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von AlphaOrange
#1548229
Damit, dass deutsche Politiker nur noch für den eigenen Machterhalt arbeiten vielleicht nicht.
Aber die Tendenz, dass massive Verfehlungen, die einen früher den Kopf gekostet haben, nun von der eigenen Partei weggelächelt und unter den Tisch gekehrt werden (bei der einen mehr, bei der anderen weniger), ist auch hierzulande deutlich spürbar.
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von vicaddict
#1548239
Alter Schwede. Biden hat wohl bei seinem letzten Auftritt nicht einmal gewusst, wo er sich gerade befindet und versucht es dann als Witz abzutun. Wenn Trump am Ende doch gewinnt, kann sich niemand beschweren. Das ist ja nicht einmal Minimalaufwand, den die Democrats da betreiben bzw betreiben sie mehr Schadensbegrenzung als dass sie sich wirklich mit Themen beschäftigen. Beide Kandidaten versuchen verzweifelt, die eigenen Fehler auszubügeln, in der Hoffnung, dass man weniger schlecht aussieht als der Gegner.

Die South Park Folge Douche vs Turd Sandwich war wohl nie so passend wie aktuell.
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von vicaddict
#1548290
Ich glaube, ich kann mich hier offiziell zum US Experten ausrufen lassen. Einer meiner Tweets hat es in eine US Politsendung geschafft :D
von Sentinel2003
#1548306
auch, wenn mich jetzt @vica in der Luft "zerreissen" würde ;) , ich würde mich sehr freuen, wenn Biden gewinnt!
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von vicaddict
#1548308
Dafür zerreiße ich dich sicher nicht. Die Alternative ist halt Trump. Das ist halt ne Wahl zwischen Höcke und Westerwelle in besten Zeiten. Wobei das Westerwelle nicht mal gerecht wird. Da magst du dich doch nur verkriechen.

Die Progressives haben doch jetzt sogar ne offizielle Kampagne gestartet - Settle for Biden. Eine ganze Kampagne, die nur aus Memes besteht, um Leute "wie mich" dazu zu bringen, notgedrungen für Biden zu stimmen, anstatt daheim zu bleiben. Nina Turner, ehemalige Senatorin aus Ohio und Sanders' Wahlkampfmanagerin sagte neulich sogar, dass für Biden zu stimmen wie "eine Schüssel voll Schei*e zu essen" wäre.

Da ist ne Menge Überzeugungsarbeit nötig. :D
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von Neo
#1548323
vicaddict hat geschrieben: So 2. Aug 2020, 16:44 Ich glaube, ich kann mich hier offiziell zum US Experten ausrufen lassen. Einer meiner Tweets hat es in eine US Politsendung geschafft :D

Fanfare, Fanfare - So bringet ihm den blauen Haken.
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von vicaddict
#1548325
Dafür reicht es leider nicht. Nur weil die Tweets voller Qualität sind, habe ich nicht die Follower^^

Aber geschockt war ich schon als ich das gesehen habe und das Bizarre war, man gab mir sogar Recht. Es ging um eine mögliche Nachfolge in der GOP und meine Vermutung, Chris Christie könne ein Comeback gelingen. Auf jeden Fall aber erwartet man nach Trump und dem Desaster bei den Senatswahlen eine Schlammschlacht in der Partei. Da wird es um die Schuld gehen, aber auch um die Ausrichtung für die Zukunft.
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von vicaddict
#1548709
Und das machst du woran fest? Kamala Harris war doch unter den verbliebenen Kandidaten, neben Susan Rice, die mit dem schwersten Gepäck. Gerade für die BLM Bewegung ist das doch ein Schlag ins Gesicht. Eine schwarze Ex-Staatsanwältin, die Tausende wegen Weed ins Gefängnis gebracht hat, selbst aber im Interview darüber scherzt und Biden als Architekt der Crime Bill, die für die Militarisierung der Polizei verantwortlich ist.

Zudem hat sie einen grausamen Vorwahlkampf geführt und ist schon Wochen vor dem ersten Caucus ausgestiegen, weil sie nicht einmal in ihrem Heimatstaat punkten konnte. Dort lag sie selbst hinter einem Newcomer wie Andrew Yang. Sie zieht nicht bei Latinos, sie zieht nicht bei Schwarzen und sie zieht schon gar nicht bei den Jungen. Die entschieden sich alle für Sanders, Yang und Biden. Und da California ohne ein Blue-State ist, bringt sie noch nicht einmal da wichtige Stimmen mit.

Sie ist am Ende die bequemste Lösung. Mehr aber auch nicht.

Was genau also macht sie in deinen Augen zur richtigen Wahl?
von Familie Tschiep
#1548726
Sie ist schlagfertig, smart und erfahren. Sie kann das Präsidentenamt sofort ausfüllen. Es ist gut, dass sie nicht ganz so links ist, sie gibt weniger Angriffsfläche, schreckt abtrünnige Republikaner nicht ab. Im Wahlkampf wird sie Steilvorlagen aus der New Yorker Justizbehörde verwandeln, sie ist eine Law- and-order-Frau der Kontrast zu Trump.
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von vicaddict
#1548730
Harris ist alles andere als schlagfertig. Wenn sie nicht von ihrem Skript ablesen, oder vorbereitete Phrasen dreschen kann, schwimmt die ähnlich wie Biden.

Und dass sie abtrünnige Republikaner nicht abschreckt, stimmt so auch nicht. Zumal das größte Problem der Demokraten weniger sein dürfte, Republikaner anzuziehen als viel mehr die Progressives. Den kompletten Bernie-Flügel hat man seit den Vorwahlen komplett übergangen, ignoriert ihn und konzentriert sich nur auf die Wallstreet Connection, für die Harris ebenso steht wie Biden. Auf der Convention bietet man lieber dem Republikaner Kasich oder Bloomberg eine Plattform für eine Rede als AOC, die ganze 60 Sekunden bekommt.

Dr. Cornel West hat es gestern recht treffend beschrieben. Biden/Harris sind ein "slow moving disaster" und die Partei tut im Moment alles, aber auch wirklich alles, um die Jungen und Linken von der Wahlurne fern zu halten.

Nebenbei bemerkt gibt es jetzt auch erste Modelle, die einen Wahlausgang prognostizieren. In 72% der Fälle gewinnt Biden. Klingt gut. Das ist aber auch die exakt selbe Zahl, die Clinton vor 4 Jahren hatte.
von Familie Tschiep
#1548743
Harris hat den Kavanaugh ganz schön gegrillt.
Die Linken wollen wahrscheinlich noch weniger Trump, der ist nämlich wirklich rechts und eine Katastrophe. Sander hat dazu aufgerufen, Biden zu wählen. Sie bekommen noch etwas.
Sie brauchen paar Abtrünnige in der Mitte bei ein paar Swingstates, Harris traue ich es zu. US-Wahlen werden leider nicht in den Universitäten entschieden, sondern in den Wackelstaaten.
Mit Biden bin ich auch nicht glücklich, lieber ein schläfriger Biden als ein gefährlicher Trump.
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von vicaddict
#1548744
Was hat Kavanaugh damit zu ein? Da war sie vorbereitet und hatte ein Skript. In den Vorwahlen ist sie komplett rumgeeiert.

Und ja, die Jungen und Linken wollen Trump noch weniger. Richtig. Das heißt aber nicht, dass man sie an die Urne bekommt. Das sind dann die klassisch demotivierten Nichtwähler, die man mit nichts, aber auch mit gar nichts locken kann, was Biden anzubieten hat.

Wenn es Trump gelingt, bei den Debates Biden alt aussehen zu lassen, dann könnte sich das Blatt wenden. Die komplette Kampagne der Demokraten basiert einzig und allein auf den Fehlern von Trump. Die haben absolut nichts anzubieten. Sie sagen sogar selbst, sie machen das selbe, nur netter. Wenn es hier noch einen Skandal gibt, oder Trump etwas aus dem Ärmel zaubern kann, dann kann sich das auch schnell wieder wenden.

Aktuell tun die Demokraten alles dafür, dass Trump wiedergewählt wird. Einfach weil sie selbst absolut gar nichts anzubieten haben.
von Sentinel2003
#1548748
vicaddict hat geschrieben: Fr 14. Aug 2020, 06:34 Harris ist alles andere als schlagfertig. Wenn sie nicht von ihrem Skript ablesen, oder vorbereitete Phrasen dreschen kann, schwimmt die ähnlich wie Biden.

Und dass sie abtrünnige Republikaner nicht abschreckt, stimmt so auch nicht. Zumal das größte Problem der Demokraten weniger sein dürfte, Republikaner anzuziehen als viel mehr die Progressives. Den kompletten Bernie-Flügel hat man seit den Vorwahlen komplett übergangen, ignoriert ihn und konzentriert sich nur auf die Wallstreet Connection, für die Harris ebenso steht wie Biden. Auf der Convention bietet man lieber dem Republikaner Kasich oder Bloomberg eine Plattform für eine Rede als AOC, die ganze 60 Sekunden bekommt.

Dr. Cornel West hat es gestern recht treffend beschrieben. Biden/Harris sind ein "slow moving disaster" und die Partei tut im Moment alles, aber auch wirklich alles, um die Jungen und Linken von der Wahlurne fern zu halten.

Nebenbei bemerkt gibt es jetzt auch erste Modelle, die einen Wahlausgang prognostizieren. In 72% der Fälle gewinnt Biden. Klingt gut. Das ist aber auch die exakt selbe Zahl, die Clinton vor 4 Jahren hatte.


Da ist wohl jemand etwas angepißt der Nominierung von Harris?? ;) Ich finde das absolut genial! Seine schärfste Konkurrentin innerhalb des demokrattischen Vorwahlkampfes möchte er zu seiner Vize machen!!
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von vicaddict
#1548774
Seine schärfste Konkurrentin? Bitte? Harris ist noch vor dem ersten Caucus ausgestiegen, weil sie 3% in den Umfragen geholt hat und selbst in ihrem Heimatstaat hinter Sanders, Biden und Newcomer Yang lag.

Würde Biden seinen schärfsten Konkurrenten nominieren, wäre das Bernie Sanders, aber nicht Kamala.
Mir persönlich ist das relativ egal. Von denen, die in der engeren Auswahl waren, hat sich keiner was genommen.

Eines wird dem Pick aber deutlich. Man wählt hier eine dritte Amtszeit von Obama. Das, was man 2016 mit Clinton versucht hat, versucht man nun mit Biden. Wenn das mal nicht nach hinten los geht, denn Trump wurde nicht ohne Grund gewählt. Die Leute wollten 2016 keine dritte Amtszeit Obama-Politik und dass sie das jetzt wollen, glaube ich auch nicht. Ganz sicher sogar nicht, denn Biden wird nur gewählt, weil die Alternative eben Trump ist.
von Sentinel2003
#1548805
Die Reste der republikanischen Partei sind heute keine Volkspartei mehr. Sie bestehen nur noch aus Trump plus seinen Sektenanhaengern. Ich der Trump plus ich der Trump und wer meinen Speichel nicht lecken will, den mach ich der Trump via Twitter fertig. Trump stutzte der republikanischen Partei nicht etwa die Fluegel, nein, er riss sie mit Stumpf und Stiel aus und entsorgte sie.

Die Normalos unter den Republikanern zusammen mit den Bewahrern der urspringlich einmal grossen Volkspartei schliessen sich zu den “--Republicans for Biden—“ oder im “--The Lincoln Project—“ zusammen, um FUER Biden/Harris und GEGEN Trump/Pence Wahlkampf zu kaempfen. Und wie! Ihre Wahlwerbeclips haben es in sich!

Die demokratische Partei in den USA ist bis heute eine grosse Voilkspartei. Sie hat Fluegel links und rechts, Fluegel oben und unten, Fluegel vorne und hinten. Sie ist vollumfassend befluegelt. Jeder Fluegel strengt sich zudem an, die anderen Fluegel zu ueberfluegeln. Ein lebhaftes Geflatter also.
mfG



diesen Post habe ich im Internet unter vielen gefunden , die Trump nicht mehr im weißen Haus haben wollen!

( so vica, jetzt kannste diesen Post von einer Userin aber sowas von auseinander nehmen.... ;) )


Mal ein Post für @vica.... ;)


Und, ich muß mich entschuldigen, falls du soviel mehr Ahnung hat, von der US - Politik...?? Ich hatte mitbekommen, lange bevor Biden dann den demokratischen Vorwahlkampf für sich entschieden hatte, dachte ich zumindest, dass Kamala Harris seine schärfste Konkurrentin war... wenn DU als anscheinend großer Us - Wahl Spezialist da jetztt zu meinem Post oben fast einen Anfall bekommen hast....dann tut es mir leid!! Ich hatte vor einigen Monaten einen Wahlkampf Auftritt mehrerer demokratischer Kandidaten gesehen und, da hatte ich das Gefühl, dass Harris Biden ganz schön einen "Einlauf" gemacht hat!



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Und, ich muß dich leider enttäuschen: ich bin ein sehr großer Harris Fan und hoffe sehr, dass Biden die Wahl gewinnt und Sie dann in 4 Jahren antritt!
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von vicaddict
#1548809
Ist doch alles gut^^

Es stimmt ja, sie hat Biden bei der ersten oder zweiten Debatte mit einem Kommentar ordentlich Feuer unterm Hintern gemacht. Das war aber einstudiert. Und, das war auch alles was sie in ihrem ganzen Wahlkampf zu vermelden hatte. Alles andere war inhaltsleer, was der Wähler auch so quittiert hat.

Und was die Republicans for Biden angeht, ist das ja nicht neu. Du hast eine Menge Republikaner, angefangen bei GW Bush, Mitt Romney oder John Kasich, die Biden bevorzugen. Das liegt aber halt in erster Linie an Trumps Auftreten, nicht zwingend an seiner Politik. Die war, bis Corona und BLM, extrem gut. Aus GOP-Sicht. Erst die Tage hat übrigens ganz offiziell das NYPD ein Endorsement für Trump veröffentlicht. Katastrophale Außenwirkung, aber gut.

Die Wahl 2020 wird für die USA entscheidend, was die nächsten vier Jahre angeht. Wirklich spannend wird aber das, was bis 2024 passiert, denn politisch ändert sich unter Biden nicht viel. Was sich aber ändern wird, ist die Demographie des Landes und die Jungen, die Arbeiterklasse, die werden aktuell von keiner Partei vertreten. Das wird 2024 beide Parteien vor eine Zerreißprobe stellen, denn rechts wird es sicherlich wieder jemanden geben, der sich aus Trumps Playbook bedient und links wirst du jemanden, AOC (?), haben, der Kamala Harris herausfordern wird, denn die oben genannten Wählerschichten, werden nach 4 Jahren Biden ähnlich desillusioniert sein wie jetzt auch und wie sie es nach 8 Jahren Obama waren. Das ignoriert in Amerika jeder. Trump kam nicht ohne Grund ins Weiße Haus. Das hat sehr viel mit dem Ergebnis von 8 Jahren Obama zu tun, aber das darf man nicht ansprechen, denn die "Linke" sieht den dort echt als Heiligen.

Man sieht ja allein an den Senatsvorwahlen mit welchen Taktiken die Demokraten vorgehen. Sie investieren Millionen von Dollar, um Progressives wie AOC, Talib oder Omar zu verdrängen. Und alle drei haben vor wenigen Tagen ihre Wahlen gewonnen. Haushoch. Auch in Kentucky hat der Progressive Charles Booker nur hauchdünn gegen Amy McGrath verloren, die zwei stellige Millionenbeträge zur Verfügung hatte. Und was passiert? Die demokratische Trump-Befürworterin wird in Kentucky gegen Mitch McConnell haushoch verlieren.

Die Demokraten, insbesondere die Elite, sind heute im Grunde nichts anderes als das, was die GOP immer war. Eine reine Partei des Geldes, der Elite.
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von vicaddict
#1549093
Nachdem nun beide Parteien ihren Parteitag abgehalten haben, kommt für die Demokraten die Ernüchterung. Nachdem man den linken Flügel komplett ignoriert und dämonisiert hat, um sich bei den Repubklikanern anzubiedern, gibt es erste Umfragen.

Nur 5% der Republikaner geben an, für Biden stimmen zu wollen.
Zum Vergleich: bei Hillary waren es noch 7%, bei Obama 8 und 6%, die in 2008 und 12 für die Demokraten gestimmt haben.

Der alte Fiebertraum der Demokraten, diese abtrünnigen Zentralisten wieder einzufangen, wenn man nur rechts genug ist, ist also mal wieder geplatzt. Gleichzeitig entfernt man sich immer weiter von den Progressives auf der linken Seite. GG.

Gleichzeitig schrumpft der Vorsprung von Biden in den Swingstates. In Texas liegt Trump inzwischen wieder deutlich vorn, auch in Wisconsin scheint wieder Rot gewählt zu werden.

Das Ding ist noch lange nicht durch und die Demokraten haben bisher auch alles falsch gemacht, was man nur falsch machen kann. Deren einziges Argument bisher ist eben darauf zu setzen, dass die Leute müde sind und Trump-News nicht mehr ertragen, auf der anderen Seite aber auch den bis dato schlechten Wahlkampf, den Trump abgeliefert hat. Aktuell machen beide Kandidaten einen Wahlkampf, um zu verlieren.

Das Momentum scheint jetzt aber wieder bei Trump zu liegen.
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von AlphaOrange
#1549099
vicaddict hat geschrieben: Mi 26. Aug 2020, 09:13Das Momentum scheint jetzt aber wieder bei Trump zu liegen.
Sehe ich auch so. Und auch wenn er sonst nix kann, Trump beherrscht das Spiel, zum richtigen Zeitpunkt Gegner/unliebsame Nachrichten zugunsten von irgendwelchem Nonsens aus dem Blickfeld zu drängen.
Wenn er kurz vor den Wahlen noch irgendeinen obskuren ungetesteten Impfstoff zulässt/feiert oder irgendeinem tatsächlichen oder eingebildeten Feind Amerikas politisch/militärisch/wirtschaftlich groß ans Bein pisst, dann hat er ganz schnell noch ein paar Prozent extra.
Wird eine ziemlich enge Kiste und das hätte es eigentlich nicht werden dürfen.
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von Fernsehfohlen
#1549120
Was ich bis hierhin vom Wahlkampf der Demokraten und insbesondere Joe Biden mitbekommen habe, finde ich aber auch erschreckend schwach - "Sleepy Joe", wie Trump ihn ja gerne nennt, gehört da noch nicht mal zu den bösesten Bezeichnungen, die mir so einfallen. Er ist schläfrig, tatterig, wirkt manchmal desorientiert und ziemlich ausgelaugt. Und naja, nachdem ich schon Hillary Clinton vor vier Jahren alles andere als inspirierend und mitreißend fand, muss ich sagen, dass mich Biden bisher noch kälter lässt. Ich weiß echt nicht, ob er in einem ja doch relativ... Entertainment-affinen Land wie den USA so die beste Wahl ist. Für die Rolle eines charmanten, sympathischen Opis in einer Best-Ager-Schmonzette vielleicht, aber als Präsident? Da wüsste ich jetzt nicht, wie er es schaffen soll, die wahlmüde Hälfte des (ja überwiegend eher den Demokraten zugeneigten) Volkes aufzuwecken. Ich würde bei ihm wahrscheinlich auch eher wegratzen.
Verstehe auch wirklich nach wie vor nicht, warum die nach Clinton wieder einen totalen Establishment-Politiker aus der Mitte genommen haben, der mental wie biologisch sogar nochmal deutlich verbrauchter daherkommt. Ich fürchte schon seit Monaten, dass sie damit wieder scheitern, weil ich so recht nicht die Lernkurve erkenne.

Die Hoffnung bleibt Trump und die ausreichend abschreckende Aura, die er entfaltet. Mir persönlich würde das schon reichen, um Biden zu wählen - aber ein paar Argumente mehr für ihn, die ich auch beim US-amerikanischen Volk für durchschlagend halte, hatte ich mir schon erhofft. Zumal sich das Corona-Desaster allmählich abzuschwächen scheint und noch gut zwei Monate Zeit bis zur Wahl sind. Ich müsste auch lügen, würde ich behaupten, dass ich ein gutes Gefühl im Hinblick auf einen ernstzunehmenden US-Präsi in den kommenden vier Jahren hätte.
Und ja, Biden würde ich schon ernstnehmen - dass er körperlich und mental auf dem absteigenden Ast scheint, heißt ja nicht, dass er kein verdienter, kluger Mann war und ist. Aber etwas mehr Saft und Kraft hätte ich schon für wünschenswert gehalten.


Fohlen
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