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von Shepherd
#1412642
Hab die 2. Staffel nun auch gesehen, in der deutschen Fassung, und mich gefragt wie hier alle darauf kommen dass Doug tot ist? :?: Wie ich jetzt recherchiert hab ist da wohl ne ganz entscheidende Einstellung rausgeschnitten worden, nämlich wie Doug im Wald am Boden liegt...Trotzdem scheint sein Tod ja alles andere als sicher zu sein, wohl eher nicht. Wäre auch schade drum.
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von str1keteam
#1412652
Kann mich jetzt nicht mehr an Details erinnern, aber Doug sah da glaube ich schon mindestens so schwer verletzt aus, dass er schnell versorgt werden muss und ohne fremde Hilfe nicht wieder auf die Beine kommen kann. Da ihn im Wald niemand rechtzeitig finden dürfte, ist die Wahrscheinlichkeit also ziemlich hoch, dass die Serie einen ihrer interessantesten Nebencharaktere verliert. Wobei House of Cards sich natürlich manchmal so wenig um Realismus schert, dass es jetzt auch keine Überraschung wäre, wenn er rechtzeitig gerettet wurde.
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von ultimateslayer
#1412658
Hab die zweite Staffel gestern auch fertig gesichtet und war jetzt nicht super begeistert. Insgesamt war's einfach zu sehr "more of the same". Nicht schlecht, aber auch nicht mehr so spannend wie bei der ersten Runde. Die Storykniffe und Intrigen sind ähnlich gestrickt, die Figuren haben sich nicht wirklich weiter entwickelt und auch visuell war das beim zweiten Mal nicht mehr so interessant. Der gleiche Hochglanzlook, mit der extrem niedrigen Tiefenschärfe, die gleichen Locations, mit ewigen Büroräumen, ein paar Wohnungen, ein paar Restaurants und Kaffees. Und die Außenaufnahmen waren großteils einfach total offensichtlicher Greenscreen (der mir leider immer stärker auffällt).

Außerdem hab ich das Gefühl nach dem großen Twist in der ersten Folge, hatte die Staffel schon ihre Ladung verschossen. Danach kam eigentlich nichts mehr vergleichbar spannendes und ich hatte das Gefühl, dass da vieles einfach nur Zeitvertreib bis zum Seasonende war. Beispiele hierfür: Der Antrax Scare, die vielen Schnörkel um die Lucas Storyline, die letztlich völlig irrelevant war, die erste neue rechte Hand von Frank und Claire die dann zur Hälfte der Season einfach durch eine andere ersetzt wird (Castingprobleme?). Und mitte der Season kriegen wir dann auch ne neue Zoe, die alle Aufgaben der wegradierten Journalisten übernimmt, diesmal aber ethnisch. Weil dann ist es nicht mehr schwaches Storytelling, sondern wunderbar farbenblindes Casting.
Aber es gab ein paar Nebenstories, die mir gut gefielen: Alles rund um Doug fand ich recht interessant, auch wenn der Climax etwas arg aus der Soapkiste gegriffen war. Die Beziehung zwischen Jackie und Remy war ebenfalls sehr gelungen, zumal die beiden zu den interessanteren Figuren der zweiten Riege gehören.
Ich mein, ich war beim Schauen nicht desinteressiert. Frank und Claire sind immer noch eines der faszinierensten TV Paare der letzten Jahre. Aber ich hab das Gefühl, die Sendung hatte nach Season 1 alles durchgespielt, was auf diesem Niveau möglich war. Es gibt nur so viel, was man mit dieser Prämisse machen kann und ich hab mich ziemlich sattgesehen.
In die dritte Staffel schau ich definitiv noch rein, weil ich wissen will was aus Doug wird und weil ich ungern Serien mittendrin beende, aber insgeheim wäre es mir sehr recht, wenn danach Schluss ist. Eine Season "Franks Downfall" würde mich schon noch reizen, aber das wäre dann eigentlich genug für mich. Ich glaub wenn man die Geschichte von Season 1 und 2 in eine Staffel gepackt hätte oder die beiden Staffeln zumindest auf 8-10 Folgen gekürzt hätte, wäre ich weitaus positiver eingestellt.
von Sentinel2003
#1416012
Habe gerade erst die 1. Folge von Staffel 2 gesehen...und dann sone riesen scheiße mit dem Tod von Zoe!! Das muß ich erstmal echt verdauen... :o :(
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von RickyFitts
#1416470
Weiß eigentlich schon jemand, wann genau die neuen Folgen morgen freigeschaltet werden?
Ich will Abends mit drei Freunden das Binge Watch Wochenende starten. Einlass nur im Business Anzug. Und dann trinken wir Scotch und Essen Rippchen vom Grill. So zumindest der Plan :)
von Stefan
#1416471
RickyFitts hat geschrieben:Weiß eigentlich schon jemand, wann genau die neuen Folgen morgen freigeschaltet werden?
Ich will Abends mit drei Freunden das Binge Watch Wochenende starten. Einlass nur im Business Anzug. Und dann trinken wir Scotch und Essen Rippchen vom Grill. So zumindest der Plan :)
Beim deutschen Netflix ja gar nicht, weil die Rechte da bei Sky liegen :( Ergo kommt es wohl darauf an, welchen Proxy du dafür nutzt :wink:
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von RickyFitts
#1416477
Na Hauptsache hier stehen nicht morgen Abend vier Leute im feinen Zwirn mit Drinks und Rippchen aber ohne House of Cards. Ich will mir gar nicht ausmalen in was für bizarre Richtungen sich diese Mischung sonst entwickeln könnte ;)
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von ultimateslayer
#1416554
RickyFitts hat geschrieben:Na Hauptsache hier stehen nicht morgen Abend vier Leute im feinen Zwirn mit Drinks und Rippchen aber ohne House of Cards. Ich will mir gar nicht ausmalen in was für bizarre Richtungen sich diese Mischung sonst entwickeln könnte ;)
Dann müsst ihr halt einen "early Tarantino" Marathon machen. :lol:

(ganz ganz milde Spoiler)
Also ich hab die erste Folge jedenfalls schon gesehen und muss sagen, dass sie mir eigentlich ziemlich gut gefallen hat. Es scheint mir als hätte man nach Season 1 und 2 (die in Retrospektive wirklich eine Staffel hätten sein können) einen klaren Schlussstrich gezogen und die neue Season in ganz neue Richtungen geschickt. Eine sehr wichtige Entscheidung, weil Season 2 großteils ziemlich offensichtlich der Saft ausgegangen ist. Von den vorrangegangen Storylines wird bisher nur recht wenig mitgetragen und die meisten Konflikte sind, wenn auch durch vorherige Konflikte entstanden, großteils neu und erfordern nicht zuviel Vorwissen.

Ein bisschen schade finde ich, dass scheinbar ein recht großer Teil der Nebenfiguren aus den ersten beiden Seasons, nicht mehr vorkommt und bisher auch nicht durch neue Figuren ersetzt wird. Trotz der Länge ist das politische Spielfeld von HoC immer noch schockierend begrenzt. Aber von dem was ich höre dürfte sich das bald ändern, also mal sehen was passiert.
Die erste Folge war unterhaltsam genug, setzt aber auch nicht soviele Impulse, dass ich nach mehr giere. Mein Wochenende ist recht vollgepackt, also werd ich mich nicht durchbingen, aber ich bin milde interessiert. Zumindest 1,2 Folgen werde ich mir auf jeden Fall noch geben. Ob ich Season 3 noch komplettschaue, steht aber in den Sternen.
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von Bobby
#1416689
3x01

Eigentlich wollte ich auch ein HoC-Wochenende machen, aber die erste Folge fand ich so verdammt langweilig. Die paar wenigen Szenen mit Frank waren toll und es ist interessant zu sehen, wie schwer er es hat. Aber der ganze Teil um Stamper war so öde ich war richtig froh, dass die Folge vorbei war.

Zurück erstmal zu meinem eigentlichen TV-Schedule... :|
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von ultimateslayer
#1416695
Bobby hat geschrieben:3x01

Eigentlich wollte ich auch ein HoC-Wochenende machen, aber die erste Folge fand ich so verdammt langweilig. Die paar wenigen Szenen mit Frank waren toll und es ist interessant zu sehen, wie schwer er es hat. Aber der ganze Teil um Stamper war so öde ich war richtig froh, dass die Folge vorbei war.

Zurück erstmal zu meinem eigentlichen TV-Schedule... :|
Das erklärt dann wohl warum ich die erste Folge recht gut fand. Stamper ist mein Lieblingscharakter. :lol: Wobei ich sagen muss, dass es vermutlich großteils nur die Performance von Michael Kelly ist, der einfach echt gefällt. Hab daweil auch noch nicht weitergschaut. Aber scheinbar ist das Interesse hier im Forum eh nicht sonderlich groß.
von Einzelkind
#1416702
Ich bin bei Folge 4 oder 5. Bin zwar sowieso nicht der größte HoC-Fan, aber die Staffel gefällt mir bisher eigentlich ganz gut. 3x03 war meiner Meinung nach die interessanteste und unterhaltsamste Folge der gesamten Serie.
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von ultimateslayer
#1416703
Einzelkind hat geschrieben:Ich bin bei Folge 4 oder 5. Bin zwar sowieso nicht der größte HoC-Fan, aber die Staffel gefällt mir bisher eigentlich ganz gut. 3x03 war meiner Meinung nach die interessanteste und unterhaltsamste Folge der gesamten Serie.
Lustig, Sepinwall und Fienberg haben die Folge als besonders scheiße herausgestrichen. Aber gut, die beiden zerreissen die Serie auch zu einem absurden Extent. Ich würde sie nicht in die oberste Dramaliga stellen, aber die tun geradezu so als wäre HoC die schlechteste Serie seit Cavemen.
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von redlock
#1416713
ultimateslayer hat geschrieben: Hab daweil auch noch nicht weitergschaut. Aber scheinbar ist das Interesse hier im Forum eh nicht sonderlich groß.
Ich gestehe, auch mein Interesse an S3 hält sich nach der durchwachsenen S2 in Grenzen.
von Einzelkind
#1416835
Ich habe meinen gestrigen Kater produktiv genutzt und die restlichen zehn Folgen am Stück geschaut. :lol:

Im Folgenden also Spoiler für die gesamte Staffel:

Ich habe die ersten beiden Staffeln recht gern geschaut, aber mehr als guter Durchschnitt (6/10) waren sie für mich nicht. Dafür waren die Nebenfiguren zu schlecht geschrieben, die politischen Aspekte zu oberflächlich und Frank zu übermächtig. Und zu meiner Überraschung war all das in der dritten Staffel (mit einigen Abstrichen) anders: Zum ersten Mal hatte Frank mit Petrov, Dunbar (und Claire...kind of) Gegenspieler, die im Vergleich nicht von Beginn an komplett unterlegen wirkten, zum ersten Mal bezog die Serie wirklich politisch Stellung anstatt Washington nur als Bühne für Intrigen zu benutzen, zum ersten Mal war House of Cards für mich nicht mehr nur die 2423. Variante eines Cable Dramas mit moralisch flexiblen Hauptfiguren.

Die größte Schwäche der Serie, die Nebenfiguren, sind aber auch weiterhin der Punkt, der für mich verhindert, dass House of Cards in einer Liga mit der aktuellen Top-Riege spielt. Eine Serie müss für mich keinen riesigen Cast haben, um zu überzeugen, wenn eine Serie jedoch so viel Screentime für Nebenfiguren erschöpft und es dabei in den meisten Fällen dennoch nicht schafft, diesen ein Profil, einen emotionalen Kern oder ein zufriedenstellendes Ende zu geben, dann ist das ein Problem für mich. Mit Peter Russo and Zoe hat die Serie es in der ersten Staffel durchaus geschafft, Figuren neben Claire und Frank zu etablieren, die sich wie vollwertige Charaktere, nicht wie Schachfiguren, anfühlten. Leider hat man das Potenzial in beiden Fällen für billige Schockeffekte verschwendet. Während die beiden folgenden Staffel nun komplett auf ein Peter Russo-Äquivalent verzichten, wurde Zoe durch eine ständiges Wechselspiel an austauschbaren Journalisten-Figuren ersetzt, das sich mir immer noch nicht erschließt. Ayla wurde in bester Good Wife-Manier völlig sang- und klanglos aus der Serie geschrieben, um Platz für Kim Dickens zu machen, die aber größtenteils genau so blass blieb.

Positiv möchte ich aber Paul Sparks als Thomas Yates, Elizabeth Marvel als Heather Dunbar und Molly Parker als Jackie Sharp hervorheben. Yates' Beziehung zu Frank fand ich sehr interessant mitanzusehen, da sich Frank teilweise wirklich geöffnet hat (das sieht man nicht oft in dieser Serie) und er meiner Meinung nach letztlich der Katalysator für Claires Entscheidung, Frank zu verlassen, war. Heather Dunbar wird sicherlich (das hoffe ich zumindest inständig) in der nächsten Staffel noch eine größere Rolle spielen, aber ich fand sie als Franks Gegenspielerin sehr überzeugend. Man hätte zwar noch mehr Einblicke in ihre Seite der Kamapgne oder ihres Privatlebens geben können, aber selbst mit der recht geringen Screentime hat man die Figur als kompetente Rivalin etablieren können. Das hat man mit Tusk in Season 2 auch nach einer ganzen Staffel nicht wirklich geschafft. Jackie war schon einer der wenigen Lichtblicke in der zweiten Staffel und die Figur hat sich auch in der dritten positiv entwickelt. Vor allem die Debatte und der Vorlauf dazu zählen für mich zu den Highlights der Staffel. Die übrigen sind natürlich die Szenen mit Lars Mikkelsen als Nicht-Putin. Wie bereits erwähnt sind 3x03 und 3x05 (Claires Rede vor den russischen Reportern!) meiner Meinung nach mit die besten Folgen der Staffel.

Auf der anderen Seite haben die aus Staffel 2 übriggebliebenen Handlungsfäden mit Doug, Super Crazy Hacker Guy und Rachel die gute Charakterarbeit der anderen Figuren fast wieder zerstört. Doug passt meiner Meinung nach einfach nicht in diese Serie. Ich verstehe zwar, dass Frank neben Claire noch andere Verbündete braucht, aber die Figur ist einfach nicht gut geschrieben. Meine größtes Problem war bei House of Cards schon immer die überzogene Art und Weise, wie sich Frank mit Dougs Hilfe seiner Probleme entledigt. Es wäre meiner Meinung nach schlauer gewesen, wenn Rachel ihn wirklich getötet hätte und man keine Zeit mehr mit dieser Storyline verschwendet hätte. Dass der Hacker noch lebt, gefällt mir auch gar nicht, weil das mit großer Wahrscheinlichkeit bedeutet, dass er irgendwann wieder auftauchen wird. Dass man fast den kompletten Season-Opener und das Finale damit verbringt, zieht den Gesamteindruck der Staffel für mich auch wieder ziemlich nach unten.

Der eigentliche Star der dritten Staffel ist aber Robin Wright bzw. Claire, die fast in jeder Folge eine absolut fantastische Szene hatte. Ich schnappte aus diversen Internet-Foren schon wieder einiges an Hasstiraden über die Entwicklung der Figur auf, aber ich kann mir für die nächste Staffel nichts Spannenderes vorstellen, als das Bündnis Frank/Claire zu splitten. Ihre Entwicklung ist für mich persönlich auch vollkommen verständlich. Eine Frau wie Claire kann mit einer Stellung als First Lady, die letztlich nicht mehr als eine Trophy Wife ist, nicht zufrieden sein (sehr schön die Szene mit Yates beim Blutspenden: "You're literally giving your blood for him."). Vor allem da sie eine so wichtige Rolle darin spielte, Frank ins Oval Office zu hieven.

Also insgesamt ein großer Schritt nach vorn für House of Cards, der leider durch die Überbleibsel der letzten Staffel etwas gedämpft wurde. 8/10
von Adrianm
#1416898
Auf der anderen Seite haben die aus Staffel 2 übriggebliebenen Handlungsfäden mit Doug, Super Crazy Hacker Guy und Rachel die gute Charakterarbeit der anderen Figuren fast wieder zerstört. Doug passt meiner Meinung nach einfach nicht in diese Serie. Ich verstehe zwar, dass Frank neben Claire noch andere Verbündete braucht, aber die Figur ist einfach nicht gut geschrieben. Meine größtes Problem war bei House of Cards schon immer die überzogene Art und Weise, wie sich Frank mit Dougs Hilfe seiner Probleme entledigt. Es wäre meiner Meinung nach schlauer gewesen, wenn Rachel ihn wirklich getötet hätte und man keine Zeit mehr mit dieser Storyline verschwendet hätte. Dass der Hacker noch lebt, gefällt mir auch gar nicht, weil das mit großer Wahrscheinlichkeit bedeutet, dass er irgendwann wieder auftauchen wird. Dass man fast den kompletten Season-Opener und das Finale damit verbringt, zieht den Gesamteindruck der Staffel für mich auch wieder ziemlich nach unten.
Vielleicht bin ich nicht "Serien - Elite" genug, aber ich mag Doug, auch in Staffel 3 :(
[gut, dass er dann am Ende doch noch umdreht und zurückfährt, irgendwie schade]

Nicht - Putin war auch toll, endlich mal Gegner für Frank.

Clair war auch überzeugend, mal gucken wie Frank ohne sie - vielleicht sogar neben öffentlichen Ausschlachtens einer Trennung durch die Medien - irgendwas erreichen will.

Und dass Rippchen - Guy mal wieder auftauchen durfte war auch nett.

8/10, definitiv keine verschwendeten ca. 650 Minuten Lebenszeit.
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von LittleQ
#1417260
Ein paar Zeilen von mir.

Ich bin ein bisschen zwiegespalten. Bin ich so begeistert, dass ich auf hohem Niveau rumjammern muss oder stören mich gewisse Dinge tatsächlich?!

Erst mal zum Positiven.
Kevin als Präsident ist total überzeugend. Er hat so eine verdammt realistische Art zu schauspielern, dass ich mich jedes Mal wieder freue, wenn die Geschichte wieder in seine Richtung lenkt.
Auch genial empfand ich einige der Figuren in der Staffel.
Viktor als House of Cards Putin war für mich der absolute Star. Besetzung, Figur, Story. Das hat alles gestimmt und passt perfekt in das Klischee des bösen Russen. Ein echter Gegenspieler mit vielen tollen Gesprächen mit Frank.
Auch fand ich die Figur um Thomas und seine Nähe zu Frank sehr unterhaltsam. Ich mag die Mimik des Schauspielers sehr gerne. Ruhig und ein bisschen verschlagen. Wirklich gut gecastet.
Ansonsten waren Claire und Remy ebenfalls sehr gut. Claire ist mit Frank zumindest so das Beste, was die Serie zu bieten hat und Remy hat es mir einfach angetan. Ich mag dieses ruhige, wohlüberlegte an ihm, auch wenn die Figur nicht unbedingt viel zu tun hatte.

Um Doug fand ich es etwas schade. Dem hätte man ruhig was interessanteres zu tun geben können. Seine Ersatzbankposition in Season 3 hat der Figur doch stark geschadet und auch die Story um Rachel und diesem Nerdy Hacker Guy hat mich gar nicht berührt. Endlich ist das vorbei.

Was mich ein bisschen gestört hat.
In Season 1 und 2 war es mir teilweise fast schon etwas zu leicht, wie Frank in der Lage war, das ganze weiße Haus gegeneinander auszuspielen. Da hab ich mich schon oft gefragt, wieso er dieses Geschick nicht schon früher genutzt hat, um alle aufs Kreuz zu legen. In Season 3 wiederum schlug das dann ins andere Extreme um. Da scheint ihm ja wirklich gar nichts zu gelingen. Einen etwas milderen Zwischenweg hätte ich mir da doch mehr gewünscht, als einen Frank, der nur von Krise zu Krise plant.

Sein Werdegang hin zu einem Mann, der letztlich auf blanke (psychische/physische) Gewalt setzt, hielt ich dann für eine Abschwächung seiner Genialität, die ich in Season 1 und 2 so an ihm bewundert habe. Frank wird vom Joker zum Bane des House of Cards Universums degradiert. Selbstzerstörung ja. Darauf läuft es wohl zum Ende hin hinaus, aber bitte subtiler und mit mehr Niveau.

Claires Figur ist einfach nur stark und genial. Aber ihr Bruch zum Ende hin sehe ich nicht als unbedingt gekonnte Storyumsetzung. Nach all den Jahren ist ihr also klar, dass sie nur die Nummer 2 ist und das fällt ihr nun in der offensichtlichsten aller offensichtlichen Situationen als First Lady auf. :| Ein bisschen mehr Tiefgang nach all den Tiefen aber auch den Höhen in der Staffel hätte ich mir schon erhofft. Nachdem Claire das erste Mal mit dieser Lügen Sache im Flugzeug anfing war mein erster Gedanke: "Die trennen sich doch nicht jetzt etwa" und doch. Genauso ist es gekommen.
Kann man so machen, hätte man bestimmt aber auch anders und besser machen können.

Dennoch finde ich die Voraussetzungen für eine gute vierte Staffel optimal, da die aus Franks abweisender Haltung entstandene Situation (er und Doug allein gegen alle) eine neue Dynamik mit rein bringt.

Würde trotz meiner Jammerei dennoch eine 8/10 vergeben, weil mich die Folgen wieder mal so gefesselt haben, wie das kaum bei einer anderen Serie der Fall ist.
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von Zach
#1417938
Nach drei Folgen hält sich die Begeisterung gelinde gesagt etwas in Grenzen. Die erste Folge mit Doug hat mich größtenteils gelangweilt. Seinen Part finde ich bis jetzt nicht sonderlich unterhaltsam.
Claire's Ambitionen gefallen mir recht gut, und auch dass Francis als nicht gewählter Präsident Probleme hat. Folge 2 hat mir deshalb auch ein ganzes Stück besser gefallen.
Folge 3 war mMn aber ein kompletter Fail, sowohl der russische Präsident als auch die Nummer mit den Pussy Riots war mir insgesamt zu albern. Jeder weiß, dass Putin ein Penner ist, wenn man an Russland Kritik üben möchte, kann man das auch subtiler machen, als mit so einer Karikatur. Das passt nicht zu einer Serie wie HoC. Ich hoffe, das war ein einmaliger Ausrutscher.
von Jan_Itor
#1418082
Einzelkind hat geschrieben: Der eigentliche Star der dritten Staffel ist aber Robin Wright bzw. Claire, die fast in jeder Folge eine absolut fantastische Szene hatte. Ich schnappte aus diversen Internet-Foren schon wieder einiges an Hasstiraden über die Entwicklung der Figur auf, aber ich kann mir für die nächste Staffel nichts Spannenderes vorstellen, als das Bündnis Frank/Claire zu splitten. Ihre Entwicklung ist für mich persönlich auch vollkommen verständlich. Eine Frau wie Claire kann mit einer Stellung als First Lady, die letztlich nicht mehr als eine Trophy Wife ist, nicht zufrieden sein (sehr schön die Szene mit Yates beim Blutspenden: "You're literally giving your blood for him."). Vor allem da sie eine so wichtige Rolle darin spielte, Frank ins Oval Office zu hieven.
Claire und Frank tragen die Serie einfach und auch in Season 3 war die Beziehung das Highlight der Serie. Aber meiner Meinung nach steht es ihr nicht zu, sich in die Opferrolle zu begeben. Sie hat als intelligente Frau von Anfang an verstanden auf was sie sich einlässt. Und sie hat selber viele Fehler gemacht, womit sie offensichtlich nicht klar kommt. Ich interpretiere die Szene, in der sie von Frank fordert beim Sex geschlagen und erniedrigt zu werden, als Versuch sich selbst gegenüber diese Sicht der Opferrolle rechtfertigen zu können, weil sie daran innerlich noch zweifelt.

President "Putin" war einfach nur gut. Ich fand nicht, dass er böser Bube daher kam, sondern als harter Verhandlungspartner, der zuerst seine eigenen Interessen, und dann die seines Landes vertritt. Bei dem Treffen in der Wüste dürfte es vielen amerikanischen Zuschauern den Hals zugeschnürt haben. Der mächtige Präsident der USA am deutlich kürzen Hebel, das mögen die überhaupt nicht, auch wenn es nur Fiktion ist.

Stamper hatte seinen eigenen Plot, und wie auch in den ersten beiden Staffeln bin ich nicht wirklich warm damit geworden. Eine Story ist kaum vorhanden und so wird das Ganze eher eine Charakterstudie. Aber wirklich schlecht fand ich es jetzt auch nicht. Ich war froh, dass er Rachel am Ende doch noch umgebracht hat, weil die Entwicklung des Charakters sonst in einer Dauerschleife verhaftet gewesen wäre, wohingegen man jetzt darauf hoffen kann, dass der Selbstfindungsprozess abgeschlossen werden konnte.

Insgesamt war es ein gute Staffel, aber ich fand sie auch unglaublich schwermütig. Mir hat der ein oder andere "relief"-Moment gefehlt. Beispielsweise eine Situation in der Frank als Puppenspieler mal erfolgreich ist. Daher werde ich die Serie wohl erst zur vierten Staffel wieder ausgraben.
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von redlock
#1419459
Fazit Staffel 3

Ich hatte mit dieser Staffel erhebliche Probleme. Da wären vor allem:

#1: Alles um Doug Stamper (seine Sucht, Suche nach Rachel, Super Haker Guy) war einfach nur Murks. Diese ''Charakterstudie'' war nicht nur langweilig, sondern brachte die interessanteren Handlungen der Staffel auch jedes mal quietschend zum Stehen wenn sich die Serie ihm zu wandte.

#2: Underwood wurde uns in S1 + 2 als ''Super Macher'' in Washington vorgestellt, und als Präsident, will ihm plötzlich nichts mehr gelingen? Ah, selbst bei dem gegenwärtigen Stillstand in DC unglaubwürdig.

#3: Das britische Original war ein Politdrama, und diese Serie über weite Strecken ebenfalls, auch wenn Frank & Claire & ihre Ehe immer mit im Zentrum standen. Aber die letzten Eps von S3 waren pures Ehedrama … und ich fand's nur mäßig. Kann den Finger nicht genau auf den wunden Punkt legen, aber ich fand's eher nervig als packend.

Aber die Staffel hatte auch starke Seiten:

#1: Jedes mal wenn Petrov (aka der ehemalige Bürgermeister von Kopenhagen; aka der Bruder von Hannibal Lecter) dabei war, dann war das einfach klasse.

#2: Die Darstellerleistungen waren durchgehend stark, aber Robin Wright ragt eindeutig heraus. Das war Emmywürdig.

---->Die Serie bietet immer noch wirklich sehenswertes, spielt aber nicht (mehr) in der absoluten Spitzenklasse mit. Für S3: 7/10
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von str1keteam
#1419464
Das war für mich die bisher beste Staffel, weil man den Over the Top Soapanteil und die Affären-Subplots deutlich zurückgeschraubt bzw. beendet hat und sich auf das Politdrama und die Charaktere konzentrierte. Zwar immer noch überzeichnet, aber es fühlt sich zumindest realistischer an und gibt ein geschlossenes Bild. Das brachte allerdings auch den unangenehmen Nebeneffekt mit sich, dass die beiden Morde in den vorherigen Staffeln noch schwachsinniger wirken und es jetzt unnötig schwer machen, Verständnis für Franks Empörung über manche Ereignisse zu zeigen, wenn man weiß, dass er der skrupelloseste Bastard neben Putin II ist.

Doug war für mich weiterhin der interessanteste (und am besten gespielte) Nebencharakter und der Umgang mit seinem Trauma war über weite Strecken überzeugend umgesetzt. Etwas runtergezogen wurde es aber dadurch, dass sich sein Arc lange isoliert und wie ein Überbleibsel des Soapy-Thriller House of Cards fühlte. Hatte deshalb auch gehofft, dass er mit der Rückkehr zu Underwood alles hinter sich lässt und die offenen Enden abhaken kann. Der Wüstentrip war für sich gesehen zwar atmosphärisch und schauspielerisch einer der stärksten Episodenplots der Serie, aber zum Ton der restlichen Staffel hat das nicht mehr gepasst. Alles in allem würde ich diesen Faden aber immer noch als Pluspunkt bewerten und bin froh, dass Doug jetzt wieder im Inneren Kreis ist.

Remy ist in dieser Staffel hingegen zum Token Black verkommen. Besonders ärgerlich, dass man am Ende dann doch wieder mit der Affäre aus der Mottenkiste kommt, wo man vorher noch geschickt (und somit erträglich) darum herum getänzelt ist und vor einem sauberen Schlussstrich für diese Figur stand. So war er neben dem Hacker die nutzloseste der wichtigeren Nebenfiguren.

Frank aus Freddys illusionslos nüchterner Straßen-Perspektive zu sehen, ist sowieso immer ein Genuss. Schön, dass man einen Weg gefunden hat, ihn wieder in die Serie zu integrieren.

Neben Putin, der aber auch viel vom eiskalten Spiels Mikkelsens profitierte, erwies sich vor allem der bi-neugierige Autor als guter Neuzugang. Kim Dickens und co. überzeugten mehr durch ihr Spiel als große Charaktertiefe.
Der Zweck von Franks Gegenkandidatin ist mit ihrem Abstieg zur dunklen Seite erfüllt und ich denke mal, die könnte in der nächsten Staffel ähnlich unzeremoniell verschwinden wie Benito Martinez.

Last but not Least kann man natürlich keine Staffelmeinung zu HOC geben, ohne Spacey und Wright zu loben. Weiterhin grandios und auch wenn ich bis an mein Lebensende den Diebstahl von Rust Cohles Emmy und Globe beklagen werde, hat Spacey diese Aufmerksamkeit verdient, weil seine Leistung wegen seines Ausnahmestatus gerne als selbstverständlich hingenommen wird. Wright steht ihm mit ihrer zurückgenommeneren Darbietung aber in Nichts nach. Solche Schauspieler liebt die Kamera, denn sie geben ihren Charakteren in wortlosen Szenen so viel "Ballast" mit, wie es anderen Serien und Schauspielern mit minutenlangem Dialogdiarrhoe nicht gelingt.

Und ganz nebenbei gesagt, ist Robin Wright wahrscheinlich auch die attraktivste fast 50-jährige im gesamten TV. :lol:

8,5/10
Zuletzt geändert von str1keteam am Di 17. Mär 2015, 22:22, insgesamt 4-mal geändert.
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von Theologe
#1419476
str1keteam hat geschrieben: Last but not Least kann man natürlich keine Staffelmeinung zu HOC geben, ohne Spacey und Wright zu loben. Weiterhin grandios und auch wenn ich bis an mein Lebensende den Diebstahl von Rust Cohles Emmy und Globe beklagen werde, hat Spacey diese Aufmerksamkeit verdient, weil seine Leistung wegen seines Ausnahmestatus gerne als selbstverständlich hingenommen wird. Wright steht ihm mit ihrer zurückgenommeneren Darbietung aber in Nichts nach. Solche Schauspieler liebt die Kamera, denn sie geben ihren Charakteren in wortlosen Szenen so viel "Ballast" mit, wie es anderen Serien und Schauspielern mit minutenlangem Dialogdiarrhoe nicht gelingt.

Und ganz nebenbei gesagt, ist Robin Wright wahrscheinlich auch die attraktivste fast 50-jährige im gesamten TV. :lol:

8,5/10
Die Preise für Matthew McConaughey hat HBO verspielt, weil sie die Serie in der falschen Kategorie meldeten. Und ja, Robin Wright sieht fantastisch aus. Ich bin immer wieder verblüfft, wenn sie da ihn ihren neopren-engen Kostümen steht. Nur ihr Hals sieht schon aus wie 60.
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von baumarktpflanze
#1454803
Ich habe es endlich auch geschafft, die dritte Staffel von House of Cards durchzusuchten und muss sagen, dass ich wirklich mehr und mehr begeistert bin vom Fortgang der Serie.

Es ist bemerkenswert, wie sich die Serie von Staffel zu Staffel steigert, weil sie sich in der Machart wandelt, aber den eigentlichen Erzählkern dabei nicht vergisst. Die Erzählung wird von Staffel zu Staffel schneller, konzentriert sich auf weniger Personen und greift dabei immer mehr aktuelle Fragen auf, um an denen den Fortgang der Entwicklung zu beschreiben. Dabei schaffen sie es, die jeweilige Problematik zu diskutieren und gleichzeitig den Fortgang der Erzählung zu kommentieren.

Insbesondere die Folgen mit dem russischen Präsidenten finde ich äußerst stark. Herauszuheben ist meiner Meinung nach die Folge mit dem sich selbst tötenden schwulen Amerikaner. Wie in dieser Folge Politik als ein Geschäft gezeigt wird, die rein symbolisch ist - und man gleichzeitig beweist, das Politik ein ziemlich dreckiges Geschäft ist, das ist großartiges Kino.

(Und dass ich es endlich geschafft habe, zeigt auch, dass dieser Thread bereits auf Unterseite 5 gelandet war. :shock: 8) )
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von LittleQ
#1455763
Wann sind die Staffeln bisher immer erschienen? Müsste doch eigentlich wieder so weit sein?!
von Sergej
#1455768
LittleQ hat geschrieben:Wann sind die Staffeln bisher immer erschienen? Müsste doch eigentlich wieder so weit sein?!
Soll am 4.3.16 in der USA weitergehen, in Deutschland sicher wieder im Herbst, da ja Sky die Rechte hat und es hier sicher ab März oder so ausstrahlen wird.
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von LittleQ
#1455770
Sergej hat geschrieben:
LittleQ hat geschrieben:Wann sind die Staffeln bisher immer erschienen? Müsste doch eigentlich wieder so weit sein?!
Soll am 4.3.16 in der USA weitergehen, in Deutschland sicher wieder im Herbst, da ja Sky die Rechte hat und es hier sicher ab März oder so ausstrahlen wird.
Netflix sei Dank gehts für mich dann auch ab dem 4.3 weiter. 8) Danke sehr!
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