mak hat geschrieben:
HBO scheint mir zu sehr auf den Fantasy-/SF-Zug aufzuspringen. Versteh mich nicht falsch. Ich bin Genre-Fan und freue mich darüber das HBO mehr Projekte dieser Art in der Entwicklung hat, aber ich bin mir nicht sicher ob das die richtige Strategie für HBO ist.
Ich denke schon. Auch wenn es jetzt mit True Blood, Ice and Fire und Preacher 3 Serienprojekte im Bereich Horror/SF/Fantasy gibt, ist HBO auf dem Gebiet ja fast noch jungfräulich. Außer Carnivale und in den 90-ern Geschichten aus der Gruft würde mir jedenfalls nichts einfallen. JfC hat ja höchstens leichte SF-Elemente. Da die Serien auch grundverschiedene Richtungen der Phantastik einschlagen, sehe ich da keinerlei Gefahr eines Overkills. Im Gegenteil, das sind genau die Nischen in denen HBO punkten und sich von Showtime und F/X abheben kann. Unverbrauchte Stoffe und wegen der kontroversen Inhalte mit hohen Budgetanforderungen nur bei HBO in angemessener Form zu realisieren.
Lied von Eis und Feuer
Epische Fantasy gab es meines Wissens noch nie in einer qualitativ hochwertigen TV-Serie für Erwachsene zu sehen. Nachdem zu urteilen was ich bisher über die Bücher gelesen habe, geht das Ganze auch mehr in Richtung Rome als Herr der Ringe. Hauptaugenmerk liegt auf den Intrigen und Machtkämpfen zwischen einigen Familien. Fantasiewesen kommen wohl erst in den späteren Staffeln(bzw. Büchern) vor und dort auch nur am Rande. Im Grunde also mehr ein Historienstoff als Fantasy.
Preacher dürfte in Richtung postapokalyptisches Road Movie gehen. Mit Jeremiah gab es bisher höchstens etwas entfernt ähnliches. Da es eine JMS Serie ist und Showtime damals auch noch Sachen wie Stargate produziert hat, gehe ich mal davon aus, das es nicht so provokativ(allein schon die Rolle von Gott) und hart wie Preacher war.
Die Nachfolgeminiserie zu BoB und die Irakkriegsserie interessieren mich zwar auch, aber das sind halt nur kurze Events. HBO braucht dringend wieder ein paar Serien, die aus eigener Stärke wenigstens 4-5 Mio Zuschauer bei den Erstausstrahlungen holen können und damit neuen Formaten als Lead In helfen. John from Cincinatti klingt so speziell, das sie spätestens nach 2 Staffeln eingestellt werden dürfte(ich habs noch nicht gesehen, denke aber das sie mir gefallen wird). Ob Big Love ohne Sopranos Lead in noch große Quoten holt, muss auch abgewartet werden. Ein weiterer potentieller SatC-Nachfolger(haben wir das nicht schon mit Entourage..bloß mit Männern und in gut :lol: ) und eine neue Krankenhausserie klingen auch nicht nach Stoff, der die Ausnahmestellung von HBO für die Zukunft absichert. In Zeiten, in denen sich selbst CBS an ein Musical und eine Serie über Partnertausch herantraut, kann sich HBO nicht nur auf schräge Familienserien, Beziehungskisten und Comedies verlassen, die es in der gleichen hohen Qualität auch bei Showtime und F/X zu sehen gibt. Natürlich können sie sich auch nicht zu einem reinen Genresender entwickeln, aber 2-3 solcher Highlights würden dem Sender gut zu Gesicht stehen. Sie hätten die Übergangsprobleme gar nicht, wenn sie vor Jahren sowas wie Galactica oder Dexter entdeckt hätten, denn das baldige Ende der Prestigeprojekte Rome(schon Staffel 2 war ja nur den Verträgen zu verdanken), Deadwood(mehr als 4 wären es ja auf keinen Fall geworden. btw. wo bleiben die versprochenen Filme.

) und Sopranos war doch schon lange bekannt.