Es geht ja nicht um die Eigeninitiative, nicht darum, sich selbst zu informieren. Das tut jeder halbwegs intelligente Mensch, der sich Gedanken darüber macht, was er seinem Organismus zumutet. Nein, es geht um die Aufklärung von staatlicher/schulischer Seite, darum, es den Leuten von früh an klar zu machen, was sie da eigentlich futtern. Da genügt es nicht, das mal eben in einem 20-minütigen Infofilm in der Biostunde in der achten Klasse herunterzuspulen und den Stoff in 2 Unterrichtsstunden durchzuhecheln. Die Kids werden doch heute schon in eine Fertigwelt hineingeboren und wissen schon gar nicht mehr, wie 'ne normale Gemüsepfanne oder selbstgemachte Lasagne schmeckt. Da sind die Zungen teilweise dermaßen auf Mononatriumglutamat (nein, ist NICHT dasselbe wie Hefeextrakt) geeicht, dass sie dann doch lieber 'nen Döner oder etwas vom Chinaimbiss futtern, als sich selbst mal ein Ei in die Pfanne zu hauen und neben Schinken, Pfeffer und Salz noch etwas Schnittlauch und Chili drüberzuhauen. Da wird lieber ein paniertes Fertigschnitzel oder seltsam mariniertes Fleischrestestück in die Mikrowelle gehauen, anstatt mit Öl, Gewürzen und Knoblauch, ganz ohne Fondor und Maggi, das Fleisch mal ein paar Stunden ziehen zu lassen und auf der Pfanne zu braten. Soßen werden aus Pulver zusammengerührt anstatt den Fleischsaft abzugießen und zu binden (was auch ohne Mondamin geht, Kartoffelstärke z.B.) - ich hab fast gekotzt, als ich von einer meiner Töchter, die 'ne Koch-AG in der Schule gemacht haben, zu hören bekam, WIE das Essen dort zubereitet wurde. Inklusive Fertigkartoffelpuffer, TK-Gemüse, Fertigpanade ("irgend so ein komische vorgewürztes Paniermehl") - aber warum sollte der Staat Geld für Aufklärung diesbezüglich sorgen? Dann würden die Umsatzzahlen von Maggi, Knorr und Co. doch rapide abnehmen, und das Geld fürs Staatssäckel müsste anderweitig eingetrieben werden.
Wir brauchen nur in den seltensten Fällen irgendwelche Packungen zur Zubereitung unserer Mahlzeiten, da das meiste davon auch ohne großartigen finanziellen Mehraufwand frisch zubereitet werden kann. Wobei man da natürlich auch am falschen Ende sparen kann, gerade was die Schadstoffe (Pestizide, Insektizide) betrifft, oder eben auch das günstigere Fleisch.
Aber so lange die bewusste Ernährung bzw. die Information nur am Rande stattfinden und den Leuten nicht direkt vor Augen geführt wird, wird der Mainstream auch weiterhin seine Gewohnheiten nicht umstellen, allein schon der Bequemlichkeit wegen - nicht mal mangels Intelligenz. Oder man redet sich mit "Zeitmangel" heraus.
@Ricky:
Das ist ja grandios. "Oh, dieses panierte Hähnchenfleisch ist böse, das könnte meinem Organismus schaden. Nein, sowas rühre ich nicht an! Und pfui, DA esse ich nix mehr, das ist ja nicht mal mehr echtes Fleisch!" einerseits, "Oh, die Pillchen sind aber in der Tabelle nur die siebzehntschädlichsten. Na das passt schon!". Großartig. :lol:
Du wurdest von dieser Person blockiert.