auf Rache aus, vor allem, weil sie im Knast ihr ungeborenes Kind verlor.
Der ''politische und geheimdienstliche Hintergrund'' ist zu diesem Zeitpunkt noch einigermaßen realistisch. Es hätte so sein können. Eine Sache, die im weiteren Verlauf passiert, ist allerdings nur in dieser Realität passiert.
Die Serie hat auch Elemente einer Farce. Es ist überspitzt, im Verlauf wird es auch manchmal völlig unrealistisch. Die ''Selbstheilungskräfte'' der Figuren nach Verletzungen ist z.B. sehr beachtlich (milde ausgedrückt). Auch werden eine ganze Reihe von Klischees bedient. Das alles fand ich nicht so gut. Ist einfach nicht mein Ding.
Dass die Männer überwiegend Deppen sind, und das Ensemble alle Vorgaben der pc Polizei erfüllt -- naja, muss heute wohl so sein, wenn man für eine US Firma produziert, und das deutsche Team auch noch aus Berlin kommt.
Es war dennoch leidlich unterhaltsam. Nicht mehr, nicht weniger. Das Kleo und der Bulle Frenemies werden war natürlich keine Überraschung. Die Auflösung des Geheimnisses fand ich tatsächlich ziemlich gelungen, obwohl völliger Unsinn. Unterm Strich kann ich jedoch nicht mehr als 6/10 für S1 geben.
Die Staffel ist in sich abgeschlossen.
Noch ein Hinweis für geschichtlich nicht so bewanderte: Margot Honecker war die meist gehasste Frau der DDR.


Salam - Rest in Peace -- Staffel 1 (ZDFNeo)

Belgische (flämische) Serie in zehn Teilen; Nettolaufzeit jeweils knapp 45 Minuten

Eine marokkanische/marokkanisch stämmige Familie führt in Brüssels Stadtteil Molenbeek ein solide laufendes Beerdigungsinstitut. Sie sind auf das Rückführen von verstorbenen marokkanischen Einwanderen und deren Nachkommen nach Marokko spezialisiert. Begräbnisse in ''heimischer Erde.''
Der Patriarch der Familie beschließt, für seine Tochter und seinen Sohn sehr unerwartet, die Geschäftsführung an sie beide und seinen Schwiegersohn zu übergeben und sich aus dem Geschäft zurück zuziehen. Besonders für den Sohn, der ein ''Leichtfuß'' ist und gar nicht im Geschäft ist, eine fette, unangenehme Überraschung. Ebenso für den Schwiegersohn, der mit seinem Schwager so gar nichts anfangen kann. Durch einen Zufall bekommt der Sohn, sehr zum Ärger seines Schwagers, eine neue Geschäftsidee. Mehr will ich hier aus Spoilergründen nichts sagen.
Jede Folge hat einen besonderen Todesfall. Der wird ''rückswärtslaufend'' gezeigt. Netter Kniff. Fand ich aber überflüssig. Hat mich jetzt aber auch nicht besonders gestört.
Wirklich genervt, vor allem in den ersten Episoden, hat mich allerdings der beste Kumpel des Sohns. Keine Ahnung wie der Begriff heutzutage lautet, für mich war das ein klassischer ''Slacker.''
Ich hatte die Serie gar nicht auf dem Radar und hab nur durch Zufall mal reingeschaut. Die Serie hat mich sehr überrascht und sofort gepackt. Lag auch an den interessanten Figuren (Vater, Tochter und Sohn haben je ein ''großes'' Geheimnis). Die Serie ist eine klassische Dramedy. Gute Gas/Witze/Situationen wechseln sich mit ernsten Themen ab (z.B. warum überhaupt die Rückführungen, also Beerdigungen in Marokko, wenn die Toten jahre- oder jahrzehntelang in Belgien gelebt haben?). Unser ''Held'' (und Erzähler) ist der Sohn, der ''Abkürzungen'' nimmt, nicht immer die Wahrheit sagt, und oft mit viel Glück und Dusel aus brenzligen Situationen, in die er sich selbst rein manövriert hat, kommt. Aber irgendwann holt es ihn doch ein.
Die Staffel ist in sich abgeschlossen, Fortsetzung aber möglich. Für die sehr unterhaltsame und vergnügliche Staffel 1: 8/10

Übrigens, damit ihr nicht extra nachschauen müsst: 10.000 marokkanische Dirharm sind knapp 1.000 Euro.
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von AlphaOrange
#1563226
Manifest S3
Ich verstehe die Mythologie dieser Serie in einem Ausmaß nicht, dass ich selbst beim Staffelcliffhanger nur ratlos dasitze, was das wann sein soll und warum es mich interessieren sollte.
Die Serie schmeißt einfach alle paar Folgen neue Themen an die Wand, die von ihren Figuren als ganz selbstverständlich gesehen werden, es aber nicht im Geringsten sind. Warum Ben Stone plötzlich an Wiederauferstehung glaubt weil die Flugzeugflosse im Meer gefunden wurde? Wieso Saanvi denkt, die Arche Noah löst Erdbeben in den USA aus? Wieso Gott mit "dark lightnings" arbeitet? Wieso die sich ständig im Handumdrehen mit Fremden einfreunden, sie in die eigene Familie aufnehmen oder heiraten? Ich habe keine Ahnung, aber für die Charaktere scheint das alles total schlüssig.
Und doch hab ich jetzt drei Staffeln in kurzer Zeit geguckt. Und natürlich guck ich in S4 dann wieder rein, um zu sehen, ob das bei Netflix alles irgendwie anders läuft als beim Network.
4 / 10
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von redlock
#1563286
Hightown -- Staffel 2 (Starz)

10 Folgen; bis auf eine kürzere Folge ist die Laufzeit jeweils zwischen 55 und 58 Minuten

Unsere drogennehmenden, drogenhandelnden, mordenen, sich selbsttäuschenden und -betrügenden, kaputten und doch sehr menschlichen Helden und Heldinnen sind zurück.
Die Staffel schließt nahtlos an die Ereignisse von Staffel 1 an. Am Cape wird weiter munter mit Drogen gehandelt und die Cops versuchen die Dealer hinter Schloß und Riegel zu bringen und in ihrer Karriere weiter zu kommen. Derweil sind sie mit ihren persönlichen Dämonen beschäftigt.
Die Serie ''rumpelt'' sich etwas in die Staffel rein. Ist dann aber eine fesselnde, packende und ziemlich spannende Angelegenheit, die die eine oder andere Überraschung liefert. Die Staffel hat mich besser unterhalten als ich erwartet hatte. Sie ist im wesentlichen in sich abgeschlossen. Aber die bestellte dritte Staffel hat viele Anknüpfungspunkte, um die Geschichte(n) weiter zu knüpfen.

Für S2: 7,5/10


Transplant -- Staffel 2 (CTV, Kanada)

13 Folgen; Laufzeit jeweils um die 43 Minuten (da merkt man, die Serie ist primär für ein TV Network gemacht)

Auch hier geht es nach Ende von S1 nahtlos weiter. Neben den medizinischen Fällen der Woche und einigen Handlungssträngen, die sich durch die Staffel ziehen, dreht sich die Staffel natürlich auch weiter um das Privatleben unserer Helden. Diesmal gibt es auch Rückblicke in Dr. Bashirs Knastaufenthalt in Syrien.
Mir gefiel, dass es Passagen gab wo Bashir mit seiner Verlobten Arabisch spricht und die rot-blonde Franko-kanadierin Französisch mit ihrer Schwester. ''Netter Touch.''
Ich kann mich nur wiederholen: Wer eine gut gemachte und unterhaltsame Krankenhausserie sucht, die zwar auf der Höhe des Zeitgeistes ist, aber nicht sonderlich moralisierend und belehrend daher kommt, wird hier fündig.
Im Staffelfinale werden Handlungsstränge abgeschlossen. Es gibt aber auch Cliffhanger. Staffel 3 ist bestellt. Werde wieder dabei sein.

Für S2: 7,5/10
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von Wolfsgesicht
#1563307
Squid Game
Hat mich lange nicht gereizt, aber irgendwie hatte ich jetzt doch Lust.

Nach 2 Folgen dachte ich mir das ist so eine klassische Netflix Serie. Sie ist wahnsinnig gut zu Bingen, man hat Typen in (roten) Overalls (Hint auf andere Serie ;) ) und irgendwie ist das sowas was ich beim ansehen sofort auf dieser Plattform vermuten würde.
Und mir hat’s echt Spaß gemacht. Durch den Abschluss in der Staffel und die Information über die Menge der Spiele ist man eigentlich immer getrieben weiter zu schauen und gleichzeitig ist durch das Format direkt vorgegeben dass ein paar liebgewonnene Figuren sterben müssen. Und obwohl man nicht viel über sie erfährt hängt man dann doch an ihnen.
Zum Ende hin wird’s etwas schwächer. Eine Storyline entpuppt sich als nahezu unnötig und die VIPs tragen nicht viel zur Story bei, ganz im Gegenteil. Man hätte sie auch weglassen können.
Das Ende schrie mir zu sehr nach zweiter Staffel, da hätte ich mir nach all der Negativität mal was glücklicheres gewünscht, aber war jetzt nicht schlecht.

Alles in allem ist mir gerade Folge 6 (Gganbo) unfassbar im Gedächtnis geblieben, weil diese den Bruch der Staffel einläutete. War es bis dahin noch alles ganz glücklich brach hier plötzlich alles zusammen. Jede Figur bekam hier ihren Auftritt und konnte seine eigene Geschichte erzählen oder seinen Charakter etwas schärfen. Gerade diese Folge hebt für mich die Serie vom guten Mittelmaß noch eine Stufe nach oben, die war stark!

8/10
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von redlock
#1563314
Darby & Joan -- Staffel 1 (Acorn, Australien)

8 Folgen; (Netto-)Laufzeit jeweils knapp 45 Minuten

Diese Serie fällt wohl in die Kategorie ''cosy crime.'' Ehemalige Krankenschwester (in Rente) fliegt nach Australien um ihren verstorbenen Ehemann nach Hause (das ist London) zu bringen. Hauptsächlich will sie aber herausfinden was ihr Ehemann eigentlich in Australien gemacht hat. Sie dachte er wäre in Spanien. In Australien trifft sie zufällig auf einen ehemaligen Kripobeamten. Beide machen sich auf die Suche nach der Wahrheit über den Ehemann und lösen dabei verschiedene Kriminalfälle.
Das war ziemlich unterhaltsam und kurzweilig. Eine schöne Alternative zu all dem ''doom & gloom'' im TV-Serienbereich und mit realen Leben. Mir gefiel besonders, dass die Kriminalfälle nicht nur Mordfälle waren. Die beiden Hauptdarsteller haben Chemie und machen einen guten Job.
Die Staffel ist in sich abgeschlossen. Ob es eine zweite gibt, ist mir z.Z. nicht bekannt.
Nebenbei, wer den Tom Cruise Film ''Cocktail'' aus den 1980zigern kennt, dem wird in einer Episode ein netter inside gag präsentiert.

Für S1: 6,5/10


Motherland: Fort Salem -- Staffel 3 (Freeform)

10 Folgen; (Netto-)Laufzeit jeweil um die 42 Minuten

Die Serie war von Anfang an ziemlich woke. Aber in dieser Staffel erreichen sie tatsächlich 10/10 auf der Wokeness Skala. Das ist sehr schade, denn es längt von der eigentlich sehr interessanten Welt, in der die Serie spielt, und den Geschichten und den Figuren ab bzw. zieht sie teilweise echt ins lächerliche.
Die dritte Staffel schließt nahtlos an die zweite an. Staffel 3 hat zwei Haupthandlungsstränge. Einer davon wird in der vorletzten Folge ziemlich heftig und abrupt abgeschlossen. Besseres Wort wäre eigentlich ''abgeräumt.'' Das kam für mich sehr überraschend. Im Staffelfinale, das auch das Serienfinale ist, wird dann der zweite abgeschlossen. Ebenso findet die Serie ein rundes Ende.
Witziges Detail: Einer aus dem Autorenteam kennt tatsächlich den Harz (das Gebirge) in Norddeutschland.

Für S3: 7/10

Insgesamt gebe ich der Serie 7,5/10. Neben ''Sirens'' war das nämlich eine der interessanteren Serienproduktionen der letzten Jahre was Freeform (und basic cable allgemein) betrifft.
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von Wolfsgesicht
#1563363
Cyberpunk Edgerunners
Fand ich sehr gut, gerade die deutsche Synchro hat mir wahnsinnig gut gefallen, die war so richtig in die Fresse. Der Stil war hübsch, für die Charakterentwicklung hätte Ich mir anderes gewünscht. Da war der Sprung von normal-Menschen zum cyberpunk viel zu schnell und krass. Bis auf diesen starken Sprung in der Mitte habe ich alles genossen, hier hätte ich mir einfach 3-4 Folgen mehr im Mittelteil gewünscht.

8/10

Blue Period
Eine Anime-Serie über einen Musterschüler der die Kunst für sich entdeckt und von da an den Traum hat an der Kunst-Uni angenommen zu werden.
Fand ich sehr süß, auch wenn mir der Hauptcharakter gerne zu ambivalent war (mal sehr schüchtern, mal sehr forsch) und mir der Sinn der Existenz von Yotasuke nicht so richtig in den Kopf will. Ansonsten gibts ein paar schöne Denkanstöße und tolle Dialoge/Monologe.

8/10
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