- Do 19. Feb 2015, 00:07
#1414813
Die Subventionskultur am Deutschen Staatstheater.
Ich freue mich sehr, dass Theaterkarten am Staatstheater relativ günstig zu haben sind und man sie Studenten an den Schauspielhäusern dieses Landes geradezu nachwirft. Wenn Karten wie in Karlruhe für drei Euro (!) an Studenten auf allen Plätzen verhökert werden und man für 10 Euro in der Oper Stuttgart ganz vorne sitzen kann, obwohl die Karten regulär 140 Euro kosten, ist das erschreckend.
Ebenfalls ist es erschreckend, wie sich durch die Subventionen das Verhältnis von Aufwand und Kosten wiederspiegelt: Wenn ein Musical, dass von einem Theater entwickelt wurde und erstmals aufgeführt wird, mit über 50 Darstellern wie aktuell Roxy in Dortmund, das Stück selbst dann aber nur ganze fünfmal (!) aufgeführt wird, ist das weder mit dem Aufwand noch mit den Kosten vereinbar.
Diese Form der Subvention, die jungen Leuten den Weg zum Theater ebnet und das Theater auch Menschen öffnet, die nicht so viel Geld haben, hat sicher seine Richtigkeit. Wenn aber auf der anderen Seite die privaten Theater nicht unter 50 Euro gehen können für einen Platz ganz hinten, es auch kaum Studentenrabatte gibt und es in den Preisen für die Reihen im Parkett eine riesige klaffende Lücke im Vergleich zum Staatstheater gibt, geht da eindeutig was in die falsche Richtung.
Keine Frage: Staatstheater ist auch ein andere Form des Anspruchs. Hier wird noch ganz konservativ gespielt, auch mal geschrien, es kann sehr anstrengend sein und vor allem auch: Nicht immer verständlich. Da hat das private Theater ganz andere Ansprüche und begibt sich viel eher in den Mainstream. Vielleicht ist der Vergleich von öffentlich-rechtlichem Fernsehen und Privatfernsehen nicht ganz fern.
Auf der anderen Seite hat sich auch das Staatstheater in den letzten Jahren weiterentwickelt: Es wird aufwändiger produziert, es wird verständlicher inszeniert und man traut sich auch an musikalische Darbietungen, die nicht zur Oper gehören. Gleichwohl wird das Suchen nach einer neuen Zielgruppe beim Theater von allen bejubelt, während ARD und ZDF dafür gerne mal eins auf die Mütze bekommen.
So, das musste jetzt mal raus.
Sorry.
Wir haben so viel Glück auf dem Gewissen.