Seite 699 von 699

Re: Mein letzter Film...

Verfasst: Mi 11. Sep 2019, 20:49
von Fernsehfohlen
Coco - Lebendiger als das Leben

Unter dem Deckmantel dieses für meine Begriffe recht generisch bis überzuckert klingenden Filmtitels steckt ein zurecht oscarprämiertes Pixar-Meisterwerk, das mich nach einem etwas zu hektischen Beginn spätestens ab dem Moment ziemlich gecatcht hat, wo der kleine Miguel in die Welt der Toten abtaucht. "Coco" ist nicht nur farbenfroh und sehr herzig, sondern ein wirklich intelligenter Ansatz, Kinder an das Thema Tod heranzuführen, ohne diesen als grausiges Schreckgespenst erscheinen zu lassen und wird im Mittelteil mitunter sehr ernst und etwas düster, ohne aber seinen Charme zu verlieren. Der Film ist wie immer bei Pixar top animiert, die diversen musikalischen Einlagen haben mich zum Großteil auch überzeugen können - wenngleich meines Erachtens der Song am besten wirkt, der in der deutschen Version als einziger nicht übersetzt wurde und auf Spanisch gesungen wird.

Was die Twists innerhalb des Films angeht, hatte ich ambivalente Eindrücke. An der einen oder anderen Stelle schafft es "Coco", überraschende und interessante Wendungen einzubauen, mitunter bleibt man aber auch recht vorhersehbar. Das ist aber nur ein kleiner Kritikpunkt inmitten einer Vielzahl von einfallsreichen, verspielten und kreativen Elementen, welche die gut anderthalb Stunden Laufzeit wie im Flug vergehen lassen. Hat mir wirklich gut gefallen.

8/10

----------------------------------

V wie Vendetta

Diesen Actionthriller aus dem Jahr 2006 habe ich mir gestern erstmals angesehen und kann gut nachvollziehen, weshalb er insbesondere bei jungen, politisch eher linksalternativ eingestellten Menschen zu einem Kultstreifen wurde: Mit sehr großer Konsequenz rebelliert der exzentrische V (Hugo Weaving) mit Guy-Fawkes-Maske gegen das totalitäre Schreckensregime in einem dystopischen Großbritannien der Zukunft und startet damit binnen eines Jahres eine gewaltige Volksbewegung.

Sehr gut haben mir in dieser Comic-Adaption die Wechsel zwischen actiongeladenen, lauten Szenen und auf der anderen Seite sehr ruhigen, tiefgründigen Momenten gefallen, wobei die Letztgenannten mich persönlich mehr interessiert haben. V ist ein interessanter, vielschichtiger Charakter, der mir vor allem aufgrund seiner Eloquenz mehrfach ein Lächeln über das Gesicht gezaubert hat. Die an seiner Seite agierende Evey (Natalie Portman) blieb mir lange Zeit etwas zu blass, gewinnt aber in der zweiten Filmhälfte doch etwas an Charakterstärke.

Meines Erachtens ziemlich problematisch ist aus meiner Warte der durch und durch defizitorientiere Blick auf die politischen Akteure, die im Grunde durchweg als egomanische, korrupte und verlogene Unterdrücker beschrieben werden - vor allem die Figur des Großkanzlers Adam Sutler (John Hurt) habe ich als viel zu stereotypen Keif-Diktatoren empfunden, dass ich die Schlichtheit dieser Figur diesem Werk als unwürdig empfand. Insgesamt ist mir der Film auch eine Ecke zu gewaltverherrlichend geraten. Vor allem zu Beginn hatte ich außerdem Probleme, durch Story und die Vielzahl an Figuren zu blicken.

Alles in allem ist "V wie Vendetta" ein eindrucksvoller Film, den man mal gesehen haben sollte und alles andere als eine gewöhnliche Comic-Verfilmung. Mit gut 130 Minuten Laufzeit ist er vielleicht eine kleine Idee zu lang geraten, zieht sich aber nur an wenigen Stellen. Probleme habe ich mit der implizit sehr präsenten Message, dass Gewalt und Mord legitime Mittel zum Widerstand gegen politische Akteure sind. Somit sehenswert, aber auch fragwürdig - und an einigen Stellen wirklich sehr deutlich an Orwells "1984" angelehnt.

7/10


Fohlen

Re: Mein letzter Film...

Verfasst: So 22. Sep 2019, 21:19
von Fernsehfohlen
Reservoir Dogs

Ich schätze Quentin Tarantino als Regisseur sehr und hatte schon an vielen seiner Filme großen Spaß, aber mit seinem inzwischen auch schon fast 30 Jahre alten Debütstreifen habe ich mich schwer getan. Auf der einen Seite sehe ich durchaus das Kult-Potenzial, denn dieses fast schon theaterhaft gefilmte Crime-Drama hat viele sehr coole und markante Szenen zu bieten, die einfach sehr unique sind. Der Soundtrack bleibt auch hängen und sticht aus dem cineastischen Mittelmaß heraus, die Erzählweise des misslungenen Raubüberfalls ist spannend und über die Darsteller müssen wir auch nicht reden. Aber ich persönlich musste mich dennoch sehr anstrengen, um hier nicht irgendwann genervt abzuschalten, denn das permanente auf cool getrimmte Gesabbel ging mir relativ schnell relativ massiv auf den Keks. Mag mein persönliches Problem sein, nur mir war das zu aufgesetzt und in einer solchen Intensität dargeboten, dass ich irgendwann nicht mehr folgen konnte - und auch nicht mehr wirklich wollte.

Anstrengendes Filmerlebnis, bei dem ich dennoch ohne jeden Zweifel jedem empfehlen würde, es sich auch mal zu geben.

6/10

----------------

The Revenant - Der Rückkehrer

Nach allzu langem Warten hat Leonardo DiCaprio endlich seinen verdienten Hauptdarsteller-Oscar bekommen - ob jetzt im Rahmen seiner stärksten Performance sei mal dahingestellt, denn den Überlebenskampf des Forschers und Abenteurers Hugh Glass verkörpert er für meine Begriffe einmal mehr überragend. Womit mich der mit über zweieinhalb Stunden Laufzeit vielleicht etwas zu lang geratene Streifen von Alejandro Gonzales Inarritu ferner überzeugt, ist die große Intensität und Authentizität in diversen Einzelszenen. Da ist es fast schon etwas schade, dass alle Welt den Zweikampf mit dem angreifenden Bär so herausgehoben hat, denn auch andere Momente sind irre gut gefilmt.

Gleichwohl gibt es meines Erachtens Längen und die Vielzahl an Akteuren (Indianerstämme, Engländer, Franzosen etc.) sowie deren Relevanz für die Story war mir nicht in allen Momenten evident, hier hätte ich mir eine klarere Fokussierung auf die wesentlichen Figuren oder alternativ etwas mehr Kontext gewünscht. Ansonsten ein überzeugender Film.

7,5/10


Fohlen

Re: Mein letzter Film...

Verfasst: Di 1. Okt 2019, 02:10
von LittleQ
In the Shadow of the Moon - Netflix

Der zweite okayene Film von Netflix. Nachdem Netflix schon einige Filmkatastrophen rausgehauen hat, ist In the Shadow of the Moon wieder ein Film, mit dem ich leben kann. Wirklich nicht außergewöhnlich und sicherlich weit davon weg ein Top-Film zu sein, aber für ein bisschen Sci-Fi-Mystery mit Zeitsprungelementen ist das ganz okay.

6/10

Re: Mein letzter Film...

Verfasst: Fr 4. Okt 2019, 00:08
von Wolfsgesicht
Jugend ohne Gott

Puuuhh. Ich bin ja eher schlecht im bewerten von Filmen, und da man über diesen Film einen 10-seitigen Aufsatz im Deutschunterricht schreiben könnte (und das wird bestimmt auch getan) muss ich mich hier mal kürzer fassen. Ich kenne das Original als Buch übrigens nicht, soll aber auch nicht sehr nah beieinander sein.

Der Film unterhält ganz gut, ist schön erzählt (nicht chronisch linear, sondern mit Zeitsprüngen und verschiedenen Perspektiven) und vor allem letzteres macht den Film wirklich gut. Er strotzt nur so vor Gesellschaftskritik, man findet da wirklich Dutzende Themen und Anspielungen wenn man nur sucht. Die Story ist zwar schnell erzählt (und zwar sehr schnell), die Kritik macht den Film aber wohl aus.
Für einen deutschen Film im übrigen von geradezu höchster Qualität.

Rein unterhaltungstechnisch so Mittel, aber als Filmkunst wohl sehr gut umgesetzt.
Daher:
7 Punkte.
versteckter Inhalt:
Mir sind aber auch erst zum Schluss ein Par kritische Szenen im Film aufgefallen, hab da während des Films nicht sehr drauf geachtet um nicht zu sehr an den Deutschunterricht erinnert zu werden.
Aber der Junge der weint weil ihm nie jemand Nähe gegeben hat und die Windkraftanlagen am Gefängnis...da könnte man als Deutschlehrer seine Klasse ziemlich quälen. Kann man sehr viel interpretieren. Das Tagebuch, warum Ewa verneint ihn zu lieben (und dann schlussendlich wohl doch was mit ihm anfängt), die Sektoren, der Lehrer der seine Karriere über die des Schülers stellt, der leistungsdruck, die soziale Ausgrenzung nicht schlanker oder nicht hochintelligenter, eine Gesellschaft die nur durch gleich schlaue, gleich hübsche und gleich atlethische Menschen geführt wird, die kalten Eltern....da kann man sich so richtig austoben.
Gibts übrigens bei Sky Cinema. Da gibts gerade diverse Filme die man mal schauen könnte, daher kann man sich das Ticket mal einen Monat gönnen.

Re: Mein letzter Film...

Verfasst: Sa 5. Okt 2019, 05:42
von LittleQ
Die Insel der besonderen Kinder

Ich bin ja großer Fan von Tim Burton. Der Typ hat es einfach drauf seinen ganz eigenen Stil mit in die Filme zu bringen, die er macht. Man sieht ein paar Minuten und denkt sich: Könnte von ihm sein.
Wieder mal eine gelungene Mischung aus Fantasy und eine ganz klitze kleine Portion von Gruselmomenten.

7/10

Re: Mein letzter Film...

Verfasst: Fr 18. Okt 2019, 13:08
von Sentinel2003
"GRAVITY"

Das erst 2.mal nach meinem KinoBesuch gesehen, natürlich allerdings nur in 2D af Netflix....großartige Leistung von Sandra Bullock!!

10/10


"Secret Obsession"

Ebenfalls auf Netflix gesehen, ist kein schlecht gemsachter Film, allerdings schon mehr ein B-Movie.... :grinning: mit Mike Vogel - etwas sehr ungewohnt Sie er da aus, mit Vollbart, etwas längeren Haaren und sogar Brille :grinning: .Dazu hat er eine echt gut spielende Gegenspielerin in Brenda Song.


6/10

Re: Mein letzter Film...

Verfasst: So 20. Okt 2019, 13:14
von Fernsehfohlen
Green Book - Eine besondere Freundschaft

Der dreifache Oscar-Gewinner aus diesem Jahr ist seit kurzem auf Netflix zu sehen, weshalb ich ihn mir zusammen mit zwei Freundinnen am vergangenen Sonntag einfach mal angesehen habe. Kurzum: Er ist sehr sehenswert. Die gut zwei Stunden Laufzeit werden exzellent gefüllt und fühlen sich meines Erachtens an keiner Stelle zu lang an, sondern tendenziell eher noch etwas zu kurz für diese Geschichte. Viggo Mortensen und Mahershala Ali - den ich übrigens als zweiten Hauptdarsteller bezeichnen würde, nicht bloß als Nebendarsteller - ergänzen sich prima und ihre Figuren nähern sich im Laufe der erzählten Zeit auf eine für den Zuschauer gut nachvollziehbare Weise an. Es gibt einige sehr witzige Szenen, ohne dass es den ernsten Hintergrund in irgendeiner Weise ins Lächerliche ziehen würde und ein wenig US-amerikanische Historienkunde sowie gute Musik gibt es gratis dazu.

Meiner Einschätzung nach ein in sich komplett stimmiger Streifen, dem ich lediglich "vorwerfen" würde, dass er ziemlich konventionell erzählt wird und mir nicht die letzten Prozent Begeisterung bzw. Überraschung hat bieten können, um in die ganz hohen Wertungsgefilden vordringen zu können. Man ahnt relativ schnell, in welche Richtung sich dieses Roadmovie entwickeln wird und interessiert sich mehr für den Weg als das Ziel dessen. Hier hätte ich mir vielleicht etwas mehr Mut gewünscht.

8/10


Fohlen

Re: Mein letzter Film...

Verfasst: Mo 21. Okt 2019, 14:39
von Sentinel2003
LittleQ hat geschrieben: Di 1. Okt 2019, 02:10 In the Shadow of the Moon - Netflix

Der zweite okayene Film von Netflix. Nachdem Netflix schon einige Filmkatastrophen rausgehauen hat, ist In the Shadow of the Moon wieder ein Film, mit dem ich leben kann. Wirklich nicht außergewöhnlich und sicherlich weit davon weg ein Top-Film zu sein, aber für ein bisschen Sci-Fi-Mystery mit Zeitsprungelementen ist das ganz okay.

6/10

Gucke dir mal "WOUNDS" und "Rebirth" auf Netflix an, da denkste echt, schlimmer kann es nicht mehr werden.... :relieved: "In the Shadow of the Moon" habe ich auch gesehen, dazu auch noch "IM HOHEN GRAS", der wievielte King Film eigentlich, den ich fast scheisse fand...oder auch "Fractured" ( mit Sam Worthington), über den viele facebook Nutzer regelrecht schwärmen.... :relieved:


"Welcome Home"


Ein komischer Thriller mit Aaron Paul und einer total unbekannten Schauspielerin....der Film geht so, habe die ersten Minuten sogar vorgespult, wegen etwas Langerweile, der Film kommt aber dann irgendwann schon bessser in Schwung.... :relieved:


5/10

Re: Mein letzter Film...

Verfasst: Di 22. Okt 2019, 01:42
von Nerdus
Joker

Heute Abend gesehen und für gut befunden. Man muss halt wissen, worauf man sich einlässt (eine langsame, düstere Charakterstudie) und was man nicht erwarten sollte (ne typische leicht verdauliche Comicverfilmung mit viel Action und Humor und liebenswerten Figuren) – im Kino hatte ich schon den Eindruck, dass sich einige dort im falschen Film gefühlt hatten. Für mich persönlich war es auf jeden Fall ein Film, der sich gelohnt hat – großartiges Schauspiel von Joaquin Phoenix, wunderbar in Szene gesetzt und sehr gekonnt mit der richtigen Musik unterlegt. Es gibt ja so Filme, die schaut man sich an und geht raus und denkt sich, »das war schon ganz gut, aber es wäre besser gewesen, wenn …« – das Gefühl hatte ich hier überhaupt nicht. Hier war alles auf den Punkt und wenn man eine so abgedrehte Figur wie den Joker überhaupt auf eine geerdete Art und Weise erzählen und herleiten kann, dann so wie hier.

1/1, absolut zu empfehlen, wenn man sich von der Stimmung her darauf einlassen kann und möchte

Re: Mein letzter Film...

Verfasst: Di 22. Okt 2019, 21:26
von Fernsehfohlen
Parasite

Diesen ersten südkoreanischen Gewinner der Goldenen Palme habe ich mir heute im Kino angesehen, da ich bereits den Trailer ziemlich interessant fand und gespannt darauf war, wie genau diese Mixtur aus Sozialdrama, Thriller und schwarzer Komödie nun in der Umsetzung funktioniert. Ziemlich gut und zumindest bei mir auch ohne allzu lange Gewöhnungsphase an die Stilistik des Films und die Kulissen in einem uns ja doch relativ fernen Land. Der Humor fühlte sich überhaupt nicht fern an und dürfte jedem gefallen, der mit Sarkasmus umgehen kann und dem das Lachen gerne mal im Halse stecken bleibt. Das soziale Spannungsverhältnis zwischen der "parasitären" armen Familie und ihren maiv-gutmütigen, unterschwellig aber doch immer latent herablassenden Bonzenfamilie war hier sehr interessant und gut durchdacht, da hier keine allzu platten Stereotypen agieren und man mit keiner der beiden Familien vollumfänglich sympathisieren oder sie ablehnen kann. Diese Ambivalenz der Figuren hat mir exzellent gefallen und werden schauspielerisch ausnahmslos gut getragen, ohne dass ich eine darstellerische Leistung jedoch als herausragend empfand.

Die Thriller-Komponenten kommen erst in der zweiten Filmhälfte so richtig zum Tragen, nachdem zuvor das Grundsetting zwar durchweg absurd, aber lange nicht so wirklich bedrohlich wirkt - das ändert sich ab der vielleicht besten Szene des Streifens, in der das alte Hausmädchen ramponiert und durchnässt um Einlass bei ihrer Nachfolgerin bettelt, jedoch so fundamental, dass es hintenraus teilweise arg verstörend und blutig wird. Das fand ich schwer zu ertragen und ich bin mir bis jetzt noch nicht sicher, ob ich den großen "Showdown" als etwas überzeichnet empfinden soll. Exzellent ist die Kameraarbeit mit einigen wahrlich faszinierenden Einstellungen, auch die musikalische Untermalung hat mir ziemlich gut gefallen.

Unterm Strich ist "Parasite" ein wahrlich exzellenter Film, dem man keinem Genre so richtig zuordnen mag, da er so abwechslungsreich und vielschichtig daherkommt, dass man ihm mit jeder Einordnung ein wenig Unrecht tun würde. Er ist witzig, bitterböse, schockierend und gesellschaftlich relevant. Mit Sicherheit ein herausragender Asien-Export, der es nicht verdient hat, im aktuellen "Joker"-Hype unterzugehen.

8,5/10


Fohlen

Re: Mein letzter Film...

Verfasst: Mi 23. Okt 2019, 12:15
von Johnny
Nerdus hat geschrieben: Di 22. Okt 2019, 01:42 Joker

Heute Abend gesehen und für gut befunden. Man muss halt wissen, worauf man sich einlässt (eine langsame, düstere Charakterstudie) und was man nicht erwarten sollte (ne typische leicht verdauliche Comicverfilmung mit viel Action und Humor und liebenswerten Figuren) – im Kino hatte ich schon den Eindruck, dass sich einige dort im falschen Film gefühlt hatten. Für mich persönlich war es auf jeden Fall ein Film, der sich gelohnt hat – großartiges Schauspiel von Joaquin Phoenix, wunderbar in Szene gesetzt und sehr gekonnt mit der richtigen Musik unterlegt. Es gibt ja so Filme, die schaut man sich an und geht raus und denkt sich, »das war schon ganz gut, aber es wäre besser gewesen, wenn …« – das Gefühl hatte ich hier überhaupt nicht. Hier war alles auf den Punkt und wenn man eine so abgedrehte Figur wie den Joker überhaupt auf eine geerdete Art und Weise erzählen und herleiten kann, dann so wie hier.

1/1, absolut zu empfehlen, wenn man sich von der Stimmung her darauf einlassen kann und möchte
Mir hat der Film insgesamt auch ganz gut gefallen. Gerade auch viele technische Aspekte wie Kamera und Musik waren deutlich hochwertiger, als ich das erwartet habe. Muss dazu sagen, dass ich dieses ganze Avenger XYZ-Man pipapo überhaupt nicht verfolge und dementsprechend sehr glücklich darüber war, dass man hier auf Superkräfte oder dergleichen verzichtet hat. Sowohl die eher ruhige Charakterstudie aus der ersten Hälfte als auch die etwas mehr action-geladene, gewalttätigere zweite Hälfte empfand ich als sehr rund. Joaquin Phoenix war so stark wie alle sagen, wobei die Rolle des Jokers einem Darsteller natürlich einige Möglichkeiten bietet. Wenn ich ehrlich bin, hätte ich da fast sogar noch mehr erwartet, für mich war er da in Filmen wie Her oder The Master sogar noch etwas besser. Abgesehen von ein paar merkwürdigen Szenen wäre das Ende vielleicht mein einziger Kritikpunkt, das fand ich nicht so schön gelöst.
versteckter Inhalt:
Der Shot mit dem Joker auf dem brennenden Auto war so genial, da hat mich diese leicht seltsame Szene in der Psychiatrie wieder rausgebracht und wäre mMn nicht nötig gewesen.
Bisschen überrascht hat mich der große Kritikerzuspruch dann aber doch, vor allem die Auszeichnung als bester Film in Venedig. Man kann natürlich alles mögliche in diesen Film reininterpretieren inkl. Gesellschaftskritik, aber als so tiefgründig habe ich das Ganze jetzt nicht empfunden. Dafür waren mir die Ereignisse dann doch irgendwie zu zufällig und vorhersehbar entstanden...

Re: Mein letzter Film...

Verfasst: Do 24. Okt 2019, 01:30
von Wolfsgesicht
Hotdog

Ich weiß nicht warum ich den geschaut hab. Unrealistischer als Alarm für Cobra 11, sehr vorhersehbar und langweilig.

2,5/10

Re: Mein letzter Film...

Verfasst: Fr 25. Okt 2019, 00:58
von Nerdus
Johnny hat geschrieben:Joaquin Phoenix war so stark wie alle sagen, wobei die Rolle des Jokers einem Darsteller natürlich einige Möglichkeiten bietet.
Das stimmt schon, allerdings ist das halt auch ein zweischneidiges Schwert, gerade bei der Art, wie der Film aufgebaut ist. Im Grunde muss Joaquin Phoenix die zwei Stunden komplett alleine tragen und das durch alle langen Einstellungen, intensiven Close-Ups und eher stillen Szenen hindurch. Und dabei nicht nur einen sehr diffizilen Charakter glaubhaft darstellen, sondern auch noch dessen enorm langsame Wandlung. Es gibt ja kaum Momente, wo Arthur/Joker mal wirklich mit anderen Figuren zusammenspielt (ich würde sogar sagen, dass das eher die schwächeren Teile des Films sind); es sind zwar manchmal andere Figuren an einer Szene beteiligt, aber dominiert wird sie trotzdem immer von der Darstellung des Jokers. Das ist schon ein sehr in sich geschlossener Charakter. Also ja, einerseits ist es eine sehr dankbare Figur, mit der man sich als Schauspieler wahrscheinlich auch mal so richtig austoben kann, aber gerade über so einen langen, ruhigen und fokussierten Film hinweg kann das auch böse ins Auge gehen. Da gibt’s so viele Szenen, die ganz schnell ins Alberne/Unglaubwürdige/Langweilige hätten abdriften können – das darf man nicht unterschätzen, glaube ich.

Apropos »langsame Wandlung«, deshalb fand ich das Ende auch sehr notwendig in der Form, wie es dann umgesetzt wurde:
versteckter Inhalt:
Die Szene, wo er aus dem Polizeiauto gezogen wird und dann kurz darauf über der Menge steht mit dem blutigen Joker-Grinsen im Gesicht war natürlich die Geburt des Jokers schlechthin, aber da ist er ja mehr oder weniger reingestolpert und hätte man da den Schlussstrich gezogen, wäre die Entwicklung noch offen geblieben. Das hätte noch in jede mögliche Richtung kippen können.
Durch die eigentliche Schlussszene wird dann aber klar, dass es den Arthur, den man die zwei Stunden über gesehen hat, tatsächlich nicht mehr gibt und die Wandlung komplett ist: Das ist das erste Mal im Film, dass der Joker tatsächlich ehrlich lacht (also weder das zwanghafte Lachen durch die Hirnverletzung, noch das forcierte Lachen, das er bemüht, wenn er sich »normal» verhalten will) und auch das erste Mal, dass er sich nicht versucht zu erklären oder zu rechtfertigen. Eines der Hauptthemen des Films ist ja, dass Arthur sich nicht gesehen/verstanden/ernstgenommen fühlt und wie sehr er darunter leidet. Alle seine Phantasien handeln davon, verstanden zu werden und sich mitteilen zu können. In der letzten Szene ist dieses Bedürfnis offenbar überwunden und seine Wahrnehmung ins Gegenteil umgekehrt. Es ist nicht mehr seine Schwäche, dass er sich nicht verständlich machen kann, sondern es ist jetzt die Schwäche der Gesellschaft, dass sie ihn nicht verstehen können. Dieses ehrliche Lachen zusammen mit dem selbstzufriedenen “I was just thinking of a joke … you wouldn’t get it.” zementiert seine »neue« Persönlichkeit einfach perfekt. Und dass er die Psychologin dann noch umbringt und fröhlich durchs Haus rennt, ist dann das Tüpfelchen auf dem i.
Hätte man auch weglassen können und die von dir genannte Szene hätte sich auch großartig als Abschluss geeignet, aber dann wäre die Aussage des Films meiner Meinung nach eine sehr andere (und mehrdeutigere) geworden. So gefällt es mir schon besser.

Re: Mein letzter Film...

Verfasst: Sa 26. Okt 2019, 09:24
von Sentinel2003
"Gemini Man"


Geiler Actioner mit Will Smith und Mary - Elzabeth Winstead ( Mein Gott, ist diese Frau hübsch!!! :relaxed: ) und aussergewöhnlicherweise mal Clive Owen als "Bösewicht" :grinning: .

9/10

Re: Mein letzter Film...

Verfasst: Sa 26. Okt 2019, 12:25
von Johnny
Parasite fand ich auch ganz toll. Sehr originelle, kreative Idee liebevoll und stilistisch umgesetzt. Größtenteils unvorhersehbar und abgedreht, genau nach meinem Geschmack. Ähnlich wie Fernsehfohlen fand ich lediglich das Ende nicht so geschickt, wobei mich da der etwas kitschige und etwas weit hergeholt Epilog fast noch mehr gestört hat als die etwas überzogene Brutalität beim Showdown. Würde dennoch 9 Punkte vergeben.

Re: Mein letzter Film...

Verfasst: Sa 2. Nov 2019, 21:11
von Fernsehfohlen
The Purge

Interessante Prämisse, strunzdumme Umsetzung - so kann man diesen Horrorfilm aus dem Jahr 2013 wohl kurz und bündig zusammenfassen. Ich konnte mit keinem der schrecklich eindimensional und plump gezeichneten Charaktere mitfiebern, die auch von richtig beachtlichen Darstellern wie Ethan Hawke oder Lena Headey nicht mehr zu retten waren, das Verhalten der Figuren ist in diversen Momenten jämmerlich wenig nachvollziehbar und die platten Dialoge sowie Haudrauf-Einstellungen während des Films haben mich mehrfach an den Rand der Tränen gebracht. Ich persönlich fand "The Purge" zudem mehrfach unfreiwillig komisch, während es sich selbst zugleich verblüffend ernst nimmt.

Gelungen ist neben der Grundidee die eine oder andere Kameraeinstellung sowie ganz wenige Szenen, die zumindest temporär einmal sowas wie Spannung aufkommen lassen. Aber alles in allem war mir das viel zu wenig, als dass ich dazu angeregt worden wäre, mich tiefgründiger mit der Moral dieser Säuberungsidee oder mit den stereotypen Figuren auseinanderzusetzen. Hier wurde viel vergurkt.

3,5/10

--------------------------

28 Days Later (28 Tage später)

Aus irgendeinem Grund hatte ich bis vorgestern zwar die Fortsetzung, nicht aber den ersten Teil gesehen - und der gefällt mir weitaus besser als "28 Weeks Later". Auch wenn mich hier sehr viel an die ersten Staffeln des (allerdings deutlich später veröffentlichten) "The Walking Dead" erinnert hat und ich somit den Innovationsgrad dieses Films nicht so ganz nachempfinden konnte, war ich von der Atmosphäre gefesselt, die Regisseur Danny Boyle hier insbesondere zu Beginn zu kreieren vermag. Die lange Szene des Laufs durch das verlassene London ist beeindruckend und lässt einen so richtig die verwirrte Einsamkeit des gerade frisch im Krankenhaus aufgewachten Protagonisten mitfühlen. Zusammen mit dem rundum starken und markanten Soundtrack ist vor allem das erste Drittel des Films schlichtweg grandios.

Hintenraus geht der Story dann ein wenig die Puste aus, die Zahl der Logiklöcher steigt ein wenig und die auch emotionale Tiefe kann bei zunehmender Zombie-Schlagzahl leider nicht ganz aufrecht erhalten werden. Dennoch ein starker Genre-Vertreter mit fantastischem Soundtrack, einer super Kamera-Arbeit und einer guten Atmosphäre. Inhaltlich leider nicht ganz so überraschend und mitreißend.

7,5/10



Fohlen

Re: Mein letzter Film...

Verfasst: Di 12. Nov 2019, 03:35
von LittleQ
Joker

War ganz gut. Der Überfilm ist es für mich nicht. Dafür wurde mir das viel zu lange gehyped, aber dennoch sehr intensiv. Man spürt und fühlt so ein bisschen die Wut mit, versetzt sich in die Rolle "des kleinen Mannes", der das alles miterlebt und auf den pausenlos geschissen wird.

Irgendwie eine tolle Sozialkritik und ironischerweise passiert mit dem Film irgendwie das, was auch der Figur wiederfährt. Ignoranz, Ablehnung und viel Kritik am Sein, so als ob Arthur oder der Film was dafür könnten, dass die Realität so aussieht.

Von daher hat der Film es schon geschafft meine Negativeinstellung ihm gegenüber zu wenden :)

7.5/10

Re: Mein letzter Film...

Verfasst: So 17. Nov 2019, 10:08
von Sentinel2003
So, endlich gestern gesehen:

"Terminator - Dark Fate"

Mackanzie Davis hat mir als "Dani" Retterin sehr gut gefallen......leider ist der erste Audtritt von Arnie erst mitte des Films...bei Linda Hamilton hatte ich manchmal den Eindruck, dass Sie irgendwie wie ein Fremdkörper wirkte, trotzdem fand ich es sehr schön, dass Sie wieder mit bei war. Ich hoffe nicht, dass es der letzte Teil gewesen ist....ich kann mir auch denken, warum viele Amerikaner den nicht gut fanden, weil es der erste Teil war, wo es nicht um "John Connor" ging.... :relieved:


8/10



"Black an Blue"

Sau geiler Cop Action Thriller mit einer saustark spielenden Namo Harris und dieses mal Frank Grillo als Bosewicht.... :D


9/10

Re: Mein letzter Film...

Verfasst: So 1. Dez 2019, 11:47
von Sentinel2003
Das tatsächlich erst 1.mal gesehen und bin völlig begeistert von dem Schauspiel wieder mal von Jessica Chastain...schon alleine Sie müsste dafür eine volle 10 bekommen....


"Die Erfindung der Wahrheit"

WAS für ein HAMMER geiler Film!!!


10/10



"Gridlocked"

Abseits von "Proson Break" macht Dominic Purcell richtig geile Action Filme.... :grinning:


8/10



"Polar"


Hat mich stark an "John Wick" kurioserweise erinnert...ein alternder ProfiKiller soll von seinen Ex - Kollegen eliminiert werden! Mads Mikkelson spilt den echt krass gut! Und, Vanessa Huidgens habe ich kaum wieder erkannt....


7/10

Re: Mein letzter Film...

Verfasst: Mo 2. Dez 2019, 22:35
von Wolfsgesicht
Sentinel2003 hat geschrieben: So 1. Dez 2019, 11:47 Das tatsächlich erst 1.mal gesehen und bin völlig begeistert von dem Schauspiel von Jessica Chastain...schon alleine Sie müsste dafür eine volle 10 bekommen....


"Die Erfindung der Wahrheit"

WAS für ein HAMMER geiler Film!!!


10/10
So, wegen dir gekauft und wehe der ist nicht gut!!!