US-Fernsehen (inklusive Season- und Pilot-Reviews), britisches Fernsehen etc.
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von little_big_man
#1540483
Kürzlich ist ja (zumindest für mich) wie aus dem Nichts tvbythenumbers verschwunden, wo ich seit vielen Jahren mir die TV-Ratings angeschaut habe. Wo nehmt ihr jetzt euren täglichen Ratingfix her? Eigentlich schaue ich die Network-Ratings ja nur noch aus Gewohnheit an und nicht mehr, weil davon das Leben meiner Serien abhängt (vielleicht mit 1 bis 2 Ausnahmen), aber trotzdem will ich die Ratings auch nicht komplett aus den Augen verlieren um zumindest halbwegs zu wissen, was so (gut und schlecht) läuft.

Ich bin jetzt mal auf www.spottedratings.com umgestiegen, auch wenn die Seite potthässlich ist, aber www.spoilertv.com benutze ich als Spoiler-Hasser schon aus Prinzip nicht. Gibt es sonst noch Alternativen?
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von str1keteam
#1540490
Meine erste Anlaufstelle war schon seit langem
http://www.showbuzzdaily.com/articles/t ... /tvratings
, weil dort die Cable/PayTv-Ratings deutlich schneller und ausführlicherer aufgeschlüsselt gepostet werden.

tvbythenumbers habe ich nur noch besucht, weil die bis vor ein paar Monaten regelmäßig live+3days und live+7days Bestenlisten gepostet haben, die ja von Jahr zu Jahr wichtiger werden. Nachdem die verschwunden waren, hatte ich es nur noch aus Gewohnheit in den Lesezeichen. Natürlich trotzdem ein eindrucksvoller Beleg wie schnell Quotenberichterstattung, erst durch die zunehmende Ausbreitung von zeitversetztem Sehen und dann den Todesstoß Streaming, an Bedeutung verloren hat. Vor nicht mal 10 Jahren hat sich tvbythenumbers noch damit gebrüstet, dass sie angeblich höhere Klickzahlen als Deadline hätten.

Was mir eher fehlt sind Tabellen mit Quotenverläufen und Staffelschnitten wie wir es früher in redlocks Thread hatten. z.B. wenn man mal schauen will, wie sich The Outsider im Vergleich mit anderen HBO-Dramen der letzten Jahre schlug (bis zum unvermeidbaren Super Bowl Tief waren die Quoten kontinuierlich gestiegen und erreichten in der vorletzten Folge bessere SD-Werte als jede Episode von Watchmen).

Sowas wie die Absetzung von Ray Donovan hätte man mit Tabellen und Erfahrungswerten aber auch nicht nachvollziehen können. Das ist einzig dem Regimewechsel zuzuschreiben. Eine Show, die ganz nach dem alten Showtime-Klischee wesentlich länger lief als es für so eine Art Drama kreativ sein müsste (zumindest von außen betrachtet) wird im Gegensatz zu allen langlebigen Vorgängern (und auch aktuell Shameless oder Homeland) dreist ohne echte Finalstaffel abgesetzt. Sowas ist ja eher CBS-Stil. Obwohl mich die Show von Anfang an sehr interessiert hat und wahrscheinlich auch genau meinen Geschmack treffen würde, standen die Chancen wegen der erdrückenden Folgenzahl aber ohnehin nicht sonderlich gut, dass ich mich je zu einer Nachholaktion hätte durchringen können.


Ärgerlicher fand ich deshalb die stillschweigende Absetzung von Mindhunter. Die Beteiligten lassen sich zwar eine Hintertür offen und schieben es auf Finchers übervollen Terminplan aber nachdem sich die Hauptdarsteller und der Showrunner nach dem Ablauf der Optionen bald neue Serien angeln werden, rechne ich in dem Fall nicht damit, dass man die Anstrengungen unternimmt, um in ein paar Jahren einen für alle Seiten passenden Zeitkorridor zu finden. Da Fincher bei keiner Episode als Autor geführt wird und in Staffel 2 nur die ersten 3 Folgen selbst inszeniert hat, hätte man mit dem mittlerweile etablierten und von anderen Regisseuren gekonnt kopierten Look und Stil, sicher auch ohne ihn fortfahren können, wenn man denn wirklich gewollt hätte.

Netflix scheint aber ganz froh zu sein, eine teure Serie (obwohl ein großer Teil der Handlung in Verhörräumen spielt, lag Mindhunter durch Finchers Perfektionismus mit 1000 Takes und den damit einhergehenden langen Drehzeiten imho im obereren Drittel der Netflix Shows) von der Budgetliste streichen zu können, die bei den Preisverleihungen und augenscheinlich auch den weltweiten Zugriffszahlen leider nie so abgehoben hat, wie bei Fans und Kritikern.


Das die neue Amazon-Führung nach Conan auch die Dark Tower-Serie gekillt hat, war natürlich ebenfalls ärgerlich, aber da habe ich sowieso nur noch auf die offizielle Bestätigung gewartet. Das die Ex-Network Trulla Salke mit ihren glattgebügelten BIg Tent-Ansprüchen nicht hinter so einem schwer zu vermarktenden Projekt stand, war schon durch die für Streamer ungewöhnliche Pilotbestellung und die lange Funkstille ersichtlich.

Naja, es gibt andere Welten als diese. Aktuell suchen so viele Streamingdienste nach weltweit etablierter IP, dass sich früher oder später irgendeine Heimat finden wird, die entweder das aktuelle Projekt von Glen Mazzara übernimmt oder einem guten neuen Pitch eine Serienorder gibt.

Positiv gesehen erhöht jedes Jahr, mit dem man sich vom Kinoflop entfernt die Erfolgschancen einer neuen Inkarnation und so richtig euphorieauslösend waren weder Cast, Setbilder noch die Kommentare vom Showrunner. Ich hege ja immer noch die Hoffnung, dass Frank Darabont mal wieder etwas produktiveres machen möchte als um Walking Dead Kohle zu klagen. z.B. sich in seiner 4-ten King-Verfilmung dessen Opus Magnum zu widmen, nachdem der lange von ihm versprochene "The Long Walk aka Todesmarsch" in anderen Händen gelandet ist. Oder vielleicht hat Mike Flanagan Lust sich in seinem Netflix-Deal auch anderen Genres als Spukhorror zu widmen. Andy Muschietti vertraue ich nach dem enttäuschenden Kapitel 2 von IT nicht mehr 100 %, aber da die größten Schwächen, in der unrund sprunghaften Erzählung und dem Übereinsatz von Jump Scares lagen , würde ich ihn für eine Dark Tower Serie auch nicht verdammen. etc. etc. Nach der Dürrezeit der 00er Jahre gibt es in der aktuellen Kingaissance ja wieder mehr als genug talentierte und hochkalibrige Regisseure/Autoren, die sich gerne an einer Adaption versuchen würden. Am spannendsten fände ich hier aktuell was Guillermo Del Toro dem King Universum tonal hinzufügen könnte. Der Turm wäre in Teilen exakt in, aber in anderen Elementen auch weit außerhalb dessen Komfortzone.
Hauptsache man gibt es nicht wieder an irgendeinen Auftragsfuzzi, der überhaupt keine Ahnung hat, wie er so einen Genremix angemessen adaptieren soll und die Zutaten zu generischer Fantasy-Scheiße verrührt. Dann lieber nochmal ein paar Jahrzehnte warten.
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von little_big_man
#1540491
str1keteam hat geschrieben: Sa 8. Feb 2020, 00:36 Meine erste Anlaufstelle war schon seit langem
http://www.showbuzzdaily.com/articles/t ... /tvratings
, weil dort die Cable/PayTv-Ratings deutlich schneller und ausführlicherer aufgeschlüsselt gepostet werden.
Danke für den Link. Das scheint mir optisch deutlich ansprechender zu sein als spottedratings, andererseits dafür keine Community zu haben, die die Beiträge kommentiert, wobei ich nicht wirklich beurteilen kann ob das Vor- oder Nachteil ist, denn so gerne ich teilweise die Kommentare unter den Quoten-Beiträgen lese, so sehr nerve ich mich dann jeweils auch wieder, wenn dort irgendein Idiot rumspoilert, statt über Quoten zu reden.

str1keteam hat geschrieben: Sa 8. Feb 2020, 00:36Ärgerlicher fand ich deshalb die stillschweigende Absetzung von Mindhunter. Die Beteiligten lassen sich zwar eine Hintertür offen und schieben es auf Finchers übervollen Terminplan aber nachdem sich die Hauptdarsteller und der Showrunner nach dem Ablauf der Optionen bald neue Serien angeln werden, rechne ich in dem Fall nicht damit, dass man die Anstrengungen unternimmt, um in ein paar Jahren einen für alle Seiten passenden Zeitkorridor zu finden. Da Fincher bei keiner Episode als Autor geführt wird und in Staffel 2 nur die ersten 3 Folgen selbst inszeniert hat, hätte man mit dem mittlerweile etablierten und von anderen Regisseuren gekonnt kopierten Look und Stil, sicher auch ohne ihn fortfahren können, wenn man denn wirklich gewollt hätte.
Wäre Mindhunter denn wenigstens abgeschlossen, wenn es bei diesen 2 Staffeln bleiben würde oder bräuchte das wie Ray Donovan noch zwingend eine Abschluss-Staffel? Sprich ärgert es dich nur, weil die Serie einfach zu gut ist um schon beendet zu werden oder weil sie storytechnisch wirklich noch nicht an einem Punkt ist, wo man sie beenden könnte?

Bezüglich Amazon-Big-Tents schaue ich immer noch sehr skeptisch der Wheel of Time Umsetzung entgegen, auf die ich mich eigentlich freuen will, aber bei allem was kommuniziert wird nie ganz sicher bin, ob die hier wirklich eine Buchumsetzung machen wollen oder à la True Blood oder Dexter nur den Namen übernehmen wollen. Ich habe übrigens herausgefunden, warum mir der Name des Showrunners (Rafe Judkins) immer so bekannt vorkam, denn das ist derselbe Rafe, der bei Survivor S11 dabei war, eine Staffel die ich als S40 Vorbereitung gerade kürzlich rewatched habe.
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von redlock
#1540509
str1keteam hat geschrieben: Sa 8. Feb 2020, 00:36 Meine erste Anlaufstelle war schon seit langem
http://www.showbuzzdaily.com/articles/t ... /tvratings
, weil dort die Cable/PayTv-Ratings deutlich schneller und ausführlicherer aufgeschlüsselt gepostet werden.
Ist auch meine #1.


str1keteam hat geschrieben: Sa 8. Feb 2020, 00:36 tvbythenumbers habe ich nur noch besucht, weil die bis vor ein paar Monaten regelmäßig live+3days und live+7days Bestenlisten gepostet haben, die ja von Jahr zu Jahr wichtiger werden.
Berman/Pucci haben solche Listen wöchentlich:
https://programminginsider.com/category/ratings/


str1keteam hat geschrieben: Sa 8. Feb 2020, 00:36 Was mir eher fehlt sind Tabellen mit Quotenverläufen und Staffelschnitten wie wir es früher in redlocks Thread hatten.
So gerne ich das gemacht habe, ich habe leider, leider, gegenwärtig einfach keine Zeit dafür. :'(
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von str1keteam
#1541015
little_big_man hat geschrieben: Sa 8. Feb 2020, 10:52 Wäre Mindhunter denn wenigstens abgeschlossen, wenn es bei diesen 2 Staffeln bleiben würde oder bräuchte das wie Ray Donovan noch zwingend eine Abschluss-Staffel? Sprich ärgert es dich nur, weil die Serie einfach zu gut ist um schon beendet zu werden oder weil sie storytechnisch wirklich noch nicht an einem Punkt ist, wo man sie beenden könnte
Oh, da war ja noch was. Ich dachte Theologe hätte das schon längst beantwortet. :')

Schwer zu sagen. Außer den kurzen Clips, die den BTK-Serienmörder in verschiedenen Situationen (von belanglos privat bis zu seiner Passion) am Anfang oder Ende der Episoden zeigen und mehr als Easter Egg und Atmosphäreschaffer dienen, besteht der serielle Teil vor allem aus Charakterentwicklung und der Weiterentwicklung der Verhaltensforschung des FBI. Auf dem Gebiet ist das aktuelle Ende komplett unbefriedigend.

Rein vom Plot betrachtet, gab es in Staffel 1 zumeist Einzelfolgen mit wechselnden Interviewpartnern. In Staffel 2 gab es dann mit den Atlanta Child Murders einen staffelübergreifenden Fall, der auch abgeschlossen wurde. Hier lässt die Absetzung also keine großen Fragezeichen zurück. Unterm Strich ärgere ich mich also mehr, weil Mindhunter noch unendlich Potential hatte und bereue keineswegs die Serie gesehen zu haben. Ich hätte die Serie so auch gesehen, wenn ich es vorher gewusst hätte, aber du bist da ja noch weit empfindlicher.


Bezüglich Amazon-Big-Tents schaue ich immer noch sehr skeptisch der Wheel of Time Umsetzung entgegen, auf die ich mich eigentlich freuen will, aber bei allem was kommuniziert wird nie ganz sicher bin, ob die hier wirklich eine Buchumsetzung machen wollen oder à la True Blood oder Dexter nur den Namen übernehmen wollen.
So lange mir die ersten Trailer nicht das Gegenteil beweisen, bleibe ich hier leider sehr skeptisch. Nicht mal so sehr wegen der sehr freien Adaption, weil ich in diesem Fall selbst viel geändert hätte, aber ähnlich wie beim Turm habe ich auch hier bisher nicht das Gefühl, dass die Sorgfalt, die Kreativität und das Budget dahinter stehen, die nötig wären, um das (post GOT) in der heutigen TV-Landschaft erfolgreich umzusetzen.

Passend zum Thema muss ich Amazon aber ausdrücklich für Hunters loben, denn dort hat man (ähnlich wie schon bei The Boys) nicht auf den kleinsten gemeinsamen Nenner gesetzt und ist volles Risiko mit einer Serie gegangen, wo vorher klar war, dass die aus verschiedensten Ecken auf's Maul bekommen wird. Von links, weil man so ein ernstes Thema nicht für Unterhaltung nutzen darf. Von rechts, weil ... offensichtlich. :') Von Tarantino-Fans, weil sie es wegen des Themas und tonaler Anleihen an Inglorious Basterds messen. Von Tarantino Gegnern, weil es teils wirklich in die Richtung geht. Von Zuschauern, die generell Probleme mit gewagten Genremixen mit tonalen Brüchen haben. ...
So hast du schon gut 50 % der möglichen Zuschauerschaft gegen dich, bevor die Qualität objektiv betrachtet wird und von diesem neutralen oder interessierten Rest wird es natürlich ebenfalls nicht jedem gefallen. Für mich war es den Trailern nach genau mein Ding und der 90-minütige Auftakt hat meine hohen Erwartungen bisher voll erfüllt. Nach der vergleichsweise noch halbwegs realistischen Folge könnte ich es Theologe oder kiddow sicher und dir und redlock mit Einschränkungen empfehlen, aber da bisher noch nicht mal der Rest des Teams vorgestellt wurde, könnte das im Verlauf noch so wild werden, das ich auch die Empfehlung für Theo zurück ziehen würde. (Zumal der gerade Gotteslästerung gegenüber Pacino begangen hat.) :')


Die Unart den größeren Projekten alle Kanten bis zur Belanglosigkeit abzuhobeln, die ich sonst eher dem neuen Amazon-Regime zuschreibe, findest sich aktuell hingegen leider in der zahnlosen Netflix Adaption von Locke & Key. Dazu hoffentlich bald mehr im Staffelthread.
redlock hat geschrieben:Berman/Pucci haben solche Listen wöchentlich:
https://programminginsider.com/category/ratings/
Danke, hatte ich vor Urzeiten auch mal in den Lesezeichen, aber dann irgendwann entsorgt, weil die beiden anderen Seiten alles abgedeckt hatten.
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von Theologe
#1542004
Wer hat noch Coronaferien?

Letzte Woche war ich Urlaub, am Freitag wurde mir mitgeteilt, dass fast alle Kollegen ins Home Office abwandern sollen.
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von little_big_man
#1542005
Also wenn du Home Office als "Coronaferien" bezeichnest, dann habe ich das schon seit fast 2 Wochen. Aber eben, ich arbeite jetzt einfach von zu Hause, da ich keinen Job habe, wo plötzlich die Arbeit aufhören würde...
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von Theologe
#1542006
little_big_man hat geschrieben: Mo 16. Mär 2020, 17:30 Also wenn du Home Office als "Coronaferien" bezeichnest, dann habe ich das schon seit fast 2 Wochen. Aber eben, ich arbeite jetzt einfach von zu Hause, da ich keinen Job habe, wo plötzlich die Arbeit aufhören würde...
Ja, ich arbeite auch von zuhause, aber obwohl ich eine Woche im Urlaub war, ist nahezu nichts angefallen. Es ist schon merklich weniger zu tun. Da bleibt schon Zeit für Netflix ;)
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von str1keteam
#1542121
Für unseren Schweizer ist Social Distancing sowieso ganz besonders wichtig. Während für den normalen Menschen ca. 1,50 Meter Abstand als ausreichend erachtet werden, sprühen einem bei den schwyzer Kehllauten (...cchhhh...) Virenmassen aus den Untiefen des infizierten Eidbürger-Rachens entgegen, denen man sich nur mit geschlossenem Helmvisier nähern sollte. #bettersafethansorry #truestory
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von Theologe
#1542132
str1keteam hat geschrieben: Di 17. Mär 2020, 23:06 Für unseren Schweizer ist Social Distancing sowieso ganz besonders wichtig. Während für den normalen Menschen ca. 1,50 Meter Abstand als ausreichend erachtet werden, sprühen einem bei den schwyzer Kehllauten (...cchhhh...) Virenmassen aus den Untiefen des infizierten Eidbürger-Rachens entgegen, denen man sich nur mit geschlossenem Helmvisier nähern sollte. #bettersafethansorry #truestory
Als Serienjunkie und Foren-Nerd betreibt man glücklicherweise schon seit Jahren Social Distancing Prophylaxe.
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von little_big_man
#1542135
:)

Es ist allerdings tatsächlich so, dass ich bemerkt habe seit ich nun bereits 2 Wochen Home Office mache, dass ich mit Ausnahme von 2-3 Worten mit dem Personal beim Einkauf nun wirklich mit niemandem mehr von Angesicht zu Angesicht gesprochen habe in dieser Zeit. Alle Gespräche finden nur noch per Telefon/Skype statt, das ergibt sich irgendwie ganz automatisch als alleinlebender Single wenn die Arbeit zu Hause stattfindet und gleichzeitig alle Freizeitaktivitäten gestrichen sind.
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von str1keteam
#1542149
Theologe hat geschrieben: Di 17. Mär 2020, 23:31
str1keteam hat geschrieben: Di 17. Mär 2020, 23:06 Für unseren Schweizer ist Social Distancing sowieso ganz besonders wichtig. Während für den normalen Menschen ca. 1,50 Meter Abstand als ausreichend erachtet werden, sprühen einem bei den schwyzer Kehllauten (...cchhhh...) Virenmassen aus den Untiefen des infizierten Eidbürger-Rachens entgegen, denen man sich nur mit geschlossenem Helmvisier nähern sollte. #bettersafethansorry #truestory
Als Serienjunkie und Foren-Nerd betreibt man glücklicherweise schon seit Jahren Social Distancing Prophylaxe.
Und zwar in weiser Voraussicht. Durch Walking Dead und die ganzen anderen postapokalyptischen Geschichten wussten wir schließlich, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis Binge Watching zur Tugend wird. Zumindest bis die Zombies kommen. :')

Habe die Zeit übrigens tatsächlich genutzt, um endlich mal Soderberghs "Contagion" nachzuholen. Außer, dass die Krankheit dort eine deutlich höhere Sterblichkeitsrate hat, kommt der 2011er Film in vielen Punkten erstaunlich nah an die aktuelle Lage. Hätte bis vor ein paar Wochen auch immer gedacht, dass es so ein Kaliber braucht, bevor demokratische Länder zum Selbstschutz große Teile der Wirtschaft auf den gefühlten Nullpunkt runterfahren. Selbst Jude Laws überzeichneter Verschwörungstheoriespinner, der mit einem Wundermittel profitieren will, findet sich aktuell in den USA wie man in der letzten Folge von Last Week Tonight sehen konnte. https://www.nytimes.com/2020/03/13/nyre ... -cure.html . Auch die Ebola-Miniserie The Hot Zone, die auf dem gleichen Sachbuch wie Wolle Petersens Outbreak beruht, hätte es sonst wohl nie von der Liste auf meinen TV gebracht.

Die Macher von der aktuellen The Stand Neuverfilmung, The Last of Us oder Y - The Last Man wissen wahrscheinlich noch nicht so recht, ob sie sich insgeheim über die gestiegene Aufmerksamkeit freuen sollen oder ob die Zuschauer postapokalyptischen Outbreak-Szenarien bald überdrüssig werden.
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von little_big_man
#1542325
Wenn wir schon einen US-Präsidenten aus der Unterhaltungsbranche haben müssen, wie wäre es stattdessen mit ihm?

https://www.instagram.com/tv/B97DQshgJIN/

Bisher "kannte" ich Daniel Dae Kim nur als Schauspieler, aber nach diesem 10-minütigen Video (und ja, diese Zeit sich zu nehmen lohnt sich) schätze ich ihn auch sehr als Mensch und würde mir wünschen, dass so jemand Präsident der USA wäre statt Mr. "Chinese Virus"...
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von str1keteam
#1547139
Habt ihr schon angefangen euch eure Lieblingsserien/-filme auf DVD zu kaufen oder auf Festplatte zu brennen? Das man nicht damit planen kann, einfach den jeweiligen Streaming-Dienst zu buchen, wenn man einen Re-watch starten möchte, zeigt sich ja gerade an allen Ecken und Enden, die man sich vor kurzem nie hätte vorstellen können. Und wenn die letzten paar Jahre etwas gezeigt haben, dann, dass man die Scheinheiligkeit der Menschheit nie unterschätzen sollte. Nachdem einige Katzbuckel die Dämme gebrochen haben und Blackface-Episoden von Scrubs, 30 Rock, Community usw. nicht einfach nur mit einem Hinweis (wie bei "Vom Winde verweht") versehen sondern effektiv mit einer Beschlagnahme versehen haben, die man nur aus dunkleren FSK-Tagen kannte, wird der Internet-Mob nicht ruhen, bis auch die Folgen und Filme entsorgt sind, bei denen die Macher zu ihrer Kunst stehen.

Besonders lächerlich sind die Begründungen von Tina Fey und co. , wenn wir von Sachen reden, die nicht aus einer wilderen Zeit stammen, sondern vor wenigen Jahren oder gar Monaten noch anhand des Kontextes und der offensichtlich nicht diskriminierenden Intention verteidigt worden und jetzt zur Konfliktvermeidung und/oder verlogenen Profilierung mit Krokodilstränen entschuldigt und ausgelöscht werden, als hätte man Tierpornos gedreht. (Was bis in die 80er in Dänemark übrigens noch genau so legal war wie die Variante mit Kindern. Es war also nicht alles besser. Diese Anekdote nur kurz eingestreut, um die Vergangenheit nicht zu verklären und anzuerkennen, dass es durchaus auch gute Gründe für ein Überdenken der Werte und damit einhergehende Beschränkungen geben kann.)

Aber zurück zum Thema. Nachdem Blackface (Huhu, Kalkofe), Brownface (die Mehrheit der Monumentalepen, die vor den 80ern entstanden.), Yellowface (Nicht nur Fälle wie David Carradine (Kung-Fu), Max von Sydow (Ming in Flash Gordon), Peter Sellers (diverse Filme), Peter Lorre (Mr. Moto) oder Peter Ustinov (Charlie Chan). Selbst The Simpsons lässt ja ab sofort keine nicht-weißen Charaktere mehr von Weißen sprechen. Das gelb-dominierte Springfield ist damit also abgesetzt oder wird abgesehen von Apus Familie und ein paar schwarzen Charakteren zum Stummfilm. :') ) und Redface (Winnetou freut sich mit tausend anderen Filmindianern, dass er schon in die ewigen Jagdgründe eingegangen ist.) durch sind und alle Werke von oder mit metoo-ten und sonstig problematischen Persönlichkeiten in den Giftschrank gewandert sind, werden die nächsten Säuberungen kommen. Aus Gründen. Man hat ja jetzt Präzedenzfälle.

Meisterwerke von Forrest Gump über Rain Man oder Mein linker Fuß bis The Green Mile (doppelt gefährdet wegen Magical Negro Alert), in denen nicht behinderte Schauspieler echten behinderten Schauspielern den Job und Oscarruhm gestohlen haben, werden vielleicht noch mit Hinweistafeln davon kommen, aber kleinere Filme und Serienepisoden könnten Streamingdiensten den Kampf gegen Internetmobs nicht wert sein. Tropic Thunder sollte nebenbei bemerkt ganz oben auf der Vorsorgeliste jedes Fans stehen, bevor Hollywood "Full Retard" geht, denn Robert Downey in Blackface ist dort bekanntlich nur eines von unzähligen Minenfeldern. https://www.youtube.com/watch?v=X6WHBO_Qc-Q

Mir selbst fällt (neben diversen Klassikern) direkt It's Always Sunny in Philadelphia ein. Meinen dritten Versuch über die 3-te Staffel hinaus zu kommen, sollte ich wohl besser möglichst schnell starten, wenn ich noch alle Episoden erwischen möchte. Das dürfte ja ähnlich viele Angriffsflächen wie South Park bieten. Welches ebenfalls Federn lassen wird, denn die Zeit, dass Animationscomedy mehr durchgegangen lassen wurde, ist auch vorbei. Früher hat es ernsthafte Todesdrohungen gebraucht, um die Mohammed-Karikaturen aus dem Verkehr zu ziehen und die Kunstfreiheit über die gesetzlichen Linien zu beschneiden, heute reicht 'ne Bande chronisch empörter Internethelden.
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von Sarge
#1547149
@str1keteam
Volle Zustimmung.

Die Entwicklung konnte man ja bei Cloud- bzw. Streamingdiensten immer schon befürchten. Ob Amazon ein Buch von deinem Kindle entfernt, oder durch eine andere Version ersetzt, oder ob jetzt einzelne TV-Episoden entfernt werden - was man nicht selbst besitzt, sondern nur "gemietet" hat, kann einem jederzeit genommen werden.

Das Erschreckende ist, dass man auch nicht mehr für mündig gehalten wird, damit umzugehen. Mit einem Warnhinweis vorweg könnte ich ja noch leben, das gibts auch bei anderen Themen wie Suizid, Gewalt oder Nacktheit. Aber einfach weg damit... Zitat Tina Fey:
Going forward, no comedy-loving kid needs to stumble on these tropes and be stung by their ugliness," Fey said. "I thank NBCUniversal for honoring this request."
Wie str1keteam schon schreibt: Wenn man das mal weiterdenkt, müsste bald so einiges verschwinden. Z.b. auch wie Frauen in früheren Werken dargestellt werden. Dass sich Zeiten ändern und man Kunst im Bezug zur Entstehung beurteilen kann, scheint wohl nicht mehr akzeptabel.

P.S.: Von 30Rock hab ich tatsächlich ein Backup. Bei Community (S02E14) hats mich allerdings erwischt.
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von little_big_man
#1547177
Generell stimme ich str1keteam auch völlig zu, dass nun ganze Episoden entfernt werden, wegen teils völlig harmlosen Szenen, macht überhaupt keinen Sinn. Es gibt allerdings sicher Ausnahmen, z.B. kann ich sehr wohl verstehen, wenn Greg Daniels eine Szene aus The Office bei der scheinbar ein Zwarte Piet Blackface vorkommt editiert, denn das hat auch wirklich einen rassistischen Hintergrund und eine Editierung der Episode ist auch etwas ganz anderes als sie einfach zu entfernen.

Wenn dann aber z.B. Scrubs Episoden beanstandet werden, wo (nehme ich an) Blackface nur bei Fantasy-Szenen mit Rollentausch zwischen J.D. und Turk eingesetzt wurde, dann hat das nun wirklich keinen rassistischen Hintergrund und sollte nicht in den gleichen Topf geworfen werden.

Oder auch dass sich jetzt Schauspieler wie aktuell Alison Brie genötigt fühlen sich zu entschuldigen eine animierte Stimme für einen nicht weissen Charakter geliefert zu haben, geht mir wirklich zu weit. Ich bin ja auch dafür, dass das in Zukunft anders gehandelt wird, aber dass jetzt Stimmen bei aktuell laufenden Serien recastet werden deswegen und somit die Serien-Continuity zerstört wird, geht echt zu weit. Ich bin selbst davon zum Glück nicht betroffen, da BoJack schon beendet ist und bei Archer das "Casting" schon zu der Hautfarbe passt.

Passend dazu ein Kommentar bei Deadline.com:
"Does that mean BoJack should have been voiced over by a horse?"
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