Leider empfand ich die restliche Darstellung (wie erwartet) als stark überzeichnet. Ist schon klar, dass man keine objektive Biografie erwarten braucht, aber manche Sachen sind einfach so einseitig und scheinbar komplett aus irgendwelchen Sensationsmeldungen der Presse entnommen, dass es mich ärgert, wenn über dieses Medium unreflektiverte Meinungen gebildet werden.
Auch wenn es eine Filmbiografie ist, glaube ich dennoch stark daran, dass künstlerischer Eindruck bei solchen Filmen mehr zählt als der Hang zum realistischem Empfinden. Gerade diese überspitzte und übertriebene Darstellung seiner postiven Motive und seiner sowohl positiven, als auch negativen Handlungen machen das ganze ja erst so faszinierend.
Sich über die Darstellung einer Kunst, die Leben imitiert zu beschweren, wäre ja fast so, als würde man die Bildzeitung dafür kritisieren, dass sie ein Boulevard Blatt ist. Der Film ist keine Dokumentation und ich denke, genau wie die Bild, sollte der Film sich nicht an der Realität definieren, sondern dem Zwecke der Unterhaltung dienen. Wer nach 8 Jahren Bush Regierung meint, er müsse auf Grund eines Films sein Weltbild gestalten, dem ist sowieso nicht zu helfen...
So sehe ich den Punkt zumindest...
In manchen Szenen haben nur noch Lacher vom Band gefehlt, dann wär die Sitcom perfekt gewesen. In anderen dagegen (vorallem wenn es um persönliche Sachen ging), wurde tief in die Drama-Kiste gegriffen. Komplett übertrieben eben.
Aber eben geil...
Sowieso hatte ich den Eindruck, dass der Film vorallem für Europa gedreht wurde. Denn irgendwie hat man genau die Sachen gezeigt, die die Meinung über Bush in Europa gebildet haben (Öl im Irak, Nichtbeachtung der UN, Massenvernichtungswaffen, dieses ganze blabla eben, das man tausendfach in unserer Presse gelesen hat).
Der Schock des 11.9. für Amerika und damit die Zeit in der Bush gerade in den USA sehr große Zustimmung für seine Reaktion erhielt, aber auch die radikale Steuerpolitik nach 2001 und die größte Staatsverschuldung aller Zeiten. Alles Sachen über die man nichts erfährt.
Alles Sachen, die auch niemand interessiert. Bush hat nie einen Hehl darauß gemacht, dass seine Haupfaufgabe der Kampf gegen den Terrorismus sei und es auch nur eine Richtung gibt, die man gehen könne.
Das was du ein "blabla" nennst, sind Punkte, die nicht nur Europa, sondern die ganze Welt angesprochen haben, auch wenn man bei uns in Deutschland gerne vergisst, dass es noch eine Welt außerhalb unserer so aufgeklärten Landesgrenzen gibt.
Die Tatsache, dass man in den USA nach dem 11.9 so einen Zuspruch für den Krieg fand und die darauf folgende Ernüchterung macht das ganze doch erst so interessant und zwar nicht für uns, sondern für die Amerikaner selber, die nach fast 8 Jahren Bush teilweise ebenfalls als Fluch und nicht nur als Segen betrachten.
Sollte irgendwann ein Film über Helmut Kohl entstehen, will doch auch keiner wissen, dass unter seiner Regierung in 16 Jahren der Großteil der Schulden angehäuft wurde, sonder die Tatsache, dass er Kanzler beim Ereignes der Wiedervereinigung war.