US-Fernsehen (inklusive Season- und Pilot-Reviews), britisches Fernsehen etc.
Benutzeravatar
von Nataku
#1556460
Ich möchte heute mal eine deutsche Web-Serie empfehlen, die mir sehr gut gefallen hat, obwohl ich deutschen Produktionen immer sehr skeptisch gegenüberstehe. Passt zwar nicht ganz zum Sub-Forum Thema, aber hier im Thread gab es ja auch schon Bewertungen zu anderen deutschen Produktionen, insofern.

Die Serie heiß DRUCK. Sie wird seit 2018 auf YouTube veröffentlich und kommt von Funk, dem Jugend Netzwerk der öffentlich-rechtlichen. Die Vorlage liefert die norwegische Serie SKAM, die international verkauft wurde und sozusagen länderspezifische Remakes hervorgebracht hat. Jede Staffel hat als Fokus eine Figur der Freundes-Clique und alles spielt rund um die Abi-Zeit der Teenager. Aufgrund des Formats also eher was für junge oder jung-gebliebene. Erinnert auch etwas an die sehr gute britische Serie Skins. Das Format selbst hat noch einige Besonderheiten (so gibt/gab es z.B. die Instagram Profile von den Figuren und einzelne Clips der Folgen wurden unter der Woche quasi „live“ veröffentlicht, also wenn eine Handlung in der Serie um 8.14 Uhr stattfindet, dann gab es da den Clip auch um 8.14 Uhr auf YouTube), aber man kann sich die Staffeln heute auch einfach komplett auf YouTube ansehen als „normale“ Serie. Aktuell gibt es 6 Staffeln, die Staffeln selbst haben immer 10 Folgen, die jeweils so ca. 20-25 Minuten lang sind (es gibt auch Ausreißer nach unten und oben, was die Laufzeit betrifft).

Gesehen habe ich in den letzten 4 Tagen die ersten 4 Staffeln. Die Serie hat also einen gewissen Sucht-Faktor. Staffel 4 bildet auch den quasi Abschluss der ersten Generation. Ab Staffel 5 geht es um andere Charaktere, die lose mit den alten Charakteren verbunden sind (Stichwort: Geschwister). Auch hier ähnelt das der Serie Skins, die ja alle 2 Staffeln eine neue Generation hatte.

Vordergründig geht es in der Serie um Liebe und Freundschaft, sie scheut sich aber nicht, auch Themen wie u.a. Essstörungen, #MeToo, sexuelle Identität und Religion aufzugreifen. Das meiste fühlt sich sehr lebensnah an, was eine große Stärke der Serie ist. Es wird nicht so übertrieben wie sonst üblich im Teen Genre, sondern der relativ normale Alltag von jungen Menschen gezeigt (sprich Schulalltag und Partys mit Freunden, weniger das Leben mit den jeweiligen Familien). Einzig den meist doch sehr positiven Ausgang eigentlich fast aller Konflikte würde ich als Kritikpunkt ansehen. Die Serie wirkt dadurch stellenweise zu idealisiert, wenn (Achtung, leichter Spoiler zu Staffel 3)
versteckter Inhalt:
z.B. sowohl die christlichen Eltern als auch alle Freunde total cool damit sind, dass ein Charakter schwul ist.
Das ist schön, und sicher eine gewisse Wunschvorstellung an unsere Gesellschaft, aber wirkt für mich dann doch etwas zu rosarot. Auf der anderen Seite wünscht man sich selbst, dass man einen solchen Freundeskreis in der Jugend gerne gehabt hätte und ist folglich gerne Teil ihrer Geschichten.

Begeistert hat mich außerdem, dass einige der Jung-Schauspieler wirklich richtig gut sind. Das trifft nicht auf alle zu, und einige entwickeln sich auch erst qualitativ (z.B. die Schauspielerin von Kiki, die anfangs noch etwas künstlich wirkt, aber über die Staffeln stetig stärker wird). Aber im Großen und Ganzen sind hier viele Gesichter dabei, die in der deutschen Fernsehlandschaft in Zukunft sicher häufiger zu sehen sein werden.

Auch inszenatorisch ist die Serie ein voller Erfolg. Die Bilder sind sehr ansprechend und es gibt immer wieder mal kleine Akzente (z.B. Slow-Mo, Split-Screen, kleinere Kamera-Tricks), die durch die exzellente musikalische Untermalung stark zur Geltung kommen. Allgemein ist der Soundtrack überaus gelungen und immer gut auf die aktuellen Handlungen abgestimmt. Hier hat man wirklich ein glückliches Händchen bewiesen.

Zu der eigentlichen Story der jeweiligen Staffeln möchte ich gar nicht so viel sagen. Vielleicht so viel, dass Staffel 1 und 2 jeweils aus der Perspektive von Mädchen erzählt werden, während die 3. Staffel einen männlichen Hauptdarsteller hat. Staffel 4 (wieder aus der weiblichen Perspektive) fiel für mich leider etwas ab, da ich mit der Religions-Geschichte und dem Love Interest der Staffel nicht wirklich warm geworden bin. Dennoch sollte man auch hier dranbleiben, da Staffel 4 die Geschichten der vorherigen 3 Staffeln abschließt und am Ende alles mit einer tollen Finalfolge endet.

Wer Serien wie Skins mochte und auch heute noch Geschichten von Teenagern bzw. jungen Erwachsenen interessant findet, hat mit dieser deutschen Produktion wirklich eine empfehlenswerte Serie zur Hand. Ich habe damals zur Zeit von Skins immer gedacht, wie cool es doch wäre, wenn wir in Deutschland auch mal eine solch qualitativ hochwertige Jugend-Serie hätten. Nun kann man (knapp 10 Jahre später) endlich sagen: ja, haben wir – nämlich DRUCK.

Staffel 1 – 7.5/10
Staffel 2 – 8/10
Staffel 3 – 8.5/10
Staffel 4 – 6/10
#1556514
Wolfsgesicht hat geschrieben: So 12. Apr 2020, 23:13 Dickinson - Staffel 1 (Apple TV+)
Hab die Serie schon mal gesehen, und mit einer „7,5“ bewertet.
Allein der Umstand dass ich sie nach 5 Monaten ein zweites Mal sehe spricht für sich.
Ich find die Serie weiterhin total erfrischend und ich feiere einfach diesen schwarzen Humor. Dieser Mix aus Biografie einer Poetin aus dem 19. Jahrhundert und der modernen Musik und modernem Jugend-Sprech ist einfach geil. :D Ein wunderbarer 5 Stunden Quickie für zwischendurch.
Leider total vorhersehbar und ohne irgendwelche Kanten. Flutscht so durch.
Also eine Serie die viele total öde finden werden, viele so naja und vielleicht ein par Leute ganz/sehr gut.
Objektiv bleibt es eine ~6 bis 7. Ich hab mich aber irgendwo in die Serie verknallt.

8,5
Und Runde 3.
Gefiel mir nochmal besser, also werte ich nochmal auf.
Würde der Rezension mittlerweile auch in Teilen widersprechen. Sie ist einfach durch und durch herrlich erfrischend.
Wobei ich weiterhin sagen würde, es ist so ein „Man liebt es oder man hasst es“-Ding.

9
von Sentinel2003
#1556534
Endlich gesehen, Staffel 1 von "The Sinner"

die Beste Staffel von allen 3en bis jetzt!! Viel Spannung, aber auch leider ist hier das Tempo nicht sehr hoch, trotzdem gefälllt mir auch sehr, dass von "Harry Ambrose" einiges seines Privat Leben's gezeigt wird.

7,5/10

.............................................................................................................


Staffel 2


ist vor allem Carrie Coon und ihr Serien Sohn im Vordergrund, trotzdem hat mir schon diese Staffel, trotz der weiterhin ganz guten Spannung ein wenig weniger gefallen! Carrie Coon ist derat "tief" in dieser sogenannten Sekte mit drin, dass man es ihr sowas von abnimmt, dass Sie an das alles glaubt! O:-) ;)


7/10

-----------------------------------------------------------------------------------------


Staffel 3

ist leider die schlechteste, da vom Tempo her das Ding nochmals so derart langsam wird, dass man das Gefühl hat, die Zeit vergeht wie Gummi....Bill Pullman macht seine Sache weiterhin sehr gut, aber, warum auch immer hier das Tempo gefühlt noch langsamer geworden ist, ist mir ein Rätsel!! Zudem ging mir dieser Esoterik Mist so derart und tierisch auf den Zunder... :relieved: :grimacing:

Es wird soooo derart viel geredet über das Leben, über die Grenzen des Leben's zu gehen, dass ich mehrmals abschalten wollte!! :grimacing:


4/10

----------------------------------------------------------

BOSCH ( Staffel 5 )


So, auch endlich gesehen, aber, leider vielzuviele Nebenstränge!! Der eigentliche Fall tritt derart in den Hintergrund....ein Nebenstrang sind die 2 älteren Kollegen, die aufgrund des Unfall's ja abgeschoben werden sollen...dann das Ding mit "Edgar's" Informanten, dann das Ding mit dieser´"Liz" und ihrer ermodeten Tochter, diese Staffel war derart überfrachtet mit vielzuviel Nebensträngen, was mir überhaupt gar nicht gefallen hat!


6/10

----------------------------------------------------------------------------


Goliath ( Staffel 1 )


die beste bisher von den 2, die ich gesehen habe!! Sehr spannend und mit einigen, vielen bekannten Gesichtern....Billy Bob - Thornton und William Hurt spelen ein Katz und Maus Spiel vom ´feinsten!! Geile Staffel!


8/10

----------------------------------------------------


Staffel 2


lässt leider stark nach!! Nach dieser genialen 1.Staffel war man so derart verwöhnt, dass Staffel 2 nicht im mindesten da ran kommt! Leider!! Ich hatte leider zwischen drin auch ein wenig Langeweile.... :relieved:

Zum Glück sind aber alle Beteiligten, die ihm geholfen haben beim Fall, wieder mit dabei. Das ändert sich wohl auch in Staffel 3 nicht....so wie ich den Auftakt schon gesehen habe.


6/10
von Medienjunkie
#1556629
@Nataku:
Danke für den Tipp zu DRUCK. Ich hatte damals zum Start schon mal was von der Serie gehört, sie dann aber irgendwie vergessen. Als großer SKINS-Fan und generell Freund von Coming-of-Age-Serien hast du mich jetzt doch so neugierig gemacht, dass ich mal mit der Serie angefangen habe. Der Vergleich mit SKINS liegt natürlich thematisch nah, aber da kommt zumindest die erste Staffel lange nicht ran. Es fehlt der völlig anarchische, respektlose Humor der Briten. Richtig witzig finde ich DRUCK eigentlich fast nie. Auch sind die meisten Figuren anfangs etwas durchschnittlich und die Handlungsstränge zu soapig. Es steigert sich aber schon innerhalb der Staffel und die zweite gefällt mir bislang schon besser. Das liegt wahrscheinlich daran, dass Mia darin die Hauptfigur ist, die ich schon vorher am interessantesten fand.

Schauspielerisch und handwerklich lässt sich nicht meckern. Gerade einige Szenen, in denen sich jeweils zwei Figuren aussprechen (Hanna und Leonie, Hanna und Jonas) sind schon sehr intensiv gespielt (und auch sehr gut geschrieben). Generell mag ich, dass ich als Typ in der Serie einen Einblick in so eine Mädchenclique bekomme und dadurch besser verstehe, wie solche (Teenie-)Frauenfreundschaften funktionieren (eben doch ein bisschen anders als bei Jungs). Und das hier generell Mädchen/Frauen die Hauptfiguren sind, die Jungs sind ja bisher eher so Randfiguren (und auch alle ziemliche Idioten ;) ).

Wie gesagt, um an SKINS (vor allem die grandiosen ersten beiden Staffeln) ranzureichen, fehlt hier noch einiges an Witz und erzählerischer/Charaktertiefe. Teilweise wirkt auch alles recht deutsch. Dafür, dass das eine ZDF-Produktion ist, ist es aber schon ziemlich gelungen. Der Unterhaltungswert ist auf jeden Fall da und ein gewisser Sog stellt sich auch ein. Für Staffel 1 würde ich so 7/10 geben.
Benutzeravatar
von Nataku
#1556651
Medienjunkie hat geschrieben: So 23. Mai 2021, 10:51 @Nataku:
Danke für den Tipp zu DRUCK. Ich hatte damals zum Start schon mal was von der Serie gehört, sie dann aber irgendwie vergessen. Als großer SKINS-Fan und generell Freund von Coming-of-Age-Serien hast du mich jetzt doch so neugierig gemacht, dass ich mal mit der Serie angefangen habe. Der Vergleich mit SKINS liegt natürlich thematisch nah, aber da kommt zumindest die erste Staffel lange nicht ran. Es fehlt der völlig anarchische, respektlose Humor der Briten. Richtig witzig finde ich DRUCK eigentlich fast nie. Auch sind die meisten Figuren anfangs etwas durchschnittlich und die Handlungsstränge zu soapig. Es steigert sich aber schon innerhalb der Staffel und die zweite gefällt mir bislang schon besser. Das liegt wahrscheinlich daran, dass Mia darin die Hauptfigur ist, die ich schon vorher am interessantesten fand.

Schauspielerisch und handwerklich lässt sich nicht meckern. Gerade einige Szenen, in denen sich jeweils zwei Figuren aussprechen (Hanna und Leonie, Hanna und Jonas) sind schon sehr intensiv gespielt (und auch sehr gut geschrieben). Generell mag ich, dass ich als Typ in der Serie einen Einblick in so eine Mädchenclique bekomme und dadurch besser verstehe, wie solche (Teenie-)Frauenfreundschaften funktionieren (eben doch ein bisschen anders als bei Jungs). Und das hier generell Mädchen/Frauen die Hauptfiguren sind, die Jungs sind ja bisher eher so Randfiguren (und auch alle ziemliche Idioten ;) ).

Wie gesagt, um an SKINS (vor allem die grandiosen ersten beiden Staffeln) ranzureichen, fehlt hier noch einiges an Witz und erzählerischer/Charaktertiefe. Teilweise wirkt auch alles recht deutsch. Dafür, dass das eine ZDF-Produktion ist, ist es aber schon ziemlich gelungen. Der Unterhaltungswert ist auf jeden Fall da und ein gewisser Sog stellt sich auch ein. Für Staffel 1 würde ich so 7/10 geben.
Gerne. Ich bin mal gespannt, wie dir die anderen Staffeln gefallen, falls du dranbleibst. Von der Dramatik und dem Humor würde ich dir aber Recht geben, da ist Skins sicher interessanter. Druck erzählt dann doch eher normalerer/bodenständigere Geschichten, was ich aber gar nicht so schlimm fand. Mich haben vor allem einige der guten Darstellerleistungen überrascht und wie stimmig die Serie insgesamt inszeniert ist (was meiner Erfahrung nach für deutsche Produktionen eher selten der Fall ist).
von Medienjunkie
#1556658
Nataku hat geschrieben: Gerne. Ich bin mal gespannt, wie dir die anderen Staffeln gefallen, falls du dranbleibst.
Ich bin jetzt mit Staffel 2 durch und was sich nach den ersten Folgen schon andeutete, hat sich bestätigt: Die hat mir wesentlich besser gefallen als die erste. Mia und Alexander sind faszinierende, vielschichtige Figuren und es war hoch interessant, wie sich ihre Beziehung entwickelte. Die mittleren Folgen fand ich sogar richtig stark und einmal musste ich auch laut lachen. Die DarstellerInnen steigern sich deutlich und auch die Dialoge sind teilweise wirklich sehr gut. Generell mag ich, wie die Freundinnen untereinander ihre Probleme lösen und sich eben nicht über einen Typen endgültig zerstreiten. Menschen können Fehler machen und trotzdem gute FreundInnen sein. Und ich hab jetzt - obwohl mindestens 20 Jahre zu alt - einen Crush auf Mia Winter. ;)
Staffel 2: 8,5/10

Funk macht echt interessante Sachen, ich mochte ja damals schon Wishlist (zumindest die erste Staffel).
von Johnny
#1556663
Ich könnte hier auch mal wieder ein kleines Update hinterlassen. ':) Habe mich zuletzt hauptsächlich auf Amazon rumgetrieben, weil da mein Probeabo demnächst ausläuft...

The Wilds S1
Hatte die Serie damals schon mal im Auge, bin aber jetzt erst durch die News zu Staffel 2 wieder an die Serie erinnert worden. Hatte auch noch im Kopf, dass es hier im Thread mal ein paar Diskussionen und teilweise auch sehr starke Reviews gab. Mich persönlich hat es jetzt nicht ganz so angesprochen. Durchaus fesselnd und unterhaltsam, aber letztendlich doch mehr Guilty-Pleasure-Material. Die Schauspielleistungen finde ich doch eher dünn und das ganze Inselsetting wirkt sehr unecht und irgendwie ein bisschen cheap? Die Backstories haben mich auch eher genervt, auch wenn die Figuren natürlich Tiefe brauchten. Die Plot Holes gehören bei diesen Geschichten natürlich auch immer dazu. ':) Aber eine gewisse Faszination für die Story und die ganzen Hintergründe kann ich nicht leugnen und ich bin doch gespannt, wie es dann in Staffel 2 weitergeht.
7/10.

The Flight Attendant, S1
Fand ich durchaus gelungen. Ist für mich jetzt nicht DIE Serie, die so manche Kritiken und Preise vermuten ließen, aber konnte man wirklich in einem Rutsch sehr schnell weggucken. Kaley Cuoco macht in der Rolle sehr viel Spaß und auch der weitere Cast ist in Bestform. Die Story kann man natürlich nicht ganz ernst nehmen, das ist alles so derart überzogen und unrealistisch, aber sicherlich auch auf diese Art so gewollt. Insgesamt finde ich den Genremix hier recht spannend, aber der ganze Stil der Serie trägt auch dazu bei, dass es sich eher wie Fast Food anfühlt und einen nicht lange beschäftigt.
7,5/10.

The Handmaid's Tale, S2+S3
Staffel 1 hatte ich vor Jahren mal gesehen, die hatte mich nicht vollends überzeugt und eher kalt gelassen. War mir gar nicht sicher, ob ich überhaupt weitergucken will, aber habe das dann doch mal in Angriff genommen. Die herrschende Meinung ist ja, dass die Serie immer stärker nachlässt, aber kann ich jetzt eigentlich nicht behaupten. Das Writing geht auf jeden Fall etwas in den Keller, die Serie fängt an, wenig Sinn zu machen. Die Plot Holes nehmen zu und irgendwie wiederholt es sich alles schon sehr stark (gerade das ständige Vor und Zurück zwischen June und den Waterfords). Aber aus irgendeinem Grund haben die beiden Staffeln bei mir jetzt einen bleibenderen Eindruck hinterlassen und ich fand es einfacher dran zu bleiben. Aber es ist schon eine seeeehr langsame Entwicklung. 13 Folgen á 60 Minuten, das ist auch sehr viel Inhalt. Wäre schön, wenn man das etwas beschleunigen könnte.
Staffel 2: 7,5/10.
Staffel 3: 8/10.

Fleabag, S2
Auch diese Staffel wollte ich schon lange nachholen. Staffel 1 mochte ich damals recht gerne, Staffel 2 sollte ja noch besser sein, aber ich glaube mir gefällt Staffel 1 etwas besser. Staffel 2 hatte auch sehr starke Momente, aber so richtig wollte die Priester-Storyline bei mir nicht zünden. Die Momente zwischen Fleabag und ihrer Schwester sind aber immer noch grandios und die Serie macht Spaß. Die Erzählweise ist einfach einzigartig!
8/10.

The Good Fight, S2
Staffel 1 musste sich noch so ein bisschen finden, aber in Staffel 2 ist die Serie im neuen Universum endlich angekommen. Ich denke es tat der Serie gut, dass der Fokus etwas weniger auf der Rose-Leslie-Story lag.
8,5/10.
Benutzeravatar
von Wolfsgesicht
#1556682
The Mandalorian - Staffel 1
Auch eine Serie die ich irgendwann mal abgebrochen habe. Aber diesmal eher aus fehlender Laune.
Gefällt mir besser als die Filme. Bringt einen tiefer in das Star Wars Universum und erzählt schöne Geschichten. Sie ist interessanter als die letzte Trilogie. :D
Produziert natürlich auf höchstem Niveau.

Einzig missfällt mir etwas die abgeschlossene Folgenstruktur. Man kann jede Folge für sich sehen, einen Cliffhanger oder eine längere Geschichte gibt es nicht. Sie sind nach einer Episode abgeschlossen, der einzige rote Faden betrifft den Mini Yoda, aber der ist meistens halt nur dabei. Um ihn geht es zum Ende hin seltener. Er ist halt da um eine Begründung für Reise xy zu finden und dann eine Geschichte drauf aufzubauen.

Aber trotzdem. Gefiel mir überraschend gut und es war sehr unterhaltsam.

Schwer zu beschreiben warum, aber:

8/10
Benutzeravatar
von Nataku
#1556689
Nochmal ein Review zu einer deutschen Serie und dann einige Reviews zu den Comedys von 2020/21 (und ja, meine Toleranz bei Comedys ist riesig, weshalb ich bis auf 1-2 Serien fast alles der aktuellen Season gesehen habe).

Wir Kinder vom Bahnhof Zoo (Amazon)
Die Neuverfilmung der Geschichte der Christiane F.. Wo fängt man da an? Ich habe das Buch ehrlich gesagt nie gelesen (gehörte bei uns nicht zur Pflichtlektüre in der Schulzeit) und auch die Originalverfilmung habe ich nie gesehen. Die groben Züge der Geschichte sind mir aber natürlich dennoch bekannt. Und da fängt für mich schon das Problem der Serie an. Die Darsteller sind leider (für die Geschichte) alle deutlich zu alt. Das sind hier keine jungen Teenager, sondern junge Erwachsene, was die teils harten Szenen deutlich weniger krass wirken lässt, als es die Geschichte eigentlich hergibt. Auch bei dem Darsteller des Vaters von Christiane hat man sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Der sieht weniger wie ihr Vater aus, sondern mehr wie jemand aus ihrer Clique und wirkt mehr wie ein Lappen, als der bedrohliche prügelnde Vater, der er eigentlich sein sollte. Überzeugt haben mich eigentlich nur Lea Drinda, die die Babsi spielt und Jeremias Meyer als Axel (der leider sehr wenig Material bekommt). Jana McKinnon als Christiane ist mal sehr überzeugend, und in anderen Szenen dann wieder ziemlich schlecht. Generell wirkt vieles leider typisch deutsch: sehr gestellte Dialoge und alles irgendwie hölzern. Auch nehme ich der Clique nicht wirklich die Freundschaft ab. Das wirkt leider fast durchgehend sehr unharmonisch (eventuell hätte man den Schauspielern hier vorab hinter der Kamera ein bisschen mehr Zeit geben sollen, damit hier ein besseres Freundschaftsgefühl vor der Kamera entsteht).

Die Geschichte orientiert sich grob an der Original-Geschichte, auch wenn einige Figuren und Details angepasst wurden. Leider nutzt man die Zeit (immerhin 8 Episoden) nicht wirklich aus, um den Figuren Tiefe zu verleihen. Die Hauptfigur ist und bleibt Christiane, die restlichen (teils potenziell interessanteren Figuren) bleiben meist schmückendes Beiwerk. Warum hier wer in dieser Situation gelandet ist, wird nicht immer klar. Das führt am Ende dazu, dass ein Großteil der Figuren nicht gut genug ausgearbeitet ist und gerade auf die Familie von Christiane viel zu viel Zeit verschwendet wird. Hier hätte man einiges kürzen können und die gewonnene Zeit lieber in die anderen Figuren investiert.

Auch die zeitliche Erzählform fand ich eher ungünstig. Innerhalb und zwischen den Folgen vergeht teils einiges an Zeit, man bekommt aber nie wirklich ein Gefühl dafür, wie viel Zeit hier nun vergehen soll.

Das zweite eigentliche Hauptproblem liegt meiner Meinung nach in der gesamten Aufmachung der Serie. Hier ist alles sehr auf Hochglanz poliert. Für eine Serie, die vorrangig Drogenkonsum und Prostitution behandelt, hätte ich mir eine dreckigere Darstellung gewünscht. Die Sets sehen ebenfalls irgendwie nicht wirklich so aus, wie man sich ein älteres West-Berlin vorstellt, sondern versprühen eher Ostblock-Charme (das mag eventuell auch am Drehort Prag liegen). Insgesamt wirken Bild und Ton leider nicht harmonisch. Während das Bild irgendwas zwischen 70er und 80er Jahre darstellen soll, werden als Musikuntermalung meist aktuelle Songs verwendet. Meiner Meinung nach absolut unpassend.

Abschließend bleibt eigentlich die Frage, warum man die Umsetzung so gewählt hat, wie sie nun bei Amazon zu sehen ist. Viel interessanter wäre es doch gewesen, wenn man die gesamte Geschichte (zur Not auch ohne Einbindung der Christiane F.) in die heutige Zeit versetzt hätte und den Nebenfiguren mehr Tiefe gegeben hätte. Das Resultat wäre vermutlich deutlich spannender, harmonischer und gesellschaftlich relevanter gewesen, als dieser komische Mischmasch aus alt und neu.

Aufgrund der im Kern dennoch sehr sehenswerten Geschichte (und den 1-2 Highlights, die vor allem in der zweiten Hälfte der Staffel zu sehen sind) noch 5 Punkte, aber vermutlich ist man mit dem Buch oder der Originalverfilmung besser bedient.
5/10

Breeders – Season 2 (FX)
Die zweite Staffel von Breeders beginnt mit einer kleinen Überraschung und konzentriert sich dann im Verlauf der Staffel sehr auf die Vater-Sohn Beziehung von Paul und Luke. Insgesamt empfand ich die Staffel deutlich deprimierender als Staffel 1 (die auch schon keine leichte Kost war). Die Geschichte ist aber dennoch fesselnd erzählt und bietet auch skurrile / lustige Situationen, sodass der Comedy Aspekt nicht gänzlich abhandenkommt. Über eine dritte Staffel würde ich mich freuen, auch wenn hierzu glaube ich offiziell noch nicht das grüne Licht gegeben wurde.
8/10

Call Your Mother – Season 1 (ABC)
Ganz nett beschreibt die Serie wohl am ehesten. Den Cast fand ich relativ sympathisch, aus den Socken gehauen hat mich die Serie aber nicht. Nicht verwunderlich, dass hier nach Staffel 1 Schluss ist.
5.5/10

Last Man Standing – Season 9 (FOX)
Last Man Standing ist für mich ehrlich gesagt schon seit einigen Staffeln nur noch eine Pflichtveranstaltung. Ich war damals froh, dass die Serie ihr Ende gefunden hatte und dann hat FOX sie wiederbelebt. Da ich Serien gerne immer komplett schaue (vor allem, wenn ich schon viele Jahre dabei bin), habe ich natürlich auch die FOX Staffeln geschaut. Staffel 9 war nicht wirklich besser oder schlechter als die älteren Staffeln. Enttäuscht war ich, dass man die Pandemie zwar eingebaut, aber mit einem einfachen Zeitsprung einfach übergangen hat. Verpasste Chance meiner Meinung nach. So wird im Grunde wieder das gleiche erzählt, was auch in den anderen Staffeln schon erzählt wurde. Das Serienfinale empfand ich persönlich als ziemlich undankbar (im Grunde beschwert sich Tim Allen in einer schlechten Metapher, dass ihm die Serie weggenommen wurde). Insgesamt nur für Hardcore Fans oder Komplettionisten empfehlenswert.
4/10

mixed-ish – Season 2 (ABC)
Hier gilt ähnliches wie bei Last Man Standing: Pflichtveranstaltung. Die Serie kommt leider überhaupt nicht an das Original black-ish heran. Die Geschichten sind hier einfach meist zu belanglos und behandeln ähnliche Themen wie das Original, nur mit einem deutlich schwächeren Cast. Einzig Gary Cole und Christina Anthony als Tante Denise sind ein Lichtblick, aber eben nur Nebenfiguren, die entsprechend wenig zur Geltung kommen. Meiner Meinung nach verdient nach Staffel 2 beendet.
4.5/10

American Housewife – Season 5 (ABC)
American Housewife war nach dem Ende von The Middle immer einer meiner Lieblinge, wenn es um seichte feel good Comedys ging. Die 5. Staffel bringt einige Veränderungen mit, die man sicher auch hinterfragen darf (so wird eine der Töchter neu besetzt und die zwei Nebencharaktere, die quasi für Diversität stehen, werden stumpf durch neue Figuren ersetzt – statt einer asiatischen Freundin fügt man einfach einen neuen schwulen asiatischen Freund hinzu und die lesbische schwarze Freundin wird durch eine hetero schwarze Freundin ersetzt). Das wirkte alles irgendwie sehr unangenehm und spiegelt vermutlich nur wider, wie es dort hinter den Kulissen abgegangen sein muss. Jake Choi fügt sich gut in die Serie ein, mit Holly Robinson Peete bin ich nicht warm geworden. Von den ganzen Veränderungen mal abgesehen bietet die Staffel dennoch gewohnt gute (seichte) Unterhaltung. Vor allem die 100. Folge ist ein absolutes Highlight nicht nur dieser Staffel, sondern der ganzen Serie. Leider endet die Staffel (und damit auch die ganze Serie) mit einem Cliffhanger. Wirklich schade, dass ABC der Serie keine kurze letzte Staffel gegönnt hat.
7/10

The Conners – Season 3 (ABC)
Sicherlich die unangenehmste Comedy, die aktuell auf den Networks läuft. The Conners behandelt auch in Staffel 3 größtenteils ernste Themen (inklusive Corona), die vor allem die negativen Seiten des amerikanischen Lebens / Traums zeigen. Trotz der vielen eher ernsten Themen gibt es immer wieder was zu lachen. Story mäßig passiert unglaublich viel in der Staffel, was auch im Staffelfinale nochmal humoristisch verarbeitet wird. Auch heute nach all den Jahren (wenn man Roseanne mitzählt) sicher eine der relevantesten Comedy im amerikanischen Network TV. Nicht wirklich zum Wohlfühlen, aber gerade deshalb vielleicht auch umso relevanter als vieles was sonst so läuft.
8/10

The Goldbergs – Season 8 (ABC)
Die letzte Staffel mit George Segal als Pops. Man merkt schon zu Beginn der Staffel, dass Segal nicht mehr für viele Aufnahmen zur Verfügung stand und auch insgesamt nimmt er nur in 1-2 Folgen wirklich noch eine zentrale Rolle ein. Der Rest der Staffel konzentriert sich leider sehr stark auf Geoff und Erica. Mir war das am Ende etwas zu viel des Guten und es fehlten irgendwie andere Stories in der Staffel, die das ganze interessanter gemacht hätten. Insgesamt eine solide Staffel, aber kein Comedy Highlight.
6/10

Mom – Season 8 (CBS)
Die erste Staffel ohne Anna Faris und gleichzeitig auch die letzte für Mom. Für mich hat die Serie auch prima ohne Christy funktioniert, auch wenn sie dadurch immer mehr in Richtung Golden Girls mit jüngeren Frauen gedriftet ist (was nicht schlecht sein muss). Am Ende merkt man leider, dass die Entscheidung zur Beendigung der Serie wohl relativ spät getroffen wurde. Die letzten paar Episoden wirken dadurch etwas gehetzt und einige Handlungen gehen sehr schnell voran. Das Finale fand ich dennoch gut und passend umgesetzt. Mir wird die Serie fehlen.
7.5/10

B Positive – Season 1 (CBS)
Noch eine Serie aus dem Hause Lorre. Im Grunde ist das eine Kopie von Mom mit einem anderen Hintergrund (Dialyse statt Treffen der ehemaligen Süchtigen). Auch hier gibt es zwei zentrale Hauptcharaktere und der weitere Kreis von Nebenfiguren macht größtenteils die Dialyse Gruppe aus. Mir gefallen Thomas Middleditch und Annaleigh Ashford gut in ihren Rollen und sie schaffen es prima, die Serie zu tragen. Ich war etwas überrascht, dass es eine zweite Staffel gibt (immerhin gab es ja kurzeitig einen Skandal / Anschuldigungen rund um Middleditch, ehrlich gesagt keine Ahnung, wie sich das alles weiterentwickelt hat). Im Großen und Ganzen eine gute Lorre Serie – mag man eine, mag man alle. Wer mit seinem Humor nichts anfangen kann, kann sich die Serie aber natürlich schenken.
7/10

Bob Hearts Abishola – Season 2 (CBS)
Und Nr. 3 aus dem Hause Lorre. Wenn B Positive die Kopie von Mom ist, dann ist Bob Hearts Abishola die Kopie von Mike & Molly. Sogar der männliche Hauptdarsteller ist identisch. Hier gilt ähnliches wie schon bei den anderen Lorre Serien. Grundsolide Kost, wenn man es mag. Qualitativ auf einer Stufe mit B Positive, aber nicht ganz so gut wie Mom.
7/10

The Great North – Season 1 (FOX)
Wo wir schon bei Kopien von erfolgreichen Serien sind. The Great North ist überspitzt gesagt Bob's Burgers in Alaska. Der Stil ist identisch zu Bob's Burgers und Central Park. Mir persönlich hat Central Park besser gefallen, aber The Great North ist auf jeden Fall auch sehenswert, wenn man auf animierte Serien in diesem Stil steht. Der Voice Cast macht seine Sache gut und die Geschichten sind auf jeden Fall unterhaltsam. Hier wird wohl die Zeit zeigen, ob sich die Serie langfristig neben Bob's Burgers platzieren kann oder ob nach Staffel 2 wieder Schluss ist. Ich würde mich auf jeden Fall über weitere Geschichten der Familie Tobin freuen.
7/10

Mr. Mayor – Season 1 (NBC)
Mein Comedy Highlight in dieser - auf Comedys bezogen - eher mauen Season. Ted Danson als Bürgermeister von LA ist einfach lustig. Wer 30 Rock oder Unbreakable Kimmy Schmidt mochte, wird auch hier seinen Spaß haben. Die Serie ist (noch) nicht ganz so abgedreht wie die beiden quasi Vorgänger, aber die Handschrift der Macher ist deutlich erkennbar. Der Cast findet relativ schnell eine gute Harmonie und glänzt vor allem (neben Danson) mit Holly Hunter und Bobby Moynihan. Für die zweite Staffel würde ich mir wünschen, dass man auch die Figuren Tommy und Mikaela noch etwas besser einbindet. Aber insgesamt eine sehr gelungene erste Staffel.
8/10

Kenan – Season 1 (NBC)
Auf Kenan war ich gespannt, immerhin ist hier der Happy Endings Erfinder David Caspe beteiligt. Leider plätschert die Serie in ihrer ersten Staffel etwas vor sich hin. Der gute Cast an Nebenfiguren wird leider kaum vernünftig genutzt und man versteift sich vor allem zum Ende auf eine will they wont they Geschichte, die für mich nicht wirklich harmonisch wirkt. Hier ist noch einiges an Finetuning nötig. Ich hoffe man macht in der zweiten Staffel mehr aus der Serie, da sie eigentlich eine gute Grundlage hat und an einigen Stellen für Lacher sorgen kann.
6/10
Benutzeravatar
von little_big_man
#1556690
Danke für die vielen Comedy-Reviews Nataku. Zuletzt habe ich im Network-Bereich komplett die Übersicht verloren, was da so Neues läuft, primär bei den Comedies aber auch bei den den Drama-Serien. Viel verpasst zu haben scheine ich dann aber nicht, am ehesten dann wohl noch Mr. Mayor im Auge behalten dank Ted Danson und "nicht ganz so abgedreht" wie 30 Rock ist definitiv für mich auch ein Pluspunkt, denn während ich die Liz/Jack Stories immer geliebt habe, konnte ich die abgedrehten Charaktere (Tracy, Jenna und vor allem Kenneth) nur mit sehr viel :face_with_rolling_eyes: ertragen.

Auffallend ist, dass black-ish in deiner Auflistung fehlt. Hast du dort einfach die aktuelle Staffel noch nicht gesehen? Denn Superstore (inzwischen beendet) und B99 (bald beendet) sind aktuell noch meine beiden letzten Network-Comedies, die ich schaue. Und black-ish wäre der einzig andere Kandidat, den ich in den letzten ca. 5 Jahren wohl regelmässig so 1-2 Mal pro Jahr fast begonnen hätte, aber mich dann doch nie "durchringen" konnte so ein langes "Commitment" einzugehen. Deshalb würde es mich wunder nehmen, was du black-ish für eine Wertung geben würdest im Vergleich zu all den anderen Bewertungen oben.
Benutzeravatar
von Nataku
#1556692
Danke, dass du mich erinnerst. Superstore habe ich ganz vergessen, obwohl das eins der wenigen echten Highlights war. Und außerdem noch meine Meinung zu black-ish (allgemein und zur aktuellen Staffel).

Superstore – Season 6 (NBC)
Auch wenn einer der Hauptdarsteller in dieser Season nicht mehr Vollzeit dabei war, hat das Superstore nicht wirklich geschadet. Die Serie funktioniert aufgrund des guten Ensembles auch so prima. Corona wurde sehr passend eingebunden und es gab wieder viele lustige, abgedrehte Geschichten rund um den Cloud 9 Store. Die Serie hat für mich persönlich eines der besten Serien Finals unter den Comedy Serien und ich werde Superstore definitiv vermissen. Hier wären sicher noch 2-3 gute Staffeln drin gewesen, aber man soll ja bekanntlich aufhören, wenn es am schönsten ist.
8.5/10 (das Finale bekommt von mir eine glatte 10)

black-ish – Season 7 (ABC)
Allgemein würde ich black-ish unbedingt weiterempfehlen. Ich habe die Serie auch erst 2019 angefangen und dann in einen Rutsch alle Staffeln bis zur damals aktuellen durchgesuchtet. Ja, die Serie ist häufiger mal preachy (macht sich aber auch selbst oft genug darüber lustig) und man muss vorab wissen, dass es hier oft um ernstere Themen rund um das schwarz sein in Amerika geht. Aber die Serie schafft es dennoch, unglaublich lustig zu sein. Das liegt vor allen an den guten Schauspielern. Hier gibt es kaum Schwächen im Cast. Auch die Charaktere entwickeln sich über die Staffeln weiter, sodass es hier weniger Stillstand als in manch anderen ABC Comedys gibt (wenn man es z.B. mit The Goldbergs vergleicht).

Die aktuelle Staffel schwächelt ein wenig. Nach so vielen Staffeln hat man halt irgendwann dann doch alle sozial relevanten Themen durchgearbeitet. Dadurch wirkt die Staffel etwas weniger bissig und relevant, als die Staffeln zuvor. Ich glaube es schadet auch nicht, dass Staffel 8 die letzte sein wird und die Autoren nächstes Jahr hoffentlich nochmal auf Hochtouren auflaufen.

Eine eher schwächelnde black-ish Staffel kann aber immer noch locker mit den meisten anderen Network Comedys mithalten.
7/10
Benutzeravatar
von Theologe
#1556695
Snowpiercer
Ich weiß nicht, ob die Serie sich mit dem World Building schwerer tut als der Film, weil oder obwohl sie mehr Laufzeit dafür hat, aber irgendwie veranschaulicht der Film das Leben an Bord von Snowpiercer deutlich anschaulicher. Ein Großteil der ersten Staffel besteht aus einem konventionellen Kriminalfall, da fehlt irgendwie das Alleinstellungsmerkmal. Die letzten Episoden der Staffel ziehen dann an und die Strukturen an Bord des Zugs werden besser dargestellt, aber Jennifer Connellys Potential als Darstellerin wird nicht ausreichend genutzt, während Daveed Diggs als Lead nicht den nötigen Drive ausstrahlt.
6/10

Shadowplay [ZDF]
Auf die Serie bin ich ganz zufällig gestoßen. Eine internationale, vom ZDF produzierte Serie, die in der ZDF Mediathek zu sehen ist. Mit Taylor Kitsch, Michael C. Hall, Logan Marshall-Green, Sebastian Koch, Nina Hoss und anderen ist das eine hochkarätig besetzte Show. Inhaltlich geht es um einen New Yorker Polizisten Max (Taylor Kitsch), der im Nachkriegs-Berlin ein Polizeirevier nach NYPD-Vorbild aufbauen soll. Gleichzeitig ist er auf Suche nach seinem verschollenen Bruder Moritz (Logan Marshall-Green), der als Racheengel Nazis nach dem Vorbild von Max & Moritz foltert und tötet.
Wenn man die Serie im Original guckt, sprechen die Deutschen meistens Deutsch, gar Berlinerisch, während sich Taylor Kitsch mit einer Mischung aus Englisch und gebrochenem Deutsch durchschlägt.
Hier und da wirkt das ganze ein wenig cheesy, aber es ist ein ordentlicher Thriller, in hochwertigen Sets. Wer also mal was für seine GEZ sehen will, kann Shadowplay eine Chance geben.
7/10

The Queen's Gambit
Hierzu haben einige ja schon etwas geschrieben. Anya Taylor-Joy macht eine starke Figur als Schachgenie/Junkie und auch wenn ich den Schachkram meistens nicht schnalle, war das doch unglaublich spannend und eine gute Mischung aus Coming-of-Age und Charakterdrama.
8,5/10

Gomorra: S2
Ich habe irgendwie bei den vielen Nebenfiguren, nicht immer ganz den Überblick, vergleichbar mit Underbelly. Aber die Serie zeigt die vielen Verstrickungen des organisierten Verbrechens und das es so etwas wie Ganovenehre eben nicht gibt und auch Familie nichts zählt.
7/10
Benutzeravatar
von Sarge
#1556737
Debris (NBC) - Season 1
Trümmerteile eines Alien-Raumschiffs sind auf die Erde gestürzt und haben sich rund um den Globus verteilt. Verschiedene Geheimdienste versuchen die Trümmer zu lokalisieren, welche die Menschen und die Umwelt teils stark beeinflussen und scheinbar die Gesetze der Physik ausser Kraft setzen. Die beiden Hauptfiguren sind eine britische MI6-Agentin und ein amerikanischer Ex-Special Forces Soldat.

Debris reiht sich leider in die lange Reihe von ambitionierten Sci-Fi-Serien ein, die in ihrer ersten Staffel ein Mysterium nach dem anderen auffahren, um dann ohne jedwede Erklärungen abgesetzt zu werden.
Ich wollte die Serie wirklich mögen, weil sie von einem Fringe-Macher stammt und klar von Fringe inspiriert ist. Aber das wird einem nicht leicht gemacht, denn zunächst gibt es Fälle der Woche, die zwar sehr ungewöhnlich sind, aber einen nicht wirklich mitnehmen. Auch später, wenn sich diverse Komplotte allmählich entfalten, fehlt es der Serie an Spannung. Ausserdem bleibt man als Zuschauer immer distanziert, da es weiterführende Infos (z.B. Vergangenheit der Hauptfiguren) nur in homöopathischen Dosen gibt. Dabei fand ich die beiden wirklich sympathisch.
Insofern hat mich die Absetzung überhaupt nicht gewundert. Eher, wieso die Serie überhaupt bei einem Network gelandet ist, denn sie richtet sich wirklich nur an Hardcore-Genrefans.
Technisch ist das hervorragend in Szene gesetzt, die Special-Effects sowie den Look&Feel fand ich absolut zeitgemäß (auch wenn ein Alu-Ganzkörperumhang natürlich nicht fehlen darf).
6,5/10


Getting On (US) (HBO)
Workplace Comedy über eine Geriatrie/Hospiz-Station eines Krankenhauses. Das US-Remake der UK-Serie lief von 2013-2015 über 3 Staffeln.
Ich hatte den Piloten 2016 gesichtet und fand ihn sehr gut. Allerdings wurde durch meinen eigenen Krankenhausaufenthalt zu dieser Zeit nicht nur die Sichtung unterbrochen, mir fehlte dann auch die Lust auf dieses deprimierende Setting.

Getting On ist eine bittere, schwarzhumorige Comedy, die sich mit dem Thema Geriatrie/Hospiz auseinandersetzt und es dabei schafft, gleichzeitig witzig zu sein und dabei trotzdem nicht geschmacklos zu werden. Auch wenn die Hauptfiguren ihre dunklen Seiten haben, ob das nun Ehrgeiz oder Oberflächlichkeit sind, bleiben sie einem doch irgendwie sympathisch. Zudem gibt es beim Arbeitsplatz Krankenhaus genug absurd-realistisches Material, um zumindest die ersten beiden Staffeln auszufüllen.
In der dritten Season geht der Serie dann leider etwas die Luft raus, und man beschäftigt sich zu sehr mit dem abstrusen Plot um Dawn.
Season 1: 8/10
Season 2: 8/10
Season 3: 6/10
Benutzeravatar
von Theologe
#1556758
The Kominsky Method: S3
Mit der Veränderung im Cast verändert die Show zwangläufig ihre Dynamik, aber fängt das überraschend gut auf. Michael Douglas' alte Filmpartnerin Kathleen Turner bekommt deutlich mehr Screentime und passt als Sandys Exfrau sehr gut zu dem Ensemble. Die dritte und letzte Staffel hat nur 6 Episoden und die vergehen wie im Flug, obwohl die Themen weiterhin Krankheit, Älterwerden oder Tod sind, bleibt der Tod immer locker, ohne die Themen auf die leichte Schulter zu nehmen.
7,5/10

The Sinner: S3
Die dritte Staffel ist eindeutig die schwächste Staffel. Ich fand es nicht so zäh wie Sentinel oder eine Kollegin von mir, aber der Esoterikquatsch ging mir allerdings auch auf die Nerven. Das Hauptproblem war aber, dass man zwar auf der einen Seite versuchte Matt Bomers Charakter als tickende Zeitbombe zu präsentieren, nur um die regelmäßig zu entschärfen und den Timer neu zu stellen. So hatte man zwar ständig das Gefühl, dass die Bombe platzen könnte, aber irgendwie auch doch nicht. Andererseits sind es auch nur 8 Episoden und Bill Pullman macht einen so guten Job, dass sich die Staffel immer noch lohnt.
6/10
Benutzeravatar
von redlock
#1556762
Big Sky -- Staffel 1 (ABC)

16 Folgen.
Die Staffel ist unterteilt in drei Abschnitte (oder Kapitel). Allerdings nicht ''offiziell'' oder in den Credits. Grob beschrieben:
1.: Die Entführung der Teenager
2.: Die Jagd auf einen der Entführer
3.: Die Rancherfamilie; die Jagd auf einen der Entführer

Divers, inklusiv, feministisch. Tja, aber was nützt das, wenn sich die Tussen fortlaufend einfach nur schexxx, äh, sau doof verhalten. Vor allem im ersten Abschnitt ist es besonders schlimm. Aber es zieht sich durch die ganze Staffel.
Man merkt, dass die Serie ursprünglich fürs Kabel-TV geplant war. Auch hier, vor allem im ersten Abschnitt.
Man merkt ebenfalls, das David E. Kelley hier Schreiber und Executive Producer ist. Jedenfalls, wer Werke von ihm gesehen hat. Die Staffel hat z.B. ein einen ''Klassiker'' aus seinem Repertoire, der zwei, drei mal in der Staffel verwendet wird. Ich sag nur ''Rosalind Shays.'' Der erste Einsatz ist natürlich der beste.
Alles in allem, trotz der Schwächen eine unterhaltsame Angelegenheit. Jedenfalls so unterhaltsam, dass ich die Folgen recht zeitnah gesehen habe. Aber mehr als
6,5/10 ist einfach nicht drin.
Ach ja, die Staffel endet mit Cliffhanger.



The Rookie -- Staffel 3 (ABC)

Leider, leider meinten die Macher (und/oder das Network), dass die Serie sich in dieser Staffel dem Thema ''Polizeireform'' widmen muss. Selbstverständlich aus der Sicht der linken Aktivisten. Die Folgen, die sich dem Thema besonders widmen (etwa die Hälfte), sind einfach nur grausam. Pure Propaganda. Schlecht gemacht und dann noch mit Holzhammer unters Volk gebracht. Würg. Damit hat man sich und der Sache keinen Gefallen getan.
Andererseits sind die Episoden, wo das Thema keine, oder eine nur sehr geringe Rolle spielt, weiterhin sehr unterhaltsam und kurzweilig.
Der Cast ist ziemlich stark und hat Chemie.


Für S3: 6,5/10


Supernatural -- Staffel 14 (CW)

Die Winchester Brüder sorgen auch in Staffel 14 für solide Unterhaltung. Allerdings, man merkt schon, dass die Luft raus ist. Dennoch, gerne gesehen, wenn auch mit reichlich Verspätung.

Für S14: 6,5/10
von Medienjunkie
#1556775
So, ich bin jetzt auch mit Druck Staffel 3 und 4 durch und muss sagen, dass mich die Serie insgesamt doch sehr gepackt hat. Spätestens, wenn man sich als Mitte-40-Jähriger dabei ertappt, ein BravoTV-Video anzugucken, in dem die DarstellerInnen interviewt werden, merkt man, dass man zum Fan geworden ist. ;)

Staffel 3 fand ich doch schwächer als die 2, weil mich die Jungsfiguren irgendwie nicht so interessiert haben wie die Mädelsclique. Es war durch den Wechsel der im Fokus stehenden Freundesgruppe auch ein ziemlicher Bruch. Zudem war mir der dauerkiffende Matteo ein bisschen zu slackerhaft. Den Großteil der Staffel sah er so aus, als würde er sich jeden Moment umbringen. Die inklusive Message der Staffel ist natürlich - wie in der ganzen Serie - großartig und scheint, den YouTube-Kommentaren nach zu urteilen, ja auch bei der Zielgruppe sehr gut angenommen worden zu sein. Hab da jedenfalls keine Hate-Kommentare gelesen, aber vielleicht gibt's die auch eher bei FB und Twitter. ;)

Staffel 4 fand ich dann wieder deutlich besser. Amira ist für mich neben Mia die interessanteste und auch sympathischste Figur der Serie und es war schön, mehr über ihre Familie und ihren Background zu erfahren. Das Religionsthema wird sehr sensibel und differenziert erzählt. Die letzten beiden Folgen widmen sich dann noch mal Mia/Alex und Hanna/Jonas, um deren Geschichten zu Ende (in einem Fall eher zu einem offenen) zu bringen. Das Serienende (zumindest dieser "Generation") hat mich emotional doch ziemlich berührt. Wie Skins ist Druck in erster Linie eine Serie, die die Freundschaft feiert und jungen Leuten eine positive Botschaft vermittelt, so etwa "Ihr könnt alles schaffen, wenn ihr zusammenhaltet und euch selbst treu bleibt." Das wird trotz einiger Schwächen insgesamt sehr gut rübergebracht, wobei sich Inszenierung und Schauspiel kontinuierlich steigern. In der letzten Staffel sind die tatsächlich so gut, dass man vergisst, dass es eine deutsche Serie ist. :grinning:

Schade, dass Sam keine eigene Staffel bekommen hat, Kiki spielte ja insgesamt eine recht große Rolle. Jetzt stellt sich mir die Frage, ob es sich lohnt, auch die Staffeln mit neuen Figuren zu gucken. Wird das Niveau denn gehalten?

Staffel 3: 7/10
Staffel 4: 8/10


insgesamt für Staffel 1-4: 7,5-8
Benutzeravatar
von Nataku
#1556822
Also ich habe Staffel 5 und 6 von Druck noch nicht gesehen. Meiner Mutter (TV-Junkie mit stolzen 67 Jahren^^), der ich die Serie auch empfohlen hatte, hat Staffel 5 aber sehr gut gefallen. Staffel 6 hat ihr dagegen nicht so gut gefallen. Das kann aber unter Umständen auch am persönlichen Geschmack liegen (in Staffel 6 geht es soweit ich weiß um eine lesbische Beziehung). Insgesamt scheinen die Staffeln aber auch empfehlenswert (ich warte aktuell noch, bis ich mehr Lust auf die neue Generation habe). Staffel 5 lohnt sich aber wohl allein deswegen schon, weil man mehr über Kikis Familie erfährt (da die Hauptfigur soweit ich weiß eine ihrer Schwestern ist).
Benutzeravatar
von LittleQ
#1556838
Shadow and Bone – Legenden der Grisha (Netflix - Season 1)

Gar nicht so viel zu sagen. War zum Ansehen ganz okay, aber mehr auch nicht. Ein zweites Mal würde ich es mir nicht nochmal ansehen und ich denke auch nicht, dass ich da eine zweite Staffel benötige.

6/10
Benutzeravatar
von redlock
#1556891
The Kominsky Method -- Staffel 3 (Netflix)

Leider stand Alan Arkin in der Rolle von Sandys Agent in dieser Staffel nicht zur Verfügung. Das war einerseits schade, andererseits aber nicht so schlimm wie ich erwartet hatte. Dass die Staffel nur 6 Episoden (jeweils knapp 30 Min.) hatte war schlimmer, denn so bekamen einige der Nebenfiguren nur sehr wenig Raum.
Alles in allem, war es aber eine unterhaltsame, vergnügliche und kurzweilige Staffel. Kathleen Turner als Sandys Ex war wieder klasse.
Zwar muss Sandy in dieser kurzen Staffel einiges durchmachen, aber für eine Chuck Lorre Comedy endet es für Sandy doch sehr versöhnlich bzw. positiv.


Für S3: 7,5/10


Mare of Easttown -- Staffel 1 (HBO)

7 Folgen (nebenbei, sehr seltsame Anzahl von Eps); 6 x knapp 60 Min.; das Staffelfinale 75 Min.

Die Staffel lässt sich ganz einfach beschreiben: ''HBO macht nordic noir.'' Aber man, sie machen es hervorragend.
Die Staffel bietet einen spannenden und sehr fesselnden Krimifall und verbindet dies mit einer sehr großen Portion Familiendrama bzw. Familiendramen. Vom Gefühl her würde ich sagen, das war 50:50.
Auch wenn es ''noir'' ist, sind Prisen von Humor eingestreut. Es ist also nicht alles total düster und deprimierend.
Dass die Zuschauerzahl bei der US Aussstrahlung von Folge zu Folge anstieg, verwundert mich nicht. Der Fall ist wirklich packend. Auch ich wollte jedes mal nach Ende einer Episode wissen, wie es weiter geht. Für meine aktuellen Verhältnisse, habe ich die Staffel sehr schnell gesehen.
Dennoch, ich hatte beim Krimifall ein paar mal den Eindruck ''das hast du da schon mal gesehen, das dort.'' Anders gesagt, das Rad haben sie nicht neu erfunden.
Kate Winslet (Auweiha, Titantic ist auch schon ein Vierteljahrhundert alt :scream: ) ist exzellent in der Hauptrolle. Überhaupt machen alle Darsteller ihren Job hervorragend.
Die Staffel ist in sich abgeschlossen. Aber mit den Figuren kann man selbstverständlich eine zweite Staffel machen.


Für S1: 8,5/10
Benutzeravatar
von AlphaOrange
#1556892
The I-Land (Netflix)
Lief schon im Herbst 2019 an. Weiß noch, wie ich mir eine Minute angesehen habe, mir die Optik nicht gefiel und die Kritiken eh abschreckend waren. Jetzt hat doch mal die Neugier gesiegt.

Zehn Menschen erwachen, identisch gekleidet, am Strand einer scheinbar einsamen Insel. Keiner erinnert sich mehr an die eigene Vergangenheit, nicht einmal den Namen. Und auch nicht daran, die anderen je gesehen zu haben. Insel-Mystery - yeah!

Woooaaaw.. :astonished: :astonished:
Was ein Trainwreck!


Das hab ich lange nicht erlebt. Ich hab die sieben Folgen einfach nur durchgestaunt. Da stimmt ja absolut gar nichts. Wie eine Produktion auf wirklich jeder Ebene so jämmerlich versagen kann, ist schon ein Kunststück.
Die Charaktere sind durch die Bank unsympathisch und dumm. Das ist hier zwar Konzept - aber eben kein gutes.
Die Story ist völlig absurd und grob aus wilden Logiklöchern zusammengeflickt. Nichts ergibt hier einen Sinn.
Die Dialoge sind eine Katastrophe - Highlight der Warden, der durchgehend alles und jeden als "bitches" beschimpft.
Die Dramaturgie .. da fehlen mir die Worte. Storylines beginnen und enden im Nichts. Charaktere verschwinden einfach im Laufe der Serie und werden dann in nem Nebensatz abgefrühstückt. Eine Folge ist im Wesentlichen aus Flashbacks zusammengestückelt, in denen wir nichts Neues erfahren. In zwei Folgen, darunter das Finale, fehlt ein Großteils des Casts, entsprechend bleiben ihre Geschichten auch einfach in der Luft hängen. Und wir reden hier von einer 7-Episoden-Miniserie, die man perfekt hätte durchplanen können.
The I-Land (über den Titel sollte man auch nicht weiter nachdenken, der wird völlig albern aufgelöst) schafft es, in sieben Folgen quasi keine Handlung zu haben, in der aber Vergewaltigungen, eine Verlobung, mehrere Morde, einen Kannibalen, Virtual Reality und den Klimawandel unterzubringen (und ich rede nicht von den Flashbacks, die bestehen eher aus heißer Luft). Es ist eine Konzeptserie, die in den ersten beiden Folgen geheimniskrämerisch herumkrebst, in Folge 3 plötzlich all ihr Pulver verschießt und dann nicht mehr weiter weiß.
Die spärlichen SFX sind okay, trotzdem sieht die Serie optisch einfach scheiße aus. Mehr Survivor als Lost, nur dass im Gegensatz zur Reality-Show auch noch das reingeschnittene Stock Footage von wilden Tieren Murks ist und man offenbar des Öfteren mit Schmierfilm auf der Kamera gedreht hat. Auch der Ton ist miserabel abgemischt.
Ich könnte noch so weiter machen. Nennt irgendein Kriterium und ich erkläre, warum The I-Land auch dort völlig versagt hat.

Kategorie "so beschissen, dass es schon wieder Spaß macht" (spätestens ab Ep. 5 wird aber auch das Hate-Watching zäh).

0 (null) / 10
Benutzeravatar
von Neo
#1557008
Ach, vor Monaten endlich mal Shameless aufgeholt und bevor ich es vergesse zu bewerten:

Shameless -- Staffel 8 (SHO)
Hatte ganz vergessen, wie viel Spaß das Schauen der Serie macht. Fands da etwas schade, dass Neil zu schnell fallengelassen wurde, aber ansonsten unterhaltsam wie eh und je. 8/10 Punkten
Shameless -- Staffel 9 (SHO)
Durch das Binge-Watching weiß ich allerdings auch nicht mehr wo die 9. Staffel anfing. Würde da einfach mal die 8/10 Punkten mitnehmen.
Shameless -- Staffel 10 (SHO)
Auch hier keine staffelspezifische Kritik. Bei der 10. gibts einen kleinen Cut, denn Fiona aka Emmy Rossum ist raus - für mich persönlich halb so wild, da sie nie zu meinen Lieblingen zählte.
Ich liebe Shameless allein für ihr "Ende". In jeder anderen Serie hätte mans überdramatisiert, aber hier bleibt man sich treu. Bis auf den Weggang gehts ohnehin nahtlos weiter.
Unterm Strich freuts mich, dass Kev&V wieder mehr in den Mittelpunkt rückten, zumal Kev jetzt zu meinen Lieblingen zählt. Liam bekommt nun auch mal Profil und mit Tami hat man leider jemanden etabliert, für die ich gar nichts übrig hab, aber halb so wild, denn man hat ja zu Genüge andere Storylines.
Auch dieser Staffel würde ich 8/10 Punkten geben
Benutzeravatar
von Nataku
#1557243
In Treatment – Season 4 (HBO)
11 Jahre nach dem Ende von In Treatment Season 3 hat HBO die Serie wiederbelebt. Dr. Paul Weston (Gabriel Byrne) ist im Serienuniversum nun anscheinend ein hohes Tier in der Welt der Psychotherapeuten und wir erleben die Therapiesitzungen diesmal aus der Sicht seines Zöglings Dr. Brooke Taylor, gespielt von Uzo Aduba. Im Vergleich hat sich sonst nicht viel geändert, es gibt jede Woche vier Episoden, wobei die ersten drei verschiedene Patienten behandeln und die vierte Folge jeweils Brooke gewidmet ist. Insgesamt muss man der Serie anrechnen, dass die Qualität der Schauspieler durchgehend hoch ist. Für eine so konzeptionierte Serie auch unabdingbar. Leider schwankt die Qualität der jeweiligen Geschichten etwas, wobei sich sicher jeder unterschiedlich stark mit den jeweiligen Geschichten identifizieren kann.

Mein persönliches Highlight war die Geschichte von Eladio, großartig gespielt von Anthony Ramos. Am Ende von Woche 6 kamen mir hier sogar ein paar Tränchen. Am unterhaltsamsten waren die Sitzungen von Colin (John Benjamin Hickey), der Anleger hinterzogen hat und nun auf Entlassung aus der Haft hofft und dafür gerichtlich angeordnete Therapiesitzungen durchlaufen muss. Am wenigsten anfangen konnte ich mit der Story rund um Laila (Quintessa Swindell). Man stelle sich einen jammernden Generation Z Teenager / jungen Erwachsenen vor, und man weiß, was man von den Sitzungen erwarten kann. Einzig die Finalfolge fand ich hier nochmal spannend, aber insgesamt für mich die deutlich schwächste der Geschichten. Generell kann man auch hervorheben, dass die Serie vor allem in den letzten 2 Sitzungswochen (aka die letzten 8 Folgen) nochmal auf Hochtouren aufläuft und die wenigsten Episoden nach Schema F verlaufen (wie in den Wochen davor).

Brooke als Therapeuten finde ich gelungen. Leider haben die Autoren ihr aber gefühlt viel zu viele Probleme angedichtet. Statt sich hier auf 1-2 Themen zu konzentrieren, bekommt Brooke gleich 4-5 Themenfelder, was sie letztlich zu der Person in der Serie macht, die noch am ehesten Therapie nötig hätte. Leider werden die einzelnen Themen aufgrund der Masse nicht detailliert genug behandelt, sodass man am Ende hier ein bisschen den Fokus vermisst und auch nicht jedes Thema final aufgelöst wird. Weniger wäre hier mehr gewesen.

Zwei weitere Kritikpunkte wären für mich noch die Integration von Corona und der Umgang mit dem Charakter Dr. Paul Weston.
Corona spielt in der Staffel kaum eine Rolle. Eventuell war es hier auch einfach schon zu spät, dies nochmal vom Drehbuch her gezielt bei einem Patienten zum Thema zu machen, aber auf mich wirkte das ein bisschen wie eine verpasste Chance. Vielleicht dann in einer etwaigen fünften Staffel, falls HBO hier nochmal verlängern möchte.

Zu Paul (mal in Spoiler-Tags, falls hier noch Fans der alten Folgen rumschwirren und die neue Staffel noch nicht gesehen haben):
versteckter Inhalt:
Ich wurde das Gefühl nicht los, dass man Gabriel Byrne gerne für 1-2 Folgen bekommen hätte, dies am Ende aber kurzfristig nicht geklappt hat. Leider wirkt alles was mit ihm zu tun hat daher sehr wie ein Teasing der Zuschauer. So zeigt man uns z.B. nicht sein TV-Interview, welches in einer Folge im Hintergrund läuft, sondern setzt den Fokus auf Brookes Telefonat. Und später in der Staffel soll er für eine Folge zu Besuch kommen, cancelt dann aber kurzfristig. Das wirkte leider alles so, als ob man hier kurzfristig die Drehbücher ändern musste, die Figur aber nicht gänzlich entfernen wollte/konnte. Mich als Fan der alten Folgen hat es so leider sehr enttäuscht, da ich gerne mal eine Interaktion der zwei Therapeuten gesehen hätte und mir leicht verarscht vorkam, dass immer mit Paul kokettiert wurde, er letztlich aber nie in der Staffel auftaucht.

Insgesamt hat mir die Staffel aber gut gefallen und ich bin froh, dass HBO diese doch sehr spezielle Serie nochmal wiederbelebt hat. Die Qualität der Geschichten schwankt zwar etwas, aber allein die Folgen rund um Eladio und Colin rechtfertigen für mich eine Empfehlung. Man darf gespannt sein, ob HBO hier nochmal nachlegt, oder ob sie es erstmal mit Staffel 4 wieder belassen.
7.5/10

Home Economics – Season 1 (ABC)
Die neue Comedy mit Topher Grace. Habe ich in meinem Comedy Roundup neulich ganz vergessen, obwohl ich sie doch recht unterhaltsam fand und nach Mr. Mayor meiner Meinung nach der beste Comedy-Neustart dieses Jahr war. Die Staffel ist mit 7 Folgen sehr kurz, dennoch hatte ich das Gefühl, dass die Chemie der Darsteller schon ganz gut stimmt. Für Staffel 2 ist hier noch etwas Feintuning nötig, aber ich sehe die Chancen auf Erfolg hier höher als z.B. bei Kenan. Allein Topher Grace ist für mich schon Grund genug hier wieder einzuschalten. Kurz und prägnant würde ich die Serie am ehesten mit Modern Family vergleichen, wenn man sich Interview Stil / Doku Stil wegdenkt (drei Geschwister, die nah beieinander wohnen und alle eigene Familien haben + ihre Eltern -> alle treffen sich eigentlich ständig als große Familie).
Nichts unfassbar neues, aber bei den erwachsenen Schauspielern durchgehend stimmig besetzt und stellenweise sehr lustig. Zu den Darstellern der Kinder kann man noch nicht viel sagen, aber das ist ja häufig so (entweder das wird was mit den Jahren, oder sie werden irgendwann neu besetzt oder bekommen weniger Screentime). Der Fokus lag in Staffel 1 aber auch ganz klar auf den Erwachsenen, was hoffentlich auch künftig so bleibt.
7.5/10

Little Fires Everywhere (Hulu)
Vor kurzem habe ich außerdem noch die Miniserie Little Fires Everywhere nachgeholt. Die Serie (basierend auf den gleichnamigen Roman) spielt Ende der 1990er Jahre und erzählt die Geschichte von zwei sozial sehr unterschiedlichen Familien. Während der Pilot noch mit einem brennenden Haus beginnt und alles wie eine Whodunit?-Serie wirkt, wird doch sehr schnell klar, dass die Miniserie sich vorrangig mit der Beziehung von Müttern zu ihren Töchtern beschäftigt. Natürlich wird aufgelöst, wie es zu dem Feuer gekommen ist, das ist aber nicht der Fokus der Serie. Vielmehr geht es um die Charaktere von Reese Witherspoon (Elena) und Kerry Washington (Mia) – beide wirklich großartig – und deren Beziehungen zu den anderen Charakteren der Serie, vor allem zu den Töchtern Pearl (die Tochter von Mia) und Izzy (Tochter von Elena). Viel mehr möchte ich zur Story nicht sagen, da man sonst zu sehr in Spoiler Territorien kommt.

Was mir an der Miniserie sehr gefallen hat ist, dass die Episoden tatsächlich wie Kapitelenden von Büchern wirken (so beginnt z.B. ein Charakter eine Geschichte am Ende einer Folge und wir sehen die Geschichte dann erst in der kommenden Folge als Erzählung). Trotz der Kürze der Staffel gibt es auch eine Flashback Episode, die ich etwas unpassend fand aber für die Hintergrundgeschichte nicht vermeidbar war. Auch die Geschichte rund um
versteckter Inhalt:
Pearl / Moody / Trip
ist leider sehr vorhersehbar und letztlich ziemlich belanglos.

Die ganze Serie lebt vor allem von den zwei zentralen Hauptdarstellerinnen. Da beide einen super Job machen, verzeiht man hier auch die ein oder andere Belanglosigkeit oder auch merkwürdige Story Twists. Sicher nicht die beste Miniserie aller Zeiten, aber man kann knapp 8 Stunden seines Lebens auch deutlich schlechter verbringen.
7/10
  • 1
  • 65
  • 66
  • 67
  • 68
  • 69
  • 71