Theologe hat geschrieben:Aber Arielle, Schneewittchen und Das Dschungelbuch sind doch schon sehr auf Kinder zugeschnitten, allein schon wegen der nervigen Singerei. Die ich übrigens schon als Kind scheiße fand. Bei Shrek sind die Songs wenigstens ironisch.
Ohja, weil alles, wo nicht ironisch gesungen wird für Kinder ist. :roll:
Wenn du Musicals nicht magst, nun, das ist halt eine reine Geschmacksfrage und deshalb kann ich dich kaum zwingen, die Filme zu sehen und zu mögen. Aber eine Abneigung gegen ein Stilmittel direkt als Klassifikationskriterium für "kindisch" zu wählen, halte ich für arg problematisch.
Man kann ja ewig darüber streiten, was man nun selbst für Kinderkram hält, und was nicht. Ich denke, die objektiven Fakten sind entscheidender. Zum Beispiel "Schneewittchen" etwa. Nun, ich gehöre zu den ersten, die sagen, dass der Film überschätzt wird und schlecht gealtert ist. Er hat seinen großen filmhistorischen Wert, ein hervorragender Streifen ist es trotzdem nicht. Und ich denke, dass in der heutigen Welt nur wenige Kinder bei diesem Film großen Bammel bekommen. Damals jedoch wurde der Film von vielen Seiten aus als für Kinder ungeeignet eingeschätzt. Ließ mal ein paar Disney-Biografien, da überschlagen sich die Referenzen auf Fälle, wo Kinos beschlossen, Kinder nicht in den Film reinzulassen oder in UK noch vor Einführung von Jugendfreigaben ein "für Kinder unter 12/16 nicht geeignet" (die Angaben widersprechen sich teilweise) verhängt wurde.
Nun wirst du sicher denken: "Was juckt mich anno 1937". Aber dann kann man immer noch an TIMBOS Argument anknüfen, und das ist objektiv unstreitbar. (Die meisten) Disney-Animationsfilme wurden von in beliebiger Reihenfolge)
- Kindern in Begleitung ihrer Eltern
- Erwachsenen, die ihre Kinder mitnahmen ("hey, der Kleine kann sich den auch ansehen)
- Kindern ohne elterliche Begleitung
- Teenagern
- Erwachsenen ohne Kinder
besucht. Durch dieses breite Publikum konnte "Schneewittchen" auch seinerzeit der erfolgreichste Film aller Zeiten werden, "Das Dschungelbuch" inflationsbereinigt in die ewigen Top 20 aufsteigen oder "Arielle" das Broadwaymusical wiederbeleben. Vergleiche das mal mit Kinderfilmen (kannst auch Disneyfilme wie einen Großteil des "Winnie Puuh"-Franchises dazustellen). Die nehmen nur einen Bruchteil von diesen Beispielen ein. Weil dort der Erwachsenenmarkt gewaltig einbricht. Manche Eltern begleiten widerwillig ihre Kinder, und das war's. Da kannst du Gesinge hundertmal als Kinderkram bezeichnen.