von Stefan
#1004542
Na ja, dann nenn ich dir einfach ein Beispiel von mir.. ich hatte in der Oberstufe eine Französisch-Prof, die mich nicht mochte.. ich weiß nicht warum, aber sie hatte mich von anfang an am kicker.

Ich hab jedes Jahr in der Oberstufe in allen Fächern nur 1 und 2 gehabt.. aber in Französisch stand ich immer zwischen 4 und 5 (bei uns gibts ja keine 6) und eher immer näher an der 5 ;) Ich lernte mir den Arsch ab aber ich konnte es ihr nie recht machen. Die 6te Oberstufe bestand ich nur, weil es bei uns in Österreich eine "Klausel" gibt, die man einmal in 4 Jahren bekommt und damit ne 5 im Zeugnis "ausgleichen" kann und wenn man sonst nur eher gute Noten hat ;) In der 7ten hät die Klausel auch wieder gebraucht und bekommen, wenn ich sie nicht schon im Jahr zuvor benutzt hätte.. ergo ich hatte fast überall nur 1 und 2 .. außer der 5 in Französisch. Noch dazu starb in dem Jahr meine Mutter und schaffte es trotzdem, sonst nirgends durchzufallen.. na ja, auf jeden Fall gab sie mir auch da ne 5 und ich musste die Klasse wiederholen.

Wir haben in Österreich auch so genannte "Jahresprüfungen".. am Anfang des neuen Schuljahres mit der Chance, die 5 noch auzubessern. Am Ende der 6ten lies sie mich durchfallen, da ich zu viele Fehler machte - die ich mir zwar größtenteils selbst sofort wieder ausbesserte (natürlich bevor sie was sagen konnte) aber sie meinte sie kann nur zählen, was ich zuerst sage. Als ich dann im 7ten Jahr dran war, hab ich dann natürlich extra versucht jede Antwort zuerst 5mal im Kopf durchzugehen, bevor ich aus nervösität wieder zuerst was falsches sage.. das Ergebnis? Meine Antworten waren zwar richtig aber sie dauerten ihr zu lang.. durchgefallen :)

Dann konnte ich wegen der dummen Kuh das ganze Jahr wiederholen - bekam aber Gott sie dank eine andere Franz-Prof .. bei der ich in der 7ten nur 3er schrieb und meine Matura-Klasse sogar mit ner 2 im Zeugnis abgeschlossen hab :)

Und was hät ich gegen diese Frau tun können? Gar nichts.. ganz einfach :)
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von rosebowl
#1004543
Ich hab meine 1 auch gekriegt - aber wahrscheinlich nur, weil ich mich einige Jahre vorher schonmal über den beschwert hatte und er wußte, dass ich mir eine 2 nicht gefallen lassen würde...

Das war sogar ein Musiklehrer - aber das Problem gerade bei Musik und Kunst ist ja oft, dass die Lehrer da "verkannte Genies" sind... Ich habe z.B. auch einen Lehrer in der Verwandtschaft, der Kunst unterrichtet, aber eigentlich seinen Lebensunterhalt als Maler verdienen wollte... Viele von denen kommen nicht damit klar, ihre künstlerischen Ambitionen begraben zu müssen und "nur" zu unterrichten. Dieser besagte Musiklehrer, mit dem ich Probleme hatte, hatte z.B. jeden Tag spätestens nach der großen Pause eine Fahne :roll:
Wenn man sowas auf Schüler losläßt, sind Probleme natürlich vorprogrammiert...

Fachfremde Lehrer hatten wir eigentlich nicht... Sowas ist natürlich auch total bescheuert, da ist ja auch von Anfang an absehbar, dass es Probleme geben wird...

Allerdings gibt es auch richtig gute Lehrer. Also ich hatte auch einige wirklich kompetente und engagierte Leute, bei denen ich mich jedes Jahr gefreut habe, wenn die auf meinem Stundenplan standen... Aber leider ist es ja meistens so - die schlechten Eindrücke bleiben eher hängen...

@Cristóbal: 100% Zustimmung!
von Commi
#1004553
Cristóbal hat geschrieben:
CommanderNOH hat geschrieben: Aber ganz ehrlich: wenn mich ein Schüler dumm anredet, diskutier ich auch nicht mehr. Da bleib ich stur. Schüler kommen ja auch gerne mit sinnlosen Vergleichen wie "XY hat aber auch ne 3, dann will ich auch ne 3".
Der Ton macht halt die Musik.
Und ich bleibe dabei. Das – und v.a. dann Fantasienoten in ein Büchlein einzutragen – finde ich nicht besonders souverän. Schüler sind in der absoluten Regel Kinder oder Heranwachsende, Menschen also, von denen man nicht immer erwarten kann, dass sie sich so vernünftig und überlegt wie Erwachsene verhalten. Zudem geht es für sie um etwas. Es betrifft sie persönlich und mitunter geht es auch um die berufliche Zukunft.
Von einem studierten Erwachsenen darf man in dem Fall wohl erwarten, dass er zunächst kompetenter darauf reagiert, als ein rechthaberisches, trotziges Kind.
Gut, dann nenn ich dir mal ein Beispiel, damit du nicht einfach wieder blind meine Arbeit beurteilst - aber vielleicht hab ich mich auch vorhin zu unpräzise ausgedrückt.

Zu mir sagte ein Schüler: "Wenn Sie mir keine 4 geben, bleib ich sitzen." Mit deinem Post unterstellst du mir, dass ich sofort auf stur geschaltet hätte. Hab ich natürlich nicht. Ich fragte zwei Dinge. Erstens: "In welchen Fächern klemmts noch?" Zweitens: "Warum meinst, dass du mit 5,5,4 in schriftlichen Arbeiten eine 4 verdient hast?"
Wenn du jetzt immer noch glaubst, das sei unsouverän - gut, dann soll es so sein. Der Schüler hat übrigens seine 4 bekommen.

Und zu den Fantasienoten: ich hab nicht geschrieben, dass ich sowas mache. Ich hab geschrieben, dass ich sowas evtl. machen würde, wenn die Zeugniskonferenz meine Note beschlossen hat und trotzdem Eltern meinen, sie wüssten es besser und einen Anwalt einschalten. Aber vielleicht ist es ja auch total souverän von Eltern, Anwälte einzuschalten, da bin ich überfragt.

Es werden in Zeugniskonferenzen, zumindest in meiner Schule, alle Noten offengelegt, besonders in den Härtefällen wird diskutiert. Ich musste als Neuling auch begründen, warum ich besagtem Schüler nun eine 4 gebe, aber ich hatte Argumente. Klar - wenn er nicht gekommen wär, hätte er ´ne 5 gekriegt, die ich auch hätte begründen können. Aber er fragte bzw. argumentiert dann selbst ziemlich vernünftig.

Es ist immer irgendwie störend, wenn Leute von Schule reden und Lehrern Willkür unterstellen oder dass sie ihre Machtpositionen ausnutzen oder sonstwas. (Wie gesasgt: schwarze Schafe gibt es überall.) Aber jeder meint, über Schule und Lehrer urteilen zu können, weil er mal zur Schule gegangen ist.

Bei ihrer Pauschalkritik vergessen die meisten Menschen, dass zum Lehrer-Beruf viel mehr gehört, als nur 45 Minuten vor der Klasse zu stehen und am Ende mal ´ne Note zu verteilen. Viele nehmen den Job halt einfach nicht ernst genug.

Man kann nicht Lehrern generell den Schwarzen Peter zuschieben, wenns bei einem selbst oder bei seinen Kindern in irgendwelchen Fächern nicht läuft.
von Stefan
#1004559
Danke fürs ignorieren :D
von Commi
#1004561
Stefan hat geschrieben:Danke fürs ignorieren :D
Bitte, gerngeschehen.
Mal davon abgesehen, dass du mir die Story schonmal erzählt hast, wollte ich dir per PN antworten. Ich wusste nicht, dass du so ungeduldig bist.
von Cristóbal
#1004568
Gut, dann nenn ich dir mal ein Beispiel, damit du nicht einfach wieder blind meine Arbeit beurteilst - aber vielleicht hab ich mich auch vorhin zu unpräzise ausgedrückt.
Zu mir sagte ein Schüler: "Wenn Sie mir keine 4 geben, bleib ich sitzen." Mit deinem Post unterstellst du mir, dass ich sofort auf stur geschaltet hätte. Hab ich natürlich nicht. Ich fragte zwei Dinge. Erstens: "In welchen Fächern klemmts noch?" Zweitens: "Warum meinst, dass du mit 5,5,4 in schriftlichen Arbeiten eine 4 verdient hast?"
Wenn du jetzt immer noch glaubst, das sei unsouverän - gut, dann soll es so sein. Der Schüler hat übrigens seine 4 bekommen.
Erstens musst du dich entscheiden, ob ich Pauschalkritik übe, oder dich speziell kritisiere. Für den Fall dass du von Letzterem ausgehst, sei gesagt, dass ich mich eben auf den Passus bezog, den ich oben auch selbst zitierte. Und wenngleich das alles schön fein im Konditional geschrieben ist und die Äußerungen bislang (womöglich) nur hypothetische Gedankenspiele darstellen, stehe ich zu meiner daran geübten Kritik. Man kann als Lehrer nicht erwarten, dass Schüler ihren Widerspruch immer rein sachlich anbringen und objektiv bleiben können sie es genauso wenig, wie das in seiner Eitelkeit gekränkte Lehrpersonal.
CommanderNOH hat geschrieben:Und zu den Fantasienoten: ich hab nicht geschrieben, dass ich sowas mache. Ich hab geschrieben, dass ich sowas evtl. machen würde, wenn die Zeugniskonferenz meine Note beschlossen hat und trotzdem Eltern meinen, sie wüssten es besser und einen Anwalt einschalten. Aber vielleicht ist es ja auch total souverän von Eltern, Anwälte einzuschalten, da bin ich überfragt.
Hypothese hin oder her. Sonderlich fair klingt das nunmal nicht.
Mal davon abgesehen, dass diese Note im Endeffekt mitnichten eine Begründung darstellen und der Lehrer in der Sache substantiiert darlegen können muss, wie er zu seiner Benotung gelangt, sind andere Rechtsbehelfe ungleich stumpfe Schwerter. Und man sieht es ja: Sobald ein Schüler zu einem entsprechenden Mittel greift, wird es ihm sodann negativ ausgelegt. Vermutlich unabhängig davon, ob er nun Recht bekam, oder nicht.
CommanderNOH hat geschrieben:Man kann nicht Lehrern generell den Schwarzen Peter zuschieben, wenns bei einem selbst oder bei seinen Kindern in irgendwelchen Fächern nicht läuft.
Das ist natürlich überhaupt nicht pauschalisiert :) .
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von phreeak
#1004570
Gibts in Deutschland kein Schulamt oder so, wo man sich dann beschweren kann? z.B wenn Arbeiten unfair benotet werden etc..
von Commi
#1004571
Cristóbal hat geschrieben: Man kann als Lehrer nicht erwarten, dass Schüler ihren Widerspruch immer rein sachlich anbringen und objektiv bleiben können sie es genauso wenig, wie das in seiner Eitelkeit gekränkte Lehrpersonal.
Natürlich kann man das nicht erwarten. Und es geht auch nicht darum, dass Lehrer in ihrer Eitelkeit gekränkt sind - das wär ja nun auch wieder ein Pauschalurteil, dass alle Lehrer stinkig sind, wenn man sie auf Fehler hinweist.

Natürlich muss man als Lehrer Verständnis haben, wenn Schüler emotional reagieren und unsachlich sind. Dann holt man sie, z.B. mit Fragen wieder runter. Wenn der Schüler dann begründen kann, warum er ne 4 verdient hat, redet man drüber. Aber wenn dann erneut ein Satz kommt wie "XY hat auch ne 3, ich will auch eine", dann reagiert man schonmal anders. Meine Kollegin hatte jetzt so einen Fall, wo ihr eine Schülerin eben dieses sagte, auf die Nachfrage, warum sie meint, eine 2 verdient zu haben. "Weil XY auch eine 2 hat." Darauf meine Kollegin: "Wenn du dich mit ihr vergleichst, muss ich bei ihr wohl auch nochmal prüfen, ob die 2 gerechtfertigt ist." Nee, sagte die Schülerin, das wolle sie ja auch nicht.

Als ich meinem Schüler die 4 gab, die er meinte, verdient zu haben, meinte eine Kollegin zu mir: "Pass auf, du hast bald andere auf der Matte stehen. Die wollen jetzt auch ne bessere Note."
Solche Zensurenkämpfe bringen doch nix. Ja, ich hab sie als Schüler selbst geführt. Aber ich steh grad auf der anderen Seite - die hier ja viele kaum bis gar nicht beurteilen können - und es ist nicht so einfach, da eine Balance zu finden.
Wenn ich auf jeden Satz, jede Bemerkung, jeden Zwischenruf reagiere, komm ich zu nix anderem mehr.
Und Notendiskussionen geht man eben aus dem Weg, wenn man vorher mit jedem Schüler detailliert seine Note bespricht.
CommanderNOH hat geschrieben:Man kann nicht Lehrern generell den Schwarzen Peter zuschieben, wenns bei einem selbst oder bei seinen Kindern in irgendwelchen Fächern nicht läuft.
Das ist natürlich überhaupt nicht pauschalisiert :) .[/quote]

Find ich nicht. Aber du darfst es mir unsouveränem Lehrkörper gerne erklären.
von Cristóbal
#1004572
Also gegen Klassenarbeiten kann man jedenfalls keinen förmlichen Rechtsbehelf (Widerspruch;Klage) einlegen, da sie keine Verwaltungsakte darstellen; möglich ist aber eine (formlose) Beschwerde beim Schulleiter. Zeugnisse sind hingegen VAe, also kann man gegen sie Widerspruch einlegen und notfalls klagen (deswegen steht ja auch unter jedem Zeugnis eine entsprechende Belehrung).
Find ich nicht. Aber du darfst es mir unsouveränem Lehrkörper gerne erklären.
Soviel zum Thema Kritikkompetenz ;-). Aber damit stehen Lehrer auch bestimmt nicht alleine da.
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von friendssa
#1004579
Damit machste deine Lehrer nur noch bockiger. Ich hoffe, du musst nicht länger auf diese Schule gehen. :)

Viel Glück!
Danke :)
Nein, ich werde nicht weiterhin auf die Schule gehen, denn dann weiß ich jetzt schon, wie mein Zeugnis nächstes Jahr aussehen würde.
Damit müsste sich Stefans frage auch von selbst beantwortet haben.

Ich persönlich weiß, dass ich bei weitem kein Unschuldslamm bin, aber Lehrer müssen trotzdem objektiv bewerten und wenn sie mit Schülern nicht zurecht kommen, die ihnen die Meinung ins Gesicht sagen, ist das nicht mein Problem (oder doch, irgendwie schon :lol: )

Zum Thema Somi-Noten. Wenn man von einem Lehrer trotz Meldung nicht dran genommen wird und die Lieblingsschüler immer bevorteilt werden, sehe ich da schon großes Problem. Leider ist dieses Problem nicht lösbar, da wie jemand schon sagte, Lehrer auch nur Menschen sind und eine Kontrollfunktion gibt es auch nicht.

Bei uns an der Schule herrscht zudem das Problem, dass die Lehrer extrem zusammen halten. Man darf denen nichts erzählen, denn in der nächsten Pause wird man schon von einem anderen darauf angesprochen. Bei Beschwerden wird alles klein geredet und als Schüler ist man halt wirklich machtlos.

@phreeak: Sitzen in den ganzen Ämtern eh nicht nur Lehrer? Das zeigt ja schon wieder, wie hoch die Chancen eines Schülers sind :roll:
von Commi
#1004581
Cristóbal hat geschrieben:
Find ich nicht. Aber du darfst es mir unsouveränem Lehrkörper gerne erklären.
Soviel zum Thema Kritikkompetenz ;-). Aber damit stehen Lehrer auch bestimmt nicht alleine da.
Ich weiß nicht, obs dir aufgefallen ist - aber ich bin hier nicht in meiner Eigenschaft als Lehrer. Darüberhinaus glaub ich, dass auch Juristen nicht immer sehr kritikfähig sind. :)

Wenn du mir erklären möchtest, was genau du meintest - kannst du es gerne tun. Ich bin nun echt der Letzte, der für Argumente nicht zugänglich ist. Und du kennst mich schon ein bißchen, du solltest das eigentlich wissen.
friendssa hat geschrieben:
@phreeak: Sitzen in den ganzen Ämtern eh nicht nur Lehrer? Das zeigt ja schon wieder, wie hoch die Chancen eines Schülers sind :roll:
Nein, da sitzen nicht nur Lehrer oder ehemalige Lehrer. Was generell schlimm genug ist.

Wenn Schüler Probleme haben mit ihrem Lehrer, mit Noten, etc. sollten sie aber eher nicht sofort zum zuständigen Amt laufen oder direkt einen Anwalt einschalten. Bei den meisten Lehrern ist es wie bei den meisten Menschen: wenn man vernünftig auf sie zugeht, kriegt man auch eine vernünftige Antwort. So sollte es zumindest sein.
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von friendssa
#1004586
Wenn Schüler Probleme haben mit ihrem Lehrer, mit Noten, etc. sollten sie aber eher nicht sofort zum zuständigen Amt laufen oder direkt einen Anwalt einschalten. Bei den meisten Lehrern ist es wie bei den meisten Menschen: wenn man vernünftig auf sie zugeht, kriegt man auch eine vernünftige Antwort. So sollte es zumindest sein.
Also ich habe mit den Lehrern gesprochen und mir wurden in den betroffenden Fächern jeweils ein 4 zugesagt und wenn man dann plötzlich sein Zegnis im Briefkasten liegen hat und sieht wie einem gerade das Fachabi versaut wurde, sehe keine andere Chance als mir Hilfe zunehmen.

EDIT:
Nein, da sitzen nicht nur Lehrer oder ehemalige Lehrer. Was generell schlimm genug ist.
Warum findest du das schlimm? Ich findes es gut, dass wenigstens dann dort die Lehrer beobachtet und kontrolliert werden.
von Cristóbal
#1004593
CommanderNOH hat geschrieben:
Cristóbal hat geschrieben:
Find ich nicht. Aber du darfst es mir unsouveränem Lehrkörper gerne erklären.
Soviel zum Thema Kritikkompetenz ;-). Aber damit stehen Lehrer auch bestimmt nicht alleine da.
Ich weiß nicht, obs dir aufgefallen ist - aber ich bin hier nicht in meiner Eigenschaft als Lehrer. Darüberhinaus glaub ich, dass auch Juristen nicht immer sehr kritikfähig sind. :)
Das sollte übrigens mein zweiter Satz zum Ausdruck bringen.
Und den Widerspruch markiere ich dir, bevor ich mir 'nen Ast schreibe. Ich mein, wie soll ich jetzt noch irgendetwas schreiben, wenn ich mich nicht darauf beziehen kann/darf? Außerdem ist es nicht direkt persönlich gemeint, wenngleich ich ein stückweit nachvollziehen kann, wenn es bei dir so ankommt (wie ich dir inzwischen auch per PN schrieb). Ich finde die von genannte Vorgehensweise (ohne dir damit unterstellen zu wollen, dass du so vorgehst) halt fragwürdig.
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von vicaddict
#1004595
Sorry Commi, aber niemand hier verurteilt pauschal alle Lehrer. Allerdings musst du wohl jedem hier zubilligen, dass ers in 12, 13 Jahren Schule genügend Zeit hatte, um sich von den Lehrern an der jeweiligen Schule ein Bild zu machen und soweit ich das sehe, verurteilt hier auch niemand alle Lehrer, die ihn jemals unterrichtet haben, sondern jeder hier nennt maximal ein bis zwei Beispiele von schlechten Lehrern. Dumm ist eben nur, dass du als Schüler bei solchen Lehrern mit reden nicht weit kommst.

Ich hatte einen Lehrer, mit dem man privat ganz gut konnte und der auch auf Klassenfahrt ganz gut drauf war, allerdings hatte ich auch zwei Jahre lang bei ihm Mathe und musste feststellen, dass er den Unterricht für die drei, vier Schüler gestaltete, die wirklich Talent dafür hatten, während der Rest auf 4, 5 stand, weil sie nicht mitkamen.

Es gibt aber eben Lehrer, die schon morgens halb acht gefrustet zur ersten Stunde erscheinen und meinen ihr verkorkstes Lebem am Schüler auslassen zu können und gegen solche Leute kommst du eben nicht an. Natürlich sind das nicht die Mehrzahl der Lehrer, aber wenn es nur zwei, drei solcher Leute an jeder Schule gibt, dann versauen diese Leute einigen hundert Schülern die Zeugnisse. Leider ist es dann eben nicht nur so, dass die Lehrer in der besseren Position sind, sondern sie eben zusätzlich Solidarität von den Kollegen erfahren, einfach deshalb, weil man es sich mit dem Kollegen nicht verscherzen will, oder weil man befürchtet, sonst der nächste zu sein, der sich füp ne Benotung rechtfertigen muss. Menschlich verständlich, für den Schüler aber absolut unzureichend.

Früher hätte man das vielleicht einfach noch so hingenommen, aber heutzutage ist es doch kein Wunder, wenn Eltern zum Anwalt gehen, wenn Leistung über alles geht.

Es gibt eben in unserem System Schule absolut kein Kontrollorgan. Es fängt damit an, dass Parallelklassen bei verschiedenen Lehrern unterschiedliche Arbeiten schreiben und daher unterschiedliche Noten haben. Ich hatte in den ersten zwei Jahren Französischunterricht eine Lehrerin, die absolut keine Ahnung hatte und bei der bis auf zwei, drei Leute alle auf 4, 5 standen. Im Jahr darauf ein Lehrer der null Durchsetzungsvermögen hatte und der zwischenzeitlich heuelnd zum Direx rannte, weil die Klasse nicht parierte. Im vierten und letzten Jahr französisch wurden wir dann mit der Parallelklasse zusammengelegt, bekamen deren Lehrer und sahen überhaupt kein Land mehr, weil die in den drei Jahren zuvor tatsächlich etwas gelernt haben. Wenn du dann obendrein auch noch mit einer Klassenarbeit unzufrieden bist, wo meldest du dich denn da? Beim betroffenen Lehrer? Der hört sich im Zweifelsfalls deine Argumente ab, aber wenn er ein Depp ist, kanzelt er dich ab und schwärzt dich bei den Kollegen auch noch an.

Es ist doch kein Zufall, dass vor ein, zwei Jahren die Lehrer gegen dieses Schüler-bewerten-Lehrer-online System geklagt und verloren haben. Wer ein guter Lehrer ist, hat nichts zu befürchten, wer aber seinen Job als Lehrer nur dazu nutzt, um seinen Frust an anderen abzulassen, der wird dort zurecht an den Pranger gestellt. Als Schüler hast du kaum ein anderes Mittel, um besagten Lehrern mal deutlich zu machen, was eine Beurteilung ausmachen kann.
von Commi
#1004617
Cristóbal hat geschrieben:
CommanderNOH hat geschrieben:
Cristóbal hat geschrieben:
Find ich nicht. Aber du darfst es mir unsouveränem Lehrkörper gerne erklären.
Soviel zum Thema Kritikkompetenz ;-). Aber damit stehen Lehrer auch bestimmt nicht alleine da.
Ich weiß nicht, obs dir aufgefallen ist - aber ich bin hier nicht in meiner Eigenschaft als Lehrer. Darüberhinaus glaub ich, dass auch Juristen nicht immer sehr kritikfähig sind. :)
Das sollte übrigens mein zweiter Satz zum Ausdruck bringen.
Und den Widerspruch markiere ich dir, bevor ich mir 'nen Ast schreibe. Ich mein, wie soll ich jetzt noch irgendetwas schreiben, wenn ich mich nicht darauf beziehen kann/darf?
Ich sehe das nicht als Widerspruch. Schließlich hast du das, was ich schrieb, "unsouverän" genannt, was ich mich auf bezog und ironisch nochmal darlegen wollte. Kann sein, dass das falsch war. Belassen wir´s dabei. Ich bin müde.
friendssa hat geschrieben: EDIT:
Nein, da sitzen nicht nur Lehrer oder ehemalige Lehrer. Was generell schlimm genug ist.
Warum findest du das schlimm? Ich findes es gut, dass wenigstens dann dort die Lehrer beobachtet und kontrolliert werden.
Erstens werden dort keine Lehrer beobachtet und kontrolliert. Zweitens ist es doof, dass da nicht nur (ausgebildete) Lehrer sitzen, weil die wenigstens Ahnung vom Schulalltag hätten. In den Ministerien etc. sitzen aber fast nur Theoretiker, die keine Ahnung vom Schulalltag haben.
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von JackieZ
#1004669
vicaddict hat geschrieben:Es gibt eben in unserem System Schule absolut kein Kontrollorgan. Es fängt damit an, dass Parallelklassen bei verschiedenen Lehrern unterschiedliche Arbeiten schreiben und daher unterschiedliche Noten haben.
Dafür werden Vergleichsarbeiten geschrieben. Ich meine, mindestens eine pro Schuljahr. Da bekommen alle Klassen die gleiche Arbeit und man hat einen recht guten Vergleich.

Ich muss sagen, ich sehe es ähnlich wie Commi. Der Lehrer kann grundsätzlich nicht dafür zur Rechenschaft gezogen werden, wenn der Schüler nicht bereit dazu ist, seine schulischen Leistungen zu bringen. Wenn Eltern trotzdem irgendwann gegen Noten erfolgreich klagen können, verschiebt das doch erst recht die Leistungs-Verhältnisse. Dann bekommen im schlimmsten Fall irgendwann Kinder mit reichen Eltern bessere Noten, weil die sich einen Anwalt leisten können, der jede Note einklagt, mit der die Eltern nicht zufrieden sind.

Bezüglich des schlimmen Schulsystems: ich kenne es nur von meinem Vater. Der ist Lehrer am Gym und bei ihm sitzt im Halbjahr mindestens einmal der Direx im Unterricht und macht sich Notizen. Die schon erwähnten Vergleichsarbeiten werden ebenfalls regelmäßig geschrieben. Ich denke nicht, dass schwarze Schafe da lange unterrichten können, ohne entdeckt zu werden. Es gibt diese Kontroll-Möglichkeiten also. Wenn sie allerdings nicht angewendet werden (aus welchen Gründen auch immer), kann das System dafür nichts :?:
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von TorianKel77
#1004672
JackieZ hat geschrieben:Bezüglich des schlimmen Schulsystems: ich kenne es nur von meinem Vater. Der ist Lehrer am Gym und bei ihm sitzt im Halbjahr mindestens einmal der Direx im Unterricht und macht sich Notizen.
Bei uns saß auch manchmal son Prüfer drin, aber da waren die Lehrer dann manchmal wie ausgewechselt. Bestes Beispiel unser Englischlehrer, der jede Stunde eigentlich pausenlos seine Anekdoten vortrug oder über Politik laberte und nur widerwillig nach Lehrplan vorging, aber als son Typ drin saß schön nach Vorschrift und ausnahmsweise komplett in Englisch unterrichtete :lol: .
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von rosebowl
#1004676
JackieZ hat geschrieben:Dafür werden Vergleichsarbeiten geschrieben. Ich meine, mindestens eine pro Schuljahr. Da bekommen alle Klassen die gleiche Arbeit und man hat einen recht guten Vergleich.

Bezüglich des schlimmen Schulsystems: ich kenne es nur von meinem Vater. Der ist Lehrer am Gym und bei ihm sitzt im Halbjahr mindestens einmal der Direx im Unterricht und macht sich Notizen.
Klingt sinnvoll - bei uns gab es allerdings beides nicht...
Vergleichsarbeiten wurden nie geschrieben, und Lehrer, die mit im Unterricht sitzen, gab es bei uns nur, wenn wir mal einen Referendar hatten...
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von vicaddict
#1004677
Vergleichsarbeiten gab es bei uns nicht und im Unterricht saß nur ein einziges mal jemand vom Ministerium, aber das aus ganz anderen Gründen.

Abgesehen davon, was ist denn das für ne Aussage? "Der Lehrer kann nichts dafür, wenn der Schüler die Leistung nicht bringt." Natürlich stimmt das, aber das macht es doch nicht besser, wenn bestimmte Lehrer bestimmte Schüler aus bestimmten Gründen schlechter bewerten, weil es ihnen so in den Kram passt und nicht weil die Leistung nicht stimmt. Die ganze Diskussion dreht sich doch darum und nicht, ob ein Schüler, der nix macht, Radau macht.
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von JackieZ
#1004712
vicaddict hat geschrieben:Abgesehen davon, was ist denn das für ne Aussage? "Der Lehrer kann nichts dafür, wenn der Schüler die Leistung nicht bringt." Natürlich stimmt das, aber das macht es doch nicht besser, wenn bestimmte Lehrer bestimmte Schüler aus bestimmten Gründen schlechter bewerten, weil es ihnen so in den Kram passt und nicht weil die Leistung nicht stimmt. Die ganze Diskussion dreht sich doch darum und nicht, ob ein Schüler, der nix macht, Radau macht.
Das ist oft Auslegungssache. Ich bestreite nicht, dass einige Schüler wahrscheinlich ungerecht behandelt werden, aber ich behaupte auch, dass der Großteil einfach gerne mit dem Lehrer herumdiskutiert, um eine bessere Note rauszuschlagen, die man evtl. garnicht verdient hat. Und wenn ein Schüler damit Erfolg hat, versuchen es die anderen irgendwann auch. Dabei fallen natürlich diejenigen, die wirklich ungerecht behandelt wurden, hinten runter.

Ich selbst wurde zur Schulzeit von manchen Lehrern auch ungerecht behandelt (meiner Auffassung nach), aber keinem von denen würde ich dabei Absicht unterstellen. Leider ist es bei manchen Lehrern so, dass der erste Eindruck von einem Schüler im Gedächtnis bleibt. Viele Lehrer sagen sich dann "das ist ein 2er Schüler" oder "das ist ein 4er Schüler" und benoten genau nach diesem Schema weiter, obwohl der/diejenige sich vielleicht im Laufe der Zeit verbessert oder verschlechtert. Anscheinend fällt es den meisten Lehrern schwer, von einer gebildeten Meinung eines Schülers abzurücken. Ich denke dass die meisten Fälle, in denen Lehrer Schüler ungerecht benoten, auf diese falsch gebildete Meinung zurückzuführen sind. Dass ein Lehrer einen Schüler wirklich böswillig schlecht benotet, dürfte nur in den seltensten Fällen vorkommen.
Diesem Phänomen könnte man übrigens entgegenwirken, indem ein Lehrer eine Klasse maximal 2 Jahre (oder nur 1 Jahr) hintereinander unterrichten darf.

Also ich (als Nicht-Lehrer) wehre mich gegen die Aussage, dass Lehrer reihenweise Schüler falsch bewerten, weil es ihnen "in den Kram passt". Das dürfte (vor allem am Gymnasium) selten bis garnicht vorkommen.
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von lostie
#1004721
Zum Thema Vergleichsarbeiten: Die meisten Auszüge, die ich bis jetzt aus solchen Arbeiten gesehen habe, waren für die Tonne. Von daher wage ich mal zu bezweifeln, dass man anhand der Ergebnisse von Vergleichsarbeiten wirklich auf die Qualität des Unterrichts oder die Leistungen von Schülern schließen kann.


Heute gehts endlich ins Kino, um den letzten Harry Potter zu gucken! :D
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von vicaddict
#1004739
JackieZ hat geschrieben: Also ich (als Nicht-Lehrer) wehre mich gegen die Aussage, dass Lehrer reihenweise Schüler falsch bewerten, weil es ihnen "in den Kram passt". Das dürfte (vor allem am Gymnasium) selten bis garnicht vorkommen.
Sorry, aber das hat auch niemand behauptet. Tut mir leid, aber dein gesamter Post geht komplett am Thema vorbei und ignoriert völlig die Tatsache, dass jeder hier nur von einzelnen Lehrern spricht. Inbesondere wird es dann kurios, wenn du selbst auch noch bestätigst, dass es Einzelfälle gibt, aber die mehr oder weniger einfach Pech gehabt haben, weil es wichtiger ist, dass der Lehrer vor allen anderen Schülern unantastbar wirkt. Genau darum geht es. Es spielt keine Rolle, ob ein Lehrer es aus Böswilligkeit tut, oder weil er eine falsche Wahrhnehmung hat. Als Schüler bist du der Willkür der Lehrer ausgeliefert und es ist eben deine Zukunft die von den Noten abhängt und nicht die des Lehrers. Insofern ist es völlig legitim wenn Schüler/Eltern das Gespräch suchen, oder notfalls den Anwalt einschalten. Das beste Beispiel dafür sind im Deutschunterricht Interpretationsaufsätze. Da geht es, meiner Erfahrung nach, nicht darum, was man selbst hineininterpretiert, sondern darum das zu schreiben, was der Lehrer gern hören möchte. Hast du ne abweichende Meinung, setzt es nen Punktabzug. Auch das mag nicht auf alle Lehrer zutreffen, aber doch auf sehr viele. Mag auch daran liegen, dass es nicht wie bei Mathe ein klares Endergebnis, oder einen bestimmten Lösungsansatz gibt, aber es ändert am Problem nichts.

Die Mehrheit der Lehrer hat niemand beschimpft. Allerdings steht meine Aussage noch immer, dass das System einfach krankt. Wenn Lehrer X eine Arbeit mit 2 bewertet, Lehrer Y die gleiche Arbeit mit 4, dann ist das nicht in Ordnung.

Es wäre wahrscheinlich deutlich neutraler und sachlicher, wenn man es wie beim Abitur handhaben würde. Es steht kein Name auf der Arbeit, die Arbeiten werden von mehreren Lehrern korrigiert und am Ende wird der Mittelwert genommen. Das ist natürlich viel zu viel Arbeitsaufwand für das jetzige System, aber tragbar ist das jetzige eben überhaupt nicht.
von Commi
#1004741
Wir könnten ja mal zur Abwechslung über Lehrer sprechen, die uns positiv beeinflusst und beeindruckt haben. Denn die hat ja nun auch jeder mal erlebt - und nicht nur die schlechten Lehrer.
Ist ja auch schließlich hier der "Was freut euch"-Thread. :)
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von rosebowl
#1004742
Man muß das einfach positiv sehen - als Vorbereitung auf den "Ernst des Lebens" :P
Das Gleiche passiert einem nämlich auch im Studium... Wenn ich an meine Examensnoten denke :roll: Vor allem im 2. Staatsexamen war es heftig - da wurde eine Klausur von einem Korrektor mit 3 Punkten (=durchgefallen) bewertet, vom anderen mit 8 (=ziemlich gut)... Bei einer zweiten hatte ich dann 6 und 10 Punkte... :P Und ähnliche Unterschiede hatten viele meiner Mitstudenten in den Bewertungen...

Und da kommt es auch auf die beruflichen Chancen für den Rest des Lebens an... Hätten sich die positiveren Bewertungen durchgesetzt, hätte ich eventuell Chancen auf meinen Traumjob gehabt...

Auch da kommt es nämlich entgegen allem, was einem von den Profs während des Studiums gesagt wird, darauf an, das zu schreiben, was derjenige, der korrigiert, lesen will... Auch viele Profs sind so drauf - "ich hab das sagen, und gegen mich kommst du eh nicht an..." :P

Was ich zu Schulzeiten auch interessant fand war meine Geschichtsnote - bei einem Lehrer mit Mühe und Not eine 4, im nächsten Jahr bei einem anderen Lehrer eine glatte 1. Und da sag nochmal einer, es liegt am Schüler, nicht am Lehrer...
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