US-Fernsehen (inklusive Season- und Pilot-Reviews), britisches Fernsehen etc.
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von Burpie
#1563044
Umbrella Academy S1-3
Nach der recht positiven Bewertung der 3.Staffel habe ich mir die ganze Serie angeschaut.
Und bin grundsätzlich enttäuscht.
Schon nach S1 war ich verwundert, dass es weiterging, denn es gab schon besserer Serien, die nach kurzer Zeit abgesetzt wurden.
Die Prämisse "Familie verhindert den Untergang der Welt/des Universums" wurde insgesamt bis auf Nanostärke ausgewalzt, ohne wirklich an Tiefe zu gewinnen. Der "Weltuntergang" ist ein genauso diffuser Begriff wie die "Weltherrschaft". Großes Wort - Null Relevanz für irgendwen oder irgendwas.
Das Pacing der Serie hat mich stellenweise wütend gemacht, denn die Geschichte geht immer einen Schritt vor und in der nächsten Szene zwei Schritte zurück. Dazu wird, besonders in S1 und S3 pausenlos die Seelenqual der Figuren wiedergekäut. Dauernd sieht man Fehler ein, dauernd will/muss man sich entschuldigen, irgendwas ist immer.
Nach Folge 1 S3 habe ich mich echt schwergetan weiterzuschauen, denn die Apokalypse als Dreh- und Angelpunkt war damit völlig ausgelutscht. Danach kamen offensichtliche Logiklöcher: Die Helden haben kein Geld für ein Hotelzimmer, aber für zwei Flüge, sowie neue Haarschnitte? Das Hotel schwebt allein im Universum, plötzlich tauchen Reggie und Klaus auf? Warum sind die Sparrows so besessen davon, Harlan unbedingt töten zu müssen? usw.usf.
Schlimm fand ich das Happy End, welches für Allison gar keinen Sinn ergab. Und mich eigentlich auch nicht mehr interessiert hat, denn davor wurde pausenlos an Zeiten und Dimensionen bis zur Unkenntlichkeit herumgeschraubt.
Jeder Staffel hätte problemlos die gleiche Geschichte in acht, anstatt in zehn Folgen erzählen können und die Hochzeitsfolge war die Ägerlichste und Lahmste von allen. Und zeigte nochmals deutlich, was insgesamt schieflief: Der Untergang des Universums steht bevor, man lehnt sich zurück und macht erst mal eine Party. Am nächsten Morgen wird gestritten und man "trifft sich in einer Stunde wieder", um irgendeine Entscheidung zu treffen, die sowieso irrelevant ist, da dem Zuschauer schon klar ist, wohin die Reise gehen wird.
Insgesamt ist die Serie nie wirklich spannend oder gar mitreißend, maximal ist sie nette, aber überlange Unterhaltung.
4/10
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von AlphaOrange
#1563047
Burpie hat geschrieben: So 31. Jul 2022, 15:38Insgesamt ist die Serie nie wirklich spannend oder gar mitreißend, maximal ist sie nette, aber überlange Unterhaltung.
Das ist genau das Problem, weshalb ich immer noch nicht die letzten S2-Folgen gesehen habe.
Ich denke mir immer "eigentlich ist das schon alles ziemlich cool gemacht" .. aber entwickle überhaupt keine Motivation, weiterzuschauen. Bzw. die Serie gibt mir keine. Finde die maßlos überbewertet.
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von redlock
#1563052
Spy City -- Staffel 1 (ZDF)

6 Folgen, Laufzeit jeweils knapp 45 Minuten, vom ZDF in drei Teile zu jeweils knapp 90 Minuten Laufzeit zusammen gepappt.

Vier Sektoren Stadt Berlin im Frühjahr & Sommer 1961. Mehr Spione pro km² geht wohl nicht. CIA, MI6, SDECE, KGB, Stasi, Berliner Kripo und auch noch Alt Nazis. Alle spielen mit. Unser Held (gespielt von Dominic Cooper) ist MI6 Agent der im Jahr zuvor in Berlin überfallen wurde und einen MI6 Kollegen getötet hat (Selbstverteidigung). Nun will er herausfinden warum der Überfall war und kehrt nach Berlin zurück. Als Rückkehrgrund dient der Plan einen ostdeutschen Raketenwissenschaftler aus der SBZ (aka DDR) herausschmuggeln.
Mir hat dieser Agententhriller gut gefallen. Sicher, unser Held trug Klamotten die wahrscheinlich ein wenig zu teuer für einen MI6 Agenten im Jahr 1961 waren, und seine französische Kollegin war ebenfalls sehr elegant gekleidet. Aber, das hier ist keine Doku, obwohl echte Aufnahmen aus dem Berlin der frühen 1960ziger eingebaut sind.
Alles in allem war es spannend und unterhaltsam. Für Leute, die Agentgeschichten aus der Zeit des Kalten Krieges mögen, empfehlenswert. Die Geschichte ist übrigens in sich abgeschlossen.

---->7,5/10


The Terminal List -- Staffel 1 (Amazon)

8 Folgen; Laufzeit zwischen 51 und 65 Minuten, meist am oberen Ende der Spanne

Ich hatte die Serie eigentlich recht weit unten auf meiner Seh- bzw. Nachholliste. Dann hatte ich jedoch gelesen, dass die Serie im blauen Amerika (also Dem country) gar nicht gut ankam, im roten (Rep country) jedoch um so mehr. Meine Neugier war geweckt.
Nach den ersten beiden Folgen dachte ich, das wäre Amazons Version der Paramount+ Serie ''Seal Team.'' Die beiden Folgen waren okay, mehr aber auch nicht. Ab Folge 103 geht allerdings so richtig die Post ab. Da wird die Serie zu einer Mischung aus ''Rambo'' und ''Ein Mann sieht rot (OT: Death Wish).'' (Ergo, nix für die Dems - lol). Es war spannend, packend und sehr brutal (eine Ep war definitiv FSK18). Natürlich, bei einer solchen Serie nicht ungewöhnlich, gab's auch Sachen, die sehr unwahrscheinlich waren. Ich sag nur das Attentat, aber vor allem die Flucht in Nordkalifornien.
Mir hat es dennoch wirklich gut gefallen. Wer Action sucht, wird hier fündig. Die Staffel ist in sich abgeschlossen. Eine S2 mit unserem Helden in der Hauptrolle wäre möglich, allerdings nach den Enthüllungen in S1, wäre es etwas weit hergeholt.

Für S1: 7,5/10
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von AlphaOrange
#1563064
The Boys S3

Startet erstmal wieder als selbstbesoffenes Splatter-Fest, findet aber schnell Tritt und ist meiner Meinung nach deutlich besser als Staffel 2. Die Welt ist wieder konsistenter, die Entwicklungen glaubhafter und man schafft es, Homelander endlich wirklich total bedrohlich und instabil wirken zu lassen, ihm gleichzeitig aber auch Schwächen zuzulassen. Butcher ist zwar weiterhin der egozentrische Total-Arsch, der es schwer macht, sich mit ihm zu identifizieren, aber dieses Mal nimmt die Serie das als zentralen Handlungsbogen auf. Das Finale bringt endlich mal ein paar Konsequenzen und Veränderungen mit sich, auch wenn die Serie leider darunter leidet, ihren zentralen Konflikt nicht auflösen zu dürfen (Butcher vs. Homelander) und darin in letzter Instanz zahnlos bleibt.
Ein paar Worte zum im Vorfeld heiß diskutierten Herogasm: auch wenn man da eine Viertelstunde lang den Bildschirm mit nackten Brüsten und allerhand angedeuteten Sexpraktiken überschwemmte fand ich das erschreckend harmlos für das Tamtam, was darum gemacht wurde. Da gab's ja vor zehn Jahren in diversen edgy Kabelserien deutlich explizitere Szenen. Geht wohl heutzutage einfach nicht mehr.

8.5 / 10
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von LittleQ
#1563071
Riverdale - Season 6

Hachja. Das Ende naht und man kann nicht sagen unverdient. War schon sehr strange. :D

5/10
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von redlock
#1563072
In from the Cold -- Staffel 1 (Netflix)

8 Folgen: Laufzeit zw. 41 und 55 Minuten (meistens im oberen Bereich der Skala)

Ich denke, hier hat Netflix Subventionen aus Spanien und möglicherweise einem anderen Land, das als Russland durchgeht, abgegriffen.

Die Handlung der Staffel spielt auf zwei Zeitebenen. In der ''Jetzt Zeit'' in Madrid, Spanien und die Zweite in der Mitte der 1990ziger in Moskau. Hauptfiguren in der ''Jetzt Zeit'' sind ein CIA Agent, eine Mutti aus New Jersey und ihre 17 jährige eiskunstlaufende Tochter. Im Moskau der 1990ziger erfahren wir, wie eine Teenagerin zur FSB Agentin ausgebildet wird.
Die Serie ist hauptsächlich ein Agententhriller, allerdings mit einer (Betonung auf ''einer'') gewaltigen Portion sci-fi.
In Madrid sprechen die Figuren vor allem Englisch und nur ein wenig Spanisch. In Moskau vor allem Russisch. Untertitel müssen also her.
Das war alles in allem eine sehr solide und unterhaltsame Angelegenheit mit netten Drehungen. Natürlich ist genrebedingt nicht alles logisch. Aber geschenkt. Der Haupthandlungsbogen ist in sich abgeschlossen. Aber, die Staffel endet mit einem fetten Cliffhanger, den ich überhaupt nicht hab kommen sehen.
Keine Ahnung ob es eine zweite Staffel geben wird.

Für S1: 7/10


The Orville: New Horizons (Staffel 3) (Hulu)

10 Folgen; Laufzeit sehr unterschiedlich, zw. 60 und 87 Minuten

Die Serie bleibt, auch, oder gerade, in Staffel 3, die ''Star Trek-ischste'' Serie der letzten Jahrzehnte. (Und ja, Offiziere in rot bzw. orange-roten Hemden leben auch hier extrem gefährlich). Sicher, nicht jede Folge ist ein Volltreffer. Aber z.B. ist die Folge 305 (''Tales of two Topas'' aka ''die Trans Folge'') einfach sehr stark, egal wie man zu dem Thema steht. Da hätte so viel schief gehen können. Ist es aber nicht. Bei dem Thema ist es allerdings nicht verwunderlich, dass die Folge nicht die allerbesten Wertungen der Staffel hat.
Jedenfalls, mir hat die Staffel sehr gut gefallen. Es fühlte sich sehr nach TNG an. Hach, Nostalgie.
Die verschieden Figuren bekamen ihren Raum für uns zum weiteren Kennenlernen und für sie zur Entwicklung.
Die production values waren hoch. Die Staffel muss verdammt teuer gewesen sein.
Das Staffelfinale (in dem auch mal die Gesellschaftsordung der ''Union'' angesprochen wurde) funktioniert sehr gut als Serienfinale. Dennoch hoffe ich, dass es gelingt eine vierte Staffel zu produzieren.

Für S3: 8/10
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