US-Fernsehen (inklusive Season- und Pilot-Reviews), britisches Fernsehen etc.
#1527996
Das Boot (2018) Staffel 1 (Sky) 8/10
Die Entscheidung einen großen Teil abseits des U-Bootes spielen zu lassen, ließ wohl nicht nur bei mir vorab alle Alarmglocken schrillen, denn bei der Resistance Handlung war der übliche öffentlich-rechtliche Historienevent-Schmonzes samt Liebesdreieck zu befürchten. Diese Befürchtung wurde zwar gekonnt entschärft, denn die B-Handlung (vielleicht auch A-Handlung, denn dort residiert die Hauptfigur) in La Rochelle kann es mit vergleichbaren Widerstandsstories in Serien wie Man in the High Castle problemlos aufnehmen, aber dennoch hätte ich darauf verzichten können.

Letztlich wurde so immer wieder Dampf aus dem Kessel gelassen, der sich in der klaustrophobischen Atmosphäre des Bootes nicht nur in den kinotauglichen Actionszenen sondern auch den stetig wachsenden mannschaftsinternen Spannungen aufbaute.

Durch den Fokus aufs Land blieb auch zu wenig Zeit, um der Mannschaft Profil bis in die kleinsten Rollen zu verleihen. Außer einigen kantigen Charakterköpfen und Charakteren mit interessanter Entwicklung (August Wittgenstein als ehrgeiziger 1WO sticht hervor) wirkt ein Großteil der Truppe somit leider deutlich austauschbarer als in Petersens Klassiker. Am augenscheinlichsten im Fall von Rick Okon, der als Kaleun verglichen mit Jürgen Prochnow so charismatisch wie ein Meter Feldweg daherkommt.

Während die schauspielerischen Glanzlichter vor allem an Land gesetzt werden (beeindruckend hier vor allem Vicky Krieps als Zentrum der Serie und Tom Wlaschiha als Gesicht der Nazis. Gaststars wie Lizzy Caplan fügen sich auch mit Synchro makellos ein.), liegt einem das Schicksal der Besatzung mit zunehmender Zeit dennoch so sehr am Herzen, dass die Spannung in den letzten 2-3 Folgen das Level des großen Vorbildes erreicht. Da auch die Dringlichkeit der Landhandlung zunehmend anzieht, kann man dieses große Unterfangen als fast rundum gelungen bezeichnen.

Das Boot, immerhin das Aushängeschild aller U-Boot Filme und der international wahrscheinlich größte deutschen Klassiker der Nachkriegszeit, zu toppen, war fast unmöglich und das gelingt hier natürlich auch nicht. Durch die Ausweitung des Geschehens und das damit verbundene Aufgeben des Alleinstellungsmerkmales wirkt Das Boot 2018 zwar einerseits beliebiger, aber die Unterschiede im Handlungsaufbau sorgen auch dafür, dass hier nicht einfach eine aufgefrischte Kopie eines fast perfekten Standardsetzers abgespult wurde. Als aufgeschlossener Zuschauer (einige hatten anscheinend schon vorab ihre Meinung zementiert und hinterher die vorgefertigen Verrisse aus der Schublade geholt) sollte man die Vergleiche irgendwann hinter sich lassen können und diesen Erben als eigenständiges Werk betrachten. Dann reiht sich "Das Boot 2018" zwar immer noch unter manch anderen großen Vorbildern wie Band of Brothers ein, aber dennoch international in die Champions League der Kriegsserien. Nach Deutschland 83/86, Babylon Berlin, Jerks oder 4 Blocks ein weiterer Treffer für die jahrzehntelang ambitionslos dahinsiechende deutsche Serienlandschaft (bis auf wenige Ausnahmen wie Pastewka oder Stromberg).

(Staffel 2 wurde glücklicherweise bereits bestellt, so dass hier hoffentlich keine 2 Jahre auf Nachschub gewartet werden muss.)



Fear The Walking Dead Staffel 4 7/10 (AMC)
Fear ist jetzt zwar endgültig eine Kopie der Mutterserie, aber der Neustart hat die Serie für mich trotzdem verbessert. Neben Lennie James sind auch Garret Dillahunt, Jenna Elfman und Maggie Grace willkommene Verstärkungen für den fast runderneuerten Cast.



Mr. Mercedes Staffel 2 8/10 (Audience Network/DirectTV)
Die Einführung von übernatürlichen Elementen in diese bis dahin so realistisch gehaltene Welt wirkt hier anfangs ähnlich befremdlich wie in Stephen Kings Abschluss der Bill Hodges Trilogie (Buch 2 wurde übersprungen. Diese Adaption von Buch 3 kann man zwar noch als tongetreu bezeichnen, aber strickt weitgehend ihr eigenes Ding aus Charakteren und Grundplot. Wie in Staffel 1 erweisen sich die Änderungen und Erweiterungen aber überwiegend zum Vorteil der Serie.), aber nachdem man die neuen Regeln akzeptiert hat, glänzt David E. Kelleys Adaption dieses Crime-Dramas wieder mit starken Dialogen, lebendigen Charakteren und einer spannenden durchgehenden Story. Justine Lupe, Harry Treadaway und allen voran Brendan Gleeson wären mit mehr Presseaufmerksamkeit Stammgäste bei Preisverleihungen.


Castlevania Staffel 2 (Netflix) 8/10
Beweist weiterhin, dass Adaptionen von Computerspielen kein Murks sein müssen und das gutklassige Animationsserien für ein erwachsenes Publikum auch außerhalb Japans in Genres abseits von Comedy möglich sind.


Assassination Classroom Staffel 1 (Fuji TV) 8/10
Assassination Classroom Staffel 2 (Fuji TV) 8/10



Bodyguard Staffel 1 8,5/10 (BBC One/Netflix)
Auch wenn Jed Mercurios neuer Megahit für mich nicht ganz mit seinen besten Staffeln von Line of Duty mithalten kann, hat Bodyguard seinen Hype verdient. Die Mischung aus realistischem Drama (oft vor einem brisanten Hintergrund aus aktuellen Schlagzeilen) und Hochspannungsthriller funktioniert hier ähnlich gut wie in seinem Antikorruptions-Copthriller. Genauer gesagt ist es in diesem Falle ein explosiver Mix aus Terrordrama und Verschwörungsthriller, der wie Homeland zu seinen besten Zeiten fesselt (und wie Homeland und 24 gerne aber auch Momentum und Plot über Logik stellt) und außerhalb der Insel dafür sorgt, dass die 6 Episoden auf Netflix wie im Rausch in 1-2 Sitzungen durchgesuchtet worden. Mit seiner Auftaktszene und dem Showdown hat Bodyguard uns zudem 2 der intensivsten Spannungsmomente dieses Serienjahres beschert und Richard Madden als Lead für Action und Spannungsvehikel etabliert.


The Walking Dead Staffel 9.1 8/10

The Kominsky Method Staffel 1 (Netflix) 7/10
Grace & Frankie für Männer und in gut. Würde sich allein schon für die Momente zwischen Michael Douglas und Alan Alda lohnen, aber abseits dieser Altmännerfreundschaft beweist Chuck Lorre, dass er nicht nur gut geölte Fließbandsitcoms, sondern auch leisere Töne und Single Camera Dramedy beherrscht.


Der kommer en dag aka Der Tag wird kommen (2016, Miniserienfassung) (Netflix) 8/10
https://www.imdb.com/title/tt4659056
Trailer:
https://www.youtube.com/watch?v=yMO6WBS68Sk

Für die Generation ADHS und die LBM's unter uns, hat Netflix diesen dänischen Kinofilm in 3 Teile zerlegt und als Miniserie angeboten. U.a. durch Zeitsprünge bieten sich diese Aufteilung aber auch an, so dass die Kapitelbrüche (im Gegensatz zur Miniserien-Vergewaltigung von Ghoul) nicht künstlich wirken. Unabhängig von der Darbietungsform ist dieses Drama über die Zustände in dänischen Kinderheimen absolut empfehlenswert. Vor allem Freunde von Gefängnisfilmen, die mit Genreklischees leben können, solange diese gut umgesetzt werden, kommen hier voll auf ihre Kosten, denn in Struktur und Szenen wurde hier einiges bei Shawshank Redemption abgeschaut. Lars Mikkelsen überstrahlt als Heimleiter das Geschehen mit seiner Präsenz, aber auch die jungen Haupdarsteller und die Nebenrollen um Sofie Grabol oder Lars Ranthe überzeugen voll in ihren Rollen.



Sick Note Staffel 1 (Sky One) 5,5/10
Sick Note Staffel 2 (Sky One) 5,5/10

Britische Comedys tanzen oft auf der Rasierklinge zwischen pechschwarzer Satire und groteskem Klamauk. Sick Note vergisst zu oft, dass weniger oft mehr ist und landet bei diesem Tanz dadurch oft auf der falschen Seite, um der Wrong Mans Nachfolger zu werden, der mit dem Hauptdarstellerduo Rupert Grint & Nick Frost möglich gewesen wäre und immer wieder durchscheint.


Devilman Crybaby Staffel 1 (Netflix) 8/10
https://www.netflix.com/de/title/80174974
Wer gedacht hätte, dass dieses Anime fürs Mainstreampotential der internationalen Netflix-Vermarktung weichgespült würde, liegt denkbar falsch. Devilman ist sogar eine der abgefahreneren Animeserien, die ich je gesehen habe. Stil und Plotaufbau sind wild und für Quereinsteiger wahrscheinlich befremdlich wirr und von der Political Correctness und Leisetreterei, die sich in vielen Realserien der letzten Jahre breitgemacht hat, ist hier nix zu spüren (Action- und Sexszenen gleiten gar stellenweise in Splatter- und Hentaigefilde ab). Nach Jahren, in denen ich den Animes auf meiner Nachholliste nur geringe Priorität auf meiner Nachholliste eingeräumt habe, haben mich der Doppelschlag aus Assassination Classroom und dem Mindfuck durch Devilman Crybaby wieder auf den Geschmack gebracht, so dass ich nicht nur Altlasten um Attack on Titan nach vorne rücke, sondern auch die Netflix-Originale verstärkt im Auge behalten werde.


Kriger aka Krieger Staffel 1 (Netflix) 5,5/10
https://www.netflix.com/de/Title/80193978
Das zweite dänische Netflix-Original konnte meine Erwartungen hingegen nicht erfüllen. Nach dem Trailer und der Beschreibung hatte ich mir etwas zwischen Sons of Anarchy und 4 Blocks erhofft, aber für ein Bigger than Life Action-Melodram sind die Charaktere zu eintönig und der Adrenalinpegel viel zu gering und für ein Sozialdrama mangelt es sowohl an Komplexität in Umfeld und Charakterzeichnung. Unglückliche Drehbuchentscheidungen (der Hauptcharakter taucht gefühlt alle 10 Minuten bei der Witwe seines Kriegskompanen auf, um Bericht zu erstatten) richten weiteren Schaden an.

Durch die hochwertige Inszenierung und den überzeugenden Cast um Dar Salim bleiben die 6 Folgen immerhin kurzweilig und bieten solides Undercover-Gangsterdrama.



F is for Family Staffel 3 (Netflix) 8/10




The Ranch Staffel 3 (Netflix) 6/10

The Last OG Staffel 1 (TBS) 7/10
#1527997
str1keteam hat geschrieben:Mr. Mercedes Staffel 2 8/10 (Audience Network/DirectTV)
Die Einführung von übernatürlichen Elementen in diese bis dahin so realistisch gehaltene Welt wirkt hier anfangs ähnlich befremdlich wie in Stephen Kings Abschluss der Bill Hodges Trilogie (Buch 2 wurde übersprungen. Diese Adaption von Buch 3 kann man zwar noch als tongetreu bezeichnen, aber strickt weitgehend ihr eigenes Ding aus Charakteren und Grundplot. Wie in Staffel 1 erweisen sich die Änderungen und Erweiterungen aber überwiegend zum Vorteil der Serie.), aber nachdem man die neuen Regeln akzeptiert hat, glänzt David E. Kelleys Adaption dieses Crime-Dramas wieder mit starken Dialogen, lebendigen Charakteren und einer spannenden durchgehenden Story. Justine Lupe, Harry Treadaway und allen voran Brendan Gleeson wären mit mehr Presseaufmerksamkeit Stammgäste bei Preisverleihungen.
Hm, das klingt definitiv nach etwas, was mich zum streichen der Serie von meiner Nachholliste bringen könnte, denn so gerne ich übernatürliche Serien habe, so sehr hasse ich solche Elemente in Serien, die in der "realen Welt" spielen und keine solche Elemente haben sollten.

Ich denke da an Geister bei Grey's Anatomy (ok, da gab es eine "Erklärung" bzw. Ausrede) oder an die Spinoff-Pilot-Halloween-Episode in PLL. Gerade aktuell habe ich mich auch bei Fortitude genervt, wo ich von den ersten 4 Episoden so begeistert war, da diese einen tollen Cast an Charakteren in einem interessanten Environment eingeführt haben und ich die Serie schon auf bestem Weg zu einem The Killing / Broadchurch gesehen habe......nur um dann mit dem Intro von Episode 5 komplett in lächerliche Gefilde abzudriften, welches überhaupt nicht mehr zur Welt der ersten 4 Episoden gepasst hat. Ich habe bisher erst 8 Episoden gesehen, es kann also durchaus noch sein, dass die Serie schlussendlich für alles eine sinnvolle Erklärung bereit hält, aber zumindest im Moment bin ich genervt von der Staffelmitte...

Wäre ich entsprechend auch von Mr. Mercedes S2 genervt?
#1528000
little_big_man hat geschrieben:
Wäre ich entsprechend auch von Mr. Mercedes S2 genervt?
Schwer zu sagen. In Fortitude Staffel 1 war der unerwartete Wandel von Nordic Noir vor besonderer Kulisse und mit Horroratmosphäre zu offenem Öko-Horror a la The Thing (Das Ding aus einer anderen Welt) für mich eine der größten Stärken. Ich mag es meist, wenn ein Film plötzlich auf eine andere Ebene abhebt und so für WTF-Momente sorgt. In Staffel 2 wird es dann hingegen so gaga mit Dämonen, Besessenheit und Schamanen, dass es selbst für mich über weite Strecken nicht mehr gepasst hat. Die weiterhin einzigartige Atmosphäre, einige gelungene Subplots und der starke Cast haben es für mich soweit gerettet, dass ich mich auf Staffel 3 freue und die bald verschlingen werde, aber für dich dürfte es angesichts deiner Probleme mit Staffel 1 zu einem der größten Serienärgernisse werden. :lol:

Zurück zu Mr. Mercedes. Da ist das übernatürliche Element längst nicht so abgehoben und wird so realistisch dargeboten, wie man so einen Humbug eben realistisch darstellen. :mrgreen: Ein Charakter entwickelt psychokinetische Fähigkeiten. Im Buch ist das Ausmaß weitreichender und er kann er auch Gegenstände bewegen, aber in der Serie wird das leicht verschämt zurückgefahren und er kann nach der Behandlung mit einem experimentellen Medikament nur einige Menschen mit epileptischer Veranlagung fremdsteuern. Der Rest ist weiterhin ein geerdetes Crimedrama.

Man hätte besser darauf verzichten sollen, aber nach ein paar Folgen sollten sich die meisten Zuschauer an die neuen Umstände gewöhnt haben. Da dich Geister-Danny schon gestört hat (mich nur, weil die Umsetzung ultrakitschig und einfach dämlich war :lol: ), weiß ich nicht, ob es auch dir gelingt. Von der Qualität her hätte die Serie auf jeden Fall einen Versuch verdient.


redlock hat geschrieben:Seite 1 bis hier aktuell
Danke. Da ich gerade die letzte beiden Folgen von Guest Book Staffel 2 beendet habe, kann ich bei der Gelegenheit aber noch eins nachreichen, bevor ich es wieder Monate aufschiebe und vergesse. :wink:

Nachtrag zu den Staffelreviews:

The Guest Book Staffel 2 (TBS) 6,5/10

Wie bei allen Anthologien schwankt die Qualität von Woche zu Woche, aber alle Folgen eint, dass Greg Garcia es immer wieder schafft, Sympathie für eine Bande von Losern, Freaks, Asis und Prolls zu schaffen. Man kann es sich wie ein Spin Off von My Name is Earl vorstellen, das sich wie manche der Very Special Episodes auf das Stadtleben und die Hintergrundcharaktere konzentriert. Neben normalen Gaststars wie Danni Pudi, Michael Kenneth Williams, Matt Walsh, Margo Martindale oder Jenna Fischer
gibt es auch ein Wiedersehen mit vielen Veteranen aus Earl und Rasing Hope (Garrett Dillahunt war im Stammcast von Staffel 1. Eddie "Crabman" Steeples ist in Staffel 1-2 dabei. Jaime Pressly, Nadine Velazquez, Martha Plimpton, Michael Rapaport oder Shannon Woodward hatten ihre eigenen Folgen). Wer weder Earl noch Hope mochte, kann sich das Einschalten also sparen.


(The Guest Book ist genau genommen ein Hybrid in Richtung High Maintenance oder einst Love Boat/Fantasy Island, denn neben den Gästen der Woche gibt es Charaktere, die in der ganzen Staffel bzw. Serie dabei sind und dazu noch einen Plot im Hintergrund, der sich durch eine ganze Staffel zieht.)
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von Theologe
#1528028
Barry
Der Mix aus Hollywood-Satire und und Tragikomödie punktet mit einem tollen Lead und lustigen Nebenfiguren. Henry Winkler stiehlt in seiner Nebenrolle allen die Show. Nicht immer gelingt der Spagat zwischen Comedy und (Action-)Drama. Da passen die komödiantischen Dialoge und comichaften Nebenfiguren nicht immer zur Ernsthaftigkeit der Geschichte.
8/10
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von redlock
#1528088
Candice Renoir -- Staffel 5 (Frankreich, ZDF Neo)
---->7,5/10

Candice Renoir -- Staffel 6 (Frankreich, ZDF Neo)
--->7/10


Condor -- Staffel 1 (Audience Network)

Zehn Folgen; (Netto-)Laufzeit jeweils um die 47 Minuten.

Die Macher haben das Buch (kenn ich nicht) / den Filmklassiker (mit Robert Redford und Faye Dunaway vor zig Jahren zuletzt gesehen) der in der Hoch-Zeit des Kalten Krieges in den 1970zigern spielt, in die Gegenwart transportiert. Die Essenz ist jedoch geblieben. Da die Macher mehr Zeit haben, bekommen die Figuren mehr Hintergrund (u.a. in flashbacks) und die Handlung mehr Breite.
Ich hab mich erstklassig unterhalten und die zehn Eps so schnell ich konnte durchgezogen. Wie der Film ist auch die Staffel packend und fesselnd. William Hurt, Max Irons und Leem Lubany sind klasse. Auch ist die Produktion nicht billig; wenngleich ich einmal lachen musste, als man bei einer nächtlichen Verfolgung klar erkennen konnte, sie fahren nicht durch Washington, DC, sondern Toronto (die Fussgängerüberwege!). Und ja, einige aus der Torontoer Schauspielergilde sieht man ebenfalls.
Einen größeren Minuspunkt gibt es allerdings. Ich hab den Abspann der Eps geguckt. Da war dann schnell klar, wer von den Figuren ganz sicher nicht das Staffelfinale erleben wird. Da war dann die Frage nur noch ''wann'' und nicht ''ob.''
Unterm Strich ist ''Condor'' aber eine gelungene Mischung aus Verschwörungs- und Spionagethriller. Der Haupthandlungsbogen der ersten Staffel wird aufgelöst. Gleichzeitig gibt es jedoch Handlungsstränge, die man in S2 (bestellt) weiterfolgen kann bzw. wird.
Wer das Genre mag (selbst wenn man den Film kennt) kann sich diese Staffel bedenkenlos ansehen.

Für S1: 7,5/10


Frontier -- Staffel 3 (Discovery Canada; International: Netfix)

Sechs Teile, Nettolaufzeit jeweils ungefähr 45 Minuten

Aus nostaglischen Gründen war mir dieser Tage nach einer klassischen Abenteuer Serie. Da ist man bei ''Frontier'' genau richtig.
Es geht weiterhin um Macht, Einfluss, Geld, Loyalität, Freundschaft und ums nackte Überleben. Die dritte Staffel schließt nahtlos an S2 an (die nahtlos an S1 anschloss). Da S2 auch nur sechs Eps hatte und das alles schon was zurückliegt ist das reinkommen nicht ganz einfach gewesen. Das ist aber mein Problem gewesen, nicht das der Serie.
Die dritte Staffel hat mich wieder sehr gut unterhalten. Ich fand's spannend und fesselnd und hab die Folgen so schnell es dieser Tage ging angesehen. Die Ereignisse treiben auf vorläufige (?) Höhepunkte im Staffelfinale zu, das nicht jede Figur überlebt. Da war ich tatsächlich leicht überrascht. Für ein Staffelfinale war's gut. Aber nicht für eine Serienfinale. Es gibt noch genügend Stoff für weitere Staffeln. Leider ist S4 so weit ich weiß noch nicht fix. Wahrscheinch weil Jason Momoa gerade sehr gefragt ist, und ''Frontier'' trotz allem nur eine kleine, feine kanadische Serie ist.

Für S3: 7,5/10
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von Theologe
#1528198
Bosch: S4
Die Serie bleibt sich auch in der 4. Runde treu. Harry Bosch ist weiterhin der No-Bullshit-Cop dem Gerechtigkeit genauso wichtig ist wie Recht, ohne dabei den Moralapostel zu geben. Die Staffel hat 3 Fälle, die mehr oder weniger von Anfang bis Ende von Bedeutung sind, wobei ein Hauptfall im Zentrum steht und ein Fall, wie schon in der letzten Staffel noch nicht endgültig abgeschlossen wird.
8/10
von Amtranik
#1528313
The Marvelous Mrs. Maisel Season 2

Zwischen den Jahren bin ich endlich dazu gekommen mir die zweite Staffel anzuschauen. Mir hat es wieder sehr gut gefallen. Die Figuren sind deutlich mehr überzeichnet als noch in Staffel eins das funktioniert teilweise gut in einigen Fällen allerdings weniger. Es wird jedes Klischee über jüdische Mütter und Familien aus der Schublade geholt das man irgendwo finden konnte, das war mir manchmal etwas zu viel (Schatzkarten).

Leider scheint Midges Karriere als Comedian in vielen Folgen nur noch eine Nebenrolle zu spielen. Der Fokus liegt oft auf Ihrer Familie (mit Kindern die praktisch nicht existieren) und anderen "Nebenfiguren". Wenn Midge aber auf der Bühne steht ist es fast immer großartig (TV - Auftritt).

Ich könnte mir aber vorstellen das viele von Staffel 2 enttäuscht sind. Trotz einiger Kritikpunkte war es für mich wieder sehr gute Unterhaltung. Die 10 Folgen waren sehr kurzweilig und ich freue mich auf Staffel 3.

8,5/10 Punkten
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von Theologe
#1528686
Kevin Can Wait: S1
Vor zwei Jahren hab ich zwei Folgen gesehen und hatte keinen Bock auf einen so faden Abklatsch vom King of Queens. Für nebenbei haben wir jetzt doch die erste Staffel durchgeguckt und es bleibt dabei. Das wirkt in den meisten Szenen so als habe man die Mülleimer des Writers Rooms von KoQ durchwühlt und die aussortierten Gags gefilmt.
In den besten Momenten muss man zwar über Kevin James lachen, weil der gar nicht erst versucht eine andere Figur als Doug Heffernan zu spielen, aber meistens ist es einfach nur uninsperiert.
4,5/10

Dirty John
Eigentlich war das Schrott, aber die Serie hat eine gewisse Faszination auf mich ausgeübt. Das Casting war gut, aber die Dialoge waren oberflächlich, das Schauspiel plakativ und teilweise over the top und die Figuren waren durch die Bank unsympathisch.
Dennoch wollte ich immer wissen wie es weitergeht. Das Ende der True Crime Story hat mich dann durchaus überrascht, aber empfehlen kann ich die Serie nicht.
Im Grunde ging es mir wie Connie Britton, obwohl mich redlock vor Dirty John gewarnt hat, habe ich ihn in mein Leben gelassen und wollte einfach nicht wahrhaben, dass er schlecht für mich ist.
4/10

Kevin Can Wait: S2
Die zweite Staffel war eine erkennbare Steigerung. Letztlich zwar nur auf Durchschnitt, aber man konnte sich das deutlich besser ansehen. Die Ergänzung von Leah Remini war dabei weniger relevant, die hat mit ihrer gebotoxten Fresse eher abgelenkt, aber durch das veränderte Setting und die veränderte Figurenkonstellation hatte man andere Möglichkeiten als in einer reinen Family-Sitcom, in der die Familie keine Rolle spielte.
Die beiden jüngeren Kinder hat man kaum noch gezeigt, aber die waren in S1 schon selten zu sehen und den Freundeskreis hat man verändert.
Insgesamt waren die Gags etwas besser, aber unterm Strich bleibt die Erkenntnis, dass die schlechten King Of Queens Folgen noch stärker waren als die guten von Kevin Can Wait.
6/10
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von redlock
#1528696
Westside -- Staffel 4 (tv3, Neuseeland)

Zehn (und nicht acht, wie ursprünglich angekündigt) Episoden, Nettolaufzeiten ca. 42 Min.; Staffelfinale ca. 60 Min.

Auch in der vierten Staffel weiß diese Dramedy aus Neusseland um Familie West zu überzeugen. S4 spielt 1982/83 in einem Zeitraum von ein paar Wochen. In dieser Staffel liegt die Betonung der Geschichten mehr auf dem Drama Teil als auf den Comedy Teil. Wobei es sich beim Drama hauptsächlich um Familien- und Beziehungsdrama handelt. Da wir die Figuren nun achon einige Zeit kennen, funktioniert das.
Ich kenne ''Outrageous Fortune'' immer noch nicht, hatte aber das Gefühl es wurde hier in S4 viel angesprochen und gezeigt, was dort eine wichtige Rolle spielt. Kann mich aber auch täuschen. Ist allerdings auch nicht so wichtig, da ''Westside'' auf eigenen Beinen steht. Beste Folgen der Staffel waren für mich #402 und #410.

Ich freue mich auf Staffel 5 und wie es mit Familie West und ihren Freunden und Kumpanen weitergeht.

Für S4: 7,5/10
#1528698
redlock hat geschrieben:Ich kenne ''Outrageous Fortune'' immer noch nicht, ...
Was hält dich davon ab? Der Zeitaufwand oder ist die Serie nicht mehr auffindbar?

Ich habe S6 von Outrageous Fortune auch noch nicht gesehen und werde dann mit Westside erst anfangen, wenn ich diese letzte Staffel auch mal gesehen habe...
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von LittleQ
#1528705
Titans Staffel 1 (Netflix)

Nochmal was gutes von DC? Hätte ich nicht gedacht. Von den Filmen bin ich seit Batman ja maßlos enttäuscht. Alles auf Serienebene war solala. Aber mit Titans hat DC für mich mal voll reingehauen.
Die ersten beiden Folgen waren als Einstieg noch etwas schwer. Ich hab mich mit den Charas nicht so leicht getan, da ich die Gruppierung nicht kenne, war allerdings dann doch erleichert Robin anzutreffen den ich, im Gegensatz zu vielen anderen, nie so gehasst habe.
Die Show macht sich allerdings relativ schnell auf dann doch sehr interessant zu werden. Sowohl den anfänglichen Fokus auf Rachel als auch den Ausflug zu Robins Vergangenheit und die Episode mit der "Doom Patrol" fand ich fantastisch.
Man klebt also nicht an einer Hintergrundstory fest, sondern schwangt zwischen verschiedenen Charaktären, die einem dann doch auch ans Herz wachsen (zumindest den 4 Hauptcharas).

Was Titans gut macht:
- Die düstere Art. Als Kind hab ich das DC Universum immer ein bisschen mehr gemocht als den großen Widersacher auf Grund der dunklen Atmosphäre. Dunkel, brutal, blutig. So stelle ich es mir vor und so präsentiert sich Titans auch die meiste Zeit.

- Mir gefiel die Msytifizierung der großen Superhelden wie Batman und Wonder Woman. Man erhält das Gefühl, dass man in einer von diesen Superhelden geprägten Welt lebt, die über einem schweben und immer präsent sind ohne den Fehler zu machen die Superhelden zu zeigen (Mit kleiner Ausnahme am Ende). Marvel und die Defenders hatten es da doch deutlich schwerer. Da hatte man eher so das Gefühl, dass das zwei unterschiedliche Universen waren. Die Verknüpfung zwischen Titans und den "Altstars" finde ich hier mega gut gelungen.
Hier bitte bloß nicht den Fehler machen und die Figuren irgendwann mit Gesichtern zu belegen. Das würde nicht gut ausgehen.

Was Titans besser machen könnte:
- Für mich war das Aufkommen des "neuen Robins" wirklich Gold wert, weil man Batman mal in einem anderen Licht gesehen hat. Die Frage, wie weit Batman gehen würde und auch willentlich einen Robin ausbildet, der gerne Cops verprügelt hielt ich für unglaublich spannend.
Genauso die Frage, in wie weit es zum Problem wird, dass Batman und Robin scheinbar so viele Nachahmer finden. Dies in Verbindung mit Dicks Vergangenheitsbewältigung hätte auf jeden Fall einen größeren Platz in der Show haben können. Ich stehe sehr auf solche Moralfragen, besonders die sich nicht so einfach mit Weiß und Schwarz beantworten lassen.
- In einigen Episoden ist mir zu viel Platz für Nebencharas wie Hank und Dawn. Ich fand die beiden zwar gut, hätte mir aber gewünscht, dass die beiden nicht eine ganze Episode geschenkt bekommen, gerade da die Season nur 11 Episoden hat und auch die Finalfolge sehr sehr ärgerlich war.

Alles in Allem kann es aber gerne so weiter gehen. Marvel hat mit den Defenders wesentlich länger gebraucht um eine Staffel (Daredevil S3) wirklich herausragend zu gestalten. Wäre DD S3 nicht ein herrlicher Abschluss für eine echt epische Geschichte gewesen, wären die Titans wohl im Augenblick auf Platz 1 meiner Lieblingsstaffeln von Superhelden auf Netflix.

Abzug würde ich lediglich für den etwas schwächeren Anfang geben, dem für mich zu langem Dawn/Hawk Plot, dem furchtbaren Ende (Das war einfach unfassbar....aaaargh) und der Tatsache, dass am Ende
versteckter Inhalt:
Superman zu sehen war...mit seinem verdammten Superhund...Krypto. Bitte fangt nicht mit Superman an...sonst sterbe ich..
8.5/10
von Waterboy
#1528709
dass am Ende war aber nicht
versteckter Inhalt:
Superman , sondern superboy ;)

Und auf ihm und seine Buddy Freundschaft mit dick freu ich mich eigentlich sehr

Bild
:D :D
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von redlock
#1528723
little_big_man hat geschrieben:
redlock hat geschrieben:Ich kenne ''Outrageous Fortune'' immer noch nicht, ...
Was hält dich davon ab? Der Zeitaufwand oder ist die Serie nicht mehr auffindbar?
Der Zeitaufwand.
Heutzutage hab ich vielleicht noch 1/4 der Zeit, die ich vor vier oder fünf Jahren für dieses Hobby hatte. Da ist ein ''Berg'' von 106 Folgen z.Z. einfach zu hoch. Ich möchte z.B. unbedingt mal ''Crownies'' sehen. Aber da schrecken mich schon 22 Folgen a 60 Minuten ab. Insgesamt bevorzuge ich aktuell Serien mit kurzen Staffeln, also <13 Eps. Natürlich gibt's noch ein paar Ausnahmen. Aber das sind eben Ausnahmen, wobei die Gründe dafür unterschiedlich sein können...
#1528726
redlock hat geschrieben:Der Zeitaufwand.
Heutzutage hab ich vielleicht noch 1/4 der Zeit, die ich vor vier oder fünf Jahren für dieses Hobby hatte. Da ist ein ''Berg'' von 106 Folgen z.Z. einfach zu hoch. Ich möchte z.B. unbedingt mal ''Crownies'' sehen. Aber da schrecken mich schon 22 Folgen a 60 Minuten ab. Insgesamt bevorzuge ich aktuell Serien mit kurzen Staffeln, also <13 Eps. Natürlich gibt's noch ein paar Ausnahmen. Aber das sind eben Ausnahmen, wobei die Gründe dafür unterschiedlich sein können...
Du kannst dir die Serie ja in 8 Häppchen à 13 Episoden aufteilen.....ein Häppchen pro halbes Jahr und schon bist du nach 4 Jahren durch... 8)

Aber ja, ich verstehe das Argument natürlich....zumindest habe ich das, bevor ich gesehen habe, dass du Zeit für Roswell hast... :wink:
#1528848
little_big_man hat geschrieben:Gerade aktuell habe ich mich auch bei Fortitude genervt, wo ich von den ersten 4 Episoden so begeistert war, da diese einen tollen Cast an Charakteren in einem interessanten Environment eingeführt haben und ich die Serie schon auf bestem Weg zu einem The Killing / Broadchurch gesehen habe......nur um dann mit dem Intro von Episode 5 komplett in lächerliche Gefilde abzudriften, welches überhaupt nicht mehr zur Welt der ersten 4 Episoden gepasst hat. Ich habe bisher erst 8 Episoden gesehen, es kann also durchaus noch sein, dass die Serie schlussendlich für alles eine sinnvolle Erklärung bereit hält, aber zumindest im Moment bin ich genervt von der Staffelmitte...
Ich zitiere mich mal selbst, weil ich inzwischen die erste Staffel von Fortitude beendet habe und ich bleibe leider dabei, dass es sich für mich angefühlt hat, wie wenn die eigentlichen Autoren welche eine interessante Welt mit spannenden Charakteren erschaffen haben nach Episode 4 entlassen wurden und die Serie danach von einem Praktikant im Fan-Fiction-Stil weitergeschrieben wurde. Die anfänglich interessant gezeichneten Charaktere verkamen immer mehr zu Karrikaturen und die zu Beginn so atmosphärische Story driftete in komplett lächerliche Gefielde ab. Kommt noch dazu (und ich mache die Spoiler-Tags nicht umsonst)...
versteckter Inhalt:
...dass der gefühlte (zweite) Hauptcharakter mittendrin komplett antiklimaktisch rausgeschrieben wurde und somit sein ganzer Charakterarc irgendwie komplett sinnlos war, da er storytechnisch überhaupt nichts bewegt hat ausser den "Erklärbär" für die Zuschauer zu spielen mit seinen letzten Atemzügen. Sowieso irgenwie seltsam, dass alle drei (zumindest mir) bekannten Schauspieler gleich in S1 wieder rausgeschrieben wurden aus der Serie (9th Doctor, Dumbledore und Moretti). Und wenn ich mir die Castliste von 2x01 anschaue, sind mit den Sutters und Elena auch weitere wichtige Charaktere nicht mehr dabei in Zukunft. Bleibt also nicht mehr viel übrig vom ursprünglich so interessanten Cast an Charakteren...
Also wenn ich zuletzt Agents of S.H.I.E.L.D. so gelobt habe als Serie mit der grössten Qualitätssteigerung über die erste Staffel hinweg, dann ist Fortitude für mich das Gegenbeispiel, wo die ersten 4 Episoden eine grossartige Serie versprochen habe und danach der Absturz ins biedere Mittelmass kam.
von Sergej
#1528865
redlock hat geschrieben:Westside -- Staffel 4 (tv3, Neuseeland)

Zehn (und nicht acht, wie ursprünglich angekündigt) Episoden, Nettolaufzeiten ca. 42 Min.; Staffelfinale ca. 60 Min.

Auch in der vierten Staffel weiß diese Dramedy aus Neusseland um Familie West zu überzeugen. S4 spielt 1982/83 in einem Zeitraum von ein paar Wochen. In dieser Staffel liegt die Betonung der Geschichten mehr auf dem Drama Teil als auf den Comedy Teil. Wobei es sich beim Drama hauptsächlich um Familien- und Beziehungsdrama handelt. Da wir die Figuren nun achon einige Zeit kennen, funktioniert das.
Ich kenne ''Outrageous Fortune'' immer noch nicht, hatte aber das Gefühl es wurde hier in S4 viel angesprochen und gezeigt, was dort eine wichtige Rolle spielt. Kann mich aber auch täuschen. Ist allerdings auch nicht so wichtig, da ''Westside'' auf eigenen Beinen steht. Beste Folgen der Staffel waren für mich #402 und #410.

Ich freue mich auf Staffel 5 und wie es mit Familie West und ihren Freunden und Kumpanen weitergeht.

Für S4: 7,5/10
Na da bin ich mal gespannt, S4 war ja eigentlich relativ abgeschlossen.
von Sergej
#1528866
little_big_man hat geschrieben:
redlock hat geschrieben:Der Zeitaufwand.
Heutzutage hab ich vielleicht noch 1/4 der Zeit, die ich vor vier oder fünf Jahren für dieses Hobby hatte. Da ist ein ''Berg'' von 106 Folgen z.Z. einfach zu hoch. Ich möchte z.B. unbedingt mal ''Crownies'' sehen. Aber da schrecken mich schon 22 Folgen a 60 Minuten ab. Insgesamt bevorzuge ich aktuell Serien mit kurzen Staffeln, also <13 Eps. Natürlich gibt's noch ein paar Ausnahmen. Aber das sind eben Ausnahmen, wobei die Gründe dafür unterschiedlich sein können...
Du kannst dir die Serie ja in 8 Häppchen à 13 Episoden aufteilen.....ein Häppchen pro halbes Jahr und schon bist du nach 4 Jahren durch... 8)

Aber ja, ich verstehe das Argument natürlich....zumindest habe ich das, bevor ich gesehen habe, dass du Zeit für Roswell hast... :wink:
Eben wenn er den ganzen neuen und mittelmäßigen Quatsch Weg lassen würde bleibt genug Zeit und OF ist eine der besten Dramedys überhaupt. Also nach der anfangs trägen ersten Staffel will man garnicht mehr aufhören, die 106 Folgen sind dann viel zu schnell um.
#1528867
little_big_man hat geschrieben: ist Fortitude für mich das Gegenbeispiel, wo die ersten 4 Episoden eine grossartige Serie versprochen habe und danach der Absturz ins biedere Mittelmass kam.
Bei Staffel 1 widerspreche ich dir wie gesagt vehement. Wenn ich der Frühphase der Staffel etwas hätte vorwerfen wollen, dann das es außer dem Handlungsort keine Abgrenzung zur Flut von vergleichbaren skandinavischen, belgischen oder britischen Noir-Thriller gab. (Kriminalfall in abgelegener Gemeinde, in der sich durch den Wirbel der Gewalttat die düsteren Abgründe hinter der scheinbar heilen Welt offenbaren. Ein Teil des ungleichen Ermittlerteams ist fast grundsätzlich ein Außenseiter oder ein Charakter, der nach vielen Jahren widerstrebend und mit dunklen Erinnerungen zurückkehrt.) Wenn das vor unverbrauchter Kulisse so atmosphärisch und spannend umgesetzt und so gut besetzt wie in der Frühphase von Fortitude ist, kann das auch in der Spätphase dieser Welle trotzdem immer wieder hervorragend funktionieren, aber aus dem Meer herausgeragt, hat Fortitude Staffel 1 für mich erst mit dem überraschenden Abkippen in (pseudowissenschaftlichen) Horror in Anlehnung an John Carpenters The Thing und Akte X.


Nachdem ich jetzt die finale Staffel nachgeholt habe, muss ich aber auch sagen, dass meine Äußerung zu den Entwicklungen in Staffel 2 noch zu freundlich war. Schon im zweiten Durchlauf wurde es fast nur noch durch die Atmosphäre gerettet, aber da gab es neben komplett unpassenden und lächerlich überzogenen mythischen Elementen immerhin noch Charaktere und Plotelemente, die funktioniert und ein Mindestmaß an Erdung geliefert haben.

Staffel 3 ist erzählerisch hingegen nur noch Dünnschiss in Flaschen. Obwohl man immerhin vom Dämonenschwurbel abkehrt, ist das letzte Fitzelchen innerer Glaubwürdigkeit verflogen. Alle verbliebenen Charaktere sind nur noch überzeichnete und vom Plot getriebene Karikaturen, die wehmütig an den Aufbau in Staffel 1 denken lassen. Es zeigt sich immer wieder: außerhalb von Satiren/Parodien funktionieren keine breit erzählten Geschichten, in denen die komplette Charakterriege aus Freaks und Irren besteht, denn wenn Chaos der Normalzustand ist, kann es keine Schocks und Ausbrüche aus der Normalität geben.

Bei aller Enttäuschung gab es nüchtern betrachtet dennoch ein paar Lichtblicke. Ein paar bemerkenswert stark inszenierte Hochspannungssequenzen, einige WTF-Momente sowie weiterhin Teile des hochkarätigen Casts und die eisige Kulisse, bewahren das (4x40 Minuten kurze) Schlusskapitel vorm Komplettreinfall.

Fortitude Staffel 3
4/10
#1528868
Hm, das motiviert mich jetzt nicht gerade zum weiterschauen.....aber leider hat sich das S1-Finale auch überhaupt nicht nach Staffelfinale angefühlt, da nichts abgeschlossen wurde (auch wenn die dummen Charaktere wohl dagegen argumentiert hätten).
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von LittleQ
#1528869
The Punisher Season 2 - Netflix

Der Punisher ist also zurück und ich mag ihn :D. Es ist, bei all den Superhelden (Antihelden), die man so kennt, ein bisschen erfrischend so einen blutigen, harten Gewaltanwender zu sehen, der einfach draufhaut. Das ist zwar stumpf, aber auch unterhaltsam.
Storymäßig fand ich Staffel 2 eigentlich ganz okay. Nichts episches, aber mit John Pilgrim gab es schon einen tollen Gegenspieler, der zum Ende hin auch ziemlich interessant wird.

Weniger "interessant" fand ich dann das Wiederauftauchen von Billy. Ich persönlich bin kein Fan von Konservendosen und so mag ich das auch nicht, wenn man einen Hauptgegner aus einer vorherigen Geschichte wieder zurückbringt. Zwar ist auch die Geschichte, welche einen großen Part in Season 2 einnimmt, nicht ganz so schlimm, aber für mich doch unnötig, zumal das Ende dann wirklich mehr als unspektakulär war.

Insgesamt eine unterhaltsamme Staffel, mit einem unterhaltsamen Antihelden, dem ich aber unterstellen würde, dass dieser es schwer haben dürfte in einer weiteren Staffel noch zu punkten.
Dafür, so hatte ich das Gefühl, ist die Gewalt zu weit ausgeschöpft worden und ich denke auch nicht, dass die Figur Frank Castle noch wahnsinnig mehr zu bieten hat.

In Anbetracht der Tatsache, dass Netflix das Marvel-Universum sowieso einstampfen möchte, wäre die Endszene der Staffel auch ein guter Abschluss der Geschichte von Frank Castle auf seinem Weg, der einzig wahre Punisher zu werden.

7/10
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von LittleQ
#1528891
Sex Education Season 1 - Netflix

So, mit einer weiteren Staffel fertig geworden. Sex Education ist wirklich eine unfassbar süße Serie, mit einem absolut genialen Hauptdarsteller. Asa Butterfield ist so goldig, dass man ihn die meiste Zeit eigentlich nur drücken und lieb haben will. :lol:
Tolle Schauspieler, tolle Figuren und eine herrlich überzeichnete und gleichzeitig total reale Serie, die einen sehr berührt.

Ein bisschen schade fand ich, dass Gillian Andersons Rolle anders war als gedacht. Für mich wird sie natürlich immer Dana Scully bleiben, aber ich finde sie auch in dieser Rolle fantastisch und die Frau ist sogar mit 50 noch unendlich heiß...

Für Leute, die Anti SJW sind, ist die Serie absolut gar nichts. So lesen sich die Charaktäre wie aus dem feministische Handbuch von Alice Schwarzer, in dem alle nicht weißen Charaktäre mehr oder weniger liebenswerte Wesen sind (natürlich so lange sie Frauen sind). Die einzigen beiden weißen männlichen Hauptdarsteller sind Asa Butterfield, der gerne mit seinem schwarzen schwulen Freund Kleider trägt und Connor Swindells, welcher als Platzhalter für den typischen weißen aggressiven Mann der heutigen Zeit steht, welcher seiner toxischen Männlichkeit unterliegt... :lol: :lol:

Ist manchmal zu offensichtlich in passende Schubladen gesteckt, damit es auch jeder versteht, aber ich mochte die Staffel dennoch sehr gerne.

8/10
von Chris_23
#1528956
Sex Education S1 (Netflix)
Durch die Bank sympathische Figuren.
Wie LittleQ schon schreibt, wars mir stellenweise aber schon etwas zu sehr SJW mäßig.
Trotzdem hab ich mich gut unterhalten gefühlt und hätte gerne mehr gesehen.
8,5/10

Kingdom S1 (Netflix)
Zombies im mittelalterlichen Korea.
Einzelne Rollen sind mir zu klischeehaft beladen. Das Aussehen der Zombies hat mir richtig gut gefallen. Durch
versteckter Inhalt:
den Cliffhanger
bin ich der zweiten Staffel nicht abgeneigt.
7/10
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