logan99 hat geschrieben:
Tangaträger hat geschrieben:
Hoert sich so an, als haettest du das Drehbuch gelesen, vielleicht den Film schon gesehen. Wie war's denn so?
Wenn man nur einen Auszug zitiert, vielleicht, aber da steht ja dann doch noch etwas mehr - was dir dann auch Aufschlüssse bzgl. deiner Frage geben sollte.
Umm, sorry, aber dazu scheine ich nicht in der Lage zu sein. Du hast ja nicht gerade sehr viel geschrieben und scheinst dich in deiner Meinung zu vertiefen, dass der neue Spider-Man auch das neue Twilight sein wird.
Okay denn, dann gebe ich dir mal meine Sichtweise auf das Reboot. Nur damit du mal siehst, dass es auch jemanden gibt, der genau das Gegenteil von dem sieht, was du hier prophezeihst.
Ob Mark Webb ein starker Regisseur ist, wird sich mit Spider-Man sehen lassen. Mit (500) Days of Summer hat er ein gutes Debut abgeliefert, allerdings nur weil das Drehbuch schon vorher extrem stark war. Der Pilot zu Lone Star wurde wohlwollend aufgenommen und gilt als einer der besten TV Pilots der letzten Jahre. Webb sieht definitiv etwas in den Drehbuechern, kann die Dramatik der Situation entziffern und bringt diese in den Film. Ob er ein Multi-Millionen-Dollar-Franchise stemmen kann... Das ist eine andere Frage, aber ich bin zuversichtlich.
Die Drehbuchautoren haben allesamt Erfahrungen im Genre und im Business. James Vanderbild schreibt gerne duester, weiss mit dem Plot etwas anzufangen; Alvin Sargent ist zwar ein alter Sack, hat jedoch schon an den letzten beiden Spider-Man-Filmen gearbeitet, weiss also was das Zielpublikum will; Steve Kloves hat an den Harry-Potter-Drehbuechern mitgearbeitet und offenbar gelernt, dass man ein Franchise mit jedem weiteren Film ins Duestere und Dramatischere weiterentwickeln kann.
Das produzierende Studio Sony weiss auch, was das Publikum sehen will, und plant sicherlich nicht, Peter mit Gwen anbandeln zu lassen, so dass die beiden am Ende des Films verlobt sind. Spider-Man ist Fantasy, Action, Mutantenschlacht, eine wilde CGI-Jagd. Das Zielpublikum besteht zum groessten Teil aus Comicfans, die - obwohl es ein Klischee ist - aus maennlichen Lesern besteht. Das war schon bei den ersten drei Filmen so, das wird sich hier nicht aendern. Und solltest du die Comics kennen, weisst du definitiv, was einem in Spider-Man erwarten wird. Ganz besonders nachdem der urspruengliche Comictitel als Filmtitel gewaehlt wurde (back to the roots, zu einer Zeit in der Spider-Man bei den Comiclesern nicht nur geschaetzt, sondern geliebt wurde - auch waehrend einer Zeit, in der die Stories in den Comics etwas duester und verdichtet wurde).
Jetzt weiss ich natuerlich nicht, wie viele weibliche Kinogaenger Fans von Andrew Garfield sind, oder wie viele "pubertierende Maedchen" seine Werke gesehen haben. The Social Network ist Mainstream und Garfield wurde zum Star - ist aber definitiv nicht als Ursprung fueer Garfield als Maedchenschwarm zu sehen, nur weil er handsome aussah. Man darf schon behaupten, dass "pubertierende Maedchen", die Garfield-Poster an ihrer Wand haben und bei jeder Red-Carpet-Premiere ein Schild mit "I want your child" tragen, die Minderheit in der Zielgruppe sein werden. Der Grossteil der Zuschauer wird sich aufteilen in: Spiderman-Fans (davon gibt es viele, wie bekannt), Actionfans (das maennliche Publikum), die obligatorischen Sommerblockbuster-Kinogaenger, die keine Probleme haben, Transformers fuer das zu moegen, was es ist (davon gibt es auch viele). Eine Minderheit des Publikums wird sich sicherlich fuer die Darsteller interessieren (Fans von Emma Stone und Andrew Garfield sicherlich; Leute, die Mark Webbs Arbeit schaetzen, nur um zu sehen, wie er ein Franchise in eine hoffentlich neue Trilogie traegt), eine weitere Minderheit (vermutlich noch kleiner als die erste Minderheit) wird vermutlich den Film gucken, um zu sehen, ob Peter und Gwen das Paar der Zukunft ist - was, und das ist auch schon so gut wie sicher, nicht das Hauptaugenmerk des Films sein wird, wie es im Twilight-Franchise der Fall ist. Dazu ist Spider-Man einfach das falsche Franchise, und alle Beteiligten wissen das.
Was ich davon mitnehme: Spider-Man wird dramatisch, actionreich, eine Mutantenschlacht (Stan Lee erzaehlte von einer Kampfszene in einer Bibliothek). Mark Webb wird sich sicherlich auf Charakterarbeit konzentrieren, und Sony wird die direkt Beteiligten groesstenteils in Ruhe lassen. Sie haben klargemacht, was sie im Film haben wollen, und die Autoren haben zugehoert. Will Sony mit ihrem neuen Spider-Man eine Teenieromanze? Sicherlich nicht. Hat Sony Interesse daran, ein Twilight-aehnliches Franchise aufzubauen? Nach den bisherigen Filmen zu urteilen, sicnerlich nicht.
So, und jetzt weiss ich absolut nicht, inwiefern du siehst, dass die Zielgruppe "doch recht aehnlich angesetzt" ist, und warum Garfield "mit seinem Aeusseren nun mal recht gut in die Rolle [passt], die ein Pattinson in Twilight ausfuehrte".
Gut, du sagtest
logan99 hat geschrieben:Anhand dessen, was ich bisher so alles über den Reboot gelesen bzw. gesehen (Bilder) habe, scheint mir die Zielgruppe doch recht ähnlich angsetzt zu sein.
Allerdings scheint es, dass du in diesem Fall nicht alle Informationen beisammen hattest, um eine fundiertere Meinung zu bilden. Nicht, dass es eine idiotische Meinung ist, halt nur lueckenhaft. Das fuehrte letztendlich zu deiner Sichtweise, dass das Reboot hinter zehn und dutzenden Ecken doch nur in Auftrag gegeben wurde, damit SOny auf dem Twilight-Zug aufspringt.