US-Fernsehen (inklusive Season- und Pilot-Reviews), britisches Fernsehen etc.
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von Wolfsgesicht
#1540757
Erstaunlicherweise hab ich aber gestern auf Twitter von vielen gelesen dass die die wöchentliche Ausstrahlung mögen. Viele argumentierten damit dass sie sich den Inhalt der Episoden so besser merken könnten, da man beim binge-watching gerne vergessen würde was vor 3 Episoden passiert ist.
Ich warte noch bis Ende März, dann gibts alles in einem Rutsch. Ich seh’s so: Die Serie wird Ende März veröffentlicht, aber wer mag und nicht warten kann kann halt jetzt schon anfangen.
von Vittel
#1540764
Ich lege mich da nicht fest auf ein bestimmtes Ausstrahlungsformat.
Bei Picard genieße ich gerade die wöchentliche Veröffentlichung, andere Serien sehe ich gerne Blockweise.
Keine Ahnung, ob ich das an bestimmten Kriterien festmachen kann, ist mehr so eine Art Bauchgefühl.

Ich schaue jetzt den nächsten Block Locke & Key :)
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von LittleQ
#1540765
Wolfsgesicht hat geschrieben: So 16. Feb 2020, 13:22 Erstaunlicherweise hab ich aber gestern auf Twitter von vielen gelesen dass die die wöchentliche Ausstrahlung mögen.
Geht mir nicht anders. Finde es so ziemlich cool. Allein um mal wieder in alte Star Trek Coms reinzuschauen und zu sehen, dass Leute sich mal wieder unterhalten, finde ich schon echt angenehm. Das fehlt heutzutage wirklich sehr.
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von AlphaOrange
#1540776
Ich bin ja sehr froh darüber, dass STP nicht diese ADHS-Erzählweise von STD an den Tag legt, die von Beat zu Beat hetzt und es dabei binnen zwei Staffeln nicht geschafft hat, auch nur annähernd ihre Figuren zu etablieren. Aber so langsam darf STP erzählerisch dann doch mal einen Gang hochschalten.
Wir haben jetzt vier von zehn Folgen durch - fast die Hälfte der Staffel - und man hat erneut die gesamte Folge damit verbracht, ein weiteres Crewmitglied zu etablieren. Und diesmal meiner Meinung nach noch nicht einmal sonderlich gut, weil die Figur ziemlich platt ist. Wenn man wenigstens nebenher gut an der Mythologie arbeiten würde, aber da geht es trotz regelmäßiger Schalten auf den Borgwürfel seit der Pilotfolge eigentlich auch nicht mehr voran. Soji und Narek beim Eislaufen, da war dann auch mein Geduldsfaden langsam überspannt.
Bin auch mit der Figur des Picard mittlerweile nicht so ganz glücklich. Picard wirkt wie ein richtig eingebildeter alter Sack, der in seinem Altersstarrsinn nicht einsieht, dass man ihn nicht mehr als Lichtgestalt wahrnimmt, nachdem er sich mal eben 14 Jahre auf sein Weingut verkrümelt und um nichts und niemanden mehr kümmert. Fordert überall Gefälligkeiten ein, wenn er sich nach Ewigkeiten aus dem Nichts mal wieder blicken lässt, ist angezickt, wenn man ihm diese nicht gewährt oder ihn gar nicht erst erkennt, setzt stur seinen Willen gegen den Rat seiner Freunde durch und bringt leichtfertig sich selbst und alle anderen in Gefahr.
Bitte schnell mal die Geschichte hochfahren und in den Abenteuermodus schalten!

Seven führt tatsächlich immer noch ihren Borgnamen? Wurde ihr schon in VOY nicht gerecht, dass man das bis zum Ende durchgezogen hat, schließlich ist sie ja nicht einmal eine Jane Doe, ihr Name ist ja bekannt. Oder hat Picard hier einfach nur das nächste Fettnäpfchen erwischt nach dem Motto "einmal Borg, imm Borg"?
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von Theologe
#1540785
AlphaOrange hat geschrieben: Mo 17. Feb 2020, 11:17 Seven führt tatsächlich immer noch ihren Borgnamen? Wurde ihr schon in VOY nicht gerecht, dass man das bis zum Ende durchgezogen hat, schließlich ist sie ja nicht einmal eine Jane Doe, ihr Name ist ja bekannt. Oder hat Picard hier einfach nur das nächste Fettnäpfchen erwischt nach dem Motto "einmal Borg, imm Borg"?
Naja, dann wäre er auch Locutus.
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von AlphaOrange
#1540788
Theologe hat geschrieben: Mo 17. Feb 2020, 19:13Naja, dann wäre er auch Locutus.
Naja, dass er da zwischen sich selbst und allen anderen einen Unterschied macht hat er ja spätestens in First Contact bewiesen als er ein Crewmitglied erschießt, das gerade assimiliert wird und das als eine Geste der Menschlichkeit ansieht.
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von redlock
#1540823
Die Serie, die wöchentliche Ausstrahlung, das Erzähltempo, gefällt mir weiterhin sehr gut.
Natürlich ist das alles nicht perfekt. Die Serie hat schon einige kleinere Schwächen und Macken. Nichtsdestoweniger, ich bin bis jetzt sehr zufrieden.
Als sie in der letzten Episode jedoch ein ''unregistriertes Raumschiff'' im Erdorbit hatten -- Auweia, da konnte ich auch nur die Hand vor den Kopf schlagen...
von Amtranik
#1540836
Mir gefällt es auch, auch wenn das Erzähltempo vielleicht 10% zulegen könnte.
Mit gefällt (wie auch schon am vielgescholtenem STD) das man sich etwas von sterilen Gutmenschentum das vorallem TNG durchwaberte verabschiedet hat. Das hat natürlich auch etwas mit dem Budget zu tun. Aber die ganze Gesellschaft, Figuren (sofern sie den ausgearbeitet werden, was ja leider nur selten passiert) wirken dadurch deutlich glaubwürdiger. Anscheinend hat man sogar das Geld in der Föderation wieder entdeckt (jedenfalls wird es oft erwähnt). Eine gute Sache denn wenn jeder nur für die Verbesserung seiner selbst und der Gesellschaft arbeitet und Geld Besitz etc nichts mehr bedeuten warum hat dann Picard ein Weingut während (Rückblick zum Androidenaufstand) andere die Schmutzarbeit machen.

Allein die Romulaner in der Diaspora missfallen mir etwas. Der Look der heutigen Romulaner (Frisuren, Bärte) ist mir alles etwas zu 2020. Funktioniert aktuell sieht aber in spätestens 20 Jahren sehr komisch aus. In die selbe Kategorie fällt die Vulkanierin (evtl. Romulanerin) Oh? mit cooler Sonnenbrille.
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von LittleQ
#1540851
Amtranik hat geschrieben: Mi 19. Feb 2020, 09:30 Eine gute Sache denn wenn jeder nur für die Verbesserung seiner selbst und der Gesellschaft arbeitet und Geld Besitz etc nichts mehr bedeuten warum hat dann Picard ein Weingut während (Rückblick zum Androidenaufstand) andere die Schmutzarbeit machen.
Die viel interessantere Frage wäre doch: Wieso sollte überhaupt jemand Geld erwirtschaften wollen, wenn man sich doch alles replizieren kann?
Ich hoffe mal, dass man sich damit jetzt keinen unnötigen Riss zugezogen hat, der für die Story erst mal nicht nötig ist. ':)

Auch nach Folge 4 finde ich Picard noch toll. Kleinigkeiten, die mich stören.
Wieso muss eigentlich alles so schwarz in schwarz sein? Bisschen mehr Mut zu Farben hätte ich mir gewünscht.
Die Nebenfiguren finde ich alles bisher noch sehr blass.
Ich habe diese ganze Romulaner-Sache noch nicht verstanden. Wieso braucht das große Romulanische Reich Hilfe, um 900 Mio Romulaner umzusiedeln?
Irgendwie klingt das nicht unbedingt nach einer Zahl, wo ich sagen müsste, dass die nicht zu bewerkstelligen wäre.

Dennoch finde ich diesen Twist, dass die Sternenflotte am Ende nicht geholfen hat, irgendwie ganz nice. Das bringt ein bisschen Würze und Spannung rein.
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von Theologe
#1540865
LittleQ hat geschrieben: Mi 19. Feb 2020, 13:07
Amtranik hat geschrieben: Mi 19. Feb 2020, 09:30 Eine gute Sache denn wenn jeder nur für die Verbesserung seiner selbst und der Gesellschaft arbeitet und Geld Besitz etc nichts mehr bedeuten warum hat dann Picard ein Weingut während (Rückblick zum Androidenaufstand) andere die Schmutzarbeit machen.
Die viel interessantere Frage wäre doch: Wieso sollte überhaupt jemand Geld erwirtschaften wollen, wenn man sich doch alles replizieren kann?
Ich hoffe mal, dass man sich damit jetzt keinen unnötigen Riss zugezogen hat, der für die Story erst mal nicht nötig ist. ':)

Auch nach Folge 4 finde ich Picard noch toll. Kleinigkeiten, die mich stören.
Wieso muss eigentlich alles so schwarz in schwarz sein? Bisschen mehr Mut zu Farben hätte ich mir gewünscht.
Die Nebenfiguren finde ich alles bisher noch sehr blass.
Ich habe diese ganze Romulaner-Sache noch nicht verstanden. Wieso braucht das große Romulanische Reich Hilfe, um 900 Mio Romulaner umzusiedeln?
Irgendwie klingt das nicht unbedingt nach einer Zahl, wo ich sagen müsste, dass die nicht zu bewerkstelligen wäre.

Dennoch finde ich diesen Twist, dass die Sternenflotte am Ende nicht geholfen hat, irgendwie ganz nice. Das bringt ein bisschen Würze und Spannung rein.
Komplett erklärt wird es nicht, aber nach den Ereignissen von Nemesis steht Romulus doch mehr oder weniger führungslos da und konnte somit keine geordnete Evakuierung durchführen, zumal die eben auch irgendwer aufnehmen musste.
von Amtranik
#1540871
Ja das mit den Romulanern ist so eine Sache. Mir kommt es ein wenig so vor als würde man verzweifelt versuchen die Ereignisse die zur Kelvin Zeitline führen zwanghaft in den "alten" ST Canon einzubauen.

Das ganze Romulaner Supernova Ding ist für mich ein großes Fragezeichen.
Um einigermaßen Sinn zu machen müsste das romulanische Imperium nach Nemesis in einen viele Jahre dauernden Bürgerkrieg gefallen sein der alle Kräfte/Ressourcen aufgerieben hat.
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von AlphaOrange
#1540917
Amtranik hat geschrieben: Do 20. Feb 2020, 08:12Ja das mit den Romulanern ist so eine Sache. Mir kommt es ein wenig so vor als würde man verzweifelt versuchen die Ereignisse die zur Kelvin Zeitline führen zwanghaft in den "alten" ST Canon einzubauen.
Die Ereignisse, die zur Kelvin Timeline führen sind "alter" ST Kanon und waren es immer schon. Dementsprechend ist es völlig vernünftig, dass man sie in STP nicht einfach unter den Tisch fallen lässt.
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von LittleQ
#1540921
Das war wohl die erste Ü18 Episode von Star Trek oder?

Also mir hats gefallen. Star Trek mal ein bisschen wild und edgy. Zwar bin ich immer noch ein bisschen skeptisch, ob das storytechnisch alles so zusammen passt, aber ich halte mich da erst mal zurück.
Jedenfalls sind Verschwörungsstories ja total mein Ding und es wäre schon geil, wenn man was in der Richtung bastelt <3 . Bisher für mich die beste Episode.
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von LittleQ
#1541393
Das heute war die schönste, weil emotionalste Folge bisher. Will und Diana wiederzusehen war so..ohh Gott :heart_eyes: :heart_eyes: . Ich liebe die beiden einfach.

Ich hoffe übrigens, dass man in Picard diesen Stil beibehält paralell Geschichten zu erzählen. Mir ist erst in Game of Thrones bewusst geworden, wie genial das sein kann, wenn man mehrere Handlungsstränge hat, die einen fesseln. Vorausgesetzt man hat interessante Nebencharas. Daran muss Picard noch arbeiten :') . Glaube zwar nicht daran, weil man sich am Ende schon wieder zusammengefunden hat, aber wäre schon toll.

Hach...gab schöne Momente in der Folge. Gerade auch, als die Kleine von Data erzählt hat.
Und spinn ich, oder gab es in der Folge eine Star Wars Referenz mit dem Astroiden? :D
von TorianKel77
#1542841
Insgesamt bin ich ganz zufrieden mit der Staffel, aber mit einigen Abstrichen. Storymäßig fand ich diese romulanische Intrige gut inszeniert, aber zum Ende ist das irgendwie von der Dramatik verpufft als sich das Ganze als durchaus begründet herausgestellt hat. Picard im Raumschiff hat ihn nochmal actionmäßig in Szene gesetzt, nimmt man eben hin für 94 Jahre ':) . Nur die Sache mit dem Golem um den Plot am Leben zu halten war dann echt selten bescheuert, da hatte man sich durch das Hirnleiden in diese ausweglose Ecke manövriert. Und nichtmal Robocop-Kräfte kriegt der Arme ab :grin:

Mit Raffi und Soji bin ich nicht wirklich warm geworden und zweitere hängt uns nun wirklich weiterhin an der Backe.. Ihr "böser Zwilling" kam cooler rüber :')

Für die zweite Staffel bitte mal wieder ein paar Klingonen ^^ könnte mir aber auch vorstellen, dass es mit den Romulanern irgendwie weitergeht, bzgl. Mars gebe es ja noch Aufklärungsbedarf.
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von LittleQ
#1542844
Ich fand die Staffel wirklich gut und zum Ende hin sogar sehr sehr gut. Ab der Episode, in der Diana und Will zu sehen waren, ging es mit Picard bergauf. Sowohl storytechnisch als auch mit den Figuren. Picard hat am Ende gezeigt, dass nicht alles in einer großen Raumschlacht enden muss, auch wenn es am Ende noch ein Feuerwerk für die Augen gab. Aber die Tatsache, dass Picard als Diplomat am Ende alles gerichtet hat, hat die Staffel und somit die Figur so besonders gemacht.
JL ist und bleibt einfach der Fi***er unter den Captains.

Ein paar negative Dinge:
- Die Raucherei und Trinkerei hat mich doch extrem gestört. Ehrlich gesagt verstehe ich nicht so ganz, wieso das unbedingt notwendig ist.
- Die Nebenfiguren waren eigentlich alle blass und belanglos. Da beschweren sich so viele immer, dass "das Roddenberrys Star Trek den Autoren immer so viele Fesseln angelegt hätte und man deshalb keine guten Stories zaubern könne. Jetzt haben sie sich zumindest teilweise von diesen Fesseln gelöst, aber heraus kommen immer noch irgendwelche 0815 Figuren. Sowohl die romulanischen Bösen als auch Picards Begleiter waren halt echt nicht das Gelbe vom Ei. Natürlich bis auf den romulanischen Ninja. Der war einfach nur unfassbar lächerlich.


Ein bisschen schade fand ich, dass man wenig über die Umstände drumrum erfahren hat. Was wurde aus den Klingonen? Den Cardassianern? Hat die Sternenflotte eigentlich noch irgendwelche nennenswerten Gegner? Sind die Borg wirklich tot und wieso erlaubt die Sternenflotte den Romulanern einen Kubus auzuschlachten? Aber gut...das ist jetzt nicht gar so wichtig.

Season 1 von Picard ist, meiner Meinung nach, ein toller Erfolg und ich hoffe wirklich auf mehr Staffeln und mehr Episoden. Für den Fall, dass Steward nicht mehr kann, hätte ich auch nichts dagegen, wenn man, ähnlich wie bei GoT, mehrere Hauptfiguren mit mehreren Stories einführen würde. Aber das ginge wohl zu weit. :D

Ick freu mir!

8,5/10
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von AlphaOrange
#1542847
Auch wenn mich viele Episoden zumindest ganz gut unterhalten haben ist das Gesamtfazit zur Serie doch eher mau. Star Trek Picard macht jede Episode den Eindruck, jetzt erstmal langsam etwas für die jeweils nächste aufbauen zu wollen. Die Show braucht die halbe Staffel, um ihre Charaktere einzuführen, die sie im Endeffekt kaum ausspielt. Und bringt dann ein Finale, das die Seite retrospektiv nicht besser macht, will es relativ vorhersehbar ist und sein Setup nicht ausreizt. Erzählerisch passt das hier einfach hinten und vorne nicht. Handlungsstränge, die ins Leere laufen, Setups, die Ewigkeiten brauchen, um dann binnen einer Minute egalisiert zu werden. Ruhepausen, wenn die Serie gerade Tempo bräuchte. Ein Mysterium, das am Ende so banal ist, weshalb man auch achteinhalb Folgen lang quasi gar nichts darüber erfährt.

Charaktere
Die Crew gefällt mir ganz gut. Rios samt seinen holographischen Helfern ist super, Raffi gefällt mir, Picard und Seven sind beide clever fortgeschrieben worden und nicht bloß äußerlich gealterte Kopien ihrer früheren Ichs. Agnes wurde durch verkorkste Drehbücher leider verpfuscht, da sie ständig die Seiten wechselt, der Mord an Maddox fast ignoriert wird und die Romanze mit Rios völlig sinnfrei ist. Und Elron... sag ich besser nix zu.
Wenn es so ist wie das Ende andeutet und Seven nun fester Teil der Crew ist - umso besser.

Die Borg
Was zur Hölle sollte das bitte werden? Die gesamte Borg Storyline ist von Anfang bis Ende komplett disconnected zum Rest außer dass sich Soji rein zufällig dort befindet. Die Synths haben mit den Borg nichts zu tun und als ein bisschen Action aufkommt und Seven den Würfel unter Kontrolle bringt stürzt das Ding einfach ab und liegt nur noch auf dem Planeten rum.
Dazu fand ich auch das Design des Borgwürfels leider sehr enttäuschend.

Data
Tatsächlich entpuppt sich Star Trek Picard am Ende als eine Staffel über Data. Beginnend mit seiner scheinbaren Wiedergeburt, endend mit seinem endgültigen Vergehen. Für mich der stärkste Teil des Finales. Überhaupt großartige Performance von Brent Spiner. Das hier ist ein schönes Finale für Commander Data, das einen rückblickend auch mit Nemesis besser leben lässt.

Picard
Die schauspielerische Leistung von Patrick Stewart ist über jeden Zweifel erhaben. Die Darstellung Picards in der Serie finde ich sehr zweifelhaft. Picard ist ein Dickkopf, ein Einsiedler, der seine Freunde in Stich gelassen hat und nun überall Gefallen einfordert. Eine gefallene Ikone, die nicht einsehen will, dass ihre Zeit vorüber ist. Picard schwafelt viel und hat viel zu oft Unrecht, auch wenn die Serie dann gerne so tut als wäre es nicht so.
Und das Ende... oh weh. Mal davon abgesehen, dass es so unfassbar vorhersehbar war, weil man nicht müde wurde, zu zeigen, dass seine Zeit vorüber ist, Stewart gleichzeitig schon überall seine Vorfreude auf Staffel zwei verkündete und der Synth-Rohling bereits sehr prominent vorgestellt wurde: Wo ist der Gegenwert dieser kruden Story, einen der strahlenden Helden des Franchises nun als Android fortleben zu lassen, nicht ohne binnen weniger Minuten zu klären, dass dieser so menschlich ist, dass man es nie wieder wird erwähnen müssen? Sein Tod vorher hatte keinen dramatischen Wert, da seine Auferstehung klar war. Und aus der Krankheit selbst hat die Staffel auch nahezu kein dramatisches Potential geschlagen. So bleibt das typischer New-Trek-Bullshit.

Bezüglich beider, Picard und Data, wäre es schön gewesen, wenn man sich in der Staffel etwas mehr damit auseinander gesetzt hätte, was biologisches und synthetisches Leben überhaupt noch unterscheidet. Das Potential war da, würde aber nie wirklich ausgeschöpft.

Zeit, Länge, Masse
Wie schon Discovery so schert man sich auch bei Picard nicht mehr sonderlich, dem Universum eine Größe zu geben. Besonders in finalen Zweiteiler fällt auf, wie Charaktere ständig binnen Sekunden zwischen meilenweit entfernten Schauplätzen wechseln. Die Menge an Schiffen, die Starfleet einfach mal so vorbeisendet (wie die Klingonen in Disco kommen natürlich auch alle gleichzeitig an und leider sehen die Schiffe alle relativ langweilig und ähnlich aus) ist geradezu absurd. Die Zeit, in der sich Riker nach einem Jahrzehnt des Pizzabackens wieder zum Dienst meldet und nun offenbar das Flaggschiff (!) der ganzen Flotte kommandiert ist geradezu lächerlich.
Das Gefühl, dass der Weltraum riesig und unerforscht ist, die Reise ein Abenteuer an sich, ist dem Franchise leider komplett abhanden gekommen.

Das Mysterium
Große Frage: hatten die Zhat Vash nun eigentlich Recht? Hätte es nicht den liebenswerten Opa Picard gegeben, der seine Ziehenkelin mit einem typischen Appell an die Moral in letzter Sekunde aufgefallen hätte - ja, dann hätte die Sternenflotte da gerade die Auslöschung allen organischen Lebens verursacht. Die Romulaner hätten es hingegen verhindert. Auf Kosten einiger Androiden (man erinnere sich: die Föderation hat ihre auch schon abgeschaltet, sprich: umgebracht) und eines Dr. Soong, von dem offenbar eh niemand wusste, dass der dort war. Das wäre irgendwie doch ein verdammt guter Plan gewesen, oder? Auch ein bisschen seltsam, wie die nach tausenden Jahren Vorbereitung am Ende tatenlos abziehen, obwohl die Synths ja noch alle da sind, nur weil Starfleet auf ihre Territorialrechte pocht. Dieselben Romulaner, die die Vernichtung der Marsbasis im Herzen des Sonnensystems bewirkt haben.

Look and Feel
Visuell kein solches Bonbongewitter wie Discovery, das tut der Serie allerdings nur gut. Was nach Sternenflotte aussehen soll, sieht nach Sternenflotte aus, die La Sirena deutlich rustikaler ohne düster zu wirken. Die Landschaften sind schön, die Effekte sauber. Das Camp von Dr. Soong hat mich mit seinen hellen Designs und mit all seinen leicht bekleideten Androiden irritierend wohlig an die trashige Frühzeit von TNG erinnert. Die Weltraumorchideen, so albern sie sich waren, sähen schon ziemlich cool aus. Nur wie bereits erwähnt kann ich mich mit dem sterilen Design des Würfels nicht anfreunden.
Musikalisch gut mit zahlreichen Zitaten, teils aus ganz alten Zeiten. Aber Fan Service wird in der Serie ja groß geschrieben.

In der zweiten Staffel bitte keine neue Charakterstudie von Old Man Picard. Von mir aus kann der sich wie zu guten alten Zeiten gerne zurücknehmen und als Captain auf der Brücke verbleiben. Die anderen Charaktere mehr ausspielen. Story! Wenn die nicht für eine Staffel reicht, dann gerne auch zwei, drei abgeschlossene Geschichten. Der Transit ins vollständig horizontale Erzählen gelingt bei Star Trek ja offenbar nicht und ist vielleicht auch gar nicht erstrebenswert. Stange New Worlds! Boldly going ...