US-Fernsehen (inklusive Season- und Pilot-Reviews), britisches Fernsehen etc.
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von redlock
#1558828
Legacies -- Staffel 2 (The CW)

Irgendwas ist immer, aber immer kommen unsere Heldinnen und Helden irgendwie aus der Nummer raus. Und Beziehungsstress gibt’s reichlich. Schwächer als S1 (es wiederholt sich halt), aber für Zwischendurch war's zu gebrauchen,

Für S2: 6,5/10


The Newsreader -- Staffel 1 (ABC, Australien)

6 Folgen; (Netto-)Laufzeit jeweils etwa 53 Minuten

Die Serie ähnelt HBO's ''The Newsroom'' schon sehr. Ist aber wesentlich besser. :grin:
Die australische Serie bzw. die Staffel spielt von Januar 1986 bis April 1986 in der Nachrichtenredaktion eines TV Senders in Melbourne. Jede der sechs Episoden dreht sich um ein zentrales Nachrichtenthema aus diesem Zeitraum. In 4 Folgen ein ''internationales'' (Challenger Katastrophe, Halleysche Komet, AIDS, Chernobyl) in 2 ein ''nationales'' (ein Mordfall, ein Bombenattentat). Der Mordfall kam mir irgendwie dunkel bekannt vor, von dem Bombenattentat hatte ich noch nichts gehört.
Im Zentrum der Geschichte stehen jedoch drei Figuren. ''Die Neue'' (Anna Torv, Fringe), ''der Alte'' (Robert Taylor, Longmire) und ein Neuling (Sam Reid, kannte ich noch nicht). Es geht um Macht, Einfluss, beruflichen Aufstieg/Abstieg und die Päckchen, naja, es sind schon Pakete, die jede der drei Hauptfiguren zu tragen hat.
Laut Aussagen von Leuten, die in den 1980zigern in solchen Nachrichtenredaktion in Australien gearbeitet haben, haben sich die Macher viele Freiheiten genommen. Die Wirklichkeit war schon anders. Macht aber nichts, das ist keine Doku, sondern ein wirklich starkes Drama. Die drei Leads sind sehr gut. Wäre das eine US Serie gäb's sicherlich Emmy Nomminierungen für alle drei.
Der Look, die Ausstattung (hey, es ist ist 1986) ist eindeutig gelungen.
Der Chefmacher hatte die Staffel ursprünglich auf acht Folgen angelegt. Aber ABC ist knapp bei Kasse und die Serie wurde während der Pandemie gedreht. Darum nur sechs Folgen. Das etwas komprimiert werden musste, merkt man, meiner Meinung nach, erst in #106.
Die Staffel ist nicht in sich abgeschlossen. Einige der Handlungsstränge bleiben recht ''offen.'' Eine S2 ist noch(?) nicht bestellt. Nichtsdestoweniger, das sollte niemanden davon abhalten hier mal reinzugucken. ''The Newsreader'' ist ein starkes TV Drama aus Australien.


Für S1: 8/10
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von AlphaOrange
#1558933
Squid Game (Netflix, kor)

456 hoch verschuldete Menschen bekommen die Möglichkeit, in einem gewaltigen Battle Royal aus pervertierten Kinderspielen ein riesiges Vermögen zu gewinnen, wenn sie als letzter übrig bleiben.
Hat viel Kritikerlob bekommen, was ich leider nicht so ganz nachvollziehen kann. Squid Game ist aufwändig, schön gefilmt, kompromisslos, hat gute Darsteller. Aber die behauptete Meta-Ebene Kapitalismuskritik ist Bullshit. 95% der Zeit sehen wir wie ein Haufen Lebensversager bereit ist, für einen Haufen Geld alles zu tun. Das hat mit Kapitalismus wenig zu tun*. Das ist das erwähnte Battle Royal, Hunger Games etc. in neuem Anstrich. Squid Game ist eine dieser sadistischen, nihilistischen Crazy Shit Asia Produktionen. Die Serie zelebiert, wie ihre Protagonisten erschossen, zermatscht oder abgestochen werden in ihrer für Fernost-Produktionen typischen wankelmütigen Stillinie. Mal wird beim Gewehrschuss pietätvoll weggeblendet, dann wiederum fängt die Kamera freiliegendes Gehirn ein. Mal ist die Inszenierung sehr konservativ, dann kommt aus dem Nichts eine ewig lang hyperstilisierte Zeitlupenszene voller SFX. Die Sets sind Hauptsache knallig statt Hauptsache sinnvoll - das quietschbunte eschereske Treppenhaus bspw., das man bereits im Trailer sieht, ist vollkommen sinnfrei.
Inhaltlich sehe ich zwei Schwachpunkte. Zum einen pappt die Produktion ein paar B-Plots rein, die allesamt erwartbar im Nichts verlaufen und teils auch extrem unlogisch sind**. Zum anderen sortiert die Serie in der Mitte alle sympathischen Figuren aus***. Hinzu kommt ein völlig wirrer Twist am Ende****.
Kurzweilige Unterhaltung, für alle die asiatische Genre-Kost mögen oder von sehr zynischen Erzählungen nicht abgeschreckt werden. Aber bitte keine sozialkritische Parabel erwarten.
6 / 10
versteckter Inhalt:
* Es ist ja nicht einmal so, dass die Figuren vom Kapitalismus zerstört wurden. Protagonist Gi-hun ist einfach ein Versager und verprasst seine Kohle bei Pferderennen. Der ist selbst schuld und nicht der böse Kapitalismus. Bei den anderen Figuren sieht es kaum besser aus. Klar, es geht auch darum, dass da hedonistische Bonzen aus dem Westen auf die Spiele wetten. Aber die kommen ja erst kurz vor Schluss vor und haben auch kaum Dialogzeilen.

** Der Organhandel-Plot ist ja nun wirklich auf allen Ebenen himmelschreiender Blödsinn, da möchte ich gar keine einzelnen Punkte herauspicken. Auch der Plot um den Polizisten und seinen Bruder endet im nihilistischen Nirgendwo ohne jeglichen Connect zum Hauptplot.

*** Am Ende kämpft Sang-woo, der zunehmend als Arsch inszeniert wird, gegen Gi-hun, der ein kompletter Versager ist und von den anderen durch die Spiele geschleift wurde (1 und 5 uneigennützig gerettet worden, 3 dank des Teams überstanden, in 4 den Gegenspieler betrogen und auch 6 nur durch die "Aufgabe" des Gegners gewonnen). Sae-byeok und Ali waren deutlich sympathischere Figuren. Daher ist es besonders schade, dass bei einem solchen Format die Inszenierung nie einen Zweifel daran lässt, wer die Spiele am Ende gewinnen wird.

**** Diese ganze Szene mit dem alten Mann funktioniert so gar nicht. Der hätte schon mehrfach drauf gehen können bevor er in Spiel 4 offenbar einen Failsafe hatte. Was ist das mit der Wette auf den Obdachlosen? Sozialkritik, Zynismus? Bei dem ganzen Gespräch kommt so unglaublich wenig Offenbarung herum. Und wenn das alles sein Privatvergnügen war, wieso findet das nach seinem Ableben weiter statt? Und wieso steigt Gi-hun nicht in das verdammte Flugzeug, wenn Serienschöpfer Hwang Dong-hyuk doch gar kein Interesse an einer Fortsetzung hat? Gi-hun rebelliert an keiner Stelle gegen das System und jetzt, wo er sein Leben wieder auf die Reihe bekommen hat, will er dorthin zurück? Das ergibt keinen Sinn.
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von Theologe
#1558958
DIe Hart [Quibi] - Comedy
Genau wie die anderen Quibi Serien ist auch Die Hart einfach ein Film, der aufgeteilt wurde. Kevin Hart spielt sich hier selbst und möchte nicht mehr der Comic Relief sein, sondern ein Actionstar werden. Dafür muss er in die Actionstar-Schule von Ron Wilcox (John Travolta) und muss dort allerhand Schikanen über sich ergehen lassen.
Unterm Strich eine 08/15 Actionkomödie, aber mit Hart, Travolta, Josh Hartnett und Jean Reno gut besetzt und ein paar ordentliche Gags gab es schon
6,5/10

Billions: S5 (komplett)
Durch die Pandemie war die erste Staffel für 15 Monate unterbrochen und den ersten Teil habe ich schon bewertet, weil ich dachte, dass es direkt mit der 6. weitergehen wird, die startet aber erst im Januar. An meiner guten Wertung ändert sich aber nichts. Einen überflüssigen Sideplot aus der ersten Hälfte beendet man direkt und konzentriert sich auf das was gut funktionierte und dreht da sogar noch auf. Zwei negative Aspekte gibt es aber dennoch, auch wenn die inhaltlich nicht so wichtig sind. Zum einen hat Paul Giamatti in dem einen Jahr Pause nicht nur seinen Bart rasiert, sondern auch heftig abgespeckt. Da es aber in der Serie keinen Zeitsprung zwischen Folge 7 und 8 gab, sah das ziemlich blöd aus.
Zum anderen war Axe einen Großteil der Staffel in Quarantäne. Ich tippe mal, dass Damien Lewis wegen des Todes seiner Frau nicht so viel zur Verfügung stand, aber Neuzugang Corey Stoll hat eine gute Rolle gespielt.
Heute kam dann die News,
versteckter Inhalt:
dass Damien Lewis aus der Serie aussteigt. Das passt zwar zum Ende der Staffel, aber ist für die Serie natürlich ein herber Verlust. Da höre ich schon wieder die ersten Beschwerden, dass Showtime nicht weiß, wann sie die Serien beenden müssen. Ich hoffe, dass er zumindest irgendwann als Gaststar zurückkehrt, wenn die Serie endet.
8,5/10

Catch-22 [Hulu]
Noch muss man sich Hulu-Shows mühsam zusammensuchen, in Zukunft kommen die wenigstens alle auf Disney+. Den Film habe ich nie gesehen. Das werde ich allerdings bald nachholen. Die Serie war auf jeden Fall ein absoluter Kracher. Christopher Abbott als Soldat, der unbedingt nach Hause will, aber Mission um Mission fliegen muss, ist einfach herrlich und die Geschichte wartet mit einigen herrlich bitterbösen Momenten auf. Kyle Chandler glänzt als cholerischer Colonel und die von George Clooney und Hugh Laurie Nebencharaktere bringen einiges an Witz mit. Highlight der Serie ist für mich aber der Leiter der Offiziersmesse, der mit allerhand Tricks ein internationales Syndicat aufbaut.
10/10
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von Sarge
#1558995
Catch-22 [Hulu]
Habe ich vor ein paar Monaten auch gesehen und muss mal etwas contra geben. Ich fand die Serie ziemlich zäh und hab für die 6 Episoden recht lange gebraucht. Mir fehlt die Kenntnis der literarischen Vorlage, insofern kann ich auch nichts zum Treuegrad der Umsetzung sagen, aber auf mich wirkte die Story dieser Satire schon ein wenig seltsam und manche Elemente zu abstrus. So z.B. der (einfache) Soldat namens Major Major, den man passenderweise zum Major befördert.

Ein Highlight ist der Arzt, der Yossarian mal das Paradox darlegt, warum er unmöglich verrückt sein kann, um deswegen dann ausgemustert zu werden. Und natürlich der erwähnte Versorgungs-Soldat, der das Kriegsgewinnler-Kartell aufbaut.
Aber insgesamt betrachtet reichte mir das nicht, um mich zu fesseln. Es gibt leider auch kaum eine Figur, mit der man richtig mitfiebern konnte, weil aufgrund der Satire alles recht übertrieben wirkte.
5,5/10


A.P. Bio [NBC / Peacock]
Dank Nataku's Review neulich habe ich die ersten 3 Staffeln nachgeholt und konnte kaum glauben, was für ein subversives Highlight ich da bisher verpasst hatte.
Auch wenn der bitterböse Psycho-Humor im Laufe der Zeit etwas abgeschwächt wird und man sogar im Klartext darstellt, dass es Grenzen für die Rachepläne des Lehrers gibt, bleibt unterm Strich eine schwarze Comedy mit sehr ausgefallenen Charakteren. Was ich oben kritisiert habe, finde ich hier großartig: Wenn es ins Abstruse abdriftet, was wirklich jederzeit vorkommen kann. Die Episoden können einen jedesmal aufs Neue überraschen.

Season 1 - 8,5/10
Season 1 - 9/10
Season 1 - 8/10
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von redlock
#1559029
The Outpost -- Staffel 4 (The CW)

13 Episoden; Nettolaufzeit jeweils knapp 43 Min.

Natürlich, die Serie ist schon recht trashig. Die Leistungen der Darsteller schwanken. Aber mittlerweile sind einem die Figuren, egal ob Haupt- oder Nebenfiguren, ans Herz gewachsen. Und auch die Geschichte ist interessant.
Die vierte Staffel knüpft nahtlos an das Finale der dritten Staffel an. Es geht diesmal um alles.
In meinen Augen war bzw. ist die vierte Staffel die gelungenste der Serie. Die Mythologie wird am Ende aufgeklärt. Nach einigen Vorläufen gibt es einen Endkampf, und obwohl im Laufe der Staffel manche Figuren von uns gehen, gibt es ein rundes, zufriedenstellendes Ende. Keine Cliffhanger. Die Macher haben das Staffelfinale als Serienfinale konzipiert.
Mir hat's gefallen. Gilt für die vierte Staffel und die Serie insgesamt.


Für S4: 7/10


Ted Lasso -- Staffel 2 (Apple+)

12 Folgen; Laufzeit entweder um 30 Minuten oder knapp 45

Staffel 1 traf natürlich zum genau richtigen Zeitpunkt auf ein pandemiemüdes Publikum. Da hat es S2 natürlich nicht leicht.
Mir hat diese Staffel nicht so gut wie S1 gefallen. Mir war's einfach zu viel Drama, zu wenig Comedy -- obwohl es gute Gags in jeder Eps gab -- aber unterm Strich war's einfach zu viel Drama. Dazu eine überflüssige Liebesgeschichte und der Unsinn mit Raja Casablanca. Aber der Abschied des ghanahischen Milliardärs war äußerst witzig.
Außerdem hätte ich mir gewünscht, dass die Staffel mehr dem Verlauf der Fußballsaison folgt (wie in S1). Es gab die Pokalspielfolge und das Aufstiegsdrama. Das war's aber auch. Klar, es geht in der Serie nur vordergründig um Fußball. Aber in S1 fand ich es besser umgesetzt.
Das ist alles jedoch Jammern und Meckern auf hohem Niveau. Drei starke Folgen, eine wirklich schwache (Nein, das war nicht die Weihnachtsfolge, die £1000 Wette fand ich z.B. klasse) und neun gute. Am Ende kommt aber nicht mehr als
7,5/10 für S2 heraus. Gut, aber eben nicht sehr gut.
Freue mich dennoch auf die dritte Staffel.
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von LittleQ
#1559037
Riverdale - Staffel 5 (The CW - Netflix)

Hachja. So schnell ist alles wieder vorbei. Season 5 setzt den Abwärtstrend der Serie leider fort. Mit dem Zeitsprung habe ich mir ja einen inhaltlichen Neuanfang erhofft, der allerdings nicht eingetreten ist. Auch die Figuren scheinen sich in 7 Jahren nicht sonderlich weiterentwickelt zu haben.
Dazu kommt, dass es in dieser Staffel wirklich viel durcheinander gab. Storytechnisch verlief zu viel nebenher und zu viel war, in alter Riverdale-Tradition, einfach so zu Ende. Dabei fing die Staffel wirklich vielversprechend an.
Man sah leider, dass niemand wirklich etwas Konkretes zu tun hatte. Betty war da noch am produktivsten, während Jug irgendwie kaum zu sehen war. Veronica und Archie waren mir zu viel hin und her und Cheryl dreht wohl hiermit endgültig am Rad, auch wenn das wohl der Anfang einer neuen Storyline sein soll, welcher durch ein Crossover mit Sabrina gesützt wird.

Es ist aber mittlerweile ein bisschen so wie mit Supernatural. Man ist irgendwie einfach schon zu lange dabei, um kurz vor Schluss einfach abzuhauen und auch wenn die Serie mich inhaltlich manchmal killt, bin ich immer noch gerne in Riverdale.

Für Staffel 5 dennoch
6/10
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von Sarge
#1559089
Made For Love - Season 1 [HBO Max]
Diese Satire startet äusserst vielversprechend. Hazel (Cristin Milioti) entkommt mit Hilfe eines Delphins aus dem Schurken-Hauptquartier...äh... Traumwohnsitz ihres Ehemanns, des Tech-Moguls Byron Gogol. Nach 10 Jahren Ehe will er ihr als ultimativen Liebesbeweis einen Chip einpflanzen, damit er ihre "Gedanken lesen" kann. Sie flieht sie zu ihrem Vater (Ray Romano), der mit einer Sexpuppe zusammenlebt.

So weit, so ausgefallen. Doch im Grunde steckt das mittlerweile altbekannte Muster unterdrückter Partnerinnen dahinter. Ob das nun saufende Schläger oder psychopathische Genies sind, die ihre Frauen unterdrücken - es wird mit der Zeit irgendwie austauschbar. Wie bei "Kevin can f..." fragt man sich, warum Hazel sich 10 Jahre so hat einmauern lassen, bevor es irgendwann zuviel wurde.
Und mit zunehmendem Verlauf merkt man leider auch, dass den Autoren Story-mässig nicht mehr allzu viel eingefallen ist. Byron versucht Hazel zurückzubekommen, die das natürlich nicht will. Dabei kommt sie ihrem entfremdetem Vater wieder näher und nebenbei gibts noch ein paar abstruse Nebenplots über die Technologie. Da wurde zu wenig Inhalt zur Serie aufgeblasen.

Insgesamt leider nicht der große Wurf, den ich mir erhofft hatte. Dank der kurzen Laufzeit (8x22min) werde ich aber wohl auch Season 2 gucken.
5/10
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von Fernsehfohlen
#1559161
Squid Game (Netflix, 2021)

Bei meinen Schülern war dieser Hype bereits vor zwei Wochen angekommen, bevor ich davon gehört hatte - und hatten mir die Serie wärmstens ans Herz gelegt. Inzwischen wäre diese Empfehlung freilich nicht mehr nötig gewesen, berichtet inzwischen doch quasi jedes Medium darüber (und über die mitunter fragwürdigen Implikationen dieses Hypes). Nach Sichtung der neun Folgen kann ich den großen Trubel aber nur in Teilen nachvollziehen.

Einen hohen Unterhaltungswert will ich der Serie wahrlich nicht absprechen. Sie ist gut inszeniert, die blutigen Spiele sind toll gefilmt und die creepy musikalische Untermalung ist auch richtig klasse. Die Kostüme erinnern ein wenig an „Haus des Geldes“ oder „The Handmaid‘s Tale“, vor allem die roten Soldatenuniformen haben aber einen immens hohen Wiedererkennungswert. Zudem sind die darstellerischen Leistungen überwiegend ziemlich überzeugend - im Gegensatz zur deutschen Synchro, die ich aber nur am Rande erwähnen möchte.
Vor allem drei der Spiele (Rotes Licht, blaues Licht, Tauziehen und Murmeln) empfand ich zudem als fantastisch in Szene gesetzt und saß wirklich gespannt und bei aller Verstörung doch in erster Linie begeistert vor dem Fernseher. Dramaturgisch sind das echte Erlebnisse…

…in einer Rahmenhandlung, die mich über weite Teile aber überhaupt nicht überzeugt hat. Die gesamte Erzählung, dass niederträchtige, reiche und mächtige (meist männliche) Menschen sich ein modernes Sklaventum erschaffen, in dem die sozioökonomische Unterschicht für ein wenig Wohlstand freiwillig ihre Würde aufgibt und sich um die fallen gelassenen Krümel streitet, empfinde ich als altbekannt, ja fast schon etwas altbacken. Das hatten wir viel intelligenter bei „Parasite“, die Idee mit den Todesspielen hatten wir bei „The Hunger Games“, ähnlich gelagerte Dystopien gibt es geradezu wie Sand am Meer. Und für eine ernstzunehmende Kapitalismuskritik bleibt mir die erzählte Welt auch viel zu platt, die meisten Charaktere zu eindimensional und die Freude der Kamera an den diversen Gewaltexzessen auch zu exzessiv und omnipräsent.
(Und, um kurz auf Alpha einzugehen, halte ich noch nicht einmal so sonderlich viel davon, etwa die Lage eines Spiel-, Alkohol- oder Drogensüchtigen als komplett selbstverschuldet und damit den Menschen als Versager hinzustellen.)

Die beiden herausstechendsten Folgen sind für mich die sechste und neunte. Erstgenannte verkörpert für mich geradezu alle Stärken, weil sie beinahe einzig und alleine aus dem Murmelspiel besteht und sich entsprechend viel Zeit dabei lässt, es überaus mitreißend in Szene zu setzen. Interessanterweise habe ich aber hier auch den Eindruck, der versuchten Charakterzeichnung hier am interessiertesten gefolgt zu sein, vor allem den Austausch zwischen den beiden Mädchen, Ali und seinem Gegner sowie dem alten Mann und der Hauptfigur fand ich inmitten des Gemurmels weniger hölzern, ambivalenter und tiefsinniger als über weite Strecken der restlichen Staffel.
Das genaue Gegenteil hierzu stellt für mich das Staffelfinale dar, in dem ich das titelgebende Spiel eigentlich überhaupt nicht verstanden habe, weil es quasi gar nicht gespielt wird, sondern bedeutungsschwangere Dialoge sich mit irrsinnig belanglosem Geprügel und Rumgesteche abwechseln. Fand ich schon mal doof. Der Rest der Folge, wo man das Mysterium der Squid Games auflösen möchte, hat mich aber noch ratloser zurückgelassen, weil er auf mich völlig an den Haaren herbeigezogen wirkt. Und auf diverse Logiklöcher will ich da gar nicht zu sprechen kommen.

Unterm Strich ist „Squid Game“ aus meiner Sicht eine unterhaltsame Serie für zwischendurch mit hohem Schau- und Unterhaltungswert, von der man aber keine allzu tiefgründige Gesellschaftsparabel erwarten sollte. Von einigen wenigen Momenten abgesehen bleiben die Figuren eher simpel gestrickte Stereotype, die für noch viel größere Stereotype „tanzen“ sollen und an der sich hedonistische Kapitalisten serienintern genauso ergötzen sollen wie der gemeine Zuschauer vor dem Fernsehschirm. Das macht Spaß, geht darüber aber selten hinaus und sollte bitte nicht mit den wirklich großen Serien der letzten Jahrzehnte verglichen werden. Viel mehr als einen großen Hype kann ich hierin jedenfalls nicht erkennen - aber Spaß macht es, vor allem, wenn man gerade wieder einem der zynisch schönen Gemetzel in irgendeinem Kinderspiel zuschauen kann.

6/10


Fohlen
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von Neo
#1559166
Ja gut, bevor es noch in den Entwürfen verschimmelt:

Squid Game (Netflix, 2021)

Ja, ich verstehe den Hype auch nicht. Das ist eine nette Serie, die man gut wegbingen kann, mehr aber auch nicht. Keine Ahnung, weshalb das von Kritikern so gut aufgenommen wird, denn man hat doch alles schon mal irgendwo gesehen und hier wars teilweise auch einfach zu viel. Die Serie hat eigentlich nichts Originelles, keine eigene Sprache, eine schöne Kulisse, aber die Bilder (Aufnahmen) sind doch sehr langweilig, 08 15-Charaktere und die Dialoge, nun ja, auch recht schwach. An den Spielen hatte ich Freude vor allem bei dem Murmel-Spiel, denn endlich gabs mal
versteckter Inhalt:
ein wenig Kontur für Seong, der den alten Mann prellen wollte, dafür etwas enttäuschend, dass man Ali als so einen treudoofen Migranten hinstellte und mit Cho nur so einen mittelmäßigen Binnen-Antagonist schuf. Alles rund um Sae-byeok war jetzt auch nicht so knackig. War dann auch wenig überraschend, dass sich ihre Spielpartnerin opferte.

Die Kapitalismuskritik..puh. Da hatte man mit Parasite womöglich den besten Film allerzeiten zu diesem Thema und kommt dann mit so einer flachen Story um die Ecke. So schön auch alles gemacht war, aber gerade der Part mit den
versteckter Inhalt:
Wetten und diese schlecht karikierten, wohlhabenden Männer (wie schwach waren da bitte die Dialoge und das Schauspiel?)
war schon äußerst mies. Was bei Filmen wie Tribute von Panem einfach zur Welt passte, ist hier zu plump.

Ansonsten wurde ja schon alles geschrieben. Twists fand ich jetzt auch nicht alle so krass und teilweise einfach etwas unnötig. Bei allen Schwächen, die die japanische Serie Alice in Borderland hatte (ähnliches Prinzip, daher die Erwähnung), muss ich sagen, dass mir die sogar noch ein Müh mehr Freude bereitete, auch wenn Squid Game insgesamt runder ist.

Bei 6/10 Punkten kann ich mich anschließen.
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von LittleQ
#1559174
Squid Game (Netflix, 2021)

5/10
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von redlock
#1559198
Westside -- Staffel 5 (Three, Neuseeland)

10 Folgen; Nettolaufzeit jeweils ~45 Minuten

Eine sehr gute Staffel mit einer gelungen Mischung aus Krimi(drama) und Familiendrama. Der Schwerpunkt liegt allerdings auf dem Familiendrama und den Beziehungsproblemen der Familie West und ihrer Freunde. Natürlich gab es auch wieder eine ordentliche Portion Humor (z.B. über einen der echten Onkel der Hauptdarstellerin).
Im Krimiteil gefiel mir u.a. besonders wie die Sache mit Frankie Figgs am Ende ''aufgelöst'' wird.
Es gab aber auch einen Wermutstropfen. In dieser Staffel hatte ich zum ersten mal das starke Gefühl, dass es gut gewesen wäre zu wissen was in ''Outrageous Fortune'' mit einigen Charakteren passiert bzw. passieren wird. Was ist z.B. mit Anne-Marie, Brandon, Billy (dem Sohn von Eric) und dem Halbbruder von Wolf.
Nichtsdestoweniger, eine tolle und sehr unterhaltsame Staffel:
8,5/10


Only Murders in the Building -- Staffel 1 (Hulu)

10 Folgen; Nettolaufzeit jeweils um die 30 Minuten

Eine schöne Überraschung des TV Jahres. Obwohl die Serie eigentlich''nur'' ein klassisches ''Wer war der Täter'' ist, war es sehr unterhaltsam. Die Geschichte um den Mord und die drei (teilweise recht exzentrischen) Hauptfiguren, die daraus eine Podcast machen, war fesselnd und ziemlich spannend mit netten Wendungen. Neben den Krimi gibt’s Hintergrundgeschichte zu den drei Haupfiguren. Dazu ist die Staffel mit Witz und Humor ausgestattet. Martin, Short und auch Gomez machen ihren Job hervorragend, wobei Gomez manchmal jedoch etwas ''steif'' wirkt.
Die Staffel eignet sich hervorragend zum Bingen. Ich hab's nach dem Start allerdings wöchentlich gesehen und konnte die neuen Episoden tatsächlich kaum erwarten.
Der Mord an Tim Kono wird am Ende aufgeklärt. Allerdings endet die Staffel mit einem fetten Cliffhanger. (Wobei der eigentlich auch noch ein gelungener Gag und Dreh ist).


Für S1: 8/10
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von EPFAN
#1559210
Locke & Key (Staffel 2)

Staffel 2 ist eine deutliche Verbesserung im Verhältnis zur ersten Staffel. Die Charaktere haben sich gut weiterentwickelt außer die Mutter und agieren nicht mehr so dümmlich wie in Staffel 1. Es werden sogar richtige ausgeklügelte Pläne verfolgt, die natürlich nicht ganz so funktionieren, aber egal. Auch über die Geschichte der Schlüssel wurde nun einiges gezeigt. Die Story und die Spannung zog ab Folge 4/5 an, sodass gleich von mir gebingt wurde ':) .

Mittlerweile sind es 19 magische Schlüssel. Ich weiß nicht, in wie weit durch die 2 Staffeln die sechsteilige Buchreihe abgedeckt wurde, aber man hätte es auch dabei belassen können. Staffel 3 ist ja wohl bereits schon abgedreht. Die Story wurde eigentlich schön beendet. Nun wird die Geschichte ausgeschlachtet mit einem neuen Widersacher, bis es wahrscheinlich 50 Schlüssel gibt mit immer skurriler werdenden Fähigkeiten und einem neuen Kampf gegen die Dämonen. Da bin ich jetzt schon nicht begeistert von Staffel 3. Da muss schon einiges passieren, damit das besser wird als die aktuelle Staffel.

Für Staffel 2: 7/10
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von str1keteam
#1559241
Squid Game Netflix 8,5/10
Schon 'ne Weile gesehen und mittlerweile kennt es jeder, aber um die Banausen von Bahnhof Zoo auszugleichen und Interessierte nicht abzuschrecken, muss auch noch eine verdiente Wertung landen. Die negativen Kommentare hier scheinen sich auch mehr gegen den Über-Hype und falsche Erwartungen als die Serie an sich zu richten, denn die Vergleiche mit Parasite passen imho nicht, weil Squid Game kein Sozialdrama sondern teils nihilistische und oft schwarzhumorige Actiondystopie mit optischen und erzählerischen Anime-Anleihen ist. Dadurch ist es auch vollkommen ausreichend und zweckmäßig "Typen" zu verwenden, um schnell eine Verbindung zum Zuschauer zu schaffen und die Sozialkritik mit der wutschnaubenden Dampframme anstatt dem Seziermesser anzubringen.

Der Grund, dass Squid Game bis in den weltweiten Mainstream explodiert ist und der seit über 20 Jahren kreativ blühenden koreanischen Filmlandschaft (seit der Kohle und den Einflüssen der US-Streamer erreichen auch endlich die Serien internationales Level. Die soapigen und kitschtriefenden K-Dramen mit Popschönlingen waren zwar auch vorher schon außerhalb Koreas in Nischen erfolgreich, aber da ist mir schon bei den Trailern die Lust vergangen.) mehr westliche Aufmerksamkeit verschafft hat als all die Kultfilme und Nischenklassiker seit der ersten Südkorea-Welle in den späten 90ern/frühen 00ern um Oldboy und selbst der Oscarsieg von Parasite, ist aber natürlich viel mehr in den extrem einprägsamen Sets und Kostümen und der spannenden Inszenierung der blutigen Kinderspiele als in der Sozialkritik zu finden. Einerseits höchst spezifisch und typisch koreanisch, aber dennoch absolut universell und mit großem Nostalgiebonus, denn Spiele wie Rotes Licht, Grünes Licht und co. hat wohl jeder Zuschauer auf der Welt unter anderen Namen selbst als Kind gespielt. (in Deutschland z.B. als Donner, Wetter, Blitz bekannt). Wodurch sich wie zur Hochzeit von Walking Dead ein starker Identifikationsfaktor mit den dauergefährdeten Protagonisten einstellt und hypefördernde "wie würde ich reagieren"-Gedankenspiele und Diskussionen angeregt werden. Die exakt gleiche Serie in Alltagsklamotten und Lagerhallenflair hätte wahrscheinlich trotzdem nur 14 statt 140 Millionen Zuschauer begeistert.

Die Ikonographie und die an surrealer Atmosphäre und "what the Fuck"-Momenten reiche Einstiegsphase, in der man noch in alle Richtungen über die Hintergründe spekulieren konnte, hat den Eintrag in die Rekordbücher und Klassikerriege des Genres vollbracht, aber ich fand es z.B. auch sehr stark, dass man sich nicht nur beim Prinzip an den subgenreprägenden Klassikern der 70er/80er Jahre wie Stephen Kings Running Man (der Arnie Film hatte nur Namen und Grundidee gemein. Edgar Wright verfilmt bald erstmals das Buch, das mehr mit dem deutschen TV-Klassiker Todesspiel gemein hat.) oder Todesmarsch bedient hat (wobei ja selbst diese "Arbeiterklasse wird zur Belustigung der Elite gejagt bzw. in tödliche Spiele gezwungen"-Klassiker Wurzeln bis mindestens bis zum 1932er Most Dangerous Game und der zu Grunde liegenden 1924er Kurzgeschichte haben.), sondern auch einen zentralen Protagonisten wählte, der viele unsympathische Eigenschaften besitzt und somit Raum zur Entwicklung bietet. Auch wenn die gegen Ende letztlich zu sprunghaft stattfand.

Während ich bei einigen anderen angeblichen Logiklücken nicht zustimme
versteckter Inhalt:
(der alte Mann hatte nichts zu verlieren und wollte ja ausdrücklich nicht mehr nur zuschauen, sondern unter echten Bedingungen mitspielen. Die Möglichkeit bei einem der Spiele zu sterben, hat er in Kauf genommen. )
, hat mir die
versteckter Inhalt:
allerletzte Szene allerdings auch nicht gefallen. Die offensichtliche Erklärung, dass es der Cliffhanger ist und Gi-hun aus seiner Lethargie erwacht ist und jetzt zum Rachefeldzug gegen die Squid Game Macher aufbricht, wäre vollkommen ok gewesen, während die Erklärung des Autors wenig bis keinen Sinn ergibt. Das er nicht mehr im Hamsterrad des Kapitalismus mitlaufen will, ist ja kein Grund nicht zu seiner Tochter zu fliegen.
Eine neue Staffel Squid Game wird bei dem Erfolg natürlich in irgendeiner Weise folgen. In Form von Ablegern in anderen Ländern, Prequels oder einer echten zweiten Staffel von Hwang Dong-hyuk. Eine Fortsetzung wird es aber ähnlich schwer haben wie 13 Reasons Why Staffel 2. Trotz offener Handlungsstränge
versteckter Inhalt:
den zu 99% maskentragenden Spielleiter hat man ja sicher nicht nur aus Jux mit Lee Byung-Hun besetzt. Das ist einer der größten Filmstars in Korea - den nutzt man nicht nur als 5 minütigen Cameo. Da man den Tod seines Polizistenbruders nicht gesehen hat, wäre ich extrem überrascht, wenn der nicht wieder auftaucht. Der Strang verläuft also nicht im Sande. Der Autor mag noch keine zweite Staffel fix im Kopf gehabt haben, aber die Möglichkeit natürlich (und mittlerweile ganz klar). Der weltweite Hype war nicht erwartbar, aber für Korea sind die 22 Mio $ für 9 Folgen Big Budget und somit dürfte zumindest Netflix Asia die Serie als fortsetzungswürdigen Erfolg und potentielles Franchise einkalkuliert haben. Mögliche Anschlusspunkte legt man dem Macher dann zumindest nahe.
und Grundlagen für eine Fortführung
versteckter Inhalt:
der alte Mann war ja nur einer der Gründer, aber das Squid Game stirbt dadurch so wenig wie kriminelle Organisationen oder Korruption. Nachdem man einen Kopf abschlägt, wachsen 2 nach.
.
versteckter Inhalt:
Ein "More of the same"-Sequel, das einfach nur neue Teilnehmer, neue Kostüme , größere Sets und aufwendiger inszenierte Spiele in den Mittelpunkt stellt und die Hintergründe näher beleuchtet, würde wohl noch funktionieren, aber auch Gegenwind bekommen und weniger Kritikerliebe erfahren. Eine zweite Staffel, die sich stärker neu erfindet und den Zuschauern fast nichts mehr von den Elementen liefert, die sie an der ersten Staffel gemocht haben (sprich: keine Spiele mehr aus Teilnehmerperspektive), wäre sogar ein fast sicherer Reinfall.

Für mich persönlich hat Squid Game nach Kingdom und Sweet Home zumindest schon mal das letzte Ausrufezeichen gesetzt, dass ich mich in Zukunft nicht mehr nur mit südkoreanischen Filmen (gestern erst den 2017er Oscarbeitrag "A Taxi Driver" mit Song Kang-ho und Thomas Kretschmann als Jürgen Hinzpeter gesehen, der das 1980er Massaker von Gwangju an die Weltöffentlichkeit brachte. https://www.imdb.com/title/tt6878038/?ref_=fn_al_tt_1 Sehr empfehlenswert.) sondern auch mit den Serien beschäftigen muss.

Allgemein hoffe ich, dass der Hype nachhaltiger ist als bei Parasite, der sich nicht als Start einer Welle, sondern als One Hit Wonder entpuppte und nichts am Nischendasein von koreanischen Filmen geändert hat. Damit die Highlights in Zukunft noch höher budgetiert, stärker beworben und bitte auch hochwertiger synchronisiert werden.

Ich bin bekanntlich kein Synchro-Snob, aber wenn ich allein bin, schaue ich asiatische Filme nur im O-Ton mit englischen Untertiteln, denn bis auf wenige Hypefilme und Oscarkandidaten erhalten die hier ein zu geringes Budget , das zu wenig Zeit und entsprechend schwache Dialogbücher sowie (bis auf wenige Ausnahmen) bestenfalls mittelprächtige Sprecher und fragwürdige Lippentreue mit sich bringt. Die deutsche Squid Game Synchro war schon so schwach, dass es die Schauspielerleistungen runterzieht, aber sogar noch vergleichsweise erträglich. Verglichen mit US-Synchros sogar ein Meisterwerk. :') Vieles aus Asien wird von Netflix und amazon ja überhaupt nicht synchronisiert, wodurch dann selbst Sachen, die wie gemacht für den deutschen Markt sind (wie das indische Delhi Crime https://www.imdb.com/title/tt9398466/ ) keine Chance haben.

Unter den koreanischen Serien der letzten Monate setze ich Hoffnungen in die Actionserie My Name https://www.youtube.com/watch?v=MaJ7ZT70ve4 und das Militär-Drama D.P. https://www.imdb.com/title/tt13024974/? ... ims_tt_i_1 (beide Netflix).

Kommend im Rest vom 2021 sehen
Dr. Brain Apple (inszeniert von Kim Jee-woon, Regisseur von Tale of Two Sisters, I Saw the Devil, A Bittersweet Life oder Age of Shadows)
https://www.youtube.com/watch?v=ZK2nevD7cWA

und
Hellbound (Netflix, trotz der schwachen CGI-Kreaturen)
https://www.youtube.com/watch?v=87iSldyNpic

vielversprechend aus.

Wenn die Weltraum-Sci-Fi Serie The Silent Sea https://www.imdb.com/title/tt11570202/
kein qualitativer Totalausfall geworden ist, dürfte Netflix es aggressiv als Squid Game Nachfolger verkaufen. Da bleibe ich aber mindestens noch vorsichtig, bis ich einen Trailer gesehen habe, denn Sci-Fi ist eines der wenigen Genres, dass Südkorea nicht drauf hat. Das gelingt in asiatischen Produktionen generell nur höchst selten abseits Anime.





Only Murders in the Building Staffel 1 (Hulu)
American Vandal war die bissigere True Crime Parodie, aber dank der Chemie des Casts um Steve Martin, Martin Short und Selena Gomez, tollen Gaststars (Tina Fey, Sting, Amy Ryan) und der wendungsreichen Geschichte entwickelt auch dieses gemächlichere Whodunnit in modernem Gewand einen hohen Bingefaktor. Die Serie ist eine echte Comedy, die düstere Themen (in Staffel 1 vor allem Einsamkeit) nur anschneidet, aber die Balance zwischen Humor und Drama gelingt gut genug, um die Charaktere zu mehr als reinen Gaglieferanten werden zu lassen. 8/10


Ted Lasso Staffel 2 (Apple)
Muss mich auch hier ausnahmsweise redlock größtenteils anschließen. Nachdem ich mich im Verlauf von Staffel 1 damit anfreunden musste und konnte, dass a) die Macher offensichtlich keinen blassen Schimmer von modernem Profi-Fußball haben und b) die Staffel zwar den Plot von "Die Indianer von Cleveland (Major League)" kopiert , aber einen anderen Humor fährt und kein echtes Interesse am Innenleben der Mannschaft und den meisten Spielern hat (außer Roy, Jamie und in Staffel 2 Sam reichts bei den meisten nicht mal für eine 1 Satz Beschreibung, geschweige denn zu Randfigur- Gagmaschinen , die Scrubs noch in Hülle und Fülle bevölkert haben), hatte ich dank der neuen Erwartungshaltung nach der Hälfte (den Kotzreiz der klebrig-kitschigen Weihnachtsfolge 2x04 hat 2x05, die beste Folge der Serie, zum Glück postwendend weggewischt. Obwohl das eine RomCom Parodie ist.) noch die Hoffnung, dass Ted Lasso auch bei mir den nächsten Schritt zum absoluten Highlight schafft, aber einige Entwicklungen gingen für mich leider in die falsche Richtung. Zu wenig zündender Humor, der Fußballpart erhält deutlich weniger Raum und erreicht nie die Dramatik wie in Staffel 1. Vor allem: 2 Hauptplots, die für mich nicht funktionieren.
versteckter Inhalt:
Reiche Midlife-Crisis Tussnelda und 20-jähriger Stecher ist auch in hyperwoken Zeiten nicht interessanter als alter, reicher Midlife-Crisis Knacker und 20 jährige Tussi. Zudem versprühen die Schauspieler null Chemie. Hatte deshalb am Ende gehofft, dass Sam wechselt, während die Serie das Gegenteil erreichen wollte.

Der Arc von Nate war an sich nicht schlecht geschrieben, aber ich kaufe Nick Mohammed gerade noch die Wandlung von der guten Seele zum neidischen und aufmerksamkeitssüchtigen Nerd ab, aber nicht den Bösewicht. Der Blödsinn, dass Nate von der Presse zum Taktikgenie und Wunderkind erhoben wird, allein weil er auf mauern und kontern umstellt, hat auch nicht geholfen. Die letzte Einstellung fand ich deshalb unfreiwillig komisch. Positiv gesehen, verspricht es wieder mehr Fußball-Konflikte für Staffel 3.


Stark fand ich hingegen die Entwicklung von Roy und Ted. Insbesondere den Arc um die Team-Psychologin. Im Team haben immer noch zu wenige Spieler Profil, aber immerhin bekamen Nebenfiguren wie Coach Beard etwas mehr Screen Time. Trotz der Rückschläge immer noch eine charmante Serie, die an guten Tagen zu den besten Comedies zählt .Falls Jason Sudeikis wirklich schon nach Staffel 3 den Stecker ziehen sollte, würde ich ein Spin-Off um Roy Kent begrüßen. 7,5/10

Mythic Quest Staffel 2 (Apple)
Nach den jeweils zweiten Staffeln muss ich jetzt trotzdem Mythic Quest als beste Apple-Comedy nennen. Das ist zwar immer noch kein vollwertiger Silicon Valley-Ersatz, aber es weiß jetzt, was es sein will. Nach der grandiosen Stand Alone Episode 1x05 waren auch die Special Episodes 2x06-2x07 wieder richtige Kracher. F. Murray Abraham im Fokus hebt die Serie auf ein anderes Level. 8/10
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von LittleQ
#1559317
Das Damengambit - Netflix

War okay, aber meins wars nicht :D
6/10
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von Sarge
#1559318
Mr Inbetween [FX]
Beruflich ist Ray Shoesmith offiziell "Security" - Türsteher in einem Stripclub. Aber eigentlich verdient er seine Brötchen mit Schuldeneintreiben und Auftragsmorden. Privat hingegen kümmert er sich um seinen kranken Bruder, versucht trotz Scheidung seiner kleinen Tochter ein guter Vater zu sein und eine neue Beziehung zu finden.

Wie schon bei 'Barry' lebt diese australische Serie von den beiden Seiten der Persönlichkeit eines Profikillers. Mir gefielen die Drehbücher zu den halbstündigen Episoden. Es wurde genau die richtige Menge Zeit für die Story und Nebensächliches aufgewendet. Was hier in der kurzen Laufzeit untergebracht wird, ist schon enorm im Vergleich zu den üblichen Dramaserien. Australien als Schauplatz ist noch dazu sehr unverbraucht.
Zudem entwickelt sich über die Episoden alles dynamisch weiter. Die Figuren haben genug Tiefe, um glaubhaft zu bleiben. Zugleich ist der Gangster-Part trotz aller Brutalität auch immer mit einem großen schmunzelnden Auge versehen.
Die Szene gleich zu Beginn, als Ray seinem besten Kumpel einen Gefallen wegen eines Erwachsenenfilms tut, habe ich genauso privat auch schon mal erlebt und musste mich entsprechend kringeln.

Season 1 - 8/10
Season 2 - 8/10
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von Burpie
#1559368
EPFAN hat geschrieben: Sa 23. Okt 2021, 22:56 Locke & Key (Staffel 2)

Staffel 2 ist eine deutliche Verbesserung im Verhältnis zur ersten Staffel. Die Charaktere haben sich gut weiterentwickelt außer die Mutter und agieren nicht mehr so dümmlich wie in Staffel 1. Es werden sogar richtige ausgeklügelte Pläne verfolgt, die natürlich nicht ganz so funktionieren, aber egal. Auch über die Geschichte der Schlüssel wurde nun einiges gezeigt. Die Story und die Spannung zog ab Folge 4/5 an, sodass gleich von mir gebingt wurde ':) .

Mittlerweile sind es 19 magische Schlüssel. Ich weiß nicht, in wie weit durch die 2 Staffeln die sechsteilige Buchreihe abgedeckt wurde, aber man hätte es auch dabei belassen können. Staffel 3 ist ja wohl bereits schon abgedreht. Die Story wurde eigentlich schön beendet. Nun wird die Geschichte ausgeschlachtet mit einem neuen Widersacher, bis es wahrscheinlich 50 Schlüssel gibt mit immer skurriler werdenden Fähigkeiten und einem neuen Kampf gegen die Dämonen. Da bin ich jetzt schon nicht begeistert von Staffel 3. Da muss schon einiges passieren, damit das besser wird als die aktuelle Staffel.

Für Staffel 2: 7/10
Vor allem hatte man für Staffel 3 keine Vorlage mehr und muss sich nun selbst was ausdenken ...
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von Theologe
#1559484
The Act [Hulu]
Die Geschichte hinter diesem True Crime Drama kann wahrscheinlich so nur in den USA passieren. Eine Mutter gaukelt der Welt für 19 Jahre vor, dass ihre Tochter schwer krank ist, an Leukämie, Epilepsie und Muskeldystropie leidend, querschnittsgelähmt und entwicklungsverzögert.
Die beiden waren regelmäßig im Fernsehen, wohltätige Organisationen bauten ihnen ein Haus, schickten sie nach Disneyland... Ärzte schöpften wohl keinen Verdacht und die Mutter kassierte fleißig Spendengelder machte ihre Tochter mehrfach jünger, bis sie selbst nicht mehr sicher war, wie alt sie ist und dabei war das Mädchen nie krank.
Patricia Arquette und Joey King spielen die beiden Hauptfiguren herausragend und es ist wirklich unangenehm all dem zuzusehen. Schon zu Beginn der Serie erfährt man, dass die Mutter umgebracht wurde und nach und nach erfährt man was sie ihrer Tochter alles angetan hat.
7,5/10

Red Oaks: S3
Die Serie ist wirklich sympathisch, aber man merkt der 3. Staffel schon an, dass man das ganze schnell in 6 Episoden zu Ende bringen wollte. Das ganze wirkt sehr gesetzt und man gönnt sich nicht die Zeit für die kleineren Nebenplots, die die ersten Staffeln ausmachten. Unterm Strich wird die Serie aber gut beendet und die Serie wirkt nie wie eine 80s Parodie, sondern immer wie eine Hommage.
8/10

Modern Family: S11
Eine der wenigen Überbleibsel des Network TVs ist zu Ende. Mordern Family ist eine großartige Sitcom, im Grunde sind es drei, die in einander verwoben sind. In der letzten Staffel hört man zwar nicht auf dem Höhepunkt auf, aber immer noch auf hohem Niveau.
Damit ging nicht nur eine der letzten Network Shows zu Ende, die es sich zu gucken lohnte, sondern auch eine der besten Sitcoms aller Zeiten.
8/10

Des [ITV]
In diesem True Crime Drama spielt David Tennant den englischen Serienkiller Dennis Nilsen, dessen Morde bis zu seiner zufälligen Verhaftung, quasi unentdeckt geblieben waren. In der Serie geht es nicht um die Suche nach einem Killer, sondern mehr um die Identifizierung der zahlreichen Opfer und die spätere Verurteilung. In 3 Teilen ist das schnell erzählt, aber fesselnd, vor allem dank David Tennant.
7,5/10

Grey's Anatomy: S15
In den letzten Jahren ist mein Interesse an der Serie ein wenig geschwunden. Ich habe zwar immer mal wieder die eine oder andere Episode gesehen, aber irgendwann war ich knapp 3 Staffeln zurück. Zuletzt habe ich im Tempo etwas angezogen und jetzt auch mal die 15 Staffel beendet. Ein paar Spoiler über noch bevorstehende Ereignisse habe ich mir aber schon eingefangen.
Die Serie ist nicht wirklich schlechter geworden, aber sie plätschert einfach oft nur so vor sich hin und es fehlt an wirklichen Highlights. Letztlich steht und fällt alles damit, ob neue Charaktere funktionieren und neuen Schwung mitbringen. Die eine oder andere Storyline ist aber auch einfach nur blöd, das war aber auch schon immer so.
7/10
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von Wolfsgesicht
#1559588
Wolfsgesicht hat geschrieben: Mo 21. Sep 2020, 21:41
Neo hat geschrieben: Mo 21. Sep 2020, 05:07 Da ichs offensichtlich noch nicht bewertet habe: The Handmaid's Tale
Weiß gar nicht wie du drauf kommst. 😅

Aber ich auch nicht:
Staffel 1: 9,5
The Handmaids Tale - Staffel 1

Ich muss mich hier krass korrigieren. Weiß nicht ob sich mein Geschmack so geändert hat, aber beim zweiten Mal (in der Hoffnung mal bis zur 3. Staffel vorzustoßen) hat es mir eher mäßig gefallen.
Vor allem dieses Colorgrading mit dem Fokus auf grau- und blautöne nervte mich, auch hat man einen größeren Produktions-Unterschied in Folge 1 gesehen, was jetzt wohl der Fluch meines tollen Beamers ist. Vorher nicht aufgefallen, jetzt dachte ich zu Beginn bei der Bildqualität nur „Ach du…“. Gut, Piloten sehen ja gerne mal schlechter aus.

Die Story packte mich diesmal auch kaum. Die Struktur gefiel mir (also die Balance und Reihenfolge der Rückblicke), sie war gut gewählt. Ansonsten wirkt alles und jeder so unfassbar kalt, so unnahbar, dass ich kaum eine Verbindung aufbauen konnte. Auch das Geschehene ließe sich - wenn man ehrlich ist - in einem 2,5 Stunden Film im Grunde genauso gut zusammenfassen. Vieles ist bei mir hinten über gefallen, da schlicht belanglos und unwichtig für die Geschichte. Auch sehe ich nur einen minimalen Fortschritt der Story von Anfang bis Ende. Fokus lag hier definitiv auf dem World-Bulding, welches ich auch nicht für völlig gelungen halte. Am Ende frage ich mich halt wofür ich hier 10 Stunden investieren musste, wo es die Geschichte in der hier erzählten Form nicht gebraucht hätte.

Aufwertung gibts fürs Schauspiel und die Idee, ist ja dann doch mal nicht der Einheitsbrei.

6/10
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von Sarge
#1559674
American Crime Story: Impeachment [FX] - Season 3
Auf die neue Season dieser Anthologieserie habe ich mich gefreut. Wie bereits in Season 1 ist das Thema damals so extrem präsent im TV gewesen, dass man schon genervt war. Umso interessanter war die Verarbeitung hier mit 20+ Jahren Abstand. Wer das Format bisher nicht mochte, der wird auch dieser Season nichts abgewinnen können. Die Ereignisse werden detailliert gezeigt, umschiffen dabei aber immer das eigentliche Thema des Skandals. Sex bleibt geschickterweise außen vor und kommt nur indirekt vor. Die Episoden sind sehr dialoglastig.
Ich fand es hervorragend, was der Cast aus den realen Figuren und tollen Drehbüchern herausgeholt hat. Allen voran natürlich Sarah Paulson (Tripp), Beanie Feldstein (Lewinsky) und Annaleigh Ashford (Paula Jones). Aber auch alle anderen sind großartig, u.a. Clive Owen und Edie Falco als die Clintons.

Heutzutage sieht man die Ereignisse ganz anders, als damals. Das liegt zum einen an der MeToo-Bewegung, die einen mehr sensibilisiert hat, wie Frauen behandelt wurden. Zum anderen ist man nach der Trump-Präsidentschaft auch stärker am Puls der Feindschaft zwischen Republikanern und Demokraten, die damals so richtig an Fahrt aufgenommen hat. Zudem erscheint es einem schon fast lächerlich, worüber man damals so viel Aufhebens gemacht hat, wenn man Trump kennt.
Ich fand die Season übrigens auch politisch recht neutral positioniert. Denn Dreck am Stecken haben alle und was extrem gut herausgearbeitet wird, ist wie sie sich gegenseitig benutzen bzw. benutzt werden, um dann irgendwann weggeworfen zu werden.
8,5/10

Die Wertung der vorigen Seasons trage ich hier mal nach:
Season 1 (O.J. Simpson)
...bleibt für mich weiter die Referenz. Der Fall an sich gibt schon so viel her und dann noch der irre Prozessverlauf. Selbst wenn man im Grunde weiss, wie es ausging, so ist es doch extrem spannend zuzusehen, hervorragend besetzt und perfekt in Szene gesetzt.
9/10

Season 2 (Gianni Versace)
...fand ich von der Erzählweise sehr schwierig, mit den "eskalierenden" Rückblicken. Ausserdem konzentriert man sich für meine Begriffe übermässig auf Hauptdarsteller Darren Criss. Das zieht gerade die ersten Folgen runter, bevor sich die Season wieder berappelt.
7/10
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von redlock
#1559731
Vigil -- Staffel 1 (BBC)

6 Folgen, (Netto-)Laufzeit jeweils knapp 55 Minuten

Der Krimifall ist ein absoluter Klassiker des Genres. Todesfall an einem Ort, der (fast) komplett von der Außenwelt abgeschlossen ist. Hier ist es ein strategisches Atom-U-Boot (von insgesamt vier) der britischen Royal Navy (das sind die U-Boote mit den Langstrecken Atomraketen, die das Ende der Welt, wie wir sie kennen, machen könnten).
So weit, so gut. Dann haben wir leider noch eine völlig überflüssige ''Lesbische Liebesgeschichte'' als B-Story. Außerdem, gibt es einige typische Klischees in der Geschichte, die einem die Hände vor den Kopf schlagen lassen. Ein Beispiel: Die Ermittlerin, die auf das Atom-U-Boot kommt, hat Probleme mit engen Räumen und Wasser.
Und dennoch, der Krimifall ist fünf Folgen lang einfach spannend, fesselnd und mitreißend. Da ist man mit den Klischees und den schwächen in der B-Story einfach gnädig. Aber dann kommt Folge 6. Hier fliegt den Autoren (und damit den Figuren) die Sache um die Ohren. Der Todesfall wird in der ersten Hälfte aufgeklärt. Aber die Figuren handeln dermaßen bescheurt und unlogisch. Schlimm. (Eigentlich geht das schon Ende von #105 los). In der zweiten Hälfte geht es um die Liebesgeschichte. Das war ebenfalls so was von grausam (und hat nichts mit dem Geschlecht zu tun) und abgedroschen, dass es mir diese Mini-Serie fast ruiniert hätte. So bleiben statt 8/10 oder 8,5/10 für
Staffel 1 nur noch, aber immerhin, 7,5/10


Wenn die Stille einkehrt -- Staffel 1 (ARTE)

Dänische Dramaserie, 10 Folgen, (Netto-)Laufzeit jeweils ca. 55 Minuten

Terroranschlag mit Toten und Verletzten in einem Restaurant in Kopenhagen. Das ist das sehr einschneidende Ereignis, das in das Leben von mehreren Personen eingreift. Da wären:
--die dänische Justizministerin (die in Dänemark offensichtlich nicht nur für die Justiz sondern, anders als hier in Deutschland, auch für die Polizei zuständig ist) und ihre Ehefrau
--eine Obdachlose Frau in den 20zigern, die Drogen nicht abgeneigt ist
--ein alter Mann in einem Pflegeheim, der vom Leben die Schnauze voll hat und Selbstmordgedanken hegt
--ein Klempner, dessen Ehefrau, die Lehrerin ist, und deren ''Problem'' Sohn im Teenageralter
--ein palästinensicher Asylant um die 20, der als Kind nach Dänemark kam
--die Sängerin einer Band, die eine Affäre mit einem verheirateten Mann hat
--der Restaurantbesitzer, der aus Grönland stammt (für viele Dänen damit ein ''Ausländer'')
In der ersten Häfte der Staffel lernen wir die Figuren, ihre Hintergründe, ihre Geschichten, kennen. Der Anschlag kommt nur in ganz kurzen Ausschnitten vor, damit wir wissen, wo die Figuren waren, als es passiert. Der Anschlag selbst wird relativ kurz, aber sehr heftig, in Folge fünf gezeigt.
Ab da, geht es hauptsächlich darum, welche Auswirkungen der Anschlag auf die Figuren hat.
Das schöne ist, das es viele Schnittstellen vor und nach dem Anschlag zwischen den Figuren gibt. Ein gut gemachtes, interessantes Netz aus Verbindungen. :relieved:
Wer die Täter sind und warum sie den Anschlag machen, spielt in der Serie eine Rolle, aber keine große. Es geht um die oben genannten Figuren und ihre Geschichten. Wir haben hier also kein Krimi- oder Terror-/Spionagedrama sondern eher ein Psychodrama. Mit zehn langen Episoden bekommen alle Figuren ausreichend Zeit um vorgestellt und gezeigt zu werden.
Psychodramen sind jetzt nicht gerade ''mein Ding,'' aber ich hab die Episoden gerne gesehen und so zügig hintereinander wie es mir aktuell möglich ist. Das Ganze ist schon ziemlich packend und fesselnd. Einziger Kritikpunkt: Am Ende gibt es, nach all dem Drama was zu vor war, für viele Figuren ein doch ziemlich positives bzw. versöhnliches Ende. Für mich passte dies nicht so ganz mit dem zuvor gesehenen. Aber okay, die Macher wollten die Zuschauer nicht mit einem totalen ''down'' zurücklassen.


Für S1: 7,5/10
Zuletzt geändert von redlock am So 14. Nov 2021, 20:56, insgesamt 2-mal geändert.
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von Theologe
#1559732
Impeachment: American Crime Story
Nach der doch sehr durchwachsenen zweiten Staffel, war das wieder ein deutlicher Schritt nach vorn, aber die erste Staffel bleibt unerreicht, auch weil das "Verbrechen" hier natürlich etwas lahmer war. Meineid ist eben kein Mord.
Interessant fand ich die Tatsache, dass man sich dazu entschieden hat, nicht die Clintons in den Mittelpunkt zu stellen, sondern neben Monica Lewinsky die Whistleblowerin Linda Tripp, die mit ihrem persönlichen Verrat alles ins Rollen brachte.
Eine Figur, mit der ich gar nicht so vertraut war. Sarah Paulson spielt das natürlich wieder überragend und auch Beanie Feldstein als Lewinsky war überzeugend. Was mich tierisch aufgeregt hat war das Make Up von Clive Owen. Der sah nicht aus wie Bill Clinton, sondern wie Bastian Schweinsteiger.
7/10

Goliath: S4
Die 4. und finale Staffel war wieder etwas besser als die 3., aber insgesamt war Goliath über die gesamte Zeit nicht der große Wurf. Mit Billy Bob Thornton hatte man einen fantastischen Hauptdarstler, Nina Arianda als seine Partnerin war sehr unterhaltsam dazu gab es meist namhafte Gaststars. Mit DEK und seinem Partner Jonathan Shapiro hatte man zwei Spitzenautoren als Serienschöpfer und doch hat es bei mir nie so richtig Klick gemacht.
Was auch an sehr seltsamen Traumsequenzen lag, die besondern in der vorletzten, aber auch dieser Staffel störten.
Diesmal ist Big Pharma bzw. die Opioid-Krise Thema. Die Staffel steigt damit ein, dass Patty und Billy für eine neue Kanzlei arbeiten und kurz davor sind Milliardenvergleiche mit 3 Pharmakonzernen zu treffen.
Als Zuschauer wird man sehr ins kalte Wasser geworfen und man fühlt sich irgendwie so als wäre man 3 Episoden zu spät eingestiegen. Dieses Gefühl zieht sich durch die komplette Staffel. Man hat nie so richtig das Gefühl, dass man in der Geschichte angekommen ist und die persönlichen Geschichten der Protagonisten werden zwar angeschnitten, aber nicht mit der nötigen Aufmerksamkeit. Der insgesamt eher schwächere Eindruck wird durch eine spannende Finalepisode gerettet, in der dir schauspielerischen Schwergewichte Bruce Dern, J.K. Simmons und Billy Bob Thornton sich richtig austoben können.
7,5/10
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von little_big_man
#1559908
Nataku hat geschrieben: Sa 19. Jun 2021, 21:24 In Treatment – Season 4 (HBO)
11 Jahre nach dem Ende von In Treatment Season 3 hat HBO die Serie wiederbelebt. Dr. Paul Weston (Gabriel Byrne) ist im Serienuniversum nun anscheinend ein hohes Tier in der Welt der Psychotherapeuten und wir erleben die Therapiesitzungen diesmal aus der Sicht seines Zöglings Dr. Brooke Taylor, gespielt von Uzo Aduba. Im Vergleich hat sich sonst nicht viel geändert, es gibt jede Woche vier Episoden, wobei die ersten drei verschiedene Patienten behandeln und die vierte Folge jeweils Brooke gewidmet ist. Insgesamt muss man der Serie anrechnen, dass die Qualität der Schauspieler durchgehend hoch ist. Für eine so konzeptionierte Serie auch unabdingbar. Leider schwankt die Qualität der jeweiligen Geschichten etwas, wobei sich sicher jeder unterschiedlich stark mit den jeweiligen Geschichten identifizieren kann.

Mein persönliches Highlight war die Geschichte von Eladio, großartig gespielt von Anthony Ramos. Am Ende von Woche 6 kamen mir hier sogar ein paar Tränchen. Am unterhaltsamsten waren die Sitzungen von Colin (John Benjamin Hickey), der Anleger hinterzogen hat und nun auf Entlassung aus der Haft hofft und dafür gerichtlich angeordnete Therapiesitzungen durchlaufen muss. Am wenigsten anfangen konnte ich mit der Story rund um Laila (Quintessa Swindell). Man stelle sich einen jammernden Generation Z Teenager / jungen Erwachsenen vor, und man weiß, was man von den Sitzungen erwarten kann. Einzig die Finalfolge fand ich hier nochmal spannend, aber insgesamt für mich die deutlich schwächste der Geschichten. Generell kann man auch hervorheben, dass die Serie vor allem in den letzten 2 Sitzungswochen (aka die letzten 8 Folgen) nochmal auf Hochtouren aufläuft und die wenigsten Episoden nach Schema F verlaufen (wie in den Wochen davor).

Brooke als Therapeuten finde ich gelungen. Leider haben die Autoren ihr aber gefühlt viel zu viele Probleme angedichtet. Statt sich hier auf 1-2 Themen zu konzentrieren, bekommt Brooke gleich 4-5 Themenfelder, was sie letztlich zu der Person in der Serie macht, die noch am ehesten Therapie nötig hätte. Leider werden die einzelnen Themen aufgrund der Masse nicht detailliert genug behandelt, sodass man am Ende hier ein bisschen den Fokus vermisst und auch nicht jedes Thema final aufgelöst wird. Weniger wäre hier mehr gewesen.

Zwei weitere Kritikpunkte wären für mich noch die Integration von Corona und der Umgang mit dem Charakter Dr. Paul Weston.
Corona spielt in der Staffel kaum eine Rolle. Eventuell war es hier auch einfach schon zu spät, dies nochmal vom Drehbuch her gezielt bei einem Patienten zum Thema zu machen, aber auf mich wirkte das ein bisschen wie eine verpasste Chance. Vielleicht dann in einer etwaigen fünften Staffel, falls HBO hier nochmal verlängern möchte.

Zu Paul (mal in Spoiler-Tags, falls hier noch Fans der alten Folgen rumschwirren und die neue Staffel noch nicht gesehen haben):
versteckter Inhalt:
Ich wurde das Gefühl nicht los, dass man Gabriel Byrne gerne für 1-2 Folgen bekommen hätte, dies am Ende aber kurzfristig nicht geklappt hat. Leider wirkt alles was mit ihm zu tun hat daher sehr wie ein Teasing der Zuschauer. So zeigt man uns z.B. nicht sein TV-Interview, welches in einer Folge im Hintergrund läuft, sondern setzt den Fokus auf Brookes Telefonat. Und später in der Staffel soll er für eine Folge zu Besuch kommen, cancelt dann aber kurzfristig. Das wirkte leider alles so, als ob man hier kurzfristig die Drehbücher ändern musste, die Figur aber nicht gänzlich entfernen wollte/konnte. Mich als Fan der alten Folgen hat es so leider sehr enttäuscht, da ich gerne mal eine Interaktion der zwei Therapeuten gesehen hätte und mir leicht verarscht vorkam, dass immer mit Paul kokettiert wurde, er letztlich aber nie in der Staffel auftaucht.

Insgesamt hat mir die Staffel aber gut gefallen und ich bin froh, dass HBO diese doch sehr spezielle Serie nochmal wiederbelebt hat. Die Qualität der Geschichten schwankt zwar etwas, aber allein die Folgen rund um Eladio und Colin rechtfertigen für mich eine Empfehlung. Man darf gespannt sein, ob HBO hier nochmal nachlegt, oder ob sie es erstmal mit Staffel 4 wieder belassen.
7.5/10
Als Fan der ersten 3 Staffeln habe ich die 4. jetzt auch gesehen und für mich waren alle Patienten-Stories toll (mit Colin als Highlight) und diesen 75% der Episoden würde ich daher eine 9/10 geben. Die Brooke-Episoden konnten mich hingegen so gar nicht überzeugen, auch da ich mit Rita als Charakter gar nichts anfangen konnte. Diesen Episoden kann ich also nur eine 5/10 geben, insgesamt für die Staffel also eine 8/10 und zu Paul hat Nataku schon alles gesagt, da habe ich genau das gleiche gefühlt, habe aber mittels Google-Suche auch keine genaueren Infos finden können, ob das wirklich so war wie von Nataku vermutet. Bei einer 5. Staffel wäre ich auf jeden Fall auch wieder dabei, aber dazu scheint es auch noch keine Infos zu geben.
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von Sarge
#1559923
Vigil [BBC] - Season 1
Für Krimifreunde denkt man sich ja immer ausgefallenere Settings aus. Bei Vigil dreht es sich um eine Mordermittlung auf einem U-Boot, was ich persönlich als Schauplatz total interessant finde. Allerdings kann man von Anfang an schon merken, wie konstruiert es in den folgenden Episoden zugehen wird. So zieht man eine zivile Ermittlerin hinzu, statt dem Militär. Die leidet praktischerweise unter Angst vor Enge und Wasser. Zudem hat sie ihre kleine Tochter wegen mentalen Problemen zu den Großeltern gegegeben und kürzlich ihre bisexuelle Seite bei einer Polizeikollegin entdeckt.
An Bord selber stellen sich Kapitän und Besatzung der Ermittlung bei jeder Gelegenheit in den Weg und verhalten sich extrem unkooperativ.
Ich zähle das deswegen so auf, weil es natürlich nach und nach benutzt wird, um dramatische Situationen zu schaffen.

Das war in der ersten Folge wirklich spannend, hat dann aber unheimlich schnell abgebaut und die 60-Minuten-Episoden fühlten sich oft ganz schön zäh an. Im Gegensatz zu redlock empfand ich die 6. Folge eher wieder etwas besser und spannender, als die davor.

Manche Entwicklungen sind leider komplett lächerlich, wenn in entscheidenden Momenten entweder die Kommunikation ausfällt, oder irrationales Verhalten die Suche nach dem Mörder behindert. Man wundert sich als Zuschauer, ähnlich wie bei Serien auf Raumschiffen, warum die Elite-Besatzung sich so selten dämlich verhält.
versteckter Inhalt:
Da ist z.B. irgendwann klar, dass der Mörder noch frei rumläuft und mindestens über tödliches Gift verfügt. Trotzdem gibt es keine Extra-Wachen o.ä., sondern es ist ein leichtes sich mal eben davonzustehlen, um das ganze Boot zu sabotieren.
Habe gelesen, dass es wegen des Erfolgs eine 2.Staffel geben wird. Allerdings kann ich hier bestätigen, dass die Handlung nach Staffel 1 eigentlich abgeschlossen ist.
5,5/10

A.P. Bio [NBC/Peacock]
Den 8 Episoden merkt man leider etwas Ermüdungserscheinungen an. Das ist immer noch sehr unterhaltsam, vor allem die Projekte der Schüler (Barbershop-Gruppe, Vigilante-Filmprojekt). Aber um den Vergleich zu Community zu ziehen: Hier könnte man m.E. mehr Gas geben. Problem ist natürlich auch, dass man bei nur 8 Episoden recht vielen Figuren Raum geben muss. Und gerade die Lehrerinnen geben da leider nicht allzuviel her.
Season 4 - 7,5/10
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