- Mo 21. Jan 2008, 22:55
#441083
Hallo!
Ab und zu lese ich hier im Forum mit. Besonders die Meinungen zu SPN haben mich interessiert. Ein wenig verwirren mich diese aber auch … okay, ich bin auch jemand der Lost nicht mehr abkann, die zweite Staffel Heroes als reine Zeitverschwendung ansieht und nicht gerade von SCC begeistert ist und lieber mit Dexter rumhängt, oder Painkiller Jane besser findet als Bionic Woman. Also ja, meine subjektiven Eindrücke unterscheiden sich oft sehr von den Meinungen anderer.
Wenn man eine reine Haudrauf-Action-Serie mit viel Grusel sehen will, dann ist man bei SPN an der falschen Adresse. Klar kann diese 40 min Serie nicht mit Edel-Horror Schinken mithalten und mich ekelt vieles mehr *Fingernagel ausreiss Trauma* Vielleicht liegt es auch an der deutschen Synchro und vieles geht verloren, oder die Zuschauer achten nicht auf das, was SPN besonders in der zweiten Staffel ausmachen wird. Es ist eine der emotionalsten Serien, auf die ich mich je eingelassen habe und ich gebe zu, dass ich mich manchmal fast schäme, wie sehr mir manches nahe geht.
Ich bin an der Serie durch Zufall hängen geblieben, dachte sie hat keinen Tiefgang, die Charaktere sind zu flach etc. Dann kam Skin und zum ersten Mal sah ich da etwas wirklich Interessantes. Tatsächlich kann man nämlich oft feststellen, dass die zwei Brüder nicht irgendetwas Böses jagen, sondern es wird ein Zusammenhang hergestellt zwischen ihren eigenen Wunden und den Skeletten im eigenen Familien-Keller. Um Henry Jenkins zu zitieren „In Supernatural, the monsters are, in effect, emotional scars and psychic wounds.“ Oft sehr geschickt, fast unauffällig werden die Charaktere näher beleuchtet.
Ich liebe zum Beispiel Asylum. Mich hat an der Folge nichts gegruselt oder besonders überrascht (kann die Serie oft auch nicht leisten, weil vieles einfach auf bereits Bekanntem basiert, oder sich die Zuschauer einfach nicht mehr mit irgendwelchen Wendungen überraschen lassen – Lost *schnarch*), aber ich war wirklich schockiert, dass Sam seinen eigenen Bruder einfach so „erschossen“ hat und Dean, Mr. No-Chick-Flick-Moments, nicht darüber reden wollte. Das da wirklich ein Konflikt gärt. Und Scarecrow baute den Konflikt aus. Später wird man noch erfahren, warum sich z.B. Dean oft so seltsam benimmt und der „gute Sohn“ ist, dass seine Sprüche und sein cooles Getue oft genug eine Maske und ein Verteidigungsmechanismus sind (die Telefon-Szene in Home fand ich genial, denn da sah man den vierjährigen, verängstigten Jungen). Vieles scheint die Synchro wirklich zu zerstören, was das Emotionale angeht, die Atmo sozusagen. Oder der Humor (daytime TV = JA Witz), sowie geniale Sätze wie „That fabric softener teddy bear, oh, I'm gonna hunt that little bitch down” verlieren sich.
Faith hat mich damals auch beeindruckt. Mich hat dabei sehr irritiert, dass John nicht aufgetaucht ist, obwohl ein Sohn so gut wie tot ist. Hat mir auch viel über ihn gesagt. Die Stimmung ist herrlich, Blue Öyster Cult ist zu hören, Julie Benz ist wunderbar mit ihrer zarten Stimme. Das Thema Glauben wurde sehr schön unaufdringlich am Ende berührt. Ich sollte solche Folgen nicht angucken, denn ich hatte am Schluß Tränen in den Augen, weil ich ja weiß wie es weitergeht. Ja, ich heule sogar bei SPN Weihnachtsfolgen und steh dazu. *g*
An SPN fasziniert mich die Familiengeschichte, die Opferbereitschaft und Liebe - “Manly Pain” und Dean, weil ich gerne mit ihm leide. Eindeutig eine Frauenserie und mein Geschmack LOL Jetzt muss ich nur noch hoffen, dass sich Staffel drei wieder erholt.