von Sentinel2003
#1550073
Sooooo, endlich gesehen und HAMMER geiler Actioner und sehr gute Fortsetzung der Millenuim Trologie!!!


"Verschwörung"

ist, wenn mich nicht alles täuscht, sogar viel mehr action lastiger, als die 3 Filme mit Noomi Rapace...kann mich aber täuschen.... ;) O:-)

Claire Foy passt hervorragend in die Rolle!


8,5/10
von Sentinel2003
#1550238
Habe es tatsächlich, nach sovielen Jahren endlich geschafft, "Rambo I - IV" zu gucken!! :)



Gar nicht mal soooo übel!!




Dass es im ersten Teil NUR um IHN geht‌:denkendes_Gesicht:‌ und, dass er von einem Kleinstadt Sheriff gejagd wird, das hatte ich noch nirgendwo gelesen!!


Der erste Auftra, der ihn nach Asien führt und, wo er für gefühlt einige Minuten sogar eine kurze Liebe findet, hat mir sehr gut gefallen!



Teil 2 und 3 sind genauso gut!


Teil 4, wo er seinen ex Chef befreien muss, toppt eigentlich schon fast Teil 2 und 3....



Teil 5, der wohl leider der letzte sein soll, ist noch auf Pause gedrückt, habe gerade die ersten 10 Minuten gesehen und werde ihm mir aufheben....‌ >:)



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Ich kann mich nach wie vor NICHT dran gewöhnen, dass Stallone jetzt von Jürgen Prochnow gesprochen wird!!

WARUM seine erste Synchron Stimme aus den ersten Filmen ihn nicht mehr spricht?? Ist der Sprecher eventuell tod??
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von Wolfsgesicht
#1550296
Der ist/war krank und damit nicht zu haben.
Auch dazu gab’s mal ein Video auf Youtube bei „Car Maniac“, da der entsprechende Betreiber auf Wunsch vieler die neue Stimme werden sollte und nicht Prochnow.
Aber der sollte auch die neue Feststimme von Eddie Murphy werden, jedoch ist das ja eine Entscheidung des Studios.

Beziehungsweise Jürgen Prochnow ist ja die erste Stimme von Stallone gewesen.
Dann kam Danneberg, jetzt wieder Prochnow.

Das Video hatte ich hier ja schon mal verlinkt: Klick
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von LittleQ
#1550375
Ip Man 4

Cooler Typ. Sehr bewegtes Leben. IPM4 ist jetzt nicht der beste Film der Reihe, aber ein ganz guter Abschluss. Ein bisschen traurig macht es einen natürlich schon. Die Filme sind ja ohnehin nicht sehr glücklich :') und das sowohl die Reihe aus ist als auch diese Reise, ist schon doof.
Aber gut. Alles hat ein Ende und es war auch ein mehr als guter Zeitpunkt aufzuhören, weil sich schon dieser Teil sehr danach anfühlte, dass man vieles schon mal gesehen hat.

7.5/10
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von Fernsehfohlen
#1550389
It Follows (2014)

Die 19-jährige Jay (Maika Monroe) kopuliert nichts Böses ahnend im Auto mit Hugh (Jake Weary) - und wird fortan von einem bösen Geist verfolgt, der durch den Beischlaf von Hugh auf Jay übergesprungen ist. Eine recht absurde, aber irgendwie auch charmante Idee für einen sympathischen Indie-Teenie-Horrorfilm, der zumindest mal kein Genre-Vertreter von der Stange ist. Neben der einfallsreichen Grundidee sorgen auch der aus psychologischer Sicht gut durchdachte Antagonist des Films sowie der richtig starke Synthie-Soundtrack für eine stellenweise sehr dichte, mitreißende Atmosphäre. Und dennoch hatte ich mir von diesem Kritikerliebling deutlich mehr versprochen.

Mein Hauptproblem mit dem Streifen ist, dass die Protagonisten (allen voran Jay) an viel zu vielen Stellen ziemlich deppert und einfältig agieren, man zu selten das Gefühl bekommt, dass die Flucht vor dem schaurigen Etwas einem intelligenten, durchdachten Plan folgt und deutlich zu oft eben doch wieder die altbekannten Genre-Klischees vom blindblond kreischend umherirrenden Dummchen bedient werden, als dass ich bereit wäre, hier von einem wirklich cleveren Film zu sprechen. Das Drehbuch bleibt mir da viel zu löchrig. Auch bin ich davon enttäuscht, dass viele Szenen relativ vorhersehbar verlaufen und zwar kein Jumpscare-Schlachtfest, aber doch zumindest eine kleine Jumpscare-Abendparty gefeiert wird, was bei mir nur selten gezogen hat - zumal einige Effekte aufgrund des geringen Budgets (2 Millionen Dollar) sehr billig rüberkommen. Das Ende kommt abrupt und ist unbefriedigend, die darstellerischen Leistungen verbleiben auf einem soliden, aber alles andere als eindrücklichen Niveau und echte Charakterzeichnung findet auch eher halbherzig statt.

Insofern ist "It Follows" ein netter Teenie-Horrorfilm, der seinen Charme zur Hauptsache aus seiner frischen Grundprämisse, die eine echt coole neue Monster-Variante heraufbeschwört, welche den Film befriedigend durch seine 100 Minuten Laufzeit trägt, sowie aus der sehr guten musikalischen Untermalung zieht. Das ist echt okay, aber wenn sich die Kritikerzunft so mit Lob überschlägt, erwarte ich einfach mehr Geist, klügere Gedanken, spannendere Szenen und stimmigere Charaktere - einfach ein noch deutlich runderes Gesamtbild.

6/10


Fohlen
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von Fernsehfohlen
#1550393
Danke erstmal für den Hinweis. Ich meinte jetzt aber gar nicht so sehr die Szene im Schwimmbad, die... ambitioniert und etwas abgedreht war, aber bei aller Blödheit auch recht interessant umgesetzt und unterhaltsam. Da gab es im Laufe des Films aber diverse andere kleine Momente, die ich einfach als blöd empfand: Jay schläft im Freien auf ihrem Auto und präsentiert sich damit auf dem Silbertablett für das Monster. Jay krabbelt auf allen Vieren zur eingetretenen Holztüre, obwohl da "es" noch vor wenigen Sekunden vor stand. Jay latscht zum Wasser und stiert ewige Zeit stumpf nach vorne, obwohl das Monster sich auch schon mehrere Male von hinten genähert hatte. Jay krabbelt in Richtung Schwimmbecken, damit sie auch schön reingezogen werden kann... und so weiter. Das hat mich viel mehr gestört, die vielen kleinen Momente der empfundenen Geistosigkeit - nicht unbedingt das Ende.


Fohlen
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von Neo
#1550434
Ich tue momentan alles, um nicht das tun zu müssen, was ich eigentlich tun sollte. -_-
In diesem Sinne:

Abgeschnitten (2018 - aktuell auf Netflix)

Nicht, dass einem der Name Fitzek nicht schon hätte abschrecken müssen, aber man mag sich dann und wann eben doch selbst überzeugen. Der Cast hätte mit Moritz Bleibtreu, Lars Eidinger, Jasna Fritzi Bauer und Fahri Yardim auch wesentlich schlechter besetzt sein können.

Kurz: Tochter von Paul (Bleibtreu; er ist Rechtsmediziner) wird entführt. Entführer mordet lustig umher und hinterlässt in den Leichen irgendwelche Botschaften. Blöd, dass das Gros der Leichen auf Helgoland rumliegt, Paul aber nicht da ist. Gut für Paul, dass die Comiczeichnerin Linda (Jasna) auf der Insel rumlungert und in ihrem Verfolgungswahn über eine Leiche purzelt und die beiden via Leichenhandy (er hatte die Nummer via Botschaft bekommen) in Kontakt treten können. Unpraktischerweise wütet auf Helgoland ein Schneesturm, weshalb Paul da nicht so flugs hinkommt, also muss Linda die Leiche unter Anleitung von Paul aufschnibbeln. Das geht ca. eine halbe Stunde, ist sehr ekelig und leider noch viel langweiliger. Hinweise aus der Leiche geholt, Hinweis gefolgt, mehr Leichen mit noch mehr Hinweisen gefunden usw. usf. Fahri Yardim ist auch dabei. Irgendwer muss ja die Leichenhalle aufschließen.

Unterm Strich ists auf jeden Fall gut, dass Paul in einem Mercedes unterwegs ist. Denn so ein Mercedes ist ein tolles Auto, mit unfassbar genialen Features. Sehr geräumig, schön muggelig warm, recht flott unterwegs, hat GPS, man kann Geokoordinaten eingeben, die in einen Stock geritzt wurden und in Leichen stecken, und wenn man einen Unfall baut, eilt Hilfe herbei. Wenn man z.B. mitten im Wald, bei einem Schneesturm, gegen einen Baum fährt und Mercedes nicht in binnen einer kurzen Zeit einen Hilfswagen vorbeischicken kann, kommen die sofort mit dem Heli und bringen einen bei Bedarf auch nach Helgoland.

Cool waren auch die ganzen Rätsel. Paul musste das "Leuchten von Alcatraz" finden (oder so ähnlich). Kommt man nicht drauf. Kann man auch keinem verübeln, denn Helgoland hat ja Leuchtendes in Hülle und Fülle. Zum Glück werden Paul und sein Kumpane, den ich nicht erwähnte, weil langweilig, aber dem Typ gehört der Mercedes, also doch nicht ganz egal, außerdem ist er ein farbloser Klotz am Bein, aber wie gesagt, Mercedes halt. Zurück zum Glück: Auf jeden Fall werden die beiden vom Sohn des Bürgermeisters in Empfang genommen und da dieser ein Fuchs ist, weiß er das Rätsel im Handumdrehen zu lösen.
Welche Rolle Lars Eidinger inne hat, kann man sich ja denken. Unter besonders irrer Mörder macht der ja nichts. Ist auch kein Spoiler.

Film war nicht schlecht gemacht, Schauspieler gut, Geschichte unnötig kompliziert und stellenweise extrem dumm. Ich fands leider null spannend und habe mich größtenteils nur geekelt. Kalt wurde mir bei dem ganzen Schnee auch. Ich mag Mercedes-Benz.

4/10
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von Fernsehfohlen
#1550488
It Comes at Night (2017)

In einer postapokalyptischen Welt versucht Familienvater Paul (Joel Edgerton) alles, um seine Frau und seinen Sohn davor zu bewahren, der großen Seuche zum Opfer zu fallen, die neben weiten Teilen der restlichen Menschheit auch seinen Vater heimgesucht hat - was in erster Linie heißt: Maske tragen, sich in einer abgeschiedenen Hütte zu verbarrikadieren und die Ruhe zu bewahren. Das klingt ncht gerade nach einer revolutionären Story (und ist es auch nicht), aber in der Umsetzung hat mich dieser dystopische Horrorthriller ziemlich positiv überraschen können. Man folgt hier anderthalb Stunden lang einem sehr spannenden Kammerspiel, das viel Ruhe ausstrahlt, atmosphärisch sehr beklemmend und dicht daherkommt und zumindest in mir jederzeit das Interesse aufrecht erhalten hat, die weiteren Geschehnisse mitverfolgen zu wollen. Die schauspielerischen Leistungen sind allesamt ordentlich bis stark, die Figuren handeln in den meisten Szenen nachvollziehbar und auf Jumpscares wird zwar nicht komplett verzichtet, sie werden jedoch in einem sehr moderaten Rahmen gehalten - über weite Strecken ist es eher die dichte Atmosphäre, die Spannung und Grusel kreiert. An der Kameraarbeit habe ich nichts zu meckern, tonal empfinde ich den Film sogar als klar überdurchschnittlich. Für fünf Millionen US-Dollar ist das alles mehr als respektabel.

Umso erstaunter bin ich, dass die Publikumsresonanz bei diesem Streifen doch sehr verhalten bis schwach ausfällt und er zwar die Mehrzahl der Kritiker, den "normalen" Zuschauer aber kaum überzeugt hat. Was kann ich kritisieren? Eigentlich nur die doch recht altbackene Grundidee, wieder einmal eine postapokalyptische Welt zu zeigen, in der man ein paar Überlebenden folgt - hatte man alles schon einige Male, ist jetzt nicht sonderlich aufregend. Allerdings mag ich in diese Kritik schon nicht wirklich einstimmen, da ich mir noch nicht einmal sicher bin, ob hier wirklich ein solcher "Seuchen-Film" gezeigt wird - dafür findet die Seuche einfach zu abstrakt statt und wird fernab von Träumen nie wirklich gezeigt, was ich schon wieder spannend finde. Vielleicht auch der Umstand, dass manche innerhalb des Films aufgeworfene Rätsel nicht wirklich oder nur sehr vage aufgelöst werden und man mit einigen Fragezeichen entlassen wird. Auch gibt es vereinzelt Momente, in denen mir das Verhalten der Figuren nicht komplett logisch erscheint.

Davon einmal abgesehen ist "It Comes at Night" aber eine echte Horror-Perle, die ich all denjenigen ans Herz legen würde, die Kammerspiele mögen, kein großes Spektakel brauchen und sich auf nicht komplett durchdringbare Geschichten einlassen mögen, bei denen einem der Film das Mitdenken nicht abnimmt. Ich bin hiervon positiv überrascht.

7,5/10


Fohlen
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von Fernsehfohlen
#1550569
Bohemian Rhapsody (2018)

Ein absolut bombastisches Biopic über die Legende Freddie Mercury, das jedoch bei Fans wie Kritikern umstritten ist und vor allem viele Film-Experten nicht so recht begeistern kann. Ich habe mir lange Zeit dafür gelassen, den Streifen anzuschauen, da ich nicht nur die bestmögliche Stimmung hierfür, sondern auch die bestmöglichen Sound- und Bildqualität haben wollte - und das bis heute nie komplett gegeben war. Meines Erachtens überwiegen hier eindeutig die positiven Aspekte, wobei die wichtigsten Pluspunkte für mich sind, dass die Queen-Musik grandios rüberkommt, fantastisch in Szene gesetzt wird und ich total in die einzigartig kraftvoll-bombastische Stimmung gekommen bin, die Queen-Konzerte immer schon so faszinierend gemacht haben. Auch Rami Malek kann mich in der Hauptrolle absolut überzeugen, viel näher kann man an einen so einzigartigen Menschen wie Freddie wahrscheinlich nicht rankommen. Das alles ist überlebenswichtig für ein solches Filmprojekt, wenn man es nicht in den Sand setzen möchte und geht richtig, richtig gut auf.

Meines Erachtens höchst bedauerlich ist jedoch der Umstand, dass man sich bei diesem Film mit einer Laufzeit von unter zweieinhalb Stunden begnügt hat, was schlichtweg zu wenig ist, wenn man sowohl die Musik feiern als auch eine starke Biografie mit dramatischem Touch abliefern möchte - und bei letztgenanntem Aspekt bin ich auch ein wenig enttäuscht. Mercury selbst wird durchaus als ambivalenter Charakter dargestellt, mir in letzter Konsequenz aber zu sehr abgefeiert (und ich verehre diesen Mann). Das hat man meines Erachtens bei "Rocketman" besser gemacht. Enttäuscht bin ich auch von der Darstellung der drei anderen Bandmitglieder, die mir zu oft als homogene Masse dargestellt werden, die in Opposition zum Leadsänger stehen. Deshalb ist mir das hinsichtlich der Charakterzeichnung ehrlich gesagt ein wenig zu oft zu wenig. Als Band-Fan hätte ich mir auch noch mehr Hintergründe zu den Entstehungsprozessen einiger Songs und Alben gewünscht - sehe aber ein, dass sowas vielleicht wirklich den Rahmen gesprengt hätte. Aber gerade die letzten sechs Jahre vor Freddies Tod komplett auszusparen, empfinde ich als sehr bedauerlich, hätten sie doch das dramatische Profil des Filmes schärfen können - zumal für mich ein Mercury-Streifen, der sich nicht mit der "Innuendo"-Zeit auseinandersetzt, total unfertig wirkt. Ich kann verstehen, dass man dramaturgisch mit einem großen Bombast-Spektakel aufwarten möchte, glaube aber, dass man das auch mit "Innuendo" oder "The Show Must Go On" hätte bewerkstelligen können.

Somit ist "Bohemian Rhapsody" ein emotional packendes, musikalisch grandios inszeniertes Biopic, das mir aber zu viele Stationen in Queens und Freddies Geschichte ausspart, um als uneingeschränkt empfehlenswert durchzugehen. Ich hätte hier mindestens eine halbe Stunde mehr Laufzeit veranschlagt oder den Film vielleicht sogar zweigeteilt, aber in dieser Form eher nicht rausgebracht. Trotzdem absolut mitreißend, weshalb ich hinsichtlich der Bewertung total hin- und hergerissen bin.

7,5/10


Fohlen
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von Fernsehfohlen
#1550644
Aladdin (2019)

Ein weiterer Disney-Film, der neu aufgelegt wird, löst bei mir erst einmal eine grundsätzliche Skepsis aus - und in diesem Falle hier brauchte es fast eine Dreiviertelstunde, bis ich diese Skepsis habe ablegen können. Oder anders gesagt: Mir taugt diese Neuverfilmung erst mit dem Erscheinen von Will Smith als Dschinni, denn der bringt richtig Fuego in die bis dahin doch arg übersüßte Geschichte, deren Hauptfiguren Aladdin und Jasmin akzeptabel bis blass performen. Der im Vorfeld ziemlich stark kritisierte Smith agiert hier mit einer Spielfreude, die ich relativ lange nicht mehr von ihm gesehen habe, sein erster musikalischer Beitrag rockt die Höhle und ist meines Erachtens der ganz klar beste, rhythmischste und coolste Track dieser Neuverfilmung und sorgt in "Personal"union mit dem fliegenden Teppich dafür, dass immerhin zwei Akteure dieses Films reichlich Witz in den ansonsten doch eher bemüht wirkenden Cast bringen. Meines Erachtens ist auch das zweite Drittel von "Aladdin" ganz klar der stärkste Teil, ansonsten dominieren zu sehr Kitsch und Bombast bei relativ wenig Substanz.

Und damit bin ich auch bei den Problemen: Mena Massoud spielt die Titelfigur in einer mich ermüdenden Durchschnittlichkeit und bleibt in erster Linie mit seinem Dauerlächeln in Erinnerung - nicht uncharmant, aber ein wenig lasch. Jasmin (Naomi Scott) wird gut gespielt, aber ein wenig zu forciert in die Rolle der modernen Powerfrau gedrückt, was ich der Figur nicht wirklich habe abnehmen können - ist aber vielleicht Geschmackssache, ob man dieses modernere Frauenbild als anbiedernd oder zeitgemäß empfindet. Marwan Kenzari als Bösewicht Jafar allerdings ist eine komplette Fehlbesetzung und scheitert kläglich an seiner Aufgabe, die boshaft-durchtriebene Aura seines Charakters auch nur ansatzweise authentisch rüberzubringen. Da hat sein Papagei auf der Schulter leider wesentlich mehr zu bieten als er - und das ist echt schlecht, wenn der einzige genuine Antagonist eine solche Luftnummer ist wie hier. Die Besetzung hätte unterm Strich also deutlich runder ausfallen können.

Auf jeden Fall schwierig ist auch das gesamte Set-Design, das zwar prunkvoll und ästhetisch daherkommt, aber für mich einfach eine Spur zu süßlich und quietschbunt aussieht. Die meisten Songs sind bei mir relativ wirkungslos verpufft, auch wenn die Tanzeinlagen teilweise richtig gut geworden sind - mir fehlte oftmals die tonale Power, insbesondere die Balladen sind hier sehr oft dünn dahingesungener Schmalz ohne echten Esprit. Schade.

Unterm Strich würde ich sagen, dass man sich "Aladdin" anschauen kann. Auch auf die Gefahr hin, mich damit bei Vielen unbeliebt zu machen, ist für mich Will Smith als Dschinni das wirkmächtigste Argument für diesen Film, denn er interpretiert diese Figur eigen, aber mit großer Passion und sticht in einem sonst überwiegend behäbigen, teils überfordert wirkenden Cast überdeutlich hervor, öffnet die Tür zu einem unterhaltsamen Film und sorgt dafür, dass die lasche Liebesgeschichte ebenso erträglich scheint wie der komplett fehlbesetzte Jafar. Einige Szenen sind sehr gewitzt, der Film versucht sich zumindest daran, "Aladdin" als Realfilm anders zu erzählen als das Zeichentrick-Original von 1992. Ich kann nicht sagen, dass ich es bereue, den Film gesehen zu haben - denke aber auch nicht, dass ich ihn noch einmal schauen werde.

6/10


Fohlen
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