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Ein Fernsehleben ohne Quoten?

Verfasst: Fr 12. Dez 2008, 22:50
von Neuling
Ich sehe gerade im WDR den "Kölner Treff". Zu Gast ist u.a. Christine Westermann die den interessanten Satz in die Runde warf "Ich wünsche mir das die Quoten abgeschafft werden damit dieser Druck aufhört".

Bin mir nicht sicher, aber ich glaube die Quote bewahrt uns vor ein 24 Stunden Langeweile-Programm. Man kann ja darüber streiten ob es wirklich so schön ist wenn Serien oder ähnliches nach wenigen Sendungen wieder abgesetzt werden. Aber wenn sich niemand dafür interessiert macht es doch keinen Sinn ein Programm für ein paar Hundert zu machen.

Glaubt Ihr das Programm würde ohne Quote besser werden oder eher nicht?

Re: Ein Fernsehleben ohne Quoten?

Verfasst: Fr 12. Dez 2008, 23:01
von Atum4
Ohne Quoten? Das wäre dann schlimmer als die Zeit als es nur die ARD gab.
ABSOLUTER BULLSHIT:

Fernsehen ohne Werbung, Trailer und Soaps.... hmmm?

Re: Ein Fernsehleben ohne Quoten?

Verfasst: Sa 13. Dez 2008, 11:21
von AlphaOrange
Fernsehen ohne Quoten? Wahahaha ...
Für so einen Vorschlag muss man wirklich weltfremd sein.
Ich schätze mal, dass sich Frau Westermann da nur auf die Öffis beziehen wollte, ansonsten ist das nämlich wirklich bekloppt.

Privatfernsehen kann ohne Einschaltquote (oder alternative Erhebungen) nicht existieren, da heißt es also "Fernsehen oder kein Fernsehen" als Alternativen.

Bei den Öffis ist das eine ziemlich zweischneidige Sache. Einerseits sollten die wirklich etwas vom Quotendruck herunterkommen, um sich nicht ständig dem Zwang auszusetzen, den Privaten nachzueifern und dafür qualitatives Programm über Bord zu werfen.
Auf der anderen Seite kann ich mir vorstellen, dass man dann völlig am Zuschauer vorbeiproduziert, wenn es keine Rückmeldung mehr gibt und sich Leute wie Ranicki durchsetzen und Sendungen schaffen, die zwar wertvoll sein mögen, die aber keiner sehen will.

Re: Ein Fernsehleben ohne Quoten?

Verfasst: Sa 13. Dez 2008, 11:53
von Glenn
Das Problem an der Quote ist, wie sie von den Sendern interpretiert wird. Nämlich als einziges Kriterium für die Fortsetzen oder Absetzen einer Sendung. Auch das sklavische Festhalten an der "werberelevanten Zielgruppe 14-49" ist einfach bescheuert. Selbst Helmut Thoma meint ja, dass man die Zielgruppe aufgrund des demographischen Wandels verändern und anpassen muss, also unbedingt die Personen zwischen 50 und 65 miteinbeziehen muss.

Noch ein Link:
http://www.berliner-rundfunk.de/cgi-bin ... ow/1778726
In der Sendung vom 21.11. sprechen die "Veteranen des Fernsehen" über Quote und Qualität im Fernsehen. Neben Helmut Thoma auch Hans Meiser und Werner Schulze-Erdel. :)

Re: Ein Fernsehleben ohne Quoten?

Verfasst: Sa 13. Dez 2008, 12:49
von Nini
Ich finde es bedenklich, daß eine Handvoll Zuschauer über das Wohl und Weh von mehr als 80 Millionen entscheidet. :?

Re: Ein Fernsehleben ohne Quoten?

Verfasst: Sa 13. Dez 2008, 13:10
von Neuling
AlphaOrange hat geschrieben:......Auf der anderen Seite kann ich mir vorstellen, dass man dann völlig am Zuschauer vorbeiproduziert, wenn es keine Rückmeldung mehr gibt und sich Leute wie Ranicki durchsetzen und Sendungen schaffen, die zwar wertvoll sein mögen, die aber keiner sehen will.
Genau das befürchte ich nämlich dann auch. Es ist ja schön wenn eine Handvoll Leute Serien wie "Türkisch für Anfänger" alös gut empfinden. Aber was nutzt es wenn der Zuschauer sich dafür nicht interessiert? Und ich glaube wenn es den Quotendruck nicht geben würde hätten wir diese und ähnliche Serien noch in zehn Jahren und man würde uns erzählen das es total beliebt bei den Zuschauern ist. Und ohne Quotendruck würde auch Schmidt mit seinen Blödsinn munter weiter machen.

Das Problem der Zielgruppe wie Glenn es anspricht sehe ich etwas anders. Wenn die Öffentlichen von allen Zuschauern Gebühren einziehen sollten sie auch für alle Programm machen. Leider gibt es da ein ziemliches Gefälle das zeigt das der Altersdurchschnitt irgendwo bei 59 oder 60 Jahren liegt. Ist zwar schön, aber dann sollte man auch auf die Gübühren der 20, 30 oder 40 jährigen verzichten. Und die sogenannte Zielgruppe geht ja von 14 bis 49 Jahren, es sind also nicht nur die ganz jungen.

Re: Ein Fernsehleben ohne Quoten?

Verfasst: Sa 13. Dez 2008, 13:20
von Glenn
Das Durchschnittsalter der Fernsehzuschauer ist bei allen Sendern viel höher als man vielleicht denkt. Ganz oben liegen natürlich ARD und ZDF mit einem Durchschnittsalter von 59 und 60 Jahren. Aber auch Sat.1 (51 Jahre) und RTL (45 Jahre) sind nicht gerade "jung". Am jüngsten ist noch ProSieben mit einem Durchschnittsalter von 36 Jahren. Dennoch ist es angesichts dieser hohen Zahlen doch nicht nachvollziehbar, warum man die Zielgruppe altersmäßig viel weiter unten ansetzt.
http://de.statista.org/statistik/daten/ ... sehsender/

Re: Ein Fernsehleben ohne Quoten?

Verfasst: Sa 13. Dez 2008, 13:28
von Neuling
Diese sogenannte Zielgruppe war und ist ja nur für die Werbung interessant. Wenn ich mir die Zahlen anschaue dann interessiert mich in erster Linie ob der Sender mit seiner Sendung nur ein bestimmtes Publikum erreicht oder die breite Masse. Und da haben die Öffentlichen leider noch sehr viel zu lernen.

Re: Ein Fernsehleben ohne Quoten?

Verfasst: Sa 13. Dez 2008, 14:20
von Kellerkind
Die Zielgruppe "14-49" ist nur PR. Intern spielen andere Dinge eine Rolle. Man benutzt die 14-49er Zahl, um sich gegenüber der Öffentlichkeit gut zu postionieren. Und das funktioniert. Quotenmeter oder DWDL und andere sind darauf trainiert und spielen mit diesen Zahlen, obwohl mittlerweile jeder weiß, dass sie nicht sehr aussagekräftig sind.
Wenn ich mir die Zahlen anschaue dann interessiert mich in erster Linie ob der Sender mit seiner Sendung nur ein bestimmtes Publikum erreicht oder die breite Masse. Und da haben die Öffentlichen leider noch sehr viel zu lernen.
Was heißt das? Die Sender sollen wesentlich quotenorientierter sein, damit sie viele erreichen? Das ist aber nicht Zweck der Sache. Sie sollen u.a. _auch_ Massenproduktionen machen. Und dort ist man erfolgreich, wie die Monatsmarktanteile zeigen. Hätte ein RTL oder Sat.1 ein Politmagazin oder Nachrichten zur Hauptsendezeit, wären die weiter unten. So schlecht sind die ÖR gar nicht bei der Sache. Es ist außerdem auch kein Geheimnis, dass man junge Zuschauer über teuren Sport oder US-Importe erreicht. Sollten sich die ÖR etwa noch mehr auf dem Markt teurer Lizenzen bewegen? Fakt ist: Wer heute schon etwas sucht, der findet auch genug. Leider spielt hier der Ruf der Sender eine entscheidende Rolle. Ein Film kann noch so gut sein, läuft er im ZDF schalten die Jungen aus Prinzip nicht ein.
Leider gibt es da ein ziemliches Gefälle das zeigt das der Altersdurchschnitt irgendwo bei 59 oder 60 Jahren liegt.
Der Altersschnitt ist keine Einbahnstraße. Die ARD hat ja nicht irgendwann beschlossen, nur noch die Grauhaarigen anzusprechen. Die Privaten haben aus wirtschaftlicher Notwendigkeit heraus die Jungen "herausgezogen," und ein Stück weit umprogrammiert, so dass es jetzt allen Programmen unmöglich ist, in einem Ablauf alle Altersgruppen anzusprechen. Das betrifft ja nicht nur Grau und Normal, sondern auch die Kinder. Kinderprogramm findet nur dort statt, wo es nicht wehtut, weil es vom Fluss überhaupt nicht passt, ein guter Fluss aber heutzutage alles ist.
Wenn das Zweite heute beginnen würde, druchgängig auf RTL zu machen, würde das nicht nur lautstark kritisiert, sondern auch vom Zuschauer abgelehnt. Das kann nicht das Ziel sein. Wenn der Sender nachzieht, wirft man ihm Kopierertum vor und schreitet er voran, wird ihm Annäherung an die Privaten nachgesagt.


Zur Eingangsfrage:
Weniger Quote wäre gut. Auf jeden Fall müsste der öffentliche Umgang mit den Zahlen unterbunden werden. Was hat Lieschen Müller davon, wenn sie weiß, dass ihre Serie gestern von 5 Mio gesehen wurde? Nichts. Ihr muss die Serie gefallen und der persönliche Geschmack muss das einzige Kriterium sein und nicht ob Medium X schreibt, dass Serie Y zum Flop mutiert und diese Schreibe dann auf Zuschauer einwirkt und diese allein aus dem Flopdenken fern bleiben.
Unsere Privaten haben es schon nicht schlecht, weil sie sich z.B. um Abschalterprogramme wie ernsthafte Dokus oder Nachrichten keinen Kopf machen müssen und sich daher voll dem Fluss ewig gleicher Programme hingeben können.

Insgesamt würde mit weniger Quote das PRogramm nicht umbedingt besser, aber der Zuschauer wäre zufriedener, weil er nicht ständig auf der Suche nach Rennern wäre und dabei das Beste verpasst. Der große Feind der Qualität ist nicht die Quote, sondern die Fernbedienung.

Re: Ein Fernsehleben ohne Quoten?

Verfasst: Sa 13. Dez 2008, 14:26
von hezup
Die 14-49er Gruppe steht zwar meist im Fokus, aber wenn man sich Werbeblöcke in bestimmten Sendungen anschaut, merkt man, dass sich die Sender und Werber auch außerhalb dieser Gruppe sich ihre Zuschauer suchen. Also so stur halten sie nicht daran fest. Ist ja nicht so, dass es nur Werbung gibt, die augenscheinlich nur für die "Jungen" relevant ist.

Re: Ein Fernsehleben ohne Quoten?

Verfasst: Sa 13. Dez 2008, 15:17
von Glenn
Kellerkind hat geschrieben:Leider spielt hier der Ruf der Sender eine entscheidende Rolle. Ein Film kann noch so gut sein, läuft er im ZDF schalten die Jungen aus Prinzip nicht ein.
Stimmt wahrscheinlich auch. Insofern bin ich gespannt, wie die Free-TV-Premiere von "Batman Begins" im ZDF am 29.12. laufen wird. Das ist so ein typischer Film, den man eher auf RTL oder ProSieben vermuten würde.

Re: Ein Fernsehleben ohne Quoten?

Verfasst: Sa 13. Dez 2008, 15:36
von Delaoron
An diesem Image sind die ÖR aber auch selbst schuld. Batman Begins zum Beispiel wäre bei den Privaten um 20:15 gelaufen, nicht um 22:xx.

Re: Ein Fernsehleben ohne Quoten?

Verfasst: Sa 13. Dez 2008, 16:39
von vicaddict
Delaoron hat geschrieben:An diesem Image sind die ÖR aber auch selbst schuld. Batman Begins zum Beispiel wäre bei den Privaten um 20:15 gelaufen, nicht um 22:xx.

Nur gibt es auch eine beträchtlichen Teil der jüngeren Zuschauer, die vor 22 Uhr den TV gar nicht erst einschalten. Sarah Kuttner hat beispielsweise mal erwähnt, dass sie vor 23.30 Uhr nie einschalten würde und wenn ich mein Fernsehverhalten so überprüfe, stelle ich auch fest, dass ich Filme und Serien in 80% aller Fälle erst in der Nachtwiederholung sehe und nicht um 20.15 Uhr. Insofern ist es also nicht zulässig zu sagen, die Öffis würden an der jungen Zielgruppe vorbeimarschieren, wenn sie Filme erst ab 22 Uhr bringen.

Wenn ich mir obendrein auch noch ansehe, wie oft hier bei 20.15 Uhr Vorführungen über die Schnitte gelästert wird, dann frage ich mich wirklich, ob man sich nicht auch mal von diesem 20.15 Uhr Slot als besten Sendeplatz verabschieden sollte.

Re: Ein Fernsehleben ohne Quoten?

Verfasst: Sa 13. Dez 2008, 18:15
von Neuling
Kellerkind hat geschrieben:....Weniger Quote wäre gut. Auf jeden Fall müsste der öffentliche Umgang mit den Zahlen unterbunden werden. Was hat Lieschen Müller davon, wenn sie weiß, dass ihre Serie gestern von 5 Mio gesehen wurde? Nichts. Ihr muss die Serie gefallen und der persönliche Geschmack muss das einzige Kriterium sein und nicht ob Medium X schreibt, dass Serie Y zum Flop mutiert und diese Schreibe dann auf Zuschauer einwirkt und diese allein aus dem Flopdenken fern bleiben.
Unsere Privaten haben es schon nicht schlecht, weil sie sich z.B. um Abschalterprogramme wie ernsthafte Dokus oder Nachrichten keinen Kopf machen müssen und sich daher voll dem Fluss ewig gleicher Programme hingeben können. ....
Ich glaube das gerade die Privaten in der schlechteren Position sind weil sie das Geld erst erwirtschaften müssen um es auszugeben. Und so sind die zum Erfolg verdammt und können sich nicht sehr viele Flops leisten und reagieren wohl auch deshalb schneller wenn eine Serie mal nicht läuft.
Lieschen Müller wird es auch ziemlich egal sein welche Sendung welche Quote holt, sie schaut sich das an was sie sehen will. Und selbst ohne Zusatzgeschichten in diversen Blättern würden die heute schon erfolgreichen Formate der Privaten trotzdem erfolgreich bleiben. Es kommt immer darauf an ob man es versteht eine breite Masse anzusprechen oder nicht.
Was Du unter einer ernsthaften Doku verstehst weiß ich zwar nicht, aber das auch die Privaten Nachrichten erfolgreich präsentieren können zeigt doch RTL.

Re: Ein Fernsehleben ohne Quoten?

Verfasst: Sa 13. Dez 2008, 18:21
von AlphaOrange
Neuling hat geschrieben:
AlphaOrange hat geschrieben:......Auf der anderen Seite kann ich mir vorstellen, dass man dann völlig am Zuschauer vorbeiproduziert, wenn es keine Rückmeldung mehr gibt und sich Leute wie Ranicki durchsetzen und Sendungen schaffen, die zwar wertvoll sein mögen, die aber keiner sehen will.
Genau das befürchte ich nämlich dann auch. Es ist ja schön wenn eine Handvoll Leute Serien wie "Türkisch für Anfänger" alös gut empfinden. Aber was nutzt es wenn der Zuschauer sich dafür nicht interessiert? Und ich glaube wenn es den Quotendruck nicht geben würde hätten wir diese und ähnliche Serien noch in zehn Jahren und man würde uns erzählen das es total beliebt bei den Zuschauern ist. Und ohne Quotendruck würde auch Schmidt mit seinen Blödsinn munter weiter machen.
Das ist dann ja das andere extrem, wenn man sich einzig an die Quote klammert.

Eigentlich könnten die Öffis die Einschaltquoten nutzen, um ein Programm zu gestalten, das wirklich ALLE Zielgruppen anspricht. Damit sind jetzt nicht Mainstream-Sendungen gemeint, sondern dass für jeden was dabei ist. Das ließe sich über die Einschaltquoten wunderbar regulieren, einzig: man tut es nicht.
Denn dadurch würde der Quotenschnitt sinken.
Kellerkind hat geschrieben:Die Zielgruppe "14-49" ist nur PR. Intern spielen andere Dinge eine Rolle. Man benutzt die 14-49er Zahl, um sich gegenüber der Öffentlichkeit gut zu postionieren. Und das funktioniert. Quotenmeter oder DWDL und andere sind darauf trainiert und spielen mit diesen Zahlen, obwohl mittlerweile jeder weiß, dass sie nicht sehr aussagekräftig sind.
Aussagekräftig schon, es kommt bloß drauf an, was man damit anfangen will.
Ich glaube mittlerweile auch nicht mehr an die sture 14-49-Fixiertheit der Werbeindustrie. Wer irgendwelche Pharma-Produkte für ältere Menschen bewerben will, der wird sicher nicht auf die junge Zielgruppe achten. Und dass man dann einfach einen Spot in einer besonders "alten" Sendung platzieren kann, aber nur für die jungen Zuschauer zahlt, glaube ich auch nicht, da werden die Vermarkter der Sender schon ihr eigenes System haben. Wer ältere Zuschauer ansprechen will, wird auch dafür zahlen müssen.
Insofern dürfte das Argument, dass Zuschauer über 49 für die Sender völlig wertlos sind, falsch sein. Wahrscheinlich ist der Werbemarkt nur einfach kleiner.
Kellerkind hat geschrieben:Weniger Quote wäre gut. Auf jeden Fall müsste der öffentliche Umgang mit den Zahlen unterbunden werden. Was hat Lieschen Müller davon, wenn sie weiß, dass ihre Serie gestern von 5 Mio gesehen wurde? Nichts. Ihr muss die Serie gefallen und der persönliche Geschmack muss das einzige Kriterium sein und nicht ob Medium X schreibt, dass Serie Y zum Flop mutiert und diese Schreibe dann auf Zuschauer einwirkt und diese allein aus dem Flopdenken fern bleiben.
Beim TV und den Quoten wird immer ein entscheidender "Fehler" gemacht: jeder kann mitreden, jeder kann das Programm analysieren, alle Zahlen liegen offen.
Aber eigentlich ist das Marktforschung, die macht jedes andere Unternehmen auch und die ist im eigentlichen Sinne für den Konsumenten gar nicht bestimmt.
Eigentlich ist es schon erstaunlich, wie in der TV-Branche (weltweit) mit diesen Zahlen umgegangen wird. Würde man lediglich Monats-, Quartals- oder Jahreszahlen veröffentlichen, wäre das "Problem" viel kleiner.
Kurz: Was hat Lieschen Müller davon? Nichts. Aber es hat sie im Grunde auch gar nicht zu interessieren.
vicaddict hat geschrieben:Wenn ich mir obendrein auch noch ansehe, wie oft hier bei 20.15 Uhr Vorführungen über die Schnitte gelästert wird, dann frage ich mich wirklich, ob man sich nicht auch mal von diesem 20.15 Uhr Slot als besten Sendeplatz verabschieden sollte.
Leichter gesagt als getan.
Es wurde ja schon oft 21:15 als die neue "Primetime" propagiert. Natürlich muss um 20:15 dann aber trotzdem Primetime-Material laufen, Vorabendprogramm würde nicht akzeptiert. Startest du dann um 21:15 einen Film und die Konkurrenz um 20:15, dann stehst du als Sender dumm da.
Sich vom xx:15-Schema verabschieden ist noch kritischer. Wer als einziger gegen den Strom schwimmt, kann in dem Fall nur auf die Nase fallen. Sat.1 hat's ja mal versucht.

Re: Ein Fernsehleben ohne Quoten?

Verfasst: Sa 13. Dez 2008, 20:05
von Kellerkind
Neuling hat geschrieben:Was Du unter einer ernsthaften Doku verstehst weiß ich zwar nicht, aber das auch die Privaten Nachrichten erfolgreich präsentieren können zeigt doch RTL.
Ernsthafte Doku sind solche, die z.B. im ZDF sonntags 19:30 und 23:30 laufen. Oder im Ersten Montags 20:15 und 21:00. Oder Dienstags 20:15 und 22:15 im Zweiten. Oder so ziemlich alles, was bei arte läuft. Nicht jede fällt darein, aber die meisten schon. Sowas findet man bei den Privaten gar nicht. Oder eigentlich doch, auf VOX, mittwochs gegen Mitternacht. Dafür haben die Privaten ihre Entertainment-Dokus, wie Bauer sucht Frau, Zwegat oder Supernanny. Solche Formate gibt es zwar prinzipiell bei den ÖR auch, aber dort gibt es eben auch "ernsthafte" Dokus.

Bei den Nachrichten ist es ganz ähnlich. RTL hat zwar dem Ruf nach die besten privaten Nachrichten, aber die sind voll mit Programmhinweisen und enden bereits am mittleren Vorabend. Einzig Sat.1 hat um 20:00 "späte" Nachrichten. Bei Vox gibt es sie nur mittags und nachts, bei Kabel1 nachmittags, etc. Zur Hauptsendezeit gibt es bei den Privaten nichts. RTL wird schon wissen, warum man mittags das lange Boulevardmagazin, am Vorabend knackige Programmhinweise und dann erst wieder nachts etwas macht. Gleiches gilt z.B. für Politmagazine. In Sendezeiten am Abend, wo bei den ÖR alle laufen, ist bei den Privaten Wüste.

Und warum das alles: Weil es keine Zuschauer bringt. Die Privaten haben auf diesen Gebieten nur sehr wenig Kompetenzen und das färbt natürlich auch auf den Zuschauer ab. Wer im Vollprogramm keine Nachrichten schaut, der meidet die auch in den Nachrichtensendern. Und da wundern die sich, dass N24 und n-tv so mies laufen. Und da wundern wir uns, dass es dort mehr Kriegsdokus als Kriege und mehr Tiefkühldokus als Tiefkühlprodukte gibt.

Re: Ein Fernsehleben ohne Quoten?

Verfasst: Sa 13. Dez 2008, 20:15
von Kellerkind
AlphaOrange hat geschrieben:Denn dadurch würde der Quotenschnitt sinken.
Nicht nur das. Heute muss alles zueinander passen. Wenn das Zweite einen Film zeigt, hat der unter gleichen Bedingungen weniger Zuschauer als bei ProSieben. Das kann man ggf. als Verschwendung ansehen. Bereits wird gemosert, dass Sendungen unter Ausschluss der Öffentlichkeit laufen. Eine ungeschickte Programmierung würde dies verstärken.
Ich glaube mittlerweile auch nicht mehr an die sture 14-49-Fixiertheit der Werbeindustrie.
Die gibt es auch nicht. Es sind ganz andere Dinge wichtig. Z.B: das Einkommen (Luxusprodukte), wer ist Haushaltsführer (Waren des täglichen Bedarfs), wer ist Haushaltsvorsteher (Versicherungen). Die Werbeindustrie wählt sich die Sendungen nach der Zusammensetzung der Zuschauer aus. Daher kann es sein, dass Sendungen eine miese Quote, aber einen hohen Besserverdieneranteil haben und deswegen laufen dürfen.

Re: Ein Fernsehleben ohne Quoten?

Verfasst: Sa 13. Dez 2008, 20:22
von Kellerkind
Neuling hat geschrieben:Ich glaube das gerade die Privaten in der schlechteren Position sind weil sie das Geld erst erwirtschaften müssen um es auszugeben. Und so sind die zum Erfolg verdammt ...
Eben und deswegen ist es ja praktisch, dass man keine "schwierigen" Inhalte machen muss. Im Zweifel tut es die 20. Ausstrahlung eines Eddy Murphys-Klassiker auch. Ist ja auch nicht schlimm. So ist das vom Gesetzgeber vorgesehen. Aber es macht halt im Ergebnis einen Unterschied. Besonders dann, wenn man grundsätzlich davon ausgeht, dass dem Fernsehen aufgrund seiner Verbreitung und Nutzung eine Rolle über den alleinigen Unterhalter hinaus zugschreiben wird, sich aber große Gruppen bestimmer Alters-Schichten einseitig bei denen rumdrücken, die keine schwierigen Inhalte machen müssen. Das ist aber Versäumnis der ÖR, die in ihrem Elfenbeinturm machen was sie wollen und keiner reinreden darf.
Lieschen Müller wird es auch ziemlich egal sein welche Sendung welche Quote holt, sie schaut sich das an was sie sehen will.
Daran will ich nicht glauben, weil ich mich selbst dabei ertappe, dass ich anhand solcher Meldungen eine Meinung aufbaue, obwohl ich eine Sendung nicht gesehen habe und auch nicht vorhabe, sie anzusehen. Hingegen würde ich Tod und Teufel gutreden, wenn sie nur bei arte laufen.

Re: Ein Fernsehleben ohne Quoten?

Verfasst: Sa 13. Dez 2008, 22:13
von AlphaOrange
Kellerkind hat geschrieben:
AlphaOrange hat geschrieben:Denn dadurch würde der Quotenschnitt sinken.
Nicht nur das. Heute muss alles zueinander passen. Wenn das Zweite einen Film zeigt, hat der unter gleichen Bedingungen weniger Zuschauer als bei ProSieben. Das kann man ggf. als Verschwendung ansehen. Bereits wird gemosert, dass Sendungen unter Ausschluss der Öffentlichkeit laufen. Eine ungeschickte Programmierung würde dies verstärken.
Ja, das ist natürlich ein entscheidender Punkt, der dagegen spricht, zum Beispiel im ZDF zu versuchen, für alle Zielgruppen was zu bieten. Dann ist der Audience Flow im Eimer und es schaltet überhaupt niemand mehr ein.
Aber die ARD haben eigentlich genug Fernsehanstalten, die sie auf einzelne Zielgruppen trimmen könnten. Da die meisten davon aber als mMn überflüssige Regionalprogramme positioniert sind, sind sie dazu verdammt, dort überall für die gleichen Zuschauer zu programmieren.
Würde man die Regionalprogramme auflösen und die Sendungen mit tatsächlichem regionalen Bezug in Programmfenster verfrachten, dann wäre Platz da für eine viel individuellere Ausrichtung neuer Sender. Alles in allem bloß ein Gedankenspiel, weil nicht umsetzbar.
Kellerkind hat geschrieben:
Ich glaube mittlerweile auch nicht mehr an die sture 14-49-Fixiertheit der Werbeindustrie.
Die gibt es auch nicht. Es sind ganz andere Dinge wichtig. Z.B: das Einkommen (Luxusprodukte), wer ist Haushaltsführer (Waren des täglichen Bedarfs), wer ist Haushaltsvorsteher (Versicherungen). Die Werbeindustrie wählt sich die Sendungen nach der Zusammensetzung der Zuschauer aus. Daher kann es sein, dass Sendungen eine miese Quote, aber einen hohen Besserverdieneranteil haben und deswegen laufen dürfen.
Eben. Genau so klingt es nämlich, wenn man mal etwas tiefer nachforscht.
Und vor dem Hintergrund verwundert es mich eigentlich, wie nicht nur beim durchschnittsinteressierten Zuschauer sondern auch bei bekannten Mitgliedern der Branche immer wieder Diskussionen aufkommen wie "sollte man die Zielgruppe auf bis 59 Jahre erweitern". Da wo es wichtig ist (wo es nämlich um Geld geht) interessiert diese 14-49-Fixiertheit doch eher wenig, wieso wird der Zahl in der Außendarstellung dann immer so eine gravierende Bedeutung zugemessen?
Man könnte somit glatt darauf kommen, dass das Problem der 14-49-Fixiertheit weder bei den "quotengeilen" Sendern noch bei der dem Jugendwahn verfallenen Werbebranche liegt, sondern bei der Medienberichterstattung, die sich auf eine einst ausgegebene Kenngröße (woher kam die denn eigentlich? Ich hab irgendwie RTLs Helmut Thoma im Hinterkopf) eingeschossen hat, damit über Flop oder Top entscheidet und den Sender anschließend vorwirft, dasselbe zu tun.

Re: Ein Fernsehleben ohne Quoten?

Verfasst: Sa 13. Dez 2008, 22:24
von hezup
AlphaOrange hat geschrieben:Man könnte somit glatt darauf kommen, dass das Problem der 14-49-Fixiertheit weder bei den "quotengeilen" Sendern noch bei der dem Jugendwahn verfallenen Werbebranche liegt, sondern bei der Medienberichterstattung, die sich auf eine einst ausgegebene Kenngröße (woher kam die denn eigentlich? Ich hab irgendwie RTLs Helmut Thoma im Hinterkopf) eingeschossen hat, damit über Flop oder Top entscheidet und den Sender anschließend vorwirft, dasselbe zu tun.
Soweit ich weiss, hat der Thoma sich damals die Zielgruppen-Idee aus den USA abgeschaut und nach Deutschland "importiert".

Re: Ein Fernsehleben ohne Quoten?

Verfasst: So 14. Dez 2008, 05:24
von Nini
Kellerkind hat geschrieben:RTL hat zwar dem Ruf nach die besten privaten Nachrichten, aber die sind voll mit Programmhinweisen und enden bereits am mittleren Vorabend.
:shock:

Du hast da noch nicht sehr oft zugeschaut, oder?

Ich erlebe es z.B. selten, daß bei einem Thema (speziell Politikerinterviews) auf das Nachtjournal verwiesen wird. Aus dem einfach Grund, daß man abends um 18.45Uhr recht wenig Zeit für ein 20 minütiges Gespräch hat. Allerdings habe ich auch bei "heute" oder der "Tagesschau" noch keine langen Interviews gesehen.
Was für "Programmhinweise" gibt dir denn der Herr Klöppel?

Re: Ein Fernsehleben ohne Quoten?

Verfasst: So 14. Dez 2008, 11:40
von Neuling
Kellerkind hat geschrieben: Ernsthafte Doku sind solche, die z.B. im ZDF sonntags 19:30 und 23:30 laufen. Oder im Ersten Montags 20:15 und 21:00. Oder Dienstags 20:15 und 22:15 im Zweiten. Oder so ziemlich alles, was bei arte läuft. ......Sowas findet man bei den Privaten gar nicht. ......Dafür haben die Privaten ihre Entertainment-Dokus, wie Bauer sucht Frau, Zwegat oder Supernanny. Solche Formate gibt es zwar prinzipiell bei den ÖR auch, aber dort gibt es eben auch "ernsthafte" Dokus.
Ich nehm jetzt mal "Bauer sucht Frrau" raus undsteck dafür "Rach..." rein und habe dann für mich drei ernsthafte Dokus. Ernsthaft deshalb weil diese sich mit den Problemen unserer heutigen Gesellschaft beschäftigen und Lösungsansätze bieten. Gerade die Super Nanny hat absolut nichts von Entertainment, das was dort läuft ist traurig weil man sich nicht vorstellen kann das KInder so aufwachsen müssen. Rach und Zwegat ist da zwar schon mehr Unterhaltung, aber auch hier werden Tips gegeben für Leute die in ähnlichen Situationen sind.
Im Kölner Treff war u.a. auch Kolja Kleeberg (Koch). Ein Gast dieser Runde kritisierte die ganzen Koch-Dokus und meinte das sich das Essverhalten der Menschen dadurch sowieso nicht ändern würde. Kleeberg meinte darauf das es ausreicht wenn nur 5% der Zuschauer durch diese Dokus ihre Lust aufs selber kochen entdecken, dann haben diese ganzen Koch-Dokus ihre Daseinsberechtigung. Und genau so seh ich das auch. WEnn nur eine Handvoll Gastronomen durch Rach mal mit offenen Augen durch ihre Küche gehen und in Zukunft sauberer arbeiten ist das ein Gewinn. Wenn ein paar durch Zweget endlich aufstehen und sich bewegen um ihre Schulden abzubauen kann auch diese Sendung nicht falsch sein. Und bei der Saalfrank gilt das gleiche.

Du hast am Ende einen sehr richtigen Gedanken gebracht. Würden all diese Formate bei ARD oder ZDF laufen wären das seriöse Formate, bei den Privaten ist es leider alleine deshalb Müll.

Re: Ein Fernsehleben ohne Quoten?

Verfasst: So 14. Dez 2008, 11:49
von Neuling
Kellerkind hat geschrieben:Bei den Nachrichten ist es ganz ähnlich. RTL hat zwar dem Ruf nach die besten privaten Nachrichten, aber die sind voll mit Programmhinweisen und enden bereits am mittleren Vorabend. Einzig Sat.1 hat um 20:00 "späte" Nachrichten. Bei Vox gibt es sie nur mittags und nachts, bei Kabel1 nachmittags, etc. Zur Hauptsendezeit gibt es bei den Privaten nichts. RTL wird schon wissen, warum man mittags das lange Boulevardmagazin, am Vorabend knackige Programmhinweise und dann erst wieder nachts etwas macht. Gleiches gilt z.B. für Politmagazine. In Sendezeiten am Abend, wo bei den ÖR alle laufen, ist bei den Privaten Wüste.
Was ist die Hauptsendezeit und warum sind Nachrichten um 20Uhr besser alös um 19Uhr? Zwischen 19 und 20UHr passiert ja in der Regel nicht viel, also macht es keinen Sinn Nachrichten erst um 20UHr zu schauen um dann besser informiert zu sein.
Bei mir fängt der Abend mit den Nachrichten an. Das richtet sich danach wann ich nach Hause komme und fertig bin. Mal ist es 18,45Uhr und mal 19Uhr, und dann schalte ich entweder RTL oder das ZDF ein und schau Nachrichten und weiß was am Tag so passiert ist. Die RTL Nachrichten sind nicht voll mit Programmnachrichten, würde mir ja auffallen. Einzig dieses schon fast krankhafte Hinweisen auf http://www.rtl.de nervt auf Dauer.

Ich versteh Deine Kritik auch nicht wirklich. Wenn Du die Privaten kritisierst musst Du dann ja auch das ZDF kritisieren die ja auch schon um 19Uhr ihre Nachrichten senden. Sollen alle Sender Zeitgleich um 20Uhr Nachrichten senden? Das wäre doch Unsinn.

Re: Ein Fernsehleben ohne Quoten?

Verfasst: So 14. Dez 2008, 12:21
von Kellerkind
Neuling hat geschrieben:Was ist die Hauptsendezeit und warum sind Nachrichten um 20Uhr besser alös um 19Uhr? [...]
Ich versteh Deine Kritik auch nicht wirklich. Wenn Du die Privaten kritisierst musst Du dann ja auch das ZDF kritisieren die ja auch schon um 19Uhr ihre Nachrichten senden. Sollen alle Sender Zeitgleich um 20Uhr Nachrichten senden? Das wäre doch Unsinn.
Um 20 Uhr schauen insgesamt mehr Menschen fern, als um 19 Uhr. Die Privaten platzieren ihre Nachrichten dort, wo Wenige zuschauen, weil sie wissen, dass es nicht gut läuft. Einzige Ausnahme ist RTL um 18:45, ansonsten gibts Nachrichten nur dort, wo es nicht wehtut. Das Zweite ist zwar mit 19 Uhr auch vor 20 Uhr, aber dort gibt es - wie im Ersten oder den Dritten - am Abend noch eine Sendung. Die fehlen bei den Privaten völlig. Dort gibt es evtl. nächtliche Alibi-Sendungen.
Ich nehm jetzt mal "Bauer sucht Frrau" raus undsteck dafür "Rach..." rein und habe dann für mich drei ernsthafte Dokus. Ernsthaft deshalb weil diese sich mit den Problemen unserer heutigen Gesellschaft beschäftigen und Lösungsansätze bieten.
Die bieten aber doch keine allgemeinen Lösungsansätze, sondern nur spezifische. Und an welcher Stelle dir persönlich der Restaurranttester hilft, wäre auch interessant. Diese Filmchen sind vor allem eins: Unterhaltsam. Aber unter gar keinen Umständen zu vergleichen mit z.B. der ZDF-Reihe "Die Deutschen."
Gerade die Super Nanny hat absolut nichts von Entertainment,
Gerade vor zwei Wochen hat man diesen einen Fall derart pervers groß aufgezogen, dass man überhaupt keinen Zweifel an den Intentionen der Senderführung mehr haben kann. Hilfe gehört jedenfalls nicht dazu. Wer verprügelte Kinder bei Kerner zugunsten einer positiven Quotenentwicklung bewirbt, ist schwer zu unterbieten. Mag der sonst übliche Klapps auf den Arsch noch als RTL-konforme Unterhaltung durchgehen, war der Umgang mit dieser Geschichte durch deren Drastik schlicht unter aller Sau.
Du hast am Ende einen sehr richtigen Gedanken gebracht. Würden all diese Formate bei ARD oder ZDF laufen wären das seriöse Formate, bei den Privaten ist es leider alleine deshalb Müll.
Nicht "würden." Es gibt diese Formate. Mit Finanz-Coach, Hotel-Coach und Haus-Coach waren die ÖR sogar schneller. Aber bei denen ist das halt nur ein Angebot unter vielen, bei den Privaten überschlagen sich Trends in sich selbst, was fehlt ist Breite. Auch beim Anspruch der Formate.
Was für "Programmhinweise" gibt dir denn der Herr Klöppel?
Mit persönlich recht wenig, weil ich dies nach Möglichkeit meide, aber wenn er denn muss, dann verweist er mich auf RTL-Formate, die z.B. etwas mit Bohlen zu tun haben.

Re: Ein Fernsehleben ohne Quoten?

Verfasst: So 14. Dez 2008, 12:30
von Kellerkind
AlphaOrange hat geschrieben:Man könnte somit glatt darauf kommen, dass das Problem der 14-49-Fixiertheit weder bei den "quotengeilen" Sendern noch bei der dem Jugendwahn verfallenen Werbebranche liegt, sondern bei der Medienberichterstattung, ...
14-49 ist PR. Mehr nicht. Vergleiche die Rangfolgen nach Quoten und du siehst, warum es ein sehr großes Interesse darin geben muss, sich mit anerkannten Phantomzahlen nach oben zu jubeln.
DWDL ist z.B. nicht mal aus Gründen der Vollständigkeit bereit, zu den Top20 der 14-49er des Vortages auch die Zahlen aller Zuschauer anzugeben. Das wäre eine reine Fleißaufgabe. Aber sowas machen die aus Prinzip nicht. Obwohl jeder weiß, dass die Zahlen nicht sehr aussagekräftig sind.

Der einzige Sender, der die Bereiche 14-29 und 30-49 gleichmäßig abdeckt, ist übrigens RTL. ProSieben sackt ab 30 ab und auch die anderen haben in beiden Gruppen unterschiedliche Zahlen.