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von Fernsehfohlen
#1570236
Sentinel2003 hat geschrieben: Di 23. Dez 2025, 06:17 Ich habe vor etwa 1 Jahr den Film auch gesehen, mir hatte er sogar sehr gut gefallen, ich wollte den erst eigentlich gar nicht sehen. Ich fand Daisy's Schauspiel gar nicht übel. Das Buch habe ich nicht gelesen, ich habe in den letzten 30 Jahren etwa nicht ein Buch gelesen, gucke dafür lieber Filme und Serien.
Freut mich, dass er dir gefallen hat. :)

Ich denke, ich werde dich auch nicht davon überzeugen können, das Buch in die Hand zu nehmen. Aber sollte dich doch noch irgendwann die Leselust packen, versuche es vielleicht wirklich mit diesem Buch. Es ist leicht zu lesen und hat es bei mir so sehr wie wenig andere Bücher geschafft, mich in diese Welt eintauchen zu lassen. War wirklich toll.


The Holdovers (2023)

Nachdem mir in den vergangenen Wochen dieser Film an gleich mehreren Stellen ans Herz gelegt worden war, wollte ich ihn mir einfach mal ansehen, zumal die Rahmenhandlung (vom Leben enttäuschter Lehrer wird zum weihnachtsferieninternen Zwangsverbleib mit einem renitenten Schüler verdonnert) nun sicher nicht gar nichts mit meinem Leben zu tun hat. Und ich wurde nicht enttäuscht, sondern habe gut zwei Stunden lang eine gefühlvoll und behutsam erzählte Tragikomödie über aus unterschiedlichen Gründen vereinsamte Menschen gesehen, die auf dem ersten Blick unter massivem Arschlochverdacht stehen und deren Fassade erst mit zunehmender Laufzeit immer mehr bröckelt, bis zum Ende hin der traurige Kern ihres Wesens immer offensichtlicher wird.

Das alles wird garniert mit zumindest zwei herausragenden Darstellern (Paul Giamatti und Da'Vine Joy Randolph), einem wunderschönen Soundtrack und einigen witzigen Momente, die durchweg dafür sorgen, dass die Schwere den Film nie zu erdrücken droht. Überraschend ist die Handlung nur sehr selten, aber dafür konnte ich diesem Film trotzdem nie böse sein. Ein sehr liebenswerter Streifen über ein paar Vereinzelte und Außenseiter, denen zum Glück genug Zeit gegeben wird, sich zu entfalten. Wenn sich "The Holdovers" zu einem modernen Weihnachtsklassiker entwickeln sollte, hätte er meinen Segen.

8/10


Fohlen
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von Fernsehfohlen
#1570238
M3gan (2022)

Diese moderne Interpretation von "Chucky, die Mörderpuppe" habe ich mir angesehen, nachdem ich überraschend häufig auf gar nicht mal so negative Kritiken zu diesem Film gestoßen bin - und weil ich heute auch Bock auf einen knackig-kurzen Horrorschocker hatte, der nicht allzu viele Hirnzellen erfordert. Überrascht hat mich hier erst einmal, dass es über eine halbe Stunde dauert, bis Megan so wirklich "zum Leben erwacht". Gefüllt wird dieses erste Filmdrittel mit einer recht ordentlichen Einführung der beiden menschlichen Hauptfiguren und ihrem eher schwierigen Stiefmutter-Tochter-Verhältnis. Denn auch wenn es weder die ganz hohe Schauspielschule noch die tiefgründigsten Dialoge zu bestaunen gibt, habe ich mich doch dafür interessiert, wie die Beiden wohl künftig mit KI-Puppe agieren werden.

Wenn dann besagte Megan zunehmend das Ruder übernimmt, wird der Film dann meines Erachtens aber leider doch arg vorhersehbar und Puppenhorror-gewöhnlich. Es wird gemeuchelmordet, was das Zeug hält, die Puppe interessiert sich so gar nicht mehr für ihre Programmierung und führt natürlich exakt das Eigenleben, das jeder einfachen KI-Dystopie inhärent ist. Und zum Ende hin wird es dann geradezu trashig.

Spaß macht diese moderne "Chucky"-Adaption aber durchaus, vor allem für Popkultur-affine Cineasten, die auf der Suche nach einem weiteren Meme sind. Nettes Filmchen mit ein paar netten Einfällen und homöopathischen Charakterzeichnungsdosen, das sich aber schnell für den einfachen Weg entscheidet, um ihr Publikum zu unterhalten.

6/10


Fohlen
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