US-Fernsehen (inklusive Season- und Pilot-Reviews), britisches Fernsehen etc.
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von AlphaOrange
#1553022
Hier ist ein kleiner Ausschnitt aus der völlig abstrusen Turbolift-Szene:
https://twitter.com/trekcore/status/1101980502980993024
(oder einfach bei Netflix mal ab 32:20 gucken)

Doch, ehrlich, so sieht laut Discovery der Turboliftschacht aus! Und das da oben ist nur ein winziger Ausschnitt, es lohnt sich echt, die volle Szene anzusehen, einfach nur um zu staunen. Remember: die Discovery verfügt gerade mal über 15 Decks (völlig wahnwitzigerweise auch in derselben Szene problemlos am Turbolist-Display zu erkennen). Und hat nun einen Turboliftsystem, in das das ganze Schiff selbst problemlos hereinpassen würde. Genau genommen könnte man dort wohl eine ganze Flotte parken, denn die Discovery ist nun nicht das größte Schiff, was die Episode irrwitzigerweise direkt darauf zeigt, wenn die Discovery in ein anderes Schiff hineingeparkt wird.
Mir ist echt absolut schleierhaft, was man sich dabei gedacht hat. Etwas anderes als "Scheiß drauf, soll halt geil aussehen!" kann's ja kaum gewesen sein.
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von LittleQ
#1553030
Ich frage mich bei sowas halt immer, wie Drehbuchautoren oder Produzenten sowas sehen? Ich meine, ich bin jetzt kein hochbezahlter Schreiberling oder sowas, aber ich würde mir doch irgendwie wünschen eine Serie zu basteln, die mit den Figuren kreativ umgeht und denen was zu tun gibt.

Schreibt man wirklich am Drehbuch und denkt sich: "Hey...Der Pilzmann braucht mal wieder zwei Dialoge" und ein anderer sagt: "Ja...die Reno auch. Die war jetzt zwei Folgen nicht mehr dabei. Stellt die mal jemand bitte an die Konsole!" ???

Ich erwarte ja nicht von jeder neuen Serie, dass sie zum neuen Game of Thrones wird, aber hat man denn nicht den Anspruch an Figuren zu schreiben, über die die Leute sagen: Das war einer der genialsten Figuren in Star Trek.

Ich hab gestern versucht mir den Erfolg von TNG mit einer ähnlichen Figurenentwicklung wie in DISCO vorzustellen. On top: Wir erzählen die Geschichte aus der Sicht von Wesley dem Wunderknaben.

Data - ein Android, dessen Namen bis zur dritten Staffel kaum ein Schwein gekannt hätte. Picard ein seniler alter Mann, dessen Befehle dauernd in Frage gestellt und gar nicht erst ausgeführt werden. Riker, der zu einer Comic-Figur degradiert wird oder LaForge, der ständig auf der Krankenstation herumhängt, um Pilzkulturen beim Wachsen zuzusehen...

Der Name Brent Spiner wäre so heute aber keinem ein Begriff?!
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von AlphaOrange
#1553034
Du hast Worf, den klingonischen Schlächter vergessen, der allen Crewmitgliedern stets die Überlegenheit der klingonischen Rasse unter die Nase reibt.

Es würde mich tatsächlich interessieren, wie da so der Schreibprozess abläuft. Ich fürchte ja, du bist da schon sehr nah dran mir deiner Vermutung.
Fakt ist, dass Disco sehr viele ausführende Produzenten und sehr viele Autoren hat - ich zähle jeweils ein Dutzend für diese Staffel. Außerdem auffällig, dass viele Drehbücher von mehreren Autoren geschrieben wurden.
Das spricht für mich nach einem sehr .. industriellen Schreibprozess. Ein dutzend Leute legt fest, was alles vorkommen soll: hier ein bisschen Burn, dort Michaels Captainsreise, Georgiou braucht einen Zusammenbruch, Tig Notaro hat Mal wieder Zeit, bitte einbauen (ich las, sie spielt aus Freundschaft zu Kurtzman manchmal mit, daher wohl auch so seltsam unregelmäßig) und Adira soll bitte eine Szene haben, sonst vergisst man, dass sie da ist. Wenn Plot zu voll, bitte einfach wie immer Stamets kürzen!
Dann geht das als Auftragsarbeit an mehrere Autoren und die teilen sich die Schreibarbeit dann auch nochmal auf. Heraus kommen Bücher, die total gezwungen wirken und gegeneinander total inkonsistent.
von Amtranik
#1553062
Ich mag Disco eigentlich wenn da nicht immer ....

Mir gefiel das Staffelfinale nicht (dafür mochte ich das Mirror Universe). Ich finde ja wirklich das Ms. Imperator gefehlt hat.
Ich finde halt die "Burn" Auflösung einfach doof. Und warum rennen jetzt eigentlich alle wieder zur Föderation wenn diese doch den "Burn" (das kelpianische Schiff war ja ein Födi Schiffchen) verursacht hat? Oder lässt man das unter den Teppich fallen? Und die Föderation schlachtet jetzt exklusiv den Dilitum Planeten aus? Auf welcher Grundlage eigentlich? Ist der überhaupt im Föderationsraum? Aber ich bin ja auch kein Freund der Föderation, ich fand das Konzept dahinter schon immer merkwürdig und zu sehr Erdzentriert. Klar hat was mit Produktionskosten zu tun.

Das Föderations HQ ist ja im Grunde sowie ein schlechter Witz. Warum stehen denn da die Föderationsschiffe rum? Können die nicht verteidigen? Von einem Föderationspräsidenten oder einem Föderationsrat hat man nie was gesehen. Oder ist die Föderation jetzt eine reine Militärdiktatur? Ich hab mir vor kurzem mit meinem Neffen Titan AE angeschaut, genau so wie dort die Erdflüchtigsschiffe dargestellt wurden, genau so fühlt sich das Föd HQ für mich an. Ein besserer Schiffsfriedhof der leidlich am Laufen gehalten wird.

Vulkan (Ni irgendwas) schickt eine Flotte, dafür reicht das Dilitium wohl noch? Die Flotte muss ja ständig einsatzbereit gewesen sein, so schnell wie die da waren. Aber auf der Erde konnte man nicht mal Kontakt mit den Kolonien im eigenen Sonnensystem halten .... Was da wohl der Mars als Schiffsfabrik der Föderation macht? Marsrepublik :-) -> MCRN Tachi übernehmen Sie!


Die Vulkan/Romulaner wissen natürlich auch wo das ominöse und geheime FED HQ ist, Michael hats ihrer Mama erzählt. Aber welcher Rang niedere Offizier würde nicht die Position des geheimen Hauptquartiers ausplaudern ... Von den Schiffen gab es mal wieder nur einen Fleck in der Ferne zu sehen, könnte aber vom Design ein Rückgriff auf ENT Designs sein.

Über den Turbolift brauchen wir wohl gar nicht reden. Gut das die Schiffe niemals ohne Energie dastehen .... , man stelle sich vor wie die Kapseln wie Geschosse durch den Innenraum fliegen. Das ist genauso dumm wie die Gondeln ohne Verbindung zum Schiff oder die föderale Designphilosophie die Brücke schön sichtbar wie das Bullseye beim Dart auf die Untertassensektion zu pflanzen anstatt sie soweit wie möglich ins geschützte Innere des Schiffes zu verlegen. Aber vielleicht hat man da mit dem Bildschirm keine so schöne Aussicht ....

Aber so richtig Lachen musste ich beim "Reset" des Computersystems. Da konnte man eindeutig sehen das ST-Computer dampfgetrieben sind. Dampfwölkchen aus jeden Öffnung ... aber das ist immerhin in bester ST-Tradition.

Trotz allem gefällt mir Disco wohl besser als vielen anderen, ich bin gespannt was die vierte (wahrscheinlich finale?) Staffel bringt. Vielleicht haben wir ja Glück und Grudge (die Katze!) frisst Michael und die B Charaktere übernehmen das Schiff. Ein Captain Owosekun würde mir wahrscheinlich mehr Spaß machen.
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von LittleQ
#1553844
Ich wollte jetzt keinen extra Thread aufmachen.

Hab mir mal gedacht, vllt würde hier auch mal ein Star Trek Thread reichen, in dem man alles zusammenfasst.

Mit meiner Freundin schaue ich zur Zeit nochmal "Lower Decks" auf Amazon an und ich muss gestehen, dass ich das Ganze ein bisschen mehr mag als damals.
Die Serie wäre mir zwar lieber, wenn sie nicht ganz so überdreht wäre, aber ich mag dieses Lower Decks Feeling sehr.

Es gab ja schon in TNG diese tolle Folge, in der es um die Nachwuchsoffiziere ging und ich hab damals schon gedacht, dass es eigentlich ne coole Idee ist mal so dieses Abseitsgeschehen zu beleuchten.

In fact wäre es sogar ziemlich cool, wenn man vllt Staffeln hätte, die in VOY oder auf der Enterprise spielen, in der bestimmte Episoden übernommen und aus Sicht der unteren Crewmitglieder erzählt werden.

:)
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von AlphaOrange
#1553847
Mir ist Lower Decks auch eine kleine Spur zu überdreht und ich finde Tendi und Rutherford ein bisschen schwach ausgearbeitet. Zumal beide hauptsächlich über Begeisterung (Tendi für alles, Rutherford für Technik) angelegt sind.
Im Großen und Ganzen aber trotzdem sehr unterhaltsam.

Was gerade im Vergleich zu Disco ganz erstaunlich ist: Ich hab hier bereits nach wenigen Folgen das Gefühl, die Bridge Crew viel besser zu kennen als bei Disco nach drei Staffeln: Freeman, Ransom, Shaxs, T'Ana - ja, die sind natürlich alle eher Klischees nach bekannten Vorbildern (Ransom = Riker, Shaxs = Worf, T'Ana = McCoy), aber gerade deshalb und da man sie ausreichend auftreten lässt, funktionieren sie einfach. Entsprechend fand ich die Ereignisse im Staffelfinale tragischer als es den Abgang von Airiam.
Den im Vergleich könnte ich zu Owo und Detmer weiterhin sehr wenig und über Rhys, Bryce, Nilsson und wer da noch so auf der Brücke herumgeistert gar nichts sagen, was das eigentlich für Leute sind.
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von Theologe
#1554032
Ich habe mir die Disco Staffel in kleinen Häppchen angesehen und es ist immer wieder lustig, anschließend Alphas Kommentare zu den Episoden zu lesen. In den meisten Teilen stimme ich da auch zu, wobei ich grundsätzlich andere Schwerpunkte zu legen scheine.

Zur Staffel:
Der Auftakt war wirklich vielversprechend. Erst ohne Discovery, dann (fast) ohne Michael, das hat beides gut funktioniert. Danach ist die Serie leider sehr schnell in alte Gefilde abgerutscht, auch wenn man zumindest versucht mal mehr mal weniger subtil, den Kanon gerade zu rücken. Wobei ich nie ein Kanonfetischist war. Mir sollen in erster Linie die Folgen gefallen.
Das klappt bei Disco solala, ich fühle mich meistens gut unterhalten, ab und zu sind auch ein paar wirklich coole Sachen dabei, aber nicht wirklich etwas, das mich umhauen würde.
Meine Frau ist fanatischer TNG-Anhänger, ich hab ihr dann DS9 nähergebracht, was sie auch mochte. Mit Picard war sie kritisch aber ganz zufrieden, bei Disco ist sie nach den ersten Folgen ausgestiegen und auch wenn ich glaube, dass sie es nicht furchtbar finden würde, sehe ich auch keinen Ansatzpunkt, ihr die Serie irgendwie schmackhaft zu machen.
Ich selbst hätte auch kein Interesse das nochmal zu schauen. Auf einen zweiten Durchgang ENT hätte ich auch keine Lust, aber da gibt es zumindest Folgen, auf die ich mich dann nochmal freuen würde.

Was ich bei Star Trek (oder eigentlich allen Serien) nicht mag sind alternative Realitäten, die einfach mal Abwechslung reinbringen sollen.
Ich brauche keine Beowulf Holodeck Episode und vor allem brauchte ich nie das Mirror Universum. Die Doppelfolge war zwar halbwegs unterhaltsam und man wurde so wenigstens einen der vielen überflüssigen Charaktere los, aber ich gucke Discovery um die Geschichte der Discovery zu sehen. Wenn die eine Serie über Imperatoren machen wollen, können sie das gerne, gucke ich vielleicht sogar, aber ich brauche keinen Film in der Serie.

Enterprise hatte schon keine starke Crew, aber mit Archer, T'Pol und Trip zumindest 3 feste Größen. Ich habe auch kein Problem damit, wenn man Disco zur Michael Show macht, die ist zumindest als Charakter konsistent, die Konsequenzen passen nur nicht zu ihrem Verhalten.
Aber Tilly ist nur aus einem einzigen Grund 1. Offizier geworden und das obwohl sie den popligsten Rang hat, die anderen Figuren haben gar kein Profil. Tilly war halt einfach die Figur mit dem drittbesten Profil, auch wenn das alles andere als commandotauglich ist. Niedriger Rang, keine Erfahrung, offene Selbstzweifel, null Autorität. Das war einfach lächerlich.

Ihre 15 Minuten im Captain's Chair waren dann sogar beeindruckend, da hat sie sich ganz gut behauptet, dummerweise wurde das Schiff dann auch gleich geentert und die Feinde haben sich fleißig über sie lustig gemacht, was nach 1 Folge ohne Georgiou wohl unbedingt nötig war.

Ich hoffe, dass Star Trek: Strange New Worlds das besser hinbekommt. Pike war bisher das beste an Discovery.
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