Wer wird neuer CDU Vorsitzender?

Annegret Kramp-Karrenbauer
10
56%
Friedrich Merz .
3
17%
Jens Spahn
2
11%
Ein anderer
3
17%
#1527611
Neo hat geschrieben:Wenn man nach der Wahltour geht, dann müsste es Merz werden. Schäuble bringt für ihn nicht Baden-Württemberg, sondern mehrere Stimmen aus Deutschland. Dafür hätte er wahrscheinlich nicht mal ein Interview geben müssen. Zwischen AKK und Merz liegt gefühlt so viel, dass die jeweiligen Delegierten sicherlich nicht überlegen müssen.

Ich hoffe trotzdem auf AKK. Die Frau ist so überhaupt nicht mein Ding, aber Spahn und Merz gehen eben gar nicht. Wie die beiden alleine schon in Talksshows auseinandergenommen wurden. Unsouveräner ging es kaum.
Bei Merz isses mir persönlich total egal, wo er gearbeitet hat, wie viele Millionen auf dem Konto sind und wie oft er mit seinen Privatfliegern durch die Gegend tuckert, aber so deppenhaft auf Fragen zu antworten (er sei obere Mittelschicht, boi pls!), teilweise mit einer derartigen Arroganz, obwohl er sich selbst in manche Sachen reinmanövriert hat (Thema Asyl), der Andenpakt, die Sache mit dem verlorenen Laptop, sprechen einfach so sehr gegen diese Person, dass ich sogar Jens Spahn präferiere. Der war wenigstens ehrlicher und schon immer offen gegen Merkel, auch dann, als kein anderer den Mumm hatte aufzustehen.
Merz ist für mich ein Aasgeier, der nie seine und die Niederlage seiner Freunde verkraftet hat und jetzt unbedingt nochmal zeigen muss, dass er was kann, aber was nur? :?

Zu Wahlablauf: Es gibt 1001 Delegierte, die darüber entscheiden. Die Wahl ist geheim. Gewinnen wird der, der die absolute Mehrheit hat. Heißt, dass es am Ende doch tatsächlich noch auf eine Stichwahl zwischen AKK und Merz hinauslaufen wird und, je nach vorheriger Gewichtung, AKK wohl den Kürzeren zieht.


Ging mir genauso: zum Glück isses AKK geworden!! Merz und Spahn?? No Way!!
#1527613
Neo hat geschrieben:Und Lindner muss sich echt richtig warm anziehen, wenn Merz gewählt wird. Meine Güte, was da alles abgefischt wird, teils mit fast identischen Zitaten. Ansonsten eine Menge Plattitüden, steif, altbacken, ich verstehe diesen Hype einfach nicht. :|
Ging mir in den letzten Wochen exakt genauso. Anders als bei Spahn hatte ich bei Merz ja anfangs gar keine nähere Vorstellung davon, wie er so tickt und wirkt, aber die letzten Wochen haben mich quasi durchweg abgeschreckt. Seine neoliberale Grundhaltung ist ja das Eine, aber diese offensichtliche Entkoppelung von den Problemen des Normalbürgers zeigte sich mir schon an zu vielen seiner öffentlichen Aussagen. Konkret wurde er auch nicht, sondern hat sich sehr oft in nett klingenden Aufbruchsfloskeln ohne Substanz verloren, die auch nicht wirklich authentisch rüberkamen, da er wie du schon sagst an manchen Stellen reichlich altbacken rüberkam. Steif... jein. Ich muss ihm schon lassen, eine latent diabolisch angehauchte Graf-Dracula-Attitüde an den Tag gelegt zu haben, die ich nicht uninteressant fand, aber ein wenig hölzern wirkte er fraglos auch. Also alles in allem fand ich seine Bewerbungstour um den Parteivorsitz schon ziemlich mau und hatte eigentlich damit gerechnet, dass er in den letzten 1-2 Wochen jetzt noch in den Prognosen abrutscht.
Seine viel zu lang gezogene und über weite Strecken blutleer wirkende Rede gestern passte in mein Bild.

In diesem Sinne war ich auch erleichtert, dass es AKK wurde. Ihre Rede habe ich gestern zwar nicht gesehen und wenn wir uns nichts vormachen, ähnelt sie Merkel wirklich sehr, aber unter dem Bewerbertrio war sie für mich die einzig Tragbare, bei der ich auch eine "Kanzlervision" habe.

Neuer Generalsekretär soll übrigens Paul Ziemiak werden.


Fohlen
#1527614
Wenn man nur nach innen auf das Kanzleramt giert ... Außenpolitisch wäre es jedoch unklug, sie ist die Einzige, die den Verein der durchgeknallten Herren Europas und der Welt noch ein wenig zusammenhält. Man kann nur hoffen, dass sie da bis 2021 noch ein bisschen was erreichen kann. Wenn da jetzt die kleine AKK angetanzt käme ... Das wird doch nix.
#1527616
Kaffeesachse hat geschrieben:Wenn man nur nach innen auf das Kanzleramt giert ... Außenpolitisch wäre es jedoch unklug, sie ist die Einzige, die den Verein der durchgeknallten Herren Europas und der Welt noch ein wenig zusammenhält. Man kann nur hoffen, dass sie da bis 2021 noch ein bisschen was erreichen kann. Wenn da jetzt die kleine AKK angetanzt käme ... Das wird doch nix.
Danke, das wollte ich gerade schreiben. Es wäre schlicht unklug Merkel jetzt abzusetzen. Gerade weil sie im Ausland eben nicht als Lame Duck gesehen wird und auf ihre alten Tage tatsächlich noch was reißen könnte - sie scheint ja jetzt auch befreiter zu sein.
AKK soll das machen, was sie am besten kann und das ist durch Deutschland touren (mit Rockband oder ohne) und die GroKo bei Laune halten. Und wenn Merz auch nur irgendetwas gestern ernst gemeint hat, dann soll er gefälligst auch in den Osten gehen und mehr Diskussionsrunden führen. Er kam bei den Regionalkonferenzen, wenns nach Applaus geht, besser an und wenn man ihm abkaufen würde, dass er einen Draht zu AKK hat, dann könnten Menschen doch tatsächlich das Gefühl bekommen, gehört zu werden.
Nicht, dass ich dabei einen Pfifferling auf den setzen würde oder denke, dass da jetzt die große Wende kommt, aber das größere Übel könnte man nach dem Merkel Rücktritt so zumindest verhindern.

Bei der CDU habe ich auch das Gefühl, dass sie ihr Motto Zusammenführen. Und zusammen führen. ernst nehmen. Und AKK hat doch ganz gut erkannt, wie sie das machen kann. Siehe eben nun Ziemiak. Bei Merz hätte man Zweifel haben können.
#1527620
Vermutlich allgemeine Verwirrung + Jugendneid + Teilresignation von gestern. Bis zur Wahl gab es für die meisten doch nur ein entweder oder und kein sowohl als auch. Selbst Ziemiak lehnte erstmal ab und ging dann doch einen Schritt auf AKK zu. Sicher auch mit Spahn-Absprache. AKK hätte an diesem Tag wohl jeden vorschlagen können und es wäre nicht ein wahnsinns Ergebnis geworden.
#1527624
Ob es Merkel jetzt wirklich für die Außenpolitik braucht? Da unterscheiden sich doch deutsche Politiker in keinster Weise und im Ausland hat jedes deutsche Wort Gewicht, egal wer Kanzler ist. Einfach deshalb, weil der- oder diejenige die stärkste Wirtschaftsnation Europas vertreten.

Es kann am Ende ja auch keine Lösung sein, die deutsche Innenpolitik auf die Seite zu schieben, nur damit Merkel bis 2021 in Europa Politik machen kann. Es gab mal Zeiten, da hatten wir für genau diese Dinge einen Außenminister. Es wäre vor allem mit Blick auf die AfD sicher nicht schlecht, wenn der Fokus des Kanzleramtes sich auch wieder mehr nach innen richten würde und die Außenpolitik eben dem entsprechenden Minister überlassen würde. Das ist doch einer der Gründe, warum die AfD erfolgreich ist. Weil sie den Eindruck vermittelt und das nicht zu unrecht, dass die Kanzlerin sich nicht für die deutschen Bürger interessiert, dafür aber um so mehr für den Rest der Welt.
#1527625
Ach bitte. Man kann nicht einfach die 12 Jahre Kanzlerschaft und Beziehungen mit sämtlichen Staatsmännern wegwischen. Es ist ein großer Unterschied, ob Merkel oder AKK mit Leuten wie Putin, Macron, Trudeau oder sonst wem telefonieren bzw. irgendwo wieder zusammensitzen müssen. Und wie viel bekommen hier die Leute schon mit? Merkel ist innenpolitisch eh durch und wenn nun eine AKK kommt, die glaubwürdig vertritt, dass es ihr nicht egal ist (hat sie mit ihrer Zuhör-Tour ja schon bewiesen), wie die Leute in diesem Land ticken und was für Sorgen sie haben, dann ist das aktuell doch die ideale Aufteilung. Denke auch, dass Merkel AKK jetzt zwangsläufig mehr in die Treffen einbinden muss und sie so gut auf internationaler Ebene aufgebaut werden kann. Wenn AKK jetzt gleich alles übernimmt, dann wird auch sie in Deutschland nicht so präsent sein, wie es aktuell von Nöten wäre.
#1547113
Laut Umfrage von der Funke Mediengruppe:

1. Söder: 45 Ja, 36 Nein
2. Merz: 30 Ja, 56 Nein
3. Spahn: 27 Ja, 57 Nein
4. Laschet: 19 Ja, 61 Nein
5. Röttgen: 13 Ja, 60 Nein

Spahn sollte sich echt überlegen Laschet abzulösen oder Laschet schmeißt von selbst hin, unterstützt aber Spahn. Söder - von dem ich noch immer nicht glaube, dass er Merkel folgen will - könnte ohnehin nur, wenn die CDU das Go gibt und unter Spahn wäre das wahrscheinlicher. Mit beiden Personalien könnte man zumindest besser schwarz-grün starten, als unter Friedrich Merz. Wüsste da ehrlich gesagt auch nicht, weshalb die UNION dann noch über den 30% liegen sollte...
Mag ja sein, dass viele in dieser Partei Merz mögen und ein Problem mit Spahn haben, weil jung und homosexuell, aber in erster Linie gehts doch um den Machterhalt und der scheint mir mit Spahn, Söder und auch immer noch Laschet eher gesichtert zu sein.
#1547120
Ich bin mir sehr sicher es wird Merz.
Söder wird man nicht wollen (wobei die CSU wohl mal dran wäre), der fokussiert sich zu sehr auf Bayern. Da kann ich mir an einem Finger abzählen wo das meiste Geld landen wird. Ist ja schon so beim Verkehrsministerium wo Bayern mehr bekommt als NRW.
Also da wird die CSU in Bayern vielleicht die 50% knacken, der Rest in Deutschland dürfte über einen bayrischen Kanzler nicht sehr glücklich sein.

Spahn...ich denke der ist mit seiner Rolle sehr glücklich. Nach ner Frau ein homosexueller Kanzler wäre natürlich ein Ding, er ist mir aber nicht laut genug. Und er hat ja gegen Merz schon mal verloren. Deutlich.

Laschet arbeitet gerade an seinem politischen Ende, er bringt sich gerade zu sehr ein. Hätte natürlich auch gut gehen können, ist es aber eher nicht. Er hat zu sehr den Lockerungs-Laschet raushängen lassen und dürfte durch die sich anbahnende zweite Welle damit in eine blöde Lage gebracht haben. Dazu ist der einfach unsympathisch.

Röttgen ist halt dabei.

Es wird Merz, nach dem Ergebnis 2018 ist das schlicht das Resultat. Er hält sich auch gerade geschickt raus. Ende des Jahres kommt der wieder, schreit "Wirtschaft, Steuern senken*, Arbeitsplätze" und dann nimmt der das Ding mit >60% nach Hause.

Für die Wahl ist das ne Niederlage, dass die SPD oder Grüne mit dem koalieren ist undenkbar. Vermutlich kommt da wieder was mit Zweitstimme FDP. Oder der Flirt mit der AfD, würde ihm auch zu Gesicht stehen.
Ansonsten ist es die Chance für Rot-Grün. Sie müssten sich vor der Wahl zusammensetzen, schon vorab verhandeln und dann halt ne gute Strategie abliefern.

*Für ausgewählte wohlhabende Gruppen
#1547168
Was genau war denn die Frage? Wer wurde denn befragt? Geht es um die Kanzlerfrage, oder den Parteivorsitz? Das muss ja nicht zwingend das selbe sein ;)

An Söder glaube ich schon deshalb nicht, weil doch in Bayern die Machtfrage erst durch ihn geklärt wurde. Das wäre doch aus Sicht der CSU Wahnsinn ihn abzuziehen, zumal er gerade so beliebt ist wie nie. Er selbst macht auf mich auch nicht den Eindruck als wolle er nach Berlin. Der bleibt lieber 20 Jahre König von Bayern. Damit ist er doch ohnehin mächtiger als jeder CSU-Minister in Berlin oder gar als Kanzler. Ich stelle mir das auch alles andere als harmonisch vor, wenn er den Kanzler geben sollte, ein anderer aus der CSU den Ministerpräsidenten und wer gibt den Parteichef? Das geht doch nicht gut.

Die Alternativen sind für die CDU aber tatsächlich ne Katastrophe. Merz kannst du den Grünen nicht vermitteln. Da müsste man beten, dass es für Schwarz-Gelb reicht, aber das sehe ich nicht. Ergo gibt es wieder die Frage nach der Zusammenarbeit/Duldung mit der AfD.

Laschet wollte halt punkten und dem Volk nach dem Mund reden und fällt jetzt auf die Schnauze. Hier könnte ich mir allerdings vorstellen, dass man am Duo Laschet/Spahn festhält. Der eine, Laschet, führt die Partei, der andere wird Kanzlerkandidat. Könnte mir gut vorstellen, dass man so Schwarz-Grün verkaufen könnte, aber ob das reicht?

Sämtliche Umfragen sind doch aktuell eh für die Katz. Erst, wenn die CDU/CSU sich mal entschieden hat, kann man schauen, für was das reicht. Ich gehe davon aus, dass die Grünen wieder bei 22-25% landen werden und die Union wird wieder bei oder gar unter 30 landen. Das wird am Ende ne Art Thüringen, wo nichts wirklich geht.

Es kommen ja auch noch diverse Wahlen auf uns zu, die mit Blick auf Berlin nicht unwichtig sind. Das fängt mir der Pfalz an, wird aber sicher überschattet von BaWü, wo die Grünen vermutlich wieder an Momentum gewinnen werden. Und dann hat man direkt wieder Thüringen, ehe es dann in Sachsen-Anhalt wieder richtig unangenehm werden dürfte. Denkbar, dass hier die Linke diesmal die CDU stützen muss, um die AfD zu verhindern. Dumm nur, dass der dortige CDU-Vorsitzende ja selbst nach Thüringen 1.0 nicht davon abwich, mit der AfD sprechen zu wollen.

Da ist noch ne Menge Bewegung drin und ganz ehrlich? Die Grünen haben nirgendwo was zu verlieren und werden durch BaWü gar wieder gewinnen, während die CDU überall mächtig zu knabbern haben wird. Und da die CDU-Spitze durch die Bank weg jedes Fettnäpfchen mitnimmt, würde ich da noch jetzt keine Prognose abgeben wollen, wo die am Ende landen werden.
#1547241
vicaddict hat geschrieben: Sa 27. Jun 2020, 20:25 Was genau war denn die Frage? Wer wurde denn befragt? Geht es um die Kanzlerfrage, oder den Parteivorsitz? Das muss ja nicht zwingend das selbe sein ;)
Na, ging schon um die Kanzlerfrage, sonst wäre Söder nicht im Töpfchen gelandet. Befragung queerbeet.

Dazu aber noch eine interessante SPIEGEL-Umfrage: Grünenanhänger für Söder - oder keinen
umfrage.JPG
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Merz hat sich ja angebiedert, aber das passt den Grünen natürlich so gar nicht. Die Zustimmung für Söder wundert mich aber schon. Klar, war der die letzte Zeit auffällig grün unterwegs und hatte jetzt ein gutes Corona-Management, aber man hat doch die Wahl dagegen zu stimmen.
#1547252
Okay, spiegelt aber auch nur das wider, was wir hier eh schon alle gesagt haben. Warum lädt man uns nicht zu Maischberger ein? Diversity können wir dann auch gleich noch diskutieren :D

Die Union wird 2021 ein Problem haben. Besonders dann, wenn der Merkel-Effekt weg ist und alle Kandidaten im Wahlkampf jedes Fettnäpfchen mitnehmen können und auch werden. Bis dato ist ja ausgerechnet Spahn derjenige, der sich noch am Besten präsentiert und der hat in der Vergangenheit auch schon jede Menge Mist verzapft.
#1547346
Bei "jung" bin ich mir nicht so sicher, aber ich hab Migrationshintergrund.

Ich meine, ich bin ein weißer, heterosexueller (in der Theorie, weniger Praxis) Mann mit Zugang zu Internet. Ich habe das Recht, ja die Verpflichtung, mich zu allem zu äußern!