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BeitragMi 25. Mai 2016, 06:53 
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hanzumon hat geschrieben:
Naja, also mir war nicht wirklich alles bekannt. Wenn man mal gegen TTIP grundsätzlich ist, beschäftigt man sich ja auch selten weiter damit. Nichts weltbewegendens, aber auch nicht uninformativ. Kommt halt immer auf den jeweiligen Wissenstand an und der ist bei jedem Thema dann wieder anders ;) Und Lösungsvorschläge gab es in der Anstalt auch her selten. So fair muss man schon sein.


Der Punkt ist, dass man das Thema nicht suf einen Punkt gebracht hat, wie man das sonst gerne tut. Im Grunde stand in den meisten Sendungen der Anstalt am Ende eine Botschaft, ob nicht mehr zu Starbucks zu gehen, sich mehr zu beteiligen oder sich mal ernsthaft mit der Linkspartei zu beschäftigen.

Zum Thema TTIP hat man aber lieber die Hälfte der Zeit aufgebraucht um zu erklären ("vielleicht kurz für die Zuschauer") und dabei ganz vergessen, die Sendung auf einen Punkt zu bringen und hat die Materie trotz der schon überbordend vielen Erklärungen dennoch wahnsinnig kompliziert erscheinen lassen. Das erinnert mich an die Sendung zu Griechenland, die eher ein VWL-Kurs als eine Satiresendung war und am Ende nur durch den bewegenden Schluss gerettet wurde. Und sicher: Das hat - Bungi hat da nicht Unrecht - auch mit dem Timing des Themas zu tun.

hanzumon hat geschrieben:
Meine Thema zu den Solo-Auftritten ist, dass ich mir da schon lange garnichts mehr erwarte.

Ach, es gibt schon gute Soloauftritte in der Sendung. Aber gestern war es schon erschreckend. Ganz schlimm: Masud, der auch in die Gruppenszenen nicht reingepasst hat. Es wirkte ein bisschen so, als hätte da einfach ein Probentag gefehlt.

_______

Ausblick auf die neue Staffel

Nächste Anstalt nach der Sommerpause am 5. und 6. September mit Fatih Cevikkollu, Nico Semsrott und Carolin Kebekus. Kartenvorverkauf beginnt am 1. August um Mitternacht.

Am 3./ 4. Oktober zu Gast: Özcan Cosar und Thilo Seibel. Vorverkauf ab 1. September.

Im November (31.10./ 01.11) zu Gast: Matthias Egersdörfer, Frank Lüdecke und Simone Solga. Vorverkauf ab 1. Oktober.

Am 5./ 6.12. Dezember zu Gast: Klaus Eckel, Uta Köbernick, Michael Altinger. Vorverkauf ab 1. November.

Die Karten für die Aufzeichnungen in München kosten 24 Euro vorne und 18 Euro hinten. Sie sind über das Münchener Lustspielhaus erhältlich. Aber: Schnell sein, seeeeeehr schnell!

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Wir haben so viel Glück auf dem Gewissen.


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BeitragMi 25. Mai 2016, 08:58 
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baumarktpflanze hat geschrieben:
hanzumon hat geschrieben:
Naja, also mir war nicht wirklich alles bekannt. Wenn man mal gegen TTIP grundsätzlich ist, beschäftigt man sich ja auch selten weiter damit. Nichts weltbewegendens, aber auch nicht uninformativ. Kommt halt immer auf den jeweiligen Wissenstand an und der ist bei jedem Thema dann wieder anders ;) Und Lösungsvorschläge gab es in der Anstalt auch her selten. So fair muss man schon sein.


Der Punkt ist, dass man das Thema nicht suf einen Punkt gebracht hat, wie man das sonst gerne tut. Im Grunde stand in den meisten Sendungen der Anstalt am Ende eine Botschaft, ob nicht mehr zu Starbucks zu gehen, sich mehr zu beteiligen oder sich mal ernsthaft mit der Linkspartei zu beschäftigen.

Zum Thema TTIP hat man aber lieber die Hälfte der Zeit aufgebraucht um zu erklären ("vielleicht kurz für die Zuschauer") und dabei ganz vergessen, die Sendung auf einen Punkt zu bringen und hat die Materie trotz der schon überbordend vielen Erklärungen dennoch wahnsinnig kompliziert erscheinen lassen. Das erinnert mich an die Sendung zu Griechenland, die eher ein VWL-Kurs als eine Satiresendung war und am Ende nur durch den bewegenden Schluss gerettet wurde. Und sicher: Das hat - Bungi hat da nicht Unrecht - auch mit dem Timing des Themas zu tun.


Was hätte denn zum Schluss noch kommen sollen?

Es gab auch schon "schlechtere Enden" wie letztes mal mit dem AfD-Baby oder die rappende Oma am Ende der NSU-Ausgabe ...

Das alle über TTIP reden und CETA auch schon genug Schaden anredet, fand ich einen guten Schluss. Wer von uns hat CETA groß auf dem Schirm? Und einige "News" in den Gruppen-Szenen waren mir auch nicht so bekannt.


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BeitragMi 25. Mai 2016, 10:27 
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Interessante Ausgabe. Die Soloauftritte waren nicht so besonders, aber der Rest war wieder gut.

Schade, dass die Sommerpause so lang ist.


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BeitragMi 25. Mai 2016, 11:09 
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BungaBunga hat geschrieben:
bei Frau Prayon hingegen bin ich schon davon ausgegangen, dass sie sich auch inhaltlich dem Thema widmet. Ihr Solo Beitrag war unterirdisch, inhaltlich völlig irrelevant, sich selbst widersprechend

Genau das war allerdings für mein Gefühl auch beabsichtigt. Dieses "ich bin fertig mit dem Thema, was erwarten sie noch?", einfach mal über irgendwelche Bedenken weg walzen und sich betont ganz anderen Sachen widmen, damit bloß keiner nachfragt - das paßt doch zum Umgang der Politik mit TTIP und der Kritik dazu...

hanzumon hat geschrieben:
Und Lösungsvorschläge gab es in der Anstalt auch her selten. So fair muss man schon sein.

Ist ja auch nicht wirklich die Aufgabe von Kabarett...

Tanja Timanfaya hat geschrieben:
Da von Burying während der EM auszugehen ist, war der Hinweis auf CETA (das jetzt schon kaum Beachtung findet) sehr wichtig kam aber leider zu kurz.

Ich fand es extrem pointiert und treffend, wie der Hinweis kam. Gerade dieses smalltalk-mäßige nebenbei erwähnen. Genau so geht die Politik doch auch damit um. "Laß die TTIP-Kritik-Spinner sich mal aufregen, sag vielleicht das eine oder andere Wort dazu, Hauptsache, sie sind genug abgelenkt, um uns unser schönes Hintertürchen nicht kaputt zu machen". Ich wußte zwar, dass es ein ähnliches Abkommen auch mit Kanada geben soll, aber das hat mir schon nochmal einen Schrecken versetzt, wie die da beiläufig klar gemacht haben, dass der Protest gegen TTIP, selbet wenn er erfolgreich wäre, uns wahrscheinlich nicht die Bohne bringt...

baumarktpflanze hat geschrieben:
Zum Thema TTIP hat man aber lieber die Hälfte der Zeit aufgebraucht um zu erklären ("vielleicht kurz für die Zuschauer") und dabei ganz vergessen, die Sendung auf einen Punkt zu bringen

Ich finde schon, dass man das Thema auf den Punkt gebracht hat. Auf den Punkt, dass hier a) sämtliche demokratischen Institutionen und Prozesse übergangen bzw. ausgehebelt werden und b) viele unserer Errungenschaften wie Verbraucherschutz, Arbeitnehmerrechte etc durch die Hintertür quasi abgeschafft werden.
Arg kompliziert fand ich die Darstellung eigentlich gar nicht, ich denke sie haben halt versucht, klarzumachen, dass sich das auf diversen Ebenen abspielt und daher vieles "ist doch gar nicht so schlimm" bewußte Augenwischerei ist...

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BeitragMi 25. Mai 2016, 12:22 
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hanzumon hat geschrieben:
Was hätte denn zum Schluss noch kommen sollen? Es gab auch schon "schlechtere Enden" wie letztes mal mit dem AfD-Baby oder die rappende Oma am Ende der NSU-Ausgabe ...


Da hast Du allerdings recht. Mir fehlte dennoch die Message bzw. die Botschaft und vielleicht auch eine Alternative oder Handlungsoption. Sicher, das...

rosebowl hat geschrieben:
Ist ja auch nicht wirklich die Aufgabe von Kabarett...


...aber Aufgabe einer Gesellschaftskritik und als solche haben gute Kabarettisten immer eine Idee, einen Vorschlag oder eben eine Handlungsoption. Allein die Botschaft "Passt auf!" oder "Schau, was die da machen!" oder "TTIP ist doof!" ist da einfach zu banal - und auch der Anstalt nicht würdig.

Dass die nicht genannt wurde - oder ich sie nicht wahrgenommen habe -, liegt wohl eher daran, dass man sich auf einen Verhandlungsstand bezieht einer nichtöffentlichen Verhandlung, aber nicht auf ein Ergebnis oder einen vorläufigen Gesetzesentwurf (geleakt von einer Interessenorganisation, die in diesem Fall toll ist, weil sie auf der richtigen Seite steht). Und da sind wir wieder bei der Sache mit dem Timing, dass schon BungaBunga ansprach: Man ist eben mittendrin oder besser gesagt - wenn man sich das Papier so anschaut - eher noch am Anfang.

rosebowl hat geschrieben:
BungaBunga hat geschrieben:
bei Frau Prayon hingegen bin ich schon davon ausgegangen, dass sie sich auch inhaltlich dem Thema widmet. Ihr Solo Beitrag war unterirdisch, inhaltlich völlig irrelevant, sich selbst widersprechend

Genau das war allerdings für mein Gefühl auch beabsichtigt. Dieses "ich bin fertig mit dem Thema, was erwarten sie noch?", einfach mal über irgendwelche Bedenken weg walzen und sich betont ganz anderen Sachen widmen, damit bloß keiner nachfragt - das paßt doch zum Umgang der Politik mit TTIP und der Kritik dazu...


Das fand ich auch gut an dem Solo von ihr, ja, und würde es auch deswegen hervorheben.

Lion60 hat geschrieben:
Schade, dass die Sommerpause so lang ist.


Die Sommerpause ist seit 2012 so lang. Seitdem werden nur 8 Ausgaben der Anstalt (bzw. damals noch Neues aus der Anstalt) produziert.

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BeitragMi 25. Mai 2016, 12:55 
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baumarktpflanze hat geschrieben:
...aber Aufgabe einer Gesellschaftskritik und als solche haben gute Kabarettisten immer eine Idee, einen Vorschlag oder eben eine Handlungsoption. Allein die Botschaft "Passt auf!" oder "Schau, was die da machen!" oder "TTIP ist doof!" ist da einfach zu banal - und auch der Anstalt nicht würdig.


Ist zwar nicht die Aufgabe des Kabarets, würde ich aber auch begrünßen. Die Anstalt ist ja weit mehr als normales Kabaret, wie es noch Hildebrandt & Co. gemacht haben.

Das Problem ist aber grundsätzlicher Natur, dass alle Unternehmen jährlich mehr Gewinn erwirtschaften müssen, weil sonst die Aktionäre davonlaufen oder auch sonst die Gewinne dank Inflation immer geringer werden.

Nur wirtschaftliche Lösungen außer "mehr Wachstum" und den Abbau von "Sozialen Standards" (wie eben bei TTIP) und weitere Umweltzerstörung gibt es ja nicht. Alles andere ist eben immer Alternativlos :(

Theoretisch könnte mal ein "zinsloses Wirtschaftssystem" dargestellt werden oder dass wir Umweltkosten in die Produkte mit einberechnen. Nur dann würde ja die eine Kilowattstunde Strom schon 72 Euro kosten, wenn wir alleine die Versicherungskosten und Rückbaukosten "einpreisen" würden.

Aber ob das die Mehrheit der Bürger überhaupt hören will? Jammert sogar der Links-Wähler, dass es keine Zinsen mehr gibt. Und der Strom darf ja auch nicht mehr kosten. Der Laptop muss 20 Stunden am Tag laufen und das Smartphone schalten wir garnicht mehr aus.

Man könnte auch mal eine Bürgerkritische Sendung machen. Jeder schimpft über die Regierung, aber am Ende wählen wieder 60% der Bürger Union und SPD ... Könnte man auch ein paar lustige Sketche darüber machen :D


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BeitragMi 25. Mai 2016, 13:19 
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hanzumon hat geschrieben:
Man könnte auch mal eine Bürgerkritische Sendung machen. Jeder schimpft über die Regierung, aber am Ende wählen wieder 60% der Bürger Union und SPD ... Könnte man auch ein paar lustige Sketche darüber machen :D


Wäre aber gerade aktuell eher ein problematisches Thema, wo beide Fraktionen doch derzeit mit Umfragetiefs zu kämpfen haben. Auch wenn man sicherlich die Frage stellen kann, ob denn die AfD die erhoffte Alternative ist, saugt sie ja die Volksparteien gerade ziemlich aus.
Also das Thema an sich kann man sicher behandeln, aber vielleicht weniger mit der "wählt doch eh jeder ständig nur CDU und SPD"-Prämisse.

Die gestrige Sendung fand ich alles in allem ordentlich, was aber einmal mehr nur den beiden Moderatoren geschuldet war. Prayons Einstieg fand ich gelungen (und dürfte doch an Evelyn Hamann angelehnt gewesen sein, oder? https://www.youtube.com/watch?v=uRp-TAOnDp8 ), ihr Solo dagegen ziemlich zäh, der eine mit der dicken Nase war okay, Masud fand ich desolat - inhaltlich, aber auch vor allem vom Timing her. Wirkte auf mich wie ein einigermaßen solide schauspielender Schüler, aber für die "Anstalt" viel zu schwach.

Das Ende hingegen hat mir ganz gut gefallen - Merkel im Hinterzimmer, wie sie gerade CETA durchdrückt, während sich die Menschen über TTIP aufregen. Ja, das war gut und sehr wahrscheinlich auch ziemlich nah an der Realität.

Mir fehlt aber die Erklärtafel. :cry:


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BeitragMi 25. Mai 2016, 13:25 
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hanzumon hat geschrieben:
Man könnte auch mal eine Bürgerkritische Sendung machen.


Im Grunde hatte man Deine bürgerkritische Ausgabe in Ansätzen ja schon im Dezember 2015, als man als Botschaft am Ende sagte: Informiert Euch und beteiligt Euch. Schließlich seid ihr der Souverän. Aber ihr macht es nicht und bleibt lieber daheim und meckert.

Und das kann man nur unterschreiben. Immer und immer wieder.

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BeitragMi 25. Mai 2016, 13:31 
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Ja, da ist leider sehr viel Wahres dran. Ich meine, es wird viel Kauderwelsch in die Welt posaunt, das viele Normalbürger nicht wirklich verstehen, man hat auch oft das Gefühl, verarscht zu werden, nichts ausrichten zu können, Politiker nerven mit aalglatten Nullaussagen etc - man kann eine gewisse Politikverdrossenheit durchaus verstehen. Aber daheim auf dem Sofa oder am Stammtisch meckern ist halt immernoch die Option, die am allerwenigsten ändert...

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BeitragMi 25. Mai 2016, 14:35 
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rosebowl hat geschrieben:
Aber daheim auf dem Sofa oder am Stammtisch meckern ist halt immernoch die Option, die am allerwenigsten ändert.


Gestern bei Lanz nach der Anstalt sagte der Gesellschaftswissenschaftler: "Wir brauchen den Mut, uns für unsere Zukunft geradezumachen." Das trifft es ganz gut.

Aber jetzt sind wir in einem anderen Thema.

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BeitragMi 25. Mai 2016, 18:31 
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rosebowl hat geschrieben:
Ja, da ist leider sehr viel Wahres dran. Ich meine, es wird viel Kauderwelsch in die Welt posaunt, das viele Normalbürger nicht wirklich verstehen, man hat auch oft das Gefühl, verarscht zu werden, nichts ausrichten zu können, Politiker nerven mit aalglatten Nullaussagen etc - man kann eine gewisse Politikverdrossenheit durchaus verstehen. Aber daheim auf dem Sofa oder am Stammtisch meckern ist halt immernoch die Option, die am allerwenigsten ändert...


Befor das Thema ausufert: Ich sehe ich weder in der AfD, noch in der Linkspartei irgendwo eine Alternative. Ich habe auch keinen Plan, welche Partei ich 2017 wählen soll ...

Noch zur Thema Veräppelung: Da muss man die Bürger auch in Schutz nehmen. Bei der Wahl wird gelogen, dass sich die Balken biegen und hinterher wird sowieso kaum etwas umgesetzt.

Und die richtigen Dinge, die wirklich weh tun, stehen ja grundsätzlich nicht durch Diskussion. Milliarden-Rettungen für Banken werden innerhalb 7 Tage durch das Parlament gepeischt. Oder bei der Flüchtlingsfrage. Warum man die Flüchtlinge nicht registriert hat, wenn man glücklicherweise jedem helfen wollte, verstehe ich dann auch nicht.

Ich bin nicht der Meinung, dass die Politiker ehrlich mit uns um gehen. Gleichzeitig müsste der Bürger aber auch mal die umgekehrte Sichtweise aushalten, wenn sonst immer nur auf Politiker eingeschlagen wird in der Anstalt.

Noch zu den Parteien: Ich bin es als Bürger grundsätzlich leid, dass ich immer nur eine Partei wählen kann. Es ist nicht so, dass ich bei einer Partei alles gute finde und alle anderen Parteien doof finden würde. Das ist doch für jedes politische Thema unterschiedlich. Mal hat die SPD recht, mal die Union. Mal die Grünen. Da würde man mal der Linke recht geben. Selbst die FDP hat ja zwei oder drei vernünftige Dinge im Programm ...

Ich würde mir viel mehr direkte Demokratie wünschen. Denn auch wenn ich dann mal bei der Minderheit bin, waren halt die Mehrheit eine andere Meinung. Das ist aber noch was anderes, als wenn da 600 Abgeordnete im Bundestag so abstimmen, wie sie gerade lustig sind.

Und Merkel, Gabriel & Co. fürchten doch die direkte Demokratie wie der Teufel das Weihwasser. Da wäre zum Mindest TTIP und CETA kein Thema. Und ich bin ja kein Wirtschaftsfeindlicher Mensch. Aber da einen Völkerrechtlichen Vertrag einzuführen, für 0,5% Wirtschaftswachstum pro Jahr. Halte ich dann schon für ziemlich realitäsfremd ...

Zum Abschluss noch eine kleine Geschiche: Unsere Abgeordnenten haben es ja gut, weil sie von den meisten "Reformen / Kürzugen" nie betroffen sind. Sobald man selbst mal betroffen ist (wenn auch nur passiv), dann ändert sich die Sichtweise. Eine Verwandte von Ulla Schmidt damals als Gesundheitsministerin erkrankte an Brustkrebs. Und war auch nur gesetzlich versichert. Und kurz darauf wurden mehr Vorsorgeuntersuchungen und eine bessere ärztliche Versorgung für dieses Krankenbild sichergestellt.

Es fehlt halt total an Mitgefühl. Wenn ich selbst nie arbeitslos werden kann oder mir in wenigen Jahren eine große Rente sichern kann, habe ich auch bei Hartz4 oder der Senkung des Rentenniveaus selten Gewissensbisse ... :(

baumarktpflanze hat geschrieben:
rosebowl hat geschrieben:
Aber daheim auf dem Sofa oder am Stammtisch meckern ist halt immernoch die Option, die am allerwenigsten ändert.


Gestern bei Lanz nach der Anstalt sagte der Gesellschaftswissenschaftler: "Wir brauchen den Mut, uns für unsere Zukunft geradezumachen." Das trifft es ganz gut.

Aber jetzt sind wir in einem anderen Thema.


Ne öffentlich gezeigte politische Meinung muss man sich heute aber auch leisten können. Die meisten Leute sind doch zufrieden, wenn sie noch einen Job haben und damit halbwegs gut verdienen. Da riskiert kaum einer was wie seinen Job oder auch das Ansehen seiner Berufskolegen.

Bei uns sind doch alle längst innerlich ausgestiegen. Die einen Schauen Trash im TV, bei den anderen läuft die Playstation täglich. Andere haben halt andere Hobbies. Ist der Industrie auch recht. 4,5 Tage arbeiten, an 2,5 Tagen muss dann konsumiert werden, damit die Wirtschaft läuft.

Viele haben "innerlich gekündigt" und machen "Dienst nach Vorschrift". Im politischen Bereich leider genauso. "Kaum jemand nimmt noch jeder Aussage eines Politikers für voll" und gewählt wird halt alle vier Jahre das "kleinere Übel". Nur ist das halt auch ein Übel ... :lol:


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BeitragMi 25. Mai 2016, 19:01 
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hanzumon hat geschrieben:
Ich würde mir viel mehr direkte Demokratie wünschen. Denn auch wenn ich dann mal bei der Minderheit bin, waren halt die Mehrheit eine andere Meinung. Das ist aber noch was anderes, als wenn da 600 Abgeordnete im Bundestag so abstimmen, wie sie gerade lustig sind.


Ach, es gibt Unmengen Beteiligungsmöglichkeiten: Fang in Deiner Kommune / Gemeinde / Stadt an, mach bei kommunalen Beteiligungen mit, besuche die Gemeinderatssitzungen, sprich mit Deinen Abgeordneten, sprich mit den Parteileuten in Deinem Ort, reiche Petitionen ein oder unterstütze sie, gründe eine Initiative, werde Bürgermentor, schau auf die Onlinebeteiligungsportale Deines Bundeslandes oder Deiner Stadt, sprich mit Abgeordneten, schreibe ihnen, geh wählen, eröffne einen politischen Blog, tritt in eine Partei ein,...

Du wirst sehen: Nicht alles wird umgesetzt. Aber man kann echt was erreichen. Ist natürlich Arbeit und nicht einfacher, als alle paar Monate zu einer Volksabstimmung zu gehen. Du kannst, wenn Du willst, Deinen ganzen Tag planen mit Beteiligungen in diesem Land.

hanzumon hat geschrieben:
Ne öffentlich gezeigte politische Meinung muss man sich heute aber auch leisten können. Die meisten Leute sind doch zufrieden, wenn sie noch einen Job haben und damit halbwegs gut verdienen. Da riskiert kaum einer was wie seinen Job oder auch das Ansehen seiner Berufskolegen. Bei uns sind doch alle längst innerlich ausgestiegen. Die einen Schauen Trash im TV, bei den anderen läuft die Playstation täglich. Andere haben halt andere Hobbies. Ist der Industrie auch recht. 4,5 Tage arbeiten, an 2,5 Tagen muss dann konsumiert werden, damit die Wirtschaft läuft.


Dass alle Trash-TV gucken, Playstation spielen oder innerlich gekündigt haben, hat in den allerseltensten Fällen was mit Politik zu tun. Und das bürgerschaftliche Engagement ist schon da, gerade im Ehrenamt: Vereine, Helfer in der Flüchtlingskrise, Leute, die sich auch politisch engagieren,...

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BeitragMi 25. Mai 2016, 21:07 
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baumarktpflanze hat geschrieben:
hanzumon hat geschrieben:
Ich würde mir viel mehr direkte Demokratie wünschen. Denn auch wenn ich dann mal bei der Minderheit bin, waren halt die Mehrheit eine andere Meinung. Das ist aber noch was anderes, als wenn da 600 Abgeordnete im Bundestag so abstimmen, wie sie gerade lustig sind.


Ach, es gibt Unmengen Beteiligungsmöglichkeiten: Fang in Deiner Kommune / Gemeinde / Stadt an, mach bei kommunalen Beteiligungen mit, besuche die Gemeinderatssitzungen, sprich mit Deinen Abgeordneten, sprich mit den Parteileuten in Deinem Ort, reiche Petitionen ein oder unterstütze sie, gründe eine Initiative, werde Bürgermentor, schau auf die Onlinebeteiligungsportale Deines Bundeslandes oder Deiner Stadt, sprich mit Abgeordneten, schreibe ihnen, geh wählen, eröffne einen politischen Blog, tritt in eine Partei ein,...

Du wirst sehen: Nicht alles wird umgesetzt. Aber man kann echt was erreichen. Ist natürlich Arbeit und nicht einfacher, als alle paar Monate zu einer Volksabstimmung zu gehen. Du kannst, wenn Du willst, Deinen ganzen Tag planen mit Beteiligungen in diesem Land.


Also mir ist das viel zu wenig. Ich engagiere mich ja für Vereine und bestimmte politische Themen. Aber das hilft so gut wie nichts. Ist wie beim Bürgerentscheid über die dritten Flugbahn in Erding in Bayern. Waren die Bürger mehrheitlich dagegen und die CSU setzt das trotzdem durch.

Und als Privatperson brauche ich da auch nicht größer in Erscheinungung treten, denn das dürfte meinen Arbeitgeber auch nicht gefallen. Wenn man nicht gerade verbeamtet ist, will man es sich mit der Personalabteilung auch nicht verscherzen. Deshalb habe ich auch keinen Facebook-Account oder so.

Also ich bin klar für direkte Demokratie. So war das ganze System auch mal bedacht. Aber 80 Millionen Wähler kann man halt weniger leicht "bestehen", wie 600 Abgeordnete ;)

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Mir haben die vier Anstalts-Ausgaben in der ersten Hälfte 2016 wieder sehr gut gefallen und hoffe auf viele weitere gute Shows. Nur das mit den Solo-StandUps wird echt zum Problem. Obwohl ich Chin Mayer in dieser Ausgabe ganz gut fand.

Naja, mal schauen, was die Gäste in den nächsten vier Ausgaben so drauf haben werden :)


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BeitragMi 25. Mai 2016, 21:14 
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Direkte Demokratie mit den Deppen, die so auf der Straße rumlaufen? Nee danke, dann doch lieber 'ne Monarchie. :P :mrgreen: Aber man kommt hier weitab vom Thema ...


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BeitragMi 25. Mai 2016, 22:28 
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Kaffeesachse hat geschrieben:
Direkte Demokratie mit den Deppen, die so auf der Straße rumlaufen? Nee danke, dann doch lieber 'ne Monarchie. :P :mrgreen: Aber man kommt hier weitab vom Thema ...


Die Deppen wählen heute auch schon ... Und in einer Demokratie darf halt jeder wählen ... Mit dem muss man halt leben ...

Auf jeden Fall beneide ich die Schweizer um ihre direkte Demokratie. Da bin ich ganz offen und ehrlich.

Bei uns kannst du Union wählen, die die Umsatzsteuer um 2% erhöhen wollen und die SPD, die das ablehnen. Und dann erhöhen beide Parteien die Umsatzsteuer um 3% ... Und dann ist der Wähler schuld, wenn er sich betrogen fühlt ... :lol:


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BeitragDo 26. Mai 2016, 05:04 
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hanzumom hat geschrieben:
Ist wie beim Bürgerentscheid über die dritten Flugbahn in Erding in Bayern. Waren die Bürger mehrheitlich dagegen und die CSU setzt das trotzdem durch.


So ist das aber nicht richtig. Die dritte Startbahn, die 2011 per Bürgerentscheid abgelehnt wurde, wurde bis heute nicht gebaut und es gibt auch keinen Beschluss, sie zu bauen. Man überlegt gerade eher, nach fünf Jahren die Bürger nochmal abstimmen zu lassen. Insofern: Gerade das Engagement derjenigen, die damals die Leute mobilisiert haben, gegen die Startbahn zu stimmen, war eben nicht zu wenig.

hanzumon hat geschrieben:
Wenn ich selbst nie arbeitslos werden kann oder mir in wenigen Jahren eine große Rente sichern kann, habe ich auch bei Hartz4 oder der Senkung des Rentenniveaus selten Gewissensbisse


Das stimmt so auch nicht. Wenn Du Dein Mandat durch Wahl oder Abstimmung verlierst, bist Du erst einmal auf andere Verdienstquellen angewiesen, wenn Du nicht in Deiner Partei auch einen bezahlten Posten hast. Die Ansprüche auf die Politiker-Pensionen hast Du auch nicht automatisch, dafür musst Du erstmal eine gewisse Zeit im Bundestag als gewählter Abgeordneter sitzen. Der Großteil der politischen Arbeit an der Basis wird gar nicht bezahlt: Bürgermeister arbeiten in kleinen Orten oft ehrenamtlich, Parteiarbeit ist öfters reines Engagement.

hanzumon hat geschrieben:
Und als Privatperson brauche ich da auch nicht größer in Erscheinungung treten, denn das dürfte meinen Arbeitgeber auch nicht gefallen. Wenn man nicht gerade verbeamtet ist, will man es sich mit der Personalabteilung auch nicht verscherzen. Deshalb habe ich auch keinen Facebook-Account oder so.


Politische Beteiligung bedeutet doch auch im deutschen System nicht, dass jeder davon weiß. Onlinebeteiligung ist anonym, bei Gesprächen mit Abgeordneten musst Du ja nicht unbedingt Deinen richtigen Namen nennen und bei einer Initiative brauchst Du ja auch nicht unbedingt als Sprecher in Erscheinung treten. Außerdem darf Deinem Arbeitgeber Dein politisches Engagement herzlich egal sein, solange Du nicht gegen die Interessen Deiner Firma agierst oder Dein Engagement nicht mehr aus der Arbeit heraushälst.

Allein die Tatsache, dass Du anonym abstimmen kannst, macht noch keinen Sommer für eine direkte Demokratie. Denn die Abstimmungen brauchen auch die Personen, die sich die Arbeit machen, dafür zu kämpfen und ihre Ziele durchzusetzen. Das ist in Deutschland nicht anders: In der Politik geht es nun einmal um Mehrheiten. Wenn Du aber nicht bereit bist, für diese Ziele zu kämpfen und die entsprechenden Mehrheiten zu beschaffen, wird Dich auch eine direkte Demokratie nicht glücklicher machen.

Übrigens: Zum Thema direkte Demokratie kannst Du auch mal in diesen Thread reinschauen. Und eine aktuelle Diskussion zu TTIP findet sich hier im Forum

Kaffeesachse hat geschrieben:
Nee danke, dann doch lieber 'ne Monarchie. :P :mrgreen:


Bitte auch nicht. :mrgreen:

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BeitragDo 26. Mai 2016, 12:15 
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baumarktpflanze hat geschrieben:
hanzumom hat geschrieben:
Ist wie beim Bürgerentscheid über die dritten Flugbahn in Erding in Bayern. Waren die Bürger mehrheitlich dagegen und die CSU setzt das trotzdem durch.


So ist das aber nicht richtig. Die dritte Startbahn, die 2011 per Bürgerentscheid abgelehnt wurde, wurde bis heute nicht gebaut und es gibt auch keinen Beschluss, sie zu bauen. Man überlegt gerade eher, nach fünf Jahren die Bürger nochmal abstimmen zu lassen. Insofern: Gerade das Engagement derjenigen, die damals die Leute mobilisiert haben, gegen die Startbahn zu stimmen, war eben nicht zu wenig.

hanzumon hat geschrieben:
Wenn ich selbst nie arbeitslos werden kann oder mir in wenigen Jahren eine große Rente sichern kann, habe ich auch bei Hartz4 oder der Senkung des Rentenniveaus selten Gewissensbisse


Das stimmt so auch nicht. Wenn Du Dein Mandat durch Wahl oder Abstimmung verlierst, bist Du erst einmal auf andere Verdienstquellen angewiesen, wenn Du nicht in Deiner Partei auch einen bezahlten Posten hast. Die Ansprüche auf die Politiker-Pensionen hast Du auch nicht automatisch, dafür musst Du erstmal eine gewisse Zeit im Bundestag als gewählter Abgeordneter sitzen. Der Großteil der politischen Arbeit an der Basis wird gar nicht bezahlt: Bürgermeister arbeiten in kleinen Orten oft ehrenamtlich, Parteiarbeit ist öfters reines Engagement.

hanzumon hat geschrieben:
Und als Privatperson brauche ich da auch nicht größer in Erscheinungung treten, denn das dürfte meinen Arbeitgeber auch nicht gefallen. Wenn man nicht gerade verbeamtet ist, will man es sich mit der Personalabteilung auch nicht verscherzen. Deshalb habe ich auch keinen Facebook-Account oder so.


Politische Beteiligung bedeutet doch auch im deutschen System nicht, dass jeder davon weiß. Onlinebeteiligung ist anonym, bei Gesprächen mit Abgeordneten musst Du ja nicht unbedingt Deinen richtigen Namen nennen und bei einer Initiative brauchst Du ja auch nicht unbedingt als Sprecher in Erscheinung treten. Außerdem darf Deinem Arbeitgeber Dein politisches Engagement herzlich egal sein, solange Du nicht gegen die Interessen Deiner Firma agierst oder Dein Engagement nicht mehr aus der Arbeit heraushälst.

Allein die Tatsache, dass Du anonym abstimmen kannst, macht noch keinen Sommer für eine direkte Demokratie. Denn die Abstimmungen brauchen auch die Personen, die sich die Arbeit machen, dafür zu kämpfen und ihre Ziele durchzusetzen. Das ist in Deutschland nicht anders: In der Politik geht es nun einmal um Mehrheiten. Wenn Du aber nicht bereit bist, für diese Ziele zu kämpfen und die entsprechenden Mehrheiten zu beschaffen, wird Dich auch eine direkte Demokratie nicht glücklicher machen.


Naja, du machst es dir viel zu einfach.

Wenn de Bürger die dritte Startbahn ablehnen, sollte das Thema erledigt sein. Dagegen hälte die CSU mit Huber als Wirtschafts-Sprecher unbeirrt daran fest und will das immer wieder durchdrücken.

Und zum Bundestag: Viele Bundestagsabgeordnete sind bestens mit der Wirtschaft vernetzt. Anwaltskanzleinen schreiben teilweise schon die Gesetze. Viele haben "Nebenjobs" in der Wirtschaft. Die meisten Abgeordneten sind entweder Lehrer oder Rechtsanwälte und dürften nach einer Abwahl wieder gut verdienen. Die wenigstens FDP-Abgeordneten sind nach ihrer Abwahl in Hartz4 gelandet ;)

Und mein Demokratieverständnis ist ein anderes: Die Politiker sollen das machen, was die Mehrheit will. Nicht alle vier Jahre Stimmen durch Lügen und falsche Versprechungen ergaunern (das im Wahlkampf gelogen wird, wirst du ja hoffentlich nicht absprechen) und danach machen sie vier Jahre wieder, was sie wollen und wie es Banken und Großkonzernen in den Kram passt.

Anderes kann ich mir das Festhalten an TTIP nicht erklären. Wäre das billigste für die SPD jetzt, sich dagegen zu stellen und ein paar Prozente zurückzugewinnen. Aber wahrscheinlich hat Gabriel auch schon den nächsten Industrie-Job vor Augen ...

Ich kann ja in unseren tollen Demokratie nicht mal den Bundespräsidenten wählen. Den klüngeln jedes Mal ein paar hohe Politiker im Hinterzimmer auf. Ist das Demokratie für dich?

Keine Ahnung, wie man heute noch "parlamentarische Demokratie" für richtig befinden kann. Die letzten 20 Jahre wurde noch gegen die Bürger Politik gemacht. Sieht man jedes Jahr, wenn die Zahlen für die Mittelschicht bekanntgegeben werden, die immer kleiner wird. Und das sagt jetzt das DIW, auch nicht irgendwelche Sozialisten.


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BeitragDo 26. Mai 2016, 12:49 
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hanzumom hat geschrieben:
Wenn de Bürger die dritte Startbahn ablehnen, sollte das Thema erledigt sein. Dagegen hälte die CSU mit Huber als Wirtschafts-Sprecher unbeirrt daran fest und will das immer wieder durchdrücken.

Es ist ja auch legitim, in einer Partei Interessen zu verfolgen, genauso, wie es andersherum legitim ist, wenn zum Beispiel die Gegner von Stuttgart21 weiterhin versuchen, den Bahnhofsbau zu stoppen. (S21 ist zweifelsohne ein Tiefpunkt des politischen, medialen und gesellschaftlichen Umgangs mit engagierten Bürgern!) Inzwischen sind seit dem Bürgerentscheid in München, der verloren ging, fünf Jahre vergangen. München hat sich verändert, die Wirtschaftslage ist eine andere, die Startbahn wurde immer noch nicht gebaut und man hat einen Status mit dem Flughafen als Drehkreuz zu verteidigen.

Ehrlich gesagt: Da würde man sich manchmal wünschen, dass andere Themen auch so schnell und dauerhaft (wieder) auf der Agenda landen. Ein paar hast Du ja selbst genannt. Gleichwohl sind die Kritiker auch in der CSU stark. Es ist ja nicht so, dass die Partei aus einem Munde die Startbahn fordert.

hanzumon hat geschrieben:
: Viele Bundestagsabgeordnete sind bestens mit der Wirtschaft vernetzt. Anwaltskanzleinen schreiben teilweise schon die Gesetze. Viele haben "Nebenjobs" in der Wirtschaft. Die meisten Abgeordneten sind entweder Lehrer oder Rechtsanwälte und dürften nach einer Abwahl wieder gut verdienen. Die wenigstens FDP-Abgeordneten sind nach ihrer Abwahl in Hartz4 gelandet


Genau die zweite Ausbildung brauen sie aber auch, gerade dann, wenn die Karriere schief geht. Man kann viele Nebentätigkeiten sehr wohl kritisieren und den Lobbyismus mit Recht anprangern, aber das Politiker an sich ein zweites Standbein haben, sehe ich nicht als Problem.

hanzumom hat geschrieben:
Die Politiker sollen das machen, was die Mehrheit will.

Das hoffe ich nicht immer. Politiker müssen auch Minderheiten schützen und beachten: Homosexuelle, Behinderte, Interessen von Minderheitengruppierungen,...

hanzumon hat geschrieben:
Keine Ahnung, wie man heute noch "parlamentarische Demokratie" für richtig befinden kann.

Wir haben seit Jahrzehnten ein stabiles System. Da gibt es sicher viele Sachen, die man ändern kann. Gleichzeitig aber ist doch die falsche Nutzung des Systems nicht gleich ein Grund, das System abzuschaffen.

Viel eher sollte man überlegen, wo man - und zwar jeder selbst und nicht nur "die da oben"! - das System ölen und pflegen kann. "Die da oben" zu kritisieren ist einfach, als Souverän selbst was zu ändern aber dann die Aufgabe. Wenn Du das nicht möchtest und lieber klagst, dass das ja Folgen hat auf Arbeit und das Du es Dir nicht verscherzen willst und lieber die Anderen was tun sollen, wird sich da auch nichts ändern. Und das ist dann das, wo man es sich und Du es Dir zu einfach mach(s)t.

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Wir haben so viel Glück auf dem Gewissen.


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BeitragDo 26. Mai 2016, 13:18 
Vorstandsvorsitzende/r
 
 
Könnte man die letzten Beiträg nicht mal zusammenfassen, und in einem Thread zum Thema Volksabstimmungen oder ähnlich einbauen?
Das hier ist ja ein interessantes Thema, hat aber mit der Sendung "Die Anstalt" nicht mehr allzu viel zu tun.


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BeitragFr 27. Mai 2016, 10:51 
Abteilungsleiter/in
 
 
baumarktpflanze hat geschrieben:
hanzumon hat geschrieben:
Keine Ahnung, wie man heute noch "parlamentarische Demokratie" für richtig befinden kann.

Wir haben seit Jahrzehnten ein stabiles System. Da gibt es sicher viele Sachen, die man ändern kann. Gleichzeitig aber ist doch die falsche Nutzung des Systems nicht gleich ein Grund, das System abzuschaffen.


Mein letzter Kommentar zu dieser Diskussion:

Ich möchte lieber ein neues, besseres System, als noch zig Jahre an einem mäßigen System weiter rumzudoktern. Es wird ja auch fast alles schlechter und kaum etwas besser. So fair muss man schon sein.

Und das "System" löst sich ja von selbst auf. Was glaubst du denn wird los sein, wenn die EZB Negativzinsen erhebt und der Bürger kein Bargeld mehr hat, um das Einkommen schützen zu können? Welche Parteien werden dann gewählt?

Die zentrale Frage ist doch, wie wir heute schon "neue Bestandteile" in das alte System integrieren können. Aspekte wie ein "Bedingungsloses Grundeinkommen" oder ein "Zinsfreies Wirtschaftssystem" ... Nur das wird auch von allen größeren Parteien blockiert. Gruppen und Vereine gibt es in Deutschland ja einige, die sich dafür engagieren.

Nur halte ich es abschließend für einen Irrglauben, dass wir mit unserem "System" noch Probleme lösen können, die durch dieses System erst entstanden sind ...

P.S.: Ist mein letzter Beitrag länger geworden, als ursprünglich gedacht. Sorry!!! :(


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BeitragFr 27. Mai 2016, 11:33 
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hanzumon hat geschrieben:
Die zentrale Frage ist doch, wie wir heute schon "neue Bestandteile" in das alte System integrieren können. Aspekte wie ein "Bedingungsloses Grundeinkommen" oder ein "Zinsfreies Wirtschaftssystem" ... Nur das wird auch von allen größeren Parteien blockiert. Gruppen und Vereine gibt es in Deutschland ja einige, die sich dafür engagieren


Wenn zum Beispiel das bedingungslose Grundeinkommen Dein Traum ist, dann setz Dich dafür ein und klage nicht darüber, dass Dein Arbeitgeber Deine politische Meinung doof finden könnte. Also: Schließe Dich den Vereinen und Initiativen an, die das schon unterstützen, sprich mit Abgeordneten, unterstütze die Parteien, die das schon wollen, finde Mitstreiter, sammle Unterschriften, werbe um Spenden, starte Petitionen, geh auf die Straße mit Deinen Mitstreitern demonstrieren, mach die Presse drauf aufmerksam... Werde mit Deinem Anliegen zu einer Stimme!

Veränderungen brauchen Mut, Zeit, sehr viel Engagement und in 95% der Fälle auch entsprechende Mehrheiten. Dafür brauchst Du hier kein System wie in der Schweiz. Und selbst wenn, wäre der Aufwand in einem System wie der Schweiz genauso groß. Die Möglichkeiten in Deutschland sind da. Du musst sie halt nutzen.

Ich habe auch meine Ziele, für die ich mich in der Zivilgesellschaft einsetze, mit Abgeordneten spreche, bei meiner Kommune vorstellig werde, mit den Behörden zusammenarbeite, Öffentlichkeit erzeuge, Klinken putze, Telefone glühen lasse usw. Das kostet mich viel Zeit, ist eine Menge Arbeit, beliebt macht man sich damit auch nicht immer, aber es macht Spaß, weil man für etwas lebt und eine Aufgabe hat. Sicher: Einfacher ist das Sofa zu Hause und das Vorschieben anderer Gründe und der Traum eines anderen Systems immer und beliebter ist man damit auch, weil es so schön verfängt. Aber dann bleibt der Traum eben auch eine ungelebte Utopie.

Also: Raus mit Dir!

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BeitragFr 27. Mai 2016, 12:19 
Vorstandsvorsitzende/r
 
 
Petitionsunterstützer_innen gesucht!
"Die meistgesehene und mehrfach ausgezeichnete Satiresendung im Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF) gehört in die Primetime des Abendprogramms!"
https://www.change.org/p/dieanstalt-in- ... He+Lj+s%3D


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BeitragFr 27. Mai 2016, 14:23 
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Die meistgesehene ZDF-Satiresendung ist aber nicht "Die Anstalt", sondern die "heute-show". ;)

Und ich meine, inhaltlich könnte man das durchaus machen, wenn man bedenkt, dass dienstags eh nur die "ZDFzeit"-Dokus zur Primetime laufen und die entweder nur banalen Lebensmittel-Checks erfolgreich sind oder eben mit richtigen Inhalten untergehen. Aber eigentlich bin ich ganz zufrieden damit, wenn die Sendung verlässlich um 22:15 Uhr läuft.


Fohlen

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BeitragFr 27. Mai 2016, 14:57 
Vorstandsvorsitzende/r
 
 
Der Text und die Petition stammen auch nicht von mir. Ich habe die Petition über eine inoffizielle Facebook-Fanseite von Max Uthoff gefunden.

Ich denke nicht, dass man beim ZDF großes Interesse an einer Vorverlegung hat. Außerdem habe ich den Eindruck, dass man ganz froh ist, wenn so manch aufgedeckte Sauerei keine große Aufmerksamkeit erhält.


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BeitragFr 27. Mai 2016, 15:11 
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TV-Fan hat geschrieben:
Der Text und die Petition stammen auch nicht von mir. Ich habe die Petition über eine inoffizielle Facebook-Fanseite von Max Uthoff gefunden. Ich denke nicht, dass man beim ZDF großes Interesse an einer Vorverlegung hat. Außerdem habe ich den Eindruck, dass man ganz froh ist, wenn so manch aufgedeckte Sauerei keine große Aufmerksamkeit erhält.


Die Petition ist von einem Juso-Mitglied und politischen Aktivisten der Jungen Europäischen Föderalisten.

Ich bin übrigens auch ganz froh über den regelmäßigen (!) Sendeplatz am Dienstag Abend um 22:15 Uhr. Da können andere Formate des Öffentlich-Rechtlichen, insbesondere der Anstalten der ARD, nur von träumen. Dazu ist in Zeiten der Mediatheken und des enormen Aufsehens, dass die Anstalt in den sozialen Medien erregt, der Sendeplatz nicht ganz so entscheidend.

Und: Wenn man Aufdeckung von Sauereien fürchten würde, würde diese Sendung schon lange nicht mehr existieren.

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