- Mi 9. Aug 2006, 11:35
#177577
Picket Fences: Familiendrama, Comedy, Justiz, Krimi, manchmal ein bisschen Thriller (Stichwort Kühltruhe)
Twin Peaks: Krimi, Thriller, Horror, Mysterie, Comedy, Drama, Seifenoper
Außer Action und Sci-fi ist fast alles in Twin Peaks vertreten, was es so gibt. Und es war absolut wegweisend und vielleicht die beste Serie aller Zeiten.
Bei Surface sehe ich das aber kaum so Vielfältig. Da ist der Kern wirklich Mysterie. Drama spielt eine sehr untergeordete Rolle. Da müsste man schon jedwede emotional geladene Interaktion zwischen Charakteren als Drama einstufen und das ist doch eine sehr, sehr weite Definition. Was ich an Surface nach wie vor herausragend finde sind Erzählstil und vor allem das Tempo. Nicht zu hektisch, nicht zu viel Action, aber eben auch nicht so ein Kaugummizerren wie bei den meisten anderen Mysterieserien von Akte X bis Lost, wo man Folge für Folge auf gravierende Entwicklungen der Hauptstory wartet, aber wenig bis gar nichts kommt.
Da legt Surface schon ein sehr viel befriedigenderes Tempo vor. Vor allem, wenn bedenkt, dass es die erste Staffel ist, in der üblicherweise nur sehr wenig Kontinuität der Fortschritt der Handlung gebracht wird. Verglichen mit dem Anfang sind wir innerhalb von 10 Folgen schon ziemlich weit gekommen. Das ist eine mutige Autorenleistung, die ich sehr zu würdigen weiß. Denn meist ist es doch so, dass in Serien zwar gern große und globale Bedrohungen aufgebaut werden, aber die Autoren dann vor den Konsequenzen zurückschrecken und das ganze in sich zusammenfallen lassen, bevor unumkehrbare Folgen eintreten.
Surface scheint aber genau darauf abzuzielen. Die Serie will eine globale Bedrohung eskalieren lassen und sowas bekommt man höchst selten zu sehen. Ich bin mir sicher, dass bis zum Ende der Staffel die Weltöffentlichkeit von der neuen Spezies erfahren hat. Man überlege sich nur mal welches Potential dann in der weiteren Entwicklung gesteckt hätte. Das wäre so als hätte Mulder nach 1-2 Staffeln den Beweis für die Existenz der Aliens erbracht, mit dem Resultat, dass die Welt nun mit dieser neuen Erkenntnis und seinen Konsequenzen umgehen muss. Diesen Mut die fiktive Welt durch ein großes Ereignis von ihrem Realitätsalltag zu entfernen, hat doch kaum eine Serie. Das macht für mich den großen Reiz von Surface aus. Auch wenn die Folgen in sich selbst manchmal keine unmittelbaren Wandlungen bringen, beinhalten sie doch immer wieder starke Vorzeichen auf die Zukunft: die Stürme, die Klimaveränderungen, das Verschwinden von Fischbeständen, die Eier an den Stränden, die Bevölkerungsexplosion der Kreaturen, das erstaunliche Wachstum dieser Pflanze usw.
mak hat geschrieben:Das sehe ich anders. In vielen Fällen ist ein Genremix eine bereichernde Erweiterung der Möglichkeiten und einige der besten Serien überhaupt werden erst durch ihre Mischung herausragend:nop hat geschrieben:und ein leichtfüssiger Wechsel in so ziemlich alle Genres.So viele Genre nun auch wieder nicht, ist aber IMO auch gar nicht nötig. Viele Genre zu vermixen macht eine Serie nicht unbedingt besser, sondern meist eher schlechter (aktuelles Beispiel: "Hidden Palms").
nop hat geschrieben:Bei welcher Serie hast du je die Aussage gemacht, dass du sie nicht so richtig einordnen kannst?Ich denke da gibt es so einige. Eigentlich würde ich sagen das die meisten Serien die ich schaue in diese Kategorie gehören.
Picket Fences: Familiendrama, Comedy, Justiz, Krimi, manchmal ein bisschen Thriller (Stichwort Kühltruhe)
Twin Peaks: Krimi, Thriller, Horror, Mysterie, Comedy, Drama, Seifenoper
Außer Action und Sci-fi ist fast alles in Twin Peaks vertreten, was es so gibt. Und es war absolut wegweisend und vielleicht die beste Serie aller Zeiten.
Bei Surface sehe ich das aber kaum so Vielfältig. Da ist der Kern wirklich Mysterie. Drama spielt eine sehr untergeordete Rolle. Da müsste man schon jedwede emotional geladene Interaktion zwischen Charakteren als Drama einstufen und das ist doch eine sehr, sehr weite Definition. Was ich an Surface nach wie vor herausragend finde sind Erzählstil und vor allem das Tempo. Nicht zu hektisch, nicht zu viel Action, aber eben auch nicht so ein Kaugummizerren wie bei den meisten anderen Mysterieserien von Akte X bis Lost, wo man Folge für Folge auf gravierende Entwicklungen der Hauptstory wartet, aber wenig bis gar nichts kommt.
Da legt Surface schon ein sehr viel befriedigenderes Tempo vor. Vor allem, wenn bedenkt, dass es die erste Staffel ist, in der üblicherweise nur sehr wenig Kontinuität der Fortschritt der Handlung gebracht wird. Verglichen mit dem Anfang sind wir innerhalb von 10 Folgen schon ziemlich weit gekommen. Das ist eine mutige Autorenleistung, die ich sehr zu würdigen weiß. Denn meist ist es doch so, dass in Serien zwar gern große und globale Bedrohungen aufgebaut werden, aber die Autoren dann vor den Konsequenzen zurückschrecken und das ganze in sich zusammenfallen lassen, bevor unumkehrbare Folgen eintreten.
Surface scheint aber genau darauf abzuzielen. Die Serie will eine globale Bedrohung eskalieren lassen und sowas bekommt man höchst selten zu sehen. Ich bin mir sicher, dass bis zum Ende der Staffel die Weltöffentlichkeit von der neuen Spezies erfahren hat. Man überlege sich nur mal welches Potential dann in der weiteren Entwicklung gesteckt hätte. Das wäre so als hätte Mulder nach 1-2 Staffeln den Beweis für die Existenz der Aliens erbracht, mit dem Resultat, dass die Welt nun mit dieser neuen Erkenntnis und seinen Konsequenzen umgehen muss. Diesen Mut die fiktive Welt durch ein großes Ereignis von ihrem Realitätsalltag zu entfernen, hat doch kaum eine Serie. Das macht für mich den großen Reiz von Surface aus. Auch wenn die Folgen in sich selbst manchmal keine unmittelbaren Wandlungen bringen, beinhalten sie doch immer wieder starke Vorzeichen auf die Zukunft: die Stürme, die Klimaveränderungen, das Verschwinden von Fischbeständen, die Eier an den Stränden, die Bevölkerungsexplosion der Kreaturen, das erstaunliche Wachstum dieser Pflanze usw.
"And in that moment, I swear we were infinite."


