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BeitragDi 1. Jan 2019, 17:16 
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THE ORVILLE is a live-action, one-hour, ensemble comedic drama set 400 years in the future that follows the adventures of The Orville, a mid-level exploratory spaceship, as its crew, both human and alien, face the wonders and dangers of outer space, while also dealing with the familiar, often humorous problems of everyday life.

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BeitragDi 1. Jan 2019, 17:51 
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Wollte eigentlich nur kurz etwas zum Staffelauftakt schreiben, aber da es noch keinen Thread gab, musste ich den erst eröffnen. :lol:


Zum Thema:

Als Fan der ersten Staffel hat mir dieser ruhige, charakterzentrierte Auftakt durchaus als Wiedereinstieg nach der lange Pause gefallen. Ich würde es zwar als eine der schwächeren Episoden einordnen, weil ich auf das kommende Liebesdreieck um Ed, Kelly und den Lehrer verzichten könnte (auch wenn der Plot mit dem Drive by-Shuttle den zweitbesten Gag lieferte) und man mehr Humor aus der Rahmenstory um Bortus Ritual hätte ziehen müssen, aber die wachsende Freundschaft zwischen Isaac und dem Doc, das misslungene Date von Alara oder die Einführung von Jason Alexander als Barkeeper haben genug positive Momente geliefert. Zumindest für Zuschauer, die sich damit abgefunden haben, dass The Orville ein stilechter und stellenweise cheesiger Star Trek-TNG Klon ist. Mit allen Vor-und Nachteilen.

Ich kann allerdings beim besten Willen nicht erklären, warum FOX so eine Episode als Staffelauftakt wählt. Wenn eine quotenkriselnde Serie schon in den Genuss eines Football Lead-Ins kommt, dann hätte sich doch wohl eher eine Folge angeboten, die neue Fans mindestens gleichermaßen anspricht. Also entweder eine actionzentrierte Story mit ein paar Weltraumschlachten und Cliffhangerende oder eine comedylastigere Folge mit werbeträchtigen Gaststars.

Wenn The Orville in Staffel 2 jetzt komplett in Richtung Workspace-Dramedy gehen würde, wäre es zumindest eine ehrliche Visitenkarte, aber laut MacFarlane scheint es ja vermehrt Folgen mit Sci-Fi Spektakel zu geben. Gut durch die Einführung der neuen Charaktere gab es ein paar Momente, die verhindern, dass man den jetzigen Staffelauftakt beliebig in der Staffel ausstrahlen könnte, aber das wusste man ja vorher. (Die Folge am kommenden Donnerstag ist das Überbleibsel aus Staffel 1 und war ursprünglich als erste Ausstrahlung dieser neuen Staffel vorgesehen. )


Zitat:
https://eu.usatoday.com/story/life/tv/2 ... 391138002/

People can expect to see a visual expansion, an expanded knowledge about the characters and their relationships and a show that’s been worth the wait. The budget is bigger for Season 2. We obviously have a first-rate visual-effects and costume and makeup team. All the money is on the screen. I think people will be shocked with the level of feature-quality cinematic work they’re going to see.

We’re part of this new, experimental program that creates a different balance between ad time and programming time, so the episodes are about seven or eight minutes longer than last year (which) allows you to let things breathe in a way that streaming shows are able to do. … That’s been a big boon for our storytelling process.”


Normalerweise würde ich jetzt keinen Pfifferling mehr auf eine Staffel 3 setzen, denn ohne neues Zuschauerblut werden die Quoten fast unweigerlich unter das Level von Staffel 1 sinken und da FOX jetzt nicht mehr von den Studioeinnahmen profitiert, müssen sie auch nicht mehr MacFarlanes Ego streicheln, damit er seinen bald auslaufenden Vertrag verlängert.



Eine Trumpfkarte ist allerdings der beträchtliche Steuerkredit für Staffel 3. Der dürfte dazu führen, dass das Studio die Serie entweder zum Schleuderpreis bei Fox anbieten kann oder die Serie direkt zu Disney/Hulu verschiebt.


Zitat:
https://variety.com/2018/tv/news/new-st ... 203085282/

CBS’s new “Star Trek” series, with Patrick Stewart reprising the role of Capt. Jean-Luc Picard, will shoot in California and receive a $15.6 million production tax credit.

The California Film Commission announced Monday that the untitled “Star Trek” series and eight other TV series have been selected for the latest tax credit allocations totaling $90 million under the state’s expanded Film & TV Tax Credit Program 2.0.

Six recurring series already in the tax credit program and picked up for another season of in-state production have also been set for allocations — Fox’s third season of “The Orville” with $15.8 million, CBS’s second season of “Strange Angel” with $10 million, Fox’s ninth season of “American Horror Story” ($8.9 million), and the second seasons of “Mayans MC” ($7.6 million), “Good Trouble” ($6.6 million) and “The Rookie” ($4.5 million).

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BeitragMi 2. Jan 2019, 10:05 
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str1keteam hat geschrieben:
Zitat:
https://eu.usatoday.com/story/life/tv/2 ... 391138002/

[...]

We’re part of this new, experimental program that creates a different balance between ad time and programming time, so the episodes are about seven or eight minutes longer than last year (which) allows you to let things breathe in a way that streaming shows are able to do. … That’s been a big boon for our storytelling process.”

So neu und experimentell klingt das aber nicht. Hat FOX das nicht zuletzt zu Fringe-Zeiten schon gemacht und ist damit auf die Nase geflogen?

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BeitragMi 2. Jan 2019, 10:13 
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AlphaOrange hat geschrieben:
So neu und experimentell klingt das aber nicht. Hat FOX das nicht zuletzt zu Fringe-Zeiten schon gemacht und ist damit auf die Nase geflogen?

Ja, S1 von Fringe und auch S1 von Dollhouse hatten 50-minütige Episoden, aber bei beiden Serien waren die Episoden ab S2 dann wieder normal kurz.


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BeitragMi 2. Jan 2019, 14:02 
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str1keteam hat geschrieben:
Eine Trumpfkarte ist allerdings der beträchtliche Steuerkredit für Staffel 3. Der dürfte dazu führen, dass das Studio die Serie entweder zum Schleuderpreis bei Fox anbieten kann oder die Serie direkt zu Disney/Hulu verschiebt.


Steuergeschenke für eine bestimmte Staffel sind leider keine Garantie dafür, dass die dann auch tatsächlich kommt. Vor ein oder zwei Jahren wurde eine solche Staffel dann doch nicht bestellt -- und verdammt, es fällt mir jetzt partout nicht ein, welche Serie das jetzt war :(


Der Auftakt der Staffel war okay (7/10).


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BeitragMi 2. Jan 2019, 14:48 
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Jep, gab es selbst bei FOX schon mindestens bei Fringe und Dollhouse unter Kevin Reilly, der damit aktuell wieder bei TNT/TBS experimentiert. Wurde bei FOX damals schnell wieder aufgegeben, weil unterm Strich halt weniger hängen blieb als mit normaler Werbebelastung und die Quoten nicht davon profitierten.

Da das Modell bei FOX nach fast 10 Jahren Pause wieder ausgegraben wurde, könnte man es aber dennoch als neu bezeichnen. Experimentell ist es auf jeden Fall noch, da es leider vermutlich genau so schnell wieder beendet wird. :lol:


Wichtig ist ja sowieso nur, ob die Autoren schon beim Schreiben darauf vorbereitet waren und wie sie mit dem veränderten Rhythmus und der zusätzlichen Zeit umgehen. Bei Fringe wirkten die 50 Minuten Folgen damals ja eher so, als hätte man die Folgen nur mit Material aufgebläht, das normal unterm Schneidetisch gelandet wäre.

Nach dem Staffelauftakt könnte ich noch nicht sagen, ob The Orville Staffel 2 bessere Verwendung für die 8 Minuten gefunden hat, weil das eine ungewöhnlich zersprenkelte Episode voller separat ablaufender Miniplots und ohne echten A-Plot war. Zumindest gab es dadurch die Gelegenheit Nebencharakteren einen Plot zu spendieren, die sonst nur kurz durchs Bild gelaufen wären. (Wortwörtlich, denn Alaras Date ist der überfreundliche Alien, der in Staffel 1 fast nur als Running Gag im Aufzug fungieren durfte.)


redlock hat geschrieben:
Steuergeschenke für eine bestimmte Staffel sind leider keine Garantie dafür, dass die dann auch tatsächlich kommt.

Garantie natürlich nicht. Es wurden ja selbst schon Serien abgesetzt, die offiziell verlängert waren (wie Tell Me You Love Me oder Luck auf HBO oder zuletzt People of Earth von TBS), aber zumindest steigt die Wahrscheinlichkeit bei einem so großen Betrag.

Während die lineare Ausstrahlung von The Orville sicher bald nur noch deprimierende Zahlen merklich unter der 1,0 abliefern und für FOX unrentabel wird, gehe ich auch davon aus, dass die Streamingzahlen und die kleine, aber harte weltweite Fangemeinde die Serie durchaus interessant für Disney machen. Star Trek Discovery z.B. würde auf einem Network sicherlich keine besseren Werte holen und ist trotzdem das Kronjuwel von CBS All Access. Zudem braucht sich der Sender FOX zwar nicht mehr um MacFarlane bemühen, aber Disney will ihn sicher nicht an Netflix verlieren. Ginge es nur um die Ausstrahlung auf FOX würde ich The Orville weniger Chancen auf eine dritte Staffel als The Punisher ( :cry: ) einräumen, aber so sehe ich die Wahrscheinlichkeit nach genauerer Betrachtung bei über 50 %.


btw. MacFarlane & Disney.

Dieses Interview von 2011 liest sich heute interessanter als damals:

https://www.hollywoodreporter.com/news/ ... ist-246805

Zitat:
Though he dabbled in theater and then stand-up comedy (an impression of Bill Clinton talking to Scooby Doo was a standout) during his time at Rhode Island School of Design, MacFarlane was there to become an animator. A career at Disney, which had just released Beauty and the Beast, was his dream job. "That's until I found out that it was essentially Theresienstadt," he cracks, referencing the Nazi concentration camp known for what appeard to be a thriving cultural scene. During those college years, he became fixated with a newer series called The Simpsons, which he believed was rewriting all of the rules of the primetime animation genre. (He still watches on occasion.) Among the draws was its less-is-more visual style, which MacFarlane claims is the secret to the genre. "It's the simplicity," he explains, arguing if The Simpsons was animated by Disney, it would be "a hundred times" less funny.


MacFarlane is particularly eager to reboot one of his favorite franchises, Star Trek, for TV. "I don't know who would give me the keys to that car," he jokes, acknowledging that the films have been so profitable for Paramount that he isn't so sure they have a lot of interest in getting back into the TV business. "But I’d love to see that franchise revived for television in the way that it was in the 1990s: very thoughtful, smartly written stories that transcend the science fiction audience.”

Tja, da ihm keiner die Schlüssel zu Star Trek gegeben hat, hat er das Raumschiff letztlich einfach geklaut und umlackiert. Wenn er den Theresienstadt-Vergleich heutzutage in einem Interview bringen würde, könnte er wahrscheinlich fliegen, wenn der Twittermob nur heiß genug darauf anspringt. :lol:

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BeitragMi 2. Jan 2019, 15:25 
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str1keteam hat geschrieben:
Wichtig ist ja sowieso nur, ob die Autoren schon beim Schreiben darauf vorbereitet waren und wie sie mit dem veränderten Rhythmus und der zusätzlichen Zeit umgehen. Bei Fringe wirkten die 50 Minuten Folgen damals ja eher so, als hätte man die Folgen nur mit Material aufgebläht, das normal unterm Schneidetisch gelandet wäre.

Ja, Fringe war in S1 so procedural-lastig, dass die Zusatzzeit nicht wirklich gebraucht wurde. Bei Dollhouse hingegen fand ich den "breathing-room" in S1 sehr angenehm und hätte mir diese längeren Episoden auch für S2 gewünscht gehabt.


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BeitragMi 2. Jan 2019, 17:36 
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little_big_man hat geschrieben:
str1keteam hat geschrieben:
Wichtig ist ja sowieso nur, ob die Autoren schon beim Schreiben darauf vorbereitet waren und wie sie mit dem veränderten Rhythmus und der zusätzlichen Zeit umgehen. Bei Fringe wirkten die 50 Minuten Folgen damals ja eher so, als hätte man die Folgen nur mit Material aufgebläht, das normal unterm Schneidetisch gelandet wäre.

Ja, Fringe war in S1 so procedural-lastig, dass die Zusatzzeit nicht wirklich gebraucht wurde. Bei Dollhouse hingegen fand ich den "breathing-room" in S1 sehr angenehm und hätte mir diese längeren Episoden auch für S2 gewünscht gehabt.

Das Argument kann ich nicht so richtig nachvollziehen. Bei serialisierten Stoffen hast du doch gerade den Luxus, deine Geschichte unabhängig von Episodenlängen erzählen zu können. Brauchst du breathing room, nimm ihn dir einfach und schieb was in die nächste Folge - das findet heutzutage ja eher viel zu viel statt.
Bei Procedurals bist du an den Rahmen gebunden. 8 Minuten weniger heißt dann wirklich 8 Minuten weniger.

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BeitragMi 2. Jan 2019, 23:37 
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AlphaOrange hat geschrieben:
little_big_man hat geschrieben:
str1keteam hat geschrieben:
Wichtig ist ja sowieso nur, ob die Autoren schon beim Schreiben darauf vorbereitet waren und wie sie mit dem veränderten Rhythmus und der zusätzlichen Zeit umgehen. Bei Fringe wirkten die 50 Minuten Folgen damals ja eher so, als hätte man die Folgen nur mit Material aufgebläht, das normal unterm Schneidetisch gelandet wäre.

Ja, Fringe war in S1 so procedural-lastig, dass die Zusatzzeit nicht wirklich gebraucht wurde. Bei Dollhouse hingegen fand ich den "breathing-room" in S1 sehr angenehm und hätte mir diese längeren Episoden auch für S2 gewünscht gehabt.

Das Argument kann ich nicht so richtig nachvollziehen. Bei serialisierten Stoffen hast du doch gerade den Luxus, deine Geschichte unabhängig von Episodenlängen erzählen zu können. Brauchst du breathing room, nimm ihn dir einfach und schieb was in die nächste Folge - das findet heutzutage ja eher viel zu viel statt.
Bei Procedurals bist du an den Rahmen gebunden. 8 Minuten weniger heißt dann wirklich 8 Minuten weniger.

Jein, in einem Procedural folge ich in der Erzählstruktur einem vorgegeben Rhythmus mit den immer gleichen Beats. In einem Serial habe ich meistens auch eine Geschichte, die in einer Episode erzählt werden soll, aber bestimmte Stories lassen sich eben nicht verkürzt erzählen, das geht in einem Procedural immer.
Letztlich kommt es aber darauf an, was man mit der Zeit anfängt. Nutzt man in einem Procedural längere Laufzeiten für die Charakterarbeit oder packt einfach noch ein Verhör mehr rein? Genauso ist es im Serial, wenn man da wie gerne von Kurt Sutter getan, einfach redundante Szenen einbaut, kann man sich die längere Episode auch sparen.

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BeitragDo 3. Jan 2019, 11:49 
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Klar, Füllmaterial kannst du immer reinpacken, das ist aber format-unabhängig.
Wenn man es aus Gewohnheit, 40-Minüter zu schreiben, nicht schafft, die Beats auf 48 Minuten richtig zu setzen, dann ist man schlicht ein schlechter Autor.
Wir haben im Serien/Proceduralbereich 21-Minüter (und darunter, wenn man mal in den Kinder- und Webserien-Bereich schaut), wir haben 30-Minüter, wir haben 40er und 60er. Dann gehts schon beim Film mit 80 Minuten weiter, wo die Spannweite bis 120 bis 150 reicht.
Da kann mir keiner erzählen, dass 48 Minuten grundsätzlich zuviel sind für ein gutes Pacing.

Zu Orville 2x01:
Ich werd einfach nicht warm mit der Serie. Ich sehe weiterhin eine halbgare TNG-Kopie, die in allen Belangen unter ihren Möglichkeiten bleibt. Die Folge mäanderte vollkommen ereignislos vor sich hin, die Gags sind vielleicht einfach nicht so mein Humor und die Optik scheint mir sogar billiger als in S1 zu sein. Statt eine Schulklasse zu bauen hätte man lieber dafür sorgen sollen, dass die Brücke nicht weiterhin ausschaut wie eine Sperrholz-verkleidete Garage mit zwei Sesseln in der Mitte.

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BeitragDo 3. Jan 2019, 13:10 
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AlphaOrange hat geschrieben:
Klar, Füllmaterial kannst du immer reinpacken, das ist aber format-unabhängig.
Wenn man es aus Gewohnheit, 40-Minüter zu schreiben, nicht schafft, die Beats auf 48 Minuten richtig zu setzen, dann ist man schlicht ein schlechter Autor.
Wir haben im Serien/Proceduralbereich 21-Minüter (und darunter, wenn man mal in den Kinder- und Webserien-Bereich schaut), wir haben 30-Minüter, wir haben 40er und 60er. Dann gehts schon beim Film mit 80 Minuten weiter, wo die Spannweite bis 120 bis 150 reicht.
Da kann mir keiner erzählen, dass 48 Minuten grundsätzlich zuviel sind für ein gutes Pacing.

Mir ging es nicht darum, dass es nicht möglich ist, sondern nicht erwünscht. Ein Procedural zeichnet sich nicht nur durch abgeschlossene Episoden aus, sondern durch schablonenhafte Erzählung. Es besteht also schlicht kein Bedarf für mehr Laufzeit.

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BeitragDo 3. Jan 2019, 13:23 
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AlphaOrange hat geschrieben:
Das Argument kann ich nicht so richtig nachvollziehen. Bei serialisierten Stoffen hast du doch gerade den Luxus, deine Geschichte unabhängig von Episodenlängen erzählen zu können. Brauchst du breathing room, nimm ihn dir einfach und schieb was in die nächste Folge - das findet heutzutage ja eher viel zu viel statt.
Bei Procedurals bist du an den Rahmen gebunden. 8 Minuten weniger heißt dann wirklich 8 Minuten weniger.

Wenn ich etwas mehr darüber nachdenke, hast du Recht dass ich es falsch ausgedrückt habe. Ich hätte wohl sagen müssen, dass Fringe (in S1 und wenn mich meine Erinnerung nicht trügt) praktisch immer nur die A-Story um den Fall der Woche hatte und wenig drum herum, während z.B. Dollhouse neben dem Fall der Woche auch noch die B-Plots im Dollhouse selbst hatte. Für eine A-Story reichen normalerweise 40 Minuten, aber wenn man auch noch B-Plots hat bleiben für die normalerweise entweder nur wenige Minuten übrig (die Pseudo-Roter-Faden-Procedurals) oder der A-Plot muss auf 25-30 Minuten runtergekürzt werden. Und da kommen die zusätzlichen 10 Minuten sehr gelegen, dass man Platz für die B-Plots hatte ohne den A-Plot zu kürzen.

Oder anders gesagt: bei Fringe habe ich in S2 die zusätzliche Zeit nie vermisst, bei Dollhouse S2 hingegen sehr deutlich.

Und ja, das hat wohl auch alles damit zu tun, dass die Autoren bei Fringe gefühlt nicht für 50-minüter die Stories geschrieben habe, sondern eine klassische Story einfach gestreckt habe.


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BeitragDo 3. Jan 2019, 13:39 
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little_big_man hat geschrieben:
Für eine A-Story reichen normalerweise 40 Minuten, aber wenn man auch noch B-Plots hat bleiben für die normalerweise entweder nur wenige Minuten übrig (die Pseudo-Roter-Faden-Procedurals) oder der A-Plot muss auf 25-30 Minuten runtergekürzt werden.

Nee, das ist genau das, wogegen ich zu argumentieren versuchte. Wenn du meinst, für einen A-Plot reichen 40 Minuten (davon abgesehen, dass ich glaube, dass Fringe durchaus B-Plots hatte), dann liegt das alleine daran, dass du das von 40-Minütern so gewohnt bist. Das ist schließlich auch eine vollkommen willkürliche Setzung basierend auf Stundenraster und Werbezeitanteilen (und eine, die sich je nach Markt, Sendertyp und Jahrzehnt auch noch unterscheidet). Und wenn das den Autoren genauso ging und sie ihre Plots auf 40 Minuten ausgelegt haben - dann sind das halt handwerkliche Mängel und kein grundsätzliches Problem.
Man kann auch einen dichten A-Plot in 60 Minuten erzählen oder drei parallele Stränge in 20 (in Comedyserien ist das ja relativ üblich).

little_big_man hat geschrieben:
Und ja, das hat wohl auch alles damit zu tun, dass die Autoren bei Fringe gefühlt nicht für 50-minüter die Stories geschrieben habe, sondern eine klassische Story einfach gestreckt habe.

Nicht "eine klassische Story" sondern eine "40-Minuten Story".

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BeitragFr 4. Jan 2019, 17:10 
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str1keteam hat geschrieben:

Ich kann allerdings beim besten Willen nicht erklären, warum FOX so eine Episode als Staffelauftakt wählt.

Die Quittung gabs dann heute in Form einer 0.6. Denke mal das wars für die Show es sei denn es findet sich ein Streamingdienst.


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BeitragFr 4. Jan 2019, 22:35 
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Serienfreak hat geschrieben:
str1keteam hat geschrieben:

Ich kann allerdings beim besten Willen nicht erklären, warum FOX so eine Episode als Staffelauftakt wählt.

Die Quittung gabs dann heute in Form einer 0.6. Denke mal das wars für die Show es sei denn es findet sich ein Streamingdienst.

Ja, bei Fox hätte ich The Orville sowieso nur noch eine Chance zugeschrieben, wenn es das Produktionsstudio zum Schleuderpreis anbietet, aber der Absturz war sogar noch schneller und tiefer als gedacht. Hätte erst ab Folge 3 mit Werten um die 0.7 gerechnet. Für eine Staffel 3 muss Disney+/Hulu einspringen. (Netflix hätte wahrscheinlich Interesse, da sie international ja schon die ganzen Star Trek Serien anbieten, aber bei der aktuellen Stimmung zwischen Disney und Netflix dürfte so ein Deal ausgeschlossen sein.)


Nach Ansicht der Episode verstehe ich immerhin besser warum sie das Überbleibsel aus Staffel 1 nicht schon am Sonntag gesendet haben, denn "Bortus wird während seiner Ehekrise süchtig nach Schwulenpornos und lädt dabei einen Virus aufs Holodeck, der das Schiff fast in die Zerstörung treibt" war sogar noch ungeeigneter als die Kurzgeschichtensammlung des tatsächlichen Staffelauftaktes, um neue Zuschauer zu überzeugen, die eine Comedy oder moderne Sci-Fi Action erwarten. Das war mehr This is Us im All als das einst in den Staffel 1 Trailern versprochene Family Guy im All. :lol:


Die Episode baute zudem auf Ereignisse aus einer Episode aus der ersten Staffel auf und hat sich noch stärker als je zuvor wie eine Mischung aus bisher unverfilmtem Star Trek TNG-Script und Fanfiction angefühlt. (Die Evakuierung des von der Supernova zerstörten Planeten war Star Trek Rahmenhandlung pur. Die Ehekrise wäre auf die gleiche Weise aufgelöst worden, aber ohne Schwulenporno und ein paar der Gags in Hälfte 2 abgelaufen. Wobei es mit Lt. Barclays erster Folge "Der schüchterne Reginald" https://en.wikipedia.org/wiki/Hollow_Pursuits bei genauerem Nachdenken auch schon in TNG einen Plot um Holodeckpornosucht gab, die dort nur den Fokus noch nicht auf den Sex legen durfte und mehr auf Gags ausgerichtet war als die Orville Episode.)


Fazit wie gehabt. Die meisten bisherigen Fans werden durch die Charakterinteraktionen, die klassische Darbietung inkl. dem epischen Score, die progressive, aber nicht krampfhaft "woke" Botschaft und ein paar Gags am Rande auch an diesem neuesten Nostalgietrip ihren Spaß haben, aber das ist eine viel zu spezielle Nische für ein Network im Jahre 2019.

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BeitragSo 6. Jan 2019, 23:46 
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Warum ist das Diskussions-Niveau im US-Forum so viel höher :shock:

Ich hatte ironischerweise auch mit einem Thread geliebäugelt (allerdings bei ProSieben), hab mich aber dagegen entschieden, weil ich die Serie für eine derartige Nische gehalten habe, dass ich da wohl allein diskutiert hätte. Ein Trugschluss.

Da ich mich im amerikanischen TV überhaupt nicht auskenne und die ganze Diskussion (ohne dass ich mich einlese in die Themen wie die tax Geschichte) über meine Wissensstand liegt, schreib ich nur kurz was zur Staffel 1, die hab ich nämlich erneut über Silvester geschaut.

Mir hat’s eigentlich gut gefallen, auch wenn Star Trek Discovery schon weitaus bessere Geschichten hatten. Die Serie entscheidet sich für mich schlicht zu wenig dafür, in tiefergehende Geschichten einzutauchen. Für mich ist das alles sehr sehr oberflächlich, geht aber kaum tiefer rein. Mir fehlt ein Faden und die sich entwickelnden Charaktere. Ich finde es tritt etwas auf der Stelle. Man lernt die Charaktere kaum besser kennen und wo die Reise hingeht weiß man auch nicht so Recht.
Die einzelnen Geschichten finde ich aber schön gemacht und man kann sie sich auch als einzelne Episoden schön anschauen.
Ich finde sie auch zu unlustig. Aber hier birgt sich ja die Gefahr, dass die Gags überhand nehmen und das ganze Retro feeling beschädigen.
Sie ist für mich zu unlustig um als witzige Serie zu gelten, aber nicht tiefergehend genug, um mich wirklich zu fesseln.
Hoffe das endet in Staffel 2 und man entscheidet sich wo es hingehen soll...

Trotzdem gefällt es mir. Solide Unterhaltung, aber zu wenig um mich jetzt als wahren Fan zu halten. Die mangelnde Verfügbarkeit an Science Fiction Serien wird mich aber wohl dazu bringen, weiter zu schauen.

Von den 50 Minuten bin ich übrigens kein Fan. Bei Streaming Diensten gut, ich hab die Staffel 1 damals bei ProSieben gestreamt, und ProSieben wird wohl schnippeln damit die Serie in den Slot passt :roll:




AAAAAAAAber wenn ich hier jetzt schon mal im US-Forum schreibe:
Ich habe mich gestern bei der Serie „Turn“ gefragt ob für AMC unter 700.000 Zuschauer kein Desaster sind, weil man in Deutschland wohl 700.000 z.B. Bei ProSieben als Desaster werten würde für eine eigene Serie. Nun ist AMC glaube ich Pay-TV, da ist das ganze wohl etwas anders.
Jetzt lese ich hier, The Orville hat die 700.000 auch nicht erreicht. Selbst bei ProSieben schafft es die Serie diese Zahlen zu überbieten.
Wieso hat die Serie in Deutschland mehr Zuschauer als in den USA? Kann mir das mal jemand kurz und knackig erläutern? Werden die Serien dort nur über das Pay tv und die internationale Vermarktung bezahlt?

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BeitragMo 7. Jan 2019, 11:56 
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Wolfsgesicht hat geschrieben:
Jetzt lese ich hier, The Orville hat die 700.000 auch nicht erreicht. Selbst bei ProSieben schafft es die Serie diese Zahlen zu überbieten.
Wieso hat die Serie in Deutschland mehr Zuschauer als in den USA? Kann mir das mal jemand kurz und knackig erläutern? Werden die Serien dort nur über das Pay tv und die internationale Vermarktung bezahlt?

Vielleicht liegt da eine Verwechslung mit dem Rating vor, das zuletzt bei 0.6 lag. Das ist aber ein relativer Marktanteil, keine Millionenangabe. Die Gesamtreichweite der letzten Orville-Folge lag bei 2.82 Mio. Zuschauern. Also deutlich mehr als 700.000, aber für US-Verhältnisse dennoch alles andere als berauschend (das Rating ist wichtiger, weil es sich auf die Zielgruppe bezieht und das ist genauso mies).
Die Serie bezahlt sich letztendlich im Wesentlichen aus den Lizenzkosten der Erstverwertung (FOX), internationaler Verwertung (z. B. ProSieben), Streaming-Verwertung (?), ggf. nationaler Zweitverwertung und DVD-Verkäufen. Das ist heutzutage eine Gemengelage, die sich im Einzelnen nur noch schwer durchschauen lässt im Gegensatz zu früher als die Werbeeinnahmen der Erstverwertung den absoluten Großteil der Einnahmen ausmachten und die Zuschauerzahlen demnach die einzig relevante Größe waren (zumindest bei relativ jungen Serien wie The Orville).

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BeitragMi 9. Jan 2019, 09:59 
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AlphaOrange hat geschrieben:
Wolfsgesicht hat geschrieben:
Jetzt lese ich hier, The Orville hat die 700.000 auch nicht erreicht. Selbst bei ProSieben schafft es die Serie diese Zahlen zu überbieten.
Wieso hat die Serie in Deutschland mehr Zuschauer als in den USA? Kann mir das mal jemand kurz und knackig erläutern? Werden die Serien dort nur über das Pay tv und die internationale Vermarktung bezahlt?

Vielleicht liegt da eine Verwechslung mit dem Rating vor, das zuletzt bei 0.6 lag. Das ist aber ein relativer Marktanteil, keine Millionenangabe. Die Gesamtreichweite der letzten Orville-Folge lag bei 2.82 Mio. Zuschauern. Also deutlich mehr als 700.000, aber für US-Verhältnisse dennoch alles andere als berauschend (das Rating ist wichtiger, weil es sich auf die Zielgruppe bezieht und das ist genauso mies).
Die Serie bezahlt sich letztendlich im Wesentlichen aus den Lizenzkosten der Erstverwertung (FOX), internationaler Verwertung (z. B. ProSieben), Streaming-Verwertung (?), ggf. nationaler Zweitverwertung und DVD-Verkäufen. Das ist heutzutage eine Gemengelage, die sich im Einzelnen nur noch schwer durchschauen lässt im Gegensatz zu früher als die Werbeeinnahmen der Erstverwertung den absoluten Großteil der Einnahmen ausmachten und die Zuschauerzahlen demnach die einzig relevante Größe waren (zumindest bei relativ jungen Serien wie The Orville).


Merci merci :)

Ich hoffe doch, dass die Serie so besonders wird, dass sie eine kleine fanbase aufbaut die dafür sorgt, dass die Serie nicht das gleiche Schicksal ereilt wie nahezu jede andere MacFarlane Serie: Abgesetzt!
Sodass sich wie bei „The Expanse“ ein Streaming Anbieter findet oder man dem ganzen bei Fox weiterhin die Treue hält. Noch sind die Quoten ja gleichbleibend ok (in den USA wird ja meine ich noch die online Auswertung der nachfolgenden Woche mit eingerechnet, also fehlt bei den 2,8 für folge 2 ja noch etwas.)

Die Titel der Folgen 16 und 17 (Nothing Left on Earth, excepting fishes, und all the world is Birthday cake) deuten aber schon darauf hin, dass es wohl lustiger/alberner wird als früher.

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BeitragMi 6. Mär 2019, 10:01 
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2x01 bis 2x07

str1keteam hat geschrieben:
Wenn The Orville in Staffel 2 jetzt komplett in Richtung Workspace-Dramedy gehen würde, wäre es zumindest eine ehrliche Visitenkarte, aber laut MacFarlane scheint es ja vermehrt Folgen mit Sci-Fi Spektakel zu geben.

Ich hatte eigentlich auch damit gerechnet, dass Orville nun die platten Gags runterfährt und stattdessen viel stärker in Richtung SciFi geht. Aber tatsächlich hat MacFarlane eher den Weg dieser ehrlichen Visitenkarte verfolgt, den SciFi-Anteil sogar runtergedreht (die typischen Weltraumphänomene, Aliens, Viren der Woche gibt es fast gar nicht) und präsentiert eine Familien-Dramedy im Weltraum. Und das funktioniert mit ein paar Ausreißern erstaunlich gut und scheint der einzig richtige Weg, auf den Altlasten aus dem ursprünglichen Setup eine funktionierende Serie aufzubauen (das lässt sich gleich an 2x08/09 besser erklären). Gefällt mir mittlerweile deutlich besser als in Staffel 1, nur wenn MacFarlane schwere Themen anpackt, verhebt er sich weiterhin, weil er nach wie vor keine sauberen SciFi-Gleichnisse hinbekommt (die Astrologie-Folge war ziemlicher Käse).
Mit Jessica Szohr als Ersatz für Halston Sage bin ich wider Erwarten auf Anhieb warm geworden. Szohr bringt eine gewaltige Präsenz in ihrer Rolle mit, während Sage's Alara mehr als One-Trick-Pony "das kleine Mädchen mit den Superkräften" angelegt war. Eine echte Bereicherung für die Serie.

2x08 und 2x09
Wowzers! :shock: Kein Wunder, dass bislang so viele Bottle Episodes kamen. Hier hat jemand wohl nahezu das gesamte Effektbudget der Staffel auf den Kopf gehauen. Sowohl was Kaylon-1 als auch was die Raumschlacht angeht braucht sich die Serie nicht hinter der Konkurrenz verstecken, hätte ich The Orville nie im Leben zugetraut, wirkte das optisch doch immer ein wenig wie das vernachlässigte SciFi-Stiefkind.
Leider hauen zumindest im zweiten Teil die oben genannten Altlasten dazwischen. Charaktere wie Ed, Gordon, John und auch Bortus funktionieren in einem so ernsthaften SciFi-Setup überhaupt nicht, das sind alle Comedy-Figuren, denen komplett die Gravitas fehlt. Bei MacFarlane kommt hinzu, dass er halt echt kein guter Schauspieler ist und wenn ein Ed angesichts der grausamen Ermordung eines Crewmitgliedes weder Schmerz, Wut oder Verzweiflung zeigt sondern einen Gesichtsausdruck den man am ehesten "MacFarlane versucht einen ernsten Gesichtsausdruck, sieht aber trotzdem aus wie ein verschmitzter Lausbud" nennen könnte, dann geht halt die ganze Szene in die Hose. Dass die Kaylons in ursprünglich sicher absichtlicher Referenz an Roboterdarstellungen der Frühzeit der Sciencefiction in ihren Gesäß und Gemächt herausstellenden Glitzerhosen ziemlich lächerlich wirken (wie die frühen Cybermen bei Doctor Who, die man sich selbst da längst zu modernisieren gezwungen sah) trägt auch nicht gerade zur Spannung bei. Hinzu kommt dann noch ein Deus Ex nach dem anderen, sodass mir Identity Pt. II bei mir trotz der atemberaubenden Raumschlacht eher mittelprächtig ankam.

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BeitragSa 9. Mär 2019, 18:42 
Volontär/in
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Stand E2x09
Nachdem ich von ersten Season positiv überrascht war und sie recht unterhaltsam fand, hatte ich an Season 2 scheinbar zu hohe Erwartungen. Und dann beginnt die Season mit einigen sehr schwachen Episoden - ärgerlich!

Es hiess ja, man wolle den SciFi-Anteil erhöhen. Momentan merke ich davon nicht viel. Es gibt weiterhin diese seltsame Mischung die Jessica Szohr jüngst als "Workplace-Comedy in Space" bezeichnete. Trotz sehr ordentlichem Produktionsbudget finde ich das Ergebnis leider nur halbgar. Der SciFi-Part ist weiterhin auf Sparflamme - nur gut wenn man sich bewährter Ideen bedient und ansonsten langweilig bis peinlich (Astrologiefolge, Holodeck-Pornosucht).
Auf der anderen Seite ist der Comedy-Anteil ebenfalls so gering und die Witze zu 90% flach und vorhersehbar.

Momentan wäre ich wahrscheinlich nicht allzu traurig, wenn die Serie gecanceled würde, obwohl ich sie eigentlich jede Woche ansehe.


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BeitragMo 11. Mär 2019, 12:19 
Inventar
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2x10
Für die ernsthafte Geschichte, die hier erzählt wird, erwischt die Serie mal ungewöhnlich wenige Schlaglöcher, aber halt auch wenig eigene Ideen. Außer das kleine Eifersuchtsdrama zwischen Ed und Gordon, das völlig deplatziert wirkt. Wir reden hier immerhin davon, dass Gordon einen alten Freund nach 20 (!) Jahren wieder trifft und Ed in diesem daher direkt einen Terroristen sehen will, weil er fürchtet, dass er seinen Bester-Freund-Status verliert. So macht die Serie ihren Captain leider auch immer wieder eine Spur lächerlich und unfähig. Davon ab solides Trek, äh, Orville - nichts, was man nicht schon mal gesehen hätte.
Lasst uns noch ein paar Sätze über die Sicherheitsrichtlinien an Bord verlieren oder eher darüber, dass es anscheinend kaum welche gibt sondern eher ein "Jeder kann mitmachen" vorherrscht. Nicht nur darf Isaac, immerhin ein Spion der Kaylon, dessen Mission letzte Woche um ein Haar zur Auslöschung der Erde geführt hätte und der indirekt einige Crewmitglieder auf dem Gewissen hat, wieder auf der Brücke sitzen und Zugriff auf alle vitalen Systeme des Schiffs haben. Sondern auch Orron Channing bekommt - nach 20 (!) Jahren Krill-Gefangenschaft und schwerwiegenden Vorwürfen des Terrorismus - direkt seinen Offiziersrang und seine Sicherheitsfreigabe zurück. Das ist absurd und gerade im Fall von Isaac sehr schade, dessen weitere Arbeit auf der Orville eigentlich viel, viel tiefer (und vor allem überhaupt) hätte behandelt werden müssen.

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