Nick Demus hat geschrieben:redlock hat geschrieben:Nick Demus hat geschrieben:AlphaOrange hat geschrieben:Es ist die Aufgabe einer Pilotfolge, in die Serienwelt einzuführen, die Charaktere herauszustellen und dem Zuschauer zu zeigen, was ihn in der Zukunft erwarten wird.
Wer behauptet denn sowas?
Alle Professoren an der Filmschule der USC :lol:
Im ernst, AlphaOrange hat Recht, was Pilotfolgen angeht. Das sich eine Serie, vor allem wenn's ein serial ist, dann weiterentwickeln kann oder sollte ist auch klar
Na dass ein Pilot in die Serie einführen soll, bestreite ich ja nicht, aber Alphas Forderung ist mir zu weit gegriffen.
Dann hast du meine Forderung aber wohl nicht richtig verstanden.
Der Pilot muss dem Zuschauer das geben, was er braucht, um dran bleiben zu wollen:
Identifikationspersonen (bei größeren Casts reicht es, auf einige wenige Figuren einzugehen), Konflikte (nicht unbedingt einen deutlichen Antagonisten, in diesem Fall wäre das aber optimal) und Faszination für die Serienwelt (es muss halt herausgestellt werden, was denn nun eigentlich das Besondere an der Serie ist).
Beispiel Lost:
Der Pilot behandelt intensiv Jack und Kate und von Beginn an ihre Beziehung zueinander (z. B. in der Szene, in der sie seinen Rücken behandelt). Beide Figuren bekommen deutliche Facetten verpasst. Der Konflikt der Serie wird klar: abgestürzt auf einer einsamen Insel. Im Verlauf des Pilots wird klar, dass man wohl vergeblich auf Rettung warten wird. Elemente der Serienwelt werden eingeführt: das Monster, der Eisbär, die Französin. Dies alles wird offen gelassen für spätere Folgen. Am Schluss der Folge kann sich der Zuschauer in die Personen hereinversetzen (weil er den gleichen Lernprozess wie diese erlebt hat), kennt Konflikt und ist gespannt auf die Weiterführung einiger angerissener Motive. Das ist es, was ich meine.
Beim SCC-Pilot bin ich nun allerdings in etwa so schlau wie vorher, was die Serie angeht.
Das ein Pilot nicht den Verlauf der ganzen Serie vorwegnehmen muss, ist doch logisch, das wäre ziemlich albern.
Eisregen2 hat geschrieben:AlphaOrange hat geschrieben:
Es ist die Aufgabe einer Pilotfolge, in die Serienwelt einzuführen, die Charaktere herauszustellen und dem Zuschauer zu zeigen, was ihn in der Zukunft erwarten wird. In dieser Hinsicht hat der Pilot auf ganzer Linie versagt und das ist nicht dem ungeduldigen Zuschauer anzulasten.
Ich glaube diese Kriterien erfüllen 9 von 10 Pilotfilmen nicht und von komplettem Versagen kann hier ja wohl nicht rede sein.
Meiner Meinung nach erfüllen 9 von 10 Pilotfilmen diese Vorgaben. Diejenigen, die das nicht tun, gelangen bei den Sendern üblicherweise direkt in den Shredder.
Nick Demus hat geschrieben:Okay, jetzt mal was anderes: Wir reden hier über Terminator, einen absoluten Klassiker der Filmgeschichte. Eine Serie, die sich TSCC nennt, darf m.E. davon ausgehen, dass die daran Interessierten das Original gesehen haben oder eben WISSEN, dass es sich um eine Fortsetzung handelt und dementsprechend akzeptieren, dass mit Insiderwissen gespielt wird. Für mich muss man weder Sarah noch John großartig vorstellen; ihre Geschichte ist bekannt, und wenn sich der Pilot erstmal `ne 3/4-Stunde Zeit genommen hätte, die Figuren vorzustellen und ihre Geschichte nochmal runterzubeten, hätten jene, die die Filme in- und auswendig kennen, gemeckert, dass da ja gar nix passiert.
Stormking hat geschrieben:Für eine Terminator-Fernsehserie kann man IMHO die Kenntnis der ersten beiden Filme absolut voraussetzen.
Man kann Insiderwissen einbringen, solange das nicht zentral zum Verständnis notwendig ist, und die Situation der Figuren recht komprimiert wiedergeben.
Aber niemals darauf ausruhen, dass man keine Erklärungen mehr geben muss. Wer das macht, der ist selbst schuld, wenn die Serie hinterher mangels Zuschauern eingeht (wie bei SCC wohl der Fall). Kein Programmchef würde dir zustimmen, dass man auf Neueinsteiger keine Rücksicht zu nehmen braucht.
Und wie gesagt: ich kenne die Stories, ich verstehe vielleicht die Insider nicht, aber das stört mich nicht. Es geht darum, dass der Pilot nicht einmal in die Story der Serie einführt, sondern die meiste Zeit über auf Terminator 2 1/2 macht.
Stormking hat geschrieben:Frank_Drebin hat geschrieben:Denke nicht das ich nächste Woche wieder schau. Die Darsteller werden sie wohl kaum komplett ausgetauscht haben.
Den von Dir kritisierten Terminator-Darsteller aber schon.
Na, das ist doch schon mal was.
Den fand ich nämlich auch gewaltig schlecht.
Stormking hat geschrieben:Naja, es ist bekannt, daß der "typische deutsche Zuschauer" mit fortlaufenden Handlungssträngen überhaupt nicht klar kommt. Zwar haben es Einzelepisoden in anderen Ländern auch leichter, aber Serials werden dort von der Masse nicht ganz so entschieden abgelehnt wie in Deutschland.
Aber da kamen doch gar keine Serial-Elemente vor gestern. Wieso sollten die deutschen Zuschauer deshalb also schon abgeschaltet haben?
logan99 hat geschrieben:Sorry, aber wenn in einer Pilotfolge sofort die Ausgangslage, Bedrohung und die Charaktere aufgebaut werden müssten, was bleibt dann noch übrig für den weiteren Storyaufbau in den nächsten Folgen?
Die Dinge vorzustellen, heißt doch nicht, sie komplett abzuhandeln.
Wenn du im Pilot aber gar nichts bringst, hat der Zuschauer keinen Anreiz, wieder einzuschalten.