porksaw hat geschrieben:Es gibt sogar Leute die schauen sich Fußball an.
Was selbst für einen Fußballhasser wie mich viel aufregender ist, als einer Gruppe Menschen dabei zuzusehen, wie sie um einen Tisch herum sitzt und alle paar Sekunden "noch eine Karte" oder "ich passe" sagt.
Und ja es macht Sinn, er ist der Finazier einer Top Terroristengruppe den sie um jeden Preis sein Geld zurückgewinnen muss. Wenn er das nicht schafft MUSS er mit den Geheimdiensten zusammenarbeiten weil er sonst von allen Seiten gejagt wird. Das wäre der effektivste Weg um mehr informationen über Quantum zu bekommen, effektiver als ihn einfach zu entführen und ihn zu foltern.
Könnte er nicht einfach ein paar Banken ausrauben anstatt sich auf sein "legendäres Pokertalent" zu verlassen?
Stimmt, nach Saw und Hostel sollte man ja wissen wie das mit dem Foltern richtig geht :roll: .
Sagen wir einfach mal, dass es schwer ist eine Folterszene ernst zu nehmen, die sich eines Elements bedient, dass zur Grundausstattung einer Slapstickkomödie gehört.
Du meinst nachdem er auch ne Weile im Krankenhaus versorgt wurde und seine Hoden warscheinlich auch keinen bleibenden Schaden hatten?
Das ändert nichts daran, dass dadurch die Folterszene noch lächerlicher wirkt. ("Hey, alles halb so wild. Bond kann immer noch Sex haben!")
Jack Bauer hat dannach weiter lustig Terroristen bekämpft, Bond hat ein Pokerspiel beendet.
Und hat danach weiter mit Gangstern gekämpft und wurde sogar "gefoltert". Jack Bauer ist danach immerhin ein paar mal mit Herzschmerzen zusammengebrochen. Ich will nicht behaupten, dass 24 jetzt realistisch sei, aber komm schon, Bond war plötzlich ein unverwundbarer Superheld am Rande der Lächerlichkeit! Wenn man jemanden mit Todesfolge vergiftet, aber er nur einen Schweissausbruch davonträgt und man ihm später einen Zimmermannsnagel in die Schulter jagt, er aber dadurch noch nichtmal in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt ist, ist das sogar für einen B-Action-Freund wie mich etwas zu unglaubwürdig.
Aber Bond sollte in diesem Film kein Gentleman sein sondern ein eiskaltes A****loch das auch einen Auftragsmord ohne Murren durchzieht. Quasi ein Soldat der gerade erst dabei ist zum feinen Superagenten zu werden.
Und genau hier ist das Problem: Warum nennen sie diesen Charakter dann James Bond? Wenn es wenigstens Anzeichen für eine Wandlung zum "echten" Bond gegeben hätte, würde ich es verstehen, aber alles was kam, war ein unausgesprochenes (und von Craigs zweitem Gesichtsausdruck begleitetem): "Upps, war sie doch kein Miststück", zwei Minuten vor Filmende. Und nach dem, was ich über "Ein Quantum Trost" gehört habe, scheint "Bond" immer noch ein gefühlskalter Supermann zu sein.
Ich habe keine Ahnung, wer den modernen Trend angefangen hat, dass alles düster und "realistisch" sein muss, aber Bond Filme sollten Trends gestalten, anstatt ihnen hinterher zu rennen. Sonst bekommen wir solche Stinker wie "Leben und sterben lassen" (Der auf der Blaxploitation-Welle ritt), "Moonraker ("Star Wars"-Trend), "Lizenz zum töten" ("Knallharte Selbstjustiz-Action") oder eben "Casino Royale" ("Düsterer Pseudorealismus").
Nach den letzten drei Brosnan-Bonds brauchte die Reihe definitiv eine Neuausrichtung, aber ein gutes Drehbuch (Vielleicht auch nicht gerade von den selben Autoren, die die Brosnan-Ära ruiniert haben) wäre vielleicht besser gewesen, als einfach nur auf Bauer, Bourne und Co. zu schielen und die Bond-Reihe von all dem zu befreien, was sie über 40 Jahre lang so populär machte. (Charmanter Hauptdarsteller, aufregende Abenteuer, augenzwinkernder Humor...)
Es ist typisch deutsch, alles negative als typisch deutsch zu bezeichnen.