Diskussionen, Lob, Kritik und Verbesserungsvorschläge betreffs der Quotenmeter-Hauptseite und des Forums.
#1570375
Wenn ich Quotenmeter lese und in den Berichten dann von der Quote auf das Publikumsinteresse geschlossen wird, ist dies nicht mehr zeitgemäß. Selbst scheintote Pensionäre schauen heute das Traumschiff, den Tatort etc. in der Mediathek von ARD und ZDF. Bei RTL ist eher davon auszugehen, dass die lineare Quote dem entspricht, was dort vor dem TV-Bildschirm sitzt. Da hier nicht immer sicher ist, dass es auch kostenlos in der Mediathek zu bekommen ist. Wenn es dann frei bei RTL plus zu sehen ist, kann man es dort leicht ohne Werbung anschauen, ohne dass dafür ein Plus Abo abgeschlossen werden muss. Die Aufteilung von Helmut Thoma mit der Werberelevanten Zielgruppe passt auch schon lange nicht mehr. Geld zum Ausgeben haben nur noch die alten, die Zielgruppe bis 49 hat sein Geld fest verplant und kaum noch Geld sich durch Werbebotschaften zu Konsumverhaltensänderungen verführen zu lassen. Außerdem bei der Länge der Werbefenster, wird der Ton gemutet und in der Mediathek bei Netflix oder sonst wo auf dem zweiten Bildschirm was anderes konsumiert, und sei es nur die Seite von Quotenmeter.
#1570392
Die Gesellschaft und das Unterhaltungsangebot und die technischen Kanäle werden immer heterogener. Früher gab es eine Handvoll Sender und so gut wie jeder Haushalt hatte einen TV, der so gut wie jeden Tag in Gebrauch war und von jung bis alt genutzt wurde. Daher stammt auch der Begriff Straßenfeger, es saß tatsächlich eine spürbar große Anzahl an Menschen vor dem TV, wenn eine besondere Sendung lief.
https://de.wikipedia.org/wiki/Stra%C3%9Fenfeger "Nachtschichten in Fabriken mussten ausfallen", dass muss man sich mal überlegen, undenkbar heute.

Nicht nur Quoten sind heute irrelevanter, sondern auch die Sendungen und auch Filme und Serien selbst bzw. verteilt sich das in viele kleinere Subgruppen, die irgendwo in der Medienlandschaft ihre Nische haben.

Interessant wären eher Nutzungsquoten der Screentime insgesamt der Leute, egal ob am Handy, Tablet, TV, PC, Laptop, wir haben doch zig Stunden pro Tag einen Schirm vor den Augen. Die davon privat genutzte Zeit sollte man messen und in Gruppen unterteilen, das wäre interessant.
#1570450
Die Sendungen dürften im Linearen mehr Leute erreichen als in den Mediatheken. Der Tatort dürfte in der Mediathek keine 8 oder 12 Millionen erreichen, selbst das Dschungelcamp dürfte im Linearen mehr Leute erreichen als in den Mediatheken.
Die Privaten haben etwas an Zugkraft verloren.
#1571063
Du hast recht, dass die lineare Quote nicht das gesamte Interesse an einer Sendung abbildet. Daraus folgt aber nicht, dass sie bedeutungslos ist. Der größere Teil der Werbeumsätze im Bewegtbildbereich entfällt weiterhin auf das lineare Fernsehen. Entsprechend relevant sind diese Zahlen für Sender, Werbekunden und unsere Berichterstattung.

Bei der umfassenderen Messung muss man außerdem zwischen technisch möglich und tatsächlich umgesetzt unterscheiden. Nielsen zeigt in den USA, dass sich auch einzelne Streamingserien und Filme detailliert messen lassen. Auch GfK bietet Technik zur plattformübergreifenden Nutzungsmessung an. Die berechtigte Frage lautet deshalb: Welchen Umfang wollen die Auftraggeber hierzulande finanzieren? Dass Kosten und wirtschaftliche Prioritäten dabei eine Rolle spielen können, darf man durchaus kritisch ansprechen.

Die AGF liefert bereits kombinierte TV- und Streamingdaten für teilnehmende Angebote. Eine vollständige, einheitliche Gesamtreichweite sämtlicher Inhalte über alle Plattformen und Geräte hinweg ist das allerdings noch nicht. Die Verantwortung für den Ausbau dieser Messung liegt bei den beteiligten Unternehmen. Wir können in unseren Berichten keine Zahlen herbeizaubern, die uns nicht vorliegen. Die lineare Quote zeigt also einen relevanten Teil des Publikumsinteresses. Mediathekennutzung ergänzt dieses Bild – sie macht die Fernsehzuschauer nicht bedeutungslos.