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Re: Season-Reviews 2015/2016/2017/2018/2019

Verfasst: So 31. Mai 2020, 19:54
von redlock
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Re: Season-Reviews 2015/2016/2017/2018/2019

Verfasst: Mo 1. Jun 2020, 01:29
von little_big_man
little_big_man hat geschrieben: Mi 22. Apr 2020, 19:05
Theologe hat geschrieben: Mi 22. Apr 2020, 18:15 Sharp Objects [HBO]
Nach den ersten 2-3 Episoden tendierte ich schon in Richtung prätentiöses Drama, dass den Zuschauer mit seinen Flashbacks Substanz vorgaukeln will, zumal der zu Grunde liegende Kriminalfall nahezu bedeutungslos scheint.
Das dreht sich das aber komplett und es entfaltet sich ein packendes Drama. Der Crime-Anteil ist dabei zwar nicht unwichtig, aber in erster Linie ist das ein Familiendrama und zwar ein richtig gutes. Warum man dafür einen so ungünstigen Einstieg wählte, bleibt mir schleierhaft, aber die Serie bekam ja noch die Kurve.
8/10
Witzig, ich habe aktuell nämlich exakt diese ersten 3 Episoden von Sharp Objects geschaut in den letzten Tagen und bin bisher definitiv underwhelmed, da ich mir deutlich mehr erwartet hätte von der Serie. Immerhin kann ich jetzt hoffen, dass es sich doch noch lohnt.
Inzwischen habe ich Sharp Objects auch beendet aber ich hatte jetzt nicht das Gefühl, dass Episoden 4-8 sich gross von den ersten 3 abgehoben hätten. Das war definitiv eine sehr gute Story, die hier erzählt wurde, aber eben eine 5-6 Episoden Story, welche unnötigerweise auf 8 Episoden gestreckt wurde ohne guten Grund. Hier wäre weniger definitiv mehr gewesen. Vor allem in der finalen Episode habe ich mich extrem darüber genervt...
versteckter Inhalt:
...wie blöd sich Camille angestellt hat. Da wusste sie am Ende von Episode 7, dass ihre Mutter die Giftmischerin war und lässt sich dann trotzdem zu Beginn von Episode 8 willentlich von ihr vergiften und handlungsunfähig machen statt einfach ihren Giftschrank zu beschlagnahmen? Also es gibt ja immer wieder dumme Handlungen von Charakteren in Serien, aber das war jetzt wirklich so dermassen bescheuert, dass ich echt wütend wurde auf die Episode.

Dafür muss ich derselben Episode zugestehen, dass sie mich mit ihrem finalen Reveal am Ende kalt erwischt und für ein grandioses (wenn auch deprimierendes) Ende gesorgt hat. Es war zwar offensichtlich bei diesem langen Epilog, dass da noch etwas kommen wird, aber damit hätte ich dann doch nicht gerechnet. Bei Wiki habe ich dann zum Glück noch gelesen, dass die Serie noch eine Mid-Credits Szene ganz zum Schluss hat, welche ich sonst verpasst hätte.

Herausstreichen möchte ich definitiv noch die Performance der Amma-Darstellerin, die wirklich grossartig war. Als eine so junge Schauspielerin in einem dermassen prominent besetzten Cast die Standout-Performance zu liefern ist schon ein grosses Kunststück!

Re: Season-Reviews 2015/2016/2017/2018/2019

Verfasst: Mo 1. Jun 2020, 20:16
von redlock
Motherland: Fort Salem -- Staffel 1 (Freeform)

Als ich vor ein paar Wochen zum ersten Mal die (Kurz-)Beschreibung der Serie gelesen hatte, dachte ich nur ''WTF, soll das denn?''
Nach einigem zögern war meine Neugier dann doch so groß, dass ich mirdie Pilotfolge angeschaut habe. Dann bin ichtatsächlich drangeblieben.
''Motherland'' ist spielt in einer alternativen Welt, in der u.a. das Matriarchat vorherrscht. Die Hexen aus dem Salem, MA des 17. Jahrhunderts haben mit der Regierung damals einen Vertrag geschlossen, damit die Hexenverfolgungen aufhören. Der Deal: Alle (weiblichen) Hexen treten nach der High School in die US Army ein und kämpfen für's Mutterland in Konflikten und Kriegen gegen alle möglichen Feinde. Aktuell geht es gegen eine Terrororganisation (The Spree), die den Konflikt zw. Hexen und Menschen durch (Massen-)Morde versucht wieder anzufachen. (Während ich das Schreibe wird mir wieder klar, wie bescheuert das alles klingt).
Jedenfalls, wir lernen am Anfang drei (bzw. vier) junge Hexen kennen, deren Grundausbildung in Fort Salem beginnt.
Ich war überrascht, wie zügig und trotzdem recht gründlich und detailliert die Welt (das Serienuniversum) aufgebaut wird. Gleiches gilt für die Figuren und die verschiedenen Konflikte der ''Hexen in Grundausbildung.'' Und natürlich gibt’s auch Herzschmerz und Liebesleid. (Hey, wird sind bei Freeform). Dennoch kann ich nicht ganz verschweigen, dass die Staffel manchmal etwas überfrachtet daher kommt. 13 statt nur 10 Episoden wäre da wohl hilfreich gewesen.
Dieses Fantasydrama ist sicherlich nicht was für jeden. Aber wer das Genre mag, sollte mal reinschauen. Mir hat die Staffel alles in allem überraschend gut gefallen und ich bin gespannt, wie es mit den vier Hexen weiter geht.


Für S1: 7,5/10


The Rookie -- Staffel 2 (ABC)

Auch in S2 ein sehr solides, unterhaltsames crime-procedural mit soapigen fortlaufenden Handlungssträngen um unsere Helden & Heldinnen mit einem sympathischem Cast.
Netter Gag gegen Ende der Staffel. Die Gewinnerin der Canadian Idol Staffel 3 hat ein Vorsingen bei American Idol Staffel 18.


Für S2: 7/10


Transplant -- Staffel 1 (CTV, Kanada)

Alles in allem, ein ''klassisches'' Medizinerdrama aus Kanada. Der ''Dreh'' hier ist, dass die Hauptfigur ein Arzt aus Syrien ist, der wegen des Bürgerkriegs, zusammen mit seiner 12 Jahre alten Schwester, nach Kanada geflüchtet ist. Nun versucht er dort einen Neuanfang als Arzt. Natürlich haben die Erfahrungen des Bürgerkriegs Bruder und Schwester gezeichnet und mitgenommen. Dies ist einer der fortlaufenden Handlungsstränge der ersten Staffel. Daneben haben wir natürlich die Fälle der Woche. Außerdem, gibt’s noch fortlaufende Handlungsstränge um vier weitere Ärzte.
Die Serie stammt von der Produktionsfirma die auch ''19-2'' gemacht hat. So gibt es z.B. ein Wiedersehen mit der rot-blonden Streifenpolizistin, die hier eine der Ärztinnen spielt.
Wer auf der Suche nach einem guten und gut gemachtes ''medical drama'' ist, wird hier fündig.
Die Staffel (13 Folgen) endet mit Cliffhanger(n). S2 ist allerdings schon bestellt. Wird wegen der SARS-CoV-2 Pandemie natürlich was dauern.


Für S2: 7,5/10

Re: Season-Reviews 2015/2016/2017/2018/2019

Verfasst: Di 9. Jun 2020, 00:23
von AlphaOrange
Into The Night (Netflix)

Wow, just wow! Ich kann mich nicht erinnern, mal eine Serie gesehen zu haben, die ein derartiges Tempo vorgibt und auch direkt mal pausenlos durch die ganze Staffel taktet. "Into The Night" ist ein Thrill Ride, dem nicht nur jegliches Fett weggetrimmt wurde, sondern zur Sicherheit auch noch die Haut abgezogen. Sechs Folgen lang vergehen eigentlich keine zwei Minuten am Stück ohne dass irgendwas dramatisch eskaliert.
Wie macht die Serie das? Ganz einfach: sie bedient ein B-Movie-Klischee nach dem anderen, befüllt es mit einem stereotypen Cast und scheißt auf absolut jede Glaubwürdigkeit. Schon das Setup ist völlig absurd. Das Sonnenlicht beginnt plötzlich, alle Menschen zu töten. Selbst im Dunkeln! Daher müssen unsere Protagonisten im Flugzeug pausenlos gen Westen fliegen in ewiger Nacht. Was dann noch an Wendungen, Zwischenfällen und Enthüllungen dazu kommt ist gerade in der Dichte vollkommen lächerlich.
Weiß gar nicht wie ich das bewerten soll. Die Serie ist inhaltlich Unfug, handwerklich extrem billig (ein und derselbe Stock Footage "Flugzeug über Stadt" bestimmt viermal an völlig unterschiedlichen Orten eingesetzt) und hat einen immensen Suchtfaktor.

Re: Season-Reviews 2015/2016/2017/2018/2019

Verfasst: Di 9. Jun 2020, 00:37
von little_big_man
The Missing - S2
S1 von The Missing war sehr stark, da hat es S2 sehr schwer dagegen anzukommen.....das dachte ich mir zumindest im Vorfeld, aber in der Realität war genau das Gegenteil der Fall. S2 war nochmals eine klare Steigerung zu S1 und damit eine absolute Must-See Staffel/Miniserie, die ich jedem nur wärmstens empfehlen kann. Die Staffel hat wirklich die perfekte Mischung aus Twists und Charakterarbeit und alle Storyfäden kommen am Schluss perfekt zusammen.

Hat hier jemand die Serie Baptiste gesehen, welche eine Quasi-Fortsetzung zu The Missing ist? Ist die zu empfehlen? Im Gegensatz zu The Missing habe ich da nie wirklich irgendwelchen "Buzz" mitbekommen für diese Fortsetzung...

Re: Season-Reviews 2015/2016/2017/2018/2019

Verfasst: Di 9. Jun 2020, 05:03
von Wolfsgesicht
Carnival Row - Staffel 1 (Amazon Prime)
Beim ersten Mal schauen war ich ja etwas enttäuscht, war aber auch der Meinung ich hab der Serie beim schauen nicht die nötige Aufmerksamkeit geschenkt.
Also jetzt Durchlauf 2, ein halbes Jahr später - und yes, das war vieeeeeel besser.
Sie hat mir alles geboten was ich mir wünsche, Fantasy kommt nicht zu knapp, steht aber auch nicht penetrant im Vordergrund. Der Look ist fantastisch, die Plot-Twists (davon gibt es einige) kommen ziemlich unerwartet und geben dem ganzen den Pfeffer.
Dazu ist es aktueller denn je, immerhin steht auch hier Rassismus im Vordergrund. Die Charaktere sind toll und auch gut gezeichnet, gut gespielt und Clara und Orlando sind perfekt gecastet. Jared Harris hingegen war etwas blass und wahrscheinlich ziemlich unterfordert.
Für mich klar die beste Fantasy Serie nach GoT (wobei GoT ja nur beiläufig Fantasy ist).

9/10

The Expanse (Amazon Prime)
Hab ich irgendwo schon bewertet, aber (ich glaube) ohne Punkte. Ist meine zweitliebste Serie überhaupt nach Game of Thrones.
Erste Staffel mit leichten Schwächen, danach zieht es aber ordentlich an. Da die erste Staffel trotzdem überragend ist, heißt „ordentlich anziehen“ in diesem Fall bloß der letzte Schritt auf die 10 Punkte. Aber wirklich grandiose Hard-Sci-Fi vom Feinsten.
Hier meine kurze Bewertungen:
Staffel 1: 9/10
Staffel 2: 9,5/10
Staffel 3: 10/10
Staffel 4: 10/10

Fleabag - Staffel 1 & 2 (Amazon Prime)
Ich rezensier das mal in einem, da ähnlich und in einem Rutsch gesehen.
Während der Kniff mit „mit dem Publikum reden“ bei House of Cards dauerhaft gut funktioniert, verliert er hier doch schnell seine Magie. In der ersten Folge denkt man noch „geil“ und findet das total witzig, danach bleibt es zwar witzig, verliert aber seinen Reiz. Aber das Niveau ist konstant. Es bleibt witzig, schön warm, quasi eine wohlfühlserie da man sich selbst normal fühlt und (fast) jeden der Charaktere irgendwo verstehen kann.
Dass die Serie mit Staffel 2 endet ist aber perfekt.

8/10 für beide Staffeln.

Trying - Staffel 1 (Apple TV+)
Im Grunde wie Fleabag. Zuckersüße Komödie über ein Paar welches ein Kind adoptieren will. Schön geschauspielert, der Produktionsstil sagt mir nicht ganz zu, aber ansonsten passt der Vergleich mit Fleabag nur mit etwas mehr Ernst und weniger Comedy eigentlich perfekt. Allerdings fehlt hier das Etwas, was Fleabag besitzt.

6,5/10

Re: Season-Reviews 2015/2016/2017/2018/2019

Verfasst: Mi 10. Jun 2020, 13:54
von Theologe
The Red Road: S2 [Sundance TV]
Mit nur 5 Jahren Verspätung habe ich mir dann auch mal die zweite Staffel angesehen. Ich weiß gar nicht, warum ich damals nicht direkt Season 2 geguckt habe, das war wirklich eine gute Serie. Wobei ich mich erst ein wenig einlesen musst, um mein Gedächtnis aufzufrischen. Das Familiendrama mit Crime und Actionelementen ist auch in der 2. Staffel mit 6 Episoden schnell durchgeguckt und auch wenn das Ende kein geplanter Abschluss war, werden doch ausreichend Handlungsstränge zu einem Abschluss geführt.
Ich sag es aber mal so, wer in den letzten 5 Jahren kein Interesse an The Red Road hatte, muss die insgesamt 12 Folgen auch nicht mehr nachholen.
7,5/10

Re: Season-Reviews 2015/2016/2017/2018/2019

Verfasst: Fr 12. Jun 2020, 05:17
von Wolfsgesicht
Es fehlt immer noch das 2020 im Titel.

Der Beischläfer (Amazon Prime)

Fand ich ganz amüsant. Mein Vergleich mit dem klassischen ARD Vorabendprogramm dürfte das gesehene eigentlich am besten beschreiben. Die Vorhersehbarkeit und den (bayrischen) Stil muss man mögen, ansonsten ist es halt eine gute Laune Serie ohne viel Fremdscham, im Grunde kann ich das gleiche schreiben wie bei Fleabag oder Trying. Nur war das hier nicht ganz so witzig.
Etwas schade dass nach 6 Folgen Ende ist. Man möchte eigentlich vermuten man hat die ganze Serie in 10 Tagen abgedreht. Und hätte damit durchaus noch 10 Tage dranhängen können. (Mir ist klar dass dem nicht so ist)

Bisschen irritierend finde ich es aber dass diese Serie bei Amazon gelandet ist. Das Schauspielniveau hätte man eher auf joyn erwartet. Und noch überraschender ist dass das durchschnittliche Niveau bei joyn höher ist.

6,5/10

Re: Season-Reviews 2015/2016/2017/2018/2019

Verfasst: Fr 12. Jun 2020, 16:26
von Sarge
Jack Ryan - Season 2 (Prime)

Ich fand Season 2 leicht schlechter als die erste Staffel. Gestört haben mich einige Abweichungen zur literarischen Vorlage. So z.B. dass man seine Freundin aus der ersten Staffel, die eigentlich seine Frau würde, sang- und klanglos abgesägt. Aber auch, dass Jack Ryan für einen Analysten verdammt viele Actionparts hat.
Darüber könnte man hinwegsehen. Was mich mehr gestört hat, waren einige Unglaubwürdigkeiten im Drehbuch. Das nimmt im Verlauf der Staffel zu und gipfelt in einem Totalausfall (von der Glaubwürdigkeit) im Finale.

Wer damit leben kann, den erwartet eine schnell getaktete Action-Serie mit tollen Production Values und vielen guten Darstellern. Für weitere Staffeln würde ich allerdings auf etwas mehr Realismus hoffen.

7/10


Devs - Mini-Serie (FX / Hulu)

Das neueste Projekt von Alex Garland (Ex Machina, Annihilation) ist wieder großartiger SciFi-Grusel bis -Horror. Das Serienformat ist perfekt, um sich laaaaaaaaangsam immer tiefer in ein komplexes Szenario fallen zu lassen.
Ich liebte den beunruhigenden Soundtrack und die futuristischen Kulissen der Techfirma, ebenso wie die schauspielerischen Leistungen und natürlich die Story, deren Enthüllungen perfekt dosiert sind, um die Spannung stetig zu steigern.
Erfreulicherweise ist es eine abgeschlossene Serie.
Meine Höchstwertung ist komplett persönlich - ich denke es gibt sicher jede Menge Leute, die mit dem Thema nichts anfangen können und die Serie zu langsam fänden, oder eventuell auch ein Problem mit dem Ende bzw. der Auflösung haben.

10/10

Re: Season-Reviews 2015/2016/2017/2018/2019

Verfasst: Fr 12. Jun 2020, 20:51
von LittleQ
Manhunt: Deadly Games -- Staffel 2

Lange darauf gewartet, bis ich endlich Season 2 sehen konnte und es hat sich auch gelohnt, auch wenn es komisch war Cameron Britton wieder zu sehen. Aus zwei Gründen
1. spielt er in einer anderen Serie einen Serienmörder und zwar so gut ,dass ich immer Edmund Kemper in ihm sehe und
2. weil der Typ tatsächlich jünger ist als ich. Wie tf kann das möglich sein? :D

Jedenfalls. Ich fand Season 2 auch relativ spannend. Schade find ich nur, dass die Identität immer enthüllt wird. Ist jetzt nicht so als kannte ich die Geschichte und schon in Season 1 hätte ich mir gewünscht, dass man vllt ein bisschen länger damit wartet.
Ähnlich wie bei Season 1 hat die Staffel 2 auch einen echt bombenstarken Anfang, der bis zur Mitte hält. Am Ende schwächelt die Story dann auch ein bisschen, auch wenn ich nicht sagen kann, dass sie "schlecht" wäre.

Hat sich aber gelohnt drauf zu warten. Ich fands gut.

7.5/10

Re: Season-Reviews 2015 -- 2020

Verfasst: Sa 13. Jun 2020, 20:29
von redlock
Seite 1 bis hier aktuell

Re: Season-Reviews 2015/2016/2017/2018/2019

Verfasst: So 14. Jun 2020, 19:56
von Sentinel2003
AlphaOrange hat geschrieben: Di 9. Jun 2020, 00:23 Into The Night (Netflix)

Wow, just wow! Ich kann mich nicht erinnern, mal eine Serie gesehen zu haben, die ein derartiges Tempo vorgibt und auch direkt mal pausenlos durch die ganze Staffel taktet. "Into The Night" ist ein Thrill Ride, dem nicht nur jegliches Fett weggetrimmt wurde, sondern zur Sicherheit auch noch die Haut abgezogen. Sechs Folgen lang vergehen eigentlich keine zwei Minuten am Stück ohne dass irgendwas dramatisch eskaliert.
Wie macht die Serie das? Ganz einfach: sie bedient ein B-Movie-Klischee nach dem anderen, befüllt es mit einem stereotypen Cast und scheißt auf absolut jede Glaubwürdigkeit. Schon das Setup ist völlig absurd. Das Sonnenlicht beginnt plötzlich, alle Menschen zu töten. Selbst im Dunkeln! Daher müssen unsere Protagonisten im Flugzeug pausenlos gen Westen fliegen in ewiger Nacht. Was dann noch an Wendungen, Zwischenfällen und Enthüllungen dazu kommt ist gerade in der Dichte vollkommen lächerlich.
Weiß gar nicht wie ich das bewerten soll. Die Serie ist inhaltlich Unfug, handwerklich extrem billig (ein und derselbe Stock Footage "Flugzeug über Stadt" bestimmt viermal an völlig unterschiedlichen Orten eingesetzt) und hat einen immensen Suchtfaktor.

Also mir hat es gefallen.... O:-) ...und, diese 6 fast nie 40 minuten langen Folgen sind weg im nu... ;)


@Sarge: zu "Jack Ryan" Staffel 2: genau DAS hat mich fast schon wütend gemacht, dass Abbie Cornish als seine zukünftige Frau es einfach nicht mehr gab!! Ich wollte schon voller Wut fast mit der Serie aufhören!

Eigentlich gibt es nur 2 Erklärungen für mich: Sie ist selbst ausgestiegen oder die Produzenten wollten Sie einfach eben aus unerfindlichen Gründen, nicht mehr dabei haben :relieved: !

Und, ich mag Noomi Rapace sehr gerne, abder, ich bin ja auch erst bei Folge 1, habe aber noch immer große Probme, mich an Sie zu gewöhnen und, dass eben Abbie Cornish nicht mehr dabei ist!

Re: Season-Reviews 2015/2016/2017/2018/2019

Verfasst: So 14. Jun 2020, 21:18
von Sarge
Sentinel2003 hat geschrieben: So 14. Jun 2020, 19:56 @Sarge: zu "Jack Ryan" Staffel 2: genau DAS hat mich fast schon wütend gemacht, dass Abbie Cornish als seine zukünftige Frau es einfach nicht mehr gab!! Ich wollte schon voller Wut fast mit der Serie aufhören!

Eigentlich gibt es nur 2 Erklärungen für mich: Sie ist selbst ausgestiegen oder die Produzenten wollten Sie einfach eben aus unerfindlichen Gründen, nicht mehr dabei haben :relieved: !

Und, ich mag Noomi Rapace sehr gerne, abder, ich bin ja auch erst bei Folge 1, habe aber noch immer große Probme, mich an Sie zu gewöhnen und, dass eben Abbie Cornish nicht mehr dabei ist!
Ja, in der ersten Folge kam ich erst auch nicht damit klar, dass Jack Ryan seine große Liebe betrügt. Aber nachdem die einfach verschwunden war, konnte man ihm dann scheinbar doch nichts vorwerfen. >:)
Habe dazu nur diesen Artikel gefunden, wo es dem Autor ähnlich wie uns ging: https://www.thewrap.com/what-happened-t ... -season-2/

Zu Noomi Rapace's Figur Harriet Baumann fallen mir auch gleich ein paar Sachen ein: Sie ist deutsche BND-Agentin und Ex-KSK-Kämpferin - zumindest Stand 2018 gabs da noch keine einzige Frau?
Und wenn man Originalsprache guckt ist ihr Deutsch eher schwer verständlich. Aber das man so einige Augen zudrückt, wenns um Deutsch geht, kennt man ja u.a. von Homeland oder Fringe.

Re: Season-Reviews 2015/2016/2017/2018/2019

Verfasst: Mo 15. Jun 2020, 00:21
von Theologe
Sarge hat geschrieben: So 14. Jun 2020, 21:18
Sentinel2003 hat geschrieben: So 14. Jun 2020, 19:56 @Sarge: zu "Jack Ryan" Staffel 2: genau DAS hat mich fast schon wütend gemacht, dass Abbie Cornish als seine zukünftige Frau es einfach nicht mehr gab!! Ich wollte schon voller Wut fast mit der Serie aufhören!

Eigentlich gibt es nur 2 Erklärungen für mich: Sie ist selbst ausgestiegen oder die Produzenten wollten Sie einfach eben aus unerfindlichen Gründen, nicht mehr dabei haben :relieved: !

Und, ich mag Noomi Rapace sehr gerne, abder, ich bin ja auch erst bei Folge 1, habe aber noch immer große Probme, mich an Sie zu gewöhnen und, dass eben Abbie Cornish nicht mehr dabei ist!
Ja, in der ersten Folge kam ich erst auch nicht damit klar, dass Jack Ryan seine große Liebe betrügt. Aber nachdem die einfach verschwunden war, konnte man ihm dann scheinbar doch nichts vorwerfen. >:)
Habe dazu nur diesen Artikel gefunden, wo es dem Autor ähnlich wie uns ging: https://www.thewrap.com/what-happened-t ... -season-2/

Zu Noomi Rapace's Figur Harriet Baumann fallen mir auch gleich ein paar Sachen ein: Sie ist deutsche BND-Agentin und Ex-KSK-Kämpferin - zumindest Stand 2018 gabs da noch keine einzige Frau?
Und wenn man Originalsprache guckt ist ihr Deutsch eher schwer verständlich. Aber das man so einige Augen zudrückt, wenns um Deutsch geht, kennt man ja u.a. von Homeland oder Fringe.
Ob es beim KSK Frauen gab, juckt mich nicht. Es gibt auch keine Interpol-Agenten und die nutzt Hollywood wahrscheinlich seit der Gründung 1923. Das mit der Sprache fällt uns natürlich immer bei Deutschen auf. Das ist blöd, aber wenn Skandinavier Russen spielen, beschwer ich mich ja auch nicht, obwohl das wahrscheinlich auch mies klingt.

Was ich nie so richtig verstehe ist, dass es bei der riesigen Auswahl an Schauspielern nicht möglich zu sein scheint, Muttersprachler zu engagieren, wenn es für die Rolle von Nutzen wäre. Dann nimm halt Antje Traue, statt Noomi Rapace.

Re: Season-Reviews 2015 -- 2020

Verfasst: Mo 15. Jun 2020, 13:46
von Sentinel2003
DAS ist schon mal echt krass, das auch dieser Autor total verwundert war, dass die Figur "Cathy" so einfach mal nicht mehr auftaucht und Jack nun wiederr Single ist!!

Ich kann es einfach, nach wie vor nicht nachvollziehen!!

Diese Begründung, dass "Cathy", da "Jack" fast nur im Ausland ist, die besorgte Ehefrau zu spielen hätte, die sich nur um ihn sorgt, ist ja beinahe schon affig....ja, das ist natürlich des Autor*s Vermtung, warum Abbie Cornish aussortiert wurde!!

Aber, DANN ist ja die Frage, wieso Sie dann in der ersten Staffel NUR eine Ärztin spielen durfte...die aber auch nicht wußte, ob Sie nun mit "jack" zusammen sein möchte oder eben nicht...


Auch bei dieser Serie könnte man echt denken, Frauen sind nur klägliches Anhängsel :relieved: :grimacing: ....und, dass ausgrechnet wieder mal Noomi Rapace zu Stelle ist.... :relieved:


Und, wenn ich dazu noch sehe, was laut der imdb Abbie Cornish für Projekte momentan macht, scheint Sie nicht gerade sehr viel zu Arbeiten....man, was hätte Sie so wunderbar weiter in die Serie gepasst!

Re: Season-Reviews 2015/2016/2017/2018/2019

Verfasst: Di 16. Jun 2020, 22:43
von str1keteam
Derek Staffel 1 (Channel 4)
Nachdem ich After Life Staffel 2 beendet und den extrem fremdschämigen The Office UK Nachklapp "David Brent: Life on the Road" nachgeholt hatte, wollte ich Ricky Gervais' vorletzter Serie noch eine Chance geben, die ich bei der ursprünglichen Ausstrahlung nie über das erste Special gesehen hatte. Diesen (Monate vor dem Rest der ersten Staffel ausgetrahlten) Piloten fand ich zwar schon damals nicht schlecht, aber ich hatte Probleme mit der Rolle des Derek, weil es stellenweise so schien, als ob Gervais nicht wusste, dass der Charakter geistig zurückgeblieben und nicht nur skurril wirkt. Das Gefühl hatte ich bei der Zweitsichtung schon in diesem Vorpiloten nicht mehr und spätestens die erste Folge der eigentlichen Serie hätte jeden Verdacht, dass Gervais über anstatt mit Derek lacht, sofort beiseite gewischt. Meine Fehlinterpretation lag wahrscheinlich nur daran, dass im Special nicht herauskommt, dass Derek kein echter Pfleger ist und das er die Leiterin des Altenpflegeheims nur platonisch liebt.

Das man hier viele weitere bekannte Gesichter aus After Life und anderen Gervais-Serien wiedertrifft, trägt ebenfalls dazu bei, dass der zweite Anlauf schneller gezündet hat. Bis auf wenige Ausnahmen, in denen zu manipulativ auf die Tränendrüse gedrückt wird, ist Gervais auch mit diesem außerhalb der Insel etwas untergegangenem Vorgänger von After Life schon eine großartige Tragikomödie gelungen, die die Balance zwischen Laugh out Loud-Comedy (fast alles mit dem sexbesessenen Vollasi Kevin), großem Herz und ehrlicher Melancholie bewunderswert meistert. 8,5/10

After Life Staffel 2 (Netflix)
Für sich betrachtet ähnlich stark wie Staffel 1, aber da diese wie eine Miniserie aufgebaut war und mit einem befriedigenden Ende glänzen konnte, schleicht sich manchmal der Eindruck eines nicht unbedingt nötigen "More of the Same"-Sequels ein. Letztlich ist es aber nur ehrlich, dass der Hauptcharakter nicht durch ein Fingerschnippen von seiner Trauer und den Selbstmordgedanken befreit wird und Tony hat sich in genug Punkten weiterentwickelt, dass es ungerecht wäre, diese zweite Runde als ein reines Wiederkäuen der Greatest Hits abzukanzeln. Da zudem die Nebencharaktere weiter ausgearbeitet worden, bietet die Serienwelt genug Stoff, um sich auch auf die bereits bestellte erste dritte Staffel einer Ricky Gervais Serie zu freuen. 8/10


Theologe hat geschrieben: Mo 15. Jun 2020, 00:21 Was ich nie so richtig verstehe ist, dass es bei der riesigen Auswahl an Schauspielern nicht möglich zu sein scheint, Muttersprachler zu engagieren, wenn es für die Rolle von Nutzen wäre. Dann nimm halt Antje Traue, statt Noomi Rapace.
Ist den Studios der Aufwand wahrscheinlich einfach nicht wert. Die meisten US-Zuschauer können einen radebrechenden Eurobabbel Akzent genau so wenig von einem deutschen Akzent unterscheiden wie wir einen japanischen von einem koreanischen und bei den deutschsprachigen Zuschauern gehen sie davon aus, dass der Großteil auf die Synchro zurückgreift.

Ich hab übrigens auch das Gefühl, dass selbst deutsche Muttersprachler in US-Produktionen oft dazu angetrieben werden, den Akzent klischeehaft zu übertreiben. Klar, kartoffelige Eigenarten werden immer wieder durchkommen, aber es kann mir doch keiner erzählen, dass der Akzent selbst bei bi-lingual aufgewachsenen jüngeren Schauspielern immer noch so dick wie bei Werner Herzog ausgeprägt ist.
Da auch die paar Amis, die ein bisschen Schuldeutsch können und denken, dass sie die Sprache beherrschen (aber keinen weichen ch-Laut oder Umlaut unfallfrei rausbekommen) und die Christoph Waltz' und Flula Borgs dieser Welt in Talkshows das klassische Nazibellen vorführen, wenn sie deutsche Wörter vorstellen, dürfte sich an dieser selbsterfüllenden Prophezeiung so schnell auch nichts ändern. Nebeneffekt ist, dass es kaum ein Deutscher/Ösi aus der Nazi/ausländischer Bösewicht-Falle in Hollywood schafft.

Re: Season-Reviews 2015/2016/2017/2018/2019

Verfasst: Mi 17. Jun 2020, 11:32
von Theologe
str1keteam hat geschrieben: Di 16. Jun 2020, 22:43Nebeneffekt ist, dass es kaum ein Deutscher/Ösi aus der Nazi/ausländischer Bösewicht-Falle in Hollywood schafft.
So gar keine Bösewicht-Rolle lässt sich für die meisten Ausländer, die keine Angelsachsen sind, kaum vermeiden. Ich finde es aber schon beachtlich, wie Daniel Brühl sich schlägt. Der war zwar bei Marvel auch der Böse, aber es gab auch einige coole Filmrollen und The Alienist für ihn. Der ist allerdings ohnehin ein Sprachtalent und mehrsprachig aufgewachsen, so dass er in Salvador (Puig Antich) auch schon einen spanischen Muttersprachler gespielt.

Little Fires Everywhere [Hulu]
Kerry Washington und Reese Witherspoon spielen hier zwei ungleiche Mütter, deren Schicksale sich überschneiden, während beide versuchen ihrer Mutterrolle und ihrem persönlichen Glück gerecht zu werden. Sicherlich ist die Rollenverteilung von der benachteiltigen Schwarzen und der priviligierten Weißen hier und da etwas klischeehaft wirkt, veruscht die Serie auch nicht eine Message mit dem Holzhammer durch zu prügeln. Unterm Strich ist das eine Geschichte, die so ähnlich ablaufen könnte und am Ende geht es hier auch weniger um die Hautfarbe als einfach um zwei Frauen, deren Leben nicht so gelaufen ist, wie sie es sicht gewünscht hätten, aber die eine hat ihren Weg gefunden und die andere hat sich eine Fassade erschaffen.
8/10

Re: Season-Reviews 2015/2016/2017/2018/2019

Verfasst: Mi 17. Jun 2020, 17:55
von Sarge
str1keteam hat geschrieben: Di 16. Jun 2020, 22:43 Ich hab übrigens auch das Gefühl, dass selbst deutsche Muttersprachler in US-Produktionen oft dazu angetrieben werden, den Akzent klischeehaft zu übertreiben.
Mit Sicherheit. Im Endeffekt trifft das wohl viele Schauspieler - ich denke da an Schwarze oder Latinos, die Ghetto-Slang oder schweren Akzent rausholen müssen.
Dagegen habe ich auch nix, wenn es zum Charakter passt. Aber wenn eine deutsche Figur recht unverständliches Idiom quatscht, dann kann ich Theologe nur zustimmen, dass man das gleich beim Casting beachten hätte können. Vor allem wenn das Drehbuch dann deutsche Konversationen zwischen Noomi Rapace und dem Muttersprachler Tom Wlaschiha vorsieht.


Hollywood - Mini-Serie (Netflix)

Vorneweg möchte ich gleich mal klarstellen, dass ich die Ryan Murphy Serie Hollywood wirklich unterhaltsam fand.
Im Vorfeld hatte ich in einer Kritik gelesen, dass es "oversexed" wäre. Das kann ich nach der Sichtung nachvollziehen. Ich fand es auch zu viel Sex und ganz ehrlich verstehe ich auch das FSK 12 nicht so ganz. Es geht ja ausführlich um Prostitution und sexuelle Übergriffe. Das soll jetzt nicht prüde klingen, aber nach dem x-ten "Now suck my cock" hat man's verstanden.

Die Mini-Serie hat zwei große Probleme: Erstens sind die Themen m.E. zu überwältigend für den kleinen Raum. Ungleichheit und Diskriminierung wegen Geschlecht, Rasse und/oder sexueller Orientierung. Quasi #metoo^3 in den 1940ern. Und das bei fast allen Figuren ist etwas viel für sieben Episoden und die vielen Haupt- und Nebenfiguren.
Zweitens handelt es sich um eine utopische Parallelwelt,
versteckter Inhalt:
wo sich schlussendlich alle Probleme zu einem Larger-than-Life Happy-End (komplette Episode 7) auflösen. Nach dem Motto: Wenn nur ein paar gute Menschen zusammenhalten, dann muss sich die Gesellschaft auch ändern. Auch wenn ich es mit einem Augenzwinkern sehe, wirkt die Serie damit doch auf sehr einfache Weise zu Ende gebracht. Darunter leidet natürlich auch die Charakterentwicklung.
Technisch gibts hier nichts zu bemängeln. Die Production Values stimmen, die Schauspieler sind überzeugend und die Story ist unterhaltsam. Trotzdem bin ich aufgrund der genannten Mängel der Meinung, hier wäre weniger mehr gewesen und gebe

6/10.

Re: Season-Reviews 2015/2016/2017/2018/2019

Verfasst: Do 18. Jun 2020, 19:28
von AlphaOrange
Haus des Geldes, Teil 4 (Netflix)
Hmm.. ach Netflix..
Ja, die Show begeistert weiterhin durch eine grandiose Machart. Einige Action Pieces sind absolut atemberaubend, die Spannung wird hoch gehalten, vor allem die letzten Folgen der Staffel sind nochmal Hochgenuss.
Trotzdem, gleiche Probleme wie Teil 3: man klammert sich echt übel an die Vergangenheit. Berlins Hochzeit in Rückblenden? Ein erneut jämmerlicher Arturo, der eine Mitgeisel sexuell belästigt? Ángel, der die ganze Staffel im Zelt herumsteht und nix zu melden hat? Was sind das für bescheuerte Plots für Figuren, die in der Staffel nix, aber auch gar nix mehr zu suchen haben?! Zumal nach Berlin-Kopie Palermo und Moskau-Kopie Bogota nun einige wirklich interessante neue Figuren auf den Plan treten. Marseille und Manila gefallen mir sehr und die letzten Folgen schienen nochmal neue Figuren anzuteasern, die einen guten ersten Eindruck machen. Das machte mir Hoffnungen für einen komplett neues Team in Teil 5 und 6, doch oh weh...
versteckter Inhalt:
Ernsthaft, der Bankraub wird über zwei weitere Staffeln ausgerollt? Das heißt, weiterhin das alte Team. Palermo darf wieder durchdrehen und alle in Gefahr bringen, Tokio vielleicht wieder eine Revolution anzetteln, Denver und Stockholm ihre Beziehung gerade rücken. Gähn. Kein Wunder, dass sich die Staffel über im Hauptplot mal so rein gar nichts getan hat und man sie mit einem Home Invasion Plot strecken musste, dem dann auch noch die sympathischste Figur, auch weil die einzige mit einem sauberen moralischen Kompass, zum Opfer fiel. Puh... das lässt nix gutes erwarten.
Warum schlägt der Professor plötzlich wieder ganz in der Nähe der Tatorts sein HQ auf? Wieso wird Lissabon in die Bank gebracht? Wieso setzt man ausgerechnet Gandia und Palermo zusammen? Warum schert es niemanden so wirklich, dass das Team mit Kriegswaffen hantiert und einen Panzer samt Besatzung mit Raketen beschossen hat? Da sind verdammt viele Plotholes drin.
Achja, ich liebe Tamayo! Wie man permanent Angst haben muss, dass ihm jeden Moment der Kopf explodiert, ist göttlich!
6.5 / 10

Re: Season-Reviews 2015 -- 2020

Verfasst: Sa 20. Jun 2020, 11:23
von LittleQ
The Sinner - Season 3 (Netflix)

Dass die Staffel von Kritikern so hoch gelobt wird, kann ich nicht ganz nachvollziehen. The Sinner ist seit Staffel 1 eine Serie, die ich ganz gut finde. Über 8 Folgen eine gut erzählte Geschichte, bisschen düster und mit einem guten Ende. Staffel 3 hat das aber nicht in dem Umfang zu bieten, wie ich das gewohnt bin. Die Schauspieler sind ausnahmslos gut (Bill Pullman ist eh der Burner :D), aber mir war die Staffel einfach zu depressiv, der Hauptcharakter (Jamie) unsympathisch und die Auflösung beinhaltet dann irgendwie kein wirklich düsteres Geheimnis.
Über kurze Zeit ist die Story zwar ganz gut (Folge 3, 4, 5), aber am Ende stellt sich heraus, dass es in der Staffel einfach um 2 gelangweilte Typen geht, die eins an der Klatsche haben. :') (keine Angst, kein Spoiler).

Würde die Staffel aber nicht als schlecht bezeichnen. Ist wohl einfach eher Geschmackssache.

6/10

Re: Season-Reviews 2015 -- 2020

Verfasst: So 28. Jun 2020, 11:12
von redlock
Almost Paradise -- Staffel 1 (WGN)

Eine weitere aktuelle Krimiserie (10 Folgen, jeweils knapp 43 Minuten) die in einer exotischen/tropischen Umgebung spielt. Nachdem es Dean Devlin in Serbien wohl zu kalt geworden war :grin: , spielt dies hier auf Cebu, einer Insel der Philippinen. Und ja, viele einheimische Darsteller wurden gecastet.
Das Ganze ist im Stil einer Krimiserie der 1980ziger/1990ziger. Da kommen dann schon mal nostalgische Gefühle auf. Wer sagt, das Ganze sei ziemlich trashig -- tja, da kann ich nicht widersprechen. Mich hat's jedoch recht gut unterhalten (Ich bin selbst leicht schockiert).


Für S1: 6/10


Roswell, New Mexico -- Staffel 2 (The CW)

Ich hab die Staffel in zwei Schüben gesehen. Erst fünf, dann, nach einer etwas längeren Pause, die restlichen acht Episoden.
Die Staffel gefiel mir einen Tick besser als S1. Der Grund ist einfach. Die Nerv Figur Noah war weg. Wie auch damals in ''Roswell'' nervt und stört ein Eheman für Isobel nur. (Immer noch da und nervend das potentielle Krebsgeschwür in Cowles Gesicht. Frau, lass es weg machen)
Die Mischung aus sci-fi Drama und Beziehungsdrama mit einer (kleinen) Portion Hiebe auf die Politik der Trump Administration funktioniert recht gut.
Auch hier unterm Strich nichts weltbewegendes, aber immerhin unterhaltsam. Bei einer S3 wäre ich wohl wieder dabei.


Für S2: 7/10


Space Force -- Staffel 1 (Netflix)

Jemand schrieb neulich, dass die Serie was ''retortenhaftes'' hat. Dem muss ich zustimmen. Sie bietet für jeden etwas: Militärklamotte/-satire, Familiendrama, Teenagerdrama, Seitenhiebe auf die Trump Administration, eine Art ''Buddy Comedy'' zwischen zwei weißen Männern (OMG, geht so was im heutigen Kulturkampfklima überhaupt noch? Naja, einer der beiden ist schwul. Also nochmal Glück gehabt). Aber alles hält sich in Grenzen. Man versucht nicht all zuviel anzuecken. Wohl ein Zeichen der Zeit.
Die Serie/Staffel ist somit nichts weltbewegendes oder schwerverdauliches. Aber insgesamt war's durchgehend unterhaltsam, eine Folge fand ich so gar wirklich witzig (#102, die mit dem Chimpansen). Die zehn Episoden liesen sich gut bingen.
Ärgerlich ist der Cliffhanger am Ende von #110. Außerdem wird in der Staffel ein Rätsel (oder Geheimnis) nicht gelöst (um die Ehefrau). Da kann man nur auf S2 hoffen, bei der ich sicherlich wieder dabei wäre.


Für S1: 7/10

Re: Season-Reviews 2015 -- 2020

Verfasst: So 28. Jun 2020, 16:16
von AlphaOrange
Upload (Amazon Prime)
Meiner Meinung nach ziemlich unterbewertet. Denn die Serie schafft es ziemlich gut, zum einen eine gag-geladene Parodie auf Zukunftsvisionen, Soziale Medien und digitale Technologien zu bieten, auf der anderen Seite aber auch ohne große Mühe, seine Figuren aufzubauen. Der Humor von Upload ist wunderbar erfrischend. Sicher speziell, sicher nicht jedermanns Ding, dafür wird aber auch gewaltige Abwechslung geboten ohne völlig ins Alberne abzudriften. Dann wiederum ist Upload die Geschichte über drei verlorene Seelen. Gerade Ingrid, sehr früh platt als das dumme Blondchen etabliert, wurde durch sehr wenige Szenen für mich zu einem der faszinierendsten Charaktere hier.
Robbie Amell mochte ich als Schauspieler noch nie, das ist ein Wermutstropfen. Ebenso taugt der Mysteryplot nicht viel, wird zum Glück dann auch angenehm im Hintergrund gehalten.
8.5 / 10

Re: Season-Reviews 2015 -- 2020

Verfasst: So 28. Jun 2020, 16:18
von Wolfsgesicht
So klein ist die Welt, ich finde Upload überbewertet. :D

Re: Season-Reviews 2015 -- 2020

Verfasst: Mi 1. Jul 2020, 20:46
von Theologe
Godfather of Harlem [Epix]
Forest Whitaker spielt den Gangster Bumpy Johnson in dieser klassischen Gangsterserie, die leider zu konventionell daher kommt. Ich erwarte da gar keine Sopranos oder Boardwalk Empire, aber im Jahr 2019/2020 darf es dann doch etwas mehr sein als nur ein routiniertes abfrühstücken von Genrekonventionen. Der Soundtrack ist da das einzig herausragende.
Die Serie unterhält durchaus und ich werde mir auch die zweite Staffel ansehen. Aber ein Genre Highlight ist es nicht.
7/10

Ballers: S4
Die Serie unterhält immer gut, aber sie war dann doch nie mehr als ein Entourage-Abklatsch. Russell Brand ging mir als Gaststar ziemlich auf die Eier, aber das war wohl beabsichtigt. Die Storyline um den TV-Sender und den Zuschlag fürs College hat mir aber gut gefallen.
7/10

Re: Season-Reviews 2015 -- 2020

Verfasst: Sa 4. Jul 2020, 18:47
von AlphaOrange
Dark - Staffel 3 (Netflix)
Dark war in Staffel 1 schon kompliziert mit seinen drei Zeitebenen (mit Teasern auf zwei weitere). Dark war in Staffel 2 noch viel komplizierter mit seinen fünf (?) Zeitebenen und Teaser auf einen Parallelwelt. Wieviele Ebenen haben wir nun in Staffel 3? Zeitebenen, Parallelwelten, oszillierende Zeitschleifen, ... Normalerweise wenn ich ein Serienende nicht kapiere denke ich ja, die Autoren hätten sich das halt zurechtgepfuscht. Im Fall von Dark bin ich überzeugt, dass da jedes Puzzleteil sitzt, aber man muss es dreimal gucken, um es auch nur ansatzweise zu verstehen. Das gefällt mir. Eine Serie, die die Zuschauer nicht wie kleine Kinder behandelt, sondern maximal fordert, mitzudenken.
Die Handlung ist wieder wunderbar verworren, versponnen, nicht-linear und enthüllt ein ums andere Mal Puzzleteile des Gesamtkunstwerks. Handwerklich ist das wieder perfekt und der Masterplan ist erkennbar. Trotz hohem Niveau für mich aber die schwächste Season.
Mehr denn je hängt Dark im "tell, not show" fest. Die ganzen fehlenden Zusammenhänge lassen sich nicht visuell transportieren, also reden die Figuren darüber. Wieder und wieder und immer wieder. Und viel zu oft gibt es statt "tell" auch erstmal "not tell" sondern vage Andeutungen, ewig lange Schwafeleien über Leben und Tod, Licht und Schatten, Zukunft und Vergangenheit, tik tak tik tak. Dark war schon immer so, aber es wiederholt sich und es nutzt sich ab. Gerade dann, wenn die Masterminds hinter dem Geschehen, die alles wissen, doch wieder nur philosophische Zitate raushauen.
Dazu kommt: Die Wahrscheinlichkeit, dass wir hier ein Serienfinale bekommen, das mit einem alles überstrahlenden Wow-Effekt die ganze Serie nochmal auf ein neues Level hebt, das die Serie mit einem atemberaubenden Knall beendet, war sowieso verschwindend gering. Und so kam es auch. Die vorletzte Folge setzt alles zusammen, zeigt die ganze filigrane Arbeit hinter der Serie und gibt ein gutes Gefühl. Die letzte Folge, naja. Ist ein Abschluss. Vielleicht hätte man gar keinen machen sollen.
versteckter Inhalt:
Das letzte bisschen fehlende Konsequenz wäre wohl gewesen, den Kreislauf tatsächlich auf ewig aufrecht zu erhalten. Zu zeigen, dass diese Geschichte zwar einen Anfang hat, aber eben kein Ende. Stattdessen dieser sehr konstruierte Sprung von Jonas und Martha (warum springt nicht Claudia einfach selbst? Gibt keinen Grund, warum die beiden das machen müssen), garniert mit esoterischem Gedöns im Zeitstrom und dem getragenen Auflösen zu völlig random Zeitpunkten unserer Figuren in Feestaub. Das passte für mich alles nicht so recht zur Serie.
Alles, was man bemängeln kann, hin oder her: Dark ist eine absolute Ausnahmeserie und zeigt, dass wir auch in Deutschland riesiges Potential haben, Großes zu schaffen, wenn man unseren Autoren vertraut statt alles glattzubügeln. Jantje Friese/Baran bo Odar werde ich auf jeden Fall im Auge behalten.
8.5 / 10