US-Fernsehen (inklusive Season- und Pilot-Reviews), britisches Fernsehen etc.
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von Burpie
#1567331
Den Darsteller des Toranaga kenne ich aus allen möglichen Filmen, habe aber nie von "Helix" gehört.
In die Shogun-Serie wurden Historiker eingebunden, um eine möglichst hohe Authentizität und Darstellung der damaligen Zeit zu gewährleisten. Bis auf einen Punkt ist das sehr umfänglich gelungen - es wurden zu dieser Zeit in Japan keine Schuhe getragen, aber um der Gesundheit der Schauspieler willen, war es nötig.
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von redlock
#1567333
Burpie hat geschrieben: Sa 4. Mai 2024, 09:23 Den Darsteller des Toranaga kenne ich aus allen möglichen Filmen, habe aber nie von "Helix" gehört.
Eine Serie des Senders Syfy, die es 2014-2015 auf zwei Staffeln brachte und teilweise so bescheuert war, dass sie mir im Gedächtnis geblieben ist.
Gibt hier im Forum tatsächlich auch einen Thread dazu
viewtopic.php?f=17&t=16657&hilit=Helix


Burpie hat geschrieben: Sa 4. Mai 2024, 09:23 In die Shogun-Serie wurden Historiker eingebunden, um eine möglichst hohe Authentizität und Darstellung der damaligen Zeit zu gewährleisten. Bis auf einen Punkt ist das sehr umfänglich gelungen - es wurden zu dieser Zeit in Japan keine Schuhe getragen, aber um der Gesundheit der Schauspieler willen, war es nötig.
Tja, durch die kanadischen Wälder läuft es sich ohne Schuhe schlecht. :grin:
Ja, es wurde (auch) in Kanada gedreht. Die Wälder um Vancouver kennt man einfach seit ''The X-Files'' -- und vielen anderen Serien.
Zuletzt geändert von redlock am Sa 4. Mai 2024, 18:55, insgesamt 1-mal geändert.
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von redlock
#1567334
Nachtrag Shogun
versteckter Inhalt:
Das Schicksal von Fuji-sama, im Buch Fujiko-sama, lies mir dann doch keine Ruhe. Bin dann am Nachmittag auf die Suche nach meinem Exemplar des Romans gegegangen. Hab das Taschenbuch dann auch gefunden. Klein gedruckter Text, 958 Seiten (eigentlich 960). Preis: 14,90 DM
Im Buch will sie freiwillig Seppuku begehen. Die Gründe liegen im Tod des Ehemanns und des Kindes. Widerwillig gibt Toranaga sein okay, und damit wird das auch passieren. Also nix mit Nonne, wie in der Serie. Vorher muss sie jedoch noch einen Auftrag ausführen. Sie soll für Blackthorne zwei Frauen ''klar machen.'' Eine Gattin und eine Gemahlin. Sind zwei verschiedene ''Posten'' im Japan des Jahres 1600. Eine wird Kiku-san sein, die Kurtisane, die wir auch in der Serie kennengelernt haben. Die andere ist Midori-san, eine Figur, die in der Serie nicht auftaucht.
Ach ja, Ishido überlebt die Niederlage gegen Toranaga. Im Buch heißt es ''...und er wurde uralt.'' Die Person, auf die die Figur beruht, hat das Jahr 1600 allerdings nicht überlebt.
So, das musste ich noch raus hauen.
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von Wolfsgesicht
#1567336
For all Mankind - Staffel 2
Will ich noch nachreichen, ist aber schon etwas her.
Fand die Staffel sehr solide und sie hatte durchaus ihre spannenden Momente und Highlight-Folgen.
Ich weiß aber nicht woran es liegt, dass ich mich so schwer damit tue diese Serie zu sehen - und trotzdem dabei ziemlich angetan zu sein. Absolute Ambivalenz was meine Gefühle gegenüber dieser Serie angeht. Toll produziert, wenig zu meckern aber ich empfinde es stets als schwere Kost.

7/10

For all Mankind - Staffel 3
Bisher die stärkste Staffel, diese habe ich auch als allererste an einem Rutsch erfolgreich gesehen. Die beiden anderen habe ich irgendwo in der Mitte abgebrochen und Monate später zu Ende gesehen.
Der Plot gefällt, die Wendungen sind gut und bringen ordentlich Spannung rein. Ein bisschen was ist vorhersehbar, vieles wird angeteast aber ich war durchweg begeistert.

8/10

Shogun
Es bleibt ja wohl bei einer Staffel - was sehr schade ist.
Die Serie beginnt unfassbar stark und nach 4 Folgen habe ich den Abend beendet, da es mir zu Schade war was wegzubingen. Ich bin mit einer 10/10 Wertung schlafen gegangen. Absolut faszinierend, die Politik und mögliche Intrigen versprechen wahnsinnig viel.
Nach Folge 4 beginnt aber auch der Abschwung, was hauptsächlich daran liegt, dass sie das Versprechen der ersten Folgen nicht halten kann.
Man erwartet Politik - bekommt man, aber nicht zu viel. Man erwartet Intrigen - bekommt man, aber nicht zu viel. Die Christianisierung wird stark angeteast und hätte mich sehr interessiert - wird aber nicht tiefergehend gezeigt. Die Kirche (und Portugal) bekommt alles in allem nicht sehr viel Raum, stellt aber viele Beweggründe dar. Irgendwie erwartet man auch einen Kampf nach der ersten Hälfte - auch auf den den wartet man ziemlich vergebens.
So saß ich da und hatte eine riesige Freude an dieser Serie, gerade Folge 9 hat mir eine Anspannung verpasst wie ich sie lange nicht hatte. Ich habe extremst mitgefiebert mit jeder Figur, das spricht für das geile Worldbuilding und die Tiefe der Charaktere. Aber zum Ende hin hatte ich immer das Gefühl: Geil, Aber da wäre mehr gegangen. Lieber 12 Folgen und noch hier und da mehr Tiefe. Sie löst für mich ihr Versprechen aus dem Anfang nicht ganz ein - und das finde ich schade. Es wäre eine easy 10/10 für mich geworden.
Sie ist aber halt trotzdem sehr stark.

9/10
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von redlock
#1567339
Übersichts Thread bis hier aktuell

viewtopic.php?f=17&t=31298


Ich stimme Wolfsgesicht zu. Es ist (war) Material für 12 Folgen Shogun da. Da und dort hätte ein bißchen mehr Tiefe der Serie gut getan. Neben der Sache mit der Kirche, wäre da z.B. noch die gemeinsame Zeit von Blackthorne und Mariko wegen des Sprachunterrichts gewesen. Mich hat dies allerdings nicht so gestört, da ich das Buch kenne und, trotz der langen Zeit seit dem ich es gelesen habe, noch recht viel hängen geblieben war. Außerdem, man muss heutzutage doch schon froh sein, wenn eine Serienstaffel 10 Folgen bekommt. Die Norm dieser Tage scheint offensichtlich 6 bis 8 Episoden bei den Streaming Diensten zu sein.
Unterm Strich bleibt es aber dabei: ''Shogun'' ist ein absolutes Serien Highlight, dass die 9/10 voll verdient.
Zuletzt geändert von redlock am Mo 6. Mai 2024, 08:01, insgesamt 3-mal geändert.
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von LittleQ
#1567341
Der Wald - Netflix

Absolut langweilig, generisch, nicht sehr gut gemacht.

4/10
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von redlock
#1567411
Beacon 23 -- Staffel 1 (MGM+)

8 Folgen; Laufzeiten um die 45 Minuten, nur der Pilot ist mit knapp 50 Minuten einen Tick länger

Die Handlung spielt auf einem ''Leuchtturm'' am Rande des bekannten Universums. Der Leuchtturmwärter findet ein seltsames Mineral, das schließlich das Interesse einer mächtigen Firma weckt. Eine Vertreterin der Firma soll die Sache genauer untersuchen und gerät dabei mit dem ''Leuchtturmwärter'' aneinander.
Das Ganze ist eine zähe Angelegenheit. Es ist zudem eher ein Kammerspiel -- der ''Leuchtturm Set'' ist allerdings recht beeindruckend -- als ein Weltraumepos.
Der größte Fehler findet jedoch mit Folge 104 statt. Da wird in die Zeit zurückgesprungen, um eine Sache zu erklären. Die beiden Hauptfiguren kommen darin gar nicht vor. Statt eine ganze Folge damit zu verschwenden, hätte das auch als eine B-Handlung in einer ''normalen'' Folge abgehandelt werden können. Etwas ähnliches passiert in Folge 106. Allerdings ist da der Neuigkeitswert größer und bedeutender. Immerhin. Dennoch, diese beiden Rückblicke stören insgesamt den Fluss der Handlung. Ein weiteres Manko: Die Figuren sind allesamt unsympathisch.
Die Staffel endet ''Cliffhanger-isch.'' Obwohl Staffel 2 gerade läuft, werde ich sie mir vorläufig nicht geben und abwarten, weil S1 alles in allem doch eine Enttäuschung war. (Obwohl ich gewarnt war).

Für Staffel 1: 5/10


Manhunt (2024) -- Staffel 1 (Apple+)

7 Folgen; Laufzeiten gewöhnlich zw. 51 und 57 Minuten, dazu eine kurze Folge mit nur 42 Minuten

Die Handlung: Die 12 Tage dauernde Jagd auf den Mörder des 16. Präsidenten der USA, Abraham Lincoln, und die Mitverschwörer des Attentäters. Angeführt werden die Jagd und die Ermittlungen von Lincolns Kriegsminister, Edward Stanton. Der ist für seine Zeit dermaßen progressiv, das er selbst heutzutage für die Demokraten in San Francisco für den US Kongress kandidieren könnte. Einer von Stantos ''Gegenspielern'' ist der Nachfolger von Lincoln, der von den progressiven und liberalen Amis unsere Zeit mit Inbrunst verachtet wird, aber immer noch auf dem $20 Schein abgebildet ist. (Einem der aktuellen Nachfolger ist dies zu verdanken).
Das hätte eine spannende und fesselnde Sache sein können. Leider benutzen die Macher/Macherinnen/Machenden die Gelegenheit um Donald Trump und die MAGA Leuten von heutzutage zu kritisieren, in die Pfanne zu hauen, wie man so schön sagt. Es sind mehr als nur verdeckte Seitenhiebe auf Trump und Co. Selbst ein Blinder sieht was da gemacht wurde und welche Agenda da verfolgt wurde. Ich fand es überflüssig und schade die Geschichte des Attentats auf Lincoln zu nutzen, um mit dem Holzhammer ein politisches Statement zu machen. Sicher, es ist das gute Recht der Macher/Macherinnen/Machenden dies zu tun und Apple hat dies sicherlich auch unterstützt. Aber gefallen muss es mir nicht. Für S1 aber immerhin 7/10, da sie doch recht unterhaltsam ist. Die Staffel ist in sich abgeschlossen.


Maxton Hall - Die Welt zwischen uns -- Staffel 1 (Amazon)

6 Folgen; 5x Laufzeiten um die 45 Minuten, 1x 52 Minuten (ohne Synchron Abspann)

Nach den ganzen Krimis/Krimidramen und Science Fiction Serien, die ich in den letzten Wochen sehen konnte, wollte ich jetzt was radikal anderes, und bin fündig geworden. ''Maxton Hall - Die Welt zwischen uns'' ist eine YA Serie, die auf dem ersten Band einer Romantrilogie, einer jungen deutschen Schriftstellerin, beruht. Die Dame ist nur wenig älter als die Figuren hier in der Serie. Respekt für den Erfolg der Bücher.
Die Serie selbst ist ein recht exotischer ''Vogel.'' Deutsche Serie, mit überwiegend deutschen Darstellern (Papa Beaufort wird von einem Niederländer gespielt und das merkt man auch sofort), in deutscher Sprache, die in England spielt. Wichtigster Schauplatz ist eine englische Eliteschule, deren Hauptaufgabe es ist auf die Elite Uni Oxford vorzubereiten. Das prächtige und imposante Schulgebäude wird wohl von einem Schloss in Niedersachsen dargestellt. Wusste bis dato nicht, dass es dort sowas beeindruckendes gibt.
Die Machart der Serie erinnert stark an die US Serien des WB bzw. CW der letzten 30 Jahre, die sich an ein YA Publikum gerichtet haben. Für GenZ, das offensichtliche Zielpublikum der Serie (und der Bücher), mag das was neues sein. Aber für einen alten Hasen wie mich, war es ein Deja Vu. Da gab's für mich nichts neues. Klassisches Teenager Drama. Liebe, Lust, Leidenschaft, Herzschmerz, große Gefühle, großes Leiden. Die ganzen Zutaten des Genres eben. Um so erschreckender, dass mich die Staffel tatsächlich gut unterhalten hat.
Amüsantes Detail (und da wüsste ich tatsächlich gerne mehr): Während alle Schülerinnen an der Schule den zur Schuluniform gehörenden Rock tragen, trägt die Schwester der männlichen Hauptfigur, ebenfalls Schülerin dort, eine Hose.
Überrascht war ich, dass Amazon eine für ihre Verhältnisse recht freizügige (aber dezent gemachte) Szene hat durchgehen lassen. Da merkt man anscheinend, dass es eine europäische/deutsche Produktion ist und keine US.
Wer also Lust auf das Genre der YA Dramas hat, wird hier fündig und nicht enttäuscht. Bahnbrechendes Neues sollte jedoch nicht erwartet werden.
Die Staffel endet offen. Es gibt ja noch zwei Bücher. Ich hoffe tatsächlich, dass Amazon weiter macht.

Für S1: 7/10
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von redlock
#1567440
Line of Duty -- Staffel 5 (BBC)

6 Folgen; Laufzeiten 5x knapp 60 Minuten, Staffelfinale knapp 85 Minuten

Auch in dieser Staffel wird wieder eine spannende und packende Geschichte um korrupte Polizisten und diejenigen, die sie jagen, erzählt. Dieses mal war es mir jedoch zu überdreht. Zuviel Spektakel, zu viele Tote. Gerade in GB würde die Presse daraus eine riesen Sache machen. Die Polizei würde unter extremen Druck geraten. Kommt hier aber nicht wirklich vor. Der Chefautor muss es immer spektakulärer machen, worunter der Realismus, der frühere Staffeln auszeichnete, dann leidet.
Außerdem war das Staffelfinale einfach zu lang. Sicher, da war eine tolle Szene, wo die Schauspieler ihr können zeigen konnten. Die war aber einfach zu lang. Bei mir kam da aber schlicht nur ein ''Jetzt mach hin'' raus.
Aber wie gesagt, es war trotzdem spannend und packend und die Serie bleibt ein Kronjuwel des britischen TV. Für S5: 8/10


Paper Dolls (2023) -- Staffel 1 (Paramount+)

8 Folgen; Laufzeit jeweils knapp 44 Minuten

''Paper Dolls'' ist eine australische Serie, die der Streaming Anbieter Paramount+ zusammen mit dem australischen freetv Sender ''Network Ten'' in Auftrag gegeben hat.
Worum geht es? Nun, wir schreiben das Jahr 1999 und sind in Australien. Die Jahrtausendwende steht bevor. Im Fernsehen ist eine Casting Show der ganz große Quotenhit. Die australische Variante heißt hier ''Poprush.'' Es ist die erste Staffel und es soll eine Girl Band mit fünf Mädels gecastet werden. Wir steigen ein, kurz nachdem die Band frisch gecastet ist. Immer verfolgt von einem Kamerateam. Doch ein Mädel fliegt schon raus bevor es richtig los geht. Ein Ersatz muss ganz schnell her. Der wird auch schnell gefunden. Ein ehemaliger Teenie Star, der nach einem ''Zusammenbruch'' (es war ein massiver Ausraster) 7 Jahre zuvor, als sie 16 war, bei der Plattenfirma rausgeflogen ist, was ihre Musikkarriere beendet hat. Aber das Mädel will unbedingt eine zweite Chance und bekommt sie.
Die Serie dreht sich darum, wie die Musikindustrie (und die Casting Shows) die Talente gnadenlos ausbeutet, was für einen Preis die Mädels für Erfolg zahlen müssen, und bereit sind dies auch zu tun, und wie wenig Unterstützung die Mädels (und anderen Künstler) eigentlich bekommen. Das wird mit, und da war ich echt überrascht, mit brutaler und gnadenloser Härte dargestellt. Das war schon heftig. Die Plattenfirma und besonders deren -- natürlich männlicher -- Boss bekommen extra viel Fett weg.
Problematisch beim Sehen fand ich allerdings, dass drei der fünf Mädels total ''kaputt'' sind und die beiden anderen zumindest leicht. Wie heißt es im Englischen so schön ''They are damaged.'' War schon was hart, wenn man zu sieht, wie die Mädels dann durch den Fleischwolf gedreht werden.
Die fünf Mädels haben jeweils ''ihre'' Episode, wo genauer auf sie und ihre Situation eingegangen wird. Wobei die drei ''kaputten'' jedoch mehr screen time haben als die beiden anderen. Das fügt sich aber nahtlos ins Gesamtkonzept ein. Die drei Manager, vor allem die platinblonde Chefin der Truppe, kommen auch unter den Fokus. Das Musikgeschäft ist brutal und rücksichtslos. Gilt auch für das Management.
Die Staffel endet, was die fünf Mädels angeht, ziemlich offen. Das kam für mich unerwartet. Nach dem Abspann des Staffelfinales musste ich tatsächlich erstmal tief Luft holen und das Ganze sacken lassen. Die Staffel kann man dennoch als insgesamt in sich abgeschlossen bezeichnen.
Das Jahr 1999 ist übrigens gut nachempfunden (u.a. die Nokia Handys!).
Nachdem ich die Staffel fertig gesehen hatte, habe ich mich mal was kundig gemacht. Es stellt sich heraus, dass die Serie auf Tatsachen beruht. ''Paper Dolls'' beruht auf dem autobiographischen Roman einer Dame, die 1999 in der ersten Staffel der australischen Casting Show ''Popstars'' Mitglied einer fünfköpfigen Girlband geworden war. Diese Band, ''Bardot'' -- in Anlehnung an die französische Schauspielerin -- hatte 1999/2000 sehr großen Erfolg in Australien und brach 2002 auseinander. In der Serie heißt die Band ''Harlow,'' ganz offensichtlich nach der US Schauspielerin Jean Harlow.
Ich hab ein Foto der Buchautorin/Ex-Sängerin, die ein Executive Producer der Serie ist, gesehen. Sie hat äußerlich eine große Übereinstimmung mit der Darstellerin der ''Jade'' in der Serie. Zufall? Hm...
Die Serie war eine positive Überraschung und ich habe sie fix durchgebinged.

Für S1: 7,5/10
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von redlock
#1567491
The Diplomat -- Staffel 1 (Netflix)

8 Folgen; Laufzeiten zw. 43 und 55 Minuten (ohne Synchro Abspann)

Ich habe lange gezögert bis ich mir diese Serie gegönnt habe. Ich war sehr skeptisch. Das war, wie sich am Ende herausstellt, unberechtigt.
Eine Karriere Diplomatin des US Außenministeriums wird Botschafterin der USA in Großbritannien. Das ist natürlich völlig unrealistisch. Den Job in London bekommen seit vielen Jahrzehnten Großspender der Wahlkampfkasse des amtierenden Präsident. Wie realistisch oder unrealistisch der Rest des Treibens der Diplomaten hier in der Serie ist, kann ich natürlich nicht beurteilen. Was ich allerdings sagen kann, dieser Handlungsstrang war hochgradig unterhaltsam. Er beginnt mit dem Anschlag auf einen britischen Flugzeugträger im Persischen Golf. Dann geht es so richtig los.
Die Serie hat einen zweiten Handlungsstrang. Der handelt von der Ehe der Botschafterin. Sie ist mit einem sehr gewieften und trickreichen politischen ''Deal Maker'' verheiratet, der ebenfalls mal Botschafter der USA war. Die Ehe kriselt allerdings gewaltig. Beide Handlungsfäden sind eng miteinander verwoben, der dickere Faden ist jedoch der um die Krise wegen des Anschlags.
Was mich bis etwa der Mitte der Staffel sehr irritiert hat, war der doch sehr unterschiedliche ''Ton'' der beiden Handlungsstränge. Der um den Anschlag ist ein echter Politthriller. Der um die Ehe kam mir vor wie aus einer Screwball Komödie der 1930/1940ziger. Das macht ihn nicht schlecht, aber, wie gesagt, ich war irritiert.
Alles in allem war dies eine spannende, fesselnde, kurzweilige und sehr unterhaltsame Staffel. Sie endet mit einem Cliffhanger.

Für S1: 8/10


Franklin -- Staffel 1 (Apple)

8 Folgen; Laufzeiten zw. 49 und 61 Minuten (meistens am oberen Ende der Zeitspanne)

Die Serie handelt vom Wirken eines der wichtigsten ''Gründerväter'' der USA: Benjamin Franklin.
Die Serie beginnt mit dem Eintreffen Franklins in Frankreich. Er ist zu diesem Zeitpunkt schon ein, vor allem für das 18. Jahrhundert, alter Mann, dessen Gesundheit auch nicht mehr die Beste ist. Franklin hat den inoffiziellen Auftrag des Continental Congress die Franzosen davon zu überzeugen, die 13 amerikanischen Kolonien, in ihrem Kampf um Unabhängigkeit vom britischen Mutterland, zu unterstützen. Mit Waffen, Ausrüstung vor allem aber Geld. Franklin ist zu dem Zeitpunkt schon länger eine sehr bekannte Persönlichkeit. Er nutzt dies aus.
Franklin wird von Michael Douglas gespielt. Für viele scheint das ein Problem zu sein. Douglas ist halt Douglas. Ihn hier als Franklin zu sehen. Naja, da muss dann drüber stehen. Ich konnte es.
Da die Macher offensichtlich auch ein jüngeres Zielpublikum erreichen wollten, die mit Michael Douglas nichts (mehr) anfangen können, spielt Franklins junger Enkel, der Franklin nach Frankreich begleitet hat, eine wichtige Nebenrolle. Ich fand die Zeit, die sich die Serie mit dem Enkel nimmt, viel zu lange. Und es war überflüssig; lenkte vom eigentlichen Thema ab. So hat die Staffel überflüssige Längen. Es zieht sich. Die eigentliche Geschichte um Franklin und sein Wirken in Frankreich hätte man auch in 6 Folgen erzählen können.
Die Kostüme und die Ausstattung der Serie sind fantastisch. Hilft natürlich wenn man an Original Schauplätzen in Frankreich drehen konnte. Immer wieder ein absoluter Hingucker die Gartenanlagen frz. Schlösser und der Spiegelsaal in Versailles.
Der Cast ist mit überwiegen mit französischen Darstellern besetzt, die ihr Handwerk können. Dazu ein paar wenige britische Darsteller.
Ich schätze ca. ¼ der Dialoge sind in Französisch. Hält sich also in Grenzen.

Natürlich hat Apple ein großes Problem. Dies ist die Geschichte von weißen Männern und weißen Frauen, die Weltgeschichte machen. Aber es gibt ja die DEI Vorgaben. Also werden zwei schwarze Figuren und eine Transperson eingebaut, die nichts, aber auch gar nichts, mit der eigentlichen Geschichte zu tun haben. Wenn man die Szenen mit denen raus schneiden würde, würde absolut nichts fehlen, man würde es nicht mal merken. Dieser völlige Unsinn schlägt sich aber nicht auf meine Staffelbewertung nieder. Ist halt Apple und Zeitgeist.
Die Franzosen lernen als erstes Land eine wichtige Lektion, die sich seit dem immer und immer wieder in der US Geschichte wiederholt hat: Den Amis kann man nicht wirklich vertrauen. Wenn sie es für ihre nötig halten, wird man (Verbündete und/oder Freunde) entweder im Stich gelassen oder über die Theke gezogen.
Alles in allem, ist ''Franklin'' ein sehr gut gemachtes und unterhaltsames Historiendrama, das wegen überflüssigen Ballastes zwei Folgen zu lang ist.
Die Staffel ist in sich abgeschlossen.

Für S1: 7,5/10
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von redlock
#1567574
The Gone -- Staffel 1 (Acorn)

6 Folgen: Laufzeit jeweils 51-52 Minuten
Eine irisch-neuseeländische Koproduktion

Ein junges (beide so Anfang 20) irisches Pärchen, das seit ein paar Monaten in Neuseeland lebt, verschwindet in der neuseeländischen Provinz plötzlich spurlos. Die Mutter des Mädchens ist eine irische Richterin, die vor einiger Zeit einen Schwerverbrecher in Irland zu einer langen Haftstrafe verurteilt hat. Durch ihren Einfluss kommt ein Ermittler aus Dublin nach Neuseeland und unterstützt die lokale Polizei bei der Suche und den Ermittlungen, die von einer Polizistin mit Maori Abstammung geleitet wird. Eine Reporterin aus Irland taucht ebenfalls vor Ort auf.
Ja, das ist hier alles sehr politisch korrekt mit einem großen Anteil von Maori bzw. Maori-stämmigen Leute vor und hinter der Kamera. Zum Glück ist das alles nicht allzu gezwungen, sondern wirkt einigermaßen natürlich.
Der Fall ist recht packend und spannend mit netten Wendungen. Dazu gibt es Hintergrund Infos bzw. Geschichten zu den beiden Ermittlern. Der Vermisstenfall wird auch aufgeklärt. Da war ich bereit 7/10 oder 7,5/10 für die Staffel zu geben. Dann gibt es jedoch ganz am Ende eine böse Überraschung und einen fetten Cliffhanger. Das hat mich sehr, sehr geärgert, weil es einfach überflüssig war. Deswegen für S1 nur: 6,5/10


The Veil -- Staffel 1 (FX/Hulu)

6 Folgen; 5x Laufzeiten zw. 38-46 Minuten, Staffelfinale 68 Minuten

Hier hat man die ''Brody Geschichte'' aus den ersten drei ''Homeland'' Staffeln auf 6 Folgen eingedampft. Natürlich mit ein paar Änderungen, damit man nicht verklagt wird.
Eine britische Agentin des MI6 soll im Auftrag des französischen Auslandsgeheimdienstes (DGSE) eine mutmaßliche Anführerin der Terrororganisation IS aus einem syrischen Flüchtlingslager nach Paris bringen, damit sie unterwegs oder in Paris Infos zu einem bevorstehenden Terroranschlag in den USA herausrückt. Die mutmaßliche Terroristin ist eine französische Staatsbürgerin mit algerischen Wurzeln, die in den Nahen Osten zum IS gegangen war. Während der Reise nach Paris freunden sich die beiden Frauen an.
Das ist ein ziemlich spannendes ''Spiel'' zwischen den beiden Frauen. Dazu mischt sich auch noch die CIA, in Form des CIA Stationschef Paris, ein. Es wird kompliziert. Dazu gibt es Hintergrund Infos/Geschichte zu den beiden Frauen. Wichtig ist hier vor allem die Geschichte der MI6 Agentin.
Wofür ''Homeland'' drei Staffeln brauchte, wird hier in 6 spannenden und fesselnden Folgen erzählt. Ob die Französin nun tatsächlich eine Terroristin oder nur eine unschuldige Frau ist, wird geklärt. Aber am Ende gibt es um die MI6 Agentin noch eine Enthüllung. Dies könnte der Beginn für eine mögliche zweite Staffel sein.
Noch ein Hinweis. Die britische MI6 Agentin wird von der US Schauspielerin Elizabeth Moss gespielt. Ich war, bin und werde nie ein Fan der Dame sein. Das hat nichts mit ihrer Mitgliedschaft in einer US Sekte zu tun, und es spielt keine Rolle bei der Bewertung der Staffel. Moss hat den britischen Akzent drauf und spielt die Rolle der MI6 Agentin gut.

Für S1: 7,5/10


We Are Lady Parts -- Staffel 1 (Channel 4, UK/Peacock)

Staffel 1: 6 Folgen; Laufzeit jeweils knapp 25 Minuten
Staffel 2: 6 Folgen; Laufzeiten 5x 26/27 Minuten, Staffelfinale 34 Min.

Die Serie handelt von einer Punk Musik Band (den ''Lady Parts'') in London, die aus fünf Frauen besteht, die alle der muslimischen Glaubensgemeinschaft angehören (im Englischen hört sich das viel besser an: ''Muslim female punk band''). Da bin ich dann doch schließlich neugierig geworden.
Die erste Staffel, gedreht für den britischen TV Sender ''Channel 4,'' wurde 2021 im UK ausgestrahlt. Die Serie beginnt als ''Comedy'' und ist im letzten Drittel der Staffel eine Dramedy. Die Staffel ist witzig, amüsant und sehr unterhaltsam. Das hat echt Spaß gemacht. Ich war total überrascht. Mit nur sechs Folgen und der Laufzeit lies sich die Staffel sehr gut bingen.

Die zweite Staffel wurde vom Streamingdienst Peacock bestellt und 2024 ausgestrahlt. Die Serie ist nun eine Dramedy mit viel Drama zum Ende der Staffel. Auch wenn es weiterhin einige gute Gags & Witze gibt merkt man der Staffel doch an, dass sie sich mehr zur Drama Seite neigt und dadurch für mich insgesamt weniger unterhaltsam war. Es ging den Machern mehr um ''Message'' als um Unterhaltung. Es wurde mir schlicht ein bisschen zu woke. Aber bereuen tue ich es nicht mir die zweite Staffel angesehen zu haben. Dazu sind einem die fünf Frauen einfach zu schnell ans Herz gewachsen.
Das Finale der zweiten Staffel funktioniert auch als Serienfinale.

Für S1: 8/10
Für S2: 7/10
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von redlock
#1567706
Death & Other Details -- Staffel 1 (Hulu)

10 Folgen; Laufzeiten zw. 38 und 53 Minuten

Solide Krimiserie mit einem attraktiven multi-kulti Ensemble.
Die Staffel dreht sich zum einen um einen Mordanschlag der 18 Jahre zurück liegt und zum anderen um eine Schiffsreise, bei der es zu Todesfällen kommt. Zusammengehalten werden beide Teile durch einen Privatermittler, der damals ermittelt hat und nun auch auf dem Schiff ist und ein Mädchen, das ebenfalls damals dabei war und nun auch auf dem Schiff ist. Beide haben sich seit fast 18 Jahren nicht gesehen.
Stilistisch ist das schon was seltsam. Wir sind in der ''Jetzt Zeit'' auf dem Schiff, das aber im Stil der 1950ziger Jahre eingerichtet ist. Auffällig ist -- keine Ahnung warum -- dass die weibliche Hauptfigur oft gelbe Kleidung trägt.
Wie gesagt, das Gesamtpaket ist solide, aber mehr auch nicht. Es gibt viele Rückblenden und die Geschichte wird vom PI erzählt. Es war unterhaltsam, aber wirlich stark gepackt oder gefesselt hat es mich nicht. Möglicherweise wären acht statt zehn Folgen besser gewesen.
Die Serie enthält, für ein US Produkt jedenfalls, sehr viel Kapitalismuskritik. Die CGI sind teilweise nur mäßig. Es ist oft klar, dass man nicht auf einem Schiff ist. Außerdem, gibt es zum Ende ein paar kleine Lücken in der Logik.
Dennoch, man kann sich die Serie geben. Der Hauptfall wird aufgeklärt. Leider bleibt einiges am Ende aber auch offen. Da es keine zweite Staffel geben wird -- Hulu hat die Serie gecancelt -- ist das bedauerlich.

Für S1: 7/10


Hacks -- Staffel 3 (Max)

9 Folgen; Laufzeiten zw. 32 und 37 Minuten

Natürlich war die Serie immer schon sehr woke. Sicherlich einer der Gründe weshalb die Serie beim Hollywood Establishment so populär ist. Woke stellt einen großer Teil der DNA der Serie. Dies wurde aber immer mit sehr guten Gags, Witzen, Wendungen, Sarkasmus und Ironie ausgeglichen. In der dritten Staffel haben sie leider nochmals ordentlich was Wokeness drauf gelegt. Die Folge an der Uni war einfach nur grausam. Leider war das dann unterm Strich so viel, dass die ''guten'' Sachen dies nicht mehr richtig ausgleichen konnten.
Aber wirklich böse kann ich der Serie und ihren Machenden auch nicht sein. Dafür ist die Auftaktszene in Folge 301, zur Musik von ELO's ''Evil Woman,'' einfach brillant.
Natürlich werde ich in Staffel 4 wieder dabei sein, in der Hoffnung sie halten sich was zurück. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Für S3: 7/10


Sullivan's Crossing -- Staffel 2 (CTV, Kanada)

10 Folgen; Laufzeit jeweils 44 Minuten

Die Serie erinnert mich an die gute, alte Zeit der Familienserien des WB Networks und des frühen CW. ''Sullivan's Crossing'' setzt die Tradition dieser Familienserien nahtlos fort. Ja, es gibt viel Drama. Am Ende wird es jedoch schon irgendwie gut. Das ist ''feel good TV'' und daran ist in diesen Zeiten nichts falsch.

Für S2: 6,5/10
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von Wolfsgesicht
#1567724
Dark Matters - Staffel 1 (TV+)
Startet gut und wird noch besser. Erst schaut man den Charakteren einfach gerne zu wie sie sich mit den Gegebenheiten zurecht finden, ehe es zum Ende hin zum absoluten Mindfuck wird.
Durchgehend spannend.

8/10

Constellation - Miniserie (TV+)
Macht ein ebenso (und ähnliches) interessantes Szenario zu Dark Matters auf. Ohne den wissenschaftlichen Ansatz kann man das wohl auch dem Mystery Genre zuordnen. Die Szenen im Weltall sind Klasse, sie sind auch atmosphärisch unfassbar gut gelungen. Muss zugeben das bedient ein persönliches Horrorszenario von mir, dementsprechend hab ich mich beim sehen gefühlt.
Die Szenen auf der Erde finde ich aus einem Grund sehr interessant: Ich habe sofort erkannt wo das spielt. Nicht anhand einer Texttafel oder Bauwerken, sondern an der scheußlichen Qualität des Settings und des Bildes das bei mir sofort schrie: Das ist ein deutsches Filmteam.
Es wird aber besser sobald das dann im Studio oder Finnland (Schweden) spielt.
Story wird stets interessanter, wirft erst sehr viele Fragen auf, fängt dann aber mit Folge 6 an auch alles davon zu beantworten. Fand ich extrem interessant, was dann mit Folge 6 passierte.
Auch stark, holte mich final sogar etwas mehr ab als Dark Matters.

8/10

Aus Mangel an Beweisen - Zwischenfazit (TV+)
An dieser Serie stimmt in den ersten 4 Folgen alles. Es ist packend, unvorhersehbar und hat zum Ende jeder Folge einen dicken WTF Moment. Schauspiel ist fan-tas-tisch! Definitiv mit dem Potential ein All-Time Favorit im Krimisegment zu werden.

Nach 4 Folgen:
9/10
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von Nataku
#1567770
Timeless – Season 1+2 (NBC)
Nachdem ich vor kurzem The Boys von Eric Kripke bis zum aktuellen Stand nachgeholt habe, habe ich mal geschaut, was der gute Herr davor noch so verantwortet hat. Und so fiel meine Wahl dann relativ schnell auf Timeless, welches ich vor ein paar Jahren schon auf meiner Liste hatte, aber nie dazu gekommen bin, die Serie endlich mal zu schauen. In der Serie finden sich auch einige Schauspieler wieder, die bei The Boys mal mehr, mal weniger große Rollen hatten bzw. haben.

Worum geht’s eigentlich? Timeless ist eine relativ klassische Zeitreisen-Geschichte. Ein „Bösewicht“ (Garcia Flynn, super gespielt von Goran Visnjic) und - was sehr schnell klar wird eine böse Geheimorganisation - wollen die amerikanische Geschichte ändern. Dem entgegen steht ein Trio aus einer Geschichtslehrerin/Professorin (Lucy), einen Soldaten (Wyatt) und den Piloten (Rufus) für die Zeitreisemaschine sowie ein kleines Ensemble an Nebenfiguren. In jeder Folge geht’s in der Zeit zurück in eine andere Periode mit starkem Fokus auf die amerikanische Geschichte. Dabei ist die Serie vor allem zu Beginn noch wie ein Procedural angelegt – jeweils am Anfang und Ende der Folge gibt es je ca. 5 Minuten entscheidende Ereignisse und Charakterentwicklung und der Rest der Folge hat den Fokus dann auf das jeweilige geschichtliche Ereignis. Durch die Story rund um die Geheimorganisation wird die Serie im Laufe der Staffel aber immer mehr zum Serial. Die „Zeitreise der Woche“ legt die Serie zwar auch bis zum Ende nicht ab, aber die Figuren wachsen einen sehr schnell ans Herz und das ganze wirkt harmonisch bzw. genau richtig.

Dies liegt auch vor allem daran, dass - vor allem in Staffel 1 - nicht alles schwarz/weiß bzw. gut/böse ist, sondern die meisten Figuren ihre eigenen nachvollziehbaren Ziele verfolgen und Hintergrundgeschichten haben sowie jeweils unterschiedlich mit dem Thema Veränderungen in der Vergangenheit umgehen. Leider stolpert die Serie vor allem bei den Bösewichten in Staffel 2 etwas, da im Grunde die komplette Show einmal umgekrempelt wird - wobei das Grundkonzept dennoch erhalten bleibt. Leider hat man dabei aber vergessen, den neuen Figuren eine auch nur annähernd vergleichbare Tiefe zu geben, wie dem Gegenspieler aus Staffel 1. Dazu kommt noch eine Art Liebes-Viereck, was für mich auch nicht gut zur Serie gepasst hat. Daher schneidet für mich Staffel 2 im Gesamtbild schlechter ab, als Staffel 1.

Nichtsdestotrotz finde ich die Serie unglaublich unterhaltsam. Die Chemie zwischen den Schauspielern stimmt, die Geschichten sind meist spannend und teils auch lehrreich und die Serie ist mit Abschluss von Staffel 2 perfekt abgeschlossen, mit einem Mini-Potenzial, dass es irgendwann nochmal irgendwie weitergehen könnte. Wer auf Zeitreise-Geschichten steht oder einfach nur eine Serie mit einem sympathischen Cast und in sich geschlossener Geschichte sehen möchte, sollte die Serie unbedingt einmal nachholen.

Etwas kritisieren muss ich aber noch die Macher der Serie. Timeless wurde damals nach Staffel 1 abgesetzt und nur durch etwas Glück dann doch für eine 10-teilige zweite Staffel zurückgeholt. Und die 10. Folge von Staffel 2 endet dann unfassbar offen mit Riesen-Cliffhanger. Was die Macher dabei geritten hat, kann ich echt nicht nachvollziehen. Zum Glück gab NBC der Serie trotz erneuter Absetzung zumindest noch die Möglichkeit, für 2 weitere Folgen in der darauffolgenden Season zurückzukommen. Und die 2 Folgen sind dann zum Glück der erhoffte Abschluss, der im Grunde alle wichtigen offenen Geschichten der Serie abschließt. Dennoch hätte das natürlich auch in die Hose gehen können und die Macher hätten es dann selbst mit Ansage verbockt.

S.1: 8.5/10
S.2: 7.5/10 (aufgrund der oben genannten Mängel bei den Gegenspielern und der Umsetzung der Liebesgeschichte)

That '90s Show – Part 2 (Netflix)
Vor kurzem kam außerdem auch Part 2 von That '90s Show raus (im Grunde die erste Hälfte der zweiten Staffel in meinen Augen). Mit nur 8 Folgen auch relativ kurz und schnell weggeschaut.

Um mal das Positive vorweg zu nehmen: das Schauspiel der Jungdarsteller (mein größter Kritikpunkt in Staffel 1) ist auf jeden Fall besser geworden. Das macht das ganze deutlich ansehbarer. Leider ist die neue Gang auch in Part 2 weiterhin charakterlich sehr blass. Ich würde jetzt ohne IMDB-Eintrag nicht mal die Figurennamen von der Hälfte des Casts wissen, so undefiniert sind sie. Und das bleibt leider auch weiterhin ein großer Kritikpunkt, weil gefühlt der Anteil der Geschichten der Großeltern noch größer geworden ist, sodass für die Menge an Kids auch kaum Zeit bleibt, irgendeinen Charakter zu definieren.

Ansonsten sind die Fantasie-Sequenzen abermals größtenteils großartig (gerade Ozzie sticht hier positiv hervor). Auch generell hat man die Figur Ozzie etwas zurückgeschraubt und mehr zu einem Fez-Klon umgewandelt. Das ist zwar nicht originell, passt aber besser als in Staffel 1.

Insgesamt habe ich aber meinen Spaß gehabt. Die 8 Folgen waren ruck-zuck fertig geschaut, und ich freue mich auch schon auf Part 3 im Herbst (auch wenn es da sicher keine weiteren Fortschritte bezüglich der Kritikpunkte geben wird, da ich mal davon ausgehe, dass Part 2 und 3 am Stück gedreht wurden).

7/10 (aufgrund des besseren Schauspiels 0.5 Punkte mehr als in S.1)
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von LittleQ
#1567782
Dark Matter - Der Zeitenläufer

Endlich mal wieder absurd gute Sci-Fi. Das Ende hat sich dann ein bisschen gezogen bzw. war nicht ganz so spektakulär, aber hey: Ich hoffe, dass die Serie noch eine zweite Staffel bekommt, auch wenn die Geschichte auserzählt wirkt.

9/10
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von redlock
#1567884
The Gentlemen -- Staffel 1 (Netflix)

8 Episoden; Laufzeiten zw. 66 und 40 Minuten (ohne Synchro Abspann)

Eine Krimiserie, genauer gesagt, eine Gangsterserie, von Guy Ritchie. Mehr brauche ich eigentlich nicht sagen. Okay...
Wie in praktisch allen Serien und Filmen von Guy Ritchie sind die Gangster extrem brutal und/oder dumm und/oder clever und/oder faul. Manche Sachen bzw. Pläne klappen perfekt, andere scheitern an dummen oder blöden Zufällen oder Unfähigkeit.
Die Serie ist sehr unterhaltsam und ich hatte meinen Spaß an ihr, auch wenn Ritchie hier nichts neues bietet. Das zentrale Pärchen ist passt perfekt zusammen, auch wenn sie das erst am Ende wirklich einsehen.
Es gibt einen nette Anspielung auf ''Breaking Bad'' und ein Wiedersehen mit Darstellern aus dem Guy Ritchie Universum.
Die Staffel ist in sich abgeschlossen.

Für S1: 7,5/10


A Good Girl's Guide to Murder -- Staffel 1 (BBC)

6 Folgen; Laufzeiten 4 x 41 Minuten, 2 x 48 Minuten; eine Koproduktion mit ZDFNeo

Ich hatte keine Ahnung um was es sich hier handelt. Da ich aktuell zeitlich etwas eingespannt bin, hat mich die Kürze der Staffel und Laufzeiten der Episoden hier hingezogen.
''A Good Girl's Guide to Murder'' ist eine YA Krimiserie und die Verfilmung des ersten Bandes einer YA (Krimi-)Trilogie.
Unsere junge, unerschrockene, mutige und hartnäckige Heldin will, im Rahmen eines Sonderprojekts zur Zulassung an eine britische Elite Uni, das verschwinden einer Teenagerin und den Tod eines Teenagers in ihrer kleinen, beschaulichen Heimatstadt vor fünf Jahren, aufklären.
Das ist eine sehr solide und streckenweise recht packende und fesselnde Angelegenheit. Ich fand es unterhaltsam, auch wenn man natürlich ein paar Sachen einfach so schlucken muss. Wie realistisch ist es wirklich, dass unsere Teenage Sherlock Holmes die Sache am Ende aufklärt?
Wie ich gelesen habe, sind die Buchleser mit dieser Verfilmung nicht zufrieden. Milde ausgedrückt. Ich kann dazu nichts sagen, da ich das Buch nicht kenne. Ich wollte hier nur darauf hinweisen.
Wie gesagt, die Sache wird am Ende aufgeklärt, allerdings bleibt auch Raum für eine Fortsetzung. (Kein Wunder bei einer Trilogie).

Für die Staffel: 6,5/10


That 90's Show -- Staffel 2 (Netflix)

8 Folgen; Laufzeiten zw. 22-24 Minuten (ohne Synchro Abspann)

Wie schon Staffel 1 finde ich es okay, aber nicht mehr. Es ist leichte, kurzweilige Unterhaltung -- und das ist nichts schlechtes.
Die Darsteller sind in der Tat etwas besser geworden. Aber, wie Nataku schon sagte, die Charaktere bleiben was blass.
Bin ich das nächste mal wieder dabei? Aber klar!

Für S2: 6/10
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