US-Fernsehen (inklusive Season- und Pilot-Reviews), britisches Fernsehen etc.
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von LittleQ
#1539118
Mir gefallen die short treks dieses ja sehr viel besser. Bisher sehr zu empfehlen :)
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von Theologe
#1545347
AlphaOrange hat geschrieben: Fr 15. Mai 2020, 17:32 Das Spinoff um Pike, Spock und Number One ist (in der Besetzung aus Disco) bestellt worden :D :D

Hype! Habe nix aus dem Picard-Debakel gelernt :grin:
Pike war das beste seitdem Star Trek wieder belebt wurde. Ich freue mich.
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von LittleQ
#1546288
Ich lass mich morgens gerne mit einer Random-Playlist wecken. Gestern kam mal das DS9 Intro wieder und seitdem hab ich wieder so bock auf Star Trek.
Auch wenn ich das heutige Star Trek eigentlich ganz gerne mag, so vermisse ich das 90er Jahre Trek doch sehr. :D Wäre aber wirklich Zeit, dass die DISCO Party wieder beginnt :D

Das find ich übrigens gut :)

https://www.youtube.com/watch?v=h8MkYdtU61Y
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von LittleQ
#1550506
Morgen geht's auf Netflix weiter...endlich...hab schon echt lange drauf gewartet :D
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von Theologe
#1550510
LittleQ hat geschrieben: Do 15. Okt 2020, 15:04 Morgen geht's auf Netflix weiter...endlich...hab schon echt lange drauf gewartet :D
Ich bin gespannt, wie man den zweiten Soft Reboot umsetzen wird. Mit dem Zeitsprung kann man sich jetzt wenigstens von den Altlasten befreien.
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von AlphaOrange
#1550603
3x01 - That Hope Is You, Part I

Ich muss sagen, ich bin positiv überrascht, das hat mir echt gefallen.
Es zahlt sich aus, dass der Fokus hier ausschließlich auf Burnham und Book liegt, um den Charakter und die neue Umgebung kennenzulernen. Und tatsächlich habe ich das Schiff und die restliche Crew einfach mal gar nicht vermisst - was jetzt natürlich nicht zwingend für die bisherige Serie spricht.
Dafür, dass wir mal eben 900 Jahre in die Zukunft springen sieht alles ziemlich bekannt aus. Aber das liegt eher daran, dass selbst die früheren DISCO-Staffeln schon mit Holotechnik und sonstigem SciFi-Schnickschnack aufwarteten und man für weitere Steigerungen ins arg fremdartige gehen müsste (siehe das topographische Steuerpult - eigentlich totaler Schwachsinn).
Mal wieder die Gretchenfrage: Ist das Star Trek? Puuh.. hätte man in jeder anderen SciFi-Serie genauso erzählen können. Ist es nicht Star Trek oder bricht es mit dem bestehenden Universum? Nein, sicherlich nicht. Daher kein Störempfinden. Bin auch ganz froh, dass man hier kein völlig dystopisches Universum zeigt, eine von bösen Außerirdischen überrannte Galaxis oder eine völlig mysteriös wie ausgestorben wirkende Welt. Die Erklärung "och ja, irgendwann ging das Dilithium halt boom und aus die Maus" ist angenehm zurückhaltend und gleichzeitig in ihren Konsequenzen total plausibel.
Optisch .. da bin voreingenommen. Ich liebe Island. Ich war auf den Moosfeldern, durch die Burnham und Book wandern, an dem Strand, an dem sie den Wurm von der Leine lassen, ich bin hinter dem Wasserfall entlang gegangen, hinter dem die beiden kämpfen (wasserfeste Kleidung anziehen!). Wunderschön.
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von LittleQ
#1550611
Ich fands auch gut, auch wenn mir Burnham als Hauptfigur zunehmens unsympathischer wird, desto besser sie alleine alles meistert, was ihr so passiert. :D
Dennoch hat das alles ganz cool ausgesehen und auch die Story fand ich ziemlich nice. Ein Star Trek ohne Föderation wirkt zwar auf den ersten Blick befremdlich, aber gabs ja zumindest auch schon auf ENT. Bin mal gespannt, ob und wie man das Feeling "30. Jahrhundert" rüberbirngt, oder ob das Stargate SG1 mäßig am Ende alles gleich aussieht. Zeitreisen sind natürlich immer ein bisschen schwierig, weil es viele Fragen offen hält, aber damit will ich mich jetzt nicht quälen. Generell hoffe ich, dass die Staffel nicht mehr so Burnham lastig wird, wie die Letzte. Ich hatte ja immer auf einen starken Cast, ähnlich wie bei Game of Thrones, gehofft, der die Serie gemeinsam trägt. Hoffe ich immer noch drauf!

Ob mir diese ganze Dilithium Story gefallen wird? Mal schauen. Auch wenn ich mir für mein zukünftiges Leben ja geschworen habe aus der Tech-Head-Blase auszusteigen, so will mein jüngeres Ich doch eine genaue Erklärung wieso, weshalb, warum. Zumindest hat man ja schon ganz süß den Slipstream als Alternative gestrichen, was ich jetzt auch in Ordnung fand. Wird mich aber später dennoch tiefergehend interessieren und hoffe, dass das nichts hanebüchenes wird, falls man darauf eingeht.

War dennoch stark. Jetzt nur hoffen, dass Season 3 ein bisschen der Tradition folgt endlich "besser" zu werden :D
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von AlphaOrange
#1550617
LittleQ hat geschrieben: So 18. Okt 2020, 10:26 Ich fands auch gut, auch wenn mir Burnham als Hauptfigur zunehmens unsympathischer wird, desto besser sie alleine alles meistert, was ihr so passiert. :D
Für gewöhnlich sehr ich das genauso.
Aber da sie hier allein unterwegs war und alles allein meistern musste, fiel das erstaunlich wenig ins Gewicht.

Was den Burn angeht, hoffe ich auf keine weiteren Erklärungen. Das wird wenn nur peinlich und gipfelt dann sicher in einem "Antikes Raumschiff rettet The Universe".
Bitte lasst die Discovery das sein, was sie ist: ein völlig veraltetes Vehikel, dessen Crew keinen Schimmer von der Welt hat, in der sie sich bewegt.
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von AlphaOrange
#1550863
3x02 - Far From Home *

Zwei Dinge, die an der Episode leider typischen Discovery-Störfaktoren sind: Michael und Georgiou. Fangen mir Michael an: Die ist zwar nur ein paar Sekunden zu sehen, aber selbst da darf sie die Retterin des ganzen Schiffs spielen als sie Deus-Ex-artig von Himmel hinabsteigt und die Discovery mit sich zieht (per Traktorstrahl). Ich verstehe diese Obsession mit den gottgleichen Auftritten dieser Figur einfach nicht. Das war doch die optimale Folge, um zu zeigen, dass die Crew es auch ohne Super-Specialist Burnham drauf hat. Dann Georgiou: Warum hat die eigentlich nochmal einen offiziellen Sternenflottenrang und gehört zur Führungsmannschaft? Zumal sie wirklich einfach nur am Rumbitchen ist und von allen gehasst wird. Trotzdem wird sie als Commander akzeptiert. Furchtbar.
Der Rest hat mir ziemlich gut gefallen. Von der Kampfsequenz abgesehen deutlich ruhigere Folge als die davor, dafür mit viel von dem, was STD in den ersten beiden Jahren massiv fehlte: viele Interaktionen und viele bekannte Gesichter. Bei der Bruchlandung eine schön eingefangene Szene mit der ganzen Brückencrew in Aktion (und davon ausgehend ein noch schwer einzuschätzendes Mystery um Detmer), später Jett Ren, Nielsen und Nhan (offenbar jetzt im Main Cast - seltsame Wahl). Reno wieder großartig, beste Figur an Bord. Mir hat die Mischung aus Lockerheit und Dramatik an Bord gefallen - so fühlt sich das nach Star Trek an.
Hoffe nur, es wird jetzt mit der bereits seit einem Jahr anwesenden Burnham nicht zu Michaelsplaining The Universe ...

EDIT: "Part II" entfernt nachdem ich feststellte, dass Part II das Staffelfinale ist
Zuletzt geändert von AlphaOrange am Sa 2. Jan 2021, 17:31, insgesamt 1-mal geändert.
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von AlphaOrange
#1551266
3x03 - People of Earth

Leider viel in alte Muster zurückgefallen. Die große Michael-Burnham-Show. Selbst die Inthronisierung von Saru als neuer Captain gerät zum großen Akt der Barmherzigkeit durch die große Michael Burnham. Zumal Saru im weiteren Verlauf als ziemliche Pfeife auf dem Posten dargestellt wird. Der Erstkontakt mit der Erde läuft genauso wie der mit Wen ziemlich unglücklich, seine Brückencrew gehorcht im nicht richtig, er muss sich vor allen von Georgiou belehren lassen und wir am Ende schließlich von - na klar - Michael düpiert, die wieder einmal den Tag rettet.
Der Plot im Ganzen war sehr dünn und brüchig. Da gibt es einen Unfall auf Titan, die offenbar gute Beziehungen zur Erde unterhielten und statt dort um Hilfe zu bitten versuchen sie die Erde auszurauben in albernen Alien-Kostümierungen, die dort niemand durchschaut?! Was ein Schwachsinn. Die Erde bunkert sich indessen mit ihren Dilithium-Vorräten ein, obwohl sie gar keine Schiffe mehr baut, für die sie die brauchen. Das Sol-System hat sich leider als mächtig enttäuschendes Setting herausgestellt.
Auch wieder gut zu sehen, warum der so weite Zeitsprung schier unlösbare Aufgaben mit sich bringt. 900 Jahre in der Zukunft sieht die Erde quasi unverändert aus, es steht sogar noch das Gebäude der Starfleet Academy. Das Personal trägt fast die gleichen Uniformen wie die Discovery-Crew, trägt ähnliche Handfeuerwaffen, man feuert mit den gleichen Torpedos und hat in mehreren hundert Jahren keine nutzbare Alternative zum Dilithium-Antrieb gefunden obwohl davon in der Trek-Historie wohl mehrere Dutzend gezeigt wurden (plus den Spore Drive). Nichts davon wirkt irgendwie nach Zukunft, vom planetumspannenden Schutzschirm mal abgesehen.
Positiv, dass man weiterhin viel von der ganzen Crew zeigt und viel mehr ruhige Dialogmomente hat als in der vorherigen Staffeln.
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von AlphaOrange
#1551466
3x04 - Forget Me Not

Man könnte jetzt hier wieder ewig lang an vielen einzelnen Stellen herumkritteln - dass unbedingt Michael mit Adira mitkommt, dass sie mal eben drei Leute umlegt, der völlig überhobene Mythos der "Föderation" oder dass die Symbionten am Ende kurzerhand zum Allgemeingut erhoben werden. Aber viel wichtiger finde ich mal anzuerkennen, dass das hier eine Episode ist wie sie in der ersten und auch in der zweiten Staffel völlig undenkbar gewesen wäre. Eine, die sich Luft zum Atmen nimmt, die die Crew als organisches Gebilde begreift (umso stärker wirkt die Imperatrix als Fremdkörper) und ihre Figuren als Menschen mit Schwächen (außer Michael natürlich): Stamets fürchtet um seine Schlüsselrolle auf dem Schiff, Saru an seinen Führungsqualitäten und Detmer hat keinen Alien-Mindcontrol-Quark, sondern schlicht und ergreifend zutiefst menschliches PTSD. Wenn sich nun vielleicht alle noch ein bisschen seltener in geradezu manischer Bescheidenheit ihre eigene Unzulänglichkeit und gegenseitige Großartigkeit bescheinigen würden, ist das ein wirklich schönes Mannschaftsgefüge (minus Georgiou).
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von AlphaOrange
#1551738
3x05 - Die Trying

So sehr ich die Figur der Georgiou weiterhin für völlig deplatziert halte: packe Michelle Yeoh und David Cronenberg (!) in einen Raum und es brennt die Luft! Allerlei Unlogik hin oder her (Georgiou blinzelt 900 Jahre fortgeschrittene Hologramme kaputt, Kovich jagt Terraner, erzählt aber gleichzeitig, dass das Spiegeluniversum vor 500 Jahren endgültig unerreichbar wurde), hier treffen nicht nur zwei tolle Schauspieler aufeinander, sondern Georgiou bekommt es auch mit jemandem zu tun, der ihr ebenbürtig ist und den sie nicht mühelos um den Finger wickeln kann wie all die Starfleet-Waschlappen. Und so ganz heil scheint sie aus der Nummer ja auch nicht herausgekommen zu sein.
Insgesamt fand ich die Episode eigentlich ganz gut. Das Föderations-HQ entpuppt sich weder in einem aufgesetzten Twist als das neue Böse der Galaxis noch als neue himmlische Heimat. Man wird skeptisch aufgenommen und das ist auch völlig verständlich. Admiral Vance war mir da ziemlich sympathisch. Ein bisschen seltsam finde ich auch, wie die doch fast vollständig menschliche Besatzung angesichts des Erreichens des HQ völlig ausrastet und Heimat, Heimat skandiert, sich um die Erde vorgergangene Woche aber niemand so richtig geschert hat.
Natürlich weicht das mit der Skepsis gegenüber Discovery schnell auf, aber die Crew muss ja auch irgendwie zusammen und aktiv bleiben. Ist ein bisschen als würde die Bundeswehr ein Wikingerboot mit seiner Wikingercrew in Dienst stellen. Naja.
Weiterhin überwiegt der Eindruck, dass die Serie stilistisch einen noch stärkeren Schnitt bekommen hat als beim Wechsel von S1 zu S2. Missionen der Woche, ein sehr deutliches In-die-Mitte-Rückens der gesamten Crew, ruhige Charakterszenen, ein viel viel subtileres Ausspielen des roten Fadens. Das fühlt sich einfach deutlich mehr nach Star Trek an.
Was jedoch wieder einmal gar nicht: erneut zeigt man demonstrativ, dass Saru der Captain ist, nur um ihn anschließend aus der Handlung zu nehmen und Michael das Kommando über das ganze Schiff zu übergeben.
Warum Rachael Ancheril für S3 in den Main Cast aufgenommen wurde ist mir ein gewaltiges Rätsel. Hat sie doch bislang fast nichts zu tun gehabt und macht diese Folge einen Abgang. Und da David Ajala ja auch Maincast ist: wo war Book eigentlich? Schwebt der nicht weiter in seinem getarnten Schmugglerschiff im Hangar rum? Müsste das nicht jemand von Starfleet merken?!
von Amtranik
#1551858
Mir gefällt es weiterhin gut.

Georgiou ist für mich ein HighLight. Mal ihre ganze Vorgeschichte außen vor ist es sie die Tacheles redet, ich finde das sehr erfrischend. Oft hängt man bei StarTrek vor dem TV und denkt sich so Naiv oder Dumm kann man doch gar nicht sein.
Bei dem Charakter kann ich wenigstens verstehen wie sie es in die Spitzenposition des Terranischen Imperiums geschafft hat. "Böse" Charaktere sind selten intelligent, vor allem bei StarTrek. Abwechslung tut da gut.
Book ist doch gar nicht mehr auf der Disco oder? Mal schauen ob der noch zurück kommt. Das D. Nhan weg ist finde ich schade.

Ansonsten. Ich habe letzte Woche ne Folge Disco und ne Folge Mandalorian gesehen. Da ist es mir mal wieder ins Auge gesprungen was ich am "neuen" Star Trek so scheiße finde. Man sieht keine markanten Raumschiffe, oder besser gesagt man sieht nur Teile, aus schlechten Winkeln mit schlechtem Licht und irgendwelchen Linseneffekten. Das nervt mich.

Wie sehen Sie denn jetzt aus die Paar Schiffe aus dem Fed HQ? Keine Ahnung. Wie sieht nochmal das Shuttle aus PICARD aus? Keine Ahnung. Wie sehen denn die Föderationsschiffe aus PICARD aus? Keine Ahnung.

Wie sieht das Schiff vom Mandalorian aus? Das weiß ich weil ich es wunderbar in den Folgen sehen kann.


Und weil es mir gerade so schön einfällt. Interessant ist es wie ähnlich sich die Ideen von Autoren sind.
Das ganze Problem mit dem StarTrek (Dilizium) hat man in PerryRhodan (Hyperkristalle, Howalgonium) schon vor 17 Jahren durchgekaut.

Da hieß es Hyperimpedanz-Erhöhung um die Technik etwas auszubremsen.
Die guten Kristalle die für den Hyperraumflug und FTL Kommunikation notwendig waren haben da ihren Geist aufgegeben. Ich meine mich zu Erinnern das auch viele Schiffe gestrandet sind und einige das zeitliche gesegnet haben. Nur noch die früher eher minderwertigen Kristalle mit geringerer Leistung die auch schnell durchgebrannt sind haben noch funktioniert. Langstreckenkommunikation wurde auf wenige Lichtjahre begrenzt. Reichweite und Geschwindigkeit von Raumschiffen wurden extrem herunter gesetzt.
https://www.perrypedia.de/wiki/Hyperimp ... %C3%B6hung

Klingt durchaus vertraut.
Zuletzt geändert von Amtranik am Mi 18. Nov 2020, 15:11, insgesamt 1-mal geändert.
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von AlphaOrange
#1551859
Amtranik hat geschrieben: Mi 18. Nov 2020, 14:40Wie sehen denn die Föderationsschiffe aus PICARD aus? Keine Ahnung.
Na, da gibt es doch die fast schon legendäre Copy%Paste-Flotte aus dem Staffelfinale:
https://www.google.com/imgres?imgurl=ht ... egUIARCkAQ
https://www.google.com/imgres?imgurl=ht ... egUIARCsAQ
Mehr will man davon gar nicht sehen.

EDIT: und hier noch der fanmade fix: https://www.youtube.com/watch?v=ED-YjeKywZc

Amtranik hat geschrieben: Mi 18. Nov 2020, 14:40Wie sieht das Schiff vom Mandalorian aus? Das weiß ich weil ich es wunderbar in den Folgen sehen kann.
Die Disco siehst du auch in jeder Folge. Ne Schönheit ist das aber zugegebenermaßen auch nicht.
Und bei den 1000 Jahre fortgeschrittenen Schiffen ist es vielleicht ebenfalls besser, dass man die nicht zeigt.
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von LittleQ
#1551901
Bisher gefällt mir die Season ganz gut. Ist schon eine deutliche Steigerung zu den ersten Folgen der letzten Staffel. Georgiou mag ich auch ganz gerne, auch wenn ich das Gefühl habe, dass die Season schon wieder an der Problematik krankt, dass keine Hauptfigur ihrer eigenen Story nachgeht. Jedes mal wenn jemandem was passiert kommt Burnham und übernimmt den Plot für sich.
Ich frage mich da schon, wieso man diese ganzen tollen Potentiale an Figuren nicht einfach mal nutzt.
Einigen Charas hätte es schon mal ganz gut getan vllt vom Schiff runter zu kommen und eine Zeit lang wo anders zu sein. Aber dann haben die Autoren wohl das Problem, dass Burnham nicht auf drei Schiffen gleichzeitig das Kommenad übernehmen kann. :D

Was mich dann am Ende der sechsten Folge unfassbar gestört hat war, dass Burnham Saru noch ihren Segen für seine Aktion gegeben hat. Saru tat so, als sei das jetzt eine mega Sache. Eigentlich hätte ich gedacht, dass man sie ihres Kommandos enthebt und man daraus etwas größeres bastelt.
Ist ja nicht so, als sei sie als Wissenschaftsoffizier nicht ebenfalls wieder in der Lage einfach so nicht auf Befehle zu hören und sonst was zu machen.

In letzter Konsequenz hätte ich mir da mittlerweile mehr gewünscht. Aber gut...
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von AlphaOrange
#1552076
3x06 - Scavengers
Der Mainplot war ziemlich klassisch, den hätte man so in jeder anderen Star-Trek- oder SciFi-Serie bringen können. Daran ist nichts verkehrt, aber dadurch kommt eben auch eher Schema F heraus.
Drumherum beginnen sich für mich ein paar Probleme zu manifestieren, die dann in der kommenden Folge noch deutlicher werden. Wir sind mittlerweile wieder bei der großen Michael-Burnham-Show angelangt. Michael leitet den Actiontrip der Woche - auch gegen ausdrücklichen Befehl - und der Rest der Crew (minus Georgiou) gammelt die Zeit im Spacedock ab. Gleichzeitig versucht man eigentlich, alle übrigen Figuren stärker nach vorne zu rücken. Dazu gleich mehr.
Indessen gibt es ein optisches Makeover, das die Discovery meiner Meinung nach nicht gerade hübscher werden lässt und irgendwie im totalen Bruch mit "Calypso" steht, auf das man vor ein paar Folgen mit den Veränderungen des Bordcomputers doch eigentlich nett hingearbeitet hatte. Warum eigentlich 1031-A?! Es ist doch dasselbe Schiff, dann bekommt es keine neue Nummer. Das hat die Serie doch selbst eine Folge vorher in Hinblick auf die Voyager-J noch erzählt. Immerhin ein paar Transportergags mit Sidekick-Alien Linus :D

3x07 - Unification III
Und da schließt diese Episode nahtlos an. Michael wurde degradiert und ... bekommt trotzdem die Führung über die Mission der Woche. Weil der Admiral es so will. Mittlerweile wirkt es geradezu unfreiwillig komisch, welche Begründungen dafür immer gefunden werden. All das beschädigt für mich total die Rolle von Saru, zumal der von seinem Wesen her die perfekte Besetzung für eine solche wissenschaftliche Diskussion gewesen wäre. Aber die Serie zeichnet Saru derzeit als den schwächsten Captain aus ganz Star Trek. Einen, der sich permanent von oben herumkommandieren und von unten verarschen lässt, der seine Crew nicht im Griff hat, nichts zum Fortschritt der Geschichte beiträgt und der nun zu allem Überfluss allen Ernstes einen Fähnrich zum 1. Offizier ernennt, weil er schlicht keine anderen Freunde hat (ach nee, Tilly hat sich die Kommandofähigkeiten ja dadurch erworben, dass sie durch ein Wurmloch gereist ist) - gegen die etablierte Rangordnung (da scheint Nilsson die nächste in der Kommandofolge zu sein). Aber was will man von einem Captain vor Specialist Burnhams Gnaden erwarten? Die Kommandostruktur auf diesem Schiff ist ein totales Chaos!
Auch die anderen Figuren leiden unter dieser Burnham-Zentriertheit. Stamets war schon letzte Staffel ziemlich nutzlos, diese hat er gefühlt so viel Screentime und Story wie die Mitglieder der Bridge Crew. Book wurde mittlerweile einfach zu Michaels Loverboy degradiert. Was Culber im Maincast macht ist mir völlig unklar. Der wird ja selbst bei Missionen mit medizinischen Aspekten - zugunsten Michael - außen vor gelassen.
Diese Folge fällt auch wieder total auf, wie messy das 900-Jahre-Thema ist. Nicht nur sieht in dieser Folge einfach mal rein gar nichts so aus als ob 900 Jahre vergangen wären (Bild- und Tonqualität von Hologrammen scheinen mittlerweile auch eher abgenommen zu haben). Es ist auch einfach völlig banane, dass da ein 900 Jahre altes Schiff herumreist und ein wissenschaftliches Rätsel löst, an dem sich die aktuelle Föderation und ihre ehemaligen Mitglieder die Zähne ausgebissen haben und Michael nun Daten eines futuristischen Projekts bekommt und daraus vermutlich sehr fix etwas ableiten kann. Um die Wikingermetapher von weiter fortzusetzen: Die zeitgereisten Wikinger arbeiten jetzt nicht nur für die Bundeswehr, die knacken jetzt auch noch das Rätsel der dunklen Materie und werden anschließend den Nahen Osten befrieden.
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von AlphaOrange
#1552299
3x08 - The Sanctuary
Na, das ging ja diesmal extra schnell bis zum dieswöchigen "warum Michael wieder der Star der Woche sein muss" ^^
Insgesamt hat mir die Folge ziemlich gut gefallen. Die einzelnen Storylines waren interessant und vielfältig und STD fokussiert sich hier wieder stärker darauf, verschiedene Figuren ins Rampenlicht zu rücken, insbesondere Adira und Detmer. Und Book durfte auch endlich wieder mehr sein als nur Michaels Fuckboy.
So sehr ich mich darüber gefreut habe, Detmer endlich mal richtig in Action zu sehen: Wenn das eine Story über PTSD und den langen Weg zurück zur Selbstsicherheit sein soll, dann fehlt mir in der Mitte irgendwie ein Stück. Detmer vertraute ja Culber vor einigen Folgen an, dass sie nicht okay sei. Was dann passierte wurde nie gezeigt. Sie wird ja vermutlich Councelling bekommen haben. Und nun zeigt man sowohl ihre nach wie vor bestehende Unsicherheit als auch, dass mit einem halsbrecherischen Actioneinsatz alle mentalen Fesseln gelöst werden. Das ist dann leider doch etwas dünn.
Thema Adira: da war es nun, das angekündigte nichtbinäre Outing und ich habe lange drüber nachgedacht, ob ich das nun besonders geschickt oder besonders ungeschickt fand (von der groß rausposaunten Ankündigung im Vorfeld abgesehen, die war definitiv unnötig). War es clever, das Thema Non-Binary mit den Trill zu verknüpfen, um es für den Zuschauer zugänglicher zu machen? Oder war es ignorant, den ersten non-binary Charakter ausgerechnet einen Symbiontträger sein zu lassen, als ob es einen solchen Grund bräuchte, sich keinem Geschlecht zuzuordnen?
Bin zum Schluss gekommen: Clever gemacht! Der Trillhintergrund gibt genügend Futter, die Figur und ihre Identitätswahrnehmung zu beleuchten ohne dass es politisch aufgesetzt wirkt. Es wird sowohl angedeutet, dass die Nichtbinarität schon vor der Trillbindung existierte (sie sagt, sie habe sich nie wirklich als Frau gefühlt) und dass die Koexistenz mit den früheren Wirten mit hereinspielt. Sie bezeichnet sich selbst ja nun als "we", was mir irdisch im Zusammenhang mit dem they/them Pronomen noch nicht untergekommen und zumindest ungewöhnlich ist, aber gut zur Trillgeschichte passt. Insofern trotz der angenehmen unaufgeregten Kürze der Szene gut vielschichtig aufgesetzt. Bedauerlich finde ich jedoch, dass Stamets diese Staffel weiterhin auf die Rollen "arroganter Assi" und "Zuhörer für Identitätsfragen" beschränkt bleibt und absolut nichts produktives beiträgt.
Was bleibt noch: Tillys Rolle als 1. Offizier schaut eher nach Sekretärin des Captains aus und die Imperatrix wird weiterhin von blutigen Episoden gequält.
Und natürlich die bei aller getragenen politischen Correctness extrem erstaunliche Szene, in der das Kind den geschuppten Offizier Linus als "Echse!" betitelt und daraufhin von Michael ermuntert wird, ihn doch nochmal beglotzen zu gehen inlusive Anfassen und ein paar Schuppen abknipsen. Wow, das hatte sowas richtig unangenehm rassistisches, als wäre der ein Ausstellungsstück in einem miesen Zoo.
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von AlphaOrange
#1552535
3x09 - Terra Firma, Part 1

So gefällt mir das. Das ist das Spiegeluniversum wie man es aus den anderen Serien kennt. Militaristisch, intrigant, aber trotzdem funktional. Nicht dieser megalomanische Fantasy-Comic-Blödsinn aus der ersten Staffel. Positiv dazu: endlich kann man Georgiou wieder in ihrem Element zeigen, an einem Ort, in den sie hineinpasst und es gelingt tatsächlich, die wenigen humanen Facetten, die sie sich angeeignet hat, hervorzuheben, während es sonst genau umgekehrt ist und wie ein Störfaktor wirkt. Dazu Evil Michael (unvermeidbar), Evil Stamets (beißt nachdem schon im Prime Universe zunehmend nutzlos ausgerechnet auch hier als erster ins Gras), Evil Owosekun, Slave Saru. Das Imperatorin-Kostüm ist zudem sensationell mit Sonnenkranz auf dem Kopf, die Theateraufführung genau die Art, wie man das Paralleluniversum illustrieren kann ohne es direkt komplett lächerlich zu machen.
Soviel des Lobes vorweg bleiben ein paar entscheidende Fragen:
Was soll das eigentlich? Die Episode gibt nicht mal den Ansatz einer Erklärung. Sie führt uns (und die Crew) ohne irgendeine Erklärung bis zur mysteriösen Tür, stößt Georgiou hindurch und erzählt dann nahezu ansatzlos einfach eine Mirror Universe Story.
Braucht es wirklich schon wieder einen Mirror Zweiteiler? So unterhaltsam die Dinger auch sein können - das Spiegeluniversum war schon immer ein Comic Relief Filler mit wenig bis gar keinem Bezug zur eigentlichen Serie und ab ENT meint man, ausgerechnet dafür Mehrteiler aufbringen zu müssen. Ich hoffe, das im Zusammenhang mit Georgiou hier noch was kommt, aber am Ende wird es wohl ein Selbsterfahrungstrip sein, den man nutzt, um anderhalb Folgen lang die Serie in der Serie zu zeigen und die eigentliche Erzählung links liegen zu lassen. Dass man in der nun deutlich episodischer erzählten dritten Staffel, ausgerechnet einer irrelevanten Nebenhandlung diese "Filmlänge" einräumt, hat etwas Beigeschmack.
Für alle, denen Failing Captain Saru in den letzten Folgen (also allen seit seiner Ernennung) noch nicht offensichtlich genug war: wieder scheitert er. Er trifft eine respektable Entscheidung, dann interveniert sein nun Science Officer bei der Admiralität und lässt diese aufheben.
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von AlphaOrange
#1552623
3x10 - Terra Firma, Part 2

Wow, das war ja mal so richtiger Rotz. Mag STD in der ersten Staffel noch so fragwürdigen Unsinn mit dem Kanon und allgemein dem Franchise angestellt haben, das hier ist war eine neue Definition von Bodensatz. Leider kam das nicht einmal überraschend.
Nachdem man sich in Teil 1 schon fragte "Was soll das eigentlich? Wohin soll das führen? Was soll Georgiou dort?" gibt es nun .. naja, keine Antwort. Die Episode mäandert einfach weiter vor sich hin, nur dass sie jetzt einfach nur noch im Gefängnisraum und in Korridoren spielt, überhaupt nicht mehr erzählerisch pfiffigen Aspekte des Spiegeluniversums bedient und gähnend langweilig ist. Georgiou lässt Michael foltern, um sie wieder auf ihre Seite zu ziehen. Dann setzt sie Michael und Detmer als Killerkommando gegen ein Dutzend Crewmitglieder ein. Dann lässt sich Michael auch Detmer killen. Dann gibt es eine riesige Schießerei (inklusive völlig indisponiert ausschauenden Kelpianern, die mit riesigen Phasergewehren rumballern), am Ende sind alle tot und Georgiou killt Michael mit einem Schwert und ist ganz dolle traurig. Moral von der Geschicht: Sie hat ja doch ein weiches Herz bekommen, die arme Philippa. Was ein Bullshit. Einziger roter Faden war die ständige Ankündigung von Lorca, der aber nie kam, weil Jason Isaacs vermutlich keinen Bock hatte.
Getoppt wird es noch von einer unfassbar cringeworthy Trauerfeier, bei der alle erzählen, wie sehr sie die Imperatrix doch geliebt haben. Wer es nicht sehen will, stellt es euch so vor: Die Allierten treffen sich zur Trauerfeier für Hitler "Och, tief drin war er ja doch ein feiner Kerl", "Und dieser Schnäuzer, sowas von putzig!", "Von ihm hab ich gelernt, was es heißt, stolz auf sein Land zu sein!". Kotz.
Vergaß ich die Szene zu erwähnen, in der die restliche Crew ein Problem lösen darf und auch Jett Reto mal wieder aus dem Nichts auftaucht? Das hat schon seinen Grund. Und die Szene, in der Saru aus irgendwelchen überhaupt nicht nachvollziehbaren Gründen darauf besteht, die ziemlich offensichtlich verschollene Georgiou für tot zu erklären?
Somit hat der Zweiteiler die Serie einfach mal überhaupt kein bisschen vorwärts gebracht. Eigentlich war das "Pilot I + II" für die Philippa-Georgiou-Serie. Immerhin dürfte es nicht viel Geld gekostet haben. Bereits das Intro war hochnotpeinlich. Da ändert man das extra für's Spiegeluniversum und das einzige, was denen einfällt ist den Hintergrund auf dunkelblau zu ändern (wtf? Das Spiegeluniversum ist doch in Schwarz und Gold gehalten?!) und die Bilder auf den Kopf zu stellen (wtf? Rangabzeichen mit der Spitze nach unten und die Transporter beamen jetzt kopfber). Enterprise hat damals ein komplett neues Intro mit Konzept produziert und die hatten sicherlich nur einen Bruchteil der Mittel, die STD selbst für diese Bottle Episode hatte.
Positiver Aspekt: Carl entpuppt sich als Wächter der Ewigkeit. Ergibt zwar keinen Sinn, dass die Sphere Data AI ihn fand (Carl erzählt selbst, er sei erst weggezogen während der temporalen Kriege) und ich hätte das Tor lieber unter einer Schneedecke verschleiert als ihm Gestaltwandlerfähigkeiten zu geben (weil.. warum dann überhaupt flüchten?), aber es ist schön zu sehen, dass die Serie sich mittlerweile sehr um ein Einfügen in den Kanon bemüht.
Alles in allem: völlig überflüssiger Zweiteiler, der keine Handlung hat und in seiner emotionalen Story einfach mal gar nicht funktioniert, weil man die Wandlung einer Person behauptet, während sie alle um sich herum umbringt und die bisher nur mit Asi-Sprüchen auftreten durfte und eine Folge vorher gegenüber Culber noch meinte, wenn es ginge würde sie seine Kinder ermorden.
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von AlphaOrange
#1552710
3x11 - Su'Kal

Man beamt also auf eine Art Holodeck. Und damit die Neuankömmlinge in der Simulation nicht auffallen verpasst der Computer den beiden Menschen das Aussehen eines Bajoraners und eines Trills und dem Kelpianer das eines Menschen, noch dazu in einer Simulation, die sich um Kelpianer und die Föderation dreht... das ergibt einfach mal so gar keinen Sinn. Ist nicht sogar Bajor nie der Föderation beigetreten?.Die wollten einfach Doug Jones für die drei Folgen, die er wohl mal etwas mehr zu tun hat ohne Maske haben, damit der das Pensum überhaupt schafft und haben - mal wieder - die dümmstmögliche Erklärung genommen. Es ist schon erstaunlich, wie man das immer wieder schafft.

Apropos dümmstmögliche Erklärung: die Ursache der Burns wird enthüllt.
Der größten Katastrophe, die das Universum je heimgesucht hat. Das große Staffelgeheimnis. Die Ursache für den Zusammenbruch der Föderation. Viel wurde spekuliert, viel befürchtet. Heißt es vielleicht The Burn weil es mit Burnham zu tun hat, wie eigentlich alles in der Serie? War es Control? Steckt die Föderation selbst dahinter? Nun, die Auflösung .. ist mit dümmstmöglich noch ziemlich positiv umschrieben. Mindestens.
Man mag es gar nicht wiedergeben, aber da hier offenbar mehr Leute lesen als schauen: der Burn ist jenes Ereignis, bei dem im gesamten Universum (natürlich!) alles Dilithium kollabiert ist, jeder aktive Warpkern in die Luft geflogen ist, die Ära des Warpflugs auf einen Schlag beendet wurde. Was könnte ein solches massives physikalisches Ereignis ausgelöst haben?!
Ich schweife ab, daher: der verängstigte Schrei eines emotional mit einem Dilithiumplaneten gekoppelten Kelpianerbabys.
Wow.
Dann als Showdown doch lieber wieder Picard's Space Killer Plants vs. Metal Cthulu from the Upside Down. Das war auch dumm, klingt aber cool.

Tilly darf erstmals (!) auf dem Captain's Chair Platz nehmen und macht das ausgesprochen gut. Überlegter und bedachter als Marodeur Michael, durchsetzungsstärker und entscheidungsfreudiger als Lame Duck Saru. Ein Captain, der sein Außenteam zurücklässt, um den Rest des Schiffes und den taktischen Vorteil der Föderation zu retten, auch gegen die Proteste der Crew (Stamets' nah an der Befehlsverweigerung). Mary Wiseman würde ich sofort einen kompetenten Sternenflotten-Captain abnehmen, richtig gut! Dass dieser aber Fähnrich Tilly ist, ist allerdings mal wieder typisch Discovery, denn die ist überhaupt nicht wiederzuerkennen. Okay, am Ende wird das Schiff geentert (fand ich sehr erfreulich, da ich mich bereits ärgerte, warum man nicht einfach ein paar Truppen rüberbeamt). Und es wurde letzte Woche angeteasert, dass eigentlich ja Michael der geborene Captain sei (dasselbe wird diese Folge von Tilly behauptet und zum Staffelauftakt von Saru).

Holoquatsch, Burn-Bullshit und Tilly Ex Machina - und trotzdem eine deutlich bessere Episode als zuvor. Gut, die war nicht zu unterbieten. Aber es fühlte sich schon alles sehr nach Star Trek an, war optisch richtig prächtig umgesetzt, Michael war zur Abwechslung mal nicht dominant, dafür hatten vor allem Saru und Tilly mehr Spotlight (ob Stamets in der Serie noch einmal mehr zu tun haben wird als seine Pfoten in Gel zu stecken und alle drei Folgen Diversity Pep Talks zu geben?). Auch konnte - bislang - weder Magic Michael die Welt retten noch das Museumsschiff Discovery mal wieder einen modernen Kampfkreuzer ausschalten.
Jetzt kommt es auf die finalen zwei Folgen an, was noch draus gemacht wird. Das Thema Burn scheint ja nun irgendwie durch (hätte man auch ganz weglassen können, wäre besser gewesen), also heißt es nun Föderation versus Emerald Chain, was ich für den deutlich potenteren Plot halte.
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von AlphaOrange
#1552863
3x12 - There Is A Tide...

Undankbare Episode für Kritiker. Keine Katastrophe, kein Highlight, keine Twists, aber auch nicht komplett vorhersehbar.
Gelungene Wendung: Ossyra fliegt nicht mit der Discovery ins Headquarter, um alles kurz und klein zu schießen, sondern schlägt einen Waffenstillstand vor. Auf der Discovery wird langsam das Schiff zurückerobert. Das ist nicht überraschend. Daher schreibe ich diesmal über zwei Kleinigkeiten:
Inklusion. Ja, Discovery hat sich das ganz groß auf die Fahne geschrieben. Schwarze Frau in der Mary Sue Rolle, ein schwules Paar, Figuren mit nicht-binärer sexueller Identität, Behinderte. Moooment... Das ist jetzt das zweite Mal in dieser Staffel, dass jemand im Rollstuhl auftaucht und sorry, aber das ergibt einfach mal so dermaßen keinen Sinn! Ich gehe davon aus, dass wir in unserer Realität ein bis zwei Jahrzehnte vor selbstbalancierenden aufrecht gehenden Exoskeletten stehen (und vermutlich auch nicht weiter davon entfernt, diese zumindest grob über ein Hirnschnittstelle steuern zu können) und ihr wollt mir erzählen in über 200 bzw. 1000 Jahren fahren die Gehbehinderten immer noch in einem fucking Rollstuhl herum?! Hatte man nicht in S2 noch erzählt wie Airiam nach ihrem Unfall in einen kompletten Robosuit montiert wurde?! Das ist keine Inklusion, das ist einfach bloß Bullshit.
Nummer 2: Das neue Starfleet-Headquarter ist einfach brutal enttäuschend. Was soll das sein? Das besteht ja irgendwie bloß aus zwei Räumen und einem Dutzend Menschen. Das soll das Zentrum der trotz allem immer noch mächtigen Föderation sein? Wo sind die Leute? Besonders auffällig in dieser Folge, als ja ständig von einem Präsidenten gefaselt wurde, der aber dann nie auftauchte. Erst redet Admiral Vance ständig davon, mit ihm Rücksprache halten zu müssen, dann verhandelt er doch plötzlich selber über den Waffenstillstand. Nichts gegen Vance - den halte ich für ein der kompetentesten Figuren der Serie. Aber hier verkam die Föderation einfach mal wieder zu einem Witz.
Wer noch alles zu einem Witz verkommen ist, dazu beim nächsten Mal mehr, wenn ich die Charaktere unter die Lupe nehme. Spoiler: viele.
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von AlphaOrange
#1553005
3x13 - That Hope Is You, Pt. 2

Nicht wundern, wo Part 1 ist, der war der Staffelauftakt. Ja, bisschen sinnfrei, aber Akte X hat's ja vor ein paar Jahren vorgemacht und noch weiter getrieben.

Im Großen und Ganzen bin ich recht happy mit der Episode. Es wurde geschossen und geredet. Effekte, Action. Nebenfiguren, die zu Helden werden. Ein Roddenberry-Zitat vor den Credits. Über zwei Dinge müssen wir reden. Ich denke, jeder, der es sah weiß, welche ich meine.

Die neuen Uniformen sind endlich da! Ach nee, das ist gar keiner der beiden Punkte. Aber tatsächlich sind die alten total unkanonischen Blau-mit-Gold Anzüge ersetzt durch grau mit TNG Farbcode. Nur in hässlich. Leider.

Nummer 1: Ich dachte mir gerade so "hey, ziemlich gut die Folge" und dann kam der Turbolift. Und dachte mir einfach nur noch minutenlang WTF? Wieso? Was soll das? Wie soll das zu allem passen, was wir über die Discovery wissen? Mit ihren ziemlich mickrigen Außenmaßen mal angefangen. Bigger on the inside? Da sind wir in der falschen Serie. JJTrek's Brewery Engine Room, you found your master!

Nummer 2: Es war natürlich klar. Es war klar spätestens als Georgiou zum Abschied nochmal sagen durfte, dass Michael doch eigentlich in den Captain's Chair gehört. Und dann überlässt Acting Captain Tilly ihr bei der erstbesten Gelegenheit die Brücke, weil sie meint, Michael könne sicher besser kommandieren als sie selbst. Und dann ruft auch noch Saru aus seinem Urlaub an und erzählt "He Admiral, Captain Saru hier. Ich hab kein Bock mehr, Burnham kann das eh viel besser als ich!". Und dann kommt der Admiral .. "He Burnham, Meuterei ist eigentlich doch ganz geil, wenn's gut geht. Spricht für Kommandoqualitäten. Willse Captain?". Joar ...
Es ist so .. argh .. gezwungen. Die ganze Staffel über hört man ständig das Drehbuch knirschen und knacken mit einem leisen "Und am Ende - machen wir Burnham zum Captain, jawohl!" Wenn das doch wenigstens begründbar wäre, aber alles was Burnham die Staffel über macht ist Befehle verweigern und Leute über den Haufen schießen.

Puh.. Michael als Captain. Ich weiß nicht, ob ich mir das noch antun möchte. Aber wenn Disco sich treu bleibt und jede Season den Captain austauscht ...

Kommen wir zurück zu den schönen Momenten. Owo darf auch mal die Heldin spielen, auch wenn die Erklärung mit "kann zehn Minuten Luft anhalten" ziemlicher Quatsch war, weil sie ja gar nicht die Luft angehalten hat. Da haben die Autoren mal wieder irgendwas nicht so recht verstanden.
Saru hat einige schöne Szenen. Was wird mit dem nun in Zukunft? Ist ja für S4 angeblich weiter im Cast. Wieder Erster Offizier? Das wäre ne ziemliche Lachnummer.
Vance wieder super. Also bis auf das Ende, da macht er sich eher lächerlich. Aber davon abgesehen eine echt kompetente Führungsfigur mit Charisma. Eines der Highlights der Staffel.
Grey und Book waren mit ihren jeweiligen Eigenarten eingesetzt, das hat der Staffel nochmal einen einheitlichen Anstrich gegeben.

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Staffel Gesamtfazit: Erste Hälfte recht gut, zweite Hälfte mau mit dem Mirror Universe Zweiteiler als absolutem Serientiefpunkt. Das Ende recht versöhnlich, wenn auch am Ende das Game Over für jeden Burnham-Ablehner.

Ich habe zwei ganz große Probleme mit der Staffel (abgesehen von den vielen kleinen): Das Zusammenstellung des Casts ist weiterhin eine Katastrophe und die Darstellung der Föderation ist vollkommen neben der Spur.

Föderation: Was soll das sein? Warum dümpeln die im Weltraum herum statt auf einem Planeten? Wieso besteht die gefühlt nur aus drei Personen und zwei Räumen auf einer undefinierbaren Raumstation? Dafür, dass sich die ganze Crew so sehr begeistert, endlich in der Föderation angekommen zu sein, bleibt sie so unfassbar fremd, aseptisch, winzig. Vance soll angeblich so viele Welten, so viele Leute koordinieren, aber es bleibt wie vieles in der Serie einfach behauptet. Nicht eine einzige Szene gibt dem Zuschauer mal ein Gefühl von "Wow! Diese Föderation ist echt etwas großartiges!" Nicht ein einziger anderer Captain lässt sich blicken, nicht ein einziges dieser supermodernen Schiffe ist mal wirklich prominent zu sehen. Stattdessen wirkt es eher wie ein paar Schiffbrüchige, die mit einem Haufen Schrott durchs All treiben.
Und warum besteht die Föderation quasi nur aus Menschen, wenn die Erde doch längst ausgetreten ist?!

Crew: Das war schon immer das große Problem der Show. Ein Specialist ohne Rang, ein Fähnrich, ein Pilzforscher, ein Arzt mittlerer Hierarchie, .. Was macht man mit denen, sobald die Story, für die sie aufgesetzt wurden, durch ist? In S3 ist das vor allem bei Stamets wieder schmerzhaft sichtbar. Noch schlimmer macht man's damit, dass mit Book und Adira zwei neue Figuren eingeführt werden, die nur für das Staffelfinale relevant sind. Unterwegs macht man einfach viel, viel zu wenig daraus. Vor allem sind die Hauptfiguren mittlerweile irreparabel beschädigt.
Michael: Verweigert Befehle am laufenden Band, heult jede Episode, hat jetzt aber immerhin einen Dummen gefunden, der sie zum Captain macht.
Tilly: Wird vom Fähnrich zum Ersten Offizier behauptet, darf diese Rolle zunächst nur als Sarus Sekretärin ausüben und tritt dann bei der allerersten Gelegenheit zurück, damit Michael das Kommando übernimmt.
Saru: Das ist eine absolute Schande. Dieser bedachte, kluge Kelpianer, den sich so viele Fans als Captain gewünscht haben, wird die gesamte Staffel demontiert. Seine Befehle werden ignoriert oder vom Admiral zurückgepfiffen, Burnham intrigiert gegen ihn, sozial verpatzt er das Captain's Dinner und seine Wahl Tillys zu seinem Stellvertreter ist völlig daneben. Am Ende verpisst er sich in den Urlaub und verschenkt seinen Kommandoposten. Eh.. wow.
Stamets: Katastrophe. Der Mann hat schlicht überhaupt keine Funktion auf dem Schiff außer ab und an seine Hände in Matsch zu stecken (und selbst das kann nun auch Book). Geht auf keine Außenmission und hat generell nichts zu sagen. Wird dafür nahezu geisteskrank gezeichnet mit seinen Stimmungsschwankungen. Wie man ihn für das Finale entsorgt hat spricht Bände.
Georgiou: Ist ja nun geläutert. Behauptet man. Gezeigt wurde das Gegenteil. Bekam einen Abschieds-Zweiteiler und ist raus.
Nhan: Jaja, die war im Maincast. Kommt erst in Ep. 6 wirklich vor und steigt dort direkt aus. Eine der sinnlosesten Cast-Beförderungen, die ich je sah.
Culber: Der ist okay. Zwischendurch kommt sogar einmal kurz die Chefärztin vor, sodass man nicht das Gefühl hat, die Serie würde ihn nun einfach klammheimlich als solchen präsentieren. Hat aber bis zum Finale auch extrem wenig zu tun.

Und die Nebenrollen: Adira hat an Bord eigentlich nichts zu tun. Book eigentlich auch nicht. Reno taucht nur in Szenen auf, in denen sie eigentlich nicht gebraucht wird und fehlt auffällig in vielen anderen - immerhin ist sie Ranghöchste nach Saru! Detmer hat einen kleinen PTSD-Arc, der ein bisschen im Sande verläuft, aber das war okay. Owo darf am Ende die Heldin spielen.
Die interessantesten neuen Nebenrollen sind mit Vance und Kovich tatsächlich außerhalb der Discovery zu finden.

Ich glaube nicht daran, dass Disco das mit dem schlechten Figurensetup nochmal in den Griff bekommt. Die Staffel hat nicht gezeigt, dass man irgendeinen Schimmer hat, wohin man mit Stamets oder Saru möchte. Dafür war es auch immer viel zu viel Michael, Michael, Michael!
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von LittleQ
#1553010
Ich muss gestehen, dass ich mit der neuen Staffel auch nicht ganz glücklich bin.
Das war es jetzt also...das 29. Jahrhundert! So lange wurde diese Idee schon verfolgt und am Ende stellt sich das Ganze als eine Raumstation heraus, welche im All herumschwebt und nichts zu bieten hat, außer einen meist nicht ganz so gut gelaunten Admiral und ein paar wenige interessante Dialogszenen.
Ich hab das Gefühl, dass aus diesem Setting so gar nichts gemacht wurde. Das hatte null feeling, keine wow Momente und keine Story, für die es sich gelohnt hätte in die Zukunft zu fliegen.
Generell fand ich den Verlauf nicht so schlecht, aber da war echt nicht viel von dem dabei, was mich veranlassen würde die Staffel nochmal zu sehen.

Eine Sache, die ich mit Alpha voll und ganz Teile ist die Abneigung hinsichtlich der völligen Demontage von Saru. Das tat richtig weh.
Ich hab nie verstanden, wieso man das Setting nicht nutzt, um die Figuren ihre eigenen Wege gehen zu lassen. Stattdessen versauern die auf der Ersatzbank.

Ich jedenfalls bin echt nicht very happy über die Entwicklung der Figuren und hoffe wirklich, dass sich in Season 4 noch was ändert, bevor ich möglicherweise ja doch mal abspringe.
Zuletzt geändert von LittleQ am Sa 9. Jan 2021, 19:12, insgesamt 1-mal geändert.
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