US-Fernsehen (inklusive Season- und Pilot-Reviews), britisches Fernsehen etc.
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von Theologe
#1561783
Ted Lasso: S2
Die zweite Staffel ist nicht mehr so witzig wie die erste, aber immer noch sehr gut. Auf Kosten des Humors bekommen die Figuren mehr Tiefe, so dass S2 eher eine Dramedy ist und keine reine Comedy mehr.
Nicht jede Figur entwickelt sich zu ihrem Vorteil, womit die Lockerheit etwas verloren geht, aber das ist so gewollt.
8/10

Narcos: Mexico: S3
Die Sprecherin des Voice Overs hat eine unangenehme Sprachmelodie, so dass sie irgendwie die ganze Season nervt. Ansonsten wiederholt sich viel von dem was man aus der Mutterserie und in den ersten beiden Staffel kennt. Der Staffel fehlt irgendwie das gewisse etwas und die Nebenstory über die Frauenmorde von Juarez wirkt drangeklatscht. Die hat nichts mit der Haupthandlung zu tun. Da hätte man eher eine separate Miniserie draus machen sollen.
7/10

What If - Animation [Disney+]
Nicht jede Episode ist gelungen, andere machen dagegen richtig Spaß und zum Teil scheinen diese für das MCU gar nicht mal so unwichtig zu sein und dienen als gute Vorbereitung für den kommenden Doctor Strange Film.
Mein persönliches Highlight war die Zombie-Folge, die aber wirklich ein reine Stand Alone Story ist.
7,5/10

See: S1 - Drama [Apple TV+]
Die Kritiken waren eher durchwachsen, aber ich fand die Staffel richtig cool. Wir befinden uns in einer fernen Zukunft, in der die Menschheit seit Generationen blind ist und selbst die Theorie des Sehens als Blasphemie verfolgt wird.
Stilistisch erinnert die Serie an Tribes of Europa, nur eben in gut. Jason Momoa hat richtig harte und vor allem coole Fights. Das hat einfach Spaß gemacht.
8,5/10

We Need To Talk About Cosby - Dokumentation [Showtime]
Die Doku beleuchtet den Aufstieg des Komikers und Entertainers Bill Cosby zum bestbezahlten Entertainer und Amerikas Dad und natürlich erzählt sie auch die Geschichte des Serienvergewaltigers, der über Jahrzehnte Frauen unter Drogen setzte, um sich an ihnen vergehen zu können.
Es ist unglaublich creepy, wenn man sieht wie viele Anzeichen es über die Jahrzehnte gab und es ist traurig, dass eine solche Ikone für die afroamerikanische Bevölkerung ein solches Monster sein kann.
8/10

Billions: S6
Nach dem Ende der 5. Staffel und dem Abgang einer der Hauptfiguren, bestand die realistische Gefahr, dass Showtime mal wieder eine Serie fortsetzt, die eher beendet werden sollte, aber die Befürchtung war unbegründet. Die Serie hat nichts an Qualität eingebüßt und die Machtspiele gehen in die nächste Runde..
8/10
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von Nataku
#1561886
Hier mal wieder einige Reviews zu dieser Season – ein Großteil zu den Comedys, die bereits durch sind. Insgesamt ein sehr gutes Jahr für neue Network-Comedys, aber dazu unten mehr (hierzu würde ich auch das US Remake von Ghosts dazuzählen, die Staffel läuft aber aktuell noch, daher noch kein Review dazu).

Killing Eve – Season 4 (BBCA)
Uff. Also ich war damals wirklich angetan von Staffel 1 von Killing Eve und fand diese sehr unterhaltsam. Dann ging es mit Staffel 2 schon etwas bergab, weil im Grunde die gleiche Story nochmal erzählt wurde. Staffel 3 war anders, aber in meiner Erinnerung wieder besser als Staffel 2.

Staffel 4 ist leider die schlechteste Staffel der Serie. Die Handlung wird eher konfus erzählt, die Figuren betreiben fröhliches Länder-Hopping (manchmal sogar innerhalb einzelner Folgen) und die Figur von Carolyn wird einfach schrecklich undurchschaubar, sodass ich es nicht mehr interessant, sondern nur noch nervig fand. Die Staffel hat im Großen und Ganzen kein gutes Payoff (ständig wird die Karotte mit „den 12“ vor der Nase gewedelt, am Ende der Staffel ist man aber trotzdem nicht viel schlauer) und das Finale ist eins der undankbarsten, welches ich in den letzten Jahren gesehen habe (nicht wegen dem Ende an sich, sondern vielmehr aufgrund der Umsetzung).

In der Staffel gibt es auch ein paar neue Figuren, im Grunde sind die aber auch nur schmückendes Beiwerk und bekommen in den 8 Folgen verständlicherweise auch kaum Profil (vielleicht mit Ausnahme von Pam).

Die Staffel hat auch positive Aspekte – z.B. die beiden Hauptdarstellerinnen, die Ihren Job immer noch super machen – aber insgesamt kommt am Ende keine allzu sehenswerte Staffel bei rum. Schade, dass die Serie so zu Ende gegangen ist.
5/10

Kenan – Season 2 (NBC)
Ich war letztes Jahr schon nicht ganz von Kenan überzeugt, aber die Serie hatte Potenzial, besser zu werden. Leider ist das nicht wirklich passiert. Staffel 2 macht da weiter, wo Staffel 1 aufgehört hat. Verbesserungen konnte ich leider nicht feststellen. Und ehrlich gesagt habe ich auch schon jetzt, knapp 3 Monate nach der letzten Folge, fast alles vergessen, was in der Staffel passiert ist. Eine dritte Staffel braucht es hier auf jeden Fall nicht. Bei dem doch starken Comedy Programm auf den Networks in dieser Season, fällt eine eher harmlose/belanglose Comedy dann doch deutlich stärker negativ auf.
5/10

Grand Crew – Season 1 (NBC)
Grand Crew ist eine neue Comedy, die von einer Gruppe von Freunden handelt, die gerne zusammen in einer Bar Wein trinken. Am ehesten würde ich die Serie mit Happy Endings oder New Girl vergleichen. Die Chemie zwischen den Cast passt wirklich sehr gut (erstaunlich für eine erste Staffel) und ich habe wirklich einige Male gut gelacht. Vor allem Echo Kellum (Noah) und Nicole Byer (Nicky) fand ich super.

Der größte Schwachpunkt war für mich die Liebesgeschichten. Hier kramt man wirklich ganz tief in der Mottenkiste, sodass eigentlich alles sehr vorhersehbar ist (eher zum Ende der 10-Episoden Staffel). Die Serie funktioniert als Comedy über eine Gruppe von Freunden deutlich besser als auf der Love-Ebene.

Insgesamt aber wirklich eine tolle Comedy, bei der ich schon die erste Staffel als ziemlich gelungen bezeichnen würde. Die Staffel endet übrigens mit mehreren Cliffhangern, wobei man sich auch ohne Auflösung denken kann, wo es hier künftig hin geht.
8/10

American Auto – Season 1 (NBC)
American Auto ist die neue Serie vom Superstore Creator Justin Spitzer. Und wer Superstore mochte, dem wird vermutlich auch seine neue Serie gefallen. Der Aufbau ist sehr ähnlich: American Auto ist ebenfalls eine Workplace Comedy, nur diesmal nicht in einem Supermarkt, sondern eher auf C-Level Ebene bei einem traditionellen amerikanischen Autohersteller. Hier kommt Katherine Hastings (super gespielt von Ana Gasteyer) als neuer CEO an Bord, ohne jemals vorher in der Autoindustrie gearbeitet zu haben. Dadurch entsteht natürlich einiges an Story-Potenzial, welches auch gut in den 10 Folgen ausgeschöpft wird.

Als große Stärke der Serie empfinde ich die mehr oder weniger durchgehende Handlung. Die Folgen bauen aufeinander auf und die Staffel ist wie eine Spirale aus (zumeist) schlechten Entscheidungen von Katherine, die von Folge zu Folge mehr an Bedeutung gewinnen. Der Cast macht einen guten Job, auch wenn noch nicht alle Charaktere immer gut in die Handlung eingebunden werden. Ich habe hier aber große Hoffnungen, dass das vermutlich in einer etwaigen 2. Staffel nochmal deutlich besser gelingen wird, als schon jetzt in Staffel 1.

Die Staffel endet mit einer Art Cliffhanger, auch wenn man hier dennoch gut von einem Serienfinale sprechen könnte. Für mich ist American Auto auf jeden Fall ein Highlight der aktuellen Season und ich hoffe, dass NBC der Serie eine weitere Chance gibt.
8/10

Abbott Elementary – Season 1 (ABC)
Die in meinen Augen beste neue Network Comedy in dieser Season. Abbott Elementary ist eine Mockumentary Workplace Comedy im Stil von The Office und Parks and Recreation. Und Quinta Brunson (die auch noch eine der Hauptrollen spielt), muss wohl ein großer Fan dieser Serien gewesen sein, denn man kann sie stilistisch kaum von den Greg Daniels / Michael Schur Serien unterscheiden (ich dachte im ersten Moment sogar, dass einer von beiden doch garantiert hier seine Finger im Spiel haben muss).

Die Serie erzählt vom Alltag mehrerer Lehrer an einer eher armen öffentlichen Grundschule in Philadelphia. Der Cast harmoniert hier schon in der ersten Staffel gut und ist super sympathisch. Highlight ist für mich Janelle James als Rektorin Ava, die in bester Michael Scott Manier für ihren Job eher unqualifiziert ist.

Mein einziger Kritikpunkt neben den üblichen Schwierigkeiten einer ersten Staffel hat wiederum mit dem Einfluss der zwei großen Vorbilder zu tun. Denn teilweise wirkt es schon so, dass sich die Autoren rund um Quinta Brunson etwas zu sehr von The Office inspirieren lassen (so ist z.B. die Liebesgeschichte rund um Janine und Gregory fast eine 1 zu 1 Kopie von der Jim und Pam Geschichte). Hier sollte man aufpassen, dass man nicht als Plagiat abgeschrieben wird, das hätte diese lustige Serie auf jeden Fall nicht verdient.

ABC hat bereits eine zweite Staffel bestellt und es würde mich auch nicht wundern, wenn Abbott Elementary bei den Emmys dieses Jahr eine Rolle spielen wird. Definitiv sehenswert.
8.5/10

Central Park – Season 2 (Apple)
Central Park hat mir in Staffel 1 relativ gut gefallen (ich würde sagen so 7.5-8/10 etwa). Das lag vor allem auch an der durchgehenden Story, die man relativ konsequent verfolgt hat. Staffel 2 hat nun insgesamt 16 Folgen – 6 Folgen mehr als Staffel 1 – begeht aber in meinen Augen den Fehler, dass man die Story stark in den Hintergrund rückt und erst wieder gegen Ende der Staffel hervorkramt.

So bekommt man leider teils relativ belanglose Folgen, wo ein Großteil des Inhalts dann auch noch als Musical erzählt werden muss. Während die Musikeinlagen bei Bob's Burgers und The Great North (die quasi 2 Schwester-Serien) eher als seltenes Highlight dienen, versucht man mit Central Park im Grunde die gesamte Handlung mit 3-4 Musical-Nummern pro Episode zu erzählen. In Staffel 2 merkt man leider, dass das nicht unbedingt die beste Idee ist, da eben auch viel belangloser/schlechter Kram bei rumkommt.

Highlight der Serie ist und bleibt für mich das Gespann aus Bitsy und Helen. Die Familie bleibt dagegen relativ blass und ist bei weitem noch nicht so charmant wie beispielsweise die Belchers aus Bob's Burgers. Nachdem Kristen Bell als Social-Justice-Kämpferin nach Staffel 1 ja ihren Posten als Sprecherin geräumt hat, musste die Stimme von Molly für Staffel 2 neu besetzt werden. Die neue Sprecherin von Molly macht ihren Job gut, reicht aber stimmlich bei den Gesangspassagen bei weitem nicht an Kristen Bell ran. Da aber auch ein Großteil des restlichen Casts nicht wirklich begnadete Sänger sind, macht das auch keinen großen Unterschied mehr (man muss sich hier auf viel hörbares Auto Tune einstellen und damit klarkommen).

Für Staffel 3 würde ich mir wünschen, dass man wieder eine fortlaufende Handlung aufbaut und Abstand nimmt von den schwachen Einzelgeschichten (denn die machen ehrlich gesagt die zwei oben bereits genannten FOX Serien deutlich besser). Und meinetwegen reichen auch 1-2 gute Musikeinlagen pro Folge, wenn dadurch insgesamt die Qualität wieder etwas zunimmt.
6.5/10

black-ish – Season 8 (ABC)
Im Gegensatz zu American Housewife hat black-ish von ABC noch eine kurze Abschlussstaffel mit 13. Episoden erhalten. Im Grunde gibt es hier die bekannte Kost, ähnlich wie schon in der 7. Staffel. Echte Comedy Highlights waren in meinen Augen in der Staffel leider nicht wirklich dabei. Die 2 großen Special-Gaststars (oder zumindest die, die ich erkannt habe), wurden nur sehr oberflächlich eingebaut (1-2 Szenen) und hätte man auch ganz weglassen können.

Die meisten Hauptfiguren bekommen nochmal einen relativ schönen Abschluss in der Staffel, einzig Jr. fällt hier etwas raus (vermutlich musste man die Story etwas umschreiben/abwürgen, da der Darsteller nach dem Ende ja nun zum Spin-off wechselt). Das Serienfinale war OK (auch wenn ich die Message zu dem was in der Episode passiert etwas fragwürdig finde), als Highlight der Comedy Geschichte wird das Finale aber sicher nicht eingehen. Auch emotional haben mich andere Comedy-Serienenden schon deutlich mehr abgeholt in der Vergangenheit.

Letztes Jahr hatte ich ja noch gehofft, dass man nach der eher schwachen Staffel 7 nochmal zu Hochtouren aufläuft. Leider empfand ich das nicht so. So endet black-ish nach 8 Staffeln doch etwas auf einer leisen Note, ohne nochmal Akzente setzen zu können oder zur alten Spitzenform zurückzufinden.
6.5/10

Minx – Season 1 (HBO Max)
Eine Serie über eine Feministin in den 70ern, die zusammen mit einem Verleger von Sex-Zeitschriften zusammen das erste erotische Frauenmagazin gemeinsam auf den Markt bringt. Zuerst hatte ich die Befürchtung, dass das sicher schiefgehen wird und wenig spannend sein könnte. Aber schon der Pilot ist sehr unterhaltsam und macht Lust auf mehr. Die restlichen Folgen sind ebenfalls sehenswert, auch wenn die Story nach etwa der Hälfte der Staffel etwas nachlässt und einen künstlichen Stopp bekommt. Vermutlich spart man sich die interessantere Geschichte mit dem Kampf mit der Politikerin für eine etwaige zweite Staffel auf.

Mein Highlight der Serie ist auf jeden Fall Jake Johnson als schmieriger Verleger Doug Renetti. Da kann ich mir sogar eine Emmy Nominierung vorstellen. Die Rolle passt auf jeden Fall perfekt, was ich vorher nicht so erwartet hätte.

Insgesamt eine tolle kleine, sehr atmosphärische Comedy, bei der ich gerne eine zweite Staffel sehen würde (die dann hoffentlich noch mehr die Stärken ausspielt und durchgehend die Schlagzahl hochhält).
7.5/10

Single Drunk Female – Season 1 (Freeform)
Single Drunk Female erzählt die Geschichte von der jungen Alkoholikern Samantha (Sofia Black-D'Elia), die nach einem öffentlichen Zusammenbruch wieder in ihre alte Heimat zurückkehrt und bei ihrer Mutter einzieht, um wieder clean zu werden und ihr Leben auf die Reihe zu bekommen. Da ich die Hauptdarstellerin gerne sehe, habe ich mit der Serie angefangen. Storymäßig klingt das alles ein bisschen wie die Chuck Lorre Serie Mom, ist aber leider weniger lustig als das Original.

Vor allem der Pilot ist wirklich sehr woke und macht wenig Lust auf mehr. Ich habe dann trotzdem weiter geschaut und die Folgen danach sind auf jeden Fall besser. Aber auch hier muss man sagen, dass die Serie nicht wirklich ein Highlight unter den Comedy Serien ist (ich würde sie auch eher als Dramedy bezeichnen).

Wer damals The Mick gesehen hat weiß, dass Sofia Black-D'Elia comedy-mäßig deutlich mehr zu bieten hat. Leider wirkt sie in der Staffel mit der Ausnahme von wenigen Szenen in zwei Folgen relativ gezügelt und fast schon langweilig.

Wenn es hier keine zweite Staffel gibt, bin ich nicht groß traurig. Schauen würde ich sie aber vermutlich trotzdem, in der Hoffnung, dass sie eventuell lustiger als Staffel 1 wird.
6/10
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von little_big_man
#1561887
Danke Nataku für diese Reviews. Nachdem ich die letzten Jahre eigentlich gar keine Network-Serien mehr auf meine Watchlist gesetzt habe, habe ich mir dieses Jahr American Auto und Abbott Elementary schon mal vorgemerkt gehabt. Von Grand Crew habe ich hingegen hier gerade zum ersten Mal gehört, klingt aber auch so, als ob ich die Serie zumindest mal im Auge behalten könnte.
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von Sarge
#1561945
Severance [Apple TV+] - Season 1
Bei Severance handelt es sich um die technische Innovation der Trennung des Bewusstseins in zwei Hälften. Die eine Hälfte existiert nur während der Arbeitszeit in der Firma LUMON. Dort werden von den so behandelten Mitarbeitern (Innies) seltsame Tätigkeiten verrichtet. Zudem findet das in einem riesigen Kellergeschoß statt, welches von extrem langen einsamen Gängen geprägt ist. Den Innies ist es verboten Aufzeichnungen oder ähnliches zu machen.
Mit dem Feierabend und der Aufzugfahrt nach oben wechseln sie in ihr anderes Bewusstsein, den Outies, welches keine Ahnung hat, was für einen Job es ausübt, oder ob die Nachbarin ebenfalls bei Lumon arbeitet.

Das oben beschriebene Konzept ist recht schräg und ich brauchte etwas, um bei den Anfangsepisoden den Reiz zu entdecken. Doch wie so oft (z.B. die Eingabe der Zahlenkombination bei Lost) fragt man sich natürlich, was wohl hinter allem steckt. Über allem liegt eine surreale, bedrohliche Atmosphäre und es gibt so viele Kleinigkeiten zu entdecken und zu diskutieren. Zudem wächst einem der großartige Cast, bzw. deren Figuren, mehr ans Herz, je mehr man über sie erfährt. Patricia Arquette, Christopher Walken und John Turturro zeigen in ihren Rollen phantastische Performances.
Der Verlauf der ersten Staffel ist dann auch ideal, als dass die Episoden ab der Hälfte immer spannender werden und das Season-Finale mit einem der fiesesten Cliffhanger der letzten Jahre mittendrin endet.
Gottseidank ist Season 2 schon bestellt.
8/10

Y - The Last Man [HULU] - Season 1
Leider ein bißchen spät kommt diese Comic-Verfilmung zur Dystopien-Party. Aus einem unbekannten Grund sterben weltweit alle Träger des Y-Chromosoms (= männliche Exemplare von Mensch & Tier). Alle bis auf Yorick und seinen kleinen Affen. Praktischerweise erbt seine Mutter die US-Präsidentschaft und stellt ihm Agent 355 zur Seite, damit sie zusammen mit einer Genetikerin einen Ausweg aus der Katastrophe finden.

Was in der Kurzbeschreibung nicht allzu schlecht, aber mittlerweile auch nicht mehr weltbewegend klingt, entpuppt sich leider dank katastrophaler Drehbücher als ziemlicher Reinfall. Das fängt schon beim Piloten an, der es nicht schafft Sympathien (ausser für 355) oder Spannung beim Zuschauer zu erzeugen. Danach geht es leider so weiter. Man verschwendet mehrere Folgen auf die "Amazonen", einen lächerlichen Frauenkult, der Männerhass pflegt (zu spät!). Zudem gibt es die altbekannten Intrigen im Weissen Haus, wo versucht wird die Präsidentin abzusägen. Zudem streut man zu den schlechtesten Momenten Rückblicke ein, die die Motivation einzelner Figuren erkären sollen, was aber für mich gar nicht funktionierte. So kommen diese für die Amazonen-Anführerin Roxanne bzw. Yoricks Schwester "Hero" etliche Episoden zu spät.

Dazu tummeln sich dann doch etliche (Trans-) Männer auf der Welt (die irgendwie alle sehr ähnlich aussehen?), so dass der Titel "last Man" auch nicht ganz passt.
Ab und zu widmen sich die Episoden dann auch wieder den Hauptfiguren, aber ingesamt schreitet in den 10 Folgen kaum etwas voran. Dazu gesellt sich eines der schlechtesten Season-Finales, die ich seit langem gesehen habe. Der Shootout dort ist an Lächerlichkeit kaum zu überbieten.
versteckter Inhalt:
Nachdem die Amazonen eine andere Gruppe erfolglos angegriffen (mit einigen Toten) und sich ergeben haben, erlaubt man Ihnen _mitsamt_ Ihren Waffen abzuziehen.
Insgesamt ist es schade, dass aus dieser Serie nicht mehr gemacht wurde. Die Produktion fand ich für eine B-Serie sehr gut und die Besetzung gibt sich große Mühe. Aber letztlich scheitert es an den Drehbüchern, die keinen Plan haben, wo es hingehen soll und was man eigentlich vermitteln möchte. Da wird noch Wokeness und Republikaner-Ablehnung reingequetscht, aber unterm Strich gibt es keine Figuren, für die man sich begeistern kann. Und ausser dass Frauen scheinbar gerne Anekdoten erzählen, um die Stimmung zu heben, habe ich auch keinen Unterschied zu anderen Post-Apokalypse-Serien erkannt.
Deswegen leider auch zu Recht gecancelled.
5/10
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von redlock
#1562014
Blinded -- Staffel 1 (u.a. One)

8 Episoden; Nettolaufzeit jeweils knapp 45 Minuten

Schwedischer Wirtschaftskrimi von 2019. Junge Reporterin kommt einer großen Schweinerei bei einer schwedischen Privatbank auf die Spur. Persönliche und intime Beziehungen zwischen den Hauptbeteiligten macht das ganze ziemlich kompliziert für alle. Nicht jeder überlebt es.
Das war eine spannende und fesselnde Angelegenheit. Habe mich sehr gut unterhalten. Lediglich in der letzten Folge gab's eine Sache, die leider total Klischee war. Hat mich geärgert. Da hätte man kreativer sein können. Dennoch, für Staffel 1, die in sich abgeschlossen ist,
8/10


A Discovery of Witches -- Staffel 3 (Sky)

7 Folgen, Nettolaufzeit jeweils 46 Minuten

Der Kampf von Diana und Matthew gegen das Establishment und die herrschende Ordnung geht in die finale Runde. Bündnisse werden geschmiedet und gebrochen; die Kämpfe zwischen den verschiedenen Fraktionen überlebt nicht jeder. Am Ende siegen natürlich ''die Richtigen'' und es gibt eine neue Ordnung. (Das ist nun wirklich kein Spoiler).
Ein, zwei Entwicklungen kamen mir etwas plötzlich. Vielleicht lag es an der Anzahl der Episoden. Sieben ist doch was seltsam. Musste aus Kostengründen (die Staffel wurde in der Zeit als SARS-Cov-2 so richtig wütete gedreht) möglicherweise um eine Folge gekürzt werden? Keine Ahnung.
Unterm Strich dennoch eine gute Staffel, wenn auch einen Tick schwächer als die beiden zuvor. Und ja, die Zielgruppe der Serie ist weiblich. Mir hat's trotzdem gefallen.
Für S3: 7,5/10


Snow Angels (OT: Snöänglar) -- Staffel 1 (ARD)

6 Episoden; Nettolaufzeit jeweils knapp 60 Minuten

Einen Tag vor Heiligabend verschwindet der 5 Wochen alte Lucas aus seinem Zuhause in Stockholm. Die Geschichte hat vier Hauptfiguren: Die Mutter (überfordert und drogensüchtig), der Vater, der zwei Jobs hat um die Familie über Wasser zu halten, eine Kinderkrankenschwester und eine Kriminalbeamtin, die die Ermittlungen führt.
Die Serie (bzw. Staffel) ist eine Mischung aus Sozialdrama und Krimi im klassischen nordic noir Stil. Das Motto ist ''Manche Leute sollten einfach keine Kinder bekommen.'' Spannend, packend, fesselnd, düster und letztendlich auch deprimierend. Die Staffel ist in sich abgeschlossen.


Für S1: 8/10
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von redlock
#1562122
The PM's Daughter -- Staffel 1 (ABC ME)

10 Folgen; (Netto-)Laufzeit jeweils um die 24 Minuten

The PM's Daughter ist eine Jugendserie des australischen Öffi Senders ABC und lief dort in einem seiner Spartenkanäle (ME).
Prämisse: Die neugewählte australische Premierministerin (Witwe mit chilenisch/spanischen Wurzeln) zieht mit ihrer 16 jährigen Tochter und deren Oma in die offizielle Residenz des ausralischen PM ein. Die Tochter ist Anhängerin einer Bewegung die klar von Fridays for Future abgekupfert wurde. Der Idealismus der Tochter kollidiert -- natürlich -- mit den realpolitischen Zwängen ihrer Mutter. Es gibt zudem eine Verschwörung gegen die Bewegung und Töchterchen versucht mit Freunden die aufzudecken.
Selbstverständlich ist die Serie politisch korrekt bis zum Anschlag und voll dem Zeitgeist verpflichtet. Dennoch war es für jedem nicht aus der Zielgruppe überraschend unterhaltsam, vor allem, da es immer wieder gute Gags und Witze gibt.
Die Staffel ist in sich abgeschlossen.
Wäre definitiv was für KiKa. Unterm Strich kann man sich die Serie auch als Erwachsener geben.
Eine zweite Staffel wurde vor wenigen Tagen bestellt.

Für S1: 6,5/10


RFDS -- Staffel 1 (Seven Network, Australien)

8 Folgen; (Netto-)Laufzeit jeweils knapp 44 Minuten

RFDS steht für ''Royal Flying Doctor Service.'' Die Serie hat keine Verbindung zum australischen TV Klassiker aus den 1980zigern.
Es handelt sich bei ''RFDS'' um eine typische Arztserie, die halt in der australischen Provinz spielt. Wir haben ein Team aus medizinischem Personal und den Leuten, die den Laden (vor allem Flugbetrieb und Bürokratie) am Laufen halten. Die Medfälle sind Fall der Woche, zusammengehalten wird es durch die persönlichen Geschichten.
Nichts weltbewegendes, aber ich fand es ziemlich unterhaltsam. Die Staffel endet ohne Cliffhanger, aber ''leicht offen.''
Der australische Sender hat eine zweite Staffel noch immer nicht bestellt (die Serie lief schon vor ein paar Monaten in Australien), weil er etwas klamm ist.

Für S1: 7,5/10


Winning Time: The Rise of the Lakers Dynasty -- Staffel 1 (HBO)

10 Folgen; (Netto-)Laufzeit jeweils knapp 57 Minuten

Zunächst mal eine Berichtigung. Der Titel der Serie ist nicht korrekt. Jedenfalls was diese Staffel betrifft. Richtigerweise müßte es heißen: ''Winning Time: The Beginning of the Rise of the Lakers Dynasty.'' Die Staffel beginnt nämlich ein paar Wochen vor Beginn der NBA Saison 1979/80 und geht dann bis Ende der Saison 1979/80. Das bedeutet, das Tempo der Serie ist phasenweise nicht sonderlich hoch. Das Erzähltempo kam mir manchmal sogar was zäh vor. Ich fand das zunächst frustrierend, hab mich gegen Ende der Staffel aber damit abgefunden.
Neben dem neuen Besitzer der LA Lakers, klasse gespielt von John C. Reilly, steht vor allem ''Magic Johnson,'' klasse gespielt von Newcomer Quincy Isaiah, fast durchgehend im Fokus der Staffel. Als weitere Hauptdarsteller sehe ich jeden der drei Trainer und Kareem Abdul-Jabbar (der alte Platzhirsch, der zunächst so gar nichts mit Magic Johnson anfangen kann), die jeweils eine Folge haben, in der sie im Mittelpunkt der Handlung stehen. Dazu gibt es noch einige wichtige Nebenfiguren (z.B. die Finanzchefin der Lakers; die Tochter des Besitzes). Alle Figuren mit hochklassigen Schaupielern besetzt.
Man muss kein Basketballfan sein um die Serie zu mögen. Das Spiel hätte genauso ein anders Mannschaftsspiel sein können. Es geht um die Motivation der Figuren und ihren Willen sich durchzusetzen und zu gewinnen. Als Team und Einzelkönner. Klassisches Motiv von Sportlerdramen.
Die Staffel prägen zwei wichtige Stilelemente. Einmal die Auflösung in der die Staffel gezeigt wird. Nix 1080p oder 4K. Bestenfalls 480p. So war die TV-Bildqualität eben 1979/80. Aus heutiger Sicht, echt scheixxx. Zweitens wird die vierte Wand durchbrochen. Nicht zu oft, sondern gut dosiert.
Die Staffel/Serie ist ein typisches HBO Premium Produkt. Wer auf so was steht macht hier absolut nichts falsch.
Ach ja, ich hab mir verkniffen nachzusehen, wie die Lakers in der Saison 1979/80 gespielt haben, wer MVP wurde, wer Rookie of the Year, und wer die Meisterschaft gewann.

Für S1: 8/10
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von Nataku
#1562135
Heartstopper – Season 1 (Netflix)
Eine LGBTQ+ Coming of Age Geschichte, die auf dem Comic von Alice Oseman basiert, die auch alle Episoden der Serie geschrieben hat. Lustigerweise habe ich vor 1-2 Jahren die aktuell verfügbaren Comic Volumes (4) gekauft, ohne zu wissen, dass der Stoff auch für Netflix adaptiert wird. Da ich aber bisher keine Zeit hatte, sie zu lesen, konnte ich ganz unbefangen an die Serie rangehen.

Geboten wird eine eher lockere auf jüngere Teenager ausgerichtete Coming of Age Geschichte, die von der Grundstory her relativ bekannte Themen abhandelt. Das macht die Serie aber stilistisch sehr gekonnt und unterhaltsam, sodass mir das Schauen doch viel Spaß gemacht hat. Man muss aber auch viel Toleranz gegenüber Zucker/Kitsch mitbringen – das ist teilweise schon alles so zuckersüß und liebenswürdig, dass man fast Regenbogen kotzen möchte.

Große Kritikpunkte habe ich sonst nicht wirklich, auch wenn ich die Figur Tao teils sehr anstrengend fand (typisch Teenager halt) und die 1-2 Antagonisten in der Serie schon extreme Klischees sind. Aus Interesse habe ich auch mal in die Comics geschaut, und Staffel 1 deckt quasi exakt die ersten 2 Volumes ab. Sollte es eine zweite Staffel geben (wovon ich bei dem Hype mal von ausgehe), dann könnte diese vermutlich die Volumes 3+4 abdecken. Anfang 2023 soll dann auch Band 5 erscheinen, wobei ich nicht ganz sicher bin, ob das dann der letzte wird oder nicht (bei Erfolg der Netflix Serie wird bestimmt auch das Comic weiter fortgesetzt werden). Für Fans von Coming of Age Geschichten auf jeden Fall eine klare Empfehlung.
8.5/10

Élite – Season 5 (Netflix)
Auch zum guilty pleasure Élite ist mal wieder eine neue Staffel erschienen. Analog zu Staffel 4 gab es vorab rund um Weihnachten wieder ein paar Kurzgeschichten, die eher als leichte und nette Überbrückung zwischen den Staffeln anzusehen sind.

Staffel 5 hat mir auf jeden Fall wieder besser gefallen, als noch Staffel 4. Es gab wieder 2 zentrale Abgänge nach der letzten Staffel, dafür gibt’s wieder 3 neue Figuren. Das Vater-Sohn Gespann Carvalho fand ich gut eingefügt, bei Isadora lässt man sich aber etwas zu lange Zeit, um der Figur auch nur eine sympathische Seite zu geben. Das hätte man sicher besser lösen können. Die größten Story-Patzer der Staffel erlauben sich die Autoren mit Omar. Anscheinend wusste man mit ihm nichts mehr anzufangen. Am Anfang der Staffel bekommt er noch eine Flüchtlings-Geschichte, die aber auch nicht weiter verfolgt wird. Auch nach einem anderen Ereignis in der Staffel sieht man die Konsequenzen für Omar nicht mehr in den weiteren Folgen. Das wirkte alles etwas ungeschickt.

Das Geheimnis der Staffel war ähnlich wie in Staffel 4 eher im Hintergrund, hat mir aber insgesamt doch besser gefallen, als das von Staffel 4. Ansonsten gibt es gewohnte Kost (viel Teenie Kram, viel Sex – mit einer der stilistisch besten Sex-Szenen, die ich bisher in einer TV-Serie gesehen habe). Im Vergleich zu Staffel 4 hat man aber wieder deutlich mehr Wert auf die Geschichten gelegt. Einige der Figuren sind nach der Staffel nun auch auserzählt, was darauf schließen lässt, dass hier vermutlich vor Staffel 6 wieder einige Darsteller ausscheiden werden.

Insgesamt eine sehenswerte Staffel und wieder ein Schritt in die richtige Richtung. Ich bin mal gespannt, wie man die Ereignisse des Finales nun in Staffel 6 fortsetzen wird und welche der Figuren überhaupt wieder mit dabei sein werden.
7.5/10

Russian Doll – Season 2 (Netflix)
Was passiert, wenn man eine gute Miniserie unnötigerweise um eine zweite Staffel verlängert? Die Antwort liefert uns Netflix mit Russian Doll. Die zweite Staffel setzt die Geschichte der Figuren aus der ersten Staffel fort, benutzt nur dieses Mal einen anderen Twist.

Leider konzentriert sich die Staffel zu sehr auf Nadia (Natasha Lyonne). Die Story wird dann teilweise schon eher surreal (Lynch lässt grüßen). Mir persönlich hat das nicht großartig gefallen, auch wenn ich die Geschichte um Ruth toll, aber auch sehr vorhersehbar fand. Alan wird in Staffel 2 leider relativ vernachlässigt. Seine Story fühlt sich ziemlich zerstückelt an und deutlicher weniger auserzählt als die Geschichte von Nadia.
Die Staffel endet wieder mehr oder weniger in sich geschlossen. Ich würde mir aber wünschen, dass man doch wieder zum ursprünglich mal geplanten Konzept zurück geht, und die Serie mehr als Anthologie fortsetzt (wobei ich gerade gelesen habe, dass Nadia wohl Teil aller 3 Staffeln sein soll, was dann wohl eher für eine dritte Staffel mit neuem Twist spricht).

Aufgrund der gut aufgelegten Natasha Lyonne und der doch vorhandenen Spannung, was es mit dem Twist auf sich hat, war die Staffel kein totaler Reinfall. Aber im Vergleich zu Staffel 1 eben leider doch eher eine Enttäuschung.
6/10
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von Burpie
#1562195
Love, Death and Robots (Netflix)
Im Vorfeld auf Staffel 3 mal eben die ersten beiden Seasons dieser Anthologie durchgesuchtet.
Teilweise richtig gute und abwechslungsreiche Scifi/Horror/Gore-Geschichten für Erwachsene, zwischen Animation und Zeichentrick. Von konventionell bis Mindfuck ist alles dabei, in einer Länge von 8 bis 20 min. sehr locker konsumierbar.
9/10
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von Theologe
#1562258
The Affair: S4
Die Staffel war durchaus gelungen, aber ein gewisser Reiz ging für mich verloren, weil ich von der Veränderung im Cast schon wusste, so dass das große Mysterium der Staffel keines war. Das ändert aber nichts daran, dass man mit den Figuren mitfiebert, wobei ich mich auch ständig über deren Entscheidungen ärgere.
7/10

Winning Time: The Rise Of The Lakers Dynasty - Drama [HBO Max]
In der Serie geht um die Showtime Lakers Ende der 70er Jahre. Die LA Lakers haben ewig keinen Titel mehr gewonnen und der extrovertierte Dr. Buss will die Lakers kaufen und zur Meisterschaft führen. Sowohl inhaltlich als auch visuell ist der Stil der Serie außergewöhnlich. Das Bild ist eher grobkörnig, eben wie in den 70ern, die 4. Wand wird gern durchbrochen und auch wenn die gesamte Geschichte auf wahren Ereignissen beruht nimmt man sich enorme kreative Freiheiten. Sehr zum Unfrieden der realen Vorbilder.
Egal ob man sich für Basketball interessiert oder nicht, die Serie ist einfach der Wahnsinn und macht unglaublich viel Spaß, was an den tollen Figuren und der verrückten Erzählweise liegt. Ich habe die Serie im wöchentlichen Rhythmus gesehen und es quasi jede Woche bereut, weil ich sofort die nächste Episode sehen wollte, einfach fantastisch.
9,5/10

Living With Yourself - Comedy [Netflix]
Eine Fortsetzung der Serie wird es wohl nicht geben, aber offiziell abgesetzt ist sie auch nicht. Sie funktioniert aber auch gut als Miniserie. Paul Rudd spielt hier einen Loser, der versehntlich geklont wird und sein Klon ist, eine bessere Version seiner selbst. Im Laufe der Staffel geht es darum, dass die beiden konkurrieren, sich aber auch irgendwie arangieren wollen und es letztlich für beide nicht so gut läuft.
Es gibt durchaus witzige Momente und Paul Rudd macht seine Rolle gut, in beiden Fällen, aber letztlich fehlt es dann doch an zu vielen stellen. Die Nebencharaktere sind nicht sonderlich ausgeprägt entwickelt und die Mischung aus Humor und Drama bleibt auf beiden Feldern zu oberflächlich.
6,5/10

Pam & Tommy - Drama [Hulu]
Die Miniserie pendelt zwischen Medienkritischem Drama, Liebesgeschichte und Komödie und trifft dabei nicht immer den richtigen Ton. Sebastian Stan und Lily James sind super als die titelgebenden Figuren und auch Seth Rogen als Distributor des "Heimvideos" war nicht übel.
Leider hapert es, wie gesagt, am Genremix. Das funktioniert zu oft nicht gut, so dass die Serie hinter ihren Möglichkeiten bleibt.
6,5/10

Top Boy - Drama [Channel 4]
Bevor die Serie von Netflix aufgegriffen wurde, lief sie in England auf Channel 4 und ist ein wenig das britische The Wire. Die Serie ist ein Schaufenster in ein soziales Milieu, das von Armut, Drogenhandel und Gewalt geprägt ist, ein Milieu, aus dem es keinen Ausweg gibt.
Mit 4 Episoden ist die erste Staffel aber auch so schnell um, wie sie angefangen hat.
7/10

The Good Fight: S5
Ich fand es ganz cool gemacht, dass die erste Folge aufgebaut war wie ein Rückblick, nur eben von Folgen, die es nie gab, aber so konnte man zum einen ein paar lose Fäden der 4. Staffel verknüpfen und die Castveränderungen zur 5. Staffel vorbereiten.
Mandy Patinkin war eine nette Ergänzung zum Cast, aber mit fortlaufender Episodenanzahl wurde seine Figur überzogener, ein generelles Problem von The Good Fight. Die Serie verliert sich zu oft in Absurditäten, spannende "Juristerei" gibt es fast gar nicht mehr.
7/10

Dead In The Water: A Fear Of The Walking Dead Story [Webisodes]
Ich weiß nicht wirklich wozu man ein Prequel zur vorherigen Staffel brauchte, aber als "Film" in der Walking Dead Film, hat das trotzdem gut funktioniert. Der Zombie-Ausbruch an Bord eines U-Boots, bietet durch die beengten Räumlichkeiten einen gewissen Reiz.
7/10


Space Force: S2
Ich gehörte zu den wenigen, die die erste Staffel klasse fanden, leider kann da der zweite Durchgang nicht mithalten. Da sind immer noch ein paar gelungene Gags dabei und ich liebe John Malkovich in seiner Rolle, aber leider funktionieren einige der Nebenfiguren gar nicht und bekommen dafür zuviel Screentime. Serien wie The Office und Parks and Recreation haben sich mehrere Staffeln zeitgenommen, bevor die Figuren im Hintergrund größere Storylines bekamen. Space Force zwingt da einem etwas auf, was noch nicht reif war, was angesichts der wenigen Episoden nicht überraschend ist.
7,5/10

Inventing Anna - Drama [Netflix]
Die Geschichte der Betrügerin Anna Sorokin, die als russische Migrantin in Eschweiler aufwuchs, und Auszug um in New Yorks Upper Class Fuß zu fassen.
Die Serie war sehr gut gemacht und ich mag True Crime Stories, aber sowohl Anna als auch die andere Hauptfigur, eine Investigationsjournalistin, sind beide massiv unsympathisch, so dass es wirklich anstrengend war der Handlung zu folgen.
6,5/10

Ozark: S4
Diese Serie hat sich hervorragend entwickelt und gibt seinen Darstellern die Chance sich komplett zu entfalten. Das ist alles unglaublich spannend und man ist als Zuschauer durchweg gebannt wie es weitergeht.
Der zweite Teil der 4. Staffel und damit Abschluss der Serie, kann zwar nicht komplett das hohe Level halten, schafft es aber die Serie gut abzuschließen.
8/10
Zuletzt geändert von Theologe am Do 26. Mai 2022, 01:25, insgesamt 3-mal geändert.
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von Sarge
#1562296
The Wilds [Prime] - Season 1
Der Einstieg in die Serie fiel mir damals nicht ganz leicht. Denn nicht nur der Zickenkrieg und das schön öfter gesehene "Insel-Szenario", sondern vor allem die klischeehaften Figuren und ihre "woken" Diskussionen sind nicht so spannend.
Dazu kommen drei Zeitebenen (vor der Insel - auf der Insel - nach der Insel) - hier nimmt "nach der Insel" etwas Spannung raus, weil zumindest klar ist, dass Rettung kommt bzw. wer überlebt.
Trotzdem entwickelte die Serie dann aber schnell einen gewissen Reiz, indem man mehr über die Charaktere und ihre Hintergründe erfährt. Bald fängt man an, mit Einzelnen zu symphatisieren. Und letztlich schwebt über allem auch schnell die Neugier, was da eigentlich abläuft und wer hier die Fäden zieht.
Ich fand die Anzahl der Episoden bzw. die insgesamte Laufzeit genau richtig, um keine große Langeweile aufkommen zu lassen.
8/10

The Wilds [Prime] - Season 2
Leider wiederholt sich das Grundszenario aus Season 1 mit einer Gruppe Jungs auf der Insel. Und die "woken" Diskussionen werden hier erst so richtig entfacht, was mich in der ersten Staffelhälfte doch ziemlich gelangweilt hat. Mit Josh und Seth hat man zudem zwei der nervigsten Charaktere ever mit dabei. Ingesamt fand ich die Jungs deutlich unrealistischere Figuren, als die Mädchen in Staffel 1.

Während man also die Jungsgruppe im Eiltempo auf denselben Zeitstand wie die Mädchen bringt, spielt sich bei letzteren eher wenig wichtiges ab. Das Psychodrama verstärkt sich, was jeder wissen sollte, der sich dieser Serie zuwendet: Hier sind nicht durchschnittliche Teenies auf der Insel, sondern praktisch alle haben einen mehr oder weniger großen Knacks.

Ingesamt finde ich noch erwähnenswert, wie konsequent man den Look der Insulaner an die stetige Sonneneinstrahlung anpasst.
Die 2. Hälfte der Staffel ist dann wieder besser und nach dem Staffelfinale hätte es gleich weitergehen dürfen, weil der Cliffhanger richtig gut war.
Aber insgesamt betrachtet leider nicht mehr so stark wie Season 1.
6/10

Anatomy of a Scandal [Netflix] - Season 1
Der britische Innenminister muss zunächst "nur" einen Skandal vermeiden, als eine außerehliche Affäre bekannt wird. Doch als Vergewaltigung im Raum steht, landet das Ganze vor Gericht und wird zur Belastungsprobe für alle Beteiligten.

Die 6-teilige Miniserie bietet ein solides Justizdrama, was ich auf einen Abend gebinged habe. Gut besetzt und routiniert umgesetzt. Man muss der Serie allerdings vorwerfen, dass man dem Thema "me too" leider inhaltlich nichts Neues hinzufügen kann. Noch dazu, wenn man die Umsetzung mit "The Undoing" (8/10) vergleicht, was erst kürzlich ebenfalls aus David E. Kelley's Feder entsprungen ist.

Persönlich fand ich den Twist um die doppelte Identität einer Figur nicht allzu glaubwürdig und inhaltlich eher überflüssig. Das Drama funktioniert genauso gut auch ohne diese arge Konstruktion.
7/10
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von little_big_man
#1562299
Theologe hat geschrieben: Do 26. Mai 2022, 01:26
little_big_man hat geschrieben: Sa 21. Mai 2022, 18:54
Theologe hat geschrieben: Sa 21. Mai 2022, 09:26Inhalt folgt
Vor oder nach "Winds of Winter"? :yum:
Ist ja gut, der Inhalt ist nachgetragen.
Danke, ich lese immer noch gerne alle Reviews hier, auch wenn das Forum sonst relativ tot ist und ich leider auch selber kaum mehr die Motivation finde Reviews zu schreiben.

Aber wenn ich schon mal dabei bin, hier meine Kurzmeinung zu drei Serien, die ich ewig vor mir hergeschoben habe mit der Befürchtung, dass die nichts für mich sind, aber von allen jetzt positiv überrascht war, nachdem ich die erste Staffel gesehen habe:

Dark - S1
Eigentlich eine richtige tolle erste Staffel, wäre da nur nicht diese unsägliche Musikuntermalung, die quasi jede Szene mit "mysteriösem Sound" hinterlegt, selbst wenn gar nichts passiert. Aber Dark ist definitiv eine Serie, deren Gesamtmeinung steht und fällt damit, ob die Story am Schluss irgendwie "zusammen kommt" und alles einen Sinn ergibt, deshalb lässt sich S1 für sich alleine eigentlich gar nicht bewerten.

The Last Kingdom - S1
Hier hat mich der Trailer lange abgehalten, weil der für mich so einen absoluten Billig-Eindruck vermittelt hat als wenn die Serie praktisch ohne Budget gedreht wurde und aus hölzernen Charakteren besteht. Aber während Episode 1 definitiv noch sehr holprig war, habe ich die Serie im Laufe der restlichen S1 doch sehr zu schätzen gelernt. Zwar weit weg von "Must See TV", aber trotzdem meine (tiefen) Erwartungen bei Weitem übertroffen. Im Gegensatz z.B. zu Vikings, welches ich nach den ersten 1.5 Episoden gleich aufgegeben habe vor langer Zeit, weil es mich gar nicht angesprochen hat.

The Crown - S1
Hier waren zwar alle Meinungen immer extrem positiv, aber da ich mich so gar nicht für die Royals interessiere, dachte ich die Serie wäre gar nichts für mich. Um so überraschter war ich deshalb wie gut sie mir dann doch gefiel. Keine Ahnung, wie viel vom Inhalt fiktionalisiert wurde, aber dramaturgisch ist die Staffel einfach extrem stark mit einem anderen Fokus auf Geschehnisse und Charaktere in jeder Episode und das alles wirklich so umgesetzt, dass ich mich nie gelangweilt habe trotz teils sehr langen Episoden.
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von Nataku
#1562308
Heute mal wieder ein Schwung an Bewertungen, größtenteils von Comedys. Ich werde noch versuchen zeitnah ein paar weitere Comedy Bewertungen nachzureichen u.a. zu den US Remake von Ghosts, Our Flag Means Death und Welcome to Flatch.

American Horror Stories – Season 1 (FX on Hulu)
Vor kurzem habe ich die 7 Folgen der ersten Staffel American Horror Stories geschaut. Die Serie sollte ja die Möglichkeit für episodenbasierte Horror-Geschichten unter der Marke American Horror bieten. Letztlich beziehen sich aber 2-3 der Folgen auf die ursprüngliche Murder House Geschichte von American Horror Story Season 1, daher ist es etwas fraglich, ob das Konzept nun wirklich aufgegangen ist.

Die ersten 2 Folgen sind daher für Fans der Originalserie sicher sehenswert. Ansonsten würde ich vor allem Episode 5 (BA'AL) empfehlen, die man sich als Horror Fan sicher einmal anschauen kann, ohne mehr von der Serie schauen zu müssen. Die restlichen Einzelfolgen haben interessante Ideen, sind aber meist sehr vorhersehbar und schnell auserzählt.

Die letzte Folge der Staffel ist dann wieder sehr Ryan Murphy in der schlimmsten Variante. Hier versucht die Serie Meta-Humor einzubauen und scheitert dabei kläglich. Die Folge strotzt auch nur so vor Logiklöchern. Schade um die Gaststars der Folge, die man dann lieber in den Auftaktfolgen hätte einbauen können.

Das Finale hinterlässt also einen faden Beigeschmack, ansonsten hat mir die Staffel aber ganz gut gefallen. Insgesamt sehenswerter, als die schlechteren American Horror Story Staffeln. Für die zweite Staffel würde ich mir wünschen, dass wirklich alle Folgen eigenständig sind und gerne etwas weniger vorhersehbar, wie einige der Episoden aus Staffel 1.
7/10

Mr. Mayor – Season 2 (NBC)
Die erste Staffel von Mr. Mayor hat mir schon sehr gut gefallen, die zweite war sogar nochmal eine kleine Steigerung. Der Cast wird jetzt etwas besser eingebunden (auch wenn Tommy immer noch eher wenig zu tun bekommt) und insgesamt funktioniert die Serie einfach sehr gut. Zum Ende der eher kurzen Staffel wird dann auch noch eine interessante fortlaufende Handlung aufgebaut, die im Finale leider natürlich nicht aufgelöst wird. Sehr schade, dass NBC hier so früh den Stecker gezogen hat. Die Serie hätte noch einige Jahre mehr verdient (Netflix scheint ja nicht mehr an Serienrettungen interessiert, wobei das ganz gut gepasst hätte, da ja schon Unbreakable Kimmy Schmidt vom gleichen Team bei Netflix lief).
8.5/10

The Conners – Season 4 (ABC)
The Conners macht in Season 4 da weiter, wo Season 3 aufgehört hat. Auch die vierte Staffel behandelt wieder ernstere Themen, wobei es im Vergleich zu Staffel 3 deutlich weniger geworden ist. Die zwei neuen Figuren Aldo und Jesse gefallen mir leider gar nicht, tauchen aber zum Glück auch nicht ganz so oft auf.

Die letzten Folgen der Staffel driften dann etwas zu sehr ins Übertriebene ab, da werden schon fast Erinnerungen an die letzte Staffel Roseanne wach. Nach dem Staffelfinale kann ich mir aber vorstellen, dass man eventuell mit dem Serienende gerechnet hatte, und daher einige der Geschichten zum Ende einfach beschleunigt hat, um noch einen Abschluss liefern zu können. Das Staffelfinale hätte daher tatsächlich auch gut als Serienfinale funktioniert und auch der Abspann vermittelte etwas den Eindruck, dass das hier als Ende angedacht war. Letztlich hat ABC die Serie aber verlängert und so wird’s auch nächstes Jahr mit The Conners weitergehen.

Insgesamt für mich minimal schlechter als Staffel 3, aber immer noch sehenswert und lustig, wenn man das Serienuniversum rund um Roseanne/The Conners mag und nicht vor ernsteren Themen in Comedys zurückschreckt.
7.5/10

Home Economics – Season 2 (ABC)
Home Economics ist auch in der zweiten Staffel noch sehr sympathisch, steigert sich aber leider nicht im Vergleich zur ersten Staffel. Ich sehe hier schon jetzt die Abnutzungserscheinungen, die mir schon häufiger bei länger laufenden ABC Comedys aufgefallen sind – nämlich, dass die eigentliche Comedy eher in den Hintergrund rückt und nur feel good Geschichten erzählt werden, ohne große Highlights.

Auffallend ist auch, wie wenig man die Kinder in der Serie nutzt. In der kurzen ersten Staffel hat mir das noch sehr gut gefallen, aber in der zweiten Staffel merkt man schon, dass die Serie ein größeres Ensemble ala Modern Family bräuchte, damit man langfristig genug interessante Geschichten erzählen kann. Ich glaube hier liegt das größte Potenzial für die Zukunft, wenn man es schafft, die Kinder vernünftig in die Serie einzubauen (immerhin hat man 4 Kinderdarsteller und 2 Babys wenn ich mich nicht verzählt habe, dann sollte man diese wenigstens halbwegs sinnvoll einbinden). Bisher wirken die Kinder eher wie schmückendes Beiwerk, die im Großteil der Folgen keine Rolle spielen. Modern Family hat ja damals gezeigt, dass eine gut umgesetzte Einbindung der Kinderdarsteller gerade bei einer längeren Laufzeit der Serie gut funktionieren kann.
7/10

B Positive – Season 2 (CBS)
Nachdem es etwa zum Ende der ersten Staffel von B Positive in der echten Welt einen Skandal rund um Thomas Middleditch gab, hat man wohl entschieden, die Serie für die zweite Staffel komplett zu rebooten mit der Möglichkeit, ihn im Fall der Fälle schnell aus der Geschichte herausschreiben zu können. Statt um eine Dialyse Gruppe geht es in der zweiten Staffel nach der erfolgreichen OP daher nicht mehr vorrangig um Drew sondern der Fokus wechselt zu Gina (Annaleigh Ashford) und ihrer Arbeit im Altenheim.

Damit einher geht ein kompletter Umbau der Serie (neuer – in einer Version extrem langer – Vorspann, neue Kulissen, einige neue Schauspieler). In meinen Augen ist der Reboot hier gut gelungen. Mir hat der neue Fokus der Serie auf das Leben im Altersheim gut gefallen und ich hatte mit der zweiten Staffel mindestens genauso viel Spaß wie mit der ersten.

Die Staffel endet mit Mini-Cliffhanger, zu dem es wohl auch keine wirkliche Auflösung mehr geben wird, da CBS zwei der vier Chuck Lorre Serien dieses Jahr abgesetzt hat – und B Positive war eine der beiden. Die Serie wird mir tatsächlich ein wenig fehlen.
7.5/10

United States of Al – Season 2 (CBS)
Die zweite Lorre-Serie, die es erwischt hat, ist United States of Al. Hier bin ich weniger traurig über das Ende als bei B Positive. Der Auftakt der Staffel mit der Geschichte rund um den Abzug der US-Truppen aus Afghanistan war noch stark. Leider gingen den Autoren danach wohl die Ideen für eine Serie rund um ein „Alien“ in Amerika aus. Gerade im letzten Drittel der Staffel verkommt die Story dadurch fast zu einer (schlechten) Kopie von Two and a Half Men.
United States of Al war schon letztes Jahr die schwächste der Lorre Comedys und die zweite Staffel war leider kein Fortschritt, sondern eher ein Rückfall in alte, bekannte Muster.
5.5/10

How We Roll – Season 1 (CBS)
Eine kurzlebige CBS Comedy um einen Mann, der Profi-Bowler werden möchte. Die grundlegende Idee der Serie, die wohl angelehnt an die wahre Geschichte von Tom Smallwood ist, fand ich tatsächlich erfrischend. Der Cast überzeugte mich leider eher nur in den Nebenrollen von Toms Mutter (Julie White) und seinem Trainer (Chi McBride). Aus der Prämisse und dem teils guten Cast hat man am Ende aber nicht allzu viel rausgeholt, sondern hier eine eher angestaubte Multi-Cam Sitcom abgeliefert, die zwar ab und an für einen Lacher sorgt, aber kein Fest der Comedy darstellt. Die Staffel endet auch hier mit Mini Cliffhanger, aber wer ernsthaftes Interesse an der Figur Tom Smallwood hat, kann sich ja auch einfach den Wiki Artikel zu ihm durchlesen und erfahren, wie es in Staffel 2 wohl weiter gegangen wäre.
5/10

The Goldbergs – Season 9 (ABC)
Wenn eine Comedy ihren Zenit schon lange überschritten hat, dann ist es aktuell am ehesten wohl The Goldbergs. Nachdem man in Staffel 8 schon George Segal verloren hat, verlässt Jeff Garlin die Serie mitten in Staffel 9 unter etwas anderen Bedingungen. Was folgt sind ziemlich lächerliche Versuche, seine Abwesenheit zu kaschieren (von einer CGI Szene aus einer Folge mit einer Hochzeit habe ich heute noch Albträume).

Man merkt, dass die Autoren wohl einiges um- oder anders-schreiben mussten. Auch generell sind die Geschichten in Staffel 9 über weite Strecken langweilig. Die Charaktere machen im Grunde seit Jahren keine Fortschritte mehr, sondern es wird immer und immer wieder das gleiche erzählt.

Belanglos fasst die Staffel noch am ehesten gut zusammen. Die letzte Folge der Staffel hätte sogar sehr gut als Serienfinale funktioniert. Schade, dass ABC hier nicht endlich mal den Stecker gezogen hat, denn kreativ wabert die Serie schon seit einiger Zeit nur noch herum und ist nach dem Ausscheiden von Segal und Garlin mittlerweile am Boden angekommen.
4.5/10 (ohne das starke Finale + 1-2 weitere gute Folgen wäre die Wertung wohl noch schlechter ausgefallen)
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von redlock
#1562325
Bosch -- Staffel 5 & 6 & 7 (Amazon)

Das bewährte Konzept der ersten vier Staffeln wird fortgesetzt. 2 Mordfälle pro Staffel (die aufgelöst werden) dazu Büro-/Politikintrigen und ''persönlicher Kram.''
Ich fand die Fälle in diesen drei Staffeln spannend, fesselnd und packend (keiner Abstrich in S6). Die anderen Teile des Mixes waren ebenfalls ziemlich gut bis gut. Ich wollte eigentlich nur Staffel 5 endlich nachholen. Aber das war so gut, dass ich mir die weiteren Staffeln direkt anschließend angeschaut habe.

Für S5: 8/10
Für S6: 7,5/10
Für S7: 8/10


Bosch: Legacy -- Staffel 1 (Amazon)

Drei Hauptfiguren aus den letzten Bosch Staffeln sind weiterhin dabei. Bosch (klar), Maddie und Honey Chandler. Der Rest der Hauptfiguren bzw. wichtige Nebenfiguren nicht mehr. Es gibt aber noch den einen oder anderen kleinen Gastauftritt. Aber vom Personal her, ein klarer Schnitt. Am Konzept hat sich jedoch nichts geändert. Zwei Mordfälle, Intrigen (so nenne ich es mal) bei der Polizei, und persönlicher ''Kram,'' vor allem zwischen Bosch und seiner Tochter. Welliver und Lintz spielen das Vater/Tochterduo einfach klasse. (Nebenbei, ich hätte 100 Euro gewettet, dass die Hundesitterin die echte Tochter von Welliver ist. Ich hätte gewonnen. Der Abspann hat's bestätigt).
Die Qualität der Staffel unterscheidet sich nicht von der ''Originalserie.'' Beste Krimiunterhaltung auf sehr gutem Niveau. Allerdings, endet diese Staffel mit einem fiesen, fetten Cliffhanger. Deutlich fieser und fetter als es bei der Originalserie jemals war.

Für S1: 8/10
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von Wolfsgesicht
#1562328
Sehe gerade hab’s noch nicht bewertet, daher mal in ganz kurz.

Lucifer - Staffel 2
Die Storyline mit Charlotte und Dan mag ich, ganze Krimi-Storylines solide, funktioniert für mich. Nutzt natürlich etwas ab nach Staffel 1. Elle Lopez hingegen funktioniert für mich mal mehr mal weniger. Ich finde sie tut der Serie gut, empfinde sie aber als völlig überzeichnet. Die ist einfach Nerd in allem, und das ist unrealistisch.

7/10

Lucifer - Staffel 3
Eigentlich wie Staffel 2. Der rote Faden gefällt mir, finde die Staffel nur zu lang geraten. Es zieht sich am Ende dann doch etwas. Der Abschluss der Staffel hingegen ist ein Highlight.

7/10

Lucifer - Staffel 4
Die erste Netflix Staffel. Etwas düsterer, das Teufelsgesicht bekommt eine stärkere Rolle, bringt etwas Abwechslung. Die Krimigeschichten fallen etwas in den Hintergrund, die Geschichten um die Hapotdarsteller an sich werden etwas verstärkt. Eva mag ich, hab mit ihr aber das gleiche Problem wie mit Ella.

7/10

Lucifer - Staffel 5
Muss ja sagen die Staffel verliert mich zu Beginn immer etwas (vor allem durch die schwarz-weiß Folge), weshalb ich sie erst jetzt gesehen habe. Das ganze hat sich nach 4 Staffeln doch gut abgenutzt und zieht sich mehr, da die Geschichte der Figuren selbst nur wenig vorwärts geht und die Fälle trotzdem eine untergeordnete Rolle spielen. Es wird gefühlt belangloser, als könne man auch mal 5 Folgen überspringen ohne was zu verpassen. Die Staffel fängt sich aber zur Mitte etwas, hat mit Folge 10 mein drittes Highlight der Serie und verlässt die gewohnten Pfade. Hab trotzdem gedacht dass die Geschichte nahezu auserzählt ist.

6/10
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von redlock
#1562429
All Creatures Great and Small -- Staffel 1 (Channel 5, UK)

Solide britische Serie für die ganze Familie um einen Tierarzt bzw. Tierarztpraxis in der englischen Provinz in der zweiten Hälfte der 1930ziger. Die Serie hat einen hohen ''Wohlfühlfaktor'' und ist ein gelungenes Remake der Serie aus den 1970zigern.

Für S1: 6,5/10


Hacks -- Staffel 2 (HBO Max)

8 Episoden; (Netto-)Laufzeit jeweils ca. 30 Minuten

Die Saga von Deborah und Ava geht in die zweite Runde. Beide wissen, dass sie aufeinander angewiesen sind. Dennoch ist die Beziehung der beiden nicht einfach, vor allem nach der Sache aus Folge 110.
Auch die zweite Staffel ist sehr unterhaltsam. Neben der Beziehung Deborah/Ava bekommen auch einige der Nebenfiguren etwas Raum um sie besser kennenzulernen. Kern der Serie bleibt allerdings Deborah/Ava. Positiv viel mir auf, dass die Macher sich der z.Z. herrschenden wokeness in Hollywood und der Unterhaltungsbranche bewußt sind, und dies hin und wieder leicht (mal will es sich ja nicht zu viel verscherzen) auf's Korn nehmen. Ebenso die Vetternwirtschaft in Hollywood.
Jean Smart hat, zu Recht, viel Lob für ihre Darstellung der Deborah bekommen. Man muss jedoch auch Hannah Einbinder (Ava) ein großes Lob aussprechen. Sie hält mit Smart mit.
Das Staffelende funktioniert auch sehr gut als Serienfinale, da die Sache mit und um Deborah/Ava einen runden Abschluss hat.


Für S2: 7,5/10
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von Sarge
#1562439
We Own This City [HBO] - Mini-Serie
In dieser Mini-Serie werden die realen Ereignisse um die "Gun Trace Task Force" des Baltimore PD aufgearbeitet. Kreativ unter anderem verantwortlich mal wieder David Simon.
Inhaltlich starte ich gleich mal mit dem Hauptkritikpunkt: In den sechs Episoden gibt es mehrere Zeitebenen, in denen die korrupte Spezialeinheit gezeigt wird, bzw. die Ermittlungen gegen sie, und später die Verhöre mit den Angeklagten. Dabei wird (optisch wie bei einer Polizeiakte mit Stichwort und Datum) immer wieder zurückgeblendet auf die aktive Zeit der Einheit. Hier beklaut man systematisch die Dealer, aber scheinbar auch Normalbürger - von den bei Razzien gefundenen Geldern und Drogen wird ein Gutteil in die eigenen Taschen abgezweigt.

Erzählerisch fand ich das nicht so ansprechend, da man ja frühzeitig schon von den (erfolgreichen) Ermittlungen bzw. dem Verfahren weiss.
Die Serie wird in Rezensionen gerne mit "The Wire" verglichen, was dann qualitativ doch deutlich zu hoch gegriffen ist. Es gibt Ermittlungen mit Abhören, und man erfährt einiges über die "Gangster mit Polizeimarke", aber sonst fehlt hier vor allem ein vergleichbares dramatisches Element.

Von der Produktion ist die Serie erste Sahne, was Besetzung und auch Umsetzung angeht. Und vor allem macht es einen natürlich nachdenklich, inwieweit das Gezeigte wohl systemische Probleme bei der amerikanischen Polizei abbilden.
Was mir hier gefiel, war die ausgewogene Darstellung der verschiedenen Interessensgruppen und des komplizierten Systems in den USA. Besonders schockierend, wie niedrig das Vertrauen in die Polizei allgemein gesunken ist.
7/10

Night Sky [Prime] - Season 1
Inhaltlich starten wir mit Irene (Sissy Spacek) und Franklin York (J. K. Simmons), einem älteren Ehepaar, die unter ihrem Schuppen das Portal zu einem fernen Planeten entdeckt haben. Die beiden benutzen es über Jahre regelmäßig, um zu einer Aussichtsstation auf der Oberfläche zu gelangen, welche sie allerdings nie verlassen. Doch eines Nachts befindet sich plötzlich ein verletzter junger Mann in der Station, welchen sie bei sich aufnehmen.

Gute Serien verfügen über gute Charaktere. Das ist bei Night Sky der Fall und machte die Staffel für mich sehr sehenswert. Nicht nur die beiden Hauptfiguren sind sehr detailliert entworfen und gespielt, auch der Rest der Figuren erhält viel Raum, um sich zu entwickeln und nachvollziehbar zu agieren.
Das dürfte vielen Zuschauern allerdings deutlich zu langsam vorangehen, denn Night Sky interessiert sich in der ersten Staffel vornehmlich für seine Figuren und stellt die fortlaufende Handlung hinten an.
Wer damit aber kein Problem hat, für den lohnt es sich dabei zu bleiben, denn wenn schlussendlich alle aufeinandertreffen und es richtig interessant wird, haben wir das Staffelfinale erreicht und werden mit einem offenen Ende zurückgelassen.

Insofern hoffe ich inständig auf eine Fortsetzung dieser SciFi-Serie abseits der üblichen Pfade.
8/10
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von AlphaOrange
#1562463
Stranger Things 4.1

Nachdem ich die Episodenlängen sah (fast durchgehend über 70 Minuten, für das noch ausstehende Staffelfinale sind 150 Minuten angesagt) war ich mir relativ sicher, das kann nix werden. Wenn die Episoden derart lang werden, wurde entweder mies geplant oder es ist einfach Angeberei. Man merkt den Folgen ihre Überlänge dann auch an, manchmal wirken ganze lange Passagen als Beiwerk, C-Plots, die mächtig ausgewalzt werden, Episodenplots, die zwei, drei, vier Finals haben bis die Folge endet. Aber überraschenderweise muss ich sagen, das Gefühl von Spannung und Epik lässt verblüffend wenig Durchhänger spüren.
Am ehesten noch in den ersten beiden Folgen, die sich fast nur mit Re-Exposition der Figuren beschäftigen und echt zäh sind. Überhaupt fällt auf, dass Stranger Things einfach ein viel zu großes Ensemble von rund 20 Figuren hat. Selbst mit den ausgedehnten Folgen bekommt man die gar nicht alle untergebracht, Eleven und Hopper (plus Joyce und Murray) werden in eigene Erzählstränge ausgelagert, Will und Mike - immerhin zwei des zentralen Jungs-Quartetts der Serie - fehlen im fast 100-minütigen Zwischenfinale komplett (ebenso Jonathan). Und ich hab nicht einmal eine Ahnung, wo die stecken. Was die neuen Figuren angeht: Jonathans Kifferfreund hätte es überhaupt nicht gebraucht und Eddie war mir anfangs auch viel zu sehr eine eindimensionale Karikatur (dafür hat die Serie eh ein Händchen), macht sich aber ganz gut.
Hoppers Abenteuer im russischen Lager sind durchaus unterhaltsam. Aber völlig überflüssig und bläht die Serie maßlos auf. In Folge 7 spielt bestimmt ein 15-minütiges Segment einfach in Russland, ohne dass es irgendwie zur Folge beiträgt.
Elevens Part hat auch die ein oder andere Länge, ist aber zentral für die Staffel.
Inhaltlich macht die Serie das, was sie schon in Staffel 2 und 3 hätte tun sollen: nämlich nicht erneut die erste zu kopieren. Und mit der Lore des Stranger-Things-Universums zu arbeiten, auch wenn das erst spät richtig klar wird. Das macht sie anders als ich gehofft und erwartet hatte, aber der Payoff am Ende ist groß und die Story fühlt sich bis dato rund an.
Technisch ist das eh wieder alles sehr stark (okay.. bis auf eine CGI-Sequenz in Folge 7, die offenbar selbst für Stranger Things zu ambitioniert war) und man kann sich in den Bilderwelten verlieren. Der Gewaltgrad ist mittlerweile mächtig hoch, besonders Folge 7 kommt äußerst blutig daher.
Auf jeden Fall eine deutliche Verbesserung gegenüber den Staffeln 2 und 3. Hoffe, die verbliebenen Folgen können da anknüpfen und man hat einen guten Grund, mit den Laufzeiten so extrem auszuufern.
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von LittleQ
#1562480
Sarge hat geschrieben: Mo 6. Jun 2022, 15:34 We Own This City [HBO] - Mini-Serie


Night Sky [Prime] - Season 1
Beides sehr interessante Serien. Auf We Own This City hab ich schon großen bock, muss ich gestehen. Night Sky hat eine unfassbar geniale Prämisse, aber ich fürchte, dass ich auf Grund des langsamen Aufbaus nicht dabeibleiben werde. Nach Folge 2 muss ich mich schon echt zwingen.
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von LittleQ
#1562481
The Outsider (HBO)

Vielleicht liegt es daran, dass ich mich an solchen Serien satt gesehen habe oder ich kam einfach nur nicht richtig rein, aber HBO fängt mich mit der Serie so gar nicht ein. Habe jetzt schon zum zweiten Mal angefangen und es dieses Mal zumindest durchgezogen.
Dennoch toll gemachte Mini-Serie. Schauspieler, Atmosphäre, Gruselmomente und Auflösung. Alles gut. Dennoch kam ich da einfach nie richtig rein.

5,5/10
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von redlock
#1562496
Thin Blue Line (OT: Tunna blå linjen) -- Staffel 1 (ZDFNeo)

10 Folgen; (Netto-)Laufzeit jeweils knapp 60 Minuten*

Sehr harte Polizeiserie aus Schweden, die dort 2021 im öffentlich-rechtlichen TV lief.

Es geht in der Staffel nicht um die Aufklärung von Verbrechen, obwohl es einen Handlungsstrang um einen Serienvergewaltiger gibt, der sich durch die Staffel zieht. Es viel mehr geht um den Alltag der Polizeiarbeit in einem Problemviertel in Malmö (drittgrößte Stadt in Schweden, am anderen Ufer der Ostsee liegt Kopenhagen, hohe Kriminalitätsrate). Dabei sind diese Probleme ziemlich universell.
Im Zentrum der Handlung(en) stehen vier Beamte. Der Schichtleiter, Jesse, Mitte 40, in Scheidung lebend; Magnus, ein lediger Beamter Mitte 30, der auf der Suche nach einer festen Beziehung (Liebe) ist; Leah, eine junge jüdische Polizisten, die an ihrem Opa und ihrem Glauben verzweifelt; und, Sara, eine junge Beamtin, frisch versetzt aus der nördlichen Provinz, die fest im christlichen Glauben ist. Dazu spielen noch zwei weitere Beamtinnen in der Mitte der Staffel eine wichtige (Neben-)Rolle.
Neben der Alltagsarbeit der Beamten nimmt sich die Serie sehr viel Zeit die Auswirkungen der Arbeit auf die Polizisten zu zeigen. Es ist ein sehr harter Job, und das wirkt sich auch auf das Privatleben aus. Die Beziehungen der Beamten untereinander und mit ihren Familien spielt darum auch eine sehr wichtige Rolle in der Serie. Gegen Ende der Staffel nimmt der ''Beziehungsstress'' (vor allem zwischen Sara und Magnus) für meinen Geschmack etwas zu viel Raum ein, aber okay. Auch wird es zum Ende der Staffel etwas optimistischer als man zu Beginn erwarten konnte.
Mein Fazit: Spannende, packende, harte und realistische Polizeiserie. Für mich ein echtes Serien Highlight des Jahres 2022.


Für S1: 9/10


*: die Gesamtlaufzeit der ersten Staffel entspricht also fast 13 Folgen, wenn diese knapp ¾ Stunde Laufzeit hätten
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von Wolfsgesicht
#1562507
Lucifer - Staffel 6
Die Detective-Komponente wird hier fast völlig weggegeben, ich mag aber den Fokus auf Lucifer und Chloe. Die Story kommt gut voran, jede Figur bekommt ihr Happy End und der Plot der Staffel gefällt mir auch ganz gut. Ich hatte endlich mal wieder das Verlangen gleich die nächste Folge zu sehen.

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